Analyse: Eine gute Phase reicht nicht, eine schlechte schon #FCNTSG #FCN

Analyse zu 1. FC Nürnberg – TSG Hoffenheim 1:3 (1:0) – Der Club verliert zum ersten Mal zu Hause, da er nur ein Spieldrittel für sich entscheiden kann.
1. Aufstellung und Formation
2. Taktische und statistische Auffälligkeiten
3. Fazit
4. Zahlen zum Spiel
5. Stimmen zum Spiel
6. Noten zum Spiel

1. Aufstellung und Formationen

Abb.1: Ungefähre Startformation

Im Vergleich zur 0:6-Klatsche in Leipzig veränderte Trainer Köllner das Team auf mehreren Positionen. Für Kubo rückte Palacios in die Startelf, den gesperrten Leibold ersetzte Bauer, im Tor feierte Mathenia sein Pflichtspieldebüt für den FCN. Im Kader gab es darüber hinaus weitere Verschiebungen. Erras fehlte verletzt, auf Pereira verzichtete der Coach freiwillig. Die – mit Leibold – freien Kaderplätze nahmen drei Debütanten für die Saison ein: Ewerton stand erstmals seit seiner Verletzung in der Vorbereitung im Aufgebot, Sebastian Kerk erstmals seit seinem Achillessehnenriss im vergangenen August, U21-Spieler Simon Rhein erstmals überhaupt.

Als Startformation (Abb.1) wählte Köllner das altbekannte 4-3-3, bei dem Misidjan und Palacios die Außen in der Offensivreihe gab und Ishak die Sturmspitze. Dahinter spielte Petrak zentral, Löwen und Behrens flankierten den Tschechen im Mittelfeld. Die Abwehrreihe vor Mathenia bildeten von rechts Valentini, Margreitter, Mühl und Bauer.
Ishak interpretierte seine Rolle so, dass er etwas vor den beiden Außen agierte, das 4-3-3 mit Ball zu so etwas wie einem 4-3-2-1 wurde.

Gegen den Ball war es dagegen meist ein klar erkennbares 4-3-3. Hoffenheims 3-4-3 tat sich in der Anfangsphase schwer, da der Club es immer wieder durch geschicktes Anlaufen zu Fehlern zwang, gerade Kazim Adams schien von Köllner als Schwachpunkt ausgemacht worden zu sein. Der Ghanaer gewann dann prompt in den ersten dreißig Minuten nur einen Defensivzweikampf und verschuldete den Strafstoß, der den FCN in Führung brachte.

Noch vor der Pause musste Köllner dann personell umstellen, Mikael Ishak hatte sich bereits nach seiner Chance in der ersten Minute ans Knie gefasst, dann aber noch vierzig Minuten durchgehalten, ehe er mit Innenbandproblemen ausgewechselt wurde. Knöll kam für den Schweden. Ein positionsgetreuer Wechsel. So etwa um die 30. Minute herum begann Hoffenheim besser ins Spiel zu kommen, das Pressing des FCN ins Leere laufen zu lassen. Sie drängten den Club in die eigene Hälfte und zwangen den hervorragend aufgelegten Mathenia zu mehreren Glanzparaden.

Mathenia war es daher vor allem zu verdanken, dass der Club die erste Halbzeit schadlos überstand, obwohl sie 52 Minuten dauerte. In den letzten 15, bzw. 8+7, Minuten der Halbzeit entwickelte sich nämlich eine Abwehrschlacht. Hoffenheim lief an, doch brachte den Ball nicht ins Tor. Es mutete wie die Schlussphase eines Spiels und nicht einer Halbzeit an. Womöglich ließ der Club (und auch das Publikum) in dieser Phase physisch und psychisch so viele Körner, dass der Wiederanpfiff dann etwas antiklimaktisch war.

Abb.2: Formation nach der 66. Minute

In der Pause hatte Nagelsmann umgestellt. Szalai für Grillitsch gebracht und auf eine Art 3-5-2 umgestellt. Dadurch, dass Szalai und Joelinton nun zu zweit in der Mitte standen, attackierte Hoffenheim das Zentrum aktiver und aggressiver, was Mühl, Margreitter und Petrak vor mehr Probleme als in der ersten Halbzeit stellte. Gleichzeitig war der Club nun weiter von den Gegenspielern weg, bekam keinen Zugriff und die Außenverteidiger wurden immer wieder überspielt und/oder überlaufen.

Zwei schnelle Gegentore durch Nelson waren die fast logische Konsequenz.
Köllner reagierte personell, brachte Kerk für Palacios (Abb. 2), es rückte dadurch meist Misidjan in die vorderste Linie und Knöll und Kerk flankierten den Holländer in der ersten Linie. Noch ehe die Änderungen spürbar waren, hatte Hoffenheim aber zum 3:1 erhöht und das Spiel damit für sich entschieden. In der Folge ließen die Gäste den Ball laufen, setzten auf eigenen Ballbesitz und darauf, dass der Willen des FCN gebrochen war. Er war es.

Erst in den letzten sechs Minuten, in denen dann Kubo für Misidjan auf dem Feld stand und die Anlaufreihe in vorderster Front Kerk-Knöll-Kubo hieß, entwickelte der Club noch einen Hauch von Druck, kam über Knöll und Löwen sogar noch zu Chancen, was aber eher daran gelegen haben dürfte, dass Hoffenheim am Ende deutlich den Fuß vom Gas nahm.

2. Taktische und statistische Auffälligkeiten

Auffällig war, wie der Formation zu entnehmen ist, dass der FCN über die kompletten 99 Minuten, die das Spiel dauerte, in einer Grundformation agierte. Auch wenn sich das Personal änderte, die Grundformation war immer das 4-3-3/4-3-2-1. Julian Nagelsmann änderte dagegen nach der Pause die Formation, verlegte gleichzeitig das Spiel noch mehr auf die Außen und spielte „einfachen Fußball“ (Bicakcic). Auf Nagelsmanns Umstellung reagierte Köllner nicht. Er blieb bei der Marschroute und Ausrichtung, die er ausgegeben hatte.

Michael Köllner verwies nach dem Spiel auch darauf, dass Valentini, Misidjan und Löwen in der Abwehrschlacht vor der Pause Gelbe Karten kassiert hatten und deshalb nicht mehr in gleicher Weise in die Zweikämpfe gehen konnten. Richtig ist, dass keiner der drei nach seiner Verwarnung noch einmal Foul spielte, was durchaus als Unterstützung für Köllners These gelten kann. Auch die gesamte Mannschaft spielte nur noch zweimal Foul nach der Pause. Auf die gewonnenen Defensivduelle hatte es allerdings – auch auf die Spielzeit gerechnet – keine merklichen Auswirkungen.

Hoffenheim kam auf 830 Ballbesitzphasen. Das ist für den achten Spieltag der ligaweite Spitzenwert – der Club liegt mit 447 auf Rang 17 (Letzter ist Hannover mit 407). Gepaart mit der Anzahl der Pässe und der Schüsse zeigt sich hier deutlich die Überlegenheit der Gäste. Sie war aber auch gänzlich ohne Zahlen augenscheinlich.

Weitere Auffälligkeiten im Stenogramm:

