1. Testspielsieg als Bundesligist

Der Club gewinnt am Sonntag sein erstes Testspiel als Bundesligarückkehrer mit 5:2

Der 1. FC Nürnberg lässt seinen Ankündigungen Taten folgen und zeigt vor allem auch in der Region mit Testspielen Präsenz. Erster Gegner der Bayernligist und offizielle FCN-Partner FSV Erlangen-Bruck. Der FCN absolvierte die Aufgabe souverän und zeigt sich im Offensivspiel schon recht gefällig, in der Defensive dagegen noch etwas anfällig.

Testspielauftakt vor den fachkundigen Augen des Anhangs
Im lauschigen Ortsteil Bruck der Nachbarstadt Erlangen erwartete den Clubfan zunächst eine durchaus ambitionierte Ticketpreisgestaltung. Stolze 15 Euro für „freie Platzwahl“, sprich verzweifelte Suche nach Blick auf das Spielfeld, inkl. Parken auf dem Hartplatz (immerhin) schreckte 2.800 Zuschauer nicht ab. Die sahen einen druckvollen Club, der nach wenigen Minuten der Anlaufphase zeigte, welcher Klassenunterschied schon zu sehen sein sollte. Köllner probte dabei offensichtlich gleich mal die Dreierkette unter Wettkampfbedingungen, wenngleich der Bayernligist bei allem Bemühen schon früh zum Sparringspartner mutierte, der wenig Aufschlüsse über Belastungsfähigkeit der Defensive geben sollte.

Edgar Salli mit schönem und unhaltbarem Lupfer (was prompt aus den Fanecken mit „dann kann er ihn nicht richtig getroffen haben“, kommentiert wurde) und Ishak stellten schon nach knapp einer halben Stunde auf 0:2. Jungspund Piwernetz, den die meisten weder aussprechen noch zuordnen konnten, erhöhte auf 0:3. Piwernetz war kurz davor für Goden eingewechselt worden, wobei sich die Gründe der Auswechslung im Rund zwischen „leichte Verletzung“ und „Unzufriedenheit mit dem Positionsspiel seitens Köllner“ die Waage hielt. In der Nachspielzeit der ersten Halbzeit erzielte der gerade eingewechselte Sperber das 1:3 und nutzte die kurze Unordnung zum Anschlusstreffer.

Zur Pause wechselte der Club komplett durch, für Bredlow, Ewerton, Mühl, Löwen, Goden (Piwernetz), Jäger, Behrens, Tillman, Leibold, Salli und Ishak, spielten nun Mathenia, Petrak, Rhein, Magreitter, Bauer, Fuchs, Erras, Valentini, Palacios, Knöll und Zrelak. Was dies im taktischen jeweils bedeuten sollte, wurde nicht gänzlich klar, viel sprach für eine Dreierkette, wobei die doch zu deutliche Kräfteverteilung bspw. einen Valentini und Bauer mehr als Rechts- und Linksaußen sahen, denn als Verteidiger oder defensive Mittelfeldspieler vor einer Dreierkette.

Über die 90 Minuten sah der Zuschauer ein unterhaltsames Spiel mit durchaus wohl anzusehenden Ballfertigkeiten, insbesondere auch der Neuzugänge Bauer und Tillman. Beide deuteten an, dass sie spielerisch dem Team gut tun können, wenngleich Tillman in Sachen Robustheit noch zulegen darf. Auch der Neuzugang vom HSV, Törles Knöll, zeigte nicht nur ob seines Tores gute Ansätze, er scheint auch körperlich schon gut in der Spur zu sein. Palacios als 10er oder hängende Spitze hinter den Spitzen Knöll/Zrelak wirkte belebend, präsentierte sich aber erneut vor dem Tor als Chancentod – verwunderlich, weiß man ja, wie selbstverständlich er als Jugendspieler Bude um Bude machte, da fehlt vielleicht nur das Erfolgserlebnis.

