Wenn es ekelhaft wird, wird es schwer

Stimmen vor dem Spiel Borussia Mönchengladbach beim 1. FC Nürnberg.

Im Rahmen der Kooperation von Clubfans United mit Total beGlubbt hat sich Felix im Gegnergespräch mit Hannah unterhalten.

Wir fassen das Interview kurz zusammen, in voller Länge zu hören auf meinsportpodcast.de oder im Player am Ende des Artikels. Ebenso die offiziellen Pressekonferenzen aus Nürnberg und Mönchengladbach.

Das Interview

Borussia Mönchengladbach hat nach einer sehr starken Hinrunde gut aus der Winterpause gefunden. Es gab zum Auftakt drei Siege aber seitdem ist der Wurm drin. Es konnten nur noch zwei weitere Spiele gewonnen werden. Woran machst du die Probleme in der Rückrunde fest?

„In allen Belangen nachgelassen. Nach drei Auftaktsiegen war das 0:3 im Heimspiel gegen die Hertha der Wendepunkt. Ausgekontert trotz besserer Spielanlage. Dann beginnt es sichtlich im Kopf. Dann folgen zwei weitere Heimniederlagen und die Heimschwäche ist perfekt. Dann schießen plötzlich deine etablierten Top-Innenverteidiger individuelle Böcke und es kommt dazu, dass Spieler wie Plea auch – nach der ersten guten Halbserie – ganz anders bespielt werden. Jetzt ist man froh, wenn man irgendwie noch Europa erreicht.“

Ist ein Erreichen des europäischen Geschäfts, unabhängig vom Wettbewerb, am Ende als Erfolg zu werten?

„In der Winterpause waren die Träume noch Champions League oder mehr. Wenn man aber nur einen Heimsieg hat in der Rückrunde, muss man mit Europa auch mehr als zufrieden sein. Zielvorgabe war und blieb der einstellige Tabellenplatz. Dieses Understatement des Vereins ist vielleicht auch manchmal ein Alibi für die Spieler. – Bezeichnend, dass es jetzt die Spieler sind, die Hecking noch einen CL-Platz zum Abschied schenken wollen. Dazu muss man aber auch mehr tun.“

Am 2. April wurde bekannt, dass Dieter Hecking Borussia Mönchengladbach am Saisonende verlassen wird. Ist die Entwicklung unter Dieter Hecking ausgereizt gewesen? Wie hast du den Trainerwechsel wahrgenommen?

„Es hat zunächst mal alle überrascht. Hecking kann eine Mannschaft stabilisieren und hat mit der Umstellung auf das 4-3-3 alle überrascht, dann aber auch noch daran festgehalten, als der Überraschungseffekt schon weg war. Das ist oft das Problem von Hecking, dass er immer sehr lang an etwas festhält. – Der Kontakt mit Rose hat auch schon, wie man jetzt hörte, sehr früh stattgefunden. Menschlich tut es sehr leid und das wird jeder bestätigen, der näher dran ist, der ihn vor Ort erlebt hat.“

Marco Rose wird der neue Trainer der Fohlen. Wie ist seine Einstellung aufgenommen worden?

„Wenn man einen der umworbensten Trainer in Europa bekommt, ist man etwas stolz. Er hat aber auch noch nichts erreicht außerhalb Österreichs. Immerhin kommt er aus Mainz und kennt damit die Bundesliga und seine Besonderheiten.“

Große Aufregung hat auch die Personalie Thorgan Hazard verursacht. Es wurde bekannt, dass er bei Borussia Dortmund im Wort steht und im Zweifel nach einer weiteren Saison ablösefrei wechseln wird. Max Eberl war darüber, wenig überraschend, nicht erfreut. Wie hast du die Meldung wahrgenommen?