  • Für Hoffenheim ist es das erste Mal im Jahr 2018, dass sie ein Spiel nicht verlieren, bei dem sie mehr als 60% Ballbesitz hatten.
  • Der Club spielte 253 Pässe. Nur im April 2017 gegen Stuttgart spielte der FCN unter Michael Köllner weniger Pässe (228). Ligaweit belegt der Club damit nicht den letzten Platz. Hannover spielte beim 2:2 in Leverkusen sogar nur 190 Pässe.
  • Christian Mathenia bekam zwölf Schüsse aufs Tor, neun hielt er. Die Fangquote von 75% lag deutlich über den 47% von Fabian Bredlow.
  • Hoffenheim ist der Gegner des FCN mit dem niedrigsten PPDA-Wert (7,05) in dieser Saison. Das heißt derjenige, der den Club am wenigstens Zeit am Ball ließ. Der Wert war zwischen 15. Und 75. Minute mit 5,16 sogar noch geringer. Andererseits wird der Wert natürlich von der geringen Anzahl der Pässe beeinflusst.
  • Der Club lief an diesem Spieltag mit 120,53 Kilometer die zweitlängste Strecke aller Bundesligisten. Auf Platz Eins? Gegner Hoffenheim mit 122,74. Der Club kam erstmals überhaupt auf über 120 Kilometer. Hoffenheims Schnitt nach acht Spieltagen: 120,87 Kilometer
  • 16,2% lange Bälle sind der vierthöchste Wert unter Michael Köllner und der höchste in dieser Saison. Hoffenheims 4,6% wurden in dieser Saison schon von einem Clubgegner unterboten: Dortmund mit 3,2%.
  • Wyscout notiert eine von elf gelungenen Flanken. Bei genauerer Betrachtung war diese (Bauer auf Knöll) auch nur als gelungen gewertet, da Knöll den Ball leicht berührt, ehe er über ihn hinweg fliegt. Eine ehrlichere Einteilung wäre als keine von elf.

3. Fazit

Der Club hatte in der ersten halben Stunde Ansätze dahingehend, wie man ein Spiel gegen einen überlegenen Gegner erfolgreich bestreiten kann: Eine 50:50-Entscheidung beim Elfmeter für sich, ein Führungstor, einen gut aufgelegten Torwart. Doch nach und nach ließ er sich von Hoffenheim zu sehr in die gegnerische Hälfte drängen. Das lag natürlich an der enormen Qualität der Hoffenheimer Einzelspieler und auch daran, dass die erste Halbzeit mit ihren 52 Minuten kraftraubend war. Es fehlten in der Phase, in der dem Club das Spiel entglitt, aber auch die Impulse. Vielmehr wirkte die Zeit zwischen 46. und 60. Minute wie das kollektive Warten auf das nächste Monster in einem Horrorfilm. Die Mannschaft zaghaft, das Publikum still, der Trainer abwartend. Das Monster kam, wie erwartet und entriss die Führung. Es richtete darüber hinaus aber weit weniger Schaden an, als es anrichten hätte können. Das 3:1 liegt in etwa in dem Rahmen, den man erwartet hatte. Die Phase nach der Pause, in welcher der Club keinen Zugriff fand, war dennoch bedenklich.

4. Zahlen zum Spiel*

Nürnberg Hoffenheim
1 Tore 3
7 (2) Schüsse (aufs Tor) 20 (12)
52,3 Zweikämpfe (in %) 47,7
39,32 Ballbesitz (in %) 60,68
9 Fouls 9
1 Ecken 7
120,53 Laufstrecke (in km) 122,74
Pass-Statistiken
253 (73,1%) Pässe (erfolgreich) 654 (88,1%)
16,2% (41,5%) Anteil lange Pässe (erfolgreich) 4,6% (56,7%)
43,5% (60,9%) Anteil Vorwärtspässe (erfolgreich) 32,9% (83,3%)
30,0% (84,2%) Anteil Seitwärtspässe (erfolgreich) 39,3% (91,1%)
11,9% (93,3%) Anteil Rückwärtspässe (erfolgreich) 13,9% (93,4%)
Nerd-Statistiken
1,00/1,0/1,08 Expected Goals 2,97/2,7/2,87
0,33 Expected Points 2,53
23,6 PPDA 7,05

*Alle Daten in den ersten beiden Kategorien (außer der Zweikampfquote von Onefootball und der Laufstrecke vom Kicker) von Wyscout. Benutzung unter der Journalistenlizenz des Anbieters. Die Pass-Statistiken ergeben insgesamt weniger als 100%, da eine kleine Anzahl an Pässen nicht kategorisiert wird. Die „expected goals“, also die Angabe der Tore, die statistisch auf Grund der abgegebenen Schüssen zu erwarten gewesen wären, erfolgt in der Reihenfolge „Wyscout/Fivethirtyeight/Understat, die expected Points, also die aus dem Spiel statistisch zu erwartenden Punkte, stammen von Understat, die PPDA, also die zugelassenen Pässe pro Defensivaktion – eine Metrik, die anzeigt, wie hoch der Pressingdruck einer Mannschaft ist, je niedriger der Wert, desto weniger Zeit hat der Gegner am Ball – stammt von Wyscout.

5. Stimmen zum Spiel

Michael Köllner: „In der ersten Halbzeit haben wir ein richtig gutes Spiel gezeigt, waren in den Zweikämpfen sehr präsent und sind auch immer wieder vors Tor gekommen. Nach der Pause konnten wir unser Spiel nicht mehr so aufnehmen. Hoffenheim hat dann auch seine Klasse gezeigt. Wir konnten die Räume nicht mehr schließen und sie haben das gut zu Ende gespielt. Wir haben es hinten heraus nochmal versucht, aber am Ende verdient verloren, keine Frage. Trotzdem: Wenn wir es so wie in den ersten 30 Minuten über längere Zeit auf den Platz bringen, dann werden wir in den nächsten Wochen auch wieder punkten.“

Julian Nagelsmann: „Es waren für uns komplizierte erste 20 Minuten. Nürnberg war uns da in Emotionalität und Mentalität überlegen. Deshalb lagen wir auch zurecht 0:1 hinten und hätten auch 0:2 hinten liegen können. Danach haben wir uns gefangen, waren schon vor der Pause recht dominant und hatten gute Abschlüsse. In der zweiten Halbzeit konnten wir dann hohen Druck erzeugen und waren nicht mehr so anfällig für Konter. Wir haben die Dinge gut umgesetzt und am Ende auch verdient gewonnen.“

Georg Margreitter: „In der ersten Halbzeit haben wir es gut gemacht, die Zweikämpfe gesucht, gefunden und sind dann auch in Führung gegangen. Ich bin eigentlich mit einem guten Gefühl in die Pause. Aber als wir rauskamen hat man schon gemerkt, dass wir ein bisschen ins Wackeln geraten. Wir waren passiver und hätten das Gegentor länger vermeiden müssen. Wenn man dann noch eines kassiert, dann werden die Beine immer schwerer. Wir haben es in der ersten Halbzeit gut hinbekommen, darauf können wir aufbauen. Und man darf auch mal anerkennen, dass es Hoffenheim nach der Pause sehr gut gemacht hat.“

Lukas Mühl: „In der ersten Halbzeit haben wir die Hoffenheimer Flanken verhindert, sie unter Stress gesetzt und dadurch viele Fehler erzwungen. Das ist uns nach der Pause nicht mehr gelungen. Und dann wird es gegen so eine Mannschaft schwer. Sie sind im letzten Drittel sehr stark und haben vorne viel Qualität. Wir sind nicht mehr so in die Zweikämpfe gekommen und hätten nicht so schnell den zweiten Treffer kriegen dürfen. Gegen solche Mannschaften muss man viel laufen, viel kämpfen, dann bekommt man auch Chancen. Das hat man in der ersten Halbzeit gesehen. So wie in der ersten Halbzeit müssen wir es über 90 Minuten hinbekommen, dann sind wir sehr eklig zu bespielen.“

Reiss Nelson: „Die Hauptsache sind die drei Punkte, die ersten zwanzig Minuten liefen noch etwas wacklig. Danach ging es aber besser. Vor allem nach der Halbzeitansprache haben wir den Kampf angenommen.“

Ermin Bicackic: „In den ersten zwanzig Minuten war das etwas schläfrig, wir waren nicht so giftig. Die Nürnberger haben das gut genutzt. Die Halbzeitansprache von Julian war dann wichtig. Wir wussten dann, dass wir einfachen Fußball über die Außen spielen müssen und den Ball schnell laufen lassen. Das hat in der zweiten Halbzeit dann so geklappt wie wir uns das vorgenommen haben.