Dass es am Ende noch zum 2:5 kam, nachdem Knöll und Zrelak erhöht hatten, war Ergebnis der trotz hoher Führung sehr offenen Spielweise, eines nicht geahndeten Foulspiels an der Seitenlinie und der schönen Einzelleistung von Ortner, was Mathenia trotzdem augenscheinlich sehr wurmte. Die Fans waren am Ende so auf beiden Seiten zufrieden.

26 Gedanken zu „1. Testspielsieg als Bundesligist

  • Genau so wars! 🙂
    Und, Alexander, hast dem Söder auf dem Empfang am Montag noch verklickert, daß wir Clubfans endlich ein Fußballstadion wollen?! 😀

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  • Traurig stimmt mich nur, wie mit einem unserer Spieler von viel zu vielen Fans umgegangen wird. Ansonsten guter Auftakt.

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    • Beate wieso? Wurde der arme Edgar wieder recht ausgepfiffen in Erlangen-Bruck?
      Falls ja, Pfiffe verunsichern, das ist ganz blöd. Ich habe ihn jedenfalls noch nicht aufgegeben. Vielleicht kommt es noch mal soweit und ganz Nürnberg küsst ihm den rechten Fuß. Wer weiß …
      Dass Marek den Bayerischen Verdienstorden bekommen soll oder bekommen hat, ist eine sehr schöne Geste, das hat mich sehr gefreut.
      So, heute, Frankreich gegen Belgien! Kann man das vergleichen mit Nürnberg gegen Fürth? Ich muss zu meiner Schande gestehen, ich halte zu Belgien, (und im Parallelspiel zu Kroatien). Diesen beiden Teams würde ich den Titel gönnen.

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      • Ich tippe auf Frankreich 🙂 .. Griezmann, Mbappe ich meine dem hat Belgien nur wenig entgegenzusetzen. Vielleicht bin ich voreingenommen Frankreich war schon vor der WM mein Favorit des Turniers.

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          • Herrlich! Hab noch den alten Fischer aus Kinsale im Ohr, vor der letzten EM: „I’ll support every team – except England”😜 Aktuell bin ich so unentschieden wie das Spiel.
            @Zabomors: Der Dude war gestern in dem fränkischen Gasthaus in HH, das Du empfohlen hattest, und SEHR begeistert. Das Schweinsbraten mit Kloß-Foto, das er geschickt hat… allmächd… Dazu Krug-Bräu. Pflicht-Termin beim nächsten HH-Besuch!

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            • Schweiß.
              Aber die örtliche Fußballerie weigert sich derzeit gegen den Ruhmreichen zu spielen. Vlt Pokal gegen Dassendorf?

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        • Belgien hat de Bruyne, Hazard, Lukaku, also von den Namen und der Offensivkraft dürfte Belgien mit Frankreich locker mithalten, die Frage ist wie gut ist die Defensive der Belgier heute Abend. So wie gegen Japan darf es nicht laufen.

          Ich bin für heute Abend für Belgien auch aus familärer Verbundenheit.

          Morgen dann für England, dann muss ich nicht wieder die ganze Nacht Autocorso anhören 😉

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            • Einen Spielertyp wie Ishak habe ich bei der WM gar nirgends gesehen, so mit dem Kopf durch die Wand. Ich sammle gerne den ein oder anderen Daumen nach unten, aber dazu stehe ich nach wie vor, fußballerisch hat mir Ishak noch nie gefallen. Wenn ich sehe was Lukaku mit dem Ball und Tempo kann. Ishak hat jetzt 3 Saisonhälften bei uns gespielt, 2 davon gar kein Pflichtspieltor 1 lief richtig gut, ich weiss immer noch nicht wie man ihn einordnen kann, arbeiten ja aber …

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          • „…Morgen dann für England, dann muss ich nicht wieder die ganze Nacht Autocorso anhören 😉…“
            Dafür fahren die dann auf der falschen Seite durch die Taunusanlage.

