Gegnergespräch: Kleine Serie starten #TSGFCN

Vor dem Spiel des 1. FC Nürnberg bei der TSG 1899 Hoffenheim – das sagen die Hoffe-Fans.

Im Rahmen der Kooperation von Clubfans United mit Total beGlubbt hat sich Felix im Gegnergespräch mit Marco Ripanti unterhalten. Wir fassen das Interview kurz zusammen, in voller Länge zu hören auf meinsportpodcast.de oder im Player am Ende des Artikels.

Das Interview

Was hat sich seit dem letzten Aufeinandertreffen zwischen Nürnberg und Hoffenheim getan? Zur Erinnerung: Hoffenheim hatte mit 4 Niederlagen aus den ersten sieben Spielen keinen guten Saisonstart erwischt.

„Und auch in Nürnberg sah es zunächst nach der nächsten Niederlage aus… Aber man kam dann doch in die Spur, nachdem das Thema DFB-Pokal sich ja auch früh erledigt hatte, wie sich zwischenzeitlich auch das Thema Europapokal erledigt hat. Das eher leichte Programm zum Ende einer Halbserie könnte auch in der Rückrunde noch einmal zu Europa reichen. “

Auf den Sieg gegen den FCN folgten drei weitere. Danach gab es jedoch sechs Unentschieden in Folge, viele davon gegen Mannschaften aus dem Mittelfeld. Ist genau das das Problem der TSG in dieser Saison? Zu schlecht für die Spitze, gut gegen Kellerkinder und gegen die direkte Konkurrenz schafft man es nicht den Sack zuzumachen und stagniert so im Mittelfeld?

„12 Punkte hat man nach der 80. Minute liegen gelassen, hat jemand ausgerechnet. Dazu auch noch in der Champions League. Das schafft ein Gefühl, dass man am Ende, wenn man nicht mit 2-3 Toren führt, doch noch alles verlieren kann. Es geht einem vielleicht nicht die Luft aus, aber es zeigt, dass man nicht in der Lage ist, über 90 Minuten die Konzentration hoch zu halten.“

Du hast es angesprochen Hoffenheim hat in den Schlussminuten große Probleme. Woran liegt das? Ist es Kopfsache oder, man mag es fast nicht denken, gar ein Konditionsproblem?

„Wenn man die relativ hohe Verletzungshistorie der Saison betrachtet, sieht man die hohe Belastung durch Liga und internationalen Wettbewerb. Dass man trotzdem Spieler im Winter nochmal auslieh, ist da schon zu hinterfragen. Jetzt muss man versuchen nochmal eine kleine Serie zu starten, nachdem man schon nach oben hat abreißen lassen, sonst ist die Saison gleich vorbei.“

Ein paar Spieler aus der langen Verletztenliste kommen in Kürze zurück. Auf wen setzt du deine Hoffnungen?

„Wenn man bedenkt, dass die TSG die wahrscheinlich beste Abteilung der Liga zur Vorbeugung von Verletzungen hat, ist es umso bemerkenswerter, wie viele Verletzungen wir ohne Fremdeinwirkung haben. Da fragt man sich: Ist der Kader eben doch nicht groß genug? Man wird sehen müssen, wer zurückkommt oder ob man mit den vorhandenen Spielern improvisieren muss.“

Woher rührt die Abwehrschwäche in Hoffenheim? Ist hier der Hauptgrund für die Probleme zu suchen? Anderthalb Gegentore pro Spiel können am Ende von einer sehr starken Offensive (fast 2 Tore pro Spiel) dann eben auch über eine ganze Saison schwer ausgeglichen werden.

„Vor allem Kevin Vogt war das Problem, der bisher nicht zur Stärke der letzten Jahre zurückfand. Danach fand man keine stabile Lösung. Wenn man fast 50 Tore schießt und das dennoch oft nicht reicht, sagt das ja schon viel aus.“

Der kicker titelt „Europa im Blick: Wieder ein rasanter TSG-Schlussspurt?“. Was macht dir Hoffnung, dass es die Parallele zur Vorsaison geben wird und Hoffenheim mit einem starken Schlussspurt wieder von Platz 9 nach Europa springt?

„Ich hab den kicker-Tabellenrechner unzählige Male durchgespielt. Je nach Stimmungslage reicht es mal zu Platz 4 oder man landet im Niemandsland der Tabelle. Es ist mehr ein Lotterie-Spiel, man steckt diese Saison einfach nicht in der TSG drin. Konstanz ist einfach nicht zu erwarten.“

Der Abgang von Julian Nagelsmann wird nach der Saison einen Umbruch nach sich ziehen, auch in der Offensive scheint Qualität verloren zu gehen. Joelinton wird von halb Europa gejagt, Nelson geht zurück zu Arsenal. Wäre das Vermeiden der Dreifachbelastung am Ende sogar zu verschmerzen?

„Wenn es nur bei den beiden bliebe, wäre es ja ok. Es sind aber auch Unsummen in der Gerüchteküche zu lesen über einen anderen Dreierpack als Abgang bei uns. Aber auch das ist ok. Nur wenn man aber dauerhaft in Europa spielen will, muss man den Kader entsprechend planen. Und da müssen auch all die Erfahrungen einfließen, die wir in der Saison gemacht haben. Es kommt ja auch nicht von ungefähr, dass Mannschaften von vergleichbarem Kaliber, die nicht regelmäßig europäisch spielen, in mindestens einem Wettbewerb ihre Probleme kriegen.“

Wie viel Unruhe bringen die Personalrochaden zum Saisonende in den Verein?