6. Noten zum Spiel

Spieler CU-Note Kicker NZ BILD WhoScored
Christian Mathenia 2 2 2 2 8,0/10
CU-Urteil: Hielt den Club mit vielen starken Paraden lange im Spiel, bei den Gegentoren machtlos.
Enrico Valentini 5 4,5 4 4 6,8/10
CU-Urteil: Hatte viele Probleme, die zahlreichen Angriffe über seine Seite abzuwehren.
Georg Margreitter +4 4 4 4 5,9/10
CU-Urteil: Vor der Pause aufopferungsvoll, nach der Pause mit vielen Problemen im Abwehrzentrum
Lukas Mühl 4 5 4 4 6,5/10
CU-Urteil: Ähnlich wie Margreitter, aber schon vor der Pause mit sorglosen Aktionen.
Robert Bauer 4- 5 5 4 7,1/10
CU-Urteil: War defensiv minimal besser als Valentini, kam im Vorwärtsgang aber auch gar nicht zum Zuge.
Ondrej Petrak 4- 5 4 4 5,8/10
CU-Urteil: Immer wieder überspielt, sorgte nicht für Stabilität im Zentrum.
Eduard Löwen 3- 4,5 4 4 6,4/10
CU-Urteil: Spielte einige schöne offensive Pässe, stopfte einige Löcher, baute nach der Pause aber ab.
Hanno Behrens 3- 4 3 3 7,1/10
CU-Urteil: Erzielte das 1:0 per Strafstoß, war bemüht den Laden zusammenzuhalten und immer wieder auch umzuschalten. Schaffte es immer weniger.
Federico Palacios 4 5 5 3 6,2/10
CU-Urteil: Vor der Pause mit einer ordentlichen Leistung, da er viel und gut störte, verschwand nach der Pause immer mehr.
Mikael Ishak 4 4,5 4 4 6,2/10
CU-Urteil: Vergab früh eine Chance zur Führung, tat sich dann gehandicapped von der Verletzung schwer.
Virgil Misidjan 3- 4 3 3 6,2/10
CU-Urteil: Holte den Elfmeter heraus, sorgte vor der Pause immer wieder für Ansätze von Gefahr. Danach immer mehr in der Luft hängen gelassen.
Törles Knöll 4 4,5 5 4 6,0/10
CU-Urteil: Kam noch vor der Pause für Ishak. Lief viel und hatte auch ein ordentliches Anlaufverhalten. Blieb aber wirkungslos.
Sebastian Kerk 4 4 5,9/10
CU-Urteil: Kam in der 66. Minute für Palacios. Sichtlich bemüht, auch mit latenter Gefahr, aber konnte das Blatt auch nicht wenden.
Yuya Kubo 6,0/10
CU-Urteil: Kam in der 86. Minute für Misidjan. Wirkte bemüht zu zeigen, dass er sein Anlaufverhalten verbessert hat.

31 Gedanken zu „Analyse: Eine gute Phase reicht nicht, eine schlechte schon #FCNTSG #FCN

  • Die Stimmen zum Spiel sind zwei gleiche Blöcke reingerutscht bei Köllner und Nagelsmann, ansonst wieder eine Top Analyse.

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  • Ich widerspreche nur in zwei Punkten: Der Elfer war für mich klar, weil die Aktion ausschließlich gegen den Spieler geht und der Check sicher ausreichend war um einen im Vollsprint befindlichen Spieler aus der Balance zu bringen. Das war einfach eine grauenhafte Verteidigungs-Aktion von Adams, der in den ersten 25 Minuten vollkommen überfordert war.

    Zudem kann man Mathenia, der ein super Spiel gemacht hat, beim 2:1 nicht frei von Schuld sprechen. Da spekuliert er und macht das kurze Eck auf – auch wenn der Abschluss gut war, ist das kein Tor, das man bekommen muss.

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  • Ich habe Bauer eigentlich deutlich schlechter gesehen. Das lag vielleicht daran das schon in der ersten Halbzeit keine gute Abstimmung zwischen ihm und Löwen zu erkenne war. Kramaric (Nr. 3) stand ständig auf außen frei und nicht umsonst fielen alle Gegentore letztlich über die lnike Seite des Clubs. Wenn es das taktische Ziel war das Zentrum dicht zu bekommen, und bei Bedarf nach außen zu verschieben,so ging das leider nur ca. 25 Minuten lang auf. Wie schon im Spielbericht geschrieben hätten man taktisch auf die Umstellung der Hoffenheimer reagieren müssen um im Mittelfeld wieder Gleichstand herzustellen. Petrak war in der defensiven Zentrale überfordert. Wenn wir in der Winterpause nicht katastrophal weit abgeschlagen sind sollte man tatsächlich darüber nachenken einen Spieler zu holen der im DM als „ruhender Pol'“ agieren kann. Jäger scheint dies ja nicht leisten zu können und Erras ist nicht in der Form das man dies von ihm erwarten könnte.

