Analyse: Zwei völlig verschiedene Hälften

Analyse zu FC Augsburg – 1. FC Nürnberg 2:2 (1:0) – Wie im Pokal egalisiert der Club zwei Rückstände, dank besserer zweiter Halbzeit holt er einen Punkt.
1. Aufstellung und Formation
2. Taktische und statistische Auffälligkeiten
3. Fazit
4. Zahlen zum Spiel
5. Stimmen zum Spiel
6. Noten zum Spiel

1. Aufstellung und Formationen

Abb.1: Ungefähre Startformation

Michael Köllner veränderte im Vergleich zum Pokalabend in Rostock fünf Positionen, im Vergleich zum letzten Ligaspiel drei: Knöll rutschte auf die Bank, dafür kam Zrelak, der in Liga und Pokal als Joker getroffen hatte. Petrak kehrte ins Team zurück, so dass Rhein auf die Bank musste, Fuchs, der in Rostock noch nicht einmal im Kader gewesen war, begann anstelle von Kubo. Nicht im Kader war Ewerton, der nach den 96 Pokalminuten am Mittwochabend nicht fit genug war.

Es fehlten also neben Ewerton auch noch die verletzten Ishak, Löwen, Valentini und Lippert, sowie Klandt, Salli, Jäger, Goden und Tillman. Die letzteren beiden durften am Freitagabend bereits in Augsburg auflaufen. Beim ersten Spiel der zweiten Amtszeit von Profi-Cotrainer Fabian Adelmann als Trainer der U21 spielten beide über 90 Minuten und trugen zum 1:0-Sieg gegen den FC Augsburg II bei.

In der Grundformation wählte Köllner gegen den Ball – wie schon gegen Frankfurt – ein flaches 4-4-2. Also vor der Viererkette Bauer-Margreitter-Mühl-Leibold bildete sich in der Rückwärtsbewegung eine weitere Viererkette Misidjan-Behrens-Petrak-Kerk. Fuchs gab in dieser Formation eine Art hängende Spitze, die in vorderster Linie die Augburger hart anlaufen sollte. Zrelak agierte einen Tick weiter vorne, sollte aber ebenso die Verteidiger beim Aufbau stören.

Aus dem Spiel heraus tat sich Augsburg meist relativ schwer zu Torchancen zu kommen, schaffte es aber immer wieder Standardsituationen für sich herauszuholen, seien es Ecken oder Freistöße. Gleichzeitig dominierten die Schwaben das Spiel in der ersten Halbzeit, da zwischen Fuchs-Zrelak und der Mittelfeldreihe die Abstände meist zu groß waren, so dass die beiden Angreifer schnell überspielt waren. Hinzu kam, dass die Gastgeber mit ihrer einzigen Chance aus dem Spiel heraus ein Tor erzielten.

Abb.2: Ungefähre offensive Formation

Schmid und Gouweleeuw hebelten auf der linken Abwehrseite des FCN mit flachen Doppelpässen die Verteidigung aus, so dass der Franzose dann nur noch in die Mitte geben musste, wo Finnbogason genau zwischen Margreitter und Bauer stand und den Ball einschieben konnte. Es war fast eine exakte Kopie des allerersten Gegentors dieser Saison in Berlin; bis hin zur Tatsache, dass Leibold nicht in den entscheidenden Zweikampf gegen den Vorlagengeber kam.

Der FCN fand im Gegenzug vor der Pause offensiv überhaupt nicht statt. Die Idee war, wie schon in Rostock und gegen Frankfurt, dass sich der zweite Stürmer in das Loch hinter den Stoßstürmer fallen lassen sollte und damit offensiv eine Art 4-1-4-1 entstehen sollte. (Abb. 2) Da aber – auch bedingt durch das frühe und harte Anlaufen der Augsburger – kaum ein Ball in der Spitze ankam, lahmte das Offensivspiel des FCN erheblich. Ein einziger Torschuss aus dem Spiel heraus (Zrelak, 18.) stand da nach 45 Minuten zu Buche. Defensiv stand der FCN aus dem Spiel heraus durchaus sicher, fing relativ viele Bälle ab, ließ aber fünf Ecken zu, die zu drei Großchancen (Mathenias Unsicherheit (24.), Gouweleeuws Kopfball (26.), Finnbogasons Kopfball (35.)) führten.

