Analyse: Gegen zehn schwer getan, dann zugeschlagen

Analyse zum Spiel 1. FC Nürnberg – Hannover 96 2:0 (0:0) – Der Club gewinnt erstmals seit März 2014 ein Bundesligaspiel, obwohl er sich vor allem gegen dezimierte Gäste lange schwer tat.
1. Aufstellung und Formation
2. Taktische und statistische Auffälligkeiten
3. Fazit
4. Zahlen zum Spiel
5. Stimmen zum Spiel
6. Noten zum Spiel

1. Aufstellung und Formationen

Abb.1: Startformation (bis zur 64. Minute)

Der Club begann im Vergleich zum Spiel in Bremen mit einer Änderung in der Startelf: Ausgleichsschütze Misidjan ersetzte Pereira auf der rechten Außenbahn. Der Spieltagskader war identisch mit dem von Bremen. Damit änderte Köllner erstmals nichts am 18er Kader. Gleichzeitig liefen neun der elf Spieler (Bredlow, Margreitter, Mühl, Leibold, Petrak, Kubo, Fuchs, Behrens und Ishak) zum vierten Mal in Folge in der Startelf auf – Valentini kam zum dritten Startelfeinsatz in Folge. Es fehlten im Kader also erneut die Rekonvaleszenten Kerk, Lippert und Ewerton, die gesundheitlich nicht vollständig fitten Salli und Zrelak, sowie Goden, Tillman und Jäger (sowie logischerweise der dritte Torwart Patric Klandt).

Abb.2: Alternierende Formation gegen den Ball (v.a. in der ersten Halbzeit)

Die Startformation (Abb.1) war ein 4-4-2 mit Raute, bei dem Kubo hinter den Spitzen Misidjan und Ishak auf der „Zehn“ spielte, Fuchs und Behrens in den Halbpositionen agierten. Immer wieder tauschten aber Misidjan und Kubo die Positionen, der Japaner rutschte in die Spitze, der Niederländer auf die Zehn. Phasenweise rutschten aus dieser Ausgangslage dann Kubo oder Misidjan zwischen die beiden anderen Angreifer, während sich Behrens und Fuchs neben Petrak fallen ließen, so dass es – gerade gegen den Ball – immer wieder auch ein flaches 4-3-3 gab. (Abb. 2)
Die Hannoveraner hatten in ihrem flachen 4-4-2 in der ersten Halbzeit Probleme damit, dass der Club das Zentrum mit vielen Spielern besetzte und da immer wieder Überzahlsituationen hatte. So entstanden einige Gelegenheiten durch die Mitte (Petrak, Misidjan) oder aber nach Standards (Leibold, Misidjan, Margreitter). Der Platzverweis für Albornoz führte dann dazu, dass Breitenreiter umstellen musste. Zunächst tat er dies nur, indem mit Wood einen Stürmer auswechselte, Korb brachte und Sorg von der rechten auf die linke Abwehrseite zog, also effektiv in der Defensive nichts änderte. Für den Club bedeutete dies lediglich, dass er es nun nur noch mit einem Angreifer (Füllkrug) zu tun hatte.

Abb.3: Flaches 4-4-2 in Halbzeit 2

Nach der Pause reagierte Breitenreiter dann auf die Überlegenheit des FCN im Zentrum, brachte Bakalorz für Haraguchi und hatte mit ihm, Walace und Schwegler nun drei eher defensiv und zentral orientierte Mittelfeldspieler auf dem Platz, gleichzeitig sollte Bebou nun in vorderster Linie mit Füllkrug für Entlastung sorgen. Dieses Konzept ging auf, weil der Club nun im Zentrum keine Überzahlsituationen mehr schaffen konnte. Köllner reagierte nach etwas mehr als einer Stunde und brachte Löwen für Fuchs, wohl weil Löwen sich im Gegensatz zu Fuchs auch auf engem Raum offensiv durchsetzen kann.

