Kein Jahrhundertspiel

Ich nahm einen Schluck aus dem Pilsglas und Alfred (klick) sagte: „Wie da Burnidsch bai Dreesdn ausgweggsld worn iss, iss ma wohla worn. Wall, denn Nooma hobbi gfressn, vo demm Nooma gehd Unhail aus.“

Burnic?“, wunderte sich Hannes (klick). „So stark war der doch gar nicht. Viel Gefahr ging von dem eigentlich nicht aus.“

„Der woor inn da ärschdn Holbdsaid zwaamoll gschaid gfährli. Aamoll hodda ann Waidschuss gnabb drieba gesddsd und dann woora aamoll linggs imm Schdroofraum frai unnd hodd onns Außnnedds gschossn, dess woor scho brenndslich, dess iss scho brenndslich gweesn, zumm Gligg hodda nedd gedroffm, annasch wie da Burnidsch doomolds in Meggsiggo, doomolds baim Johrhunnadschbill, woo da Burnidsch inn da Valängarung dess Zwaa-Zwaa gschossn hodd, wenn deer dess Door nedd gschoddn hädd, wäär Daidschlond bai deer WeeEmm villaichd inns Enndschbill kumma (klick)…“

„Was“, fragte der Wirt über den Tresen, „hat der heutige Dresdner Mittelfeldspieler Burnic mit dem ehemaligen italienischen Verteidiger Burgnich (klick) zu tun?“

„Dassa na glaichn Nooma hodd, zumindesd inn da Ausschbrooch, denn Nooma mechdi nedd heern, vo demm Nooma gehd Unhail aus.“

„Namen sind Schall und Rauch“, bemerkte Hannes, „und mehr als Schall und Rauch brachte Burnic nicht zustande, genauso wie Dynamo Dresden nicht mehr zustande brachte, weil der Club in der Abwehr nichts anbrennen ließ.“

„Na ja“, schaltete ich mich ein, „ganz so souverän war die Defensivleistung unserer Mannschaft nun auch wieder nicht. Unsere Abwehr ist in einigen Situationen ordentlich ausgehebelt worden. Mit schnellen, dynamischen Passfolgen. Teilweise konnte der Gegner sogar im Strafraum des Clubs ein flüssiges Kombinationsspiel aufziehen. Wenn Mathenia nicht kurz nach dem Führungstreffer und zehn Minuten vor Schluss auf der Linie so gut reagiert hätte, wäre das Spiel nicht gewonnen worden. Zumal beim Club nach vorne nicht allzu viel ging. Ausgenommen von der Aktion, die zum Siegtreffer führte. Wie Dovedan Sorgs Flanke mit dem Kopf verwertet hat, war schon gekonnt.“

„Das Tor hat Dovedan klasse gemacht“, sagte der Wirt, „aber kurz Spielende hat er – man entschuldige die deftige Ausdrucksweise – Bockmist fabriziert. Absoluten Bockmist.“

„Stimmt“, simmte ich zu. „Da muss er den Ball nach rechts zu Hack spielen, der freie Bahn hatte. Wenn Dovedan dann mitläuft, hätte es eine klare Torchance gegeben. Was sich Dovedan dabei gedacht hat, aus dieser Distanz aufs Tor zu schießen, ist mir schleierhaft.“

„Iech glaab, deer wolld na Boll ieban Doorwadd heem. Obber dann hädda nedd floch schießn därfm.“

„Die Kontersituationen wurden nicht effektiv genug genutzt“, bemängelte der Wirt.

„Richdich! Vellich richdich! Kords bevoor deer Doofedaan denn Bleedsinn gmachd hodd, hodd der anner doo, der woo aa naai imm Kooda iss, Wergmaasda odda wie deer haaßd, deer hodd na Geechna na Boll bladd in die Fieß gschbilld…“

„Handwerker heißt der“, korrigierte der Wirt.

„Dess woor handwerglich gands schlechd, gands schlechd woor dess. Schdodd dassa ann Konnda firn Glubb ailaided, laideda an Konnda firn Geechna ai, deer kords voor Schluss dsumm Ausglaich gfiehrd hädd, wenn da Kibba nedd so guud hälld…“

„Ich darf daran erinnern“, versetzte Hannes, „dass der Club das Spiel gewonnen hat. Das sollte man honorieren. Klar hat der Club kein Jahrhundertspiel gemacht, aber es war ein sehr guter Start in die Saison. Also freut euch und mosert nicht so herum!“

„Blooß guud, dass da Burnidsch ausgweggsld worn iss“, sagte Alfred und bat mich um eine Zigarette und ich gab ihm eine Blend 29.

