Und dann kam Dennis Diekmeier

Stimmen vor dem Spiel des 1. FC Nürnberg gegen SV Sandhausen.

Im Rahmen der Kooperation von Clubfans United mit Total beGlubbt hat sich Felix im Gegnergespräch mit Stefan unterhalten.

Wir fassen das Interview kurz zusammen, in voller Länge zu hören auf meinsportpodcast.de oder im Player am Ende des Artikels. Ebenso die offiziellen Pressekonferenzen aus Nürnberg und Sandhausen.

Das Interview

3. Spieltag 2019/2020
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Archiv: Sandhausen

Fass doch bitte nochmal die vergangene Saison für alle FCN-Fans die das nicht mitbekommen zusammen. Ihr habt viel Zeit auf den Abstiegsrängen verbracht. Der Sprung auf Platz 15 kam erst spät und da endete die Saison auch. Wie verlief die Spielzeit?

„Klassenerhalt geschafft, den Rest vergessen wir. Nach der besten Saison aller Zeiten waren die Erwartungen hoch, sind dann schlecht gestartet und haben den Trainer gewechselt. Der Nachfolger Uwe Koschinat konnte auch nicht viel bewirken und zur Winterpause hatte man Sandhausen schon abgeschrieben. Und dann kam Dennis Diekmeier… Einer, der mitreißen kann, der dazwischen haut. Der hat der Mannschaft richtig gut getan zur Winterpause. Danach lief zwar auch nicht alles rund, aber am Ende reichte es und die Nicht-Abstiegsfeier war wohl emotionaler als die Meisterfeier in München.“

Es gab einen recht großen Umbruch im Kader. 13 Spieler haben den SVS verlassen, 14 kamen hinzu. Andrew Wooten, letzte Saison Topstürmer mit 17 Treffern, ist unter anderem weg. Wie bewertest du die Aktivitäten deines Vereins im Sommer?

„Man hat sich bei Andrew Wooten weit aus dem Fenster gelehnt für eine Verlängerung, aber als Halb-Amerikaner war dann das Angebot von Philadelphia Union einfach zu verlockend. Auch unser zweiter Stürmer Fabian Schleusener – zwar nur ausgeliehen – war nicht zu halten, der wechselte bekanntlich ja zum FCN. Dazu der Wechsel unserer Nummer 1 Marcel Schuhen – das waren schon entscheidende Spieler. Bekanntester Neuzugang vielleicht Philip Türpitz aus Magdeburg, Rückkehrer Aziz Bouhaddouz und – vom Namen her – Mario Engels, der Sohn des ehemaligen Spielers vom FC Köln.“

Wie beurteilst du die Null-Euro-Transferperiode? Ihr habt nicht nur kein Geld ausgegeben, sondern auch kein Geld via Transfers akquiriert.

„Der Grund ist einfach: Die Verträge waren ausgelaufen und Sandhausen kann einfach nicht die Gehälter anbieten wie Philadelphia, Nürnberg oder auch Darmstadt. Das kann man auch niemanden vorwerfen, am Ende schaut man dann doch aufs Geld. Aber grundsätzlich sehen wir uns schon als Ausbildungsverein, der auch Geld aus Transfers generiert. Nur bei Philipp Förster (Anm. der Red.: Auch ein Ex-FCN Spieler) wollte man dem Interesse nicht nachgeben und hat sogar verlängert.“

Der Saisonauftakt verlief holprig. Auf ein Unentschieden in Kiel, folgte eine schwer nachzuvollziehende Niederlage gegen Osnabrück. Auch im DFB-Pokal gegen Gladbach wart ihr stark, am Ende aber unterlegen. Wie ist die Stimmung nach den ersten drei Spielen? Wie beurteilst du den Start?

„Mit dem Remis in Kiel waren alle zufrieden, da war die erste Halbzeit sogar sehr gut. Bei der Niederlage gegen Aufsteiger Osnabrück hatten wir das Spiel in der Hand, haben nur die Tore nicht gemacht und dann ein unglückliches Tor bekommen, wo der Ball von der Unterkante der Latte auf oder hinter die Linie ging. Auch gegen Gladbach ein gutes Spiel mit vielen eigenen Chancen, man macht dann aber den einen Fehler. Vom Spielaufbau und in Sachen Chancen erarbeiten kann man dem Team keinen Vorwurf machen, man muss auch einfach die Tore machen. Aber sonst ist das schon gut, bis auf die Ergebnisse.“

Das Programm nach dem FCN ist ebenfalls nicht einfach. Uwe Koschinat hat die Mannschaft darum nun schon in die Pflicht genommen und gesagt es müssen Punkte gegen Nürnberg her. Was erwartest du am Freitag für eine Partie?

„Jeder Trainer muss den Anspruch haben etwas mitzunehmen – in jedem Spiel. Bei uns kommen im Anschluss Heidenheim und Darmstadt, d.h. es wird auch nicht einfacher danach in Liga 2. Man kann einfach nicht auf etwas warten, man muss jedes Spiel annehmen und versuchen zu punkten. Da Nürnberg wohl seine Probleme hatte in den ersten Spielen, kann es durchaus ein offenes Spiel werden, auch wenn der Nürnberger Kader stark besetzt ist.“


Der Podcast in voller Länge

Audiolänge: 18:57 Minuten | Moderator: Felix Amrhein


Die Pressekonferenz in Sandhausen

Die Pressekonferenz aus Nürnberg


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Foto: Fan-Support in Schwarz und Weiß / Alexander Endl 2008 / Alle Rechte vorbehalten.

