Damir Canadi – Welcher Fußball ist zu erwarten?

Neue Saison, neue Liga, neuer Trainer. Was ist fußballerisch von Damir Canadi zu erwarten.

Nachdem in den letzten Wochen die einzelnen Mannschaftsteile betrachtet worden sind, stellt sich natürlich auch die Frage: Wie werden diese Spieler zusammenspielen? Der Schlüssel zur Beantwortung dessen liegt natürlich in der Person Damir Canadi. Der 49-Jährige kommt von Atromitos Athen zum Club. Dort erreichte der gebürtige Wiener in beiden Amtszeiten mit dem kleinen Verein die Europa League. Doch welcher Fußball ist von Canadi zu erwarten? Auch wenn im Interview mit dem FCN betont, dass er sich auf den Kader einstellen wird, kann man sich dem Fußball den Damir Canadi bisher spielen hat lassen, durchaus nähern. Dazu sollen zum einen Aussagen des Fußballlehrers genommen und zusammengefasst werden, zum anderen soll ein Blick auf das verfügbare Datenmaterial betrachtet werden.

Canadi in der Selbstbeschreibung

Das Spielfeld nach Damir Canadi

In einer Präsentation, die Canadi für einen Vortrag beim Bund der österreichischen Fußballlehrer entworfen hat, finden sich einige Selbstbeschreibungen, die vor allem auf die Spielweise des neuen Club-Trainers Rückschlüsse ziehen lassen. So betont Canadi auf Seite 12, dass er in Sachen Formation flexibel agieren lässt, etwas, das die Daten ebenso unterstreichen wie die Selbstauskunft im Interview auf der Homepage des Vereins („Ich denke, dass ich immer bewiesen habe, dass ich sehr flexibel mit meiner Mannschaft spiele“). Auf Seite 13 erklärt Canadi dann seine Vorstellungen von Balance, etwas das letztlich wahrscheinlich jeder Fußballtrainer einfordert, er aber auch im Videointerview betont. („Die Mannschaft hat viele Gegentore bekommen, es liegt also daran, sich eine gute Balance wieder zu erarbeiten.“) Er stellt dabei auch das Attackieren von zweiten Bällen und das defensive Schaffen von Überzahlsituationen in den Vordergrund.

Gerade das Gegenpressing nach Ballverlusten, das er auf Seite 14 mit „aggressiv den Ball jagen, nach vorne verteidigen“ beschreibt, dürfte – wenn in Nürnberg auch umgesetzt – eine Neuerung im Vergleich zu den Vorjahren darstellen, wo in fast allen Situationen extrem wenig gepresst wurde. Allerdings macht Canadi (auf Seite 18) klar, dass Pressing nur dann begonnen werden soll, wenn die Mannschaft „kompakt und mit möglichst vielen Spielern hinter dem Ball“ steht.

Ballorientierte Raumdeckung als Schlüssel

Vergleich Canadi-FCN: Tore und Gegentore

Als defensives Grundprinzip hebt Canadi die „ballorientierte Raumdeckung“ hervor, die er auf Seite 21 so beschreibt: „Die ballorientierte Raumdeckung ermöglicht uns ein offensives Vorwärtsverteidigen. Wir wollen immer das Spiel bestimmen, auch wenn der Gegner den Ball hat.“ Es gehe dabei darum, dem Gegner „Raum zu Zeit wegzunehmen“, indem man konsequent in Richtung Ball verschiebt und Überzahl schafft. Das Ziel ist „aggressives Attackieren gegen den Ball – nicht aggressiv gegen den Gegner, denn ein Foul bricht das Pressing“ (Seite 25).

Als Pressingzonen für den sein Spiel bei Atromitos machte Canadi vor allem die gegnerischen Mittelfeldflügel aus. Der Gegner sollte in diese Zonen gelenkt und dann dort gestellt, unter Druck und möglichst zum Ballverlust gezwungen werden. In der Präsentation zeigt Canadi ab Seite 34 dann noch mehrere typische Pressingsituationen, die sein Team kreieren soll. Vieles davon (schwachen gegnerischen Spieler frei lassen, um ihn dann zu attackieren; unnötige Dribblings ausnutzen; gegnerischen Einwurf zustellen) ist Teil des Pressing-Einmaleins. Dennoch wird durch diesen Fokus klar, dass Canadi zumindest in Griechenland ein Pressingtrainer war.