Abb.4: 4-2-3-1 in Halbzeit 2

Die Formation alternierte nun zwischen 4-4-2 mit Raute, flachem 4-4-2 (Abb. 3) und 4-2-3-1, blieb in der Grundordnung aber meist so, dass das Zentrum verdichtet wurde und die Außenverteidiger für die offensive Breite sorgten ohne Unterstützung klassischer Außenstürmer oder Mittelfeldspieler. So änderte dann auch der Wechsel von Misidjan auf Knöll an der Formation nichts, da Knöll einfach den zweiten Stürmer neben Ishak gab. Allerdings rutschte dadurch Ishak bei den Verschiebungen ins 4-2-3-1 auf die linke Seite (Abb. 4), was eher ungewöhnlich wirkt, aber schon in Berlin so praktiziert wurde.

Abb.5: 4-3-2-1 in der Schlussphase

Der Wechsel auf Knöll war letztlich entscheidend, der Youngster legte das 1:0 auf, schoss das 2:0 selbst und rechtfertigte so seinen Einsatz und auch Köllners Entscheidung, das Spiel nicht mit einer Einwechslung von Pereira in die Breite zu ziehen. In der Schlussphase kam dann noch Erras für Ishak, was die Formation in Richtung eines 4-3-2-1 (Abb. 5) verschob, aber letztlich vor allem dafür sorgte, dass das Spiel nach dem 2:0 gelaufen war und auch die Defensive im Zentrum noch ein Stück weit festigte. Hannover hatte dem Doppelschlag des FCN nichts entgegenzusetzen. Ein später Wechsel von Schwegler auf Elez hatte auch keine Auswirkungen mehr.

2. Taktische und statistische Auffälligkeiten

Die größte Auffälligkeit ist schon in der Aufbereitung der Formation angesprochen worden. Der Club spielte mit großer Flexibilität in der Formation und verdichtete das Zentrum offensiv wie defensiv gewaltig. Die Offensivarbeit auf den Außen kam daher auch den Außenverteidigern zu, die insgesamt 13 der 23 Nürnberger Flanken schlugen (weitere sieben entfielen auf Misidjan und Fuchs). Das klappte solange Hannover mit einem flachen Vierermittelfeld agierte gut, sobald Breitenreiter nach der Pause das Mittelfeld verdichtete, tat sich der Club damit schwer und löste dies eigentlich erst durch einen Treffer nach einem Standard auf.

Auffällig auch, dass der Club erneut nur zwei Schüsse aufs eigene Tor zuließ, bei denen Fabian Bredlow eingreifen musste. Schon in Bremen hatte es nur zwei gegeben, gegen Mainz sogar nur einen einzigen (der allerdings im Tor war) und in Berlin auch nur drei. Mit insgesamt nur acht Schüssen aufs Tor liegt der Club gemeinsam mit Bayern München auf Rang Eins in dieser Wertung. Das liegt zum einen daran, dass der FCN schon wenig Schüsse in Richtung Tor zulässt (34 in vier Spielen, nur Bayern München liegt mit 25 vor dem Club), zum anderen aber auch, dass der Club anteilig viele Schüsse abblockt (22,8%) und den Gegner zu vielen schlechten oder aussichtslosen Abschlüssen zwingt. Verantwortlich dafür ist das gute defensive Positionsspiel und die starke Verdichtung des Zentrums in der Defensive. Es ist daher auch kein Wunder, dass der FCN nach den Bayern (2 Gegentore) die zweitbeste Abwehr der ersten vier Spieltage stellt.

Der Eindruck der Probleme in den ersten dreißig Minuten der zweiten Halbzeit gegen ein defensiv geschickt stehendes Hannover lassen sich auch statistisch belegen: Zwischen der 46. und 75. Minute schaffte der FCN trotz 54,4% Ballbesitz (im Vergleich zu 46,6% vor der Pause) nur zu drei Schüssen in Richtung des Tors von Esser, kein einziger ging auf das Tor, vor der Pause waren es acht Schüsse in Richtung Tor, von denen vier Esser zum Eingreifen zwangen. Die Anzahl der Pässe pro Minute fiel von 14 auf 10, um in der Schlussviertelstunde wieder auf 13 zu steigen, die Zahl der Flanken stieg (alle 3,3 Minuten eine Flanke, zuvor alle 5,6 Minuten), während die Frequenz der Positionsangriffe von alle 2,3 Minuten einer auf 4,2 Minuten fiel. Das Spiel wurde also weniger durchdacht und ungeduldiger. In der Schlussviertelstunde hielten sich dann Flanken und Positionsangriffe die Waage, allerdings war in dieser Phase das Spiel nur knapp vier Minuten offen.