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    • Legitimer Einwand, was Bauer angeht, ich hatte die Entwicklung der Tore eher als von rechts kommend im Auge, weil da ja bei 1:1 und 1:2 der Flankenwechsel von (aus FCN-Sicht) rechts auf links vorausging. Aber ja, da könnte man Bauer schon nochmal abwerten.

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  • Am Sonntag gegen Frankfurt zählt es. Die Eintracht spielt am Donnerstag Euro League.. Frankfurt hat nicht den Kader von Leipzig. Sie werden bestimmt nicht viel rotieren.
    Es gibt noch einige Karten. Kommt ins Stadion und treibt die Mannschaft zum Heimsieg. Am Samstag war da eine ganz komische, fast schon bedrückte Stimmung im Achteck.
    Die Jungs brauchen uns..Es geht nur gemeinsam.
    WIR SIND DER CLUB !!!!

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  • Die Strategie, unseren Kader in der 1. Liga weiterhin notenschlecht und damit für die 2. Liga zusammenhalten zu können, geht weiter auf. Nur Mathenia stört etwas das Bild von ausreichend bis mangelhaft.

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  • Leider war Valentini jetzt wiederholt mM der schlechteste Spieler auf dem Platz. Ich würde dem eine 8 von 6 möglichen Noten geben.

    Seit dem Aufstieg sind beide Außenverteidiger irgendwie nur noch ein Schatten ihrer selbst.
    Liegt das vielleicht auch daran, daß die nach Dortmund und Leipzig jetzt irgendwie weiter hinten spielen sollen?

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    • Die katastrophale Form von Valentini fällt mir auch schon länger auf. Schnelle Außenstürmer und aufrückende Außenverteidiger haben mit ihm derzeit leichtes Spiel. Aber als gebürtiger Nürnberger und Rückkehrer hat er bei Fans und Medien noch mehr Kredit als die anderen Aufstiegshelden.

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      • Ich bin mir bei Valentini auch nicht ganz sicher, ob die Bundesliga nicht doch eine Nummer zu groß für ihn ist. Sicher war er letzte Saison einer der überragenden AV der 2. Liga, aber das war auch wirklich bislang seine Sahnesaison, vielleicht befeuert durch die Euphorie des Heimkommens. Zuvor ist er eher als durchschnittlich bis guter, aber auch nicht überragender Zweitligakicker nicht weiter aufgefallen.

        Klar ist da der local-player Bonus, er ist ein Gesicht der Mannschaft und absoluter Sympathieträger, aber wenn es sportlich nicht läuft, muss man sich auch hier irgendwann Gedanken machen. Ich hoffe einfach darauf, dass er sich noch besser reinfindet.

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        • Da bin ich natürlich bei Euch, hoffentlich lagen die letzten, echt schlimmen Auftritte, bei denen er häufig als Slalomstange glänzte und durch schwache Standards auffiel, an der Nervosität des werdenden Vaters. Jetzt war die Geburt und dann gehts mit Zabotini hoffentlich schnell wieder aufwärts.
          Heute Abenteuerreise nach Erfurt und zurück, hinwärts über Würzburg, heimwärts endete der ICE wegen einer vermeintlichen Bombe in Zapfendorf, schon in Coburg. Von da mit dem Taxi in Notfahrgemeinschaft nach Bamberg. Jetzt also Schienenersatzverkehr statt ICE aussenrum. 🙁

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        • Ich denke Valentini ist ein Spieler, der eine intakte und erfolgreiche Mannschaft um sich benötigt, in der Saison als der KSC Dritter wurde, war er ähnlich stark wie bei uns letzte Saison, in der Abstiegssaison einer der schlechtesten, wenn ich meinen Kompagnon zitieren darf. Scheint ein Spieler zu sein, der von seinen Nebenleuten abhängig ist und keiner der die anderen mitzieht.