Tempofußball nach vorne

Vergleich Canadi-FCN: Eigene und gegnerische Schüsse

Für den Angriff betont Canadi auf Seite 42, dass der Ball nach Ballgewinn „schnell in die Spitze gespielt werden [soll], gegen eine unorganisierte Abwehr“ und legt in der darauffolgenden Folie auch dar, dass „bei Ballgewinn sofort den Weg in die Tiefe suchen, „schnelles Überwinden des freien Raums“ und „hohes Tempo des Balles“ im Zentrum seiner Überlegungen für das Umschaltspiel bei Atromitos standen. Etwas, das er im Interview mit ClubTV als „zielstrebig zum Tor arbeiten“ beschreibt. Er betont, dass „der erste Blick bei Ballbesitz (…) in die Spitze oder Tiefe gehen“ muss und dieser Ball auch sofort gespielt werden muss, wenn er möglich ist. Auch hier kann man durchaus eine Abkehr von bisherigen Prinzipien erkennen, in den letzten zweieinhalb Spielzeiten war nach Ballgewinn meist die Reorganisation gefragt.

Ebenfalls wichtig für Canadi im Angriffsspiel: Die Ballkontaktzeit minimieren und einfache Bälle spielen, also schnelle, scharfe und flache Zuspiele. Darüber hinaus betont Canadi – wie nicht anders zu erwarten bei einem Tempoansatz – die Wichtigkeit der Flügelpositionen und der Überzahl auf diesen Positionen. Insgesamt ist in der offensiven Organisation auffällig, dass Canadi in der Präsentation weitaus weniger detailliert darstellt, welche Prinzipien gelten. Dies ist zum einen natürlich der Tatsache geschuldet, dass Offensivspiel im Fußball immer etwas anarchischer als Defensivspiel ist, zum anderen lässt es aber auch ein wenig Rückschlüsse zu, dass Canadi die defensive Organisation als Schlüssel zum Erfolg sieht.

Canadi nach Daten

Der Gegentorschnitt von 0,82 Gegentoren pro Spiel bei Atromitos spricht auch deutlich dafür, dass die defensive Organisation funktioniert hat. Der Club kassierte im vergangenen Jahr im Schnitt zwei Gegentore pro Spiel und selbst im Aufstiegsjahr lag der Schnitt bei 1,15. Ein Wert, den Canadi selbst in der Addition aller Spiele unter seiner Leitung in den letzten vier Jahren nicht überschreitet, obwohl sein Schnitt bei Altach noch deutlich höher (1,41) lag.

Ein Schlüssel zu diesem niedrigen Gegentorschnitt war, dass Canadis Atromitos extrem wenig Torschüsse zuließ. 9,23 gegnerische Schüsse pro 90 Minuten, liegen deutlich unter allen Werten des FCN in den letzten vier Jahren (13,35; 11,24; 11,95; 12,34). Wobei hinzugefügt werden, muss, dass in der griechischen Liga insgesamt im Schnitt zweimal pro Spiel weniger aufs Tor geschossen wird als in den obersten deutschen Spielklassen.

Kein Formationsdogmatiker

Vergleich Canadi-FCN: PPDA

Wenn Canadi sagt, seine Teams müssen in Sachen Grundformation möglichst flexibel auftreten, dann ist dies kein Lippenbekenntnis. Bei der Betrachtung der letzten vier Spielzeiten lässt sich bei Canadi keine Lieblingsformation feststellen. In Altach spielte er 2015/16 vornehmlich mit 4-2-3-1 (23% der gespielten Minuten) und 4-4-2 (17%) und 4-1-4-1 (11%), es wurden aber auch viele weitere Formationen verwendet. In der Spielzeit 2016/17 kommen in Altach dann 3-5-2 (57%) und 3-4-1-2 (30%) zu deutlicher Prävalenz.