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          • England im Finale wäre politisch betrachtet eine reizvolle, delikate Sache, wo sich Russen und Engländer momentan völkisch so verbunden sind. Aber ist ja nur Fußball 😮

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        • Ich hoffe auch auf Frankreich und Griezmann/Mbappe. Im firmeninternen Tippspiel hab ich darauf getippt, dass Frankreich den Toptorjäger stellen wird. Wird nicht ganz einfach, v.a. da England Weltmeister werden soll…

          Aber bisher läufts ganz gut, hatte bei den Bonustipps 3 der 4 Halbfinalisten richtig (und nein, ich hatte nicht auf Deutschland als den vierten getippt).

          Aktuell auf Platz 5 von über 1.600… Mal gucken wie es weitergeht.

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          • …und ich habe sogar an Harry Kane gedacht und den Toptorjäger nach England verortet 😉

            Darf gerne seine Jungs zum Titel schießen, dann habe ich sogar noch eine Chance durch die Bonuspunkte… 😀

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        • Na wenn wir dann doch noch die richtige Liga für ihn gefunden haben und nun die von ihm quasi angekündigte Leistungsexplosion erwarten dürfen, dann kommen nach den ersten beiden Bundesligaspielen noch in der aktuellen Wechselperiode bestimmt Champions League-Angebote, so dass wir mit dem Geld dann den Kader endlich verstärken können…*Ironie off. Ich wünsche ihm und uns sehr, dass er seinen Ankündigungen auch Taten endlich sprechen lässt. Es gönnt ihm jeder.

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        • Wurde doch hier alles schon geschrieben, daß die Bundesliga mit mehr Räumen und Mannschaften die nicht hinten drin stehen für Salli mutmaßlich besser liegen, so gesehen keine recht neuen oder gar bereichernde Erkenntnisse von Herrn Biechele.
          Aber der Satz, daß der FCN dem auf Ballbesitz ausgerichteten Spilstils auch in der Bundesliga treu bleiben will halte ich für ein Gerücht.
          Zum einen empfinde ich diesen Begriff „Ballbesitzfußball“ als ein Schimpfwort nicht erst seit dieser WM. Erinnert einfach zu sehr an das deutsche Schlafmützenspiel mit dem hundertsten Querpaß, der dem Gegner Zeit gibt hinter den Ball zu kommen und sich in Ruhe zu sortieren. Das hat man auch auf Vereinsebene schon seit Jahren in CL Semi und Finals gesehen. Dieses pomadige herumschieben wie es auch der FC Bayern in den Semi Finals gemacht hat und verdient ausgeschieden ist, ich würde das eher ersetzen durch relevantes Passspiel vor allem vertikal und dann ist es völlig wurst ob wir 30% oder 50% Ballbesitz haben, nur wenn wir den Ball haben dann eben etwas draus machen. Wer es noch nicht bemerkt hat auch das spanische Tiki Taka ist taktisch Geschichte. Das ist quasi Ursprung und Vorläufer des Ballbesitzquatsches. Heutzutage längst von den erfolgreichen Mannschaften ersetzt durch Hochgeschwindigkeits Umschaltspiel.

          Nach meinem Empfinden kann unsere Taktik in der 1. Bundesliga nur sein, hinten gut stehen ein geordnetes Pressing auf Kommando und dann ein schnelles Umschaltspiel. Eine andere Lösung sehe ich für uns nicht. Wir werden keine Spiele dominieren.

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          • Das sehe ich ähnlich. Ich bin gespannt, wie unsere IV reagieren, wenn sie in der ersten Liga konsequent und aggressiv angelaufen werden. Dann wird der Ball zwangsläufig tief gespielt werden. Mal sehen, ob wir nicht noch einen Zielspieler á la Füllkrug verpflichten.

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            • Man hat das gestern an Frankreich im Halbfinale gut gesehen trotz einer unglaublichen Qualität im Mittelfeld haben sie das Spiel nicht gemacht sondern standen sehr tief und ließen die Belgier anrennen und vertrauten auf ihre schnellen Spitzen und Standards. Sie hat das nicht interessiert, daß man erwartet, daß sie das Spiel dominieren.