Weitere Auffälligkeiten im Stenogramm:

  • Der FCN ist Achter in der Bundesliga. Höher platziert war er zuletzt nach dem 4. Spieltag der Saison 2012/13. Damals war der Club mit sieben Punkten auf Platz 6 und wurde am Ende Zehnter.
  • Es war das erste Eigentor zu Gunsten des FCN in der Bundesliga seit Dezember 2010. Gegner damals wie heute: Hannover 96. Auch in der Saison 2010/11 war es das 0:1, Cherundolo war damals der Unglücksrabe. Das Spiel endete 3:1 für den Club.
  • Georg Margreitter war mit 93 Ballkontakten der Spieler mit den meisten Ballkontakten im Spiel. Nach vier Spielen ist der Österreicher der Spieler mit den drittmeisten Ballkontakten (365) in der Liga. Nur Bayerns Thiago (465) und Kimmich (421) waren häufiger am Ball.
  • Virgil Misidjan spielte zehn Pässe, alle kamen an. Schon in Bremen kamen alle vier Pässe des Niederländers an. Damit ist er der einzige Spieler der Liga mit 100% Passquote nach vier Spielen.
  • Der Club ist eines der passichersten Teams der Liga. Nach vier Spieltagen liegt der FCN bei fast 85% angekommener Pässe. Nur Bremen (85,1%) und Bayern München (89,6%) liegen vor dem FCN. Letzter: Mitaufsteiger Düsseldorf mit 74,6%.
  • Neun Ecken bekam der FCN am vierten Spieltag. So viel wie keine andere Mannschaft an diesem Spieltag. Insgesamt sind es nach vier Spielen 25 Ecken. Nur Gladbach (26) und Bayern München (36) erarbeiteten sich mehr.

3. Fazit

Statt in der zweiten Halbzeit aufzudrehen wie in den drei vorigen Spielen spielte der Club bis zur Pause besser als danach. Er verpasste es vor der Pause seinen Treffer zu erzielen und tat sich dann über weite Strecken nach dem Seitenwechsel gegen geschickt verteidigende Hannoveraner schwer. Die Hereinnahme von Knöll entschied dann das Spiel zugunsten des FCN, nicht taktisch, sondern einfach weil der Youngster zweimal zur richtigen Zeit am richtigen Ort war. Trotz der schwächeren zweiten Halbzeit war es aber kein unverdienter Sieg gegen biedere – wenn auch früh dezimierte – Hannoveraner.

4. Zahlen zum Spiel*

Nürnberg Hannover
2 Tore 0
15 (6) Schüsse (aufs Tor) 7 (2)
52,4 Zweikämpfe (in %) 47,6
50,10 Ballbesitz (in %) 49,9
16 Fouls 9
9 Ecken 3
117,65 Laufstrecke (in km) 110,70
Pass-Statistiken
476 (86,13%) Pässe (erfolgreich) 384 (83,33%)
11,76% (55,81%) Anteil lange Pässe (erfolgreich) 12,24% (60%)
29,41% (76,43%) Anteil Vorwärtspässe (erfolgreich) 31,78% (76,23%)
45,79% (89,91%) Anteil Seitwärtspässe (erfolgreich) 35,15% (86,67%)
14,08% (91,04%) Anteil Rückwärtspässe (erfolgreich) 13,80% (92,45%)
Nerd-Statistiken
1,87/1,4/1,65 Expected Goals 0,68/0,5/0,56
2,33 Expected Points 0,45
10,20 PPDA 17,56

*Alle Daten in den ersten beiden Kategorien (außer der Zweikampfquote von Onefootball und der Laufstrecke vom Kicker) von Wyscout. Benutzung unter der Journalistenlizenz des Anbieters. Die Pass-Statistiken ergeben insgesamt weniger als 100%, da ein kleiner Anteil an Pässen nicht kategorisiert wird. Die „expected goals“, also die Angabe der Tore, die statistisch auf Grund der abgegebenen Schüssen zu erwarten gewesen wären, erfolgt in der Reihenfolge „Wyscout/Fivethirtyeight/Understat, die expected Points, also die aus dem Spiel statistisch zu erwartenden Punkte, stammen von Understat, die PPDA, also die zugelassenen Pässe pro Defensivaktion – eine Metrik, die anzeigt, wie hoch der Pressingdruck einer Mannschaft ist, je niedriger der Wert, desto weniger Zeit hat der Gegner am Ball – stammt von Wyscout.