Abb.3: Formation gegen den Ball (ab 46. Minute)

Nach der Pause änderte Köllner personell nichts, veränderte aber die Formation gegen den Ball phasenweise in Richtung eines 4-3-3 (Abb. 3), was in weiten Teilen tatsächlich besser funktionierte. Die Nürnberger waren nun näher am Mann und senkten so die Passquote der Augsburger von 87% auf 72%. Die Entstehung des nahezu folgerichtigen 1:1 war dann aber glücklich. Aus einem Lattenkopfball von Finnbogason, der sich bei einer Flanke aus dem Halbfeld von Gouweleeuw in den Rücken von Margreitter geschlichen hatte, entstand nach einer Klärung von Petrak ein Gegenstoß über Misidjan. Der Holländer ließ vier Augsburger nur seine Hacken sehen, gab in die Mitte auf Zrelak. Der Slowake ließ den Ball auf Fuchs prallen, dieser setzte sich im Duell gegen den klammernden Hinteregger durch und hämmerte den Ball unter die Latte.

Nach dem Ausgleich brachte Köllner Palacios für Kerk, was aber lediglich ein positionsgetreuer Wechsel war, gleiches galt dann in der 73. Minute auch für den Wechsel von Behrens auf Rhein. Der Kapitän hatte im Zweikampf einen Schlag abbekommen und musste ausgewechselt werden. Zwischen den beiden Wechseln lag die erneute Führung für die Augsburger, die ihr achtes Tor nach einer Standardsituation erzielten – rechnet man die Elfmeter dazu, sind es sogar zehn von 18 Toren, die der FCA nach Standards erzielt hat.

Der FCN brauchte danach kurz, um sich zu schütteln, kam dann aber gerade gegen Ende der Partie immer besser in Fahrt, erspielte sich über Palacios, Fuchs und Zrelak eine echte Großchance, die der Slowake aber wegen leichter Rücklage in den Himmel setzte. Die Kombination, flach über die Flügel und auf die Schnittstellen gespielt, zeigte jedoch eindrucksvoll, wozu der FCN spielerisch in der Lage war. Kurz nach der Großchance wechselte Köllner ein letztes Mal, es kam Knöll für Fuchs, auch dieser Wechsel bedingte keine Umstellung der Formation. Das Ergebnis allerdings änderte sich nach diesem Wechsel noch: Mühl wuchtete eine Ecke von Leibold ins Tor zum 2:2 Endstand.

2. Taktische und statistische Auffälligkeiten

Die Unterschiede zwischen den Halbzeiten springen extrem ins Auge. Wie bereits erwähnt drückte der FCN die Passquote der Augsburger von 87% vor der Pause auf 72% nach der Pause und steigerte gleichzeitig die eigenen Werte von 75% auf 83%. Doch nicht nur die globale Passquote veränderte sich, sondern auch die Detailwerte der Pässe. So waren beim Club vor der Pause 67% der Vorwärtspässe erfolgreich, nach der Pause dann 76%, während bei den Gastgebern die Quote von 75% auf 61% fiel.

Ebenso auffällig ist die Veränderung bei der Quote der „progressiven Pässe“, also Pässe, die mehr als zehn Meter Raumgewinn in der Offensive schaffen oder den Ball im Strafraum an den Mann bringen. Hier hatte Augsburg vor der Pause eine Erfolgsquote von 89% (41/46) und nach dem Seitenwechsel von 58% (22/38), der Club dagegen war bei 68% (15/22) vor der Pause und 80% (28/35) danach.

Die Veränderung der Passgenauigkeit lag sicher auch an der Veränderung der Pressingintensität des FCN. Diese wird im PPDA-Wert gemessen und die Diskrepanz zwischen den beiden Halbzeiten könnte aus Sicht des FCN fast nicht größer sein. Der Wert fiel von 26,63 gegnerischen Pässen pro eigener Defensivaktion auf 5,11; er lag in der Viertelstunde nach der Pause sogar bei bemerkenswerten 2,8. Der PPDA-Wert blieb bei Augsburg relativ konstant: 6,5 in den ersten 45 Minuten, 5,84 in den zweiten.

Auch eher „klassische“ statistische Werte erfuhren eine Verschiebung nach der Pause. Augsburg hatte im ersten Durchgang 60% Ballbesitz, im zweiten nur noch 49%. Der Club kam vor dem Seitenwechsel zu keinerlei Ecke, danach zu sechs. Bei Augsburg dagegen kam zu den fünf Ecken vor der Pause nur noch eine im zweiten Spielabschnitt dazu. Auch in Sachen Torschüsse änderte sich beim Club etwas: Dreimal schoss der FCN vor Köllners Kabinenpredigt aufs Tor, zehn Mal danach. Bei Augsburg waren die Werte mit jeweils sieben gleich verteilt.

Weitere Auffälligkeiten im Stenogramm:

  • Lukas Mühl ist der 200. Torschütze des FCN in der Bundesligageschichte. (Danke an Töffi)
  • Der FCN gewann 26 Kopfballduelle, Saisonhöchstwert. Er gewann 59% dieser Duelle, der zweitbeste Wert der Spielzeit (Bestwert: Hannover 64%).
  • Nach ihren Einwechslungen spielten Federico Palacios (17) und Simon Rhein (16) zusammen 33 Pässe – ruhende Bälle ausgenommen. Ein einziger (Rhein auf Misidjan, 77.) kam nicht an.
  • Ondrej Petrak war der einzige Spieler auf dem Feld, der die Marke von elf gelaufenen Kilometern knackte.
  • Die DFL weist in ihren Statistiken eine Kategorie „intensive Läufe“, die sowohl Sprints als auch hartes Anlaufen und längeres Laufen mit und ohne Ball umfasst. Ein Wert von ungefähr 90, also ein solcher intensiver Lauf pro Minute, gilt in der Regel als Zeichen hoher Intensität eines Spielers. Diesen Wert überschritt Alexander Fuchs mit 91 intensiven Läufen in Augsburg. Am zehnten Spieltag überschritten ligaweit nur zehn Spieler die Marke. Höchstwert: 103 von Mainz‘ Jean-Paul Boetius.
  • Virgil Misidjan wurde am Samstag dreimal gefoult. Niemand anders wurde in der Bundesliga öfter gefoult an diesem Wochenende. (Elf weitere Spieler, darunter Tim Leibold, allerings genauso oft). Der Niederländer ist damit, obwohl er zwei Saisonspiele verpasst hat, mit 24 Fouls gegen sich der am zweitmeisten gefoulte Spieler der Bundesliga. Rang eins hat Diego Demme von RB Leipzig (25) inne.
  • Die Liste der Spieler, die selbst am häufigsten Foul spielen, führt übrigens ein Augsburger an: André Hahn (24). Auch in der Teamstatistik liegen die Schwaben mit 150 Fouls vorne. Der Club ist mit 100 Foulspielen auf Rang 14. Häufigster Foulspieler beim Club: Virgil Misidjan (11).

3. Fazit

Der Club holt dank erheblicher Leistungssteigerung in der Offensive und der defensiven Intensität einen verdienten Punkt in Augsburg. Die starken Unterschiede zwischen den Halbzeiten, die auch statistisch feststellbar sind, liegen ein wenig an der Veränderung der Anlaufformation und sehr viel an der Veränderung der Intensität.

4. Zahlen zum Spiel*

Augsburg Nürnberg
2 Tore 2
14 (4) Schüsse (aufs Tor) 13 (5)
46,3 Zweikämpfe (in %) 53,7
55,0 Ballbesitz (in %) 45,0
17 Fouls 12
6 Ecken 6
110,76 Laufstrecke (in km) 113,30
Pass-Statistiken
424 (81,8%) Pässe (erfolgreich) 300 (79,7%)
14,9% (58,7%) Anteil lange Pässe (erfolgreich) 12,3% (48,7%)
33,0% (69,3%) Anteil Vorwärtspässe (erfolgreich) 37,3% (71,4%)
41,9% (91,0%) Anteil Seitwärtspässe (erfolgreich) 29,0% (87,4%)
12,7% (85,2%) Anteil Rückwärtspässe (erfolgreich) 14,7% (93,2%)
Nerd-Statistiken
1,12/2,5/2,61 Expected Goals 1,07/1,5/138
2,24 Expected Points 0,57
6,12 PPDA 11,73

*Alle Daten in den ersten beiden Kategorien (außer der Zweikampfquote von Onefootball und der Laufstrecke vom Kicker) von Wyscout. Benutzung unter der Journalistenlizenz des Anbieters. Die Pass-Statistiken ergeben insgesamt weniger als 100%, da eine kleine Anzahl an Pässen nicht kategorisiert wird. Die „expected goals“, also die Angabe der Tore, die statistisch auf Grund der abgegebenen Schüssen zu erwarten gewesen wären, erfolgt in der Reihenfolge „Wyscout/Fivethirtyeight/Understat, die expected Points, also die aus dem Spiel statistisch zu erwartenden Punkte, stammen von Understat, die PPDA, also die zugelassenen Pässe pro Defensivaktion – eine Metrik, die anzeigt, wie hoch der Pressingdruck einer Mannschaft ist, je niedriger der Wert, desto weniger Zeit hat der Gegner am Ball – stammt von Wyscout.

5. Stimmen zum Spiel

Michael Köllner: „Es war ein packendes Spiel. Beide Mannschaften sind an die Grenzen gegangen. Jeder, der heute hier war, wird lange an das Spiel denken. Nachdem wir die erste Halbzeit verschlafen haben, ist es fantastisch, dass wir nochmal so zurückgekommen sind. Wir haben einen richtig guten Charakter, die Mannschaft bleibt immer positiv und holt alles raus. Unsere Fans haben das hier heute gefühlt zu einem halben Heimspiel gemacht.“
Manuel Baum: „Wir wollten die Woche mit dem dritten Sieg beenden, das ist uns leider nicht gelungen, deshalb sind wir nicht zufrieden. Wir haben in der ersten Halbzeit richtig gut gespielt, waren geduldig und haben verdient ein Tor gemacht. Danach haben wir es verpasst, eins nachzulegen. In der zweiten Halbzeit ist Nürnberg dann besser ins Spiel gekommen, hat uns höher angelaufen. Das 1:1 ist dann bitter, weil wir zuvor an die Latte köpfen und danach den Ball nicht klären können. Durch einen sensationellen Freistoß von Schmid gehen wir dann nochmal in Führung. In der Schlussphase haben wir dann keine Entlastung mehr hinbekommen. Dass dann mal einer durchrutscht, kann mal passieren. Wir ärgern uns jetzt zwar über das Ergebnis, aber zwei Siege und ein Unentschieden in einer Woche sind auch in Ordnung.“
Lukas Mühl: „Die erste Halbzeit haben wir verschlafen, wir waren nicht mutig. Das haben wir in der Halbzeit klar angesprochen. In der zweiten Halbzeit haben wir das dann richtig gut gemacht und uns den Punkt auch verdient. Wir sind eine eingeschworene Truppe, denken immer im Positiven. Unsere Mannschaft lässt sich nie unterkriegen, gegen Stuttgart wollen wir auf alle Fälle nachlegen.“
Christian Mathenia: „In der ersten Halbzeit haben wir zurecht hinten gelegen. Wir sind sehr gut aus der Kabine gekommen und haben ein gutes Gesicht gezeigt. Das Unentschieden ist absolut gerechtfertigt. Wir haben wieder eine tolle Moral bewiesen und gezeigt, dass wir immer zurückkommen können.“
Andreas Luthe: „Nürnberg hat es am Ende einfach erzwungen, denn wir haben eigentlich nicht mehr für Entlastung sorgen können. Nach vorne waren wir auch nicht zwingend genug. Ich denke, das Unentschieden geht dann auch so in Ordnung. Wir hätten gerne den dritten Sieg der Woche eingefahren, aber nach so einem Spiel muss man sich auch einmal mit einem Punkt zufrieden geben.“
Daniel Baier: „Wenn du so eine gute erste Halbzeit spielst, ist ein Punkt insgesamt zu wenig. Aber gegen Ende haben wir fast um das Gegentor gebettelt, daher müssen wir mit dem einen Punkt leben. Es ist schade, dass es durch das Unentschieden keine komplett perfekte Woche wurde.“
Alfred Finnbogason: „Es fühlt sich ein wenig wie eine Niederlage an. Wir waren über große Teile des Spiels die bessere Mannschaft, bitter, dass wir dann so kurz vor Schluss noch den Gegentreffer bekommen. Wir haben aus unserer Dominanz einfach nicht genug herausgeholt.“

