Analyse: Auf Grund von Halbzeit Zwei verdient

Analyse zu Hannover 96 – 1. FC Nürnberg 2:0 (1:0) – Der Club verliert das Duell mit dem Schlusslicht, weil er seine wenige Chancen nicht nutzt und zurecht früh in Unterzahl gerät.
1. Aufstellung, Formationen, Ereignisse
2. Taktische und statistische Auffälligkeiten
3. Fazit
4. Zahlen zum Spiel
5. Stimmen zum Spiel
6. Noten zum Spiel

1. Aufstellung, Formationen, Ereignisse

Abb.1: Ungefähre Startformation

Michael Köllner musste im Vergleich zum letzten Ligaspiel drei Veränderungen vornehmen. Ondrej Petrak war gelbgesperrt, Virgil Misidjan (Adduktoren) und Georg Margreitter (muskuläre Probleme) fehlten verletzungsbedingt. Für Petrak kam Simon Rhein zum Einsatz. Der Youngster hatte im Jahr 2019 noch kein einziges Mal zum Spieltagskader gehört und seinen letzten Einsatz beim 0:2 gegen Wolfsburg gehabt. Statt Margreitter rückte Mühl wieder ins Team, Misidjan wurde von Törles Knöll ersetzt. Für Knöll war es der erste Startelfeinsatz seit dem 1:1 gegen Frankfurt, seitdem hatte Knöll drei Kurzeinsätze gehabt, war in fünf Spielen im Kader gestanden und in sieben Pflichtspielen nicht, so auch nicht in Hamburg oder gegen Bremen.

Im Spieltagskader gab es dementsprechend weitere Veränderungen, Kevin Goden fehlte mit einer Muskelverletzung, für ihn stand Robert Bauer erstmals im Jahr 2019 im Kader, Lukas Jäger wich Patrick Erras, der einen Magen-Darm-Infekt überstanden hatte, den letzten freien Kaderplatz übernahm Alexander Fuchs. Nicht dabei war damit unter anderem auch Eduard Löwen. Der Allrounder war aber nicht krank oder verletzt, sondern wurde von Michael Köllner verbal abgewatscht, in dem der Coach sagte, dass momentan 18 andere besser seien.

In der Grundformation setzte Köllner anfangs gegen den Ball auf ein 4-4-2. Knöll und Zrelak bildeten die Doppelspitze, dahinter agierte eine Reihe mit Pereira, Behrens, Rhein und Palacios. Lange hielt sich diese Reihe aber nicht, denn schon nach elf Minuten musste Simon Rhein das Feld wieder verlassen. Der 20-Jährige war im Zweikampf mit Hannovers Korb zu spät gekommen und war dann mit offener Sohle das Schienbein des Gegners entlang geschrammt. Ein Foul, das – auch wenn die Verantwortlichen nach dem Spiel das anders sahen – keine andere Möglichkeit als den Platzverweis zuließ.

Köllner reagierte auf den Platzverweis, indem er Knöll und Pereira tauschte und in einer Art 4-3-2 agieren ließ. Über weite Strecken der ersten Halbzeit war die Unterzahl des FCN nicht zu spüren. Im Gegenteil, der Club hatte sogar die besten Chancen durch Knöll (19.) und Zrelak (31.). Dennoch rettete sich der Club nicht in die Halbzeit, da Hannover in der fünften Minute der Nachspielzeit, die auf Grund der zahlreichen langen Unterbrechungen (Rote Karte, Verletzung Akpoguma) auch nachvollziehbar war, in Rückstand geriet: Bei einer Flanke von der rechten Abwehrseite zog Ewerton im Luftduell mit Weydandt den Kürzeren, so dass dieser in die Mitte ablegen konnte, wo Müller frei stand und vollstreckte, obwohl Mathenia noch die Faust an den Ball brachte.

Abb.2: Ungefähre Formation nach dem Platzverweis

De Rückstand war zu diesem Zeitpunkt unglücklich, aber nicht untypisch. Wieder einmal wackelte die Abwehr beim Verschieben nach einer Flanke, in diesem Fall kam Leibold nicht hinterher, so dass Ewerton ins Duell mit Weydandt musste und Mühl alleine in der Mitte im Niemandsland strandete. Mühl selbst schaltete aber auch nicht schnell genug und war nicht bei Müller. Nach der Pause war dann Hannover eindeutig in Kontrolle des Spiels, Köllner wechselte in der 60. Minute (Fuchs für Palacios) und 76. Minute (Kubo für Knöll) positionsgetreu und verwandelte die Grundformation bei eigenem Ballbesitz eher in ein 4-4-1 mit Raute, wirklich Druck entwickelte der Club nach der Pause aber nicht mehr.