„Hazard war in der Hinrunde absoluter Leistungsträger. Dass war er in der Rückrunde nicht mehr, zwar nicht als Einziger, aber bei ihm hatte man schon das Gefühl, dass es ihm nicht gut tat, dass so viel über ihn geschrieben wurde – auch wenn er selbst dazu wenig beiträgt. Dass der Verein ein Bestreben hat möglichst viel herauszuschlagen ist legitim, auch Gladbach ist auf jede Million angewiesen. Dass Hazard im letzten Spiel bei der Bekanntgabe der Aufstellung ausgepfiffen wurde, geht nicht in Ordnung. Ein Nebenschauplatz, der auch nicht gut tat. Zudem kann es ja sein, dass er noch ein ganzes Jahr hier spielt. Ablösefrei ginge er ja erst nach der kommenden Saison.“

Lass uns zum Abschluss auf das Restprogramm der Fohlen blicken. Für Nürnberg geht es um alles, ihr seid jedoch klarer Favorit. Danach kommt im letzten Heimspiel der BVB, für die es dann wohl um nichts mehr geht. Wie bewertest du die letzten beiden Aufgaben?

„Man weiß ja jetzt schon, was auf die Borussia zukommt. Da wird viel Leidenschaft zu sehen sein – genau etwas, was Gladbach zuletzt fehlte. Man will alles gern spielerisch lösen und tut sich dann schwer, wenn der Gegner ekelhaft wird.“


Der Podcast in voller Länge

Audiolänge: 20:01 Minuten | Moderator: Felix Amrhein


Die Pressekonferenz in Mönchengladbach

Die Pressekonferenz aus Nürnberg


Steckbrief Clubfans United

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Foto: Hendrik Schuur „Spielszene Borussia Mönchengladbach – 1. FC Nürnberg im legendären Bökelbergstadion im Frühjahr 1993“ / Alle Rechte vorbehalten.

Das Interview führte Felix Amrhein mit Hannah für Total beGlubbt in Zusammenarbeit mit Clubfans United am 08.05.2019. Redaktionell zusammengefasst von Alexander Endl.

27 Gedanken zu „Wenn es ekelhaft wird, wird es schwer

  • Ganz ehrlich, ich glaube das wird morgen ein sehr deprimierender Nachmittag.
    Auf dem Platz viel Kampf, viel Krampf, ausgehen wirds 0:0 oder 1:1, wir steigen ab, Gladbach vergeigt die Champions League
    „ein Unentschieden, das keinem hilft“ wird kaum mal zutreffender sein…

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  • Also wenn man berücksichtig daß auch noch Ewerton und Pereira ausfallen, benötigt man schon mehr als ein Wunder.
    Die Mannschaft hat die ganze Saison nichts unerwartetes geschafft, deshalb glaube ich auch nicht gegen Gladbach daran.
    Einfach das letzte Erstliga Heimspiel geniessen, wer weiss für wie lange. :-0

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    • So paradox es klingt, es wäre einerseits ein „Wunder“, andererseits auch nix, was der Fußball nicht schon x-fach gesehen hätte. Wenn Stuttgart verliert und Nürnberg gewinnt, warum und wie auch immer, ist am letzten Spieltag alles, wirklich alles möglich. Und genau weil das so ist und weil jeder das weiß, macht es das nur realer – denn Stuttgart spürt es auch, diese Bedrohung alles zu verlieren, und der Club kann aus der Hoffnung die Kraft ziehen über sich hinauszuwachsen. Zumindest theoretisch. Ob es der einen Mannschaft gelingt ihre Angst in den Griff zu bekommen und die andere aus der Hoffnung einen Glauben und damit auch Leistung zu entwickeln, ist dann wieder auch eine Frage von Mentalität und auch Fähigkeit der Trainer.

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      • Hast schon recht, aber über 30 Jahre Erfahrungs als Clubfan lehren halt auch, dass diese Wunder selten dem Club passieren.
        Zumindest nicht mit positivem Ausgang…

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      • Bei allen Rechenbeispielen 5 Punkte an 2 Spieltagen really? 🙂 ..ich würde als Trainer die Losung ausgeben, verabschiedet Euch aus der 1. Liga und haut zum Abschied nochmal alles raus. Druck weg und pures Entertainment habt nochmal Spaß

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    • @Juwe
      „die ganze Saison nichts Unerwartetes geschafft“? Remis gegen Dortmund, Fast-Sieg gegen Bayern, Eigentlich-Sieg gegen Schalke, Remis gegen Leverkusen, Remis gegen die Euro-Frankfurter, 2x gegen Bremen nicht verloren..

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      • Auch wenn es sportlich gut ist Remis sind nichts, was uns hilft. Und die paar Siege – 3 glaube ich? .. waren ja nur über Mannschaften, die auch hinten stehen. Das fällt für mich nicht unter „Außergewöhnliches“ eher und „Notwendiges“.
        Am nähesten dran an etwas wirklich außergewöhnlichem waren wir vor 2 Wo gegen die Bayern in der 91. Minute. Den Sieg serviert auf dem Silbertablett, wenn nicht so ein I…… den gegen den Pfosten donnert. Ein Trainer früher sagte uns mal als die Latte krachte, ihr müsste es nicht so genau machen..

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        • @ Juwe

          Zu welchem Zweck benötigt ein Verein einen solchen Fan, wie dich?

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  • Ausverkauftes Stadion. Wow. Das hatte ich nicht erwartet. Ein gebührender Abschiedsrahmen für eine Mannschaft und ein Interims-Trainerteam, die alles versucht haben und denen man den Willen nie absprechen konnte. Bleibt zu hoffen, dass die Abstinenz aus der ersten Liga auf ein Jahr begrenzt bleibt.
    In diesem Sinne: Dank allen Stadiongängern. Hut ab und gutes Spiel! 🙂

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    • Völlig logisch!!!

      Die Engländer spielen vielleicht gerade die offene internationale englische Meisterschaft unter dem Deckmantel der CL aus.

      ABER HIER IN FRANKEN SIND WIR ABSOLUTE WELTSPITZE.

      So schaut’s doch aus.

      Ausverkauft…
      … Und ich habe seit 1986 das erste mal keine Karte für das letzte Liga-Heimspiel des Clubs. Die MÜSSEN so was von die Relegation erreichen. 😄

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  • Wenn schon Abstieg, dann vor vollem Haus und mit wehenden Fahnen!
    Wir kommen wieder!
    Und dann können wir Elfmeter!
    (Wenn wir alle verwandelt hätten, wären wir nicht abgestiegen…. mindestens FAST.)

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    • @Herberggerbert

      Wenn Hinteregger nicht verschossen hätte, könnte die Eintracht im EL-Finale stehen.
      Verschossene Elfer gehören eben auch zum Fußball.

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  • Diese im voraus-Abgesänge…

    Nix gibt’s.

    Und wenn es zur Halbzeit 1:0 für die Fohlen steht, aber schon 3:0 für die Wölfe, Marek, dann zeig ihnen, warum Hoffen bis zum Schluss manchmal doch belohnt wird:

    https://youtu.be/K84O8gR8ImU

    I believe.

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    • so schön aufgelegt, gegen die Laufrichtung in den freien Raum wurde auch schon lange nicht mehr

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  • I dont’t believe aber stehe auf das „Wir kommen wieder und können dann Elfmeter schießen“ (Herbertgerbert)
    Habe mir die neuen Palikuca Videos angesehen. Also er kann so herrlich böse schaun und erklären was Leidenschaft ist da verzichten die Berater doch frewillig auf den ein oder anderen Euro.

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  • Komisch, so kurz vor knapp macht sich hier der Pessimismus breit, man schwingt sich gar nicht mehr zum Hoffen aus, weil man zu oft vergebens gehofft hat?
    Wenn einem mal die Statistik mit günstigen Werten herüber winkt, werden die Zeichen nicht mehr gesehen?
    Wenn es so etwas wie eine Schomers Tabelle gibt, dann kann man erkennen dass Gladbach deutlich auf Augenhöhe mit dem Club ist-also, warum nicht mal wieder ein Heimsieg!