6. Noten zum Spiel

Spieler CU-Note Kicker NZ BILD WhoScored
Christian Mathenia 3 3,5 3 4 6,0/10
CU-Urteil: Bei den Gegentoren machtlos, obwohl er beim 1:0 fast noch den Fuß an den Ball bekommt. Ein grober Wackler nach einer Ecke, dafür seinerseits die Ecke zum 2:2 durch einen präzisen Schlag auf Misidjan eingeleitet.
Robert Bauer 3 4 4 4 6,9/10
CU-Urteil: Findet langsam seinen Platz, defensive stark, nach vorne immer noch weiter ausbaufähig.
Georg Margreitter 3- 3,5 4 3 6,4/10
CU-Urteil: Fast Business as usual. Ließ Finnbogason vor dessen Lattenkopfball aber entwischen und verursachte den Freistoß zum 2:1. Sonst aber solide und sicher.
Lukas Mühl +3 3 3 3 7,9/10
CU-Urteil: Sorgte für den wichtigen späten Ausgleich. Nach wackligem Beginn, auch beim 1:0 einen Schritt zu spät, mit ganz starkem Finish und vielen abgefangenen Bällen.
Tim Leibold 4 4,5 4 5 7,3/10
CU-Urteil: Beim 1:0 verlor er den entscheidenden Zweikampf, bereitete dafür das 2:2 per Ecke vor. Am Anfang mit großen Problemen, mit fortdauerndem Spiel immer sicherer, am Ende sogar mit Vorstößen.
Virgil Misidjan +3 3 3 3 6,6/10
CU-Urteil: Kratzt auf Grund des unwiderstehlichen Solos vor dem 1:1 am „gut“. War dafür aber insgesamt einen Tick zu wenig durchsetzungsfähig.
Hanno Behrens 3 4 4 3 6,5/10
CU-Urteil: Fand sich wie die ganze Mannschaft nur langsam ins Spiel ein. Als er das getan hatte war er aber durchaus präsent, wenn auch vor allem in der Rückwärtsbewegung.
Ondrej Petrak 3- 4 4 4 7,1/10
CU-Urteil: Begann schwach, fand dann immer mehr ins Spiel und stabilisierte (83% Zweikampfquote, 85% Passquote) das Zentrum immer mehr.
Sebastian Kerk 4 4,5 4 4 7,1/10
CU-Urteil: Setzte wenige Akzente nach vorne, machte aber auch wenig offensichtliche Fehler. Insgesamt einfach eher blass.
Alexander Fuchs 3 3 3 3 7,0/10
CU-Urteil: Intensives Spiel inklusive Torerfolg. Machte den guten Eindruck durch seine Zweikampfschwäche (27% gew. Duelle) und einen plumpen Schwalbenversuch etwas kaputt.
Adam Zrelak 3 3,5 4 3 7,0/10
CU-Urteil: Schöne Vorlage mit der Brust vor dem 1:1. Vergab eine Großchance. Insgesamt sehr emsig und bemüht, bringt seine Bulligkeit gut zum Tragen.
Federico Palacios 3 3,5 3 3 6,2/10
CU-Urteil: Kam nach 57 Minuten für Kerk. Passsicher, laufstark, bewegungsfreudig. Belebte die linke Seite. Nur im letzten Drittel fehlt ihm manchmal der Punch.
Simon Rhein 3 6,3/10
CU-Urteil: Ersetzte Behrens nach 73 Minuten adäquat, immer wieder mit raumöffnenden Vorwärtspässen.
Törles Knöll 6,1/10
CU-Urteil: Kam in der 84. Minute für Fuchs. Fiel nicht weiter auf.

37 Gedanken zu „Analyse: Zwei völlig verschiedene Hälften

  • Auffällig, dass wieder einmal unsere Jungs von den Noten her ziemlich auf einem Niveau liegen. Keine Ausfälle, aber auch keine Top-Einzelspieler. Letztlich erneut eine gute Mannschaftsleistung.

