Mit Slapstick und Mentalität

Der 1. FC Nürnberg holt nach einem kuriosen Spiel in Darmstadt einen Punkt.

Darmstadt präsentierte sich von Beginn an als Heimmannschaft und versuchte den 1. FC Nürnberg immer wieder über lange Bälle zu destabilisieren. Der Club verhielt sich in dieser Anfangsphase viel zu passiv und wurde bereits nach sechs Minuten prompt bestraft. Eine Flanke von Heller kann Holland querlegen, Nürnbergs Abwehr ist unsortiert und Dursun kann schließlich zum 1:0 für die Hausherren einschieben. Der Club kam erstmal nicht in die Spur, so überraschender kam der 1:1 Ausgleich nur drei Minuten nach Darmstadts Führung. Dovedan stiehlt sich den Ball nach einer Ecke von Mehlem und schickt mit einem blitzschnellen Pass Hack auf die Reise. Der U21-Nationalspieler, dem in dieser Woche schon ein Hattrick, gelang blieb cool und schob die Kugel flach ins linke Eck. Kurz schien es so als würde der Club nun die Kontrolle über das Spiel übernehmen können, aber die Lilien erholten sich nach 15 gespielten Minuten und dominierten fortan die Partie. Nürnbergs Dreierkette bekam immer wieder Probleme. in der 27. Minute vergab Dursun freistehend vor Mathenia, nur vier Minuten später landete der Ball erneut im Netz des FCN – das Tor wurde aber wegen einer vorangehenden Abseitsstellung zurückgenommen. Darmstadt lief immer wieder an, scheiterte aber meist an sich selbst oder einem Nürnberger Bein. Kurz vor der Halbzeit stellte der 1. FC Nürnberg dann den Spielverlauf auf dem Kopf. Nach einem Freistoß von Margreitter kommt der Ball an der Strafraumgrenze zu Frey, dieser nahm den Ball mit der Brust an, drehte sich und traf fulminant zur 2:1 Führung für der Club.

In der zweiten Halbzeit wurden dann die Rollen vertauscht. Nun war der Club am Drücker und hätte höher in Führung gehen müssen, aber Hack (50.) und Dovedan (55.) scheiterten aus Aussichtsreichsten Positionen. Erst nach 60 Minuten kamen auch die Darmstädter wieder vor das Tor 1. FC Nürnberg, Heller und Stark verpassten das Ziel nur knapp. Besser macht es dann Dumic, dessen Tor vom Schiedsrichter wegen einer vermeintlichen Abseitsstellung erst aberkannt, aber durch den VAR dann doch anerkannt wurde – Ausgleich 2:2. Slapstick dann in Minute 82 – einen langen Ball in Nürnbergs Hälfte, der zunächst unerreichbar für den Gegner ist, wollen Mathenia und Erras gleichzeitig klären. Am Ende liegen beide Protagonisten am Boden und Dursun kann den Ball ins leere Tor zur Führung für die Hausherren schieben. Wie schon im Spiel gegen Heidenheim erneute Kommunikationsprobleme zwischen Erras und Mathenia. Aber der 1. FC Nürnberg rappelte sich nochmal auf und wollte das Ergebnis nicht so stehen lassen. Nach einer Ecke stellte Hack in der 85. Minute per Flachschuss auf 20 Metern auf 3:3, was gleichzeitig den Endstand markierte.

23 Gedanken zu „Mit Slapstick und Mentalität

  • 6 Spiele, magere 8 Punkte. Die Kräuter schlagen nahe Platz 3 Wurzeln und wir beginnen zu schielen. Ein Auge blinzelt in die Höhe während das andere den Blick in den Abgrund zu vermeiden sucht. Ein schöner Sonntag sieht, allem Sonnenschein zum Trotz, anders aus.

    Eigentlich bin ich selbst schuld an meiner trüben Laune. Niemand hat mich gezwungen, unfränkischen Optimismus zu verspüren. Haben nicht Palikuca und Canadi ausdrücklich diese Saison zum Übergangsjahr erklärt? Bin wohl ein Unverbesserlicher, habe zwischen deren Zeilen die Hoffnung auf den direkten Wieder-Aufstieg gelesen und ein bischen zu träumen gewagt. Weil ich unseren Kader als drittstärksten der Liga einschätze. Weil ich das feste Gefühl habe, dass diese Mannschaft weit größeres Potential besitzt, als sie bisher gezeigt hat.

    8 Punkte nach 6 Spielen. Alles deutet darauf hin, dass die Jungs wie auch Canadi diese Saison zum unbeschwerten Warmlaufen und wir wieder einmal Geduld benötigen.

