Analyse: Effizient ohne Ball

Analyse zu Hannover 96 – 1. FC Nürnberg 0:4 (0:3) – Der Club zeigt offensive Effizienz und defensive Ordnung und kommt so zu einem ungefährdeten Auswärtssieg.
1. Die Grundordnung
2. Der Schlüssel zum Spiel
3. Das Spiel war entschieden, als
4. Das Fazit
5. Die Stimmen
6. Die Statistik
7. Noten

1. Die Grundordnung…

Abb. 1: Startformation

… wirkte wie ein Ausflug in die letzte Zweitligasaison des FCN. Der Club spielte über 90 Minuten im 4-1-4-1, so wie man es auch unter Michael Köllner lange tat – und auch unter Canadi in Ingolstadt schon angewendet hat. (Abb. 1) Vor der Viererkette, in die Sörensen nach überstandener Verletzung zurückkehrte, agierte Lukas Jäger als Abräumer, die Achter waren mit Geis und Behrens eher defensiv besetzt. Auf Grund des Spielverlaufs ergab sich daraus aber kein Nach-, sondern ein Vorteil, da man das Zentrum ungemein dicht machte und Hannover so vor die schwere Aufgabe stellte, dieses Zentrum zu durchspielen.

Hack und Dovedan übernahmen im 4-1-4-1 nominell die Rollen der Außenspieler. Der Blick auf die realtaktische Formation (Abb. 2) deutet dann allerdings schon an, dass beide immer wieder in die Mitte zogen. Allerdings ist zu bedenken, dass die realtaktische Aufstellung Mittelwerte angibt, wodurch ein Spieler, der eine Halbzeit an der linken Außenlinie klebt und eine an der rechten, in der Grafik genau in der Mitte eingezeichnet wird. Das heißt in diesem Fall, dass das Rochieren von Hack und Dovedan zwischen den Seiten die Darstellung beeinträchtigt, gleichzeitig zogen die beiden aber immer wieder nach innen und machten auch das Zentrum noch dichter.

In der Spitze agierte Michael Frey alleine, wurde dadurch in insgesamt 48 Duelle um den Ball verwickelt, von denen allein 14 in der Luft und 14 um den freien Ball waren. Er sollte also immer wieder Bälle festmachen oder erobern. Canadi behielt diese Aufstellung ohne Wechsel bis in die 84. Minute. Dann tauschte er in der Schlussphase dreimal, brachte Medeiros für Dovedan, Kerk für Hack und Lohkemper für Frey. An der Formation änderte keiner der drei Wechsel noch etwas.

Abb. 2: Realtaktische Aufstellung

2. Der Schlüssel zum Spiel …

… war wie in der Vorwoche der „leere Ballbesitz“. Allerdings dieses Mal der des Gegners. Die Zahlen wirken beeindruckend. 36:33 Minuten, in Worten sechsunddreißigeinhalb, lang hatte Hannover den Ball in den eigenen Reihen. 30 Ballbesitzphasen dauerten länger als 20 Sekunden, 629 Pässe spielten die Gastgeber. 85 der 127 Ballbesitzphasen führten sogar in die gegnerische Hälfte. Aus diesen 85 entstanden immerhin noch 53 Angriffsphasen.

Doch der Ertrag dieser Zahlen ist minimal: 345 der Zuspiele waren Quer- oder Rückpässe. Nur zehn Ballbesitzphasen führten in den gegnerischen Strafraum, nur vier der der 53 Angriffsphasen wurden mit einem Schuss abgeschlossen. Von den insgesamt zehn Schüssen in Richtung Tor von Christian Mathenia ging nur einer (Pribs Freistoß in der 42. Minute) aufs Tor. Der expected Goals Wert von Hannover am Ende des Spiels: 0,57.

Ganz anders der Club. Nicht nur, dass der xG-Wert mit 1,48 mehr als zweieinhalbmal so hoch ist wie der von Hannover. Der Club hatte auch viermal so viele Schüsse aufs Tor von Ron-Robert Zieler. Alle vier gingen darüber hinaus ins Tor. Doch auch, wenn man etwas tiefer einsteigt, sieht man noch Zielstrebigkeit. Obwohl der FCN weniger als halb so viele Angriffsphasen (25) hatte, entstanden daraus sieben Torschüsse; drei mehr als bei Hannover, obwohl diese ja mehr als doppelt so viele Angriffsphasen hatten. Trotz einer Ballbesitzzeit von nur 12:39 Minuten, kam der Club dennoch auf neun Ballbesitzphasen im gegnerischen Strafraum, also fast so viele wie Hannover in ungefähr dreimal so langer Zeit.