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      • Das war wirklich eine sch… Situation für einen Verteidiger. Der Ball dotzt mit Effet auf, Du weißt nicht, in welche Richtung er zurückprallt und willst aber absolut sofort reagieren. Das hätte ein ganz dämlich aussehendes Eigentor werden können. Leibold gottseidank cool geblieben und konsequent gehandelt.

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  • Super Analyse, muss man wirklich den Hut ziehen, das finde ich nichtmal in Fußball Fachmagazinen.
    Davon abgesehen, was mich wundert, sind oft diese extrem unterschiedlichen Halbzeiten, die man auch an den Werten ablesen kann. Woran liegt das?
    Haben wir Startprobleme vielleicht mentaler Art bis die Mannschaft sich reinfuchst in ein Spiel oder benötigt Köllner immer erst 45Min zum analysieren, um die entsprechenden Korrekturen ob taktisch oder personell durchzuführen, die dann meistens fruchten. Ich meine das jetzt auch wertfrei, vielleicht weiß Köllner, daß Spiele eben erst in der 2. Hälfte entschieden werden. Zwei Halbzeiten wie Black&White absolut komplentär.

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    • Ich glaube nicht, dass der Trainer das bewusst macht.
      Jedenfalls lese ich überall, dass Köllner in der Halbzeit wohl richtig laut geworden und hart mit der gezeigten Leistung ins Gericht gegangen ist.
      Wenn das stimmt – dann liegt es also nicht man Trainer, sondern am Tiefschlaf der Mannschaft.

      Bleibt die Frage, warum das wiederholt vorkommt.
      Ehrfurcht vor dem Gegner?
      Lieber zu lange abtasten, als hinten raus keine Power mehr zu haben?
      Oder der Gegner ist einfach auch mal zu stark.

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      • Ich glaube, dass das beim Club Methode hat, die erste Halbzeit zurückhaltend anzugehen. Soll doch der Gegner anrennen. Wir sparen unsere Kräfte und je länger die Partie dauert, desto überlegener werden wir. In allen Spielen, in denen wir gepunktet haben, war das so. Erinnert ein wenig an die Club-Wucht unter Weiler.

        In der letzten Saison haben wir das auch schon oft gesehen. Da haben wir anfangs gespielt wie ein Hühnerhaufen, fanden offensiv kaum statt … In der Pause hat Köllner ein bisschen umgestellt und auf einmal flutschte es und wir haben gewonnen.

        Bin gespannt, ob Ewerton zeitnah in die Startelf zurückfindet. Es gibt kein Argument gegen Margreitter und Mühl.

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  • Nachdem sich so langsam der Eindruck festsetzt, der Club würde stets nur eine Halbzeit Fussball spielen, muss man sagen, 10 Punkte aus fünf Spielen ist ein überragender Wert, für einen Aufsteiger!
    Scherz beiseite, solange wir doppelt soviele Punkte haben wie die direkten Abstiegsplätze und gleichzeitig vier Punkte vor dem 16. Platz ist ergebnistechnisch zumindest alles im Lack.
    Lediglich der Punkteschnitt hat noch Verbesserungspotenzial-was ja auch drin gewesen wäre, wenn bei Hertha und gegen Frankfurt am Ende alles gepasst hätte.

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  • Also Leibold den verlorenen Zweikampf vor dem 1:0, wenn man es noch so nennen will, anzukreiden, ist schon sehr hart. Meiner Ansicht nach wird er nämlich gefoult, nicht nur recht hart weggecheckt, sondern auch unten am Fuß getroffen.

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    1
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  • Ich finde, dass Misidjan im Verhältnis zu seinen Offensivkollegen zu schlecht wegkommt. Für mich war er auch gegen Augsburg nicht nur wegen seiner Energieleistung vor dem 1:1 unser entscheidender Faktor in der Offensive.