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  • Aber gut, daß wie jetzt noch einen österreichischen Skitrainer als Coach verpflichtet haben, das wird der Abwehr weiterhelfen. Geht ja langsam auf den Winter zu

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    • Offen gesagt, würde ein wenigstens nur durchschnittlicher Zweitligatorwart der Abwehr am meisten helfen. Denn alleine dadurch hätten wir 4 Gegentore weniger auf dem Konto.

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    • Wir haben das letzte Saison doch schon gesehen, Mathenia wuchs von da an über sich hinaus, wenn er auch eine vernünftig organisierte Abwehr vor sich hat, auch wenn manche es nicht gerne lesen, das war nachdem Schommers übernahm und diszipliniert zwei 4er Ketten vor dem eigenen Tor aufbaute, die eng standen. Darum gehts aber nicht, aber ein Torwart läßt sich eben auch von einer wackeligen Abwehr anstecken. Ich glaube nicht daß er seit letzter Rückrunde etwas verlernt hat.

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  • Warum müssen wir unbedingt mit einer Dreierkette spielen, wenn wir da fachfremdes Personal ins Zentrum stellen müssen? Erras, sicher einer unserer besten Spieler, fühlt sich da augenscheinlich nicht wohl und eine Dreierkette mit Mühl, Margreitter und Sörensen wäre mal so richtig gar nix.
    Die drittschlechteste Defensive, das spricht Bände und auch wieder ein Spiel mit langen Phasen von großer Unbeteiligung und Passivität in der Defensive. Warum ist das so? Da wird genau das Gegenteil von aggressiven Pressing gespielt. Machen die Spieler schon das Gegenteil von dem, was der Trainer möchte?

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    • Nein, nein es wurde genau das umgesetzt, was der Trainer in der Länderspielpause trainieren lies. Die Mannschaft hat das Canadi-Konzept nach ihrem Verständnis einwandfrei umgesetzt.

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  • Es wird mir zu viel lamentiert. Wir haben auswärts 3 Tore geschossen, einen Rückstand gedreht, dann durch einen Standard und ein Geschenk wieder einen Rückstand bekommen und haben diesen wieder wettgemacht. Schießt Kerk 5 cm weiter rechts, gewinnen wir sogar. Nach dem Spielverlauf geht das in Ordnung, wir haben am Ende etwas gewonnen.

    Defensiv passt es noch nicht. War ja auch zu erwarten, mit 2 neuen in der ungewohnten 3er-Kette, dass hinten nichts anbrennt, oder?

    Wie auch immer, ich mag die Dreierkette nicht. Für mich ist das ein defensives System, bei dem ein Abwehrspieler einem Mittelfeldspieler den Platz wegnimmt. Das kann ich als Mauertaktik spielen, aber nicht gegen eine Kontermannschaft, die über außen kommt.

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    • Fällt dann wahrscheinlich unter lamentieren, aber wenn man , wie der Kicker schreibt zur Halbzeit als das klar schlechtere Team 2:1 führt, warum kann man dann nicht für Halbzeit 2 Änderungen im System vornehmen.Man hat doch klar gesehen dass das so nicht lange gut geht.

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      • Auch ohne Änderung waren wir nach der Pause das klar bessere Team. Das war wohl eher Einstellung als Aufstellung. Aber ja, unsere Abwehr hat mir auch nicht gefallen. Zu passiv, außen kein Zugriff und zuviel Raum vor dem 16er.

        Halt, doch, eine Änderung gab es. Ausgerechnet Jäger hat wieder (!) dazu geführt, dass wir besser werden. Vielleicht weiß der Trainer ja doch, was er an ihm hat.

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  • Aus meiner Sicht ist dieser Kader deutlich besser als der letzte Aufstiegskader. Hack, Dovedan, Frey, Geis – dem Quartett schaut man gerne zu und da ist ordentlich Qualität dabei. Insgesamt ist der Kader auch in der Breite gut aufgestellt und eigentlich ist auch in der Defensive ordentlich Qualität vorhanden. Den Kader hat Palikuca wie ich finde clever zusammengestellt.

    Palikuca hat aber auch Canadi geholt. Und da bin ich mittlerweile sehr, sehr skeptisch. OK, ich hab eine Schwäche für Pragmatiker wie Hecking und ich mag keine Träumer und Visionäre. Mich hat es furchtbar aufgeregt, dass Verbeek und Köllner verkopft an ihren Systemen festhielten obwohl selbst der letzte Optimist sah, dass das nicht funktionieren kann. Auch bin ich von folgendem Satz überzeugt: „Defense wins Championships“. Gerade in Liga 2.