Abb. 3: Chancenspielfilm

Die Zielstrebigkeit fällt auch im Passspiel auf, da mehr als die Hälfte aller Pässe (88/172) Vorwärtspässe waren und man sechs Pässe zu Buche stehen hat, die zu Torabschlüssen führten. Hannover hatte im ganzen Spiel deren drei. Gleichzeitig erkennt man an den Passzahlen (Passgenauigkeit 67%, 24% lange Bälle, durchschnittliche Ballbesitzphase von 7 Sekunden, der durchschnittliche Pass ins letzte Drittel war 43,5 Meter unterwegs) sehr deutlich das Konzept, tief zu stehen und mit direktem Spiel in die Spitze zu kontern. Echtes Aufbauspiel fand nicht statt, stattdessen brachte man Hannover durch engagiertes Verteidigen dazu, kaum selbst Abschlüsse zu finden.

3. Das Spiel war entschieden, als …

… Robin Hack den Ball kurz vor der Pause zum 3:0 ins Tor setzte. Das Tor war nicht nur ein prototypisches Tor für „Canadi-Fußball“ (aggressives Pressing, Balleroberung, sofortiger Pass in die Tiefe, Abschluss suchen), es war auch der endgültige KO-Schlag für die schon taumelnden Sechsundneunziger. Wie sehr der Wille gebrochen war zeigt sich allein daran, dass Hannover nach dem 0:3 nur noch drei Schüsse in Richtung Tor des FCN abgab. Von den drei kam keiner aufs Tor, der kumulative xG-Wert der drei Abschlüsse: 0,02.

Abb. 4: Ausgangswahrscheinlichkeiten

4. Das Fazit …

… fällt dem Ergebnis entsprechend positiv aus: Der Club hat viel richtig gemacht und so die Serie erst einmal in die richtige Richtung gedreht. Fünf Spiele in Folge ohne Niederlage lesen sich gut, sind auch Zeichen einer gewissen Qualität. Gleichzeitig darf selbstverständlich nicht außer Acht gelassen werden, dass der Spielverlauf kaum günstiger hätte sein können für den Club. Durch das frühe eigene Tor konnte der Club tief stehen und sich aufs Verteidigen beschränken, während man selbst nur durch Konter Nadelstiche setzte.

Das Lob darf sich also einerseits natürlich auf die offensive Effizienz beziehen, schließlich waren alle vier Schüsse, die auf das Tor von Zieler kamen auch im Tor. Es soll sich aber viel mehr noch auf die Defensive beziehen, deren Leistung sich weniger in den eigenen Zahlen niederschlägt, als viel mehr in dem nahezu völligen Versagen der Gegner. Durch geschicktes Dichtmachen der Räume und entschlossene Zweikampfführung in den wenigen Momenten, in denen Hannover in die letzte Linie durchbrach, schaffte der Club es, den Mitabsteiger völlig harmlos aussehen zu lassen.

Gleichzeitig ist klar, dass die Herangehensweise des Tiefstehens und des Wartens auf Konter nicht immer funktionieren kann und dann wären Werte wie die Passquote von unter 70% oder die geringe Ballbesitzzeit anders zu bewerten als gestern Abend, wo der Plan in jeder Hinsicht aufging und ex post auch die Aufstellung von acht Defensivspielern, die das Zentrum extrem verdichteten, rechtfertigte. So gesehen ist das vier zu Null in neun Pflichtspielen durchaus herauszuheben, gleichzeitig scheint aber auch klar, dass vor heimischen Publikum nun nachgelegt werden muss oder wie Damir Canadi es formulierte: „Heute haben wir vieles gut und richtiggemacht“, gegen St. Pauli „heißt es, dies zu bestätigen“.