5. Stimmen zum Spiel

Michael Köllner: „Das war heute von Beginn an ein beherzter Auftritt unserer Mannschaft. Hannover hat ein starkes Umschaltsspiel, da muss man immer wachsam sein. Mit unserer ersten Halbzeit bin ich sehr zufrieden. Wir haben den Gegner kontrolliert, waren sehr agil und beweglich und haben vor immer wieder gut den Rhythmus gewechselt. Leider ging es mit einem 0:0 in die Halbzeit. Hannover hat sich danach gut auf die Unterzahl eingewechselt. Wir haben ein bisschen gebraucht und hatten in ein, zwei Situationen auch das nötige Fortune. Am Ende war es aber trotzdem ein verdienter Sieg für uns, der uns zuversichtlich nach vorne blicken lässt.“

Andre Breitenreiter: „Wir sind heute überhaupt nicht reingekommen. Uns fehlte bis zum Platzverweise die Aggressivität, wir waren in Defensivverhalten pomadig und haben viel zugelassen. Mit den ersten 30 Minuten waren wir nicht einverstanden. Die Rote Karte war aus unserer Sicht keine und sicherlich spielentscheidend. Wir haben uns dann in die Halbzeit gerettet und haben dann umgestellt. Das ist sehr gut aufgegangen. Wir waren dann die bessere Mannschaft und hatten die klareren Chancen. In Unterzahl braucht man dann auch das nötige Glück, das uns leider gefehlt hat. Das 0:1 fällt dann aus dem Nichts. Und mit dem 0:2 war es entschieden.“

Törles Knöll: „Ich habe mich sehr gefreut, dass mir der Trainer beim Stand von 0:0 in so einem wichtigen Spiel das Vertrauen geschenkt hat. Ich wollte der Mannschaft unbedingt helfen. Mit dem Tor ist mir zum Glück gelungen. Für mich geht mit meinem ersten Bundesliga-Treffer ein Traum in Erfüllung. Ich kann es immer noch nicht glauben. Das war ein perfekter Tag für mich. Für uns war es sehr wichtig, dass wir nach den guten Leistungen der letzten Wochen heute auch mal mit drei Punkten belohnt haben.“

Tim Leibold: „Es ist ein hochverdienter Dreier für uns. Wir waren schon vor der Roten Karte gut im Spiel, hatten Chancen und haben den Ball gut laufen lassen. Der Platzverweis hat uns dann natürlich in die Karten gespielt. Wir haben in der Halbzeit gesagt, dass wir konzentriert weiterspielen müssen, dann wird das Tor fallen. Und so ist es dann auch gekommen. Wir sind sehr glücklich über unseren ersten Sieg.“

Horst Heldt: „Die ersten 25 Minuten waren wir nicht im Spiel. Das müssen wir schnell analysieren. Wir haben sehr viele Eckbälle produziert, waren nicht aggressiv am Mann und haben zu pomadig nach vorne gespielt. Das müssen wir schnell wieder verändern und wieder mit der Zielstrebigkeit und der Intensität spielen, wie wir sie auch schon gezeigt haben. In der zweiten Halbzeit haben wir es besser gemacht, haben auch unsere Möglichkeiten gehabt, aber wenn man 65 Minuten in Unterzahl spielt, kann immer was passieren – und so ist es dann auch gekommen. Die Rote Karte war aber ein Witz. Wieder mal hat das System nicht funktioniert. Der Videoassistent in Köln hat sich mal wieder eingemischt, obwohl es sicherlich keine ‚klare Fehlentscheidung‘ gewesen ist. Es bleibt ein Rätsel, warum das noch wie vor nicht funktioniert.“

Waldemar Anton: „Das war kein gutes Spiel. Wir haben in der ersten Halbzeit nicht in die Partie gefunden. Wir haben viele einfache Fehler gemacht, dann kam die Rote Karte dazu – da wird man natürlich unruhig. Wir haben dann leider die Führung verpasst, obwohl wir gute Chancen vor den Gegentoren hatten und am Ende verlieren wir dann 0:2. Ich versuche beim Gegentreffer der Nürnberger zu klären, werde angeschossen und versuche dann, den Ball noch von der Linie zu kratzen – ich war aber zu spät. Es gab viele kleinliche Schiedsrichterentscheidungen für beide Seiten, aber letztlich ist nicht die Leistung des Unparteiischen entscheidend, sondern unsere. Wir müssen einfach da weitermachen, wo wir vor dem Spiel aufgehört haben. Wir haben zuletzt sehr gute Spiele gegen die drei anderen Gegner gemacht. Jetzt gilt es, die Fehler zu analysieren, nicht den Kopf hängen zu lassen und sich auf das nächste Spiel zu konzentrieren“

6. Noten zum Spiel

 

Spieler CU-Note Kicker NZ BILD WhoScored
Fabian Bredlow 3 3 3 3 7,0/10
CU-Urteil: Hatte zwei Bälle zu halten, einen (Schwegler, 2.) hatte er im Nachfassen, den anderen (Füllkrug, 53.) sicher.
Enrico Valentini 3 2,5 2 2 7,3/10
CU-Urteil: Defensiv ohne Fehl und Tadel, offensiv bisweilen mit den falschen Passwegen, aber sehr engagiert.
Georg Margreitter 2 2,5 2 2 8,0/10
CU-Urteil: Erneut sehr stabil in der Abwehr, dass Bredlow nur zwei Schüsse zu halten bekam, war auch sein Verdienst. Auch im Aufbauspiel mit Ideen und guten Flankenwechseln.
Lukas Mühl 2- 3,5 3 3 7,0/10
CU-Urteil: Leicht schwächer als sein Nebenmann, ließ einmal Füllkrug unbedrängt köpfen (9.), machte seine Sache aber dennoch sehr solide und blieb fast fehlerfrei.
Tim Leibold 3 2 3 2 6,7/10
CU-Urteil: Mit Problemen im Zweikampf, gerade in der Offensive. Immer wieder mit schwachen Entscheidungen in Strafraumnähe. Allerdings sehr aktiv und umtriebig.
Ondrej Petrak 2- 3 2 3 7,1/10
CU-Urteil: Zweikampfquote: 75%. Passquote: 91%. Stabilisierte das Zentrum mit den Innenverteidigern, gewann immer wieder wichtige Bälle. Nur die Entscheidung, wann er schießen muss und wann nicht, ist ausbaufähig.
Virgil Misidjan 3- 3,5 3 2 6,1/10
CU-Urteil: Ohne Fehlpass! Hatte zwei gute Gelegenheiten, die er vergab, danach schwanden Mut und Selbstvertrauen.
Hanno Behrens 3 3 2 3 7,6/10
CU-Urteil: Lief und ackerte wieder enorm viel. Sein Kopfball an den Pfosten leitete das 1:0 ein. Tat sich in den Zweikämpfen schwer.
Alexander Fuchs 4 4 4 4 6,2/10
CU-Urteil: Schwache Zweikampfquote (33%) und auch insgesamt mit Problemen, das Spiel zu kontrollieren. Ist talentiert, kommt aber derzeit über Ansätze nicht hinaus.
Yuya Kubo 3- 4 4 3 6,7/10
CU-Urteil: Der geniale Moment vor dem 2:0, als er Ishak schön freispielte, rettet die Note von „ausreichend“ auf „befriedigend“. Lief viel, war mit 11,83 Kilometern laufstärkster Nürnberger, war ballsicher im Passspiel, aber kam mit seinen Ideen weniger zum Zug als in anderen Spielen.
Mikael Ishak +3 3 3 3 6,9/10
CU-Urteil: Schöne Vorlage zum 2:0. Stellt sich immer wieder in den Dienst der Mannschaft, geht viele Wege – manchmal sogar zu viele.
Eduard Löwen +3 3 6,5/10
CU-Urteil: Kam für in der 65. Minute Fuchs, machte das Spiel – wie in Bremen – deutlich stabiler als dieser, da er kaum Fehlpässe spielte.
Törles Knöll 1 1 1 7,1/10
CU-Urteil: Einstand nach Maß. Kam in der 73. Minute für Misidjan. Bereitete zwei Minuten später das Eigentor von Anton vor, weitere zwei Minuten danach machte er selbst das 2:0. Erhält dafür – und für 100% Zweikampfquote – die Note „sehr gut“, obwohl er eigentlich zu kurz auf dem Platz stand.
Patrick Erras 6,2/10
CU-Urteil: Kam in der 86. Minute für Ishak zur Absicherung des Ergebnisses. Verteilte in gewohnt sicherer Manier die Bälle auch in der kurzen Zeit auf dem Platz.

