Gegnergespräch: Als Zuschauer macht es nun wieder deutlich mehr Spaß #m05FCN

Vor dem zweiten Rückrundenspiel des 1. FC Nürnberg bei FSV Mainz 05 – das sagen die Mainzer

Im Rahmen der Kooperation von Clubfans United mit Total beGlubbt hat sich Felix im Gegnergespräch mit Mara Pfeiffer unterhalten. Wir fassen das Interview kurz zusammen, in voller Länge zu hören auf meinsportpodcast.de oder im Player am Ende des Artikels.

Das Interview

Die bisherige Saison kam mir ein wenig wie ein Auf und Ab vor, insgesamt aber sehr ausgeglichen. Wie hast du die bisherige Saison erlebt?

Auf und Ab? Ich finde wir spielen eine gute Runde bisher. Gerade wenn man bedenkt, dass wir in der ersten Saison mit Sandro Schwarz durchaus Schwierigkeiten hatten. Es kristallisiert sich immer mehr heraus, was für eine Art Fußball Sandro Schwarz sehen möchte, also über Ballbesitz und spielerische Lösungen und nicht nur über den Kampf. Es herrscht Zufriedenheit auch mit dem Tabellenplatz. Gerade nach der Systemumstellung mit Raute im Mittelfeld hat man mehr Ballsicherheit und das Team kommt damit immer besser zurecht. Im Trainingslager sind wir in den Testspielen oft in Führung gegangen, man kann also Tore machen, das war in der letzten Saison ein Problem. Da brauchte man oft 6-7 Anläufe und dennoch passierte nichts, jetzt fallen die Tore eben. Allerdings hat man zuletzt eine 2:0-Führung noch hergegeben, gegen Stuttgart sogar fast ein 3:0. Aber auch als Zuschauer macht es nun wieder deutlich mehr Spaß. Da ist Bewegung drin, da fallen Tore. Und am Ende sieht man doch lieber ein 3:2 als ein 1:0. Man sollte nur selbst vermeiden die drei zu bekommen.

Wie du sagst: In den Wintertestspielen wurden mehrfach Vorsprünge verspielt und auch gegen Stuttgart setzte es nach souveräner Führung noch zwei späte Gegentore. Wie erklärst du dir das „Testspielsyndrom“ und die Mainzer Probleme nach deutlichen Führungen?

Wenn die Probleme wirklich „groß“ wären, dann hätten man das Auftaktspiel gegen Stuttgart noch Remis gespielt oder gar verloren. Das konnte man ja aber verhindern. Es ist wahrscheinlich einfach eine Kopfsache und man muss den Verwaltungsmodus raus bekommen. Man darf gar nicht anfangen zu denken, man könnte jetzt etwas Kräfte schonen, denn als Mainz 05 triffst du eben in der Bundesliga auf Teams, die dir ebenbürtig sind oder vom Kader sogar besser sein müssten. Egal wie das Spiel bis dahin lief, du musst bis zum Ende fokussiert bleiben. Das ist auch das Einzige, daher mache ich mir da nicht so viele Sorgen. Das waren Testspiele und als es darauf ankam, hat es ja noch geklappt.

Muss den „vier Schwarz-Phasen“ noch eine fünfte hinzugefügt werden, Stichwort: Spiele verwalten? Sollte Mainz nächste Saison tatsächlich in Europa spielen, wird es nicht immer mit Vollgasfußball gehen.

Von Europa redet in Mainz ganz sicher niemand. Das war fast amüsant, als das einer aus dem Stuttgarter Umfeld sagte, Mainz schiele jetzt nach Europa. Bevor die 40 Punkte-Marke nicht geknackt ist kümmert man sich hier nur um den Klassenerhalt. Es ist also komplett unsinnig sich da Gedanken zu machen, wie man spielen müsste, wenn man international spielen würde. Europa ist ein ganz wunderbarer Kontinent, aber Mainz konzentriert sich auf die Bundesliga. Es wäre sogar ein fataler Fehler zu glauben, man habe schon das Ziel Klassenerhalt erreicht und könne sich neue setzen. Aber diesen Fehler wird man hier sicher nicht machen.

Einen großen Anteil am aktuellen Erfolg haben die Sommerneuzugänge. Rouven Schröder hatte da ein wirklich glückliches Händchen, oder?