Abb. 5: Schüsse Hannover

5. Die Stimmen…

Damir Canadi: „Zunächst freuen wir uns über die Punkte – unabhängig von der Höhe des Ergebnisses. Es war ein sehr guter Spielverlauf für uns mit dem frühen Tor. Wir haben dann die Kontersituationen gut zu Ende gespielt, waren sehr effektiv und gehen mit dem 3:0 in die Pause. In der zweiten Halbzeit haben wir es gut gemacht, haben den Gegner kommen lassen und wollten nochmal nachlegen. Wir hatten dazu auch noch einige Möglichkeiten. Nach einer Ecke machen wir dann das 4:0 und freuen uns jetzt einfach über dieses Ergebnis. So ein Sieg gibt viel Selbstvertrauen.“

Mirko Slomka: „Wenn ich ganz ehrlich bin, hätte ich nach dem Sieg in Kiel heute eine Mannschaft erwartet, die mit großem Kämpferherz, mit großer Leidenschaft alles reinwirft – für sich selber, für den Klub, für die Fans – und versucht, dieses Spiel zu gewinnen, um in die obere Tabellenregion zu kommen. Auch wenn der Spielverlauf nicht von Glück geprägt war, ist es dennoch so, dass wir extrem viele leichte Fehler gemacht haben. Schon die erste Standardsituation führt zu einem Tor, obwohl wir das wahnsinnig oft thematisiert haben, welche Probleme da auf uns zukommen können, wenn wir nicht aufpassen. Da müssen wir uns cleverer anstellen. Wir waren heute nicht aggressiv in den Zweikämpfen. Dafür jetzt sofort eine Erklärung zu finden, fällt mir extrem schwer.“

Abb. 6: Schüsse Nürnberg

 

Hanno Behrens: „Mit drei Punkten im Gepäck macht die längere Heimreise natürlich mehr Spaß. In große Feierlaune oder Euphorie wollen wir aber nicht verfallen, das kommt hoffentlich zu einem späteren Zeitpunkt der Saison. Wir haben unser Tor wirklich diszipliniert verteidigt, die Räume sehr eng gemacht, wollten Hannover den Ball überlassen und mit unseren schnellen Spielern kontern. Wenn man in Hannover 4:0 gewinnt, kann man sehr zufrieden sein. Jetzt haben wir im Heimspiel gegen St. Pauli die Chance, einen großen Schritt nach vorne zu machen.“

Abb. 7: Passmatrix Nürnberg

Ron-Robert Zieler: „Keiner hat heute gezeigt, was er im Stande ist, zu leisten. Wir haben bei den Gegentoren ganz schlecht ausgesehen. Da haben wir uns phasenweise wie eine Schülermannschaft verhalten. Wir bekommen drei Kopfballgegentore, das ist viel zu einfach. Wie willst Du da ein Spiel gewinnen? Es ist absolut verständlich, dass die Fans nach so einer Vorstellung extrem unzufrieden sind. Es tut mir extrem leid für sie. Wir als Spieler müssen uns aber auch hinterfragen. Es kann nicht der Anspruch und Wille eines jeden sein, so eine Performance abzuliefern. Das ist ein total beschissenes Gefühl, vor allem die Art und Weise, wie wir auch verloren haben.“

Georg Margreitter: „Das war das perfekte Auswärtsspiel. Wir lassen die Heimmannschaft spielen und machen mit der ersten Standard-Chance direkt das Tor. Das hat uns in die Karten gespielt. Nach vorne hat wirklich alles funktioniert. Wir haben aber auch geschlossen und organisiert nach hinten verteidigt, Chris hatte kaum etwas zu halten. Jeder hat sich reingehauen, die kämpferische Leistung heute war unser Faustpfand.“

6. Die Statistik …

Hannover Nürnberg
Grundlagen
0 Tore 4
10 (1) Schüsse (aufs Tor) 8 (4)
629 (87,7%) Pässe (angekommen) 172 (67,4%)
74,3% Ballbesitz 25,7%
108 Ballverluste 96
6 Ecken 1
106,7 Laufleistung (in km) 106,3
9 Fouls 15
Advanced Metrics
0,57 xG 1,48
0,59 xP 2,16
5,86 PPDA 16,57
4,95 APPP 1,62
Auffälligkeiten
36:33 Ballbesitzzeit 12:39
10 Ballbesitzphasen (geg. Strafraum) 9
00:17 Durchschnittslänge Ballbesitzphase 00:07
53 (4) Angriffe (mit Abschluss) 25 (7)
192 (30,5%) Vorwärtspässe (Anteil an Gesamt) 88 (51,2%)