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  • Standards, Standards und nochmal Standards üben! Sogar deren Elfmeter wurden nach Ecken oder Freistössen verursacht. Damit kam England bis ins Halbfinale, mindestens.
    Eine andere Elf hat aus 28 Ecken kein Tor erzielt. Das sagt doch alles.

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    • …und Einwürfe und Torabschläge bitte gleich mitüben. Beides waren bisher sichere Ballgewinne für den Gegner.
      Wenn die auch noch klappen, werden wir glatt unabsteigbar!

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      • Ja, insgesamt wird das „Überspielen“ des gegnerischen Pressings durch den Torwart bzw. Chancen kreieren durch Standards ganz entscheidend werden, da wir im aktuellen Kader kaum Mittel finden werden, um das spielerisch zu lösen. Umso wichtiger, dass entweder Kerk zurückkommt bzw. noch ein Standardspezialist kommt.

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  • Ich will ja kein Wasser in den Wein kippen, aber etwas relativieren sollte man die Freude über den Sieg gegen Würzburg schon.
    Vor allem in der Anfangsphase waren die Hausherren die dominierende Mannschaft, die die Club-Abwehr mehrfach mit einfachsten Bällen düpierte. Allein die Abschlussschwäche der Kickers-Stürmer sorgte dafür, dass der Club nicht nach 20 Minuten 0:3 zurücklag.
    Erst nach dem Führungstreffer von Löwen, nach Klasse Vorarbeit von Knöll, spielte der Club konzentrierter und befreite sich immer besser mit spielerischen Mitteln vom frühen Würzburger Pressing. Neben dem Capitano war es immer wieder Löwen, der als Ballverteiler und Schaltstelle so etwas wie den Möhwald gab, während Petrak überaus umsichtig und ballsicher als alleiniger 6er agierte. Stark wie Salli seine beiden Treffer erzielte, vor allem beim ersten war allerdings das Zuspiel von Behrens genauso überragend. Ansonsten sah man bei Salli etliche schlampige Abspiele und einige technisch unsaubere Ballannahmen, die zweimal prompt zu gefährlichen Würzburg Kontern führten.
    Die für mich auffälligsten Spieler im personell nahezu komplett veränderten zweiten Abschnitt waren die Youngster Timothy Tillman und Simon Rhein, vor allem Tillman bringt eine phänomenale Ballsicherheit mit und hat alle Vorrausetzungen, eine echte Verstärkung zu werden. Ob es allerdings gleich jetzt schon für BuLi reicht, wird sich zeigen müssen. Auch weil der Gegner aus Würzburg insgesamt zwei Klassen schlechter war und in der Verfassung, wie er sich eine Woche vor dem Saisonbeginn präsentierte, wohl eher im hinteren Drittel der 3. Liga ein zu sortieren ist.
    Eine Bemerkung noch zum äußeren Rahmen: ich habe in den letzten ca 20 Jahren rund ein Dutzend Vorbereitungsspiele der jeweiligen Club-Mannschaften bei gastgebenden Vereinen unterschiedlicher Spielklassen im Unter- und Mittelfränkischen Raum besucht: unter anderem in Erlabrunn (im Lkr. Würzburg), Veitshöchheim, Kitzingen, und zuletzt in Bad Kissingen und Schweinfurt (mit Weiler als Trainer). Ein solches Sicherheitsaufgebot wie gestern habe ich allerdings noch nie erlebt: ein Polizeiaufgebot wie bei einem Hochrisikospiel, unverhältnismäßige Sicherheitskontrollen und gleichzeitig ein Service im Stadion, der auf die 4.000 Zuschauer nur mäßig vorbereitet war und entsprechende lange Warteschlangen produzierte. Sehr provinziell das Ganze – und dabei versteht man sich bei den Kickers als das Aushängeschild Würzburgs und will bei den Großen mitspielen. Selten war die Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit größer.

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