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    • Und das mit dem Pessimismus geht schon seit Rückrundenstart so. Schon zu Weihnachten stand für die meisten fest, dass der Club absteigt. „Die Rückrunde ist nur eine Vorbereitung zur 2. Liga“ hieß es da immer wieder. Mit dieser Einstellung wird es freilich nichts mit einem Klassenerhalt. Wir hatten X-Möglichkeiten und der Klassenerhalt wurde uns praktisch mit dem silbernen Tablett serviert. Aber es wurde nicht angenommen. Punkte verschenkt, Elfmeter kläglich vergeben. Man sollte sich ein Beispiel an den Fans von Schalke, Dortmund oder sogar St.Pauli nehmen. Man muss sich vorstellen, die Fans von Schalke hätten in der Winterpause einen Abstieg für möglich gehalten. Unmöglich wäre das gewesen. Das ist vergleichbar mit Deutschland selber. Man redet den Abschwung, den Untergang täglich in den Medien herbei. Und das ist auch ein Grund, warum der Club unten steht. Pessimismus und Minimalismus. Was war denn los, wenn irgend ein Fan in den letzten Jahren mal das Ziel gesetzt hat, in nächster Zeit beispielsweise mal wieder international zu spielen. Der wurde als Irrer hingestellt. Völlig unmöglich hieß es da. Wir werden gleich nach dem Aufstieg wieder absteigen. Der Glaube versetzt Berge. Und wenn man immer an das Schlechte glaubt, dann tritt es auch ein.

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      • Die Annahme zum Rückrundenstart, man könne/sei bereits abgestiegen, würde ich allerdings als Realismus bezeichnen.Der Pessimismus der Fans hat ja in der Regel auch keine direkte Verbindung zur Mannschaft-die die gesamte Saison positiv geblieben ist.
        Wenn Einem , trotz realistischen Pessimismus, diese Saison ständig ein ganz tiefgehängtes Stöckchen hinhält, sehe es doch positiv, könnte sogar noch klappen, dann ist da ein größerer Plan dahinter.Entweder ein schöner oder ganz gemeiner Plan.

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      • Ich war schön zu Rundenbeginn im letzten August überzeugt, „dess wärrd nex!“ Deshalb lasse ich mich noch lange nicht Pessimist heißen. Fröhlich optimistisch schaue ich von Spiel zu Spiel. Niederlagen gehören im Fußball dazu. Abstiege auch. Die ermöglichen den Aufstieg, der immer ein Grund zum Feiern ist. Und die Ligen, die zu geschlossenen Gesellschaften werden, langweilen mich, wie z.B. die Championsleague. Da mögen sich die Leute über Liverpool und Tottenham aufregen wie sie wollen. Mir geht’s am Arsch vorbei.

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  • Der Himmel greind fei edz scho gscheid miid. Ihr Miidschdadiongänger: Zäichd euch richdich ohh, a haufn Dräna hauds noh.
    Wemmer na wüsserdn, ob wecha Fraid oder Laid übern Club.

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  • Und am Ende ist es dann doch so gekommen, wie es für den Club halt vorgegeben zu sein scheint…

    Anstatt des positiven Wunders gab es eine Klatsche.
    Und nicht genug damit, diese wird auch noch von einem Ex-Clubberer eingeleitet, der in der gesamten Saison bislang sage und schreibe 39 Minuten Fußball spielen durfte und unter der Woche noch betont hat, wie ihm der Club immer noch am Herzen liegt…
    Wir sind und bleiben halt der Club…

    Mal schauen, wie es weitergeht, wie lange es dauern wird, bis wir die Chance haben, die Decima zu holen… Welche auch immer das dann sein wird.

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    • Nicht zu vergessen, dass ausgerechnet DER Gladbacher Flop der Rückrunde, dessen Leistungstief beträchtlich für Gladbachs schlechte Rückrunde und damit verbunden das drohende Verfehlen der Champions League verantwortlich gemacht wird, sein erstes Rückrundentor erzielt und mit einem weiteren Scorer nun dazu beiträgt, dass Gladbach nur aufgrund der Tordifferenz wieder auf Platz 4 steht.

      Ja, es ist wahrlich Club-typisch ausgegangen…

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