St. Pauli: Mit Andreas Borgemann zur Alleinherrschaft in Hamburg

Stimmen vor dem Spiel des 1. FC Nürnberg gegen den FC St. Pauli.

Im Rahmen der Kooperation von Clubfans United mit Total beGlubbt hat sich Felix im Gegnergespräch mit Maik (MillernTon) unterhalten.

Wir fassen das Interview kurz zusammen, in voller Länge zu hören auf meinsportpodcast.de oder im Player am Ende des Artikels. Ebenso die offiziellen Pressekonferenzen aus Nürnberg und Hamburg.

Das Interview

9. Spieltag 2019/2020 1 : 1

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Archiv: FC St. Pauli

Der FC St. Pauli hat sich bisher zu Hause fast schadlos gehalten. 3 Siegen steht nur eine Niederlage gegenüber. In der Fremde ist hingegen noch kein Dreier zu verbuchen gewesen. 3 Unentschieden und eine Niederlage lautet die Bilanz. Es wirkt als habe St. Pauli aktuell zwei Gesichter. Ist da was dran?

„Nur auf den ersten Blick, wenn man nur die Zahlen ansieht. Wir haben – wie sich herausstellte – gegen zwei insgesamt gut gestartete Teams in Stuttgart und in Bielefeld gespielt und hätten nach dem Spielverlauf mit jeweiliger Führung statt einem Punkt auch vier, wenn nicht gar sechs mitnehmen können. In Dresden führten wir sogar mit drei Toren und nehmen auch nur einen Punkt mit. Zahlen sagen daher das eine, jedes Spiel hatte aber eine eigene Geschichte.“

War der Derbysieg gegen den HSV die Initialzündung, war die Mannschaft danach richtig in der Saison angekommen? Nach drