Der Konjunktiv von „können“

„Die Clubfans erleben im Augenblick das Saisonhoch ihrer Mannschaft“, sagt der Mann im Fernseher, „Heimsieg gegen Augsburg, jetzt in Stuttgart auf der Siegesstraße und nächste Woche geht’s dann daheim gegen Schalke. Pereira! PEREIRA! Knapp vorbei! Tolles Solo von Pereira! Und ein tolles Spiel des 1. FC Nürnberg!“

 

„Was heißt hier tolles Spiel? Ein tolles Spiel wäre es, wenn wir 2:0 führen würden. Wir müssen doch schon längst 2:0 führen. Ishak hätte es machen müssen. Und jetzt wär‘ auch mehr drin gewesen. Pereira hätte abspielen sollen.“

 

„Und jetzt der Ausgleich für die Schwaben! 1:1! Oder doch nicht? War da eine Abseitsposition? Was sagen die Videoschiedschrichter? — Tor. Korrektes Tor. Neuer Spielstand 1:1.“

 

„Weißt du was, mein Sohn?“

 

„Nein.“

 

„Wenn wir das Spiel nicht gewinnen, ist es das Beste, wenn wir’s verlieren. Dann ist der Abstieg besiegelt und man hat Planungssicherheit. Dann kann man fest für die Zweite Liga planen.“

 

Könnte. Man könnte für die Zweite Liga planen.“

 

„Warum sprichst du im Konjunktiv, mein Sohn?“

 

„Weil es im Moment keine Planer gibt. Es gibt doch keine sportliche Leitung. Seit nun schon zwei Monaten ist der Club ohne sportliche Leitung (klick).“

 

„Stimmt. Tja. Hm. Nun ja.“

[Zum Spiel: klick, klick, klick, klick, klick.]

5 Gedanken zu „Der Konjunktiv von „können“

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