Die Botschaft des Herrn Labbadia

Alfred (klick) trat an den Tresen und ich hob das Pilsglas und sagte: „Prosit Neujahr!“

„Gsunds Naais!“

„Gesundes Neues!“, erwiderte Hannes (klick).

„Woss gibbdsn Naais?“

„Was soll’s schon Neues geben?“, fragte der Wirt zurück.

„Gibbds nix Naais vomm Glubb?“

„Ist in Spanien im Trainingslager“, antwortete Hannes.

„Hodda scho a boor naaie Schbiela?“

„Bis jetzt noch nicht“, sagte der Wirt.

„Unsere Neuen sind die Rekonvaleszenten, die wieder ins Training einsteigen“, verkündete Hannes: „Valentini, Löwen, Mathenia, Behrens.“

„Firn Schdurm brauchda obba scho a boor richdich Naaie. Sundsd iss imm Schdurm a Flaudn. Hossd doch gsääng, woss in da Voorrundn im Schdurm firra Flaudn woor.“

„Vorsicht mit Neuzugängen“, gab ich zu bedenken. „Höchste Vorsicht!“

„Worumm?“

„Die könnten den Teamgeist stören.“

„Weer soochd dess?“

„Köllner. Jedenfalls hat er’s so ähnlich gesagt. Laut Zeitung (klick).“

„Sie legen im Trainingslager den Fokus auf das Offensivspiel (klick)“, bemerkte Hannes. „Wenn sich da die Automatismen einschleifen, brauchen wir vielleicht gar keine neuen Kräfte für den Angriff.“

„Unsere Mannschaft muss sich darauf einstellen, dass sie mit dem Ball etwas tun muss“, sagte ich.

Quelle: Spiegel 52/2018, S. 130

„Woss mussa?“

„Sie muss sich darauf einstellen, dass sie mit dem Ball etwas tun muss.“

„Woss issn dess firra Gwaaf. Naais Johr, gaichs bleeds Gwaaf.“

„Hat Labbadia gesagt. Vor dem Spiel von Wolfsburg in Nürnberg. Also laut Zeitung hat er das gesagt. So oder so ähnlich.“

„Und prompt hat seine Mannschaft das Spiel gewonnen (klick)“, sagte der Wirt und reichte mir ein frisches Pils über den Tresen.

„Obba nedd, walla dess gsoochd hodd, sondan wall da Glubb si bleed oogschdelld hodd. Soo bleed lossi mi doch nedd auskondan.“

„Tja, dann woll’n wir mal hoffen, dass sich die Hertha im ersten Rückrundenspiel so blöd anstellt wie der Club gegen Wolfsburg“, sagte ich und nahm einen Schluck aus dem Glas.

44 Gedanken zu „Die Botschaft des Herrn Labbadia

  • Ist das aus der Rubrik Hohlspiegel?Bei der derzeitigen Punkteausbeute kann er es sich erlauben.Es soll letzte Saison Hohn-und Spottgesänge aus der Wolfsburger Fankurve für ihn gegeben haben.Knapp die Liga halten und in der neuen Saison mit etwas Glück besser dastehen-das könnte die Botschaft für Köllner sein.

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    • „Wir steigen ab,
      Wir kommen niewieda,
      Wir haben Bruno Labbadia.“

      Was reimt sich auf Köllner?

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      • So krumm kann ich das auch😉:
        „Mir staigen ab, oder auch ned,
        und falls,
        hammer drotzdem an Dräner aus der Oberpfalz“

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        • Ich wollte ja nur überliefern wie der Wolfsburger an sich so reimt. 😉

          Mein eigenes Projekt ist die polnische Hymne in „Noch ist Nürnberg nicht verloren…“ umzudichten, damit es mal was Knalligeres im Stadion gibt (und auch in Erinnerung an einen meiner Lieblingsspieler, Jacek Krzynówek). Vermutlich muß man es auch transponieren, liegt etwas hoch für bierselige Stadionbesucher.

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          • Geht hier bis zum f rauf. Wer die Höhe packt, kann es herrlich rausplärren, wer nicht, grölt halt nach unten oktaviert mit. Beim Ambitus von insgesamt eh nur einer Oktave für alle gut machbar. Also Bässe F bis f, Tenöre f bis f‘. Die geballte Macht der Oktaven! Allenfalls für Baritone etwas lästig, sich zwischen Brummen und Krähen entscheiden zu müssen. (analog freilich Alt, Sopran und Mezzosopran)

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            • !!!
              Klasse, Dude. Aber vlt sollten wir erstmal einen Kanon proben, Du dirigierst im Mittelkreis die Nord – GG – Süd und Haupt, irgendwas á la
              „Michel, spann den Wagen an,
              Sieh, die Bild bringt Unker übers Land,
              Hol noch ein paar Punkte,
              Hol noch ein paar Puhunkte…“

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            • Gridsche war subber! Aber die Hymne is glaub zu kompliziert. Nauf, nunder, arch schnell…

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              • Das meinte ich ja, es soll ja flotter, knalliger sein. Die Spieler sollen sich nach dem Singen ja anpassen und nicht mehr wie so oft im Tempo von „Die Legende lebt“ denken und spielen.

                Außerdem schaffen die es im Grünwalder auch im flotten Marschtempo 57,58,59,60! zu singen.

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                • “Flotter” ist ein kontaminiertes Wort😂 – kurz nach der Wende war ich mit nem Freund in Dresden, ihm war kalt, er brauchte eine lange Unterhose. Im neuen Kaufhof studierte er das Angebot, entschied sich für Feinripp ohne Muster, und die Verkäuferin mahnte an: “Wollnse ni was Flodderes, da grigd ihre Freundin doch’n Schregg förs Lääm”! Hat sie nicht, die Beiden haben derweil zwei goldige Kinder (und arbeiten zur Zeit an der Oper in Nürnberg)!

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                • Weiß auch nicht warum ich überhaupt flott benutz habe, war glaube ich das erste Mal in einem schriftlichen Beitrag.
                  Die Oper die hat’s momentan besser als der Club, die haben einen jungen, (zumindest mich) begeisternden „Übungsleiter“ sprich GMD, allerdings wird’s da nach zwei, drei Jahren auch laufen wie beim Club und sie wandert zu einer der großen Adressen ab.

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                • Wenn Du dort Timo oder Oka triffst – bitte herzlich grüßen!

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                • Freunde vom Markazero malen das Bühnenbild der Nämbercher Oper?! Wie kann man sich das vorstellen?!
                  – Das Schwarzwaldmädel trällert fröhlich vor den üblichen „Auerhühnern auf einer Waldlichtung“-Bild
                  – „Das Zigeunermädel“ im Hintergrund bei der Operette „Der Zigeunerbaron“ von Franz Josef äääh Johann Strauss (Darf die Operette aus dem 19. Jahrhundert überhaupt noch so heissen?! Muss die nicht in Schokokuss umbenannt werden? Ah nee, das war das mit den Apotheken)
                  – „Das Segelschiff im Sturm“-Bild dann für die etwas unbekanntere Operette „Mannschaft an Bord“

                  Das ist schon toll, mit den marktüblichen, drei Sujets kann man als Kunstmaler maximalen Erfolg auch für benachbarte Kunstformen kreieren.

                  Mir persönlich würde ja so eine Sujet-Verschmelzung von Hoppers „Nighthawks“ und Clubfans in einer Sky-Kneipe vorschweben. Immer nur diese drei gleichen Gemälde Zigeunerin, Schiff im Sturm und Auerhühner vor Alpenwaldkulisse sind doch langweilig.