Kubo fügte sich dann auch gleich unglücklich ein, indem er vor dem Hannoveraner Strafraum einen Fehlpass spielte, den die Gastgeber zu einem Konter nutzen. Müller schloss diesen zum 2:0 ab, auch weil er Ewerton davon lief, der in dieser Situation alles andere als spritzig wirkte. Erst beim Stand von 0:2 und noch zwei Minuten auf der Uhr brachte Köllner dann Mikael Ishak, der Schwede kam für Enrico Valentini – Alex Fuchs rückte in den Schlussminuten auf dessen Rechtsverteidigerposition. Da hätte es schon 1:2 stehen müssen, doch Lukas Mühl verfehlte nach einer Ecke das halbleere Tor. (86.) Stattdessen blieb es beim 0:2 in einem Spiel, das über die gesamten 90 Minuten kein Bundesliganiveau hatte.

2. Taktische und statistische Auffälligkeiten

Die Unterschiede zwischen der ersten und der zweiten Halbzeit fallen auch bei der Betrachtung der Zahlen ins Auge. Vor der Pause lag der Ballbesitz des FCN bei 40%, danach bei 58%. Vor der Pause setzte der Club drei Konter und schloss zwei davon sogar mit einem Torschuss ab, nach der Pause liegt die Quote bei nur noch einem Konter und der führte nicht einmal zum Torschuss. Vor der Pause gab der Club seine Schüsse im Schnitt aus nur 11.7 Metern Entfernung zum Tor ab, nach der Pause waren es dann 22 Meter.

Es ergibt sich somit ein Bild des Spiels, das durchaus schlüssig ist: Bis zum Führungstreffer war Hannover aktiv, machte eher das Spiel, das führte dazu, dass sich dem FCN Räume boten, um zu kontern. Der Club nutzte die Chancen aber nicht, stattdessen traf Hannover mit dem letzten Angriff der ersten Halbzeit und zog sich nach der Pause zurück. Der Plan ging auf, Hannover hatte nach der Pause fünf Konterangriffe, einer davon führte zur Entscheidung.

Ein zentraler Grund, warum es vor der Pause nicht klappte, war, dass der Club nur einen Schuss auf das Tor der Gastgeber zustande brachte: Knölls Schuss, der von Esser gehalten wurde. Ein Schuss auf das Tor des Gegners, das ist tatsächlich einer mehr als am Dienstag in Hamburg, dennoch ist es der niedrigste Wert in der Bundesliga seit dem Spiel gegen Wolfsburg. Damals lag der Wert – wie in Hamburg – bei keinem Schuss auf das Tor der Gäste. Das war auch in Dortmund und Leipzig der Fall. Ein Schuss aufs Tor ist also der viertschlechteste Wert des FCN in dieser Saison. Hannover dagegen brachte 47% seiner Schüsse aufs Tor. Gegen den FCN hatten nur Hertha in der Rückrunde (57%), Hoffenheim (57%), Dortmund (53%) und Schalke (52%) bessere Werte. Wer oft genug aufs Tor schießt, trifft auch.

Weitere Auffälligkeiten im Stenogramm:

  • 9 Klärungen, also weggeschlagene Bälle, stellen den zweitniedrigsten Wert der Saison dar. Nur gegen Wolfsburg (2) gab es noch weniger.
  • Wyscout notiert eine Erfolgsquote von 53% bei den Flanken des FCN. Das stellt einen Saisonhöchstwert dar.
  • Auf Grund der langen Unterzahl sind die meisten kumulierten Laufdaten des Spiels natürlich arg verzerrt. Die durchschnittliche Geschwindigkeit beim Laufen allerdings nicht. Die war beim FCN tatsächlich minimal höher (7,1 km/h) als bei Hannover (6,9 km/h).
  • Der häufigste Sprinter des Spiels ist mit Tim Leibold (31 Läufe mit mehr als 24 km/h) auch ein Nürnberger.
  • Die meisten Fehlpässe spielte am Samstag übrigens auch ein Nürnberger: 12-mal brachte Christian Mathenia den Ball nicht beim eigenen Mann an.
  • 73% der Pässe des FCN ins letzte Drittel kamen an, das ist der dritthöchste Wert der Saison. Hannover brachte aber fast 80% seiner Pässe ins letzte Drittel an, hatte also einen höheren Wert, obwohl der Club fast eine Saisonbestleistung hinlegte.
  • Zum sechsten Mal in dieser Saison lief der FCN überhaupt nicht ins Abseits.
  • Die Misidjan Foul-Watch hat diese Woche Pause. Der Niederländer fehlte verletzt. Er bleibt damit bei 44 Fouls gegen sich in der Saison. Leipzigs Diego Demme hat nun zu ihm aufgeschlossen. Wolfsburgs Maxi Arnold ist weiter Erster in dieser Wertung. Er wurde inzwischen 49-mal in dieser Saison gefoult.