Definitiv. Aber es ist eben auch ein Zeichen dafür, dass hier in Mainz wieder etwas zusammengewachsen ist. Die letzten Jahre war viel Unruhe, durch die gesamten Vereins-Umstrukturierungen mit vielen personellen Veränderungen. Angefangen beim Abgang von Christian Heidel und Harald Strutz, der zurückgetreten ist, über den neuen Vorstandsvorsitzenden Stefan Hofmann und Sportvorstand Rouven Schröder oder Jan Lehmann im kaufmännischen Bereich. Das braucht alles seine Zeit, bis sich das eingespielt hat, dazu der Trainerwechsel zu Schwarz. Die Leute müssen sich kennenlernen, ihre Vorstellungen darlegen. Das sah man bei den Neuzugängen letztes Jahr: Manchmal verschätzt man sich eben, der Spieler ist nicht so gut wie gedacht oder man vergreift sich und der Spieler passt nicht ins Team. Da wurde die Kritik gleich schnell laut in Richtung Rouven Schröder und der musste lernen, wie es ist in der ersten Reihe zu stehen. Diese Saison hat es besser gepasst und man fand Spieler, mit denen Sandro Schwarz auch was anfangen kann. Und dann ist natürlich auch immer ein wenig Glück dabei. Von den Summen braucht man da gar nicht reden, das sind Transfers, die sich Mainz vor Jahren nicht hätte leisten können, aber dafür hat man ja auch höhere Einnahmen. Und auch Transfers wie Diallo (Anm.: für 28 Mio. zum BVB) sorgen dafür, dass das Geld ja da ist und keiner an die eisernen Reserven muss. Dieses wirtschaften mit Augenmaß wirkt nach außen vielleicht ziemlich langweilig, fühlt sich aber richtig gut an. – Aber es sind eben nicht nur die Neuzugänge, auch die vorhandenen Spieler können wie gegen Stuttgart ein Spiel entscheiden, wenn der Neuzugang nicht voll trainieren konnte in der Vorbereitung. Auch da ist was zusammengewachsen und man hört aus den Spielerkreisen, dass eben auch das menschliche stimmt. Und natürlich hat das Auswirkungen am Platz, das sind ja Menschen und dazu immer jüngere Kerle. Da ist es besser, wenn man miteinander auch außerhalb des Platzes gut klarkommt. Und gerade wenn man in eine neue Stadt oder gar ein neues Land kommt, ist es wichtig das Gefühl zu haben, man ist hier nicht alleine.

Was erwartest du angesichts der katastrophalen Nürnberger Auswärtsbilanz am Samstag für ein Spiel?

Man freut sich natürlich darauf das erste Heimspiel im neuen Jahr zu gewinnen und hat sich mit dem Auswärtssieg endlich mal eine gute Basis geschaffen – was lange ja ein Problem war, das mit den Auswärtsspielen. Natürlich ist Mainz der Favorit, spielt zu Hause und Nürnberg ist Aufsteiger. Aber davon sollte man sich nicht blenden lassen. Im Hinspiel hatte Mainz Schwierigkeiten mit Nürnberg. Ich habe zwar zuletzt vom FCN nicht viel gesehen, aber das ist ja eine Mannschaft, die sich nicht nur hinten reinstellt, sondern versucht mit ihren Mitteln Fußball zu spielen. Ich erwarte ein Spiel mit viel Kampf, Mainz wird versuchen viel spielerisch zu lösen. Ich denke, am Ende wird Mainz das bessere Ende für sich haben und es werden viele Tore fallen – ich tippe auf ein 3:1. Und damit wären hier alle sehr zufrieden. Aber Nürnberg ist keine Laufkundschaft.


Der Podcast in voller Länge

Audiolänge: 18:34 | Moderator: Felix Amrhein


Das Interview führte Felix Amrhein mit Mara Pfeiffer für Total beGlubbt in Zusammenarbeit mit Clubfans United am 24.01.2019. Redaktionell zusammengefasst von Alexander Endl.

14 Gedanken zu „Gegnergespräch: Als Zuschauer macht es nun wieder deutlich mehr Spaß #m05FCN

  • Nürnberg gewinnt, einfach weil „sind keine Laufkundschaft“- was auch immer dieser Begriff eigentlich ausdrücken soll

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    • Laufkundschaft (oder Gelegenheitskundschaft; englisch ladder, occasion customer, chance customer) sind in der Absatzwirtschaft Kunden, die ihren Bedarf entweder als Passant zufällig „im Vorübergehen“ oder jeweils einmalig nach Vergleich der Marktdaten (Marktpreis, Menge und Qualität) bei ständig wechselnden Anbietern decken. Gegensatz sind die Stammkunden.

      soll wohl heissen wir gehören in die erste Liga…

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  • Wenn man zuhause nicht punkten kann, müssen die Punkte eben auswärts geholt werden. Mainz gehört eher zu den schlechteren Mannschaften der Liga, sind aber ganz klar bundesligatauglich. Man muss mindestens so stark sein wie Mainz, um in der Bundesliga bestehen zu können. Ein echter Prüfstein also, um zu testen, wie tauglich wir sind und zu beweisen, dass der Aufstieg nicht nur eine Freikarte für ein Jahr „mal mitspielen dürfen in der 1. Liga“ ist.

