Gegnergespräch: Offensivdruck aus dem Norden #FCNSVW

Vor dem Heimspiel des 1. FC Nürnberg gegen den SV Werder Bremen – das sagen die Fans des Gegners.

Im Rahmen der Kooperation von Clubfans United mit Total beGlubbt hat sich Felix im Gegnergespräch mit Sebastian Hoffmann unterhalten. Wir fassen das Interview kurz zusammen, in voller Länge zu hören auf meinsportpodcast.de oder im Player am Ende des Artikels.

Das Interview

Der Saisonstart in Bremen ließ sich sehr gut an mit nur einer Niederlage an den ersten achten Spieltagen. Da wurde dann durchaus auch von Europa geträumt oder?

Da hast du Recht, wir sind aber generell eher zurückhaltend, was sowas angeht. Der Saisonstart war Bombe, gerade im Vergleich zum Vorjahr, und die Neuzugänge viel versprechend, allen voran Davy Klaassen. Die Spiele gegen Hannover und Nürnberg waren allerdings schon nicht so berauschend. Auch jetzt in der Hinrunde haben wir uns gegen Hannover wieder schwer getan. Es scheint manchmal so als ob es eher die großen Gegner sind, die es unseren Spielern leichter machen. Lassen wir uns überraschen, wenn es in Richtung Europa geht ist es gut. Wenn nicht, ist auch keiner böse.

Nach dem 8. Spieltag kam ein gewisser Bruch. Seitdem gab es nur noch zwei Siege. Wieso ist es Werder nicht gelungen den erfolgreichen Fußball des Saisonbeginns aufrechtzuerhalten?

Da hat noch keiner ein Rezept für gefunden. Es waren Remis und Niederlagen dabei, die doch sehr unglücklich waren – wie die Niederlage in Dortmund. Da waren wir gleichwertig und hatten Pech gehabt – oder uns extrem dumm angestellt.

Aktuell ist Bremen das personifizierte Mittelfeld (7 S, 5 U, 7 N, ausgeglichene Tordifferenz). Florian Kohfeldt sprach davon, dass es eigentlich unglaublich sei mit diesem Fußball nur auf Platz 11 zu stehen. Sieht Werder Bremen momentan schöner aus als es das Ergebnis zeigt?

Diese Aussage ist vollkommen richtig. Exemplarisch das Spiel gegen Frankfurt, das muss man 5:1 gewinnen und spielt nur 2:2. Wenn es ganz doof läuft kriegst man am Ende sogar noch einen Elfmeter gegen sich. Wir spielen wahnsinnig guten Offensivfußball, gerade mit Max Kruse in der besten Form seit er bei Werder ist, und den beiden Eggestein.

Was stand bei Werder in der Winterpause im Vordergrund?

Das Trainingslager ist ja buchstäblich ins Wasser gefallen, Testspiele mussten abgesagt oder abgebrochen werden wegen Gewitter, das hätte man sich anders vorgestellt. Vor allem bei Standardsituationen muss man sich verbessern. Es wurde viel am Mannschaftsgefüge gearbeitet, das scheint sich auszuwirken, jeder wirft sich rein. Kohfeldt hat da gute Arbeit geleistet und alle überzeugt.

Das Spiel gegen Nürnberg wird laut Augustinsson wegweisend. Muss Bremen jetzt liefern wenn man oben angreifen will? Schließlich kämpfen drei der nächsten vier Gegner aktuell gegen den Abstieg.

Auch die Aussage kann ich voll unterstreichen. Wenn es wieder so ein Gegurke gegen Nürnberg wird wie im Hinspiel und vielleicht nur ein Remis herauskommt, wird es schwer in den nächsten Wochen. Das Pokalspiel gegen Dortmund steht ja auch gleich an und da wäre ein Erfolg gegen Nürnberg wichtig. Am Montag wird der Verein 120 Jahre alt, damit steht man in der Stadt im Fokus und auch deshalb ist das Ergebnis beim FCN sehr sehr wichtig.

Kevin Möhwald wird am Samstag erstmalig nach Nürnberg zurückkehren. Wie verlief seine Saison seit dem Wechsel an die Weser?

Ich bewerte Möhwald sehr positiv. Habe letzte Saison die 2. Liga verfolgt auch mit Blick auf mögliche Perspektivspieler für Werder. Möhwald zeigte sich da schon wie auch bei uns in der Vorbereitung als ein solcher Spieler mit guten Perspektiven. Am Anfang hatte er noch nicht gespielt, er musste sich noch durchsetzen, zwischenzeitlich hat sich sein Standing in der Mannschaft auch nach seiner eigenen Aussage geändert. Er macht seine Sache gut, hat einen guten Schuss aus der zweiten Reihe. Er ist zwar ein Offensivspieler, packt aber auch mal zu und ist sich nicht zu schade auch mal das taktische Foul zu nehmen.

Was erwartet den 1. FC Nürnberg und seine Fans am Samstag für ein Spiel?

Viel Ballbesitz für Bremen, die das Spiel machen werden und das auch können. Unser Offensivspiel ist derzeit wirklich gut und das wird sehr schwer für Nürnberg. Nur die Chancenverwertung ist zu bemängeln, gegen Frankfurt müssen da fünf, sechs fallen. Auch in Hannover muss man sechs Tore machen oder mehr. Der Club muss sich auf großen Offensivdruck einstellen. Die drei Punkte müssen wir leider mitnehmen.


Der Podcast in voller Länge

Audiolänge: 14:17 | Moderator: Felix Amrhein

Foto „Bremer Roland“: Hendrik Schuur


Das Interview führte Felix Amrhein mit Sebastian Hoffmann für Total beGlubbt in Zusammenarbeit mit Clubfans United am 31.01.2019. Redaktionell zusammengefasst von Alexander Endl.

12 Gedanken zu „Gegnergespräch: Offensivdruck aus dem Norden #FCNSVW

  • Hoffen wir auf ein ansehnliches Spiel, einen fairen Schiri (VAR!) und endlich einmal das bessere Ende für den Club!

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  • Vor dem zweiten Rückrundenspiel des 1. FC Nürnberg bei FSV Mainz 05 – das sagen die Mainzer….!?!?
    Da hat copy + paste wohl zugeschlagen? 😉

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  • Da bei beiden Vereinen das Trainingslager ein Reinfall war schlage ich vor das zum Bereits erprobten Testspielmodus zurück gekehrt wird-diesmal mit der Regeländerung:gespielt wird bis der Club gewonnen hat!
    (Hinweis für die Stadiongänger:nehmt Euch für heute Abend nichts vor)

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  • Club mit identischer Aufstellung wie letzte Woche.
    Bemerkenswert.

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  • Warum wird eigentlich Ishak in letzter Zeit nur noch auf die Bank gesetzt?
    Weiß da jemand den Grund?

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  • Ich verstehe nicht, warum Palacios „klein aber wertvoll“ ist laut Köllner. Mir leuchtet nur ein, dass er klein ist, aber es mag sein, dass ich manches nicht erkenne. Er fällt meistens überhaupt nicht auf.

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      • Dem Tor ging ein katatrophaler Fehlpass von Palacios voraus. Er ist anscheinend wertvoller als Misidjan. Von Zrelak habe ich heute nichts gesehen.Ich vermisse Ishak und Kubo.

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  • Auf jeden Fall stimmt die Einstellung der Mannschaft und des Trainers, was auch im letzten Spiel schon festzustellen war. Als Cubspieler und -trainer (und -fan ;)) muss man hart im nehmen sein und beherzt weiterkämpfen.

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