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  • Um Ishaks Bewertung muss sich Flo jetzt mal ein paar Wochen wohl keine Gedanken machen…
    Laut nordbayern.de fällt er wohl 6 Wochen aus.
    Sauber. Jetzt muss es dann wohl Knöll richten. Kubo, Misidjan und Pereira helfen uns auf dieser Position ja nicht weiter, Salli werden wir wohl nicht mehr sehen… und was macht Zrelak eigentlich?
    Aber vielleicht gibt es in der U21 ja noch jemanden, der körperlich mithalten kann…

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      • Wie wäre es mit einem Überraschungscoup und der „Für-ein-Spiel-Verpflichtung“ von Aley Meier?
        Der schießt mit seiner Motivationswut die Frankfurter allein aus dem Stadion…

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        • Gerne auch mehrere Spiele, wenn er fit ist. Ein junger wilder und ein alter Hase fände ich eine gute Kombination auch im Sinne von Knöll.

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    • Immer schwierig vorherzusagen so ein Heilungsverlauf, aber es ist das selbe Inenband daß ihm letzte Saison gerissen ist.

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    • Kennen wir ja auch von früher: wenn man zu früh wieder einsteigt, ist die Gefahr, daß es noch schlimmer wird, nicht wegzudiskutieren.Also lieber eine Woche zuviel Zeit geben als einen Tag zu wenig.

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  • Habe ich etwas verpasst ?
    Zitat aus dem Text oben:
    „……………..Erras fehlte verletzt, auf Pereira verzichtete der Coach freiwillig……………..“

    Der Pereira mag aber schon noch Fußball spielen ?

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    • Ich denke, dass es daran liegt, dass Pereira taktisch und läuferisch noch Einiges aufholen muss und Köllner nicht auf ihn setzt, wenn Kubo und Kerk von der Bank als Außenstürmeralternativen bereitstehen.

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  • Ishak: „Vergab früh eine Chance zur Führung…“ das war doch Abseits? Is mir im Stadion auch nicht aufgefallen, aber das schreiben (fast) alle Zeitungen.

    Ansonsten wieder überragende Analyse

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  • Ebenso wie gegen Hannover und Düsseldorf gab es eine berechtigte, den Spielverlauf für den Club begünstigende Schiedsrichterentscheidung: Strafstoß nach Foul an den erst reaktions- dann pfeilschnellen Misidjan. Behrens lässig verwandelter Elfer tat Fans wie Spielern gut. Doch statt Lockerheit und Zuversicht übernahm Hoffenheim zunehmend die Oberhand, wurde in den Chancen immer zwingender und gab die Überlegenheit nicht mehr aus der Hand. Gleichwohl mussten sie da noch über eine halbe Stunde dem Rückstand hinterher laufen und spielen.

    Was in der ersten Halbzeit außerdem in Erinnerung bleiben wird, war die bärenstarke Leistung von Mathenia. Zum einen hielt er alle haltbaren und einen „kann-haltbaren“, zum anderen war er sowohl bei der Chance von Ishak als auch beim Elfmeter der Passgeber zum Assist. Ich mag mir kein Urteil darüber erlauben, ob Bredlow auch alle gehalten hätte. Aber die Präsenz, Ruhe und Spieleröffnung sind starke Argumente für einen längeren Aufenthalt zwischen den Pfosten.
    Ebenso in Halbzeit eins lag die nicht nur aus meiner Sicht unglaubliche Nachspielzeit von 7 Minuten. Mit 4 konnte man nach den paar Unterbrechungen rechnen, aber 7? Unser Freund FZ packte rund um diese Zeit noch 3 gelbe Karten, von denen 2 fragwürdig waren. Ebenso ein für FZ typisches Gebaren gegenüber Mathenia. Das gellende Pfeifkonzert der Zuschauer war die Quittung gegen den in dieser Sequenz eher narzisstisch als souverän wirkenden Referee. Die Mannschaft indes wirkte in dieser Nachspielzeit wie Michael Chang gegen Ivan Lendl anno dazumal. Man schleppte sich erfolgreich in die Pause und es wirkte so als wäre das eine Erlösung und im Rückblick auch ein wenig so als hätten die Clubberer den Halbzeitpfiff mit dem Schlusspfiff verwechselt…