                  Hier mal die Beschreibung, frei aus Wikipedia angepasst:
                  In einer warmen, dampfigen Schummeratmosphäre eines fränkischen Wirtshauses sitzen sechs Clubfans, die gebannt auf den Sky-Großbildschirm schauen, sich nicht unterhalten und dem Clubspiel zusehen. Andere Clubfans aller drei (!) Geschlechter sitzen oder stehen an der kurzen Theke mit einem darüberhängenden, verblichenen und beleuchteten „Siechen-Bier“-Schild, in deren Mitte der ranzerte, urfänkische Wirt tätig ist. An der Wand hängt am Spender umgekehrt eine 2l Flasche Noris-Weinbrand. Ein weiblicher Clubfan, deutet vielleicht zu einem männlichen Clubfan oder auch nicht, es bleibt offen, ob sie ihn kennt oder nicht, es bleibt offen ob sie und er ein Paar sind oder ob sie einander kennenlernen wollen. Ein Clubfan mit dem Rücken zum Betrachter hat ein altes Clubkäppi aus den 70er Jahren auf.

                  Hob, Pinsel entstaubt und los gelegt! 🙂

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          • Mein Vorschlag zu etwas knalligerem, der aktuellen Situation angepasst:
            Melodie: „Breakin the law“ von Judas Priest
            Lyrics: veteran

            Auf geht’s Nürnberg heute gilt es, heut ist es soweit
            Heute stehen wir zusammen für den großen Fight
            Ihr da unten auf dem Rasen haut jetzt alles rein,
            wir hier oben auf den Rängen werden bei euch sein!

            Wir bleiben drin, wir bleiben drin
            Wir bleiben drin, wir bleiben drin

            Wir wollen in der Liga bleiben das ist unser Ziel
            Dafür geben wir gern alles, es ist nie zu viel!
            Und am Ende dieses Tages ist es dann vollbracht
            Ist der Sieg dann endlich unser feiern_wir die ganze Nacht!

            Wir bleiben drin wir bleiben drin!
            Wir bleiben drin wir bleiben drin!

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      • Nicht der Club ist der Depp;
        wir sind ärmer dran:
        Wir haben Köllner und
        Bornemann!

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      • „Mit am onnan gengas kerzagrod in die Hölln na,
        do bin ich werglich froh, mer hom den Köllner.“

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  • und zu allem Überfluß ist dann auch noch ein Bild von Löwen im Trainingslager mit Vogelschei**e auf der Stirn der Renner in den Social Media derzeit.

    Seht her der 1.FCN, wir haben die Schei**e nicht nur am Fuß :-/

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    • So ungläubig hat ein Freund von mir auch geschaut, als ihm Ähnliches in Irland passiert ist. Dass die Dame an der Hotel-Rezeption, welcher er seine (neue) Jacke zur Reinigung übergeben hat, gefragt hat „is it paint?“, fand er nicht sehr lustig. Dass alle in der Lobby sich daraufhin kaputtgelacht haben, erst recht nicht. Ist aber auch echt demütigend, wenn man von einer fetten Möwe vollgekackt wird.

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  • Also jetzt muß ich die Bild mal loben. Aber noch viel mehr den Spieler. Das Interview mit Leibold war klasse.
    Ich drück ihm die Daumen, daß er es in der Rückrunde besser schafft.

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    • Ich verstehe nicht was an dem Interview so toll ist bis auf, daß er sich selber die Erstligareife abspricht. Eine wirklich Erklärung warum es so schlecht lief, er nennt es naiv hat er auch nicht.

      „Wenn man meine Leistungen in der Hinrunde sieht, muss man vielleicht sagen: Der Junge ist in der zweiten Liga besser aufgehoben! Im Endeffekt will aber natürlich jeder Bundesliga spielen.

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  • Ob mer absteign oder ned,
    is doch woschd.
    Des is ka gfred,
    ich hab an dorschd
    und geh eh naus.
    Des macht fei an Cluberer aus.

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  • Kontinuität und Konsolidierung als Limerick:

    Der Köllner lehrt das schöne Spiel
    Und trotzdem gwinn‘ mer net viel
    Das Budget ist zu knapp
    vielleicht steig‘ mer ab
    im Auge das langfristige Ziel

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    • Steil abwärts geht’s und nicht empor,
      der Club zu oft das Spiel verlor.
      In der Abwehr brennt’s,
      im Angriff klemmt’s!
      Wann rettet uns der Inves-Tor?

