Blablablabla … Achtelfinale erreicht. War was?

Der 1. FC Nürnberg erreicht gegen Hansa Rostock das Achtelfinale. Ende der Nachricht.

Der Club brauchte Moral, eine gute Bank und am Ende Rostocker Fans, die den eigenen Schützen beim Elfmeterschießen beeinflussten um weiterzukommen. Ein Spiel, das viel abverlangte, vor allem vom Fan.

Köllner begann mit
Mathenia – Bauer, Margreitter, Ewerton, Leibold – Rhein – Pereira, Behrens, Kubo, Kerk – Knöll
und hatte in der ersten halben Stunde damit auch das Spiel im Griff, so halbwegs. Dann machten sich immer mehr Unzulänglichkeiten breit, die ihren absoluten Höhepunkt in der 35. Minute erreichten, als nach eigenem Freistoß wirklich alles schief ging, einschließlich ein Stockfehler von Rhein, und zum 1:0 der Heimmannschaft führte. Danach wurde es ein langer Abend für den geneigten Zuschauer. Die Minuten quälten sich mindestens im gleichen Maße, wie sie viel zu schnell verrannen. Köllner reagierte spät, in der 60ten Minute, und wechselte dann mit Misidjan für Kubo und im Folgenden mit Palacios für Kerk sowie Zrelak für Knöll noch relativ positionstreu. Da hatten bei vielen Beobachtern ganz andere am Zettel gestanden…

Als man kaum noch Hoffnung hatte, nahm der Club nochmal Fahrt auf, brachte in den allerletzten Minuten doch nochmal sowas wie Druck zustande und machte mit „Schellack“ Zrelak in der 90ten Minute den Ausgleich. Man wusste nicht mal mehr, wie man sich freuen sollte, so sediert war man. Verlängerung. Dann der nächste Nackenschlag: Ein Traumfreistoß in den Winkel machte Rostock wieder flott, der Club erneut vor Mast- und Schotbruch, doch so bieder das Nürnberger Angriffsspiel auch war, so stoisch blieb man am Ball. Mit der besten Angriffsaktion des Club-Spiels kam man zum erneuten Ausgleich, nachdem Leibold sich durchsetzte und Palacios sich erst sehenswert in Schußposition brachte und dann auch noch endlich ganz wie in seiner Jugend eiskalt verwandelte.

Im Elfmeterschießen reagierte Schiri Thomsen auf die etwas zu euphorische Stimmung im Heimblock und entschied hoheitlich auf welches Tor zu schießen ist. Dass sich auch dort Rostocker Fans befanden, sollte sich noch als Vorteil erweisen. Beim Stand von 1:2 – Mathenia hatte schon einen gehalten – schoß der Rostocker nach diversen Becher- und Gegenstände-Würfen auf Mathenia und entsprechenden Irritationen in den Nachthimmel. Da Leibold dann auch noch verwandelte, war das Elfmeterschießen das einzige an diesem Abend, das einen Klassenunterschied widerspiegelte.

Als Fazit könnte man viel Blabla machen, über „erwartet schweres Spiel“ und „typischer Pokalabend“, faktisch war es eine über weite Strecken extrem schlechte Leistung des Clubs, mit Unzulänglichkeiten in allen Belangen, bei dem man letztendlich nur eines positiv konstatieren kann: Moral haben sie. Und einen guten Keeper mit Mathenia. Zwei Argumente, die so schlecht nicht sind für die weitere Saison. Und das Geld können wir gut gebrauchen.

14 Gedanken zu „Blablablabla … Achtelfinale erreicht. War was?

  • …wobei der Mann vom himmlischen Fernsehen ja ganz begeistert, nachgerade aus dem Häuschen war über ‚ein gutes und packendes Pokalspiel‘.

    Und bei Bülow dachte ich mal kurz an Hoeneß, Danke für den Beistand.

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    • Bei Bülow konnte man, schon bevor er schiesst sehen, der Schuss geht vorbei.
      Genauso bei Bauer wie ihn die Panik befällt wohin er den Ball spielen soll und daraus resultierte dann der „Rückpass“ zum 0:1.
      Ansonsten sind Sie erstaunlich ruhig geblieben fast das ganze Spiel über.
      Und die Elfer waren gut geschossen.

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  • Tja da sag ich mal alle Daumen hoch!

    (Aber wie sagte dereinst Hans Meyer, man kann im Pokal auch mit zwei Scheißspielen und dann ein paar Glanzleistungen seinem Club Bleibendes bescheren…;))

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  • Überraschend gut hat mir Pereira gefallen, der jetzt nicht mehr so irrlichtert, sondern ins Mannschaftsgefüge passt.

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    • Hm also ich hab den Pereira ganz schwach gesehen, zumindest in seinen Offensivaktionen. Das Kämpferische hat gestimmt, also da evtl. eine Verbesserung. Und es hat mich auch gewundert wieso Pereira zentral und Kubo auf dem Flügel gespielt haben, man sollte meinen andersrum könnten beide ihre stärken besser einbringen?