21 Gedanken zu „Analyse: Gegen zehn schwer getan, dann zugeschlagen

  • Diesmal voll einverstanden mit deiner Benotung. Bis vielleicht auf Misidjan. Ein Minus bei der 3 find ich unnötig.
    Ich denke, daß der einfach auch ein wenig eingeschränkt war durch seine frühe gelbe Karte.
    Was mich dabei mal interessieren würde, sind seine Vergleichswerte zu Salli und Palacios. In bezug auf Zweikampfverhalten und Defensivverhalten. Hast du dazu Zahlen?

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  • Diese Aufbereitung ist wirklich etwas, womit du Maßstäbe setzt, Florian!
    Hut ab!!

    Zur Statistik:
    Isoliert betrachtet würde die Laufleistung in die Irre führen. Im Durchschnitt mussten die 96er mehr laufen.

    Jetzt freue ich mich auf Mittwoch, das kann ein spannendes Spiel werden.

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  • Der Kicker hat mal wieder eine eigene Wahrnehmung und stellt Leibold als Spieler des Spiels sogar in die Elf des Tages.

    Hmm ja, war schon auffällig, aber nicht herausragend. Würde ich jetzt auch nicht besser beurteilen als Valentini. Aber was verstehe ich schon davon 😉

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  • Der Club kann mithalten…soviel kann man sagen nach vier Spielen….und das freut mich sehr!
    ps. ganz gutes feature:

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  • Irgendwie hatte man im Stadion das gute Gefühl, dass unser „Club“ als Mannschaft absolut funktioniert.
    Auf dem Heimweg war die einhellige Meinung von den Fans mit welchen ich gesprochen habe, dass wenn keinegrößeren Verletzungsphasen uns plagen, wir durchaus das Potential haben nicht abzusteigen.

    Immer mit dem Wissen (zwei Euro ins Phrasenschwein), dass die Saison noch lange ist und viel passieren kann.
    Ich hoffe natürlich sehr, dass sich die m.E. gute Leistung unseres Teams, sich auch positiv auf die Zuschauerzahl auswirkt. Gegen Düsseldorf wäre es für mich schon enttäuschend wenn wir wieder unter 40.000 bleiben.

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  • Auch nach unserem Sieg vom Wochenende sind aktuell erst um die 30.000 Karten für das Spiel gegen Düsseldorf verkauft.
    Wahnsinn, das sind die wichtigen Spiele.
    Leute, mit Sky finanziert ihr in erster Linie die Bayern und nicht den Club.
    Aber mittlerweile sage ich mir das es vielleicht nicht so schlimm ist, denn wir hatten bei den ersten beiden Heimspielen eine super Stimmung im Stadion, ohne dieses Gemotze von Eventfans

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    • Extrem traurig diese Zahlen. Ich verstehe es nicht, man ist relativ souverän mit einem jungen, charakterlich einwandfreien Kader aufgestiegen. Man hat diesen zusammengehalten und punktuell verstärkt. Man zeigt viel Präsenz in der Region, verfolgt eine attraktive Spielphilosophie, hat kompetente Trainer und Manager.
      Trotzdem zieht mittlerweile das viel geschmähte „Plastikkonstrukt“ in Leipzig mehr Leute ins Stadion. Was heißt das nun? Und kommt mir nicht mit: „es wurde zuviel Kredit verspielt“