3. Fazit

Es ist unstrittig, dass der Club einen schweren Stand über die gesamte Spieldauer hatte, da er insgesamt (Nachspielzeiten eingerechnet) 86 Minuten zu zehnt spielen musste. Das Lamentieren darüber verbietet sich aber, da die Entscheidung gerechtfertigt war. Für diese Umstände lieferte der Club vor der Pause sogar eine anständige Leistung ab, verpasste es aber das 1:0 zu machen und somit auch das Publikum in Hannover gegen die Heimmannschaft aufzubringen. Stattdessen kassierte er mit dem letzten Angriff den Rückstand und erholte sich davon nicht mehr. In der zweiten Halbzeit war dann über weite Strecken das zu sehen, was man vom Club in dieser Spielzeit kennt: Offensive Ideenlosigkeit gepaart mit defensiver Sorglosigkeit, die sich in einigen Pässen direkt ins Hannoveraner Pressing manifestierte. Hannover gewann deshalb letztlich das Spiel zurecht, musste dabei aber nicht einmal wirklich überzeugen. Die Wahrscheinlichkeit, dass es diese Partie in der kommenden Saison erneut gibt, ist daher auch nicht gerade gering. Für die Verantwortlichen beim FCN gilt es daher zu überlegen, welche Veränderungen auf allen Ebenen für den Neustart in Liga Zwei zu tätigen sind.

4. Zahlen zum Spiel*

Hannover Nürnberg
2 Tore 0
17 (8) Schüsse (aufs Tor) 9 (1)
53,3 Zweikämpfe (in %) 46,7
54,14 Ballbesitz (in %) 45,86
18 Fouls 16
4 Ecken 4
119,91 Laufstrecke (in km) 109,64
Pass-Statistiken
408 (87,75%) Pässe (erfolgreich) 375 (83,47%)
11,03% (75,56%) Anteil lange Pässe (erfolgreich) 16,80% (69,84%)
35,54% (86,90%) Anteil Vorwärtspässe (erfolgreich) 38,13% (72,79%)
37,01% (91,39%) Anteil Seitwärtspässe (erfolgreich) 32,53% (90,98%)
15,19% (90,32%) Anteil Rückwärtspässe (erfolgreich) 15,73% (94,92%)
20,59% (87,76%) Anteil progressive Pässe (erfolgreich) 18,93% (78,87%)
Nerd-Statistiken
1,75/1,6/1,44 Expected Goals 1,03/1,1/0,98
1,70 Expected Points 1,00
7,73/5,19 PPDA 12,44/14,83

*Alle Daten in den ersten beiden Kategorien (außer der Zweikampfquote von Onefootball und der Laufstrecke vom Kicker) von Wyscout. Benutzung unter der Journalistenlizenz des Anbieters. Die Pass-Statistiken ergeben insgesamt nicht 100%, da ein Teil der Pässe doppelt (z.B. lang und seitwärts) kategorisiert wird und andere Kategorien der Erfassung hier z.T. nicht aufgeführt werden. Mit progressiven Pässen werden Pässe bezeichnet, die mindestens 10 Meter Raumgewinn zur Folge haben oder aber im Strafraum an den Mann kommen. Die „expected goals“, also die Angabe der Tore, die statistisch auf Grund der abgegebenen Schüssen zu erwarten gewesen wären, erfolgt in der Reihenfolge „Wyscout/Fivethirtyeight/Understat, die expected Points, also die aus dem Spiel statistisch zu erwartenden Punkte, stammen von Understat, die PPDA, also die zugelassenen Pässe pro Defensivaktion – eine Metrik, die anzeigt, wie hoch der Pressingdruck einer Mannschaft ist, je niedriger der Wert, desto weniger Zeit hat der Gegner am Ball – wird in der Reihenhfolge Wyscout/Understat angegeben.

5. Stimmen zum Spiel

Michael Köllner: „Wir haben nach zehn Minuten eine harte Rote Karte hinnehmen müssen, das beeinflusst das Spiel natürlich. Mit Knöll und Zrelak hatten wir zwei Riesenchancen, da müssen wir in Führung gehen. In der zweiten Halbzeit haben wir versucht alles dagegen zu stemmen. Hinten raus hat die Mannschaft alles investiert, so bleibt aber ein bitteres 0:2.“

