Analyse: 34 Sekunden #FCNFCH #FCN

Analyse, Statistik, Stimmen und Noten zum Spiel: 1. FC Nürnberg vs 1. FC Heidenheim 3:2 (3:1) Der Club gewinnt gegen Heidenheim auf Grund von wilden zehn Minuten.

Die Analyse:

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Startformation im 4-1-4-1

Der Club begann mit drei Neuen auf dem Platz. Für den gesperrten Ewerton lief Mühl auf, Löwen ersetzte Palacios und Ishak ersetzte Salli. Die Entscheidung von Michael Köllner, den Schweden trotz langer Pause nicht auf die Bank zu setzen, sondern in die Startelf zu stellen, überraschte, noch erstaunlicher war es, dass Adam Zrelak seinen Kaderplatz an Ondrej Petrak verlor. Der Slowake fehlte im Aufgebot ohne verletzt oder angeschlagen zu sein; es war eine Trainerentscheidung. In Sachen Grundordnung entschied sich Michael Köllner einmal mehr für das 4-1-4-1, nachdem im Hinspiel ein Experiment mit einem 4-4-2 gescheitert war.

Die Anfangsphase gehörte dem FCN, früh erspielte er sich erste Halbchancen, drängte Heidenheim in die Defensive und erarbeitete sich erste Eckbälle. Früh fiel auf, dass alle Mittelfeldspieler des Clubs fast froh wirkten, dass Ishak wieder auf dem Platz stand. Immer wieder wurde der Schwede gesucht, um Bälle festzumachen oder prallen zu lassen. Gleichzeitig war augenfällig, dass die Außen im Mittelfeld viel früher als gewohnt in die Mitte zogen als in anderen Spielen in dieser Grundordnung, besonders Marvin Stefaniak beschäftigte im Tandem mit Behrens das Zentrum der Heidenheimer. Allein in der Anfangsphase fehlte noch die Durchschlagskraft, um zu Torchancen zu kommen.

Nach etwa zehn Minuten hatte sich Heidenheim etwas besser akklimatisiert, wagte erste Vorstöße in Richtung Clubtor durch Fernschüsse von Thiel, die aber zu wenig präzise waren. Auf der Gegenseite fand Stefaniaks Flanke Ishak, doch der traf den Ball mit dem Kopf nicht richtig und so ging der Kopfball harmlos über das Tor. Es folgten weitere Halbchancen nach Standards für den Club. Gleichzeitig befreite sich Heidenheim in der Folge etwas, strahlte nach einem eigenen Eckball so etwas wie Gefahr aus, da der Club den Ball nicht aus dem eigenen Strafraum brachte. Insgesamt stellte sich das Spiel so dar, dass der FCN deutlich mehr vom Ball hatte – zu diesem Zeitpunkt um die 70% Ballbesitz für Nürnberg – aber beide Teams wenig gefährlich vors Tor kamen.

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Ungefähre Formation nach der Pause

Als also Kevin Müller nach einem missglückten Abschluss von Möhwald bei 27:05 auf der Stadionuhr den Ball per Abstoß wieder ins Spiel brachte, war nicht abzusehen, dass es keine 180 Sekunden später 2:1 für Nürnberg stehen würde. Jener Abschlag von Müller landete, nachdem Erras darunter durchgesprungen war, beim bereits angeschlagenen Verhoek, der einfach aus mehr als 30 Metern volley in Richtung Tor abzog. Statt ins Nirvana zu gehen, senkte sich der Ball in die Nähe des Kreuzecks des Tors von Fabian Bredlow. Ein undankbarer Ball für den Torwart, der noch nicht einmal weit aus seinem Tor gekommen war, aber natürlich dennoch nicht besonders glücklich aussah. Ein Treffer, der bemerkenswerterweise ein wenig an ein anderes Heimspiel gegen Heidenheim erinnerte; damals kassierte Thorsten Kirschbaum eine ähnliche Bogenlampe, allerdings von der Seitenlinie. Der Endstand im August 2015: 3:2.

Nachdem die Heidenheimer Feierlichkeiten beendet waren und Torschütze Verhoek, der vorher eigentlich schon signalisiert hatte, dass er ausgewechselt werden müsse, durch Glatzel ersetzt wurde, stieß der FCN mit 28:34 auf der Uhr an. 23 Sekunden später hatte der Ball seinen Weg ins Tor der Gäste gefunden. Mühl spielte Leibold mit langem Flachpass aus der Abwehr heraus an, der Nürnberger Linksverteidiger ließ Strauß per Körpertäuschung hinter sich und flankte an den zweiten Pfosten, wo Behrens stand und zu seinem elften Saisontor einnetzte. Der Clubjubel nahm knapp eine Minute ein, bei 29:51 durfte Heidenheim anstoßen, elf Sekunden später hatte Eduard Löwen das 2:1 erzielt. Der FCH hatte behutsam aufbauen wollen, den Anstoß zurück an den eigenen Sechzehner gespielt, dort ließ sich Steurer von Ishaks Pressing beeindrucken, verlor den Ball an den Schweden und zog ihn zu Boden, doch dieser spielte den Ball im Fallen noch auf Löwen, der gekonnt und souverän verwandelte. Der Ball war also insgesamt 34 Sekunden im Spiel zwischen dem Anstoß nach dem 0:1 und dem Tor zum 2:1. 34 Sekunden, welche die Saison ausmachen können.

FCNFCH-B
Ungefähre Formation ab der 75. Minute

Denn nach dem 2:1 spielte der Club bis zur Pause befreit auf, schnürte die Heidenheimer im eigenen Strafraum ein und hatte zahlreiche Gelegenheiten. So scheiterte nach einer Stefaniak-Ecke Margreitter nur per Kopf, weil Titsch-Rivero den Ball von der Linie kratzte, kurz danach steckte Löwen auf Ishak durch und der Schwede scheiterte freistehend an Müller. Nach einem langen Ball von Valentini vertändelte dann erneut Steurer den Ball gegen Ishak, den Schuss des Schweden konnte Müller noch abwehren, doch der Abpraller landete bei Stefaniak, der ihn gefühlvoll per Kopf ins Tor beförderte. Ishak hatte, schön freigespielt von Behrens in der vierten Minute der Nachspielzeit dann noch die Chance auf das 4:1, der Schwede legte den Ball aber am Kasten vorbei und so ging es mit 3:1 in die Kabine. Eine Entwicklung, die der Kicker berechtigterweise als Verhoeks speziellen Weckruf bezeichnet.