[Zum Spiel: klick, klick, klick, klick.]

 

61 Gedanken zu „Kein Jahrhundertspiel

  • Der Club steht noch am Anfang des Gewöhnungsprozesses an das neue Spielsystem von Canadi. Die Dresdner spielen sich seit einem halben Jahr auf die Anforderungen von Fiel ein. Daher bin ich mit dem Sieg zufrieden, Hauptsache 3 Punkte!

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  • Fühlt sich gut an mit 3 Punkten zu starten. Jetzt kann man mit Selbstbewusstsein an das 6-Punkte-Spiel gegen den HSV rangehn. Wohl eines der wichtigsten Spiele der Saison und das gleich am Anfang. Aber lieber jetzt gegen die Hamburger als später, wenn sie von Hecking richtig eingestellt sind.

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      • Da der HSV ja ein direkter Aufstiegskonkurrent ist, finde ich es zuerstmal wichtig, daß der HSV hier auf keinen Fall 3 Punkte mitnehmen darf, wir müsssen ja schließlich auch noch nach Hamburg und unsere Punkte im Heimspiel müssen hier bleiben. Minimalziel wäre eine Punkteteilung aber im Hinblick auf die noch lange Saison und wir in der Rückrunde die schwierigen Auswärtsspiele ua. in Hamburg haben, wäre ein 3er natürlich die richtige Basis für einen tollen Start.
        Natürlich hängt viel von Einzelheiten, Tagesform usw. ab aber ich halte es für machbar. Ganz nebenbei wir hätte ja aus dem Pokalspiel letzte Saison noch was gut zu machen.

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  • Weiß jemand, was mit den noch 1-2 „versprochenen“ Neuzugängen ist, ist was „im Busch“?
    Ich kann auf verschiedenen Transferforen keine Gerüchte etc. finden …

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    • Namen gibt es keine, wohl aber – da deckt sich das, was die BILD heute schreibt, mit dem, was man sonst so hört – folgende Eckpunkte:
      – Restbudget ca. 3 Millionen Euro
      – Gesucht werden LV/IV, ZM/DM und ST (mit Priorität – mMn zurecht – auf dem ZM)
      – Die Spieler sind laut Palikuca identifiziert, man hat sich festgelegt, wen man will (es findet also kein Scouting mehr statt)
      – es wird nun verhandelt
      – zeitlich ist alles möglich, Einsatz eines möglichen Neuen gegen den HSV aber wohl nicht

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      • Sehr gut! Immerhin werden die bekannten und offensichtlichen Kaderlücken angegangen. Ich kann mich an Zeiten erinnern, da hatten wir absolut keinen Ersatz für den linken Außenverteidiger, so ein kleiner Argentinier war das damals.

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      • Wie jetzt ? Aus den Einnahmen von Löwen, Leibold, Ewerton und dem Restgeld aus der Wintertransferperiode sind nur noch 3 Mio übrig ?
        Wie wird denn hier gerechnet ?

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        • Es heißt ja nicht, dass man plant, die kompletten Transfererlöse (sofort) zu investieren.

          Vielleicht sollte man auch für die Winterpause, wenn man weiß wo man steht, noch 1-2 Patronen im Lauf lassen. Es macht wahrscheinlich sogar Sinn abzuwarten, ob insbes Schleuse und Medeiros dass abliefern, was wir benötigen. Und Palikuca darf man sicherlich andere Impulse als Bornemann zutrauen.

          Schön wäre auch, wenn uns noch der ein oder andere verließe. Das schafft Budget und Platz für Verstärkungen.

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            • Verratti zickt leider ein bisschen, weil er sagt, dass die 2. Liga eben doch nicht ganz so gut wie die CL ist. Natürlich besser als die französische (eh klar), aber halt nicht CL.

              Wenn nicht einer noch ein gutes Argument weiß, wird das nix…

              Generell finde ich, die Verstärkungen im Sturm und der Verteidigung könnten warten (sofern wir nicht noch Abgänge haben), aber der DM/ZM ist alternativlos, den brauchen wir auf jeden Fall.

