Autogrammstunde

„Die Nachspielzeit ist angebrochen“, sagt der Mann im Fernseher, „und die Gäste sind am Drücker. Wenn in diesem Spiel noch der Siegtreffer fallen sollte, dann wohl für den KSC. Die Nürnberger Mannschaft, die übrigens nach der Partie eine Autogrammstunde im Max-Morlock-Stadion veranstalten wird, macht nicht den Eindruck, hier noch ein Tor erzielen zu können…“

 

„Wieviele Punktspiele hat unsere Mannschaft in dieser Saison gewonnen, mein Sohn?“

 

„Zwei Spiele. Zwei von sieben.“

 

„Und in der letzten Saison?“

 

„Drei Spiele.“

 

„Das sind also fünf Siege in den letzten 41 Punktspielen.“

 

„So isses.“

 

„Tja.“

 

„Hm.“

 

„Na ja, wenigstens gibt’s nach dem Spiel eine Autogrammstunde.“

[Zum Spiel: klick, klick, klick, klick, klick, klick.]

13 Gedanken zu „Autogrammstunde

  • Ja, damals beim letzten Heimsieg, als ich noch im Stadion war. Die gute alte Zeit. Beim Osnabrückspiel war ich irgendwo auf der Autostrada unterwegs, es war doch Urlaubszeit.
    Mal nachschauen… im März 2019 beim 3:0 gegen Augsburg. Kinder, wie die Zeit vergeht. Gabs damals schon Farbfernsehen? Wer war da Bundeskanzler? Kiesinger oder Brandt?
    Aber wir wurden ja gewarnt. Seit Jahrzehnten ist der Club immer Pleite, hat eine neue Mannschaft, einen neuen Trainer, ist gerade Aufgestiegen, ist gerade Abgestiegen und und und oder alles Zusammen. Da kann man einfach schon von vornherein wegen den äußeren Umständen keinen erfolgreichen Fußball bieten.
    Da muss man doch Verständnis haben! Oder?

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    • Und trotz alledem bin ich immer noch Clubfan. Die Frage nach einem anderen, erfolgreicheren Verein stellt sich für mich nicht im Ansatz. Ich bin Franke, Franken sind treu, bleiben treu! Oder nennt man das beratungsresistent und nicht lernfähig?

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    • Genau so isses! Gleichzeitig ist Augsburg seit Jahren fester Bestandteil der Bundesliga und Freiburg spielt dort momentan in der Spitzengruppe mit. In der zweiten Liga haben sich „Dorfvereine“ wie Sandhausen und Heidenheim etabliert.

      Der FCN bleibt derweil in der Trainer-Verschleißfalle gefangen: Ein Holländer der stur ins offensive Verderben rennt, ein Oberpfälzer der den Aufstieg realsiert (danke dafür), aber danach im Oberhaus mit limitiertem Kader den Mini-Guardiola raushängen lassen will. Nun ein österreichischer Powerpoint-Trainer, dem Spieler und Staff zugeschneidert werden, der daraus augenscheinlich aber keine erfolgreiche Mannschaft formen kann. Evtl. sollte er mal einen Friedhof besuchen oder den Spielern ein paar Bücher schenken, wenn sie nicht gerade mit dem Mentalcoach Schlitten fahren?

      Aber was soll man sich beschweren, wenn im Jahr 2019 die Vorstände eines mittelständischen Unternehmens (und das ist der FCN nunmal) von Ehrenämtlern bestimmt werden? Während andere Vereine internationale Märkte erschließen und Millionendeals abschließen, freut man sich beim Club über die Eröffnung eines längst überfälligen Clubhauses und den Einstieg der Nürnberger Sparkasse (kolportierte 0,5 Mio/Jahr), wobei gleichzeitig das Engagement der PSD Bank ausgelaufen ist. Die „Sponsoren/Partner“ Seite des FCN sieht doch reichlich traurig aus.

      Es ist und bleibt trist, evtl. sollte man doch einfach froh sein, noch nicht wie der FCK oder 1860 durchgereicht worden zu sein und trotz fehlender finanzieller Potenz noch Profifussball in Nürnberg sehen zu dürfen? Das harte Los derjeigen „Traditionsvereine“, die sich zu lange auf der Vergangenheit ausgeruht haben und jetzt der Musik hinterherlaufen.

      Man sieht es doch auch hier im Forum, was wurden vor 3 Jahren hier noch Späßchen gemacht und freudig kommentiert. Heute ergehen sich viele in rechthaberischem Klein-Klein und persönlichen Streitereien, weil es sportlich wenig Grund zur Freude gibt. Tja.

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      • @Holzmichel, gebe Dir vollumfänglich Recht!

        Fazit: Was wir jetzt brauchen, ist einfach eine lange und knackige Sieges-Serie! Dann schaut die Welt wieder ganz anders aus: endlich Champions League und Klubweltmeisterschaft – sorry, wieder das übliche emotionale Fanaufundab…

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      • Das harte Los derjeigen „Traditionsvereine“, die sich zu lange auf der Vergangenheit ausgeruht haben und jetzt der Musik hinterherlaufen.

        Ich stimme auch in vielem zu, nur nicht ganz in dem Punkt. Ich meine nicht, daß man sich darauf ausgeruht hat. Tradition ist ja kein Kriterium in dem immer schneller werdenden Profifußball immer wieder richtige Entscheidungen zu treffen.
        Die richtigen Entscheidungen zu treffen ist es vielmehr völlig gleich ob man Tradition hat oder keine. Man hat in Vergangenheit einfach zuviele durchschnittliche bis schlechte Entscheidungen getroffen. Gerade im dem Geschäft, dem brutal vielen Geld um das es geht, schläft die Konkurrenz nicht. Da sind wir eben ins Hintertreffen geraten, versucht wurde alles, man hat versucht Konstanz auszurufen ging schief und endete mit einer beispiellosen Niederlagenserie in der 1. Liga.
        Die vielen Wechsel hat auch das hat es gegeben, ging ebenso schief, keins der Konzepte hat bislang wirklich gegriffen, versucht hat man viel.
        Ich finde mit Sportvorstand Palikuca und Kader ist man gut aufgestellt bei der dritten Erfolgssäule und zwar Trainer, das entscheidende Puzzle Teil da habe ich Zweifel.
        Im übrigen gestern Palukucas Auftritt in Blickpunkt Sport fand ich sehr ehrlich ohne die üblichen Ausreden bei denen es bei Canadi oft klingt. Palikuca sagt auch ganz offen, großer Umbruch, aber ihm dauern die Anpassungsprobleme jetzt schon zu lange ebenso die Probleme in der Defensive redet er nicht schön.
        Schaun wir mal, nur die Platte von Canadi das liegt alles an der ängstlichen Abstiegsmannschaft von letzten Jahr will ich nicht mehr hören, er ist jetzt auch schon 4 Monate da und meistens stehen aus dieser Mannschaft nur 4 oder 3 Spieler überhaupt noch auf dem Platz. Das kann es also nicht sein.
        Interessanter Weise sagte es auch Palikuca so direkt daß der ein andere Spieler Probleme hat mit dem System. Immerhin kein drum herum Gerede.

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  • Der Clubfan, auf ewig gefangen im Hamsterrad of Doom. Er könnte ja leicht raus, will aber gar nicht freiwillig davon lassen. Wieviel Dopamin schütten negative Clubfanerlebnisse aus?
    Ob da ein mentaler Zusammenhang mit Erzeugnissen der bekannt hohen Brauerei-, Schnapsbrennerdichte und Weinfranken besteht!?
    Ich meine ja und nippe vom äußerst gut gelungenen Polster Haselnuss aus Gräfenberg. Der Moh von der Christine kann was.

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  • Es ist halt frustrierend immer nur Zuschauer vom Erfolg Anderer zu sein-wir sind die Weichensteller, nix weiter.Letzter Verein kurz vorm Abgrund, dann aber märchenhaft durchgestartet-die Frankfurter Eintracht.Was wäre gewesen, wenn?Beim Club?Immer knapp daneben ist auch vorbei.Immer verlieren mit trotzdem guter Laune-wahrscheinlich liegt das EPI-Zentrum auf den falschen Breitengraden.Nur die schlechte Kopie aller Anderen-auch keine Lösung.Ausser der regionalen Verankerung bleibt nicht viel-leider

    Beim Aufwärmen der Hertha seh ich mehr Ex-Clubberer, als Spieler zu denen ich aus der aktuellen Clubmannschaft noch Verbundenheit verspüre, traurig 2019

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  • Die Eintracht ist ein gut gewähltes Beispiel. Die Mannschaft transportiert Leidenschaft und Siegeswillen donnerstags in die Wohnzimmer. Bayern und Red Bull im Selbstbedienungsladen Champions League interessieren mich nicht wirklich. Aber Eintracht-Spiele schau ich mir gerne an, wenn’s zeitlich passt. Ganz großer Sport. Chelsea mit einem x-fach höheren Etat fast geschlagen im Halbfinale. Stark.

    Dass es andere wie die Eintracht auf lange Sicht oder die Fortuna auf kurze Sicht besser machen als wir…geschenkt. Wir sollten das sportlich nehmen. Dass uns aber sowohl in der letzten Saison als auch in den bisherigen Spielen der aktuellen Saison die Leidenschaft und der Siegeswillen augenscheinlich fehlt, tut schon weh. Falsche Neun, abgekippte Sechs, Wing Backs, Raute, Dreierkette, wäre wäre Fahrradkette, alles gut und schön. Das sind Grundordnungen. Und keine Weltwissenschaft. Willensstärke ist eine Grundtugend. Die fehlt uns derzeit. Diese zu vermitteln, ist auch Trainersache.

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    • Der ist aber laut Eigenaussage nicht so besonders am Ergebnis interessiert und fand die Leistung gegen den KSC schon viel besser als in den letzten Spielen-auf Dir Tabelle und die anderen Teams schaut er nicht-na Servus

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  • tja…. selbst in einer „kleinen Sache“ wie der Autogrammstunde spiegeln sich Ungereimtheiten im Club…
    als auswärtiges Mitglied bestelle ich seit vielen Jahren vor Saisonstart (dieses Jahr Mitte Juli) zwei AK-Sätze und warte, warte, warte, warte, warte wochen- bzw. monatelang auf Lieferung…
    was macht die Marketing-Truppe im Verein? In Newslettern vor einigen Wochen bewirbt man mehrfach groß die neuen Autogrammkarten, natürlich hip auf die Zielgruppe Smartshopper / Onlineshopper / Impulskäufer ausgerichtet…und organisiert lokal eine Autogrammstunde nach der anderen….Schade, dass so mit lang- jährigen Kunden umgegangen wird. Auf einer Fridays for Future – Demo hielt jemand ein Schild mit der Botschaft „Ich bin mit der Gesamtsituation unzufrieden!“ hoch. Passt irgendwie – finde ich.

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