*Alle Daten stammen von Wyscout. Ausnahme bildet die Laufleistung. Diese stammen von Opta. Benutzung der Daten von Wyscout unter der Journalistenlizenz des Anbieters. Bei den Zweikampfquoten von Wyscout ergibt sich nicht zwangsläufig 100%, da der Anbieter manche Duelle als „unentschieden“ wertet, bspw. wenn ein Duell gewonnen wird, der Ball aber im Zuge des gewonnenen Duells ins Aus oder zurück zum Gegner geht. Unter „expected goals“ sind die Tore, die statistisch auf Grund der abgegebenen Schüsse zu erwarten gewesen wären, zu verstehen. Die expected Points für das jeweilige Spiel ergeben sich folgerichtig aus den expected Goals. PPDA bezeichnet die zugelassenen Pässe pro Defensivaktion. Es ist eine Metrik, die anzeigt, wie hoch der Pressingdruck einer Mannschaft ist, je niedriger der Wert, desto weniger Zeit hat der Gegner am Ball. APPP (Average Passes per Possession) gibt an, wieviele Pässe die Mannschaft im Schnitt pro eigener Ballbesitzphase spielte. Pauschal gilt: Je höher der Wert, desto kombinationssicherer ist das Team. In den Schussgrafiken wird ein geblockter Schuss mit einem Quadrat, ein Schuss am Tor vorbei mit gestricheltem Kreis und ein Schuss aufs Tor mit einem ausgefüllten Kreis dargestellt. Ein Tor wird mit einer Raute markiert. Alle Grafiken außer Abb.1 und Abb. 4 stammen von Wyscout.

7. Die Noten …

Spieler CU-Note Kicker NZ BILD WhoScored
Christian Mathenia 3 3 3 3 6,8/10
CU-Urteil: Völlig beschäftigungslos. Etwas hohe streuung bei den langen Bällen
Oliver Sorg +3 3 4 3 7,3/10
CU-Urteil: Verteidigte außer in einer Szene, als er zu früh zum Tackling ansetzte, ordentlich. Kleine Impulse nach vorne gelangen auch.
Asger Sörensen +3 2,5 3 2 7,8/10
CU-Urteil: Mutig im Passspiel dadurch aber auch mit hoher Streuung und wenig Genauigkeit. Gewann ein wichtiges Laufduell mit Teuchert, auch sonst solide defensiv.
Georg Margreitter 1- 1 1 1 9,0/10
CU-Urteil: Darf man einem Verteidiger, der zwei Tore macht, kein „sehr gut“ geben? Trotz leichter Wackler in der Verteidigung, die eine Ecke zu Folge hat, sagen wir nein. Auch weil er 100% Zweikampfquote in den Defensivduelle hatte.
Tim Handwerker 2- 3 3 2 7,8/10
CU-Urteil Obwohl es auf Grund von Stellungsfehlern durchaus Argumente für ein „befriedigend“ gibt, erhält der Linksverteidiger ein „gerade noch gut“. Warum? Weil er offensiv Akzente setzte und genaue Flanken schlägt.
Lukas Jäger 3 3 2 2 7,2/10
CU-Urteil: Wurde vor dem 1:0 gefoult, übte seine Rolle als Raumverdichter und Staubsauger pflichtbewusst aus ohne zu glänzen.
Nikola Dovedan 4 3 5 3 6,6/10
CU-Urteil: Auf dem Flügel weitgehend unauffällig außer bei seiner Gelben Karte.
Hanno Behrens 2- 2 2 1 8,0/10
CU-Urteil: Tor erzielt, Tor vorbereitet, defensiv wenig zugelassen, wenn auch ab und zu noch etwas fahrig im Aufbau.
Johannes Geis 2 2 3 3 7,7/10
CU-Urteil: Bereitete das 4:0 per Ecke vor, leitete das 1:0 per Freistoß ein. Sortierte das Spiel immer wieder. Ganz wichtiger Spieler auf Grund seiner Ruhe und Ordnung.
Robin Hack 2- 1,5 2 2 8,4/10
CU-Urteil: Riesensolo vor dem 3:0, Vorlage zum 2:0 per Kopf. Tat sich in den Offensivzweikämpfen schwer, sonst aber sehr ordentlich.
Michael Frey 2- 2,5 2 3 8,1/10
CU-Urteil: Vorbereiter des 1:0, Garant des Umschaltsspiels. Immer präsent in den Duellen, gewann mehr als die Hälfte seiner Luftzweikämpfe. Manchmal etwas schlampig im Weiterverarbeiten.
Iuri Medeiros 6,2/10
CU-Urteil: Wer hat … (84. Minute)
Sebastian Kerk 6,0/10
CU-Urteil: … an der … (87. Minute)
Felix Lohkemper 6,0/10
CU-Urteil: … Uhr gedreht? (90. Minute)