    Warum um alles in der Welt hält Canadi an der Dreierkette fest?! Weder hat er dafür die Spieler noch wird das Konzept gut umgesetzt. Über außen sind wir IMMER offen. Das nicht gerade für seine Offensivqualität bekannte Darmstadt hätte uns am Sonntag 7 Gegentore einschenken können wenn nicht müssen.

    4-2-3-1 und wir hätten 4-5 Punkte mehr, davon bin ich überzeugt. Ich bin auch sicher, dass wir mit Hecking mindestens die genannte Punktzahl mehr hätten. Ich weiß, das ist hypothetisch, da wir uns Hecking nicht leisten können. Es gibt aber eine Vielzahl anderer pragmatischer Trainer. Ich hoffe, dass das Canadi einsieht. Wir haben den drittbesten Kader der Liga und das Glück, dass sich Hannover und Slomka noch dämlicher anstellen. Noch ist alles drin. Aber dann muss defensiv ein Umdenken und vor allem ein Systemwechsel stattfinden.

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    • @Capone
      Word! 100%

      Man hat das Gefühl wenn der Trainer etwas flexibler wäre und erkennt was sein Personal umsetzen kann und was nicht, wären die späten Gegentore gegen Sandhausen, Heidenheim, das späte Slapstick Tor in Darmstadt so nicht nötig gewesen, zumindest nicht in der Häufigkeit, man kann ja jedes Spiel schon darauf warten. Jetzt haben wir endlich ein paar feine Offensivkräfte aber machen uns dafür das Leben hinten enorm schwer. Wir haben eigentlich Top Defensivkräfte es kommt einem so unnötig vor.

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      • Schon komisch. Immer wieder hat der 1.FCN Trainer verpflichtet, die aus der eigentlich guten Mannschaft nicht das Können rauskitzeln. Völlig unabhängig vom Sportvorstand wird anscheinend konsequent immer ein sturer Trainer verpflichtet, der nicht weiß, daß man sein System auf die Spieler ausrichten muß.

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          • War das nicht auch das Argument bei Verbeek, Ismael, Schwartz, Wiesinger, Köllner? … Ich glaub irgendeinen hab ich vergessen 😥
            Immer hätten die Spieler besser spielen können, wenn die Trsiner nicht so stur an ihren Ideen festgehalten hätten und wenn sie die richtigen Spieler aufgestellt hätten.
            Im Kader war doch immer mehr Potenzial

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            • An irgendwas muss es ja liegen dass der Club nicht“da steht wo er hingehört“
              Mal an dies und mal an das

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            • Man kann es abkürzen, es ist eben schwer den passenden Trainer zu haben „mit“ dem notwendigen Erfolg, damit es über einen längeren Zeitraum geht. Genau genommen, hat zuletzt Dieter Hecking dieses Kriterium erfüllt. Es macht aber noch weniger Sinn an einem erfolglosen Trainer festzuhalten der Konstanz wegen. Seit Hecking sieht es schon ein wenig Try and Error gleich, aber das geht vielen Mannschaften so. Warum hat Hertha den Trainer gewechselt, warum Mönchengladbach, warum Leverkusen? … die hatten noch nichtmal Not. Gehört eben irgendwie dazu, dadurch werden ja Trainer wie Streich zu absoluten Ausnahmeerscheinungen, der paßt aber eben auch zu Freiburg wie Topf auf Deckel und liefert jedes Jahr.

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    • Anders als Bornemann wird Robert Palikuca nicht untätig zuschauen, wie sich erneut ein Trainer verrennt. Hoffe ich zumindest. Schon in diesen Tagen herrscht nach diesem Abwehr-Irrsinn Redebedarf.

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    • darf ich daran erinner, dass Herr Hecking damals in der Winterpause einfach gegangen ist und der ganze Schlamassel angefangen hat.
      Hätte dieser tolle Herr Hecking Anstand gehabt hätte er die Saison noch fertiggecoacht, man hätte nicht eine Notlösung wie Wiesinger gebraucht und ich kann mir mit der größten Fantasie nicht vorstellen, dass wir abgestiegen wären. Wobei – ist immer noch der Club 🙂

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      • Die Notlösung Wiesinger war völlig ok, er hat die Saison ordentlich zu Ende gebracht. Die bewusste Entscheidung, mit Wiesinger in die neue Saison zu gehen, war leider falsch, man hätte ja die gesamte Rückrunde Zeit gehabt, einen Wunschtrainer zu finden.