„Man kann sich kaum an harmonische Sommerpausen erinnern, irgendwas war immer. Man gewöhnt sich daran und alles ja auch noch nicht vergleichbar mit Vereinen wie bspw. Schalke.“

Nürnberg ist ein Pflichtsieg, oder? Aus dem Nachbarschaftsduell hat sich die Begegnung 9. gegen 18. entwickelt. Der 1. FC Nürnberg hat sich zuletzt jedoch Defensiv verbessert gezeigt. Auch Dortmund und Leipzig hatten Probleme. Bereitet dir das Sorgenfalten?

„Verplant sind die Punkte. Aber zum Trost: Es ist kaum vorstellbar, dass jemand noch schlechter hier spielt als Hannover… Aber sonst kann man wenig Mut machen. Wenn man 18 Tore in 24 Spielen schießt, weiß man gleich, wo der Schuh drückt. Auch wenn unsere Abwehr nicht immer die beste Figur machte, macht einem das jetzt nicht wirklich Angst. Vielleicht nur, dass der FCN eben mit dem Rücken zur Wand steht, das kann immer irgendwo nochmal Kräfte freisetzen. Ihr ‚müsst‘ ja jeden Spieltag und daher habt ihr den Druck größer als wir.“


Der Podcast in voller Länge

Audiolänge: 23:36 | Moderator: Felix Amrhein


Foto: Alexander Endl / Rhein-Neckar-Arena, Sinsheim, 27.04.2013 – Alle Rechte vorbehalten.

Das Interview führte Felix Amrhein mit Marco Ripanti für Total beGlubbt in Zusammenarbeit mit Clubfans United am 06.03.2019. Redaktionell zusammengefasst von Alexander Endl.

20 Gedanken zu „Gegnergespräch: Kleine Serie starten #TSGFCN

    • Da fehlt nur das entscheidende Wort „Derby“ vor Niederlagen.
      War das Spiel nach der 0:1 Heimpleite gegen den Nachbarn…

      Klappt sogar ohne CU-Archiv. 😉

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      • Der Club befindet sich auf Abschiedstour in der Bundesliga. Mittlerweile hat man schon keine Lust mehr die Spiele des Clubs anzuschauen, da man schon weiß wie sie verlaufen und enden werden. Dazu passt ins Bild, dass der Club weder Sportvorstand noch einen neuen Trainer präsentiert. Der Club macht langsam sprachlos. Irgendwie geht langsam die Lust und der Spass am Club verloren.

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        • Dazu all unsere unsympathischen Spieler, dieser zerstrittene Egoistenhaufen.. lustlos und überteuert.. dieses trostlose 0:0 gegen Dortmund.. dieser weitere unfähige Übergangs-Trainer.. so schlimm war es in der Tat noch nie.. der Elfer an die RB-Latte bringt alles auf den Punkt..

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  • Die Eistigers sind auch a Depp. Verlieren die noch nach einer 3:0 Führung das zweite Spiel.
    Wer ist noch in SAPHeim live dabei, außer Tom und mir?

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  • Freiburg und Augsburg (bei Leipzig) can do ..

    und wir?

    So wie immer oder wacht der Nürnberger Koma Patient morgen auf dem Platz überraschend auf?

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    • Hoffentlich wirds morgen eine der besseren Auswärtsniederlagen. Oder es gibt ein Remis, das uns aber jetzt auch nicht mehr richtig weiterhilft. Na, Dabeisein ist alles in den restlichen Saisonspielen.

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  • Hoffenheim ist keine Übermannschaft. Die Chance knapp zu gewinnen ist möglich. Vorallem dann, wenn Hoffenheim zu lässig an die Sache rangeht. Die Clubmannschaft darf halt nicht verkrampfen und nicht gleich wieder eine rote Karte riskieren. Wär schon ein echtes Trostpflaster nach den letzten Chaoswochen.

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  • Auswärtsspiel, bei diesen Wetterbedingungen und Tabellenplatz nur etwas für echte Fans.

    Da kann man sich kaum um die aktuelle Heuchlerei aus Baiern aufregen: Zuerst jahrelange Jammerei und Lautsprecherei wegen zuvieler N11 Abstellungen und zuvieler N11 Termine und jetzt Jammerei und Lautsprecherei, wegen zuweniger N11 Abstellungen.
    Und die Presse gibt das Geblöke artig zu 100% unfiltriert und unkommentiert weiter. Aber dagegen hilft dann bald das Bad in 800 Mio €, gespendet von der Quandtfamilie.

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    • Kompliment, dass Du zusammen mit Tom die Fahrt nach Sinsheim absolvierst. Für mich wäre es eigentlich auch die kürzeste aller Auswärtsfahrten, aber ich ertrage schon die die vielen Heimniederlagen kaum noch, da muss ich inzwischen auf meine Gesundheit achten und auf die Auswärtsfahrten verzichten… schaue es mir in der Kneipe an,

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      • In der Business Lounge gibts alles umsonst, Tom und ich haben unsere mitgebrachten Alditüten schon dreimal befüllt und im Kofferraum verstaut.
        Das übliche Murmeltiertagsspiel. Der Nagelsmann hat unseren Pizzariawirtssohn korrekt als Schwachstelle identifiziert und dann geht einfach alles immer viel zu schnell für unsere tapferen Jungs. Da wird einmal Tempo aufgenommen und schon brennts lichterloh in der Clubabwehr. Tja.

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