Analyse: Fehlende Konsequenz verhindert Belohnung #FCNFCH #FCN

Analyse zu 1. FC Nürnberg – 1. FC Heidenheim 2:2 (1:0) – Der Club verschenkt spät einen Sieg, den er sich mit der besten Saisonleistung erarbeitet hätte.
1. Die Grundordnung
2. Der Schlüssel zum Spiel
3. Das Spiel war entschieden, als
4. Das Fazit
5. Die Stimmen
6. Die Statistik
7. Noten

1. Die Grundordnung…

Abb.1: Startformation gegen den Ball

… sah genauso aus wie gegen Osnabrück, ab der Einwechslung von Hanno Behrens. Das heißt es gab personell zwei Wechsel in der Startformation. Behrens für Medeiros und Nürnberger mit Profistartelfdebüt für Handwerker. Gegen den Ball spielte man wieder 5-3-2, was im Zentrum eine hohe Stabilität gab, auch weil Behrens und Hack auf den Halbpositionen viel nach hinten arbeiteten. Mit dem Ball ergab sich dagegen ein sehr dynamisches 3-3-2-2, bei dem die beiden zentralen Mittelfeldspieler, also eben jene Hack und Behrens, phasenweise nach außen und phasenweise nach innen drifteten. Gleichzeitig wechselte gerade Dovedan immer wieder die Seiten, spielte quasi als Satellit um Michael Frey herum. Beides wird aus der realtaktischen Aufstellung (Abb. 4) recht gut ersichtlich, gerade dass Behrens immer wieder nach vorne rückte und Dovedan um Frey herum agierte, erkennt man hier sehr gut.

Über weite Strecken der ersten Halbzeit und dann erneut zwischen 55. und 80. Minute sorgte diese Staffelung dafür, dass der Ball gut in den eigenen Reihen lief und der Club auf zwei Tore kam, selbst wenn eines davon – Geis‘ Fernschuss – eher ein Zufallsprodukt war. Insgesamt lässt sich für das Offensivspiel konstatieren, dass hier ein weiterer Schritt nach vorn feststellbar war, auch wenn die Chancenqualität immer noch nicht so hoch war, wie man es sich wünschen würde.

Defensiv wurde der Club vor der Pause außer durch vier Ecken in Serie nicht vor Probleme gestellt. Dies änderte sich in einer Phase nach der Pause, in der Heidenheim es mit langen diagonalen Verlagerungen probierte, hier kam vor die linke Nürnberger Abwehrseite immer wieder unter Druck. Heidenheim hatte in dieser Phase keine Abschlüsse, aber mehrere gefährliche Zuspiele. Nach etwa zehn Minuten kam der FCN dann wieder besser ins Spiel und wurde wieder dominanter.

Abb. 2: Startformation mit dem Ball.

In der 78. Minute, es stand inzwischen 2:0 für den FCN, wechselte Damir Canadi Robin Hack aus und brachte Felix Lohkemper. Gleichzeitig löste er die zentralen Mittelfeldspieler vor Johannes Geis auf, schob Hanno Behrens neben Geis und zog Nikola Dovedan auf den linken Flügel. Das Ziel war wohl die Flügel besser zu besetzen, um Konter ausspielen zu können. Stattdessen verlor der Club im Zentrum an Zugriff und Stabilität. Ob die beiden späten Gegentore nun tatsächlich dieser Umstellung geschuldet sind oder da Korrelation und Kausalität einfach nur auf Grund der zeitlichen Nähe vermutet werden („post hoc, ergo propter hoc“ würde der Lateiner einwerfen), lässt sich abschließend natürlich nicht klären. Auffällig ist es jedoch, dass der Club das Spiel aus der Hand gab, nachdem Hack vom Platz ging, selbst wenn die individuellen Fehler in der Verteidigung nicht zu gering betrachtet werden sollten.

2. Der Schlüssel zum Spiel …

… lag darin, dass der FCN in der Phase zwischen 78. Minute und 2:2 völlig das Spielen einstellte. Zwei Einwürfe wurden nicht energisch verteidigt, hinzu kam besonders vor dem 2:1 eine Kette an Fehlern, die schon damit begann, dass Erras und Mathenia nicht kommunizierten, wodurch Erras den Ball ins Aus schlug und so erst den Einwurf ermöglichte. Dass der Schuss von Dorsch mit einer Erfolgswahrscheinlichkeit von weniger als 1% angegeben wird (siehe Abb. 5), passt da ins Bild. Sechs Minuten – in denen man noch dazu durch Dovedan eine gute Chance hatte – sind natürlich an sich viel zu wenig, um aussagekräftig zu sein. Dennoch wirken einige Zahlen aus diesem Zeitraum wie ein beeindruckendes Zeichen des kurzzeitigen Kontrollverlusts: 33% gewonnene Defensivzweikämpfe, ein PPDA-Wert von 34 (bis dahin lag er bei 12), nur zwei Pässe ins gegnerische Verteidigungsdrittel.

Abb 3.: Formation beim Stand von 2:1

Zuvor war allerdings tatsächlich vieles gut und dies sollte in der Beurteilung des Spiels trotz der berechtigten Enttäuschung nicht zu kurz kommen. Der FCN hatte 22 Angriffe, die im gegnerischen Strafraum endeten. Saisonhöchstwert nach acht Angriffen in Dresden, zwölf gegen Hamburg, acht in Sandhausen und 13 gegen Osnabrück. Der Club schoss 27-mal in Richtung Tor der Gäste, auch das ein Höchstwert (bisher: 5, 9, 8, 15) – wobei sieben Schüsse aufs Tor (obwohl auch das in absoluten zahlen der beste Wert der Saison ist) noch ausbaufähig sind. Heidenheim spielte insgesamt tatsächlich mehr Pässe als der Club und war auch mehr als dreieinhalb Minuten länger am Ball, dennoch vollzog der Club mehr Pässe ins letzte Drittel und schaffte auch mehr Anspiele in Tornähe als die Heidenheimer. Im Gegensatz zu Opta, die das Spiel bei den Zweikämpfen 50% zu 50% werten, sieht Wyscout den Club mit 50% zu 40% (10% der Duelle stufen die Italiener als neutral ein) vorn – ausgenommen eben jene angesprochene Schlussphase.

Auch bei den „progressiven Pässen“, also jenen Pässen, die einen deutlichen Raumgewinn bringen (mehr als 30 Meter in der eigenen Hälfte, mehr als 15 Meter bei Pässen zwischen den beiden Hälften, mehr als 10 Meter in der gegnerischen Hälfte), ist inzwischen ein deutlicher Fortschritt zu sehen. Gegen Heidenheim kamen 79% dieser Zuspiele an und selbst bei Pässen in den Strafraum liegt die Quote noch bei 60%. Werte die in Sandhausen (71%/38%), gegen Hamburg (78%/28%) und in Dresden (65%/33%) noch (zum Teil deutlich) geringer waren. Nur gegen Osnabrück war die Quote der progressiven Pässe höher (82%), die in den Strafraum allerdings deutlich schwächer (44%).

3. Das Spiel war entschieden, als …

… Johannes Geis zum 2:0 traf. Dachte man. So war es aber dann eben doch erst zu Ende, als Florian Heft abpfiff, wahrscheinlich sogar schon Schimmer das 2:2 schoss. Danach war das Aufbäumen des FCN eher träge.

Abb. 4 Realtaktische Darstellung (Wyscout)

4. Das Fazit …

… fällt zweigeteilt aus. Zum einen hat man erstmals über etwa 70 Minuten mehr als nur erahnen können, wie Canadi Fußball spielen will. Der Ball lief schnörkellos durch die Reihen des FCN, die Bälle wurden weniger quer oder nach hinten gespielt, das Spiel insgesamt – wie unter 2. angedeutet – weniger verschleppt. Auch wenn in Sachen Chancenqualität auch weiter noch Luft nach oben ist, waren genug Abschlüsse dabei, dass man auch hier von Fortschritt sprechen kann. Rein mathematisch gewinnt der FCN dieses Spiel in 57% aller Fälle (siehe Abb. 6), wobei ein großer Teil der Berechnung von der frühen Chance von Multhaupt abhängt, die erst nach Videobeweis als Tor gezählt hätte, da der Linienrichter im Stadion Abseits angezeigt hatte.