        Wenn man es halt immer vorher wüsste…

        Aber ja, Hecking ist schuld an der ganzen Misere 😎

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  • Offensiv scheint der Motor langsam zu laufen, Dovedan, Hack, Frey und auch Geis sind definitiv überdurchschnittlich gute Spieler für die zweite Liga. Enttäuscht bin ich aber von unserem „Altpersonal“. Erras, Margreiter und Mühl waren Gestern an der unteren Grenze zur Zweitligatauglichkeit, so komisch sich das anhört aber Jäger war nach seiner Einwechslung unser stärkster Innenverteidiger, allein schon weil er mit einer ganz anderen Entschlossenheit in die Zweikämpfe gegangen ist. Schade ist auch, dass unser Hanno überhaupt kein Faktor ist und es nicht auffallen würde wenn er nicht auf dem Platz steht, hoffentlich fängt der sich wieder.
    Auch Mathenia sah beim 2:3 nicht gut aus, weil er da einfach im Tor bleiben sollte, wobei auch amüsant ist wie Erras seinen herausstürmenden Törhüter noch anschaut und dann trotzdem über ihn hinweg köpft anstatt zur Seite zu klären. Zur Frage wer da jetzt final schuld an dem Gegentor trägt würde ich deshalb sagen, beide und im Bezug auf den anschließenden Zusammenstoß, „Dummheit tut weh“.

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  • Was mir gefällt:
    Die Mannschaft versucht durch schnelles Vertikalspiel Chancen zu generieren, wenn sich die Option ergibt wird schnell und steil nach vorne gespielt. Die Offensivspieler zeigen Qualität und sind vor dem Tor relativ kaltschnäuzig.

    Was mir nicht gefällt:
    Die Mannschaft ist immer noch über weite Strecken des Spiels viel zu passiv, keine Ahnung ob das gewollt ist und er Gegner eingelullt werden soll? Wenn ja, dann klappt das leider nicht, im Gegenteil, ich habe den Eindruck wir machen alle Mannschaften erst mal stark. Darmstadt hatte vor dem Spiel 300 Minuten kein Tor geschossen, gegen uns nach 6 Minuten.

    Wir schaffen es immer noch nicht mal den Ball zu halten, mal Ruhe ins Spiel zu bekommen, eigenen Ballbesitz über einen längeren Zeitraum zu erhalten, um dann schnell umzuschalten und nach vorne zu spielen. Unsere schnellen Ballverluste kosten schlicht zu viel Kraft und machen den Gegner stark.

    Was mir gar nicht gefällt:
    Immer noch ist die Lücke zwischen Abwehr und Angriff über weite Strecken des Spiels zu groß, insbesondere wenn der Gegner schnell nach vorne spielt, oder über die Außen kommt, ergeben sich riesige Lücken. Der Gegner hat bei uns sowohl im Mittelfeld aber vor allem auf den Außenbahnen viel zu viel Platz.

    Ich glaube dass es sinnvoller ist bei einer neuformierten Mannschaft zuerst die Defensive zu stabilisieren, um dann aus der sicheren Abwehr heraus das Offensivspiel zu verbessern und so dauerhaft zum Erfolg zu kommen.

    Vielleicht ist es aktuell noch besser mit den neuen Offensivspielern erst mal vorne Tore zu machen, um einerseits wieder Spaß in der Mannschaft zu schaffen, nach der sicher auch für die Spieler harten Vorsaison. Das geht mit den unbelasteten Offensivspielern vielleicht einfacher. Außerdem kann man ja durchaus der Meinung sein, Fußball ist Entertainment, da geht es erst mal um das Spektakel und dann um den Erfolg. Sprich, Trainer und sportliche Leitung wollen erst mal positive offensive Schlagzeilen schreiben, um den Club wieder sexy zu machen und dann in der nächsten Saison Effizienz und Konstanz zu trainieren, um den Aufstieg zu schaffen? Wäre ja auch eine Strategie.

    Aktuell bin ich etwas unsicher, noch ist es ja kein Offensivfeuerwerk, kein Vollgasfußball, den wir spielen, noch sind (zu) viele Tore Einzelaktionen, die die Theorie mit dem begeisternden Offensivfußball der positive Schlagzeilen erzeugen könnte, nicht gerade unterstützt.

    Die Art und Weise der Gegentore führt aber leider zu negativen Schlagzeilen, siehe auch hier „Slapstick“. Ich kann weder den Verein, die Idee von Palikuca, noch das System von Canadi wirklich erkennen, es gibt ein paar Anzeichen, die man aber fast immer so und so deuten könnte. Der Club ist aktuell für mich leider nicht greifbar, schade.

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