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                • Das elsässische Kronenbourg ist durchaus trinkbar. Das Lager der elsässischen Brauerei ist zwar etwas dünner als unseres, aber generell kein schlechter Saft. Ok, die Gebindegröße könnte etwas größer sein, a Vierdl ist aweng weng.

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                • Der Elsass braut doch ohnehin fast noch deutsches Bier. Auch das Fischer kann man nach meiner Erinnerung trinken.

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          • Der hat auch erheblich mehr „Kohle“ zur Verfügung, was auch Bornemann zu verdanken ist.

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        • Die 30 Millionen Euro weniger Umsatz im Vergleich zu 2018/19 kompensiert man am besten, indem man die Transfererlöse komplett in die Mannschaft reinvestiert, schon klar. Martin Bader, sind Sie es?

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          • Muss man halt mal einen Meter weiter denken, das teuerste überhaupt ist jedes weitere Jahr 2. Liga.

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            • Und wenn man nicht nur einen Meter weit denken kann, kann man mit anderen Standpunkten unter Umständen sogar respektvoll umgehen und muss denjenigen, der sie äußert ,nicht verbal als denkunfähig diskreditieren. Redest Du im echten Leben auch so respekt- und anstandslos mit Deinen Mitmenschen?

              Bin jedenfalls raus hier. So muss ich (und auch kein anderer, ist ja nicht das erste Mal, dass Du völlige Unfähigkeit anderen Standpunkten mit Respekt zu begegnen zeigst) nicht mit mir reden lassen. Vielleicht solltest Du da mal mehr als einen Meter lang drüber nachdenken.

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              Antwort
            • Das ist halt die große Frage, die Bader 2008 richtig und 2014 falsch beantwortet hat, obwohl er beide Male das Gleiche getan hat: Wie sehr geh ich ins Risiko? Wobei man die Transfererlöse sicher auch nicht in ihrer Gänze sehen darf, weil für Löwen sind sicher nicht die vollen 7 Millionen geflossen, sondern das wird – wie überall in der Branche üblich – in Raten gezahlt werden. 3 Millionen ist sicher nicht alles, aber angesichts dessen, das der Kader derzeit ja auch noch enorm groß ist und damit auch noch ordentlich Gehalt fließt, auch nicht überraschend.

              Moderativer Hinweis: Ich bitte darum, den nachvollziehbaren inhaltlichen Dissens nicht dahingehend ausarten zu lassen, dass man dem anderen unterstellt, er könne nicht sonderlich weitsichtig denken. Braucht’s nicht, kann man auch ganz gelassen anders formulieren. Danke!

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              • ich denke, dass man insbes. in der aktuellen Zweitligasaison auf keinen Fall einen Aufstieg finanziell erzwingen sollte. Der budgetäre Vorsprung von Stuttgart, HSV und auch Hannover ist zu groß. Egal was wir investieren, wir müssten in jedem Fall besser investieren als die Konkurrenz. Wenn wir es schaffen unser spielerische Defizit zu kompensieren, wir einen 12-Tore Stürmer nich bekommen und der „Königstransfer“ Medeiros wirklich zeitnah einschlägt, können wir m.E. 2 der o.g. 4 hinter uns lassen.

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                • Ja, sehe ich auch so: Wir sollten irgendwie befähigt sein, am Relegationsrang mitzuschnuppern. Es wäre halt mal schön, einen fähigen Kader beisammenhalten zu können, aber ein „Aufbau“ ist doch leider nicht mehr möglich, in Zeiten, in denen jeder Profi, der einigermassen besser gerade aus Laufen kann, sofort von der 2. Englischen Liga oder von sonst wo weggekauft und samt Traumgehalt verpflichtet wird.

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              • War nicht so gemeint wie es offensichtlich angekommen ist. Aber ich finde diese Bader Vergleiche (unter dem wir immerhin 11 Jahre von 12J. 1. Bundesliga gespielt haben) ebenso populistisch oberflächlich. Ich war kein großer Bader Fan und wir wissen am Ende gings schief, zuviel riskiert, um den „Unfall“ wie es damals hieß zu reparieren, aber sollten wir wieder mal einen Sportdirektor haben, der uns 11 Jahre in der 1. Bundesliga hält kann man ja gerne nochmal in der alten Schublade herumkramen.