Nach seinem Wechsel zu Rapid ließ Canadi dort dann auch meist mit 3-4-2-1 (32%), 3-5-2 (24%) oder 3-4-1-2 (13%) auflaufen. In Athen spielte er dann im ersten Jahr vorwiegend 4-2-3-1 (51%) und 4-4-2 (16%), ehe er im zweiten Jahr dann Atromitos beim 4-4-2 mit Raute (23%) die höchsten Werte aufweist, aber auch das 3-4-3, das 4-4-2 flach, das 3-4-1-2 und das 4-3-3 auf Werte um die 10% kommen.

Zum Vergleich: Der Club kam im Aufstiegsjahr unter Michael Köllner beim 4-1-4-1 auf über 52% der gespielten Minuten und auch in der Bundesliga spielte der Club 34% seiner Minuten in dieser Formation. Canadis Werte deuten also durchaus darauf hin, dass er kein Dogmatiker hinsichtlich der Abwehrformation ist und auch nicht mit vorgefertigten Vorstellungen ankommt, sondern tatsächlich die Grundformation auf den vorhandenen Kader ausrichtet.

Hohe Zweikampfintensität

Vergleich Canadi-FCN: Challenge Intensity

Auch ein paar andere Werte sind aufschlussreich und unterstreichen die Selbstbeschreibung Canadis. In den letzten vier Jahren führten Teams von Damir Canadi im Schnitt 237 Zweikämpfe pro Spiel, der Club lag 2018/19 bei 206 und auch im Aufstiegsjahr nur bei 219. Die höhere Zweikampfzahl führt auch in einer anderen Kategorie zu deutlich höheren Werten. Das Vier-Jahres-Mittel in Sachen „Passes per Defensive Action“ (PPDA), also zugelassene gegnerische Pässe pro eigener Defensivaktion, liegt bei Damir Canadis Teams bei 8,53.

Der Club kam in der vergangenen Spielzeit auf 18,21 (Tiefstwert in den europäischen Top 5 Ligen seit Beginn der Datenerfassung), im Aufstiegsjahr lag der Wert bei 10,99 (zweitniedrigster Wert der Liga). Unter René Weiler 2015/16 landete der Club mit 7,86 PPDA im Übrigen unter dem Canadi-Schnitt. In die gleiche Richtung geht auch ein Vergleich des Challenge Intensity Index, der Zweikämpfe, Tacklings und abgefangene Bälle pro gegnerischer Minute Ballbesitz misst. Hier lag Canadis Atromitos bei mit einem Wert von 5,00 über dem Ligaschnitt von 4,88, während der FCN in den letzten beiden Spielzeiten deutlich unter den jeweiligen Ligaschnitten lag und auch hier in der letzten Saison fast einen historischen Tiefstwert aufstellte, in den Top-5-Ligen Europas hatte nur West Bromwich Albion 2016/17 einen noch schlechteren Wert in dieser Metrik.

Es ist hier also durchaus insgesamt eine deutliche Erhöhung der Zweikampfhäufigkeit und auch des Pressingdrucks auf den Gegner zu erwarten, sofern Canadi seinen Ansatz nicht völlig ändert. Letzteres ist natürlich die große Unbekannte in Sachen Canadi-Fußball, wie sehr stellt sich Canadi auf den vorhandenen Kader ein und wie sehr holt er Spieler, die seinem Ansatz entsprechen und inwiefern passt all dies dann zusammen. Viele Unwägbarkeiten, die ab Beginn der Vorbereitung am 20.6. aber klarer werden dürften.

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15 Gedanken zu „Damir Canadi – Welcher Fußball ist zu erwarten?

  • Hochinteressante Vorab-Analyse! Danke für die Mühe!

