Gegnergespräch: Auswärts bei den Kellerkindern #FCNRBL

Vor dem Heimspiel des 1. FC Nürnberg gegen RB Leipzig- das sagen die Leipzig-Fans.

Im Rahmen der Kooperation von Clubfans United mit Total beGlubbt hat sich Felix im Gegnergespräch mit Ronny Muhm unterhalten. Wir fassen das Interview kurz zusammen, in voller Länge zu hören auf meinsportpodcast.de oder im Player am Ende des Artikels.

Das Interview

Der Rückrundenauftag gegen Dortmund ging in die Hose, seitdem läuft es aber ganz gut. Gegen die kleinen Mannschaften (Düsseldorf, Hannover, Stuttgart) hat man die Pflichtsiege eingefahren, gegen Frankfurt und Hoffenheim zumindest Remis gespielt. Wie zufrieden bist du mit dem bisherigen Rückrundenverlauf?

„Grundsätzlich sehr zufrieden, gerade weil wir die Auswärtsschwäche der Hinrunde jetzt überwunden haben. Nur die Niederlage gegen Dortmund schmerzt, da war man nicht schlechter als der Gegner.“

Ist der Unterschied in der Auswärtsbilanz zwischen Hin- und Rückrunde auch dem Spielplan geschuldet? Die bisherigen Aufgaben wirkten ja doch eher machbar.

„Auswärts bei den Kellerkindern haben wir uns schwer getan, wenn die sich tief reingestellt haben. Umso besser, dass man jetzt so deutlich gegen Kellerkinder wie Düsseldorf und Hannover und auch in Stuttgart gewinnen konnte. Das hat positiv überrascht.“

RB hat in dieser Saison die beste Abwehr der Liga (20 Tore in 23 Spielen). Es scheint weniger Hurrafußball als in der Vergangenheit zu sein? Wie würdest den Leipziger Spielstil in dieser Saison beschreiben? Hat die Abkehr vom offensiven Grundgedanken auch etwas mit der Belastung in der Europa League zu tun?

„Das ist eher Spielstil Rangnick. Frühes Pressing, den langen Ball provozieren oder das Spiel auf die Außen lenken – immer mit dem Ziel den Ball schnell wieder zu erobern und schnell vor das gegnerische Tor. Dem Gegner wenig Raum und Luft lassen, das sah man gut gegen Gladbach oder Frankfurt, die sonst immer viele Chancen kreierten. Und wenn daraus nichts entsteht, dann eben eine Standard. Leipzig kann allerdings auch mit Kampl, Demme oder Adams auch das Spiel aus dem Mittelfeld gut machen. Ein gutes Paket.“

Du hast es gesagt. RB presst sehr hoch. Nürnberg hat sich gegen Dortmund in der eigenen Hälfte verbarrikadiert. Bereitet dir das Sorge oder ist das angesichts der oft schnellen Ballgewinne der Leipziger gar kein so großer Nachteil?

„Es spricht für den FCN, dass man aus dem Hinspiel lernte, denn da wollte man noch mitspielen. Das ist dann sicher ein Fehler, wenn man die Qualität nicht hat gerade in Drucksituationen. – Es macht also schon ein bisschen Bauchschmerzen, weil das RB in der Vergangenheit öfter Probleme bereitete. Aber dann muss es eben ein Standard richten.“

Letzte Saison erreichte RB nur die Europa League. Das ist sicher nicht der Anspruch. Im Meisterschaftsrennen spricht man auch diese Saison nicht mit aber es sieht gut aus in Sachen Champions League. Ist diese das erklärte Saisonziel?

„Es ist ein langer Weg und die direkten Konkurrenten mit gutem Lauf, wie Wolfsburg und Leverkusen, kommen erst noch. Aber mit den getätigten Investitionen ist das natürlich das erklärte Ziel.“

Wie präsent ist Julian Nagelsmann schon in Leipzig? Wie ist die Wahrnehmung der Fans zum kommenden Trainer?

„Das war ein echter Coup. Wenn man sieht, was Nagelsmann aus dem Personal in Hoffenheim machte, da ist man gespannt, was er mit den Möglichkeiten in Leipzig vollbringt. Er hat schon eine gewisse Strahlkraft, auch für Neuzugänge.“

Für RB ist das Spiel in Nürnberg sicher ein Pflichtsieg. Die Gegner danach fallen wohl auch darunter. Befindet sich Leipzig in den Pflichtsiegwochen? Wird es am Samstag eine lockere Sache oder graut es dir doch vor dem Stolperstein FCN?

„Man sollte die Nürnberger nicht unterschätzen. Das alles, auch noch die schwere Verletzung, kann auch Kräfte freisetzen – Motto „Jetzt erst recht!“. Es ist legitim, dass man sich hinten reinstellt und je länger es zu Null stehen würde, desto besser die Chancen, weil Leipzig dann müder und vielleicht wütender wird. Und ein Tor kann auch nach einer Standard selbst hinten reinrutschen. In der Liga kann in einem Spiel alles passieren, das sah man ja bei den Düsseldorfer Siegen oder eurem Punktgewinn gegen Dortmund.“


Der Podcast in voller Länge

Audiolänge: 16:57 | Moderator: Felix Amrhein


Foto: Hendrik Schuur / Presseraum der RB Arena Leipzig bei einer Stadionführung im November 2016 – Alle Rechte vorbehalten. Mit freundlicher Genehmigung.

Das Interview führte Felix Amrhein mit Ronny Muhm für Total beGlubbt in Zusammenarbeit mit Clubfans United am 28.02.2019. Redaktionell zusammengefasst von Alexander Endl.

10 Gedanken zu „Gegnergespräch: Auswärts bei den Kellerkindern #FCNRBL

  • Für Alle, die gerne mal sehen was 100 Mio Beine so wirklich mehr drauf haben, eins der Spiele der Spiele.Ohne TV und CL-Hymne live im eigenen Stadion, ermöglicht durch „die Versager“ B und K.
    Nach der lustigen und erfolgreichen Auführung von 11 Igel müsst ihr sein nun die bange Frage wie lange hält die Wehrmauer des ehrlichen e.V. gegen das Produkt.Andere Vereine konnten sie auch schon ärgern, warum nicht auch wir?
    Rage against the Machine

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  • Ich glaube, die wollen nicht können. Oder war es umgekehrt…
    So schade. So ärgerlich…

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  • Frühe Platzverweise, frühe verschossene Elfmeter – was passiert wohl im nächsten Spiel??

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  • Wir tun aber auch wirklich alles, was nötig ist, um auf keinen Fall ein Spiel zu gewinnen.

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  • Ich frage mich gerade, ob es mir lieber wäre, einen solch knappen Fjörthoff-Abstieg erleiden zu müssen oder so langsam und in Ruhe den Eindruck zu gewinnen, dass wir einer auf ihre Weise historischen Saison beiwohnen, die so gar nichts FÜR den Club im Köcher hat, bei der einfach alles schiefgeht, was nur schiefgehen kann und nicht nur die kadermäßige Unterlegenheit und so manche Aufstellungsmerkwürdigkeiten für den Abstieg sorgen, sondern auch das Ausbleiben jedeweden Glücks.
    Obwohl wir das eigentlich auch zur Genüge erlebt haben.

    Es ist halt der Club. Und ich werde ihm weiterhin die Treue halten, denn ich kann gar nicht anders.

    Diese hässliche alte Liebe, die ich einfach nicht aus meinem Herzen kratzen kann.

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