Der Zwei-Tore-Vorsprung zur Pause war auf Grund der hohen Chancendichte nach dem 0:1 und der optischen Überlegenheit in der Anfangsphase durchaus angemessen, ohne die Führung der Gäste wäre der FCN aber wahrscheinlich nicht aus dem geduldigen, wenn auch überlegenen, Trott gekommen, der das Spiel bis zum 0:1 ausmachte. Nach dem Rückstand zeigte der Club, wozu er offensiv in der Lage ist: Mit Wucht und Präzision gleichermaßen brachten er Heidenheim erheblich unter Druck, die drei Tore binnen neun Minuten waren eigentlich noch zu wenig Ausbeute. Zur Pause wechselte Michael Köllner dann Mikael Ishak aus. Für mehr als 45 Minuten reichte die Luft des Schweden nach so langer Verletzungspause noch nicht. Die unkonventionelle Entscheidung ihn nicht von der Bank zu bringen, sondern von Beginn an, erwies sich als richtig. Für Ishak kam Werner, auf der anderen Seite ersetzte Dovedan den unglücklichen Steurer – Schmidts letzter Wechsel, er hatte neben Verhoek auch noch Strauß verletzt auswechseln müssen.

FCNFCH-C
Ungefähre Formation zu Spielende

Köllner änderte an der Grundformation lange Zeit nichts, beließ es beim 4-1-4-1 und stellte Werner in vorderste Front. Eine Maßnahme, die fast völlig verpuffte, da der Club Werner eher mit hohen Bällen anspielte, die der kleingewachsene Angreifer nicht verarbeiten konnte. Hinzu kam, dass sich der Club auch selbst in die Bredouille brachte. Sechs Minuten nach Wiederanpfiff verlor Behrens auf der rechten Außenbahn einen Zweikampf gegen Feick, der flanken konnte ehe Valentini ihn stellte. Bredlow unterschätzte die Flanke, segelte an ihr vorbei und Dovedan köpfte zum 3:2 ein. Die Mischung aus Gegentor und Ishak-Auswechslung bekam dem FCN nun gar nicht. Heidenheim hatte mehr vom Spiel, kam auch immer wieder zu gefährlichen Standardsituationen.

Gleichzeitig erinnerte das Offensivspiel des Clubs nun wieder mehr an die vorangegangen Spiele, in denen meist der Drang zum Tor fehlte. Es gab zwar einige Halbchancen (z.B. Behrens und Werner, 56.), an sich fehlte aber die Energie und Wucht der Schlussphase der ersten Halbzeit. Es wirkte fast wie eine eindrucksvolle Demonstration eines „So geht es mit Ishak“ verglichen mit einem „So geht es (nicht) ohne Ishak“. Womöglich hätte sich dies verändert, wenn Unparteiische in der 60. Minute nicht auf Schwalbe von, sondern Foul an Werner entschieden hätte, oder aber er das klare Handspiel Thiels eine knappe Viertelstunde später geahndet hätte. Da Schiri Pfeifers Pfeife aber beide Male stumm blieb, blieb es auch beim 3:2.

Bei dem blieb es auch, weil Fabian Bredlow in der Schlussphase einen Schrägschuss von Glatzel per Reflex zur Ecke bugsierte und einen Freistoß von Feick aus dem Winkel fischte. Darüber hinaus wirkten die Heidenheimer zwar immer latent gefährlich, konnten aber nie wirklich Offensivdrang entwickeln. Das lag in der Schlussphase auch daran, dass Köllner den wackligen Erras durch Petrak ersetzte und ihn mit Behrens eine Doppelsechs bilden ließ (zunächst in einem 4-2-3-1/4-4-2-Hybrid mit Möhwald als hängender Spitze, am Schluss im flachen 4-4-2 mit Palacios und Werner als Stürmern). Der Tscheche dominierte die Luftduelle im Zentrum des Mittelfelds und sorgte so für wichtige Entlastung. Entlastung, die am Ende auch zum Erfolg beitrug. Es blieb nach insgesamt 98 Minuten – beide Hälften hatten vier Minuten Nachspielzeit – beim 3:2.

Der Club fuhr damit den ersten Dreier seit dem 18. Februar ein. Der Sieg dürfte vor allem psychologisch wichtig gewesen sein, sowohl wegen des Erfolgs an sich, aber auch, weil man spürte, dass die Offensive mit dem Comeback von Ishak wieder zu mehr Durchschlagskraft fand. Der FCN steht damit nun in den Spielen seit der Heimniederlage gegen den nächsten Gegner aus Ingolstadt bei 7 Siegen, 7 Remis und 2 Niederlagen (Zweitligabestwert für diese 16 Spiele), der Tabellendritte aus Kiel dagegen bei 2 Siegen, 11 Remis und 3 Niederlagen (Tabellenplatz 16 für diese 16 Spiele). Da die „Störche“, übernächster Gegner des FCN, an diesem Samstag erneut ihre beachtliche Unentschiedenbilanz mit einem 0:0 gegen Darmstadt ausbauten, beträgt der Vorsprung des Clubs auf Kiel nun vier Punkte.

Man geht also auf jeden Fall vor Holstein in der Tabelle liegend in das Duell gegen den Aufsteiger in zwei Wochen. Die Ausgangspostion für die „Wochen der Wahrheit“, in denen Ingolstadt, Kiel, Düsseldorf und Nürnberg noch allesamt Duelle gegeneinander bestreiten, ist damit ausgezeichnet – wegen der Heimniederlage Düsseldorfs gegen Bochum sogar dergestalt, dass der Abstand zum Tabellenführer nun geringer ist als zum Tabellendritten. Dass der Aufstieg trotz dieser vier Punkte Vorsprung auf Grund der noch kommenden Gegner kein Selbstläufer wird, dürfte allen Beteiligten klar sein. Sollte er gelingen, es wird auch an den wilden 34 Sekunden an diesem Samstag liegen.

Die Zahlen:

NürnbergHeidenheim
3
Tore
2
20
Torschüsse
16
6
Schüsse aufs Tor
7
2,0
expected goals (shot-based)
0,8
10
Ecken
7
55,5
Ballbesitz (%)
44,5
74,7
Passquote gesamt (%)
69,5
86,8
Passquote eig. Hälfte (%)
81,9
62,9
Passquote geg. Hälfte (%)
54,2
16,9
Lange Pässe (%)
23,5
54,5
Gewonnene Zweikämpfe (%)
45,5
2,3
expected goals (non-shot)
1,6
12
Fouls
18
114,19
Laufdistanz (km)
114,24
0
Abseits
0

Trainerstatement (Michael Köllner):