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                • Tatsache ist, dass er schon in der Saison 2008/2009 mehr als hoch gepokert hat. Florian hat das bereits angedeutet. Finanzielle Bilanz nach dem darauffolgenden Jahr Bundesliga war ein negatives Eigenkapital von fast € 11 Millionen. Wären wir 2009 gegen ein desolates Cottbus per Relegationsspiel nicht aufgestiegen, dann wären uns unsere mit Pokalsiegergehältern aufgeblähten Finanzen damals um die Ohren geflogen. 2014/15 und insbesondere vor der Spielzeit 2015/2016 spielte er wieder alles oder nichts. Es fällt mir schwer einem Manager, der zusammen mit seinem Kollegen Woy vermutlich zweimal den Verein beinahe finanziell ruiniert hat, ein gutes Zeugnis auszustellen.

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                • Soll man aus deiner Argumentation schlußfolgern, daß du auf den Aufstieg 2009 lieber verzichtet hättest, weil nach deinen Ausführungen s.o. das Risiko nicht verantwortbar war?

                  Und Profifußball ist einfach immer ein Risiko, weil man nie sportliche Entwicklungen (Verletzungen, Ausfälle usw.) belastbar planen kann. Es geht am Ende darum dieses Risiko zu managen bei generiertem sportlichen Unterhaltungswert. Alle Mannschaften, die den Aufstieg als Ziel formulieren, müssen ein finanzielles Risiko eingehen.

                  Und das Märchen, das man immer wieder hört, wir machen das mit (vermeintlich billigen) jungen Talenten und am allerbesten noch aus der Region, das gibt es doch schon lange nicht mehr, zum einen bekommen wir die 1a Talente gar nicht mehr. Zum anderen treten die 4 mal gerade gegen den Ball sind sie schneller weggekauft als man Guten Morgen sagen kann.

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                • Juwe, rückblickend ist man immer schlauer. Aber ja rückblickend kann man wohl sagen, wenn damals mit Meyer etwas ausgebaut worden wäre, man eben nicht panisch den Trainer gewechselt hätte, um den Abstieg zu vermeiden, sondern das Geld sinnvoll investiert hätte, auch um den Preis, einige Jahre länger in der 2. Liga zu bleiben, könnten wir heute vielleicht in Nürnberg das erleben, was damals Mainz und Freiburg gelungen ist.
                  So wurde das durch den Aufstieg und den Pokalsieg gewonnene Geld verbraten und danach lebte man in der 1. Liga auf zu großem Fuß und hat den Verein in die heutige Lage manövriert.

                  Mir ist es zu kurz gedacht, wenn man sich über die Jahre in der 1. Liga seit 2008 einfach nur freut. Denn das waren nie schöne Jahre, was das Fußballerische betrifft, sondern ganz schwere Hausmannskost a la Hecking.

                  Wobei es trotz allem ein hätte, wäre wenn bleibt. Denn wir werden nie wissen, ob dieser andere Weg damals mittel- bis langfristig efolgreicher gewesen wäre.

                  Allerdings gefällt mir der aktuell neue Weg noch nicht so wirklich. Aber vielleicht ändert sich das ja mit dem ersten Heimspiel. Ich bin durchaus euphorisierbar. Und einen Heimsieg gegen den HSV unter Hecking im MAx-Morlock-Stadion erleben- das hätte schon was.

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                • Hecking den Aufstieg wegzuschnappen…
                  Das hätte was von Wiedergutmachung!

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                • Ich bin vielleicht der letzte der MB verteidigen will, nur es sollte schon im richtigen Licht gesehen werden, daß er viele Jahre auch unter den Fans im Umfeld sakrosankt gesehen und verteidigt wurde. Da gab es genügend Diskussionen um die Unantastbarkeit des Herrn Bader auch in in diesem Forum und jetzt hat man den Eindruck, alle hätte das doch schon frühzeitig gewußt alles, da paßt irgendwas nicht.
                  Und dennoch mit 10 o 11 Jahren 1. Liga hat er trotz allem eine Benchmark gesetzt, die ein anderer Verantwortlicher erst mal erreichen muß. Nur heute ist es schwieriger geworden sollte man einen fähigen Sportdirektor/Vorstand haben werden sie auch in diesen Funktionsämtern viel schneller weggekauft, was früher nur bei Spielern der Fall war.