    Ich glaube, der Spielansatz von Canadi entspricht ziemlich meiner eigenen Vorstellung. Ich habe nie verstanden, warum wir so schlecht gepresst haben und habe immer einen Mangel an Intensität in unserem Spiel gesehen. Obwohl wir ja eigentlich das Spiel kontrollieren wollten, kam mir das immer irgendwie passiv vor.

    Das System Canadi hat natürlich bei einem Außenseiter gut funktioniert, gegen den i.d.R offensiver agiert wird. Die Frage ist, ob man das auch in einer Favoritenrolle umsetzen kann, wenn sich der Gegner nur hinten reinstellt…

    Unsere Rolle in der 2. Liga ist ja eher mit Rapid zu vergleichen als mit Atromitos….

    Ich freue mich drauf, bin sehr gespannt, was das wird, kann es kaum erwarten, dass es endlich losgeht!

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    • Nach vielen Jahres des stillen Mitlesesens (teils amüsiert, teils genervt von den hitzigen Diskursen), möchte ich mich jetzt endlich mal dafür bedanken, was Ihr hier in dem Forum leistet. Liegt deutlich über Bundesliganiveau und steckt einen Großteil der Medienberichterstattung locker in die Tasche. Danke!

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    • Vielen Dank fürs Kompliment. 🙂

      @Optimist: Das „n“ ist bei Rapid mit 14 Ligaspielen halt extrem klein, daher sind die Rückschlüsse auch schwierig, aber es fallen schon Sachen auf. Die Passzahl und auch die Ballbesitzquote waren deutlich höher als bei seinen anderen Stationen, dazu auch weniger Schüsse gegen sich (aber mehr Gegentore, was auch n bisschen dafür spricht, dass er in Wien auch Pech hatte). Aber auch ne noch höhere Pressingintensität.

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  • Klasse Analyse! Danke für Deine Mühe!

    Ich würde mich freuen, wenns so kommt, denn endlich mal schnell zum Gegenangriff übergehen… das vermisse ich tierisch als einer, der mit Eckstein groß geworden ist!
    Da isses auch passend, dass Löwen geht, denn der hat ja alles verschleppt. 🙂

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  • Im gegenwärtigen Preview Stadium schließlich wissen wir im Moment alle noch nicht, wohin die Reise mit Palikuca und Canadi gehen wird, eine sehr gute vorab Analyse von Florian, die zumindest ein Gefühl, eine Ahnung vermittelt wohin die Reise gehen wird und mit welchen (taktischen) Mitteln. Die Analyse von Floran zeigt eigentlich eine hochmoderne Auffassung von Fußball auf für die Herr Canadi steht.
    Ich habe bei aller Kritik, die es dafür gab, immer die Ansicht vertreten wir sind in einer der schwächsten Zweitliga Saisons aller Zeiten aufgestiegen, nun steht uns als Paradoxum wohl die stärkste zweite Liga bevor, die es je gegeben hat. Interessanter Weise setzen von den 4 Granden zwei auf Bundesliga Urgesteine mit Hecking und Slomka, die anderen beiden auf Österreicher 🙂 .. ich denke es kommt eine hochinteressante Zweitliga Saison auf uns zu, in der gerne auch das Glück zurückkehren darf, das uns zu allem komplett verlassen hat in der vergangenen Spielzeit.

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  • Ganz ehrlich Florian: in der Theorie klingt das alles ganz gut. Aber die Spieler haben in der letzten Saison schon Schwierigkeiten gehabt mit dem gemeinsam verteidigen, schnell in die Spietze kommen und die zweiten Bälle erobern. Und haben sich weniger Flexibiltät, sondern ein defensives System gewünscht.
    Wieso sollten sie das auf einmal besser können?
    Und von wem erwartest du aus dem bislang bekannten Kader, daß er dann auch für Tore gut ist?
    Wenn ich das lese, erwarte ich nur eines: der Trainer stößt mit seinen Vorstellungen an die qualitative Grenze der Spieler und dann geht es wieder darum, ob er trotzdem weitermacht und durch die Talsohle durchkommt oder ob ein anderer Trainer kommt.
    Und so wie ich unseren Verein einschätze wird Letzeres passieren.