Das Interview führte Felix Amrhein mit Stefan für Total beGlubbt in Zusammenarbeit mit Clubfans United am 14.8.2019. Redaktionell zusammengefasst von Alexander Endl.

8 Gedanken zu „Und dann kam Dennis Diekmeier

  • Es riecht wieder nach einer Saison, in der wir auswärts bessere Spiele abliefern, als daheim. Während andere Mannschaften durch den 12. Mann Auftrieb und Aufschwung erhalten, sind unsere Fußballer völlig gehemmt und entwickeln sich zu Angsthasen.
    So hat mich das fast ausverkaufte Heimspiel gegen den HSV vom Auftritt her sehr an das damals ausverkaufte Heimspiel gegen den VfB in der letzten Saison erinnert, auch wenn die Akteure zum Großteil andere waren.
    Da ich dank der grandiosen DFL Planung, hintereinander zwei Heimspiele in den Sommerferien veranstalten zu müssen, urlaubsbedingt auf die nächsten Frankenstadionbesuche verzichten muss (geht Skygo von Italien aus mit einem Proxy?), erhoffe ich mir heute abend einen Auswärtsdreier. Vor 2000 Auswärtsfans scheint das Spielen dem aktuellen Club-Mannschaftskern leichter zu fallen, als vor 40.000 Fans.
    Ok, mein Gefühl hat eine noch kleine Datengrundlage, aber es ist auch ein Gefühl, also eben nicht auf Fakten basierend.
    Sehr interessant finde ich den Weg von Förster: Der wurde im August 2017 von Bornemann und Köllner als zu leicht für die Bundesliga befunden, hat inzwischen in der 2. Liga durch konstant gute Leistungen in Sandhausen seinen Marktwert erheblich gesteigert und u.a. hat der VfB Stuttgart heftiges Interesse an seiner Verpflichtung. Ein 10er den man damals für kleines Geld an Sandhausen abgab und der jetzt unsere Kaderlücke im offensiven Mittelfeld sehr gut stopfen könnte.
    Tja, schade, aber hinterher ist man halt immer schlauer. Vielleicht ist Förster auch so ein heimatverbundener Typ, wie der Trainer Schwartz: Die funktionieren wohl beide nur gut in Baden und nirgends außerhalb.

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    • Ja, Förster hat mich immer gewundert, dass er nie randurfte. Bei manchen dauert es aber eben auch länger, bis der Knoten platzt.

      Gutes Beispiel ist Philipp Klement: galt als Top-Talent, war dann schwer verletzt und kam als Rekonvaleszent zu uns, bekam aber kein Bein auf den Boden. Anschließend in Mainz lief es auch nicht besser. Erst in Paderborn ist er aufgeblüht und ist jetzt für 2,5 Mio zum VfB gewechselt.

      Falsche Zeit, falscher Ort. Aber auf den Durchbruch warten war ja auch keine Option, wer wartet schon 5 Jahre….

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      • Förster kam damals ganz am Ende der Wintertransferperiode als Vorgriff auf die neue Saison, wollte dann aber doch selber vor dieser schon wieder weg…
        Also da sehe ich jetzt, wo da unsererseits ein Versäumnis gewesen sein soll, bzw. wann man ihm groß man hätte ranlassen sollen.

        Und bei Klement muss man einfach sagen, wie lange will man ein Talent denn mit sich rumschleppen, war ja nun auch nicht so, dass er auf der nächsten Station direkt durchgestartet ist, sondern erst zwei Stationen und vier Jahre später. Wobei er ja vorher bereits mal ausgeliehen war.
        Ganz davon abgesehen, dass er erstmal noch nachweisen muss, ob er auch dauerhaft solche Leistungen bringen kann wie in der letzten Saison.
        Bislang ist er beim VfB nur Ergängzungsspieler, kommt auf drei Einwechslungen und 48 Einsatzminuten in den ersten drei Pflichtspielen.

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      • absolut richtig: wäre in diesem Kontext interessant gewesen zu sehen, ob z.B. selbst ein Gündogan so eine Karriere hingelegt hätte, wenn er nicht über den Umweg Club direkt von Bochum II zum BVB gewechselt wäre.

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    • ich denke auch, dass das so sein wird. Viele Mannschaften stellen sich gegen uns v.a. bei Auswärtsspielen defensiv auf, wir haben gleichzeitig (noch) zu wenig spielerische Lösungen, Zielspieler gibt es (noch) keine richtigen um das Mittelfeld mal anders zu überbrücken, so dass wir uns bei Heimspielen schwerer tun mit dem Ball etwas produktives anzufangen.

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  • So hat mich das fast ausverkaufte Heimspiel gegen den HSV vom Auftritt her sehr an das damals ausverkaufte Heimspiel gegen den VfB in der letzten Saison erinnert, auch wenn die Akteure zum Großteil andere waren.

    Mich hat es an letzte Saison im DFB Pokal gegen den HSV erinnert. Wüßte man jetzt nicht welche Mannschaft die größeren Angsthasen waren. Ausgerechnet der größte Chaosverein in D. wird unser Angstgegner.

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