Glücklich in der Stadt des F-CN

Vor dem Spiel des 1. FC Nürnberg bei Eintracht Frankfurt – das sagen die Adler-Fans.

Im Rahmen der Kooperation von Clubfans United mit Total beGlubbt hat sich Felix im Gegnergespräch mit Alice unterhalten. Wir fassen das Interview kurz zusammen, in voller Länge zu hören auf meinsportpodcast.de oder im Player am Ende des Artikels.

Das Interview

Im Sturm hat die Eintracht ein Luxusproblem. Momentan herrscht jedoch auch eine sehr hohe Belastung. In dieser Woche sind es tatsächlich drei Spiele. Wird die Rotationsmaschine angeworfen?

Rotation ist sogar notwendig in Anbetracht der Späte der Saison. Gegen Düsseldorf hat Paciencia gespielt, Haller kam dann rein, dafür ging aber Jovic raus. Vorne macht einem das auch alles keine großen Sorgen, in der Defensive ist es schon schwieriger. Man nimmt nun aber den Hype mit aus Mailand, das macht viel aus.

Der Spielplan in der Bundesliga meint es aktuell gut mit Eintracht Frankfurt. Den Auftakt machte Düsseldorf und nun geht es gegen vier Abstiegskandidaten hintereinander. Kommt euch das zu diesem Zeitpunkt der Saison entgegen?

Bei der ‚alten Eintracht‘ hätte man erwartet, dass sie genau in diese Spielen dann verliert. Die ’neue‘ Eintracht ist aber anders. Das sah man auch schon im Hinspiel in Nürnberg, als die Mannschaft gar keinen Bock auf das Spiel hatte, aber am Ende doch wenigstens noch einen Punkt holte. Oder in Düsseldorf, die zwar nicht ganz unten drin stehen, dennoch eklig zu spielen sind, als man dann aus der Pause (0:0) raus kam und am Ende 3:0 gewinnt – wenn auch im Ergebnis zu hoch. Man macht dann doch das Tor und gewinnt eben.

Du hast die neue Eintracht angesprochen. Im Sommer sah es nach dem Supercup und der ersten Pokalrunde anders aus. So mancher unkte, dass es doch eine Eintagsfliege sei. Stand heute sieht es nun überhaupt nicht danach aus. Wie sicher warst du dir vor der Saison, dass die Mannschaft erneut eine derart starke Runde spielen würde?

Damit haben die wenigsten gerechnet. Die Entstehung war auch sehr speziell. Erst kündigte Nico Kovac, der bis dahin ein sehr gutes Standing im Verein und bei den Fans hatte, unter seltsamen Umständen – vor allem bzgl. der Art und Weise – seinen Wechsel zu den Bayern an, dann gewinnst du den DFB-Pokal mit Ekstase pur. Da waren alle wieder voller Liebe. Und genau in dieser Phase kommt Adi Hütter, der damit quasi schon weg war, bevor er überhaupt angefangen hatte. Dann verliert er die ersten beiden Spiele und ist nun erst recht weg. Und jeder denkt sich: Jetzt kommt wieder so eine „Eintracht-Saison“. Schön nach unten kucken. Und auch die Experten meinten: Abstiegskampf, Halleluja. Aber Adi Hütter hat dann aber die Mannschaft so geformt, wie sie heute Spaß machen.

Ich habe den Eindruck, dass die Mannschaft unter Adi Hütter nochmal einen Schritt nach vorne gemacht hat. Teilst du diesen?

Ja, das unterstreiche ich. Nico Kovac kam immer aus geordneten Defensive. Adi Hütter spielt dagegen den „Werder-Fußball“ von Früher. Er liebt die Offensive. Steht aber auch defensiv gut. Eine Entwicklung, die man geschafft hat. Es brauchte aber auch seine Zeit und die richtige Wahl des Personals, wie Hasebe zum Beispiel.

In unserem Podcast hat Alexander Endl uns ein wenig Hoffnung gemacht und meint etwas bei Frankfurt ausgemacht zu haben, was Nürnbergs (kleine) Chance sein könnte. Eintracht Frankfurt stürmt, aber wenn das Tor ausbleibt wirft man irgendwann allem was man hat nach vorne. Wenn Nürnberg sich erneut defensiv gut präsentiert, könnte hier die Chance liegen. Ist da etwas Wahres dran?