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    • Ganz ehrlich Florian: in der Theorie klingt das alles ganz gut. Aber die Spieler haben in der letzten Saison schon Schwierigkeiten gehabt mit dem gemeinsam verteidigen, schnell in die Spietze kommen und die zweiten Bälle erobern. Und haben sich weniger Flexibiltät, sondern ein defensives System gewünscht.
      Wieso sollten sie das auf einmal besser können?

      Wir spielen nicht mehr 1. Liga kommende Saison sondern zweite Liga. Unser Kader wird jetzt vergleichsweise zu den Konkurrenten wieder im oberen Drittel angesiedelt sein und mit Sicherheit mehr Ballbesitz haben. Canadi hat dies in Griechenland doch mit relativ kleinen Teams auch umgesetzt, das ist ja seine Reputation mit der er sich in ins Blickfeld gecoacht hat.

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    • @ Beate
      Aus Dir spricht offensichtlich noch sehr die Enttäuschung, ja Verbitterung darüber, wie das letzte Saison von Vereisseite gehandhabt wurde. Ja, ich finde es auch schade, dass wir nicht den „Mechanismen der Branche“ getrotzt haben sondern wieder ins gewohnte Hire and Fire zurückgefallen sind. Ich hätte gerne eine anachronistische Ära wie Freiburg mit Streich gestartet, aber vielleicht war bei aller Romantik Köllner einfach nicht der Richtige dafür. Sorg wurde ja in Freiburg auch relativ schnell entlassen, es ist also nicht grundsätzliche Einstellung, so lange festzuhalten, sondern es muss halt auch passen. Es müssen halt immer auch die Ziele und die Personen zusammenpassen und bei Köllner scheint das nicht der Fall gewesen zu sein. Vielleicht auch Bornemann, der alles alleine machen wollte und dem Irrtum verfallen war, dass die personelle Kontinuität die oberste Prämisse sei…

      Es gilt nach vorne zu sehen und nicht gleich wieder mit dem Schlimmsten zu rechnen 😀

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  • Danke Florian!

    Ich hab im Zusammenhang mit dem Artikel mich auch nochmal etwas eingelesen über den „Typ Canadi“. Da war ja nicht nur aus der Rapid-Zeit so einiges zu lesen und man wird sehen müssen, ob dies nur die üblichen negativen Verklärungen sind, die quasi mit jedem Trainerwechsel einhergehen (siehe Verbeek, Köllner, Ismael, Oenning…)

    https://kurier.at/sport/bundesliga/canadi-seine-freiheit-war-nicht-grenzenlos/257.370.126

    Vor allem auf seine Umgangsformen und Führungsstil wird man ein Auge werfen müssen.

    Aber das wurde ja schon bei Flos Antrittsartikel schon mal angesprochen, ich kam nur noch nicht dazu, mich bisher tiefer mit zu beschäftigen.

    Und um den Bogen zu spannen: Als Taktikfuchs galt er immer, man sagte ihm aber auch nach, dass er doch recht wenig zimperlich ist, um seine Ideen durchzudrücken. Auch da sind gewisse Parallelen zu Köllner nicht ganz von der Hand zu weisen. Auch der galt als Freund maximaler Flexibilität – nur hatte die eben kaum einer verstanden im Team offenbar.

    Jeder soll – auch Canadi – seine faire Chance haben, beim neuen Verein sich zu beweisen. Als journalistisches Medium ist es aber auch unsere Pflicht, sich mit Vergangenheit und Gegenwart auseinanderzusetzen und kritisch zu beäugen, ob das, was war, auch das ist, was kommt.

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    • Ich muss zugeben, ich kann mir nicht vorstellen, dass eine Mannschaft über längere Zeit herausragend (=über ihrem eigentlichen Durchschnittsniveau) spielt, wenn ein Trainer Angst schürt. Der Artikel aus dem Kurier, den Alexander hier verlinkt hat, ist in seiner Deutlichkeit eine Anleitung, wie man sich als Trainer besser nicht aufführt – und erinnert mich in der drastischen Darstellung von Canadis taktischen Fähig- und menschlichen Unzulänglichkeiten doch arg an einen Trainer des Clubs, der vor nicht allzu langer Zeit entlassen wurde.
      Diese – oder auch irgendeine – Clubmannschaft mit der Methodik des divide et impera zu Höchstleistungen führen zu können, scheint mir zweifelhaft. Ich hoffe inständig, dass DC aus seinen merkwürdig autoritativen Fehlleistungen gelernt hat. Mir ist ein Trainer lieber, der eine Einstellung zum Fußball hat wie Klopp („Es ist ein Spiel, also spielen wir. Aber es ist nur ein Spiel. – Und jeder im Verein ist genauso wichtig wie du, also spielst du auch für ihn und dessen Familie“ usw.), der das Team beschwört und bestärkt. Und nicht als Trainer die Unzulänglichkeiten Einzelner hervorhebt, um diese dann gegeneinander auszuspielen, der Spielern gar jegliche Fähigkeit abspricht, ein eitler Pfau, der in seiner Taktikverliebtheit und seinem theoretischen Know-how die Mannschaft und den Verein gegen die Wand fährt, dabei klagend, die Spieler seien zu blöd oder zu dumm, sein System zu verinnerlichen.

      Nein, ich sage nicht, dass Canadi so einer ist; es liest sich nur so, als könnte er so einer sein. Und das wäre in meinen Augen zum Scheitern verurteilt, weswegen ich sehr hoffe, dass DC im Laufe der Zeit etwas weiser geworden ist oder aber diese Berichte wie hier im Kurier deutlich von der Wahrheit abweichen.

      Ich bin wirklich sehr gespannt, was da an Trainingseindrücken herüberkommt, was aus der Kabine durchsickert. Ich hoffe für den Club, dass Canadi ein Guter ist, der Spieler richtig einzusetzen versteht, der sie besser machen kann, der das System dem Potenzial der Spieler unterordnet und nicht umgekehrt.

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    • Wenn man den Artikel liest, beschleicht einen der Verdacht, dass das einer der Journalisten geschrieben hat, mit denen Canadi aneinander geraten ist

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      • Ich bin diesmal deiner Meinung 🙂 .. es wird wohl Artikel in beide Richtungen zu finden sein und der ein oder andere Journalist wird nicht gerade sein Freund sein. Schauen wir uns einfach mal an, was kommt. Ein wenig nötigt mir auch Respekt ab vor ihm als er in Athen begann als Trainer, wurde er im eigenen Haus mit Frau und Tochter überfallen und betäubt ziemlich krass, dennoch hat er dort seinen Job voll erfüllt, ich weiß nicht ob ich an der Stelle nicht gesagt hätte wir passen hier nicht hin. Jetzt schauen wir einfach unvoreingenommen was sich entwickelt hier.

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  • zu beäugen, ob das, was war, auch das ist, was kommt.

    Ich würde es verkürzen, es interessiert nur was kommt. Was war können wir ja nicht beurteilen. Wennn ich Einlassungen lese von Canadi, der damals von einem recht kleinen ländlichen Verein zu Rapid Wien kam und ein Stammspieler sagt zu ihm du kannst ja gerne erzählen, was du magst, ich spiele sowieso wie ich will, zeigt es zumindest es gibt immer zwei Seiten der Medaille und jeder Mensch lernt auch dazu.

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    • Man muss schon auch die Vergangenheit kennen, um nicht die gleichen Fehler in der Zukunft zu machen. Oder positiver: Zu helfen, dass andere nicht die gleichen Fehler nochmal machen…

      Ob der Stammspieler zuerst das zu ihm gesagt hat, oder ob Canadi nicht zuerst den scharfen Ton im Verein anschlug, bleibt wohl aus der Distanz nicht aufklärbar.

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  • Pingback:Glubb-Blog Clubfans bei FCN-Auswärtsfahrten und Groundhopping - Ausblick: Wie viel Zeit hat Canadi für den Erfolg?

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