      Positiv ist, dass wir mit Zrelak und Knöll zwei gute und torgefährliche Leute in der Spitze haben, so dass der Ausfall von Ishak diesmal nicht so katastrophal wie letzes Jahr sein sollte.

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  • Wer Pokalsieger werden will, muss solche Spiele gewinnen 😉 . Damit haben wir das erste Klewer-Gedächtnis-Spiel hinter uns und dürfen im Pokal überwintern. Immerhin!

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  • Ich konnte ja nur die erste Halbzeit schauen, umso überraschter war ich, als ich gesehen habe wer die Elfmeter bei uns geschossen hat. 😉

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    • Margreitter und Leibold fand ich schon logisch, das sind nervenstarke Führungsspieler, der Käptn war ohnehin klar. Über Mühl war ich allerdings überrascht. Um so souveräner hat er es dann gelöst.

      Im Nachhinein ergibt das aber auch einen Sinn. Er spielt schon sehr abgezockt und aus dem Training habe ich in Erinnerung, dass Mühl einen guten und genauen Schuss hat. Ich frage mich ohnehin, warum er es nicht gelegentlich aus der Distanz probiert. Allerdings glaube ich, aus dem Spiel heraus fehlt ihm etwas die Ruhe, da ist er dann etwas überhastet, zumindest bei den wenigen bisherigen Versuchen.

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  • Erstaunlich: Der Club hat seine letzten drei Elfmeterschießen im DFB-Pokal gewonnen. Saison 2015/16 in der 1. Runde in Aalen (Torwart: Kirschbaum), 2016/17 in der 1. Runde bei Viktoria Köln (Torwart: Schäfer), gestern 2. Runde in Rostock mit Mathenia im Tor.

    Kann man so machen.
    Muss man aber nicht.

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  • Wir können nur hoffen, dass wir bei der Auslosung am Sonntag einen Zweitligisten erwischen.
    Die meisten von den verbliebenen Erstligaclubs scheinen fürs Weiterkommen für uns eine Nummer zu groß.

    VfL Wolfsburg
    Hertha BSC
    Bayern München
    FC Augsburg
    Werder Bremen
    FC Schalke 04
    Borussia Dortmund
    RB Leipzig
    Bayer 04 Leverkusen

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  • Ich war in Rostock im Stadion, stand unter den aufgeheizten Hansa-Fans. Von Beginn an und die ganze erste Halbzeit lang war das ein absoluter Hexenkessel.
    Die Rostocker wurden mit voller Lautstärke nach vorne getrieben. Das ganze Stadion war in die Choreo und blaue und weiße Verkleidung mit Plastik Capes einbezogen, was die Stimmung voll angeheizt hat.
    Dazu kamen noch die martialischen Gesänge von wegen „Hansa bis in den Tod“, die mich gelinde gesagt irritiert haben.
    Die Fanunterstützung vom Club-Fanblock war kaum zu hören, war auch geschwächt, da 170 Ultras gar nicht erst ins Stadion gekommen sind. Sie wurden schon am Nachmittag nach einem Zusammentreffen mit Hansa-Fans von der Polizei aus der Stadt gebracht. Wohl deshalb habe ich auch keine Fahnen oder Banner im Fanblock gesehen.
    Die Hitzigkeit des Spiel hatte mit der gesamten Stimmung zu tun und ließ die Mannschaft sichtlich nicht unbeeindruckt, was zu Abspielfehlern führte und das eigene Spiel hemmte. Das ständige Anrennen der Rostocker war aber so kraftraubend, dass in der zweiten Hälfte bei Hansa nicht mehr so viel Kraft übrig war. Sie dachten wohl, sie könnten sich auf das 1:0 verlassen. Irgendwann spielte dannfast nur noch der Club bis endlich das Tor fiel.
    Der Club hat Come back Qualität gezeigt, Hut ab! Pokalspiele haben eine besondere Dynamik und die ist im Stadion noch ganz anders zu spüren, als man es am TV mitbekommen kann. In vielen Auswärtsspielen kann die Mannschaft mal einen Impuls von den Fans bekommen, das war in Rostock so nicht möglich. Dennoch haben sie die Prüfung bestanden und sich nicht beirren lassen.
    Köllner hat von der Bank sehr gut reagiert. Beide Joker haben die notwendigen Impulse gebracht und gestochen. Mathenia hat nicht nur gut gehalten, sondern mit seiner kämpferischen Mentalität die Mannschaft von hinten angetrieben. Seine Körpersprache war überragend, was er gerufen hat konnte man von oben nicht hören, dazu war der Hexenkessel viel zu laut und aufgebracht.
    Mein Fazit: Solch ein Spiel muss man erstmal gewinnen. Da hätten sich auch andere Bundesligisten schwer getan. Die Performance auf dem Platz muss im Zusammenhang mit den Umständen im Stadion gesehen werden. Die Mannschaft hat Moral gezeigt und die Nerven am Ende sehr gut im Griff gehabt, sonst wäre das Elfmeterschießen nicht so souverän gewonnen worden. Alles in allem eine ermutigende Leistung und ein verdientes Weiterkommen ins Achtelfinale des DFB-Pokals.

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