„Nach so einer Phase endlich wieder zu gewinnen, ist immer schwer. Das Wichtigste für uns war heute, dass die Fans uns durch das ganze Spiel getragen haben. Das war ganz großer Sport. Diese Liga ist etwas ganz Kompliziertes. In der ersten Halbzeit hätten wir den Sack schon zumachen müssen. Nach der Halbzeit haben wir uns mit dem Gegentor selbst unter Zugzwang gesetzt. Heidenheim ist eine gute Mannschaft, das haben wir im Hinspiel schon erleben müssen. Die Partie war hart umkämpft. Am Ende war wichtig, wieder in die Erfolgsspur zu finden. Der Schlüssel wird am Ende sein, dass die Fans uns durch die Saison peitschen.“

Trainerstatement (Frank Schmidt):

„Es fällt mir schwer, heute sachlich zu analysieren. Aus unserer Sicht ist es unfassbar, was hier passiert ist. Wir haben uns selber geschlagen. Mit einem Wahnsinnstor belohnen wir uns für die Anfangsphase. Die Gegentore schießen wir gefühlt alle selber. Dass wir so schnell Gegentore bekommen, passierte uns diese Saison auch schon öfter. In der zweiten Halbzeit kann ich meinem Team keinen Vorwurf machen.“

Spielererstatement (Mikael Ishak):

„n der ersten Halbzeit haben wir sehr gut gespielt. Das ist ein wichtiger Sieg. Ich habe versucht, der Mannschaft zu helfen. Ich hätte das 4:1 machen müssen, das hat leider nicht geklappt. Da hat man gemerkt, dass ich sieben Wochen keine Torabschlüsse trainieren konnte. Wir versuchen uns weiterhin auf uns zu konzentrieren, der Sieg war nach den letzten Wochen aber extrem wichtig.“

Die Spieler im Einzelnen:

Fabian Bredlow 3 Notenpunkte (5+, numerisch: 4.67)
Sah beim 0:1 schlecht aus, obwohl der Ball wahrscheinlich fast nicht zu halten ist, patzte beim 3:2 massiv. Am Schluss mit zwei starken Paraden. Immer noch Probleme beim Ballverteilen.
Enrico Valentini 8 Notenpunkte (3, numerisch: 3.00)
Mit hervorragender Zweikampfquote (83%), bemüht anzutreiben, am 3:1 trotz etwas zu langen Zuspiels zu Ishak beteiligt. Beim 3:2 etwas zu spät, allerdings auch nur bedingt seine Aufgabe Feick zu stoppen, da Behrens zuständig war.
Georg Margreitter 8 Notenpunkte (3, numerisch: 3.00)
Relativ souverän, aber auch recht wenig gefordert, klärte wie immer viel mit dem Kopf. Nach vorne ausbaufähig.
Lukas Mühl 7 Notenpunkte (3-, numerisch: 3.33)
Vertrat Ewerton eigentlich recht souverän, leistete sich aber in der Schlussphase zwei unnötige Wackler, die fast per Schrägschuss und Freistoß zum Ausgleich geführt hätten. Leitete das 1:1 mit Pass auf Leibold ein.
Tim Leibold 9 Notenpunkte (3+, numerisch: 2.67)
Mit schöner Vorlage zum 1:1, war immer wieder bemüht das Spiel anzutreiben. Hinten mit kleinen Unsicherheiten.
Patrick Erras 5 Notenpunkte (4, numerisch: 4.00)
Segelte vor dem 0:1 unter dem Ball durch, wirkte auch sonst immer wieder gedanklich langsam. Wurde in der Schlussphase von Petrak ersetzt.
Marvin Stefaniak 8 Notenpunkte (3, numerisch: 3.00)
Nicht nur wegen des ersten Tores sein bestes Spiel im Club-Trikot. Sollte immer wieder von Außen nach Innen ziehen, beschäftigte damit in der ersten Halbzeit die Gäste. Nach der Pause schwächer, aber insgesamt solide.
Kevin Möhwald 5 Notenpunkte (4, numerisch: 4.00)
Suchte immer wieder die schnellen Abschlüsse, die waren aber wenig präzise, verlor aber drei Viertel seiner Zweikämpfe und war auch sonst wenig präsent, gerade in der guten ersten Halbzeit. Versuchte es sehr oft für die Galerie zu spielen.
Hanno Behrens 9 Notenpunkte (3+, numerisch: 2.67)
Mit dem enorm wichtigen 1:1. Aber auch mit Problemen gegen Feick vor dem 3:2. Lenkte und motivierte, verlor aber viele Zweikämpfe (58%). In der Schlussphase auf der Doppelsechs neben Petrak wichtig zur Stabilisierung.
Eduard Löwen 9 Notenpunkte (3+, numerisch: 2.67)
Spielte als wolle er die Einschätzung aus der Vorwoche, er sei kein Flügelspieler, revidieren. Harmonierte gut mit Leibold. Gekonnter Abschluss beim 2:1. Hinten raus etwas unsouveräner und zu lässig.
Mikael Ishak 12 Notenpunkte (2+, numerisch: 1.67)
Stellte unter Beweis wie wichtig er fürs Angriffsspiel des FCN ist. Mit Vorlagen zum 2:1 und 3:1: band immer wieder die Gegenspieler. Hätte er das 4:1 kurz vor der Pause gemacht, es wäre eine "sehr gute" Leistung gewesen.
Tobias Werner 5 Notenpunkte (4, numerisch: 4.00)
Ersetzte zur Pause Ishak, zu Beginn auch positionsgetreu. Mit für einen Stürmer ordentlichen Werten (67% Passquote, 62% Zweikämpfe, 3x gefoult), aber mit wenig Bindung als alleinige Spitze.
Ondrej Petrak Note -
Kam in der Schlussphase für Erras, köpfte weg, was es wegzuköpfen gab und stabilisierte das Zentrum gut.
Federico Palacios Martinez Note -
Kam vier Minuten vor Schluss für Möhwald, hatte zwei Ballkontakte (ein Pass zum Mann, ein verlorener Ball).

53 Gedanken zu „Analyse: 34 Sekunden #FCNFCH #FCN

  • Bredlow wird mir zu schlecht bewertet. Okay, das 3:2 geht auf ihn und die Abstöße gingen zu oft ins Aus. Und er machte das Spiel nie schnell, zögerte beim Abstoß oft lange.

    Aber zum 0:1 zitier ich mal einen user aus der NN:
    „Wie lang war eigentlich der Ball unterwegs?
    Das könnte man ausrechnen, wenn man die Geschwindigkeit des Ball wüsste. Angenommen der Ball fliegt mit 80 km pro Stunde, dann kommt man bei 40 Meter Abstand auf ca 1,8 Sekunden Flugzeit des Balles.
    Das war Bredlows Reaktionszeit! Abzüglich der Zeit, um zu erkennen, wohin der Ball geht: Ziemlich aussichtslos, diesen Ball zu halten, wenn man als Torwart nicht an der „Einschlagsecke“ des Balles steht! Also für mich kein ankreidbarer Torwartfehler, auch wenn man meint, so ein Ball müsste haltbar sein! 1,8 Sekunden sind eben weit kürzer als die Schussentfernung vermuten lässt“

    Und am Ende hat er auch ein paar Mal top reagiert. Ne 5 ist das nicht.