Das ist zu Teilen wahr. Allerdings hat man einen durchaus guten Vergleich gerade gehabt. Düsseldorf, auch wenn die sich gerade etwas besser fühlen zur Zeit als Nürnberg, musste man auch müde nach Mailand bespielen, und erzielte dann in der 48. Minute den Führungstreffer. Und dann reicht auch dieser eine Moment und es ist gerade schwierig für Gegner, diesen ‚einen‘ Moment zu verhindern. Defensiv gehe ich insoweit mit, da fehlen noch Abstimmungen und auch die Rotation ist da schwierig. Auch Hinteregger, ein guter Transfer übrigens, kann noch gar nicht so gut integriert sein. – Ich würde jedenfalls dringend raten eigene Chancen nicht zu verschenken, denn wenn die Maschine bei der Eintracht mal läuft und sie in Führung geht, wird es ganz ganz schwer. Gerade Elfmeter darfst du im Abstiegskampf einfach nicht so verschenken, ganz egal wie die Chancen überhaupt noch sind. Das darfst du dir einfach nicht erlauben. Auch die Eintracht würde solche Geschenke aber gern annehmen, gerade in solchen Begegnungen wie in Mailand, wo es eh schwierig ist aufgrund der geringen Attraktivität der Begegnung sich wieder voll zu motivieren.

Lass uns noch kurz in die Zukunft blicken. Wie wichtig ist ein erneuter Einzug ins europäische Geschäft und ein Einzug ins Viertelfinale um die Mannschaft zusammenzuhalten? So mancher scheint von großen Vereinen heiß umworben zu sein.

Reisende soll man nicht aufhalten. Wenn ein Jovic sich zu Höheren berufen fühlt und Mannschaften wie Barcelona rufen, dann muss man nur schauen, dass man als Eintracht dabei profitiert. Auch in der vergangenen Saison verlor man wichtige Leistungsträger, aber so ist das Geschäft eben und man muss eben jetzt schon planen wie es danach weitergeht.

Du scheinst sehr positiv in die nähere Zukunft zu blicken.

Ich hätte ja nie gedacht, dass ich das je als Eintracht-Fan sagen würde: Es wird gerade sehr gute Arbeit gemacht! Und das macht mich glücklich.


Der Podcast in voller Länge (inkl. Vorbericht zu Europapokal)

Audiolänge: 20:05 | Moderator: Felix Amrhein


Foto: Alexander Endl / Autokennzeichen F-CN – Alle Rechte vorbehalten.

Das Interview führte Felix Amrhein mit Akice für Total beGlubbt in Zusammenarbeit mit Clubfans United am 13.03.2019. Redaktionell zusammengefasst von Alexander Endl.

13 Gedanken zu „Glücklich in der Stadt des F-CN

  • Hehe, ich hatte auch mal ein F-CN-Kennzeichen, das einzige Mal, dass ich für sowas Geld bezahlt hatte.
    Und wieviel Thumbs-Ups ich in der Heimat dafür erhielt, großartig.

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  • So eins hab ich mal durch Hamburg fahren sehen. Erst dachte ich ‚ou.. subber, a Glubberer aus Frankfodd‘, bei der Nummer „9900“ beschlichen mich allerdings direkt Zweifel, ob da nicht eher eine gemeine Perfidie dahinter steckte und also jemand feixend im Fjortoft-Trikot die Zulassungsstelle betreten hatte..

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  • Habe N-FC, nicht sonderlich originell, ich weiß. Hat mir aber immerhin schon die Aufmerksamkeit einer kroatischen Hool-Autobesatzung beschert, nachts an einer Autobahn Raststätte kurz vor Villach/Österreich. Deren Kommentar: Oh you really are fan of Nuremberg, poor bastard!

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  • Du scheinst sehr positiv in die nähere Zukunft zu blicken.
    Ich hätte ja nie gedacht, dass ich das je als Eintracht-Fan sagen würde: Es wird gerade sehr gute Arbeit gemacht! Und das macht mich glücklich.

    korrreliert mit der Erkenntnis „gute Arbeit bringt immer sein eigenes Geld mit sich“. Zugegeben im Konzert der 18 besten Vereine in Deutschland, die alle nicht schlafen, ist das nicht so einfach. Aber das muß der Maßstab sein und immer noch besser als dieses „wir haben ja kein Geld, wir gehören da eigentlich nicht hin, es war doch sowieso klar, daß wir absteigen“ Gejammer.