37 Gedanken zu „Analyse: Effizient ohne Ball

  • Gratulation an den Schorsch und seine Wahl zum Spieler des Spieltages. Neben dem Margreitter hat es auch Hack wieder in die Elf des Tages geschafft. Sein 3:0 Treffer war wirklich grandios gemacht. Ich bin gespannt, wie lange wir den Jungen halten können. Hoffentlich bleibt er ohne große Verletzungen, das könnte wieder ein ganz großer Spieler werden.
    Die Noten von Flo kann ich so unterschreiben. Dovedan war ganz auffällig in seiner Rolle des der bei weiten schlechtesten Clubspielers gestern: Der lief sich permanent mit seinen Dribblings fest und seine Zuspiele kamen kaum an den Mann. Schönerweise klappte das „Ausputzen“ seiner Fehler durch einen der Mittelfeld- oder Aussenspieler dieses Mal aber meistens sehr gut.

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  • Ich sollte mir öfter den Frust von der Seele schreiben, wenn die Reaktion darauf so aussieht. 😉 Ich hoffe, die Dreierkette ist damit endgültig tot und das Mittelfeld bestehend aus drei gelernten zentralen Mittelfeldspielern bleibt uns erhalten.

    Wenn wir das gestern gezeigte eine Spur aktiver (im Sinne von Ballbesitz/Feldposition) spielen, können wir jeder Mannschaft in der Liga weh tun. Wir haben einen der besten Standardschützen im Kader und einige Spieler die stark im Offensivkopfball sind, wir haben drei-vier Spieler, die dem Gegner mit ihrem Tempo weh tun können, kombiniert mit einer stabilen Defensive reicht das völlig aus – das haben wir selbst und vor uns schon Darmstadt bewiesen.

    Natürlich hat uns der Spielverlauf massiv in die Hände gespielt, aber das schmälert die starke Defensivleistung am gestrigen Tag nicht. Wir müssen auch nicht immer vier schießen, es reicht eines, wenn die Abwehr gut steht.

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  • Just als in verschiedenen Medien darüber berichtet wurde, dass der innerbetriebliche Mannschaftsgeist erste Dellen hätte, zeigte das Team eine ganz starke Reaktion: ich empfand es als beispielhaft, wie sich die Spieler gegenseitig unterstützten, jeder unermüdlich für seinen Nebenmann rannte, grätschte und kämpfte! DAS war Mentalität!

    Diese Leistung sollte jedoch nicht zur Euphorie verleiten, daran werden sich die künftigen Auftritte unserer Jungs messen lassen müssen. Weiter so!

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  • Hannover war schon immer etwas anders, von einer 3:0 Halbzeitführung und dann Ausgleich nach 3m Abseits (2014) , das glorreiche Spiel letzte Saison (wir müssen den Bock umstoßen, Köllner) nach 7 Min schon glatt rot und in Unterzahl, Diesmal auch irgendwie unerwartet und überraschend. 20% Ballbesitz in der 1. Halbzeit aber irgendwie jeder Schuß drin. 🙂 … ich habe selten so ein Spiel gesehen, das vom Stil eher an Athletico Madrid erinnert, die Meister des Minimalismus.