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  • Im Moment spielen wir erste Bundesliga, wenn wir dann noch definieren, was das langfristige Ziel ist.
    Daß wir da wieder hin kommen, wo wir jetzt schon sind? 🙂 Okey..hört sich nach einem echten Plan an.

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    • Wir müssen unseren Rekordaufsteiger-Rekord zur Sicherheit einen draufsetzen, nicht daß uns der genommen wird. Das ist der mittelfristige Plan.
      In einer Gesellschaft, die überall ein Chaos ausbrechen sieht, wenn es im Winter mal wieder schneit (ARD-Brennpunkt!), sind nur solche Rekorde ein Faktor der Stabilität, Korsettstangen auf bestellten Feldern und somit ein antichaotisches Mittel.

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    • Was klingt an „mittelfristig oben festsetzen bei gleichzeitiger finanzieller Konsolidierung, auch wenn es zwischendurch Ausschläge noch unten geben kann“ so absurd?

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          • Unsern erschdn Ausschlag nach undn,
            häddn die Fans gern schbäda gfundn!
            Da brauhng mer fei ned greiner,
            wall danooch wirds wieder feiner
            Auswärtsschbiele wieder in Pauli und Duisburk
            Wieder amohl gwinner und ka gegurk!

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  • Das Ziel ist, sich oben festzusetzen
    doch viel zu viele Dummes schwätzen
    dann brennt’s unter’m Dach
    der Aufbau fällt flach
    um dann wieder uns’re Lizenz zu verletzen

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    • Ein Positivist aus Franken
      versuchte, gar wortreich zu flanken.
      Doch wie die auf dem Gras,
      blieb er dabei blass;
      da scheint‘ s noch an vielem zu kranken.
      😉

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      • Ein Poetry-Slam aus Franken
        Wortreich und voller Gedanken
        Da kann man den Clubfans nur danken

        Schee is des drotz aller Sorng
        Wäis schbilln, däi Doldi,
        seh mer morng

        No ned

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        • In finsteren Zeiten
          ist es schwer
          positiv zu denken

          Viel leichter hat’s der Pessimist
          das Motto ist
          Alles schlecht zu finden

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  • . . . . . . . . . . . a . . b . . s . . t . . i . . e . . g . . . . . r . . e . . t . . t . . u . . n . . g

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    • Ein sorgfältig durchkomponiertes Meisterwerk. Fällt, wie bei jedem großen Kunstwerk, erst bei der Analyse auf: 40 Punkte, Chapeau!

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  • ein aufsteig
    ist noch
    kein absteig
    zwischendrin
    sorge ob
    klassenerhalt
    machbar

    Furchtbar, diese Lyrik-Bände aus den 70ern…

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    • Müsste man mal unseren Literaturprofessor fragen, ob er nicht was dadaistisches beisteuern könnte. In dieser Richtung wüsste ich gar nicht, wo ich anfangen sollte….

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      • Die einschlägigen Foristen würden sagen, dass das Abwehrverhalten des Clubs dadaistisch ist😜

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  • Ich schaue mir gerade im Livestream das Testspiel vom Club gegen den Tabellenvorletzten der belgischen Liga an. Der Fcn spielt mit seiner Top Besetzung und hat aktuell nicht den Hauch einer Chance. Ich bin echt gespannt wie man diese grotten schlechte Leistung schön reden will. Testspiel hin oder her, aber was da geboten wird ist einfach nur traurig.

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  • Abwehrfehler
    Abwehrfehler und Gegentore

    Gegentore
    Gegentore und Niederlagen.

    Abwehrfehler
    Abwehrfehler und Niederlagen.

    Abwehrfehler und Gegentore und Niederlagen
    und ein Abstieg.

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    • Ich habe den Club gegen Freiburg im Stadion gesehen und habe gedacht schlechter geht es nicht mehr aber scheinbar nach dem Testspiel scheint es doch noch schlechter zu gehen.

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