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  • Das war mal wieder ein typisches Clubspiel. Auf jeden Fall hat diese Truppe Moral das beweisen Sie immer wieder aufs Neue, und wenn Sie den Mut haben können sie auch guten Fußball spielen.
    Für mich die Entdeckung der letzten Spiele ist Simon Rhein. Ich habe ihn jetzt drei mal gesehen und muss sagen ich bin beeindruckt – trotz Slpapstickeinlage in Rostock. Ich denke da haben wir mal wieder einen aus dem Hut gezaubert, der uns noch viel Freude bereiten wird (wenn er nicht zu früh wechselt oder sich schwer verletzt). Der Junge hat eine klasse Ruhe am Ball und ein super Gefühl für den freien Raum, d.h. er dreht sich oft dahin, wo der Gegner es nicht erwartet und schafft mit ganz einfachen Mitteln viel Raum und treibt das Spiel nach vorne an. Von der Spielanlage ein wenig wie der junge Gündogan bei uns. Vielleicht nicht mit derselben physischen Dynamik, aber es muss ja nicht jeder bei Manchester oder PSG landen. Clublegende in spe würde mir völlig ausreichen…

    13

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    Antwort
  • Deine sezierende Analyse ist inzwischen sicher Pflichtlektüre für alle künftigen gegnerischen Trainerteams…

    Immer wieder bereichernd!

    Zu den Noten versuche ich idR zu Schweigen – wenn man benotende Lehrkörper in der Familie hat, weiß man: das ist kein einfach Brot!
    Diesmal verstehe ich zwar die generelle Verweigerung einer 2 aufgrund der ersten Hälfte, dass aber Bauer in seiner Leistung Misidjan ebenbürtig gewesen sein soll – diese Meinung hast du, glaube ich, exklusiv. (Ne, plus zählt da nicht, das war mehr als eine Nuance).

    Bauer hatte 2 böse Patzer, mag er auch noch so sehr rein kommen und Misidjan hat außer 10 Minuten Wunden lecken schon in der ersten Halbzeit Spaß gemacht.

    Gestehe, du hattest kurz über eine 2- nachgedacht. 😉

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    Antwort
    • Hab ich. Und bei Bauer stand lange das Minus. Aber Misidjan ist mir tatsächlich oft noch etwas brotlos, der rennt viel (und idealiter geht das auch so aus wie beim 1:1), aber wirklich viel Wirksames gab es dann halt doch nicht in Augsburg und da war dann die Zwei für mich (und – wie man sieht – auch alle anderen anwesenden Nürnberger Journalisten) eben doch zu hoch gegriffen. Bauer fand ich eben grundsolide (Torschuss, 71% Zweikämpfe, kein Foul, 100% Passquote bei langen Bällen) ohne zu glänzen (ein haarsträubender Ballverlust in der Vorwärtsbewegung bei 2:1, einer bei 2:2, keine Flanke zum Mann, nur ein „progressiver Lauf“), so dass ich zum Minus neigte, aber mich dann dagegen entschieden hab, weil eben nichts Tragisches über die Seite passiert ist.

      Was Mühl angeht, der war schon gut, aber so überragend fand ich ihn (Tor hin oder her) nicht, kein langer Pass zum Mann, 4 Ballverluste in der eigenen Hälfte, dazu vorm 1:0 ausgespielt und vor Richters Schuss in der 55. Minute nicht ins Duell gekommen. Das reicht mir nicht für eine Zwei. Sieht der Spiegel mit nem SPIX-Wert von 57 übrigens auch so, da ist er auch nicht in der Elf des Spieltags, im Gegensatz zur Sportschau. Wo wir beim Spiegel sind: Fuchs hat da nen Wert von 84, Misidjan von 18.

      Ich merke übrigens, dass ich anders bewerte, wenn ich ein Spiel mit Kenntnis des Ausgangs anschaue, als im Eifer des Gefechts. Hab das Spiel erst Sonntag in der Aufzeichnung gesehen. Man geht anders ran, wenn man weiß, was passiert.

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      Antwort
      • Doch, musst mal das Spielsystem bei SPON umschalten, da ist er bei zwei von vier angegeben Systemen in der Spieltageself. Da sind so kleine Schaltflächen oberhalb der Spielfeldanzeige.
        In der ARD Sportschau Spieltageself ist ein Bild von Leibold zum Text zu Mühl drin. Das ist auch Qualitätsjournalismus.