    Gegen St. Pauli komendes Wochenende werden wir aber nicht mit 23% Ballbesitz zum Erfolg kommen, da stecken wir in der Verlegenheit das Spiel machen zu müssen und Räume anzubieten. Wenn man den letzten Spieltag in der 1. Bundesliga ansieht nur Auswärtssiege, scheinbar tun sich viele Mannschaft mit tief stehen und umschalten leichter, als für die Musik zu sorgen und das Spiel zu machen.

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    • Irgendwann will keine Mannschaft mehr den Ball, weil konsequent verteidigen schon immer einfacher war als das Spiel machen zu müssen.Irgendwann sind wir beim Ping-Pong gänzlich ohne Mittelfeld.Der moderne Fußball frisst sich selber.(Jetzt schon Mondergebnisse bei der Champions League) Oder vielleicht auch nicht beim Ping Pong sondern beim Tennis:Serve and Volley.Umschaltspiel und Standard-Tore.Dazwischen viel Klein-Klein.

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      • Stimme dir zu, die Befürchtung habe ich auch schon länger. Wäre Ballbesitz-Fußball besser? Auf dem Höhepunkt von Guardiola-Barca erstickte dieser das Spiel und verbreitete, nachdem sich der erste Glanz gesetzt hatte, beinahe schon Langeweile.

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        • Ja der Guardiola Fussball ist irgendwie auch eine Art Anti-Fußball, selbst wenn alle Akteure eigentlich super Fußballer sind- zum ansehen war es eher gähn.Da gefällt mir die Überfall-Konter-Taktik fast noch eher, allerdings muss sich dann auch ein Dummer finden, der sich auskontern lässt.

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          • Ich steh auf den Guardiola-Fußball. Für mich ist er eher die Krönung von Fußball – wobei die Dominanz natürlich für die Zuschauer* natürlich auf Dauer langweilig werden könnte. Aber da es ja immer noch der selbe Sport ist, verlieren die halt auch mal…

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            • Seh ich auch so. Guardiola-Barca konnte nichts dafür, dass alle Gegner schlechter am Ball und langsamer im Kopf waren. Wenn etwas so überlegen ist, wird es eh immer irgendwann als langweilig wahrgenommen werden, egal was es ist.

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              • Überwiegend besteht Ballbesitzfußball eben aus viel Rumgeschiebe, andernfalls würde es ja recht rasch zum Abschluss führen. Bei Bayern nenne ich es gerne Wannenfußball, vom linken AV über die beiden Innenverteidiger zum rechten AV und wieder zurück.Die vielen Ballbesitzphasen nennt man dann auch noch Dominaz. Für die Bundesliga reicht es ja aber international sind sie mit ihrem Ballbesitz Quatsch jedes Jahr an ihre Grenzen gestoßen, letztes Jahr als Liverpool sie immer wieder überfallartig schon am eigenen 16er gespresst hat und die Bayern plötzlich nicht mehr wussten wie sie ein Spiel aufbauen sollen. Die Jahre davor haben sich die spanischen Mannschaft in den CL Halbinfals das ebenso ausgeguckt, wo sie dazwischen sprinten müssen, wenn die Bayern hinten rumschieben und manchmal selber dabei einschlafen.
                Die Nationalmannschaft bei der letzten WM war ja auch so ein Beispiel, dieses rumgeschiebe fast nur quer, dann sind ihnen die Koreaner oder Mexikaner im Umschaltspiel plötzlich davon gerannt. Ich bin kein Freund dieses „Ballbesitzfußballs“ allerdings ganz ohne Ballbesitz geht es natürlich auch nicht 🙂 … daher liegt es eben daran die Balance mit dem vertikalen relevanten Spiel zu finden.

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                • Klar, Ballbesitz kann natürlich nur dann wirklich attraktiv, erfolgversprechend und dominant sein, wenn er primär an und in Gegners Strafraum stattfindet.

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                • Da im Schnitt eh nur noch 60 Minuten der 90 Minuten Fußball gespielt wird /der Ball läuft, erscheint das Ballgeschiebe hinten rum zusätzlich als Tempoverschleppung bis kurz vorm Einschlafen

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                • Nur NOCH 60 Minuten? Also in Zeiten vor Einführung der Rückpassregel und jederzeit sofort überall verfügbarer Spielbälle dürfte die Netto-Spielzeit oft deutlich geringer gewesen sein. Ansonsten staune ich manchmal schon darüber, wie verpönt inzwischen jegliches Abwarten, Innehalten, Den-Ball-erst-einmal-in-den-eigenen-Reihen-halten geworden ist. Aber irgendwo muss es ja her kommen, dass sogar darüber nachgedacht wurde, den Rückpass zum Torwart grundsätzlich zu verbieten, damit alles nur ja immer wahnsinnig schnell und attraktiv bleibt [und gleichzeitig vergibt man WMs nach Katar, aber das nur am Rande]. Wie haben wir es eigentlich in den 80ern geschafft, mit Interesse, Freude und Spannung ganze Spiele anzuschauen?

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                • Früher sagte man auch, ein Spielmacher muss auch mal auf den Ball steigen und das Spiel ruhig machen 🙂

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      • Nach dem Anpfiff bleibt der Ball dann 45 min auf dem Anstosspunkt liegen. Alle Spieler stehen in Position und warten darauf, daß der Gegner zuerst den Fehler macht und denn Ball von da wegspielt. Dann folgt die Pause und in der 2. Halbzeit gehts damit weiter: Schiri pfeift an, keiner will den Ball. Abpfiff, dazwischen gabs fünf Mal VAR Entscheidungen, ob nicht doch jemand aus Versehen den Ball vom Anstosspunkt bewegt hat. Nach nur 102 Minuten, wegen der VAR Pause wird abgepfiffen. Das Spiel endet 0:0.
        Keine der Mannschaften wollte den Ball haben.
        Welch ausgefuchste Technik!

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        • Um das zu durchbrechen, bräuchte es pro Spiel eigentlich nur jeweils 1 Toni Polster, der am Strafraum herumsteht und seine Mitspieler so sehr über den ganzen Platz hinweg zusammenstaucht, dass sie ihm schon aus Angst den Ball direkt nach vorn hauen.

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        • Keine der Mannschaften wollte den Ball haben.
          Welch ausgefuchste Technik!

          Wer den Ball zuerst berührt verliert 🙂

          Viele Trainer feilen das mit ihren Teams so aus, dass sie dort, wo sie die Schwachpunkte sehen Ballbesitz zulassen oder sogar provozieren, um den Spieler bewußt dann zu stellen, wenn sein Team mit aufgerückt ist um dann nach Ballgewinn sofort vertikal in die Spitze zu spielen. Provozierter Ballbesitz quasi

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  • Ballbesitzfußball macht für uns m.E. keinen großen Sinn. Spätestens, wenn der 2-Jahresplan erfolgreich umgesetzt ist, sehen wir uns in der ersten Liga wieder 17 spielerisch besseren Mannschaften gegenüber, mit denen wir in diesem Stil nicht mithalten können.

    In Anbetracht dieses Szenarios macht m.E. dann ein starkes Pressing und Verschieben gegen den Ball am meisten Sinn, um die Wege zum gegnerischen Tor zu verkürzen. Daneben sollte das Scouting nach kopfball- bzw. standardstarken Spielern suchen. Da fallen überall inzwischen die meisten Tore, jedoch v.a. spielerisch limitierte Mannschaften können hier relativ einfach ihren Nachteil kompensieren.

    Heisst für uns dem Gegner weitgehend den Ball zu überlassen und ihn zu Fehlern zu zwingen und über schnelles Umschaltspiel zu Chancen zu kommen. Daneben auf Standards zu setzen.

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  • Mich hat der Wergedegang von M. Pereira interessiert:
    Er spiel mittlerweile erneut als Leihspieler in der Championship, also der englischen 2. Liga, beim Premierleagueabsteiger West Bromwich Albion in Birmingham und kommt da zu vier Assists bei folgenden Einsätzen (2. bis 10.Spieltag):
    Kader: 6, Startelf: 3, Eingewechselt: 3, Ohne Einsatz im Kader: 0, Gesperrt: 0, Verletzt: 0
    Auch da scheint der junge Brasilianer wieder seine Akklimatisierungszeit zu brauchen, wobei vier Assists schon wieder für nur ca 33% der max möglichen Einsatzdauer prima sind.

    Aber wir haben jetzt ja Hack, wenigstens für dieses Jahr.