Thomas Doll: „Es war klar, dass wir hier keinen „Champagner-Fußball“ sehen werden und es ein sehr schweres Spiel wird. Wir haben nach dem Platzverweis eine Zeit gebraucht, um irgendwie mal ein bisschen Ruhe reinzubekommen und im Spiel nach vorne viele leichtfertige Ballverluste gehabt. Nürnberg hat das aber auch gut gemacht. Wir haben das dann nachher etwas besser gemacht. Bei dem ein oder anderen ist dann auch mal der Rucksack abgefallen. In der zweiten Halbzeit war es wichtig, dass wir mehr über die Seiten spielen und machen dann das wichtige 2:0. Ich habe mich besonders für den Nico Müller gefreut, der noch nicht so lange hier ist. Wir haben jetzt noch unheimlich viel Arbeit vor uns, haben ein Zeichen gesetzt, dass wir noch leben. Das ist ein guter Anfang.“

Hanno Behrens: „So früh rot zu geben, das macht das ganze Spiel kaputt. In einer Englischen Woche mit zehn Mann nach zehn Minuten – das ist ganz schwierig. Wir geben alles, wir hauen uns rein. Es soll momentan aber einfach nicht sein. Wir müssen sehen, dass wir Punkte holen. Egal, wie viele Nackenschläge wir noch kassieren, wir werden weiterhin alles geben. Man kann uns vieles vorwerfen, aber sicherlich nicht, dass wir nicht alles geben.“

Christian Mathenia: „Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass wir mit elf Mann hier heute gewonnen hätten. Hannover hat nichts auf die Platte bekommen, nur lange Bälle geschlagen. Wir haben es versucht spielerisch zu lösen, haben aber das Glück nicht auf unserer Seite, das ist einfach schade. Die meisten dürften jetzt nicht mehr mit uns rechnen, wir werden uns aber nicht fallen lassen, sondern die Boxhandschuhe rausholen und alles dafür geben, den Verein in der 1. Liga zu halten.“

Waldemar Anton:„ Die Freude ist natürlich sehr groß. Ich denke, wir haben ein gutes Spiel gemacht und klar, die Rote Karte hat für uns gesprochen und uns noch einen Schub nach vorne gegeben. Wir haben wie gesagt ein gutes Spiel gemacht und verdient gewonnen. Die stehen hinten Kompakt und wir mussten erstmal die Räume finden. Wir haben es aber ruhig gespielt die Nürnberger hatten wenig Torchancen. Bei sowas muss man einfach ruhig bleiben und auf die Situation warten – das haben wir gut gemacht. Der Sieg gibt uns natürlich Selbstbewusstsein. Es war ein wichtiger Sieg für uns heute, aber es geht noch weiter. Wir müssen in den nächsten Spielen noch mehr tun und noch mehr Schritte weitergehen.“

Marvin Bakalorz: „Ja klar freue ich mich, dass wir das Spiel gewonnen haben. Wir haben uns vorgenommen zu gewinnen, es ist lange her, dass wir gewonnen haben – und dann auch noch gegen einen direkten Konkurrenten untern drin. Natürlich spielt uns die Rote Karte in die Karten, mit einem Weniger ist es schwer. Aber jeder Sieg gibt Aufwind und ich hoffe, dass wir das jetzt in die nächste Woche mitnehmen können. Man hat gesehen, dass wir noch einiges an Arbeit vor uns haben, aber da arbeiten wir dran – ich bin da guter Dinge.“

Nicolai Müller: „Ich hoffe natürlich, dass der Knoten jetzt geplatzt ist, aber erstmal ist es nur ein Sieg. Ich glaube wir brauchen noch viel mehr um da unten rauszukommen, aber es ist ein guter Anfang. Ich stand heute zur richtigen Zeit an der richtigen Stelle. Die Tore haben gut getan. Ich hoffe es geht so weiter. Wir nehmen das positive Gefühl mit in die nächsten Partien.“