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    • Ich kann nicht für andere sprechen, aber du sprichst da einen wichtigen Punkt an. Es ist ein großer Unterschied zwischen einer Larmoyanz der Besitzlosigkeit und einer Argumentation über Ursachen und Wirkung. Nehmen wir die Stimmen des „Gejammer“ einmal raus – wobei ich nicht mal wüsste, wem ich das zuordnen soll -, bleiben die, die versuchen mit einer sachlichen Argumentation auch Erwartungshaltungen derer zu nivellieren, die frei dem Motto von Grisu dem Drachen ein „Ich will Feuerwehrmann werden“ (aka „Ich will in der Liga bleiben“) einfach wider jeder objektiven Möglichkeiten etwas wollen. Das kann sogar manchmal klappen, wenn einem das Momentum (aka Fortuna) zuteil ist, planbar ist es nicht und auch nicht durch überbordenden Fleiß zu kompensieren. Fleiß unterstelle ich im Übrigen allen Beteiligten – sowohl aktive wie ehemalige.

      Dass gute Arbeit nötig ist, um Geld zu erwirtschaften, ist wohl Konsens. Die Frage ist nach dem Weg und nach der nötigen Investition. Und hier scheiden sich die Geister doch erheblich. Die einen sehen eben den Aufstieg als grandiose Chance, auf die man quasi alles setzen müsste, um die Ligazugehörigkeit zu halten und damit den Grundstein zu legen, die anderen sehen gerade im Maß halten und geordnet absteigen den Weg, um dann mehr Strukturen zu legen, auf denen in der Zukunft dann nachhaltiger Erfolg erwirtschaftet werden kann.

      Wer Recht hat, wird wohl die Geschichte zeigen müssen. Wobei man – und da beginnt eben mein persönlicher Kampf gegen die Windmühlen – jetzt schon durch den Cut mitten in der Rückrunde den einen Weg zum ungünstigsten Zeitpunkt verlassen hat und sich nun irgendwo zwischen Rinde und Borke befindet.

      Wichtig ist mir nur: Egal welchem Weg man sich emotional oder auch intellektuell verschrieben haben mag, es gibt keinen Grund, den Vertretern der anderen Seite etwas vorzuwerfen. Denn wüsste man mit Sicherheit, welcher Weg der richtige ist, könnte es ja jeder…

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      • Kampf gegen die Windmühlen – jetzt schon durch den Cut mitten in der Rückrunde den einen Weg zum ungünstigsten Zeitpunkt verlassen hat und sich nun irgendwo zwischen Rinde und Borke befindet.

        Der Cut kam nach 20 Spielen. Man war wenn man alles berücksichtigt auch eine üblicherweise schwierigere Rückrunde wir haben nicht die Kadergrößen wie andere Vereine, Verletzungen die sich mehrer umso länger die Saison schon andauert, Verteilung Konkurrenten zuhause oder auswärts, man war man Ende der Vorrunde quasi schon abgestiegen.
        Für mich hatte der Cut auch keine Aussicht auf Klassenerhalt. Ich denke man wollte einfach nur raus aus der wachsenden Trostlosikeit und die Rückrunde anständig zuende spielen. Es geht ja dennoch um Fans, dem eigenen Ansehen, dem Image wie man auftritt und man darf ja nicht vergessen, es drang nicht viel an die Öffentlich das Vertrauen Mannschaft-Trainer war ebenso gestört. Also welchen Weg hat man verlassen, der wohin hätte führen sollen?

        Der neue Weg wird erst sichtbar werden wenn der neue Sportdirektor und Trainer bekannt sind, letzter vielleicht sogar erst Ende der Saison. Solange macht es Schommers recht gut, die Mannschaft folgt ihm und scheint intakt, was ja nicht einfach ist bei dem ausbleibenden Erfolg. Die Auftrritte sind griffiger selbiges hört man ja auch aus der Mannschaft die sich damit wohler fühlen. Über das Anfangsziel Klassenverbleibt muss man ja nicht mehr diskutieren. Natürlich versucht man die Stimmung etwas hoch zu halten mit rechnerisch usw..

        Also kurzum ich finde nicht daß man einen Pfad verlassen hat, die Philosophie muss unabhängig von Personen sein und solchen suchen, die dazu passen.