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                • Ist es jetzt mal gut mit den Bader-Palaver?Feststeht dass der Club immer zum ungünstigsten Zeitpunkt in Liga zwei war-nämlich immer dann, wenn es für die erste Liga durch einen neuen TV Vertrag eine Extra Schippe drauf gab und der Abstand zwischen 1 und 2 immer größer wurde.
                  Bewundernswert das der Club trotzdem immer mal wieder aufsteigt (nicht so wie vergangene Rekordaufsteiger)
                  Immens wichtig wird es sein beim nächsten TV Vertag 21ff erstklassig zu sein.
                  Kann ja heute mit begonnen werden-gegen den HSV

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                • Ich würde für den Neubeginn gegen den HSV eher Montag vorschlagen

                  ich denke das Thema MB kommt halt automatisch mit Hecking hoch, der ja als Novum als Zweitligatrainer zum ersten mal erscheint am Montag als direkte Aufstiegskonkurrenz. Dennoch das ist Vergangenheit unsere Zukunft heißt Palikuca und bislang finde ich gibt es nichts auszusetzen, gefällt mir nach wie vor recht gut. Wäre schon ein immens wichtiger Schritt am Montag die Punkte einzufahren.

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                • Soll man aus deiner Argumentation schlußfolgern, daß du auf den Aufstieg 2009 lieber verzichtet hättest, weil nach deinen Ausführungen s.o. das Risiko nicht verantwortbar war?

                  Und Profifußball ist einfach immer ein Risiko, weil man nie sportliche Entwicklungen (Verletzungen, Ausfälle usw.) belastbar planen kann. Es geht am Ende darum dieses Risiko zu managen bei generiertem sportlichen Unterhaltungswert. Alle Mannschaften, die den Aufstieg als Ziel formulieren, müssen ein finanzielles Risiko eingehen.

                  Und das Märchen, das man immer wieder hört, wir machen das mit (vermeintlich billigen) jungen Talenten und am allerbesten noch aus der Region, das gibt es doch schon lange nicht mehr, zum einen bekommen wir die 1a Talente gar nicht mehr. Zum anderen treten die 4 mal gerade gegen den Ball sind sie schneller weggekauft als man Guten Morgen sagen kann.

                  Und täglich grüßt das Murmeltier. Die Diskussion haben wir gefühlt schon 100 mal geführt und die Argumente werden nicht deswegen stichhaltiger, nur weil man die eigenen zum 100ten mal als überzeugend und die der anderen als Märchen tituliert.

                  Watzke hat das aktuell gut formuliert und dabei auch eine gewisse Selbstkritik geäußert: Den aktuelle Kader kann sich der BVB leisten, den vor einigen Jahren nicht (Subtext: Mag der auch erfolgreicher gewesen sein). Was nutzt dir Erfolg, den du dir nicht leisten kannst oder der eben nur weiteren Erfolg fordert, um nicht zum Bumerang zu werden.

                  Ob das mit den jungen Talenten so ein Märchen ist, müsste man halt auch mal auf den Prüfstand stellen, indem man das über eine gewisse Zeit konsequent und glaubhaft verfolgt. Wenn man natürlich alle Nase lang wieder alles über Bord wirft, nur weil der vermeintliche Erfolg nicht gleich eintritt, glaubt dir natürlich auch kein Talent irgendwann mehr und tut das, was er auch beim FCN sieht: Bei der erstbesten Gelegenheit dahin wechseln, was kurzfristig mehr Erfolg verspricht.

                  Ich hab kein Problem damit, wenn man dem nicht folgen will. Aber ich hab ein Problem damit, wenn man das als „Märchen“ darstellt, nur weil einem die eigene Phantasie fehlt jenseits von „viel hilft viel“.

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                • Ob das mit den jungen Talenten so ein Märchen ist, müsste man halt auch mal auf den Prüfstand stellen, indem man das über eine gewisse Zeit konsequent und glaubhaft verfolgt.

                  Wenn man den jüngeren Zeitraum dazu betrachtet, vor allem weil mitterlweile alles bis zu den 12 jährigen digitial durchgescoutet ist, in diesem Zeitraum kenne ich kein Beispiel wo ein gelungener Neuaufbau in der 2. Liga mit jungen Spielern gelungen ist, der bist zum Aufstieg führte.