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    • Es ist tatsächlich einer der wenigen Momente, in denen ich mir eine 4,5 wie im Kicker als Bewertungsstufe wünsche. Keine klare Fünf, aber auf Grund der vorhandenen Mängel auch kein klares „ausreichend“. Ich verstehe da beide Argumentationslinien durchaus. Man kann da für beides Gründe finden. Bei mir überwiegt (ganz leicht) das Negative in Richtung „mangelhaft“, weil der Fehler vor dem 3:2 so extrem eklatant war: Falsche Entscheidung und auch noch völlig verschätzt. Dazu dann eben auch die Wirkmächtigkeit des Gegentors, das das Spiel völlig veränderte. Deshalb eher fünf als vier, der Parade am Ende zum Trotz.

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      5
      Antwort
      • Da bin ich bei Dir, Florian – man muss den Jungen ja nun nicht abschreiben, aber da war gestern Vieles dabei, das einfach nicht gut war. Das 2:3 war ein klarer Fehler. Das 0:1 kreide ich ihm noch nicht mal an. Aber mit dem Denkzettel „muss er leben“.

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      • Also ich finde bei einem so jungen und unerfahrenen Keeper, der sich trotz dieser Fehler nicht aus der Ruhe bringen lässt, kann…nein, muss man den Blick nach vorne richten. Wenn er bereits ein *fertiger Profi* wäre würde ich dir da zustimmen, aber in diesem Fall muss man dann auch mal über seinen Schatten springen.

        Der Hdher darf da außerdem auch nicht so frei stehen, von der Entwicklung der Flanke mal ganz zu schweigen.

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    • Hätte hätte Fahrradkette …
      Hätte Ishak das 4:1 gemacht, wäre die Glanzparade auch nicht nötig gewesen.
      Hätte der Schiedsrichter wenigstens den eindeutig berechtigten Elfmeter gegeben und hätten wir danach 4:2 geführt, wäre die Glanzparade vielleicht auch nicht nötig gewesen.

      Ganz abgesehen davon, daß seine Glanzparaden natürlich auch unserm vielleicht noch entscheidenden Torverhältnis gut tun.

      Aber Fakt ist doch: trotz zeitweiliger Verunsicherung, trotz Fehlern ist Bredlow auch in der 90. Minute noch für solche Glanzparaden gut.
      Und das spricht aus meiner Sicht für ihn.
      Und es spricht aus meiner Sicht auch dafür, ihm weiter das Vertrauen zu geben.
      Denn am Ende wird er aus seinen Fehlern lernen und reifen.

      Alle Spieler haben ihre Schwächen, während des Spiels. Selbst Ishak. Oder Behrens. Aber gemeinsam haben sie es trotz ihrer Schwächen auf den 2. Platz geschafft.

      Im übrigen noch eins: wenn Köllner gestern statt Werner Salli eingewechselt hätte und der vom Schiedrichter in der Situation die gelbe Karte gesehen hätte, würde hier sicher wieder darüber gewütet, was Salli doch für ein Depp ist, sich da fallen zu lassen. Bei Werner ist es klarer, daß das eine Schiedsrichterfehlentscheidung war. Und bei Salli wären sicher auch ähnliche Ballverluste wie sie Werner hatte, kommentiert worden.
      Wieso eigentlich?

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      • Man nennt es Vorurteile 😉 – und wenn Du’s ansprichst: Kirschbaum stand zu jeder Zeit so unter Beobachtung, hätte er die Patzer von Bredlow (in den letzten SPielen) gemacht, wäre es ihm hier bzw. vor allem anderswo im Netz ganz schön an den Kragen gegangen. Nicht, dass das gut war, und nicht dass ich Bredlow aus dem Tor reden will – aber im Vergelich bekommt Bredlow deutlich weniger sein Fett weg.

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        • Man könnte ja fast glauben, es würde an einen 23-Jährigen aus der dritten Liga eine andere Anspruchshaltung gestellt werden als an den 30-Jährigen Topverdiener aus der ersten Liga.

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          • Wer nochmal ist der „30-Jährige Topverdiener aus der ersten Liga“?

            Egal, die Anspruchshaltung ist völlig uninteressant, maßgeblich ist die Leistung.
            Und da ist Fakt: Kirschbaum hat bis zu seiner Verletzung tadellose 12 Spiele gemacht.
            Bredow hingegen patzt mittlerweile konstant:
            – Gegentor gegen Duisburg: dicker Bock
            – 0:1 gegen Fürth: haltbar
            – 0:1 gegen Dresden: dicker Bock
            – 0:1 gegen Heidenheim: haltbar
            – Anschlusstreffer Heidenheim: dicker Bock
            Dazu kommen die vielen schlechten Abschläge und die weiteren Unsicherheiten.

            Es mag schon richtig sein, Bredlow in dieser Situation drin zu lassen und den Rücken zu stärken. Aber rein von den Leistungen her liegt Kirschbaum ganz klar vorne.

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            Antwort
            • Wenn man ein Argument schon mit „Und da ist Fakt“ anfängt, sollte zumindest stimmen, was danach kommt. Und da fallen mir zumindest zwei Spiele ein, wo uns Kirschbaum Punkte gekostet hat – Union und allen voran Ingolstadt.

              Drei der letzten fünf Spiele mit Kirschbaum im Tor hatten wir verloren, mit Bredlow hatten wir danach eine Serie von elf ungeschlagenen Partien. Insgesamt haben wir mit ihm erst zwei Mal verloren. Das einzige Spiel in dem er uns Punkte gekostet hat war gegen Dresden, seine anderen Patzer (Duisburg, zweites Tor von Heidenheim) hatten aufs Ergebnis keinen Einfluss.

              In der Strafraumbeherrschung hat er eindeutig seine Probleme, aber genau dort hat Kirschbaum doch in seinen drei Jahren hier auch nie überzeugt. Ich glaube daher nicht, dass ein Wechsel ihm oder uns etwas bringen würde.

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              Antwort
              • Volle Zustimmung xxandl.

                Nicht zu vergessen: Kirschbaums Vertrag läuft aus. Der ist hoch dotiert dank Bader. Ich weiß nicht, ob daran nicht letztlich eine Verlängerung scheitern wird. Und ich bin mir nicht sicher, ob Kirschbaum wegen der laufenden Verhandlungen nicht vielleicht sogar zu großen Druck hätte.