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        • Das ist das Problem bei den Kommentar-Diskussionen, man muss quasi immer verkürzen und greift dann aus dem, was der andere sagt auch nur wieder einen Aspekt heraus – geht ja auch gar nicht anders, führt aber seltenst zur Herstellung von Verständnis für die eigene Position und noch seltener zum Überzeugen des Anderen. Oder anders ausgedrückt: Über die Frage nach dem Weg und den Zeitpunkt habe ich mich hier ja schon lang und breit ausgelassen: https://www.clubfans-united.de/2019/03/05/podcast-fcn-situation-zum-verzweifeln/
          Und weil das nicht genug war, hier gleich nochmal: https://www.clubfans-united.de/2019/03/13/podcast-fcn-gewogen-und-fuer-zu-leicht-befunden-tsgfcn/

          Mein Tenor (verkürzt) ist und bleibt: Vollkommen wumpe, welchen Weg man einschlug am Anfang der Saison, wenn man nach Wiederaufnahme der Rückrunde und Schließung des Transferfensters einen Cut macht, dann muss entweder etwas gigantisches vorgefallen sein oder man tatsächlich noch auf eine Wende hoffen. Ersteres ist mir nicht bekannt, letzteres wird ja fast schon brüsk von sich gewiesen in Anbetracht der Lage, will man sich nicht zum Fantasten machen. Wenn einem nur die Entwicklung nicht passte, wäre der Zeitpunkt nicht nachvollziehbar. Jetzt verliert man schon wieder Woche um Woche, um Kaderplanung voranzutreiben, Spieler zu entwickeln, Vertrauen zu schaffen.

          Aber! Wenn jemand das anders sieht, sei ihm das unbenommen. Nur belehren sollte man sich nicht gegenseitig, dass nur die eine Sichtweise die allein selig machende wäre.

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  • Heute wär doch mal eine Überraschung überfällig, ein Sieg gegen die Frankfurter. Draussen schönes Wetter und ein Sieg für die strapazierten Clubfans, die scheinbar mit ihren Nerven langsam am Ende sind (ausser die, die alles einfach so hinnehmen nach dem Motto: dann steigen wir halt ab). Das würde der Clubseele unheimlich gut tun und eine Chance auf den Relegationsplatz wäre wieder echt da.

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  • Das der Club absteigt wird auch dem letzten Fan klar sein. Das wie ist halt ausschlaggebend. So eine chancenlose Nürnberger Mannschaft habe ich noch nicht erlebt. Der sogenannte Aufschwung unter Schommers verpufft. Das einzige was passiert ist, dass die Mannschaften die jetzt gegen den Club spielen nur noch das allernötigste tun und trotzdem den Sieg einfahren. Der Aufsichtsrat nimmt sich alle Zeit der Welt um einen Sportvorstand zu präsentieren. Dieser Abstieg wird den Club einige Zuschauer und Fans kosten.

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  • wir brauchen grad über einen monat, um einen neuen sportvorstand zu finden. ich meine, für einen aufsichtsrat mit beschränktem fußballerischem grundwissen (ohne ironie!) ist das eine verdammt anspruchsvolle aufgabe, die man aber nicht dadurch löst, dass man als „cunctator“ eben gar nicht agiert. völlig gaga, sorry. meine geduld ist am ende, das ist hier ein wirklich unwürdiges gezerre und führt dazu, dass wertvolle zeit für den aufbau eines schlagkräftigen zweitligakaders plus übungsleiter sinnlos verstreicht. das muss, das kann, das will ich nicht verstehen, das hat nix mit wenig geld zu tun, sondern mit einer herangehensweise, die im profifußball so gar nicht geht. es muss nicht innerhalb von 24 stunden jemand präsentiert werden, wie dies anderenorts häufig geschieht, aber die ewige hinwarterei hat bei uns schon beim transfergeschehen in dieser saison zu katastrophalen resultaten geführt…….

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    • axel: „es muss nicht innerhalb von 24 stunden jemand präsentiert werden, wie dies anderenorts häufig geschieht, aber die ewige hinwarterei hat bei uns schon beim transfergeschehen in dieser saison zu katastrophalen resultaten geführt…….“

      …und wenn man auf Sicht keinen präsentieren kann, sollte man sich auch nicht selbst enthaupten. Kopflos in jeglicher Hinsicht!

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