6. Noten zum Spiel

Spieler CU-Note Kicker NZ BILD WhoScored
Christian Mathenia 2- 2 2 2 7,1/10
CU-Urteil: Hielt, was zu halten war. Hatte einige gute Paraden. Versuchte die Mannschaft Mitte der zweiten Halbzeit noch einmal wachzurütteln, in dem er einen Mannschaftskreis veranlasste. Das nutzte nichts. Das Minus gibt es für die schwache Ballverteilung.
Enrico Valentini 4 3,5 4 4 6,6/10
CU-Urteil: Ordentlich und bemüht, aber mit deutlichen Schwächen im Abspiel.
Lukas Mühl 4- 4,5 4 4 6,1/10
CU-Urteil: Sah beim 0:1 unglücklich aus, obwohl er wahrscheinlich nicht so viel falsch machte. Vergab spät die Chancen zum 1:2. Gewann nur 50% seiner Zweikämpfe
Ewerton 5 5 5 5 6,8/10
CU-Urteil: Sah vor beiden Gegentoren unglücklich aus, auch sonst wenig souverän.
Tim Leibold 4 3,5 5 5 7,3/10
CU-Urteil: Gute Passquote (85%), aber wenig Impulse nach vorne. Beim 0:1 zu langsam beim Verschieben.
Matheus Pereira 3- 4,5 4 4 6,7/10
CU-Urteil: Laufstark (nur Behrens lief von allen Akteuren auf dem Platz mehr). Immer wieder mit guten Ideen, aber auch nicht immer mit präziser Ausführung. Gewann 56% seiner Duelle und damit mehr als die beiden Innenverteidiger.
Simon Rhein 5 6 5,1/10
CU-Urteil: Stand nur elf Minuten auf dem Platz, leistete sich ein ungeschicktes Foul, das zurecht mit einem Platzverweis bestraft wurde. Entschied damit mehr oder minder die Partie.
Hanno Behrens 4- 4 4 4 7,1/10
CU-Urteil: Lief viel, spielte wenige Fehlpässe, aber blieb weitgehend wirkungslos und war oft auf verlorenem Posten als einziger echter Defensiver im Mittelfeld.
Federico Palacios 4 5 5 5 6,3/10
CU-Urteil: Nur ein Fehlpass in 60 Minuten ist beeindruckend, hatte auch durchaus Ansätze, bei denen er seine technischen Fähigkeiten zeigte und das Spiel antrieb. Mehr als Ansätze waren es aber nicht.
Törles Knöll 4 4,5 3 4 6,4/10
CU-Urteil: Sehr engagiert, arbeitete viel auch in ungewohnter Rolle im rechten Mittelfeld. Vergab aber die Führung relativ frei gegen Esser.
Adam Zrelak 5 5 5 5 6,1/10
CU-Urteil: Extrem emsig und bemüht, aber einmal mehr gänzlich ungefährlich in Richtung Tor.
Alexander Fuchs 4- 4 5 6,1/10
CU-Urteil: Das Duracell-Häschen (162 Meter pro Minute), kam nach 60 Minuten für Palacios, spielte 12 Pässe, elf kamen an, verlor dafür aber 60% seiner Duelle. Wenig effizient und strukturierend.
Yuya Kubo 5,9/10
CU-Urteil: Kam in der 76. Minute für Knöll, spielte den Fehlpass, den Hannover zum Konter zum 0:2 ausnutzte. Insgesamt wenig auffällig.
Mikael Ishak 6,0/10
CU-Urteil: Kam in der 88. Minute. So richtig erklären konnte das keiner, warum der Schwede so spät kam, beziehungsweise warum dann überhaupt noch.

39 Gedanken zu „Analyse: Auf Grund von Halbzeit Zwei verdient

  • Gute Analyse, gerechte Noten. Verdeutlicht, dass der Club insgesamt bestenfalls ein ordentliches Spiel zeigte. Keinesfalls jedoch eines, das großen Optimismus für die kommenden Aufgaben oder gar den Klassenerhalt schüren würde.

    Die übertriebene Beurteilung Bornemanns, der eine Bombenmannschaft auf dem Platz sah, sehe ich der Emotion des Moments geschuldet.

    18

    1
  • @lblock4 Also für mich ist die Aussage von Bornemann der komplette Realitätsverlust dieses Mannes. Er hätte einfach nur sagen müssen, dass der Karren festgefahren ist und man sich zusammensetzt um zu besprechen wie es weiter geht. Stattdessen wird vom Trainer und Sportvorstand darum gejammert das die Nachspielzeit zu kurz war. Es ist einfach nur peinlich und traurig was sich zur Zeit beim Club abspielt.

    25

    7
  • Ich habe Ewerton trotz seines Schleichens vor dem zweiten Tor stärker gesehen als Mühl oder Valentini: er ist der einzige, der einigermaßen vernünftig hinten raus spielen kann, Mathenia leider eingeschlossen…..aber das sind marginale Unterschiede, ansonsten passen die Bewertungen. Mit Bundesliga hatte die Vorstellung nur sehr am Rande etwas zu tun, auch das ist richtig.

    16

    1
  • Was hatte denn eigentlich der Wechsel Fuchs für Palacios überhaupt für einen Sinn nach Rückstand? ..viel laufen ok, aber wenn man keinerlei relevante Aktionen hat wozu?

    13

    5
    • Fuchs sollte wohl mehr defensiv arbeiten, damit Behrens mehr in die Offensive gehen kann. Was aber leider nicht so klappte …

      4

      0
  • Ach: Zu Zehnt ab Minute Elf…war einfach ein zu großes Brett…

    Noch 13 Spieltage!!!
    Vielleicht weniger Erwartung mit Hoffnung verwechseln
    dann ist die Entäuschung nicht so groß!
    Und die Mannschaft zeigt nochmal, befreiter weil sowieso keiner mehr was erwartet, was sie kann.
    Das der Club in dieser Bundesliga ein „Underdog“ war und ist
    sollte eigentlich klar sein.