                Wenn jetzt Bredlow, der als junger Torwart einfach auch mal Fehler machen muß, um sich weiter zu entwickeln, wieder auf die Bank kommt, ist es auch sehr schwierig, für die kommende Saison auf Bredlow als Nummer 1 zu setzen. Denn wir werden nicht wissen, wie er mit dieser Degradierung klar kommt.

                Aber ich kann mir Kirschbaum als Nummer 1 in der 1. Liga eher nicht vorstellen. Er ist sicher ein guter Torwart, er ist ein sehr sympathischer Mensch, aber er strahlt einfach oft nicht die Sicherheit aus, die seine Vorderleute in der 1. Liga mit Sicherheit brauchen werden.

                Ich finde auch, daß es hier durchaus berechtigt ist, mit zweierlei Maß zu messen und bei Bredlow mehr Nachsicht zu zeigen als bei Kirschbaum. Kirschbaum wurde als erfahrener Torwart geholt. Ich fand die Art der Kritik an ihm auch nie gut.
                Der einzige Grund, den Wechsel jetzt zu vollziehen, wäre, wenn Kirschbaum im Training erkennbar größere Fortschritte bei der Strafraumbeherrschung gemacht hat.

                Hier würde ich eher mal das Training hinterfragen. Denn letztlich ist es doch schon bei Rakovsky so gewesen, daß man als er von Schalke kam, dachte, der kann das besser und dann hat er in der Hinsicht immer mehr nachgelassen.
                Letztlich denke ich aber auch, daß Rakovsky durch diese ständigen Rückstufungen immer weiter verunsichert wurde.

                Insofern:
                Bredlow hat uns wie xxandl aufgeführt hat, bislang maximal 2 Punkte gekostet aus dem Spiel gegen Dresden.
                Bredlow hat gezeigt, daß er innerhalb eines Spiels seine Unsicherheit wieder überwinden kann.
                Bredlow braucht jetzt Vertrauen und Unterstützung. Von allen. Von den Spielern hat er es ganz offensichtlich. Das konnte man auch im Stadion deutlich erkennen. Also sollte man ihm die Chance nicht nehmen, sich in den nächsten Wochen zu einer eindeutigen Nummer 1 zu entwickeln.

                Wenn es ihm nicht gelingt, wird es sowieso wichtig werden, daß sich Bornemann nochmal nach einer Alternative umsieht.
                Wenn er es schafft, haben wir einen tollen und vor allem jungen Torwart.

                Die Gefahr, daß Unsicherheiten durch den Torwart im Strafraum uns in den nächsten Spielen wichtige Punkte kosten könnte seh ich bei beiden. Aber da ist eben auch die erfahrene Abwehr (Ewerton, Margreitter, Valentini) gefragt, da die nötige Unterstützung zu bieten.

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                Antwort
                • Soll man Punkten wie Vertragssituation, Alter/Erfahrung etc. wirklich einen bedeutenden Anteil an der Entscheidung einräumen, wer im nächsten Spiel im Tor steht? Ebenso, ob die Fehler uns Punkte gekostet haben? Ist ja schließlich nicht der Verdienst des Torwarts, ob der Rest der Mannschaft die Sch**ße ausbügelt oder nicht.

                  Meiner Meinung nach sollten solche Aspekte keine Rolle spielen, es sollte wie bei anderen auch hier das Leistungsprinzip gelten, bzw. v.a. die Frage, mit welchem Torwart die Erfolgsaussichten größer sind.

                  Ich persönlich vermag diese Frage nicht zu beantworten.
                  Unbestritten dürfte ja wohl sein, dass Bredlow eine schwache Phase hat, mit mehreren Patzern in den letzten Spielen, schlechten Abschlägen/schwachen Spieleröffnung und auch sonst wenig Sicherheit ausstrahlt.
                  Ich muss aber auch sagen, dass ich sehr verwundert bin, dass Bredlow gerade bei der Strafraumbeherrschung und Aufbauspiel so schlecht abschneidet, sollte das doch eigentlich ein Punkt sein, den man mit ihm ändern wollte.
                  Ob es allerdings mit Kirschbaum besser wäre, kann wohl keiner seriös sagen.

                  Ich bin allerdings der festen Ansicht, dass man sich für die neue Saison einen neuen Torhüter mit Stammplatzpotenzial suchen sollte, der dann in Konkurrenz zu Bredlow steht.

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                • Also das mit den Punkten gekostet ist aber auch etwas schwierig es als Argument für Bredlow anzuführen. Was kann er dazu, wenn ihm da die Mannschaft den Arsch rettet. Das ist doch reines Glück und hat mit ihm nichts zu tun. Wenn man jetzt den Kicker als einigermaßen objektiv ansieht, ist Bredlow mit der schlechteste aller Torhüter. ich finde auch, das Ding gegen Fürth war haltbar. Da hätte er uns dann auch Punkte gekostet. Wo ist seine so überragende Leistung aus Liga 3 hin? Und einen wirklichen Unterschied zwischen den Ligen sehe ich jetzt nicht. Kirschbaum ist halt auch leider nicht besser. Aber es soll halt der spielen, der am stabilsten jetzt ist und der Abwehr am meisten Sicherheit gibt. Unabhängig von alter, Entwicklung und vertragslage.

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          • Das ist mir zu billig. Es geht hier ja nicht um nen unbedeutenden Freizeitkick, sondern darum den aufzustellen, der dann auch besser hält (und die weiteren Aufgaben am besten erfüllt). Fehler darf man sowohl bei 23-jährigen (so jung ist das übrigens auch nicht mehr) als auch bei einem 30-jährigen klar ansprechen. Und die dürfen auch beiden passieren. Und man darf sie auch verzeihen. Vielleicht zieht man auch andere Schlüsse aus den Fehlern eines 30-Jährigen. Aber Kirschbaum hatte auch immer gute Paraden mit dabei, die selten so gewürdigt und den Fehlern gegenübergestellt wurden, wie die von Bredlow.
            Als letzterer ins Tor kam, galt er übrigens auch immer als der bessere Fußballer. Der Unterschied scheint aber auch hier eher marginal zu sein, wie die letzten Spiele zeigen.

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            Antwort
  • Empfinde die Noten als gerecht, auch die 5 für Bredlow. Insgesamt viele Spieler mit Durchschnittsnoten. Eine gute Leistung als Mannschaft. Lediglich Bredlow (negativ ) und Ishak (positiv) ragen heraus.

    Warum ich dennoch weiter an Bredlow glaube? Weil er sehr gute Ansätze hat und über großartige Reflexe verfügt. Mit der Erfahrung wird die Stabilität kommen. War bei Köpke oder Rapha nicht anders, wird auch mit Bredlow klappen. Als Club-fremdes Beispiel sei hier die bemerkenswerte Entwicklung von Ulreich genannt.