                  Die kleineren Mannschaft die überraschend aufgestiegen sind, meine damit auch die Aufsteiger aus der 3. Liga hatten einfach die richtigte Mischung gefunden aus ausrangierten erfahrenen Spielern, die woanders nicht funktionierten, und über mannschaftliche Geschlossenheit. Ich finde auch gerade die Liga 2 kommt es auf Robutsheit und Erfahrung an.

                  Was die Top Talente angeht können wir doch nie und nimmer mit RB Leipzig, BVB, FCB vor unseren Toren usw. konkurrieren, die haben aber alle ausgeschlafene Berater von frühester Jugend an schon teilweise.

                  Ich finde das Rezept für uns kann nicht Ausbildungsverein sein, obwohl es so toll Ökologisch nachhhaltig klingt 🙂 .. was kam denn in den letzten Jahren hoch? zu wenig um sich das als Konzept auf die Fahnen zu schreiben. Es wird immer die Mischung machen und ich glaube unser Heil liegt vor allem darin Spieler zu finden, bezahlbar klar, die aus irgendwelchen Gründen woanders ausrangiert wurden aber immer noch Potential haben.

                  Spontan betrachtet (will jetzt nicht nachgoogeln) haben wir derzeit ein einziges Nachwuchstalent im Kader und er kommt vom BVB mit Besong. Noch nichtmal auf der Torhüter Position leisten wir es uns ein Talent als 3. Torhüter heranzuführen.

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                • Was die Top Talente angeht können wir doch nie und nimmer mit RB Leipzig, BVB, FCB vor unseren Toren usw. konkurrieren, die haben aber alle ausgeschlafene Berater von frühester Jugend an schon teilweise.

                  Ich kann den Gegenbeweis leider nicht anbieten, zudem wird es auch kein Ziel sein können, einen 100% Weg zu gehen. Es geht um Glaubwürdigkeit und Überzeugung. Dazu mag ich ein paar Beispiele nennen, die natürlich nicht beliebig im Detail übertragbar sind, aber doch im Ganzen ein Bild ergeben.

                  Mainz bspw. gilt hier in der Region einfach als interessantere Adresse für Jugendspieler als bspw. die Eintracht. Das liegt daran, dass man Mainz die Absicht, Jugendspieler zu entwickeln und zumindest grundsätzlich den Weg ganz nach oben aufzumachen, abnimmt. Die Eintracht-Jugend gilt doch eher als Marketing-Instrument – und weil man es halt machen muss. Die Abschaffung von U23/U21 war ein weiteres Signal dafür, dass die SGE eher nur auf ein paar ganz außergewöhnliche Talente setzt, die von A-Jugend direkt in den Profi-Kader kommen, statt die zu entwickeln, die einfach etwas mehr Zeit brauchen.

                  Generell wird ein Jugendspieler sehr genau hinsehen, wo er seine Einsatzzeiten bekommen wird und welcher Verein junge Spieler wirklich entwickeln will. Die Bayern sind da bspw. ziemlich weit hinten – wenn auch aus verständlichen Gründen, da der Sprung zum dortigen Anspruch doch sehr hoch ist. Die Hertha hat sich dagegen einen Ruf erarbeitet, genau das zu tun, deswegen wechselt auch ein Löwen dahin.

                  Auch für talentierte Jugendspieler, jedenfalls die, die nicht nur die $$ in den Augen haben, sind Einsatzzeit, Ausbildungs/Entwicklungschance und Spielweise sehr wohl Argumente zumindest einen Teil des Weges bei so einem Ausbildungsverein zu gehen – auch mit dem Agreement, dass dann beide vom nächsten Entwicklungsschritt partizipieren. Auch in Nürnberg konnte man so einen jungen Spieler namens Gündogan einst überzeugen zu kommen. Große Vereine wie Ajax leben das Prinzip sehr erfolgreich seit Jahren und bekommt Top-Talente, auch wenn die niederländische Liga per se uninteressanter ist als England oder Spanien.

                  Wenn man überzeugend darlegen kann, dass der Club ein gutes Pflaster für Talente ist, kann man auch da durchaus punkten und Spieler zu sich ziehen. Gerade Fälle wie Teuchert, Kammerbauer oder Sabiri sind doch auch Beispiele, dass ein Wechsel nicht immer gut für dich sein muss.