    13

    4
    • War ja auch eine riesen Idee in dem Existenzspiel einen jungen Spieler wieder von der Tribüne zu holen nachdem er monatelang unbeachtet war.
      Genauso wie die anderen bockstarken Ideen, nach Rückstand Fuchs zu bringen und und Ishak bei 0:2 in der 88! Minute. …

      29

      6
      • Im Nachhinein ist man ja oft klüger…
        Und solche ( sicher unabsichtlich) Fouls passieren auch erfahrenen Spielern…

        10

        5
        • Es geht darum daß wir keine kontinuierliche Team/Stamm Entwicklung und Selbstvertrauen haben mit dem sinnlosen Rotationskarussell und Köllner offensichtlich lieber unbequeme Spieler, die Qualtiät haben meidet oder gar bestraft, anders kann man es nicht mehr erklären, als diese zu integrieren im Sinne des Erfolgs. Ich bin überzeugt der Kader wäre einen guten Tick besser mit einem erfahrenen Trainer und hätte eine echte Chance gehabt im Abstiegskampf.
          Die nächsten beiden Heimspiel Dortmund und danch Leipzig, auswärts haben wir noch keinen Sieg diese Saison, das Ding ist sowas von gelaufen.

          32

          4
      • Ich weiß ehrlich nicht, warum manche meinen der Ishak bringt´s. Leider ist doch schon seit Monaten zu sehen, dass es für die 1. Bundesliga nicht reicht. Der Zrelak ist zwar nicht viel besser, aber doch etwas beweglicher.

        5

        8
        • Zrelak ist tatsächlich beweglicher und arbeitet viel nach hinten, aber er trifft halt zu wenig. Und nur aufgrund der inzwischen schon sprichwörtlich gewordenen „Trainingseindrücke“ darauf zu schließen, daß Ishak auch nicht trifft und ihn daher nur als Schlußminutenclown zu bringen, erschließt sich eben kaum noch jemand.

          7

          1
  • Das was wir jetzt erleben hat m.E. die Ursache in den desolaten Finanzen unseres Club. Vermutlich war und ist die finanzielle Situation noch viel schlimmer als wir vermuten. Das hat vermutlich auch zu Michael Köllner als Trainer geführt. Als die Trennung Trennung von Alois Schwartz erforderlich wurde ging es vermutlich darum eine Lösung zu finden die keine Mehrkosten verursachte. Das war dann der Köllner. Dem will ich die besten Absichten nicht absprechen, er ist aber zu sehr von sich und seinem tun überzeugt, beratungsresistent und ein Schönredner. Für den Aufstieg in der letzten Saison hat es nur gereicht weil andere Mannschaften schlechter als der Club waren. Auch da war schon abzusehen, dass das Spiel nach vorne für die erste Liga nicht ausreichen wird. Da hätte zwingend was getan werden müssen, können hat man halt nicht (siehe oben). In der ersten Liga mit dieser Truppe spielerisch bestehen zu wollen war in meinen Augen der völlig falsche Ansatz. Vom ersten Spieltag hätte ABSTIEGSKAMPF angesagt sein müssen. Jetzt ist es in meinen Augen zu spät. Auch ein Trainerwechsel, mit dem Ziel Klassenerhalt wird nichts mehr bringen, aber mit Hinblick auf die weitere Konsolidierung in der zweiten Liga und einem Wiederaufstieg (in ein paar Jahren) muss es trotzdem sein.

    17

    3
    • Wenn der Aufstieg nur geklappt hat weil viele Mannschaften noch schlechter waren, dann passiert der Abstieg jetzt weil viele Mannschaften noch besser sind.
      Gleicht sich Alles aus

      14

      5
  • Verstehe auch die Einwechslungen und Einwechslungszeit vom Trainer nicht ! Geht schon Monate so !?!?!

    22

    1
  • Super Analyse, danke dafür.

    Auch dieses Spiel hätte man aus meiner Sicht gewinnen können, trotz Unterzahl, aber es zieht sich wie ein roter Faden durch die Saison. „Wir“ schaffen es nicht das Spielglück zu erzwingen und in entscheidenden Momenten zuzupacken. Das ist in der Häufung über die Saison betrachtet einfach kein Zufall sondern ein überdeutliches Zeichen dass uns die Qualität AUF DEM PLATZ fehlt. ich weiß dass ich damit nichts neues sage und trotzdem: der verständliche Frust bricht sich Bahn und das offensichtliche ist einfach zu schmerzhaft um es zu akzeptieren. Unabhängig von Köllner oder Bornemann hat diese Mannschaft in der Bundesliga nichts verloren und der Aufstieg kam zu früh.