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      • Leipzig hatte in den beiden Heimspielen gegen Düsseldorf und Hannover addiert weniger Zuschauer als der FCN in seinen beiden Partien gegen Mainz und Hannover und in den vier Europa League Spielen addiert knapp 76500 Zuschauer, die sind eher ein Beispiel dafür, dass Fußball insgesamt die Leute eben nicht mehr so abholt wie vor fünf oder zehn Jahren. Am Wochenende waren genau zwei Stadien ausverkauft: Schalke (gegen Bayern) und Hoffenheim (gegen Dortmund), in allen anderen Stadien waren die Tageskassen geöffnet. Der Trend ist einfach rückläufig, da hat auch der FCN kein Mittel gegen.

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        • Ich denke Leipzig zieht auch deswegen viele Zuschauer weil es der einzige Ostklub in der Bundesliga ist, die werden so gesehen ein großes Einzugsgebiet haben.

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        • Naja, gegen Dortmund, Schalke und Gladbach kommen die Zuschauer doch auch..
          Bayern erwähne ich hier absichtlich nicht. Da bekommt jeder sein Stadion voll, bis auf die Hertha zumindest
          Darum geht es doch..Gegen Mainz, Hannover, Düsseldorf,Augsburg und Freiburg müssen echte Cluberer kommen. Das sind die für uns wichtigen Spiele
          Als der Club in der letzten Saison in Kiel gewonnen hatte, waren gegen Braunschweig knapp 46.000 Menschen an einem Montag im Stadion. Vor dem Spiel in Kiel waren aber auch erst um die 25.-max 30.000 Karten verkauft. Da kommen sie dann alle um den vielleicht möglichen Aufstieg zu erleben..
          Das nervt mich tierisch ab
          Und ich glaube auch dass viele lieber am Samstag in Joggingshose am Sofa gammeln und Sky gucken als den Club live zu unterstützen

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          • Ich geh davon aus, daß sich das im Laufe der Saison verbessert, wenn es so gut weitergeht. Und wenn es schwieriger werden sollte, ist es vermutlich gut, wenn dieser Stamm ins Stadion geht und nicht diese Eventfans, die nach dem ersten Fehlpass anfangen, eigene Spieler auszupfeifen.

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          • Ich hatte zum Ende der letzten Saison ja einen ganz ähnlichen Reflex, eben wie Du zu sagen: „Jetzt kommen sie wieder“ – aber letztendlich hab ich das revidiert. Ich kann schon verstehen, dass viele, die sich irgendwie als Club-Fan sehen, sich aber nicht im Detail und so „krankhaft“ ( 😉 ) wie wir teilweise hier mit ihm auseinandersetzen, gerade zu solchen Spielen kommen. Alle zwei Wochen ins Stadion zu gehen, ist halt nicht deren Welt. Das macht man eben 1-2 mal im Jahr, weil es zeitlich schwierig ist (Arbeit, Amateursport,…) oder auch ein Kostenfaktor oder man eben andere Prioritäten setzt.
            Ich habe viele Freunde, die es so machen und mag das eigentlich sehr, dass sie einfach langjährig Sympathien haben und mitleiden. Ich will ihnen dafür keinen Vorwurf machen, freue mich lieber, wenn sie mit ins Stadion kommen. Und wenn nicht alle Spiele direkt nach VVK-Start ausverkauft sind, haben sie sogar spontan die Chance reinzukommen.

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            Antwort
  • In den letzten beiden Zweitligasaisons erspielte der Club 49 Punkte vor heimischer Kulisse, 53 Punkte wurden auswärts eingefahren. Generell fällt im deutschen Profifußball auf, dass sich das Heimrecht immer weniger in Punkte ummünzen läßt.

    Es ist für den treuen Stadiongänger wahrscheinlich schwer zu akzeptieren, dass seine Anfeuerung rein gar nichts für das Spielergebnis bewirkt. Objektiv betrachtet ist dies absolut der Fall. Selbst die Zuschauereinnahmen durch Ticketverkäufe verlieren Jahr für Jahr an Bedeutung im Gesamtetat eines Bundesligisten.

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