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    • Trainer, Spieler … sind alles auch nur Menschen, zum Thema Ulreich als Beispiel, nicht jeder funktioniert in jedem Umfeld gleich gut. Schon aufgrund der Vertragssituation gehört Bredlow die Zukunft, zumindest beim derzeitigen Personalstand. Es ist aber beruhigend einen Kirschbaum jetzt im Schlußspurt als Backup einsatzbereit zu wissen

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    • Ich glaube auch an Bredlow, allerdings nicht aktuell. Ich fand ihn die ganz Saison immer solide, auch wenn er unverändert auf der Linie klebt und kaum einen Abstoß zum eigenen Mann bringt. Klar, da waren auch Fehler, die zu Toren geführt haben, aber das muss man ihm zugestehen. Diese Fehler haben sich jedoch in den letzten massiv Wochen gehäuft, so dass interpretiere, dass er mit dem Druck nicht zurechtkommt. Ich würde mir deshalb wünschen, dass man ihn schützt und Kirschbaum für die letzten 4 Spiele ins Tor stellt, um nach einer guten Vorbereitung wieder auf Bredlow zu setzen. Seine Benotung hier finde ich i.Ü. korrekt. Ich habe daneben Stefaniak sogar noch besser gesehen, Mühl jedoch einen Punkt schwächer, weil er im Aufbauspiel zu viele Fehler gemacht hat.

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  • So eine Analyse und Notenvergabe ist ja eine Momentaufnahme – und die sollte schlicht objektiv sein. Wenn eine Leistung an einem Tag nicht gut war, ist das schlicht dann eine 5 oder gar 6. „Gefühlte“ Bewertungen finde ich da noch bedenklicher.

    Aber so ist Fußball! Gerade beim Torwart. Mein Sohn (15) wundert sich so oft über die Schulterklopfer nach dem Spiel, weil er im entscheidenden 1 gegen 1 halt angeschossen wurde, das Spiel damit aber rettete, seine Leistung sonst für ihn selbst aber nicht gut war an dem Tag. Umgekehrt hagelt es Kritik, weil du ein Kack-Tor bekommen hast, sonst aber an dem Tag wirklich super im Spiel warst, souverän den Ball auch beim Pressing kontrolliert und diverse klasse Anspiele in die Spitze gebracht hast (die dann halt einer verdaddelte).

    Eine objektive Bewertung muss also Sympathien, Schutzmechanismen (eine 5 würde den xy ja frustrieren) und Einzelsituationen ausblenden bzw. einsortieren. Und Bredlow hat gestern eine 5 verdient, weil seine Leistung unter dem Strich eben an dem Tag mangelhaft war. Und das ist nicht nur die eine Szene beim 3:2 oder die Situation beim 0:1 – bei dem eigentlich man mit noch mehr Abstand kaum überhaupt noch von einem Fehler sprechen kann (Köllner hat gerade diese Szene ausdrücklich von Kritik ausgenommen). Was bei Bredlow zu dem Patzer beim 3:2 dazu kam war die offensichtliche Unsicherheit und Zögerlichkeit, die er über das Spiel ausstrahlte. Bälle, die direkt im Aus landeten, Konter, die er engagiert einleiten wollte und dann abbrach, einen Ball, den er mehr im Stil eines Volleyball-Spielers wegbaggerte und insgesamt eine unsouveräne Strafraumbeherrschung.

    Der Junge ist einfach aktuell nicht in Bestform, was bei dem Alter und zudem bei den jüngsten Negativerlebnissen auch ok ist. Er ist aber ein Top-Torwart, was man bei den beiden anderen Szenen auch gesehen hat, und hat sehr viel Potenzial und Perspektive. Dennoch hätte ich für eine Pause plädiert, einfach auch weil Kirschbaum auch ein guter Torwart ist und es schlicht gerecht gewesen wäre. Nach der Schlussparade ist jetzt aber erstmal davon Abstand zu nehmen.

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    • Absolut zutreffend , was Dein Sohn zu den geschilderten Situationen als Torwart empfindet! Ebenso decken sich Deine Eindrücke mit dem Torwartspiel Bredlows von gestern wie des Baggerballs. Selbst bei den Schüssen , die direkt völlig ungefährlich auf ihn kamen, glaubte ich diese Unsicherheit zu spüren. Bei der Flanke zum 3:2 kams mir vor, als wenn er unbedingt mal spektakulär eingreifen wollte wie weiland Toni Schumacher anno 1982 im Finale gegen Italien. So ein Gegentor aus 30-40m wurmt, selbst wenn es unhaltbar war! Beim Freistoß am Ende schickte ich ihm tatsächlich gute Wünsche aus dem Block… einerseits hoffend , dass der Freistoß ungefährlich verpufft, andererseits dass er doch noch “ seinen “ Augeblick bekommt und als Held das Spiel verlassen kann. Selbst bei der Superparade war seine Fussbewegung ziemlich unkonventionell und die Parade eigentlich eine glückliche. Trotzdem , ich halte ihn für einen richtig Guten….

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  • Bredlow zeigt regelmäßig seine hohe Veranlagung. Er ist ehrgeizig genug, um aus unnötigen Fehlern wie gestern beim Unterlaufen der Flanke zu lernen.
    Statt das kaum vorhandene Geld in unbekannte Fliegenfänger wie Blazek zu investieren, freue ich mich auf die Entwicklung unseres Tormanns

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    • Wie kann man in einem einzigen Kommentar die ganze Spannweite von Toleranz und mangelndem Respekt so auf den Punkt bringen? 😉

      Den 34jährigen Blazek als „unbekannten Fliegenfänger“ zu bezeichnen ist schlicht respektlos. Blazek kam mit herausragenden Empfehlungen, die Hoffnung, mit ihm einen würdigen Nachfolger gefunden zu haben, war mehr als berechtigt.

      „Blazek wurde mit Sparta Prag viermal und mit Slavia Prag einmal tschechischer Meister, zudem gewann er insgesamt dreimal den tschechischen Pokal. Als Ersatztorwart nahm er an der WM 2006 in Deutschland und an den Europameisterschaften 2000 sowie 2004 teil; die Nummer eins der Tschechen ist Petr Cech vom FC Chelsea.“ (Quelle: Focus)

      Dass es dann anders kam, war eine ganze Kette an Ursachen, bei denen sicher auch bei ihm welche waren – bspw. den Umstand, dass er damals (wenn ich mich recht erinnere) davon sehr belastet war, dass in der Familie gesundheitliche Probleme waren, dazu kam die dann doch schwierigere Akklimatisierung mit Sprachbarriere, große Fußstapfen (Schäfer wechselte damals nicht umsonst zum amtierenden Meister) und eine Mannschaft, die nach dem großen Coup insgesamt unter zu hoher Erwartung und Selbstüberschätzung litt. Als Blazek dann noch nach kürzester Zeit von den Fans zum Buhmann erklärt wurde, war die Spirale nicht mehr aufzuhalten. Blazek war nicht das Problem dieser Saison, höchstens ein genau so großer Teil wie alle anderen im Team, aber der Anteil, den die Fans mit ihrer Demontage an ihm geleistet haben, ist nun mal auch nicht zu unterschätzen.