    In der zweiten Halbzeit fielen die Gegentore immer nach dem gleichen Schema: Vortrag über links. Seitenwechsel auf Kaderabeck, Flanke oder Pass-Stafette, Tor durch Nelson oder Szalai.
    Bei den Gegentoren viel das nicht vorhandene Stellungsspiel von Bauer auf, der in bester Pinola-Manier meilenweit vom Gegner entfernt stand. Daran lag es aber nicht alleine. Der Club hatte der TSG auf deren Niveau nichts entgegenzusetzen. In einem bewundernswert sicheren Kurpass-Spiel in sehr hohem Tempo zwang Hoffenheim den Club letztlich in die Knie. Auch nach dem 3:1 war das immer und immer wieder zu sehen. Der Club bekam auch mit bestem Willen kein Zugriff auf Gegner und Ball.
    Konditionelle Probleme sind dabei eher schwer anzukreiden, beide Mannschaften spulten enorme Laufleistungen ab, Hoffenheim unterm Strich im Schnitt pro Spieler eine entscheidende Stadionrunde mehr bei gleichzeitig enorm hoher Pass-Sicherheit. Das war, Hut ab, einfach nur ein gut durchgezogener Matchplan.

    Was einen verwunderte, war die Passivität im Angriffsspiel. Da gab es einige Szenen, in denen der Club verharrte, die Spieler sich nicht freiliefen und anboten, das kannte man dergestalt noch nicht.
    Für mich bleibt eine für die zweitklassigen Clubberer respektable Leistung und die Hoffnung, dass es gelingt, aus dem Los-Topf Düsseldorf, Freiburg, Mainz, vielleicht auch Wolfsburg, Stuttgart und Hannover drei Mannschaften hinter sich zu lassen. Das gelingt nur mit Zuversicht und Abwesenheit von Scheuklappen beim gesamten Team.

    Übersteht der Club dieses Jahr, dann ist diese leidige Diskussion um den geringen Marktwert auch vorüber. Denn zunehmend gerät mir dieses Argument zu einem ZU einfachen Erklärungsansatz. Nimmt man den häufigen Verweis auf die furchtbare Marktwert-Unterlegenheit in aller Konsequenz ernst, dann braucht man erst gar nicht mehr antreten – dann steht der Abstieg eh schon fest.
    Dass der Club sich schwer tun wird, wusste man auch ohnedies. Jetzt hat man es wiederholt auch auf dem Platz gesehen. Nun, wer aber aufsteigen will, will auch oben drin bleiben. Dann muss man auch bereit sein für das Unmögliche nicht zugetraute Leistungen abzurufen. An dieser Lernkurve operiert der FCN. Ein stetiger Verweis auf den Marktwert lässt immer auch ein Gefühl des „Ich traue das Trainer und Spielern nicht zu“-Einstellung ableiten. Entscheidend ist immer noch auf dem (Trainings-)Platz: Entweder sie werden in dieser Saison zu erstklassigen Kickern in dieser Saison (dann steigt mit Klassenerhalt der Marktwert ebenso) oder nicht. Ich sehe3 den Club auf einem guten Weg, die kleine Chance, die er hat, nutzen zu wollen. Gutes Gelingen!!!

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  • Wesentlich schlimmer als die Leistung des Clubs war übrigens die desaströse Organisations-Leistung der Deutschen Bahn beim Regeln des Schienen-Ersatzverkehrs. Als „Gern-Zugfahrer“ muss man konstatieren: Das kam einer Leistungsverweigerung deutlich näher als das, was die Club-Spieler ablieferten.

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    Antwort
  • Zitat Teo:

    „Was einen verwunderte, war die Passivität im Angriffsspiel. Da gab es einige Szenen, in denen der Club verharrte, die Spieler sich nicht freiliefen und anboten, das kannte man dergestalt noch nicht.“

    Genau das wird Thema meines Artikels sein.

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