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    Antwort
    • Transfermarkt hat die letzten beiden Einsätze noch nicht eingepflegt, das verzerrt das Bild, weil die das dann rot hinterlegen, als ob er nicht gespielt hat und schon von neun möglichen Einsätzen sprechen.

      Pereira hat jetzt fünf Einsätze in der Startelf in Folge, hat am Samstag gegen QPR sein erstes Tor (direkter Freistoß: https://www.youtube.com/watch?v=NvVpSdShC4Q Timestamp: ca. 1:38) geschossen und wird ziemlich hochgejubelt vor Ort (Videos zu seinen Vorlagen gegen Blackburn gibt’s hier: https://www.youtube.com/watch?v=vzbeCg2jD54 (Timestamp ca. 0:35 und 0:55). Der ist schon schnell angekommen.

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      Antwort
    • Ich denke, daß Pereira (und seine Berater) in England sicher auch ein wenig Richtung Premiere League schielen, die 2. Liga ist ja eine gute Präsentations Plattform, wenn sie nicht sogar selber aufsteigen, derzeit Tabellen Dritter glaube ich, dann sollte das nötige Kleingeld auch da sein, das wir leider nicht hatten für eine feste Verpflichtung. War ein wirklich feiner Fußballer. Schon merkwürdig, daß Lissabon so überhaupt keine Verwendung für ihn hat.

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      Antwort
    • Mit einem Dreier am Sonntag könnten wir uns schon gut wieder ranschieben auch an den HSV und Stuttgart.

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      Antwort
      • Na, ich befürchte nur, es wird wieder auf eine Dreierkette umgestellt und das gibt dann wieder ein ähnliches Gewürge, wie bei den Heimspielen zuvor.

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        Antwort
        • @Herbert:
          Ich denke, Dreierkette ist bei uns bis auf weiteres passé, zumindest für die Startformation. Man hat doch gesehen, wie leicht die gegnerischen Stürmer über außen durchbrechen können, wenn wir dort nur je einen Spieler haben, der gleichzeitig für Stürmen und Verteidigen zuständig sein soll. Vielleicht musste Canadi das einfach ausprobieren und das geht vermutlich erst so richtig im regulären Spielbetrieb.

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          Antwort
          • Na, mal sehen. Was ich so über das frühere Wirken von Canadi gelesen habe, lässt mich das daran zweifeln. Ich befürchte, die 3er Kette muss bei seinen Mannschaften einfach sein.

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            Antwort
            • Wer schreibt denn dann sowas? Das ist nämlich ausgemachter Schmarrn. Canadi in Athen hauptsächlich Viererkette gespielt.

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              Antwort
              • Egal mit welcher Kette- die verkettung unglücklicher Umstände ,beim Club, muss jetzt mal zu Ende sein.
                Keine Slapstick-Gegentore mehr

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                Antwort
      • HSV und VfB sind, (genauso wie unser Club und Hannover), Chaosvereine, bei denen es ganz schnell unruhig werden kann. Und die Boulevardpresse tut ihr Möglichstes, dies noch zu befeuern, siehe Jatta.
        Deswegen ist für mich noch lange nicht gesetzt, dass HSV und VfB zwingend aufsteigen, auch die werden irgendwann im Laufe der Saison mit Schwächephasen zu kämpfen haben. Dass die einfach so durchmarschieren, das glaube ich nicht.

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        Antwort
        • Ja sehe ich auch so, allerdings hatte ich das Gefühl, daß sie beim HSV mit Hecking einen Trainer haben, der dem Chaos dort widerstehen kann. Aber klar die Saison ist noch so lange, da kann noch alles passieren.
          Ich finde unseren Kader ziemlich gut mit feinen Fußballern unter den neuen Spielern. Wenn ich an das Potential von Hack denke, dann denke ich schlägt keiner gefährlichere Standards als Geis in der 2. Liga usw., daher hat es mich schon gewurmt, daß man den Eindruck hatte, es fehlt jemand der das alles richtig zusammenbaut.
          Hannover hat uns die Räume gegeben, da sie es als selbstverständlich ansahen zuhause das Spiel zu machen, mal sehen ob wir auch so ein Rezept gegen tiefer stehende Mannschaften finden. Luhukay ist ja nun ein alter Fuchs, ich bin sehr gespannt was sich beide Trainer für den Sonntag ausgedacht haben.

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