      Blazek wechselte nach seiner Zeit beim Club wieder zu Sparta und anschließend im reifen Alter nach Jihlava, wo er nochmal zum Aufstiegshelden werden durfte. Wer ihn also als „unbekannten Fliegenfänger“ bezeichnet, entlarvt sich schlicht nur selbst als wenig fachkundig.

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      • Blazek war auch – das darf man nicht unterschlagen – absoluter Wunschspieler von Hans Meyer, der irgendwann im Nachklapp mal gesagt hat, er hätte ihn nicht geholt, wenn er von der familiären Belastung Blazeks damals rechtzeitig gewusst hätte.

        Da hatte mMn der Club damals in der Kommunikation auch verschlafen proaktiv den Fans klar zu machen, wie schwer die Situation für Blazek privat ist. Das kam alles erst nach dem Abstieg ans Tageslicht. Dazu war Blazek dann auch noch klassisches Opfer des Effekts des ersten Eindrucks durch seinen Fehler im allerersten Spiel gegen den KSC.

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        • Wobei ich dann sagen muss, dass ich die Entscheidung von Hans Meyer noch weniger verstehe.

          Vielleicht trügt mich die Erinnerung, aber mit Blazek verbinde ich weniger die reinen Torwartfehler (die vereinzelt auch da waren), sondern damit, dass er ein komplett anderer Spielertyp als Schäfer war. Während der gerne mal Libero spielte, habe ich den Tschechen als jemanden in Erinnerung, der so wenig wie möglich am Spiel teilnehmen wollte. Dadurch haben wir viele Tore aus vermeintlich ungefährlichen Situationen bekommen, die eher aus Problemen im Zusammenspiel zwischen Abwehr und Torwart entspringen.

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          • Da habe ich offensichtlich viel verdrängt – zu Blazek fällt mir vor allem seine überragende Leistung gegen St. Petersburg ein!

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            • Ich glaub‘, da meinst Du eher das 3:1 damals in Larisa. Da hatte Blazek vom Kicker die 1,5 bekommen. Ansonsten in der Eurobbasaison immer so eher die 3,5 und einmal die 5.

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            • In der Saison hat man neben Blazek noch weitere Spieler verbrannt.Auch Charisteas, deer heute als Burgsmüller 2.0 und Millionenflop gilt hat uns mit seinen Toren zum einen im UEFA Cup weitergeschossen, zum anderen ist er zum Ende der Hinrunde gut in Form gekommen und hat auch getroffen. Die Verpflichtung Kollers war im Nachgang der Anfang vom Ende, weil man nicht nur Harry damit demontierte, sondern die technisch gute Mannschaft zum hoch vorbolzen gebracht hat.

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      • „Big Points! Bredlow hält den Dreier fest“…
        war die gestrige und augenscheinlich richtige Überschrift
        er hat seinen Fehler großartig ausgewetzt…

        gefällt mir besser als ne 5+

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  • Klasse Analyse, Flo!
    Ich habe mir gestern nacht das ganze Spiel nochmal reingezogen und komme da zu folgenden Urteilen:
    – Bei Verhoeks Sonntagsschuss vom Samstag hätten viele, wenn nicht alle Torhüter alt ausgesehen.
    – Den Wastl fand ich tatsächlich gar nicht schlecht. Er zeigte viel läuferischen und kämpferischen Einsatz und gewann trotz seiner Körpergröße überraschend viele Kopfballduelle.
    – Bei Möhwald neige ich inzwischen dazu, ihn wirklich auf die Tribüne zu setzen. Ich sehe hier einen größeren Zusammenhang zwischen seiner eigenen Pomadigkeit in der gesamten Rückrunde mit den pomadigen Clubauftritten! Außer Galeriefußball kommt von ihm gar nix mehr. Er verliert die Bälle und zeigt durchweg nur noch Proforma-Leistungen und einen völligen Unwillen, Zweikämpfe anzunehmen oder zu führen.
    – Die unterirdische Schirileistung in der zweiten Hälfte zerstörte den Spielfluß komplett. Den nahm kein Spieler keiner Seite am Ende mehr Ernst. Nach der zweiten Fehleistung im dritten Spiel in der zweiten Liga gehört er für mich zurückgestuft.
    – Löwen hat mit Leibold überragend harmoniert.
    – Bei Stefaniak scheint der Knoten zu platzen, auch wenn er mehrmals von Margreitter wegen defensiver Fehler zusammengestaucht wurde.

    Hob Bielefeld!!

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    • Jetzt begreife ich es erst! Dass war gestern der gleiche Schiri, der neulich das „lustige“ Spiel zwischen Duisburg und Ingolstadt gepfiffen hat. Danke für den Hinweis.

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      • Genau der Schiri war das. Er beeinflusste die Spielnote „aufgrund diverser Fehlentscheidungen“. Das gab damals die Note 5,5 vom Kicker wegen krasser Fehlentscheidungen: Rücknahme eines korrekten Tores, falscher Elfmeterpfiff und „massiver Probleme in der Zweikampfbewertung“. Da kann man gespannt sein, zu welchen Schluß der Kicker in unserem Spiel über den Schiri kommt. Die erste Halbzeit ging noch, da handelte es sich um einen Einwurf hier und eine Ecke da, aber in der zweiten ging alles schief.

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  • Dieses Kiel stört mich in der Tabelle ungefähr so, wie mich in Kiel mal ein fettiger Aal gestört hat, den mir ein Freund aus schierer Gehässigkeit geschenkt hatte, der im Hotelzimmer fürchterlich gestunken hat (der Aal). Ansonsten top-Ergebnisse! Ich hab den Fettstängel dann am nächsten Tag entsorgt, möge es der Club mir gleich tun.

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    • Und mit einem Sieg im nächsten Spiel, kann uns der 3. Platz (eigentlich) nicht mehr genommen werden 🙂

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      • Stimmt, aber wer will schon den Glubb auf Platz drei, wenn er den direkten Aufstieg selbst klarmachen kann?