    Aus die Maus.

    12

    4
  • Das die Mannschaft nicht Bundesliga tauglich ist sieht wohl ein Blinder. Das aber Bornemann und auch Köllner die Spiele immer wieder schönreden ist schon ein starkes Stück. Sehr gute Vorbereitung, Bombenspiel gestern, dass ist doch ein Lügen in die eigene Tasche. Seit gestern ist nichts zu hören außer dieses peinliche Interview von Bornemann. Es gibt Probleme mit Spielern wie Erras, Kubo, Löwen und Ishak. Man hört nichts, was mit diesen Spielern los ist. So langsam fühlt sich der leid geprüfte Clubfan verarscht.

    19

    5
    • @ Harald

      Keine Führungscrew, die noch alle Sinne beisammen hat, tritt interne Diskrepanzen öffentlich breit.
      Ob Verisse in der Öffentlichkeit Spieler und Mannschaft stärker machen, darf ebenfalls bezweifelt
      werden.

      7

      1
  • Ich glaube der Aufsichtsrat steckt in einem Dilemma. Entlässt er Bornemann und Köllner wofür es sicher Gründe gäbe, dann gefährdet er die Konsolidierung. Die fälligen Abfindungen und Gehälter für die Neuen schmälern sicher die Mehreinnahmen aus dem 1. Bundesligageschäft (vermutlich deutlich). Ausserdem wer soll es dann machen? Hätte man schon einen oder zwei Neue?

    Andererseits: Wenn man es so laufen lässt und die Mannschaft holt evtl. keinen Punkt mehr, wie soll dann ein Neustart in Liga 2 mit der zusammengeschossenen Mannschaft und Bornemann/Köllner aussehen?

    Aber: Selbst ein neuer Sportvorstand/Trainer garantieren uns nicht, dass es besser läuft. Andererseits wird das Risiko, dass auch die nächste Saison in die Hose geht immer höher, wenn man nicht handelt.

    Gibt es Lösungen, die irgendwo dazwischen liegen? Vielleicht ein weiter mit Bornemann/Köllner und einer anderen Ausrichtung (Neuaufbau für Liga 2)? Oder eine Veränderung auf der Sportvorstand/Trainer-Position wenn der Abstieg rechnerisch feststeht, um den/die Neuen nicht gleich zu verbrennen? Es bleibt natürlich auch eine Resthoffnung, dass man es trotzdem noch schafft, wenn man alles so laufen lässt. Aber wie hoch ist diese Hoffnung, nach all dem was wir bisher diese Saison an Fussball gesehen haben?

    Was meint Ihr? Was sollte der Aufsichtsrat machen?

    6

    0
    • Irgendetwas verlauten lassen. „Wir sind der Meinung, daß…, und daher werden wir dies tun oder nicht tun.“
      Das wäre ein Anfang. Womit wir wieder bei „Kontrolle über die eigene Erzählung verloren“ wären. Angeblich ist es ja deutsche Mentalität daß wir so eine große Angst vor Fehlern und Scheitern haben daß wir lieber wie das Kaninchen vor der Schlange hocken und nichts tun.

      8

      0
      • Zumindest lernt man das in Seminaren für den Umgang mit internationalen Kunden, deutsche Krisensitzungen kreisen zu sehr um die alten Fehler und Schuldzuweisungen, während in den USA, in denen eine Pleite kein lebenslanger Makel ist, die Vergangenheit schnell abgehakt und zukunftsorientiert gestritten wird.

        8

        0
        • Selbst wenn der Vorstand klar kommuniziert wo der Weg hingehen soll (das kann ja nur die Konsolidierung der Fiskalhaushalts des Vereins sein) , bleibt dennoch die Frage, wie es auf Dauer weitergehen wird.
          Der Trainer ist mit dem Sportvorstand bei den Fans nicht mehr beliebt. Und sind wir ehrlich, daß ist das kleinste Problem!

          Auch in Liga 2 könnte dies zu einem Überlebenskampf führen, verändert man den Kader nicht um ein paar Positionen. Zusätzlich fehlt es auch der Mannschaft an nötigen Selbstvertrauen.
          Jetzt den Trainer zu entlassen ist meiner Meinung nach zu früh. Denn der Nachfolger würde auch nur verbrannt werden. Zusätzlich die Kosten einer Entlassung Köllners würden den Club wieder ins Minus bringen.
          Das Problem ist, das der vermutlich erneute Abstieg so katastrophal verläuft, wie man es sich selbst nicht eingestehen wollte.