                  Man muss halt aber auch dran bleiben und nicht gleich alles in Frage stellen, wenn es nicht sofort klappt. Und natürlich braucht man erfahrene Führungsspieler und einen gesunden Konkurrenzkampf im Team. Wenn ich aber auch die Backup-Plätze mit mittelalten mittelguten Spielern besetze und im Zweifel immer lieber Erfahrung als Talent aufstelle, kann ich über Vereinsphilosophie schwadronieren so viel ich mag, dann bin ich unglaubwürdig. Gleiches gilt, wenn ich einen Trainer dann feure, weil er genau das tut: Auf Talente setzen, ihnen Fehler erlauben etc.

                  Daher: Wenn man als Verein sich dieser Richtung verschreibt und glaubwürdig handelt, bin ich der festen Überzeugung, dass man zumindest im zweiten Regal der Talente noch einige wird überzeugen können, die das Zeug dazu haben, noch richtig gute Bundesliga-Spieler zu werden und auch einen Return on Invest zu generieren. Zudem noch die Talente, die etwas mehr Anlaufzeit brauchen oder gerade nicht den klassischen Konformitätsstandards der NLZ entsprechen – Spieler wie einst Klose oder aktuell ein Weydandt in Hannover oder auch ein Lucas Schleimer beim FCN, der vorher auch kein Top-NLZ gesehen hat, sondern beim TuS Mosella Schweich gescoutet wurde.

                  Ob das mit einem Verein wie dem FCN geht – das nun ist eine andere Frage..

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      • Also dass man Pali Redseligkeit vorgeworfen hat, mutet inzwischen geradezu absurd an. Man hört ja absolut garnichts mehr, nichtmal das kleinste Gerücht…!

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        • Immerhin wird auf TM.de in Richtung Johannes Geis spekuliert (ohne Quelle). Eine Personalie, die durchaus ins Anforderungsprofil passen würde.
          Und wir hätten einen Ex-Fürther, der den Siegtreffer im Derby erzielen würde (wir müssen die obligatorische „…ausgerechnet!“ -Schlagzeile zu unseren Gunsten manipulieren!) 😉

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  • Hab mir das gerade nochmal angeschaut. Hätte Sigi Held (?) nicht so einen kapitalen Fehler gemacht, hätte Burgnich kaum den Ausgleich geschossen. Fahrradkette…

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    • Zitat Markazero:

      „Hätte Sigi Held nicht so einen kapitalen Fehler gemacht…“

      Bleibt zu hoffen, dass in dieser Saison kein Club-Verteidiger einen solchen Bock schießt wie damals Held (der ja ein Angriffspieler war)…

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      • Und der in der Verlängerung eines solchen Spiels mit Sicherheit einfach nur völlig platt war, deshalb kein Vorwurf an ihn!

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  • Es sieht so aus, als ob gegen den HSV (Montag, Ferien) ca. 35.000 Zuschauer kommen.
    An einem Samstag oder Sonntag wären es bestimmt einige mehr.
    Das Spiel gegen den hohen Aufstiegsaspiranten ist schon ein Gradmesser in der noch jungen Saison.
    Lassen wir uns von der Freude über den Auswärtssieg in Dresden nicht trüben, aber gegen Dynamo
    war vor allem in der Offensive noch viel Luft nach oben.
    Vielleicht ist es ein Vorteil jetzt schon gegen den HSV zu spielen, denn auch Hamburg muss
    ob der vielen Neuzugänge als Mannschaft erst noch funktionieren.
    Am Montag ein Heimsieg, im Pokal weiterkommen und dann die Spiele gegen Sandhausen und Onsabrück, von einem gelungenen Start zu träumen ist erlaubt.

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    • Ich weiß nicht der HSV Ausgleich letzte Woche gegen Darmstadt in 98. Minute per Elfmeter und Videobeweis hat schon wieder so ein Gschmäkle ..machen wir es am Montag bitte deutlich! 🙂 damit sowas nicht passiert.

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      • Ich bin zwar grundsätzlich auch ein Freund von Verschwörungstheorien, aber nachdem dem HSV in der ersten HZ ein glasklarer Elfer versagt wurde, kann man zumindest in diesem Spiel m.E. mal nicht von „Geschmäckle“ sprechen

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        • Fällt dir nicht die geheime Botschaft auf – der HSV erzielt gegen Darmstadt 98 in der 98. Minute durch einen fragwürdigen Elfmeter den Ausgleich, der ihn vorm Fehlstart bewahrt??

          Das kann doch kein Zufall sein 🙂

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          • Wenn das heißt, dass der HSV in unserem Fall nur in der 0. Minute trifft, dann soll mir dieses geheime Prinzip recht sein.

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            • …also entweder beim Aufwärmen oder es müsste 10 Minuten Nachspielzeit geben 😉

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    • 35.000 im Sommer, bei 21.000 Dauerkarten, einem ersten Heimspiel, gegen den HSV, nach einem ersten Auswärtssieg…das fände ich sehr enttäuschend. Das Spiel beginnt um 20.30 Uhr, so dass die meisten aus aus ganz Bayern anreisen könnten. Ich hätte auf 42.000 getippt.

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      • Die S Bahnen sind seit Anfang August in Franken wg. Weichenbauarbeiten nahezu eingestellt. Diese Tatsache, zusammen mit der beschissenen Anpfiffzeit werktags spätabends, sorgt für ein leeres Stadion. Als Auswärtsfahrer müsste man mind. zwei freie Tage einplanen.
        Das ist einfach ein schlechter Witz, Vereine mit entsprechender Fanbase bekommen immer den Montagsspieltermin und die sind dann doppelt die Deppen…

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        • Der Montag ist ja eher für HSV Fans bitter- der Teil meiner Familie, der in Franken geblieben ist, kommt mit Kind und Kegel-sind ja schliesslich Ferien.Der Club hatte in der letzten Saison eine Auslastung von 80%- macht also 40000 im Schnitt.Da sind doch für einen Montag bisher geschätze 35000 in Liga zwei gar nicht so schlecht.
          Und ganz egoistisch, Montag Abend hab ich mehr Zeit den Club im TV zu sehen als am Wochende.
          Und so wie die Entwicklung ist, ist für die Vereine das TV Geld seit Jahrzehnten wichtiger als die Zuschauereinnahmen, kann man blöd finden, die Entwicklung ist aber längst durch.

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          • Ich find es doof, daß die Spiele jetzt nicht mehr über Eurosport gezeigt werden. Ich fand das mit Sammer immer sehr informativ.
            Aber diesen Montag erlebe ich das Spiel sowieso live. Und hoffe schwer auf Jubelgesänge vor der Nordkurve nach Spielende.

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  • Gibts eigentlich schon einen heißen Startelf Tip für Montag? .. Sorg oder Valentini? Mühl oder Sörensen? ..und zuhause auch mit Dreierkette?
    Beim HSV reden alle nur noch über Almaechi (Allmächd!?)
    scheinbar der allgemeine Trend derzeit, man muß 18 jährige aus der Premier League kaufen.

    Und Heute, zum Glück kennt Bornemann schon das Gefühl gegen Fürth zu verlieren, dann tut es nicht ganz so weh. 😮

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      • Was bei Margreitter finde ich immer dazu kommt, er ist kopfballgefährlich und hat das zumindest auch schon gezeigt in Pflichtspielen, ansonsten sind beide wohl gleichwertig. Aber ich glaube schon auch, daß es wieder auf Margreitter, Sörensen hinauslaufen wird. Ich finde es aber momentan einen sehr spannenden Prozess, wie sich die Stamm Elf jetzt in den Pflichtspielen entwickelt. Wird es auch im Heimspiel wieder auf eine Dreierkette hinauslaufen?

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        • Das stimmt, Margreitter hat schon den einen oder anderen Eckball reingeköpft. Von Ewerton und Mühl hatten wir das leider noch nicht gesehen.
          Scheiß Montagsspiel! Da steht man tagelang unter Strom und kann es kaum erwarten, bis endlich am Wochenende der Club spielt – und dann muss man diese innere Unruhe sogar noch bis Montagabend ertragen.

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          • „Von Ewerton und Mühl hatten wir das leider noch nicht gesehen.“
            Doch, beim „Fuchs-Mühl“-Spiel in Augsburg hatte Mühl die Ecke zum Ausgleich reingeköpft.

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              • Was freilich das einzige Beispiel ist, das mir eingefallen ist.. Aber wie oft jetzt wer von den benannten Herrschaften in welchen Situationen nach vorne beordert wurde oder gegangen ist (und warum jeweils oder warum nicht, mit welcher Absicherung usw.), müsste man zwecks fairer Vergleichbarkeit im Grunde genauer untersuchen. Wenn man das denn wollte..

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