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  • Da unsere Auswärtsbilanz noch schwächer ist, als unsere Heimbilanz:
    Teo tippt ein 4:0 für Mainz, ich ein 3:0 für Mainz.
    Der Spielverlauf ist, nachdem jetzt auch die Spielberichtet vorher bei Nordbayern Online einfach geguttenbergert werden können, wie immer:
    Spätestens zur 20. Spielminute liegen wir durch ein ganz simples und einfach herausgespieltes Tor hinten. Kurz darauf werden wir nach einem eigenen Standard ausgekontert, dann stehts schon 2:0 und noch vor der Pause schläft die Viererkette bei einem Mainzer Standard. Nach dem 3:0 zur Halbzeit lassen es die Mainzer ruhiger angehen und spielen das Spiel locker herunter und geben fleissigen Nachwuchsspielern noch etwas Einsatzminuten. Die Torschussstatistik ist irgendwas mit 12 für Mainz und 4 für uns.

    Heute steht auf der dritten Seite der NN tatsächlich schon vorab der Nachruf auf unseren Trainer.

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  • Da mein Kommentar erneut im Nirwana des Blogs verschwand…. ah, jetzt ist er plötzlich wieder da. Bitte mal die MySQL Datenbank pflegen. Die reagiert anscheinend sehr lahm.

    Nach dem Spiel erzählt unser Trainer wieder, welch tolles Spiel unsere Farben gespielt haben, dieses Mal eindeutig das allerbeste Spiel der Saison, noch besser als die letzten Spiele, die auch jeweils schon Saisonhöchstleistungen darstellten.

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  • Mit dem Blog stimmt was nicht, vor allem mit der Editierfunktion!
    Bitte mal Server/Dienste durchstarten und die Datenbank checken. Da ist was schief.
    Keine Ahnung, ob MySQL hier verwendet wird und ob das auch ein Update der DB Statistiken und von Indices kann/hat, aber so eine Maßnahme in der Richtung wäre sicherlich gut.

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  • Schiessen wir in Mainz
    Keins
    und hielten hinten die Null,
    wäre das schon ganz cool
    Noch besser wär,
    wir schießen in Mainz
    Eins
    Und hielten hinten die Null,
    Mann wär das toll.
    Doch vielen scheints,
    als schiesse Mainz Eins
    oder mehr
    und wir Keins
    und das wär
    Bullshit

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  • Der Mainzer Trainer Schwarz hat es glaube ich auf den Punkt gebracht, mehr gibt es dazu eigentlich nicht zu sagen.

    „Die Nürnberger sind gut strukturiert, machen zwischen den Strafräumen eigentlich viel richtig – nur da, wo die Spiele entschieden werden, im Moment eben nicht.“

    Vielleicht machen wir da heute doch mal was richtig 🙂

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    • Also das mit dem weniger rotieren war dann wohl auch eher ein schlechter Scherz. Zrelak war in der vergangenen Partie nicht mal im Kader, also wieder der altbekannte Klassiker, von der Tribüne in die Startaufstellung🤦.
      Mensch Michl.

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  • Meine Frau heute beim Frühstück, beim Lesen der dritten Seite „Mensch Michl“ über Michael Köllner in der NN:
    „Ihr Clubfans seid blöd, so einen netten Menschen als Trainer hattet Ihr noch nie. Warum soll der denn jetzt schon wieder entlassen werden?“

    Meine Frau dann später, während sie sich die Schuhe anbindet schaue ich mir gerade auf Sky die Zusammenfassung der 1:3 Niederlage gegen die Hertha an:
    „Was machen denn die Spieler? Die stehen ja nur dumm rum und schauen zu, was der Gegner macht! Allmächd sind die schlecht.“

    Dann ich so:
    „Tja.“

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  • Also mir gefällt die Aufstellung, ich habe so ein unerklärliches Bauchgefühl, das mich selbst überrascht, wir holen heute was.

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    • 2 Gegentore haben wir uns geholt.
      Dein Gefühl hat dich nicht betrogen.

      Dennoch: Wenigstens einen Hoffnungsschimmer habe ich mir gewünscht..

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