Gerade die Halbpositionen in Person von Robin Hack und Hanno Behrens sorgten für sehr viel Stabilität, Hack und Geis sorgten dazu darüber hinaus für viele gute Umschaltsituationen. Dazu kam, dass der FCN über weite Strecken des Spiels früh attackierte und viele Bälle früh wiedereroberte. Möglicherweise liegt in dieser Intensität des Spiels aber auch ein Schlüssel für die späten Gegentore. Man war gedanklich und physisch lange so angestrengt, dass man spät im Spiel an Konzentration verlor. Schließlich waren es letztlich individuelle Fehler, die für die beiden Gegentore verantwortlich sind.

Abb. 5: Chancenspielfilm

Gleichzeitig besteht gerade auf Grund der verschenkten Punkte nun auch die Gefahr, dass die Mannschaft einen psychologischen Schaden aus dem Spiel nimmt. Wer über weite Strecken ein gutes Spiel macht und am Ende doch den sicher geglaubten Sieg herschenkt, der muss dies noch verdauen. Gerade, wenn die gefühlte Niederlage – wie schon die tatsächliche späte Niederlage gegen Sandhausen – durch eigene Passivität im Verteidigen von Fernschüssen verursacht wurde. Andererseits ist natürlich auch möglich, dass aus der Situation die richtigen Lehren gezogen werden und Spiele nun auch konzentriert zu Ende gespielt werden.

Es fällt daher auch schwierig diese beiden gegenläufigen Gedanken („Gut gespielt“ – „schlecht zu Ende gebracht“) zu einem stimmigen Gesamtbild zu vereinen. Womöglich lässt es sich mit „nicht mit der nötigen Konsequenz zu Ende gebracht“ tun. Denn sowohl in dem Abschluss von Dovedan, als er beim Stand von 2:0 allein vor Müller steht, als auch in der Idee Lohkemper mit einem Einsatz zu belohnen und die Formation deshalb zu ändern, als auch in der Verteidigung vor den Gegentoren steckt eben das: Fehlende Konsequenz.

5. Die Stimmen…

Damir Canadi: „Wir sind sehr gut ins Spiel gekommen, hatten gute Ballstafetten, sind selbstsicher aufgetreten und haben gut kombiniert. Wir waren in der ersten Halbzeit sehr präsent. Nach der Pause wollten wir dranbleiben und machen dann auch den zweiten Treffer. Das war ein überragendes Traumtor von Geis, das er sich auch verdient hat. Und dann hat man gemerkt, dass es hier lange keine 2:0-Führung gab. Wie spielt man das nach Hause? Wir haben bei den Toren nur begleitet, rücken nicht raus und kriegen so noch zwei Tore. Dennoch habe ich der Mannschaft zur Leistung gratuliert. Mit dem Ergebnis sind wir nicht zufrieden, mit der Art und Weise schon.“

Abb.6: Ergebniswahrscheinlichkeiten

Frank Schmidt: „Die erste Halbzeit haben wir uns anders vorgestellt. Man hat gemerkt, dass uns die letzten Niederlagen weh getan haben. Dennoch standen wir eigentlich gut, haben dann aber einen langen Ball nicht gut verteidigt. Offensiv hatten wir kaum Aktionen, deshalb war klar, dass es so nach der Pause nicht weitergehen kann. Wir haben dann auch besser ins Spiel gefunden, sind gut über die Flügel gekommen, kassieren dann aber das 0:2. Danach haben wohl nicht mehr viele auf uns gesetzt. Wir sind aber stark zurückgekommen. Der Punkt ist für uns unheimlich wichtig.“

Hanno Behrens: “ Das war heute eine gute Leistung – bis zur 80. Minute. Wir haben nahezu gar nichts zugelassen, müssen ansonsten das Dritte noch nachlegen. Es ist bitter, dass wir durch zwei Halbchancen des Gegners noch zwei Tore bekommen. Wenn wir 2:0 führen, dürfen wir das nicht mehr aus der Hand geben. Das müssen wir analysieren. Jetzt im Moment tut es sehr weh, vor allem nach so einer Leistung.“