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        Antwort
        • Hab ich vorhin durchgespielt, auch bei ner Dreierkette ist er da nicht dabei, wäre bei 57 als SPIX-Wert auch ungewöhnlich.

          Kann‘s sein, dass es die Saisonelf ist? Weil Mühl hatte da ganz extrem gute Werte zu Beginn der Saison.

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          Antwort
          • Hö? Ne, war ganz sicher mit drin! Moment, ich schau mal.
            Stimmt! Der war gestern auf dem 3. Platz in der Liste der Innenverteidiger und ist jetzt dort auch unter „ferner liefen“. Anscheinend ist denen da ein Fehler unterlaufen, den die mittlerweile korrigiert haben.

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            Antwort
      • Ich frage mich, ob man das „brotlos“ nicht zu hoch hängt. Wie oft im Spiel gelingen denn einem Spieler Aktionen, die tatsächlich ein Resultat erzielen. Man kann schließlich nicht mit jedem Versuch Gefahr heraufbeschwören oder gar an einem Tor beteiligt sein, sonst würden wir Ergebnisse wie im Handball bekommen.

        Das stete Versuchen mit dem Potential, den Unterschied ausmachen zu können sollte man vielleicht wirklich höher bewerten, schließlich hängt der Erfolg einer Aktion auch von den einbezogenen Mitspielern ab. Erkennbar ist jedenfalls, dass Misidjan deutlich mehr „Alarm“ macht, als die anderen Offensivspieler. Das führt auch zur Bindung von Defensivkräften und mehr Freiraum für die anderen. Diese offensichtliche Auffälligkeit der Aktionen ist dann vielleicht doch nicht nur brotlos, auch wenn mal keine Toraktion daber herauskommt. Eine gewisse Zweikampfquote ist aber natürlich Voraussetzung, um dem optischen Eindruck Substanz zu geben. Ich finde aber schon, dass er sich zumindest ein wenig von seinen Kollegen abhebt. Ein bloßes + oder – verleiht dem dann nicht genug Ausdruck.

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      • Danke für den Einblick in deine Überlegungen. Das „Nachsehen“ erklärt schon im doppelten Wortsinn die mögliche Krux.
        Mir ging es nur um die Relation der beiden.
        Hier der Grundsolide mit zwei bösen Schnitzern, dort der HansDampf mit einem Vorbereitungssolo und der herausgeholten Ecke vor dem 2:2. Brotlos wäre anders… 😉

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  • Mühl hatte wohl eine überragende Spielstatistik, war Torschütze und ist deshalb in der Sportschau und im Spiegel im Kader des Spieltags.
    Da gilt meiner Meinung nach, im Vergleich Mühl zum, vor allem in der ersten Hälfte, unterirdischen Fuchs, notenseitig das Gleiche, wie beim Vergleich Bauer mit Misidjan.

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  • Vielleicht hat das mit den zwei unterschiedlichen Halbzeiten auch ganz simple etwas mit der Kraft zu tun, ich kenne kaum eine Mannschaft die zwei Halbzeiten lang das heutzutage extrem hohe Tempo gehen kann. Selbst Hoffenheim hat das Tempo bei uns erst in der 2. Halbzeit auf den Rasen gebracht, die erste Halbzeit war auch nix. Vielleicht ist das oft verhaltene Spiel in der 1. Halbzeit von Köllners Mannschaft auch einfach eine Art Marschroute. Kein Team kann bei den vielen Spielen derzeit Pokal, International, Bundesliga derzeit jedesmal zwei Halbzeiten 90 Min lang Vollgas geben.

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    • Naja, Hoffenheim hatte schon in der ersten Halbzeit beste Chancen mehrere Tore zu erzielen. Meistens war Mathenia oder manchmal auch ein Bein eines unserer Innenverteidiger gerade noch dazwischen. Mit der Auswechslung von Mittelstürmer Szalai für 6/8er Grillitsch und der folgenden Umstellung bei Hoffenheim stieg deren Druck dann auf für den Club unhaltbare Zustände. Unsere waren dann einfach auch zu platt, um die zu hohe spielerische Klasse von SAP insgesamt auch läuferisch noch annähernd auffangen zu können.

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