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  • Note für den Spieltag:13 Punkte (2+, numerisch 1,66):

    Alle spielen für unseren Glubb, sogar Bielefeld…

    Hätten Kiel und der Jahn noch verloren wären es 15 Punkte gewesen

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  • Statt Zrelak abzustrafen, sollte Köllner weiter zu ihm halten und lieber Salli eine Denkpause geben. Zrelak kann noch wichtig werden als Back-up für Ishak, was Werner nicht sein kann. Salli hat bisher meist enttäuscht. Schade, aber Tatsache.

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    • Ich denke, der Trainer wird dafür seine Gründe gehabt haben, Zrelak auf die Tribüne zu setzen. Wir Außenstehende wissen zum Beispiel nicht, wie sich Zrelak in den nichtöffentlichen Trainings geschlagen hat oder vielleicht hat er sich auch eine Undiszipliniertheit geleistet. Und wie gesagt, einfach nochmal das Spiel in der Wiederholung anschauen und vielleicht den Wastl etwas beobachten: Das wir imho bisher der beste Ishak“ersatz“ in allen Rückrundenspielen. In einigen Szenen hätte mit etwas mehr, vor allem läuferischer Unterstützung aus dem offensiven Mittelfeld (Möhwald!) etwas rausspringen können. Aber er wurde meistens völlig alleine gelassen da vorne.

      Ich habe mir heute zum Großteil das Spiel Audistadt gegen Fensterfeld angeschaut: Nyland, eigentlich ein guter Schlussmann, hatte heute auch viele seltsame Szenen und einen Voglsammer hätte ich gerne für den Club. Der ging als Rosenheimer leider völlig an unserer Nachwuchsabteilung vorbei.

      Ich muss jetzt ins Bad, mein Playoffbart kann gekürzt werden. Schade.

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      • Du sprichst immer von nem „Wastl“ und jedes Mal frag ich mich wen du damit meinen könntest 😀 Entweder ist das so offensichtlich und ich seh den Wald vor Bäumen nicht oder du hast irgendjmd umbenannt und ich habs nicht mitbekommen 😀

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      • und einen Voglsammer hätte ich gerne für den Club. Der ging als Rosenheimer leider völlig an unserer Nachwuchsabteilung vorbei.

        Also Rosenheim liegt ja doch eher in anderen Einflussspähren als von unserem NLZ, zudem man ja gar nicht weiß, ob die Clubverantwortlichen nicht mal versucht haben, ihn nach Franken zu holen…

        Vor allem kann man ihn wohl als klassischen Spätstarter bezeichnen, in der Jugend bei den Bayern und später beim KSC, den Durchbruch dann aber erst über den zweiten Bildungsweg bei Rosenheim und Haching in der dritten Liga, gute Leistungen in der zweiten Liga bringt er gerade mal seit zwei Jahren… Also ich wüsste nicht, warum unserer Nachwuchsabteilung da einen Vorwurf machen könnte.

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    • Ich würde bei Salli nicht von Denkpause sprechen, da seine Leistungen m.E. nicht auf Basis von mangelnder Einstellung, Einsatz und Willen zustande kommen. Er ist einfach nicht gut genug. Wenn ich jedoch einen rekonvaleszenten Stürmer, wie Ishak zum ersten mal wieder aufstellen, muss ich davon ausgehen, dass ich einen zentralen Ersatzstürmer im Laufe der 90n Minuten für ihn bringen muss. Insofern hat mich die Nichtberücksichtigung von Zrelak im Kader sehr überrascht.

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      • Es kann von uns ja keiner sagen, wie Köllners Gedankengänge für das Spiel genau waren.
        Vielleicht hat er ja genau darauf gehofft, dass man mit Ishak in Führung gehen würde und dann Spieler wie Werner und Salli besser geeignet wären, um die Heidenheimer im Aufbauspiel pausenlos anzulaufen und genau in diesem zu stören, und mit ihrer Schnelligkeit auch die besseren Konterspieler wären.
        Man muss halt leider auch festhalten, dass Zrelak bislang leider nicht beweisen konnte, dass er den 1:1-Ersatz für Ishak geben kann und somit seinen Kaderplatz als dessen Back-up quasi gebucht hat. Gerade am Samstag hat man ja deutlich gesehen, dass das Spiel mit Ishak einfach ein anderes ist als wenn Zrelak oder ein anderer diese Rolle übernimmt.

        Insgesamt ist halt einfach das (Luxus-)Problem, dass wir nach Ishaks Rückkehr wieder mehr Spieler für den Spieltagskader haben, als dieser Plätze hergibt, für offensive Alternativen bleiben halt nur 3 Plätze übrig.
        Und wenn es da dann nach Trainingsleistungen geht, muss es ja nicht heißen, dass Zrelak schlecht trainiert hat, sondern vielleicht einfach nur, dass die anderen noch ein Stückchen besser waren.

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  • Unglaublich, schon fünf Spieltage vor Schluß gibt es erste, endgültige Endscheidungen in der zweiten Bundesliga:
    Der Club ist vor dem direkten Abstieg endgültig gesichert, Kaiserslautern kann nicht mehr aufsteigen, KIel ist noch nicht vor dem Abstieg gefeit und Darmstadt könnte nur noch in die Aufstiegs-Relegation.

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  • Ich weiß man darf nicht rechnen, aber ich glaube irgendwie machen wir es alle….
    Wenn nicht alles ganz blöd läuft müssten zwei Siege reichen…

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  • Ich glaube dieses Jahr ist der Fußballgott ein Clubberer, wenigstens hat man diesen Spieltag seines dazu getan und mal wieder 3 Punkte geholt, aber es ist wahnsinn wie die Konkurrenz zuverlässig die Punkte liegen läßt, wenn man es mal mit der Saison vergleicht in der Freiburg und Leipzig vorne her marschiert sind, da hätten wir kein Land mehr gesehen nach so einer Torkrise, aber diesmal hält uns wirklich alles irdische und überirdische auf Aufstiegskurs. Alle! – Ob vor uns oder hinter uns haben wieder gepatzt. Düsseldorf vor uns, Kiel, Regensburg, Ingolstadt… hinter uns. Ich glaube wir haben keine andere Wahl mehr, wir müssen rauf 🙂

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      • Nächste BLÖD-Schlagzeile: „Der Club in der Torwartkrise“, denn irgendwas lässt sich immer behaupten oder herbeireden. Da sind die findig. Schnell noch einen Zusammenhang mit dem letzten „Artikel“ über „Es ist nicht so, dass Fabian Bredlow unsere Nummer 1 ist. Wer sich in dieser Woche im Training gut präsentiert, der spielt gegen Heidenheim.“ hergestellt und fertig ist der nächste Pressehammer!

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        • Ausnahmsweise sei hier der Altkanzler zitiert: „Die Hunde bellen, aber die Karawane zieht weiter“ 🙂

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