Niklas Dorsch: „Wenn du 2:0 zurückliegst und auswärts dann zurückkommst, ist das auf jeden Fall gut für die Moral. Die Art und Weise müssen wir mal wieder hinterfragen. Dass wir so in Rückstand geraten, darf nicht passieren. Aus der Halbzeit sind wir dann gut raus gekommen, haben das Spiel auch teilweise im Griff und fangen dann ein bitteres Gegentor. Die Mentalität war heute wieder der Wahnsinn. Wir sind dran geblieben und ich denke, auch verdient nochmal an Nürnberg ran gekommen.“

6. Die Statistik …

Nürnberg Heidenheim
Grundlagen
2 Tore 2
27 (7) Schüsse (aufs Tor) 9 (3)
371 (299) Pässe (angekommen) 483 (399)
46,4 Ballbesitz 53,6
103 Ballverluste 104
8 Ecken 7
117,1 Laufleistung (in km) 118,5
8 Fouls 10
Advanced Metrics
1,81 xG 0,98
1,97 xP 0,79
12,59 PPDA 11,5
3,6 APPP 4,31
Auffälligkeiten
20,0 Schussentfernung in m (Ø) 17,5
22 Ballkontakte gegn. Strafraum 11
41 Ballbesitzphasen >10s 31
21 Herausgeschlagene Bälle 12
9 (5) Luftduelle im eig. Strafraum (gew.) 12 (2)

*Alle Daten stammen von Wyscout. Ausnahme bildet die Laufleistung. Diese stammen von Opta. Benutzung der Daten von Wyscout unter der Journalistenlizenz des Anbieters. Bei den Zweikampfquoten von Wyscout ergibt sich nicht zwangsläufig 100%, da der Anbieter manche Duelle als „unentschieden“ wertet, bspw. wenn ein Duell gewonnen wird, der Ball aber im Zuge des gewonnenen Duells ins Aus oder zurück zum Gegner geht. Unter „expected goals“ sind die Tore, die statistisch auf Grund der abgegebenen Schüsse zu erwarten gewesen wären, zu verstehen. Die expected Points für das jeweilige Spiel ergeben sich folgerichtig aus den expected Goals. PPDA bezeichnet die zugelassenen Pässe pro Defensivaktion. Es ist eine Metrik, die anzeigt, wie hoch der Pressingdruck einer Mannschaft ist, je niedriger der Wert, desto weniger Zeit hat der Gegner am Ball. APPP (Average Passes per Possession) gibt an, wieviele Pässe die Mannschaft im Schnitt pro eigener Ballbesitzphase spielte. Pauschal gilt: Je höher der Wert, desto kombinationssicherer ist das Team.

7. Die Noten …

Spieler CU-Note Kicker NZ BILD WhoScored
Christian Mathenia 5 4,5 4 5 5,4/10
CU-Urteil: Schon bei einer Flanke auf die Latte mit Einschätzungsproblemen. Beim 2:1 dann deutlich zu langsam am Boden.
Enrico Valentini 3- 3,5 3 3 6,7/10
CU-Urteil: In der Offensive entscheidungsschwach und etwas zögerlich, wenn er selbst Platz hatte, nach innen zu ziehen. Insgesamt ordentlich.
Asger Sörensen 3- 2,5 2 3 6,6/10
CU-Urteil: Insgesamt solide Vorstellung, gerade weil er öfter versuchte, mit Läufen oder Pässen zu öffnen.
Patrick Erras 4 3 3 3 6,8/10
CU-Urteil: Immer wieder mit kleinen Wacklern und Unsicherheiten in der Ballverarbeitung. Mehrere Ballverluste, die zu Abschlüssen führten.
Lukas Jäger +4 3,5 3 4 6,9/10
CU-Urteil Lange Zeit ordentlich, wenn auch wenig kreativ, baute gegen Ende ab.
Fabian Nürnberger 3- 4 3 2 7,2/10
CU-Urteil: Defensiv mit dem ein oder anderen Problem. Offensiv sehr dynamisch.
Johannes Geis 2- 2 2 2 8,6/10
CU-Urteil: Über weite Strecken Ballverteiler mit gutem Auge und viel Ruhe. Fulminanter Treffer.
Hanno Behrens 3- 3,5 3 4 6,8/10
CU-Urteil: Durfte wieder tornäher spielen. Das tat ihm gut. Manchmal etwas glücklos in der Ballverarbeitung.
Robin Hack 2- 2 1 3 7,7/10
CU-Urteil: Dass das Spiel mit seiner Auswechslung kippte, mag Zufall sein. Doch Hack zeigte viel Laufbereitschaft und sorgte durch schnelles Aufdrehen immer wieder für Dynamik.
Nikola Dovedan 3- 3 3 2 7,7/10
CU-Urteil: Tor gegen die alten Kollegen, diese auch viel beschäftigt. Baute mit zunehmender Spieldauer aber ab. Verpasste das 3:0 und damit die Entscheidung.
Michael Frey 3 2 2 3 7,3/10
CU-Urteil: Wieder extrem umtriebig und sehr präsent. Mit Vorlage und Abschlüssen. Allerdings zu früh ausgelaugt.
Felix Lohkemper 5,7/10
CU-Urteil: Schwach in der Rückwärtsbewegung, nach vorne nicht existent. Zeigte in 15 Minuten, dass er nach seiner Verletzung noch länger braucht, um zurückzukommen.
Mikael Ishak 5,8/10
CU-Urteil: Kam als das Spiel gerade kippte, konnte dies nicht verhindern. Hatte einen Ballkontakt.
Sebastian Kerk 6,0/10
CU-Urteil: Kam ganz spät für Nürnberger, war immerhin vier Mal so oft am Ball wie Ishak.