          Das Pro und Contra einer Entlassung von Bohrnemann und Köllner sind ja offensichtlich. Währe ich im. Vorstand würde ich diese Saison mit beiden zuende bringen in der Hoffnung, daß vielleicht doch der Turnaround funktioniert, oder aber wenigstens spielerisch neue Maßstäbe von beiden gesetzt werden können im Falle eines Abstieges.
          Ist beides nicht der Fall, beide entlassen nach dem letzten Spiel in Liga 1 und mit neuen Figuren beginnen.
          Ob die Fans lauthals schreien oder nicht, es währe das Logischste von allen Optionen.

          6

          5
          • Zuerst muss AB entlassen werden, da der neue Manager oder Sportvorstand die nächste Saison planen soll. Vielleicht schafft es der hoffentlich Neue neues Spielermaterial frühzeitig anzukarren. Ich hab mal gehört, daß bei rechtzeitiger Integration Abläufe geübt werden können. Es soll schon vorgekommen sein daraus eine Stammformation zu formen.
            Bitte nicht wieder den Spruch :
            In unserer Situation muß man bis zu letzt warten.
            Die 50.000€ Verkaufserlös für Salli sollten gut angelegt werden.
            Aufgrund der „Konsolidierung“ wird nicht mehr Geld ausgegeben werden
            Das Märchen der angeblich verfügbaren 3 Mio. und keinen Spieler dafür zu finden, kann doch wohl keiner glauben.
            Ein Spaß werden noch die vielen Interviews von MK und AB bis Saisonende. Nach jedem Spiel der gleiche abgesprochene Text .

            1

            2
        • Gestern womöglich die ZDFInfo-Doku über Jordan Belfort gesehen? „In den USA ist eine Pleite kein lebenslanger Makel“ klingt fast nach einem Zitat daraus..

          0

          1
          • In den USA ist eine Pleite überhaupt kein Makel, denn es geht ein geflügeltes Wort um:

            „Erst wer dreimal Pleite gegangen ist, weiß wie es richtig geht.“

            0

            0
            • Wie recht die Amis haben! 1x absteigen und nie mehr wieder kommen kann jeder…

              1

              0
              • „Der Club ist ein Depp“ ins Positive verwandelt:

                „Der Club – Wir können Abstieg.“

                0

                0
  • OT: Vielen Danke an Herbertberbert für die Einladung zu Deiner Geburtstagsfeier, Sylvie und ich fanden es einfach toll. Können uns kaum erinnern, wann wir das letzte Mal um 2:30 heimgekommen sind. Neben dem genialen Essen war unsere Gesangseinlage ein Highlight. Meine Frau hatte es übrigens in voller Länge auf Video 🤩
    Zusammengefasst ein unvergesslicher Abend für uns, vielen Dank!
    Und Danke an Deine Frau und die zahllosen Unterstützer, die Dir unter die Arme gegriffen haben.

    3

    8
    • Vielen Dank, es war uns eine Ehre! Bin noch derangiert, mussten noch etwas aufräumen und sind erst gegen 4 Uhr ins Bett gefallen.

      3

      2
      • Nachträglich alles Gute wünsch‘ ich Dir🎉🍻😃!!! Da hab ich wohl instinktiv mitgefeiert, war auch sehr spät im Bett – hab mir allerdings nur Schrott-Filme im TV angeschaut. Gibt es das Gesangs-Video schon bei YouTube😜?!?

        2

        3
        • Dislikes für herzliche Geburtstags-Grüße sind etwas so Besonderes, dass ich direkt Screenshots gemacht habe, zur seligen Erinnerung😅

          1

          1
          • Alex hat doch auch sieben bekommen, nur weil er sich bedankt-
            Es ist schon alles gedisliked, nur noch nicht von allen

            0

            0
            • Alex war in meinem Kommentar selbstverständlich mitgemeint! Ich war sogar selbst versucht, ihn zu disliken, weil von Neid zerfressen, dass ich beim grandiosen Fest nicht dabei war😇

              0

              0
  • Nordbayern.de schreibt, der FCN sei laufschwach gewesen, bei 120km Laufleistung H96 zu 110km beim Club mit einem Mann weniger. Ist das noch objektive Berichterstattung?

    3

    0
  • Düsseldorf fertigt den VfB gerade ab.

    Zu Beginn der Rückrunde wurde Bornemann im TV auf die Transferpolitik angesprochen. Dass D’dorf sich fleissig verstärkt während der Club untätig bleibt. Sein lächelnder Kommentar war, dass man ja sehen wird, wer mit seinem Konzept besser fährt.

    Sieht man. Deutlich.

    15

    0
    • Hoffentlich müssen wir ihn nie mehr im TV hören und sehen!
      Den Schwätzer.

      6

      9
    • Das passt ins Gesamtbild.
      Wie unfassbar peinlich!
      Die müssen sich doch seit Wochen mit allerlei Optionen befassen oder fangen die erst jetzt damit an?

      2

      1

Kommentare sind geschlossen.