13 Gedanken zu „Analyse: Fehlende Konsequenz verhindert Belohnung #FCNFCH #FCN

  • Danke Dir für die wie immer hervorragende Analyse, Florian.

    Ich denke, am Ende waren sich alle zu sicher und wurden nachlässig, man verließ sich zu schnell auf den Nebenmann – wahrscheinlich konnte sich keiner der Akteure überhaupt vorstellen, dieses Spiel noch aus der Hand zu geben.

    Man sollte den Spielern ein paar Klopp‘sche Liverpool-Gene injizieren, dann werden solche Spiele auch gewonnen.
    Hoffentlich.

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    • Florian hat es richtig geschrieben, man hat das Mittelfeld in der 2. Halbzeit irgendwann aufgegeben, kann sein, daß es zeitglich mit Hacks Auswechslung war und damit verbundenen Umstellungen. Für mich ein Kardinalfehler, so daß HH viel mehr nach vorne schieben und den Druck überhaupt erst aufbauen konnte. Wenn Canadi hinterher in Richtung der eigenen Mannschaft philosphiert „Ja wie spielt man ein 2:0 nach Hause?“ dann ist die Frage für mich zuallererst an ihn selbst gerichtet, für mich war es ab Hacks Auswechslung auch irgendwie vercoacht. (Preisgabe des Mittelfelds, keine zusätzliche defensive Sicherung nur Offensive gewechselt, Lohkemper, Kerk ,Ishak haben zudem gar nichts bewirkt, dieser Flow riss mit den 3 Auswechslungen auch ab)

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  • Wie nennt man die taktische Formation?-Tannenbaum?
    Wir haben nominell sechs Mittelstürmer,2 hängende Spitzen und je zwei Links-und Rechtsaußen.
    Wenn sich diese Formation als das System Canadi etabliert-und mit Bruno noch ein variabler Rechtsaußen kommen soll-Wozu brauchen wir so viele Außenstürmer und Mittelstürmer eigentlich?Gegen den Ball haben wir zwei Offensive, mit dem Ball 3(4 wenn man Behrens dazu zählen möchte) Offensive positioniert.

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    • Tannenbaum ist ein 4-3-2-1, das war das, was Heidenheim gespielt hat. Nen speziellen Namen hat das 3-3-2-2 nicht.

      Zu den Offensivspielern: So wie Canadi die Formation auslegt, indem er – ähnlich wie Southgate bei der WM mit Alli und Lingard – die beiden Zentralen Mittelfeldspieler mit nominellen Außenspielern (Hack, Medeiros) besetzt und man dazu immer zwei Angreifer auf dem Platz hat, braucht man schon ein relativ tiefes Reservoir an Flügelspielern, die außen wie auch zentral spielen können (was auf jenen Bruno auch zuträfe, der hat in Athen auch immer wieder eher zentral gespielt und sogar mal 20 Minuten Rechtsverteidiger).

      Dann kann man je nach Situation entweder eher mit zentralen Spielern (Behrens, Petrak, der in den Gerüchten herumgeisternde Cerin) operieren oder mit Außenspielern (Hack, Kerk, jener angesprochene Bruno). Dann bleiben die beiden Spieler in vorderster Front Frey und Dovedan als Nummer Eins Option, Ishak und Lohkemper(, der auch am Flügel spielen) als Nummer Zwei Option und Schleusener und Zrelak als Rekonvaleszente, wobei man bei wahrscheinlich auch in der jeweils anderen Rolle einsetzen kann. (Mal Misidjan wegen Verletzung und Rhein und Palacios als angebliche Abgänge rausgenommen aus den Überlegungen)

      Das ist schon relativ tief, aber da es inzwischen ja auch 20er Kader am Spieltag gibt und der am Freitag nur voll war, weil Goden sich angeschlagen auf die Bank setzte, ist ein bisschen mehr Tiefe als in den letzten Jahren zu erwarten. Würde persönlich auch eher in der Defensive noch mal nachlegen, weil der Club eine Sörensenverletzung von nem echten Problem entfernt ist, aber das erwarte ich eher nicht.

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      • Okay, ich finde trotzdem ziemlich viel offensives back-up für eine eher defensive Grundaufstellung. Mediros hab ich jetzt zwar nicht gesehen, ich hatte mich mit der Frage auf das Heidenheimspiel bezogen.Wenn er es dann wirklich mit zwei Außenstürmern auf den zentralen Mittelfeldpositionen versucht, dann wird das wohl auf ein „opfern“ von Behrens hinauslaufen(was du ja bereits vor der Saison als Option/Problem erkannt hattest), quasi wie zu Beginn gegen Osnabrück.Bei nominell sechs Mittelstürmer gegen nominell sechs Mittelfeldspieler ist trotzdem eine ziemliche Unwucht im Kader(Rhein mal aussen vor
        Goden ist jetzt nach Braunschweig verliehen.

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  • Ich bin jetzt mal von der „Wunschformation“ ausgegangen, aber Behrens statt Medeiros war ja gegen HDH notgedrungen. Wäre interessant gewesen, ob Canadi das auch ohne Verletzung gemacht hätte. Wobei ich Medeiros schon im Zentrum als schwächer sehe als als echten Außen. Finde die Grundausrichtung auch gar nicht so defensiv, wenn man bedenkt, dass mit Nürnberger und Valentini auf den Außen auch zwei „gelernte“ Offensivspieler stehen. Aber das ist eben auch eine Frage, wie man die Grundformation dann auslegt, so wie gegen Heidenheim war es auch nicht defensiv ausgelegt, aber man kann das natürlich auch, wenn man die Flügelverteidiger tief schiebt und die Achter neben die Sechs, sehr defensiv spielen.

    Bei der offensiven Unwucht bin ich bei Dir, die sechs Mittelstürmer seh ich so aber nicht. Besong muss man rausrechnen, der zählt zur U21, Lohkemper sieht Canadi wohl eher als Außen, Zrelak und Schleusener sind abzuwarten, wann die wieder spielen, wahrscheinlich eher spät in diesem Kalenderjahr. Insgesamt machen die Langzeitverletzten (neben Zrelak und Schleusener fehlen ja auch noch Misidjan und Fuchs länger) eine klare Einschätzung des Kaders auch etwas schwerer.

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    • Rhein raus – Cerin rein…

      Ist das jetzt ein 6er, 8er oder 10er? Gilt ja als Zentrales Mittelfeld. Da wirds dann eng für Behrens…

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      • Leider ist ein Hanno Behrens auf den ersten Metern zu langsam und technisch nicht auf einem ausreichenden Level. Von seiner Traumform 2017/18 ist er weit entfernt und wird da auch, wenn überhaupt, so schnell nicht mehr hinkommen. So leid es mir für ihn tut, er hat wohl seinen Zenit überschritten. Wielange das dann noch gut geht mit der Kapitänsbinde , wird sich zeigen. Ich mag ihn, er ist ein Pfundskerl, als Phantom Joker kann ich mir besser vorstellen. Vielleicht lastet dei Kapitänsbürde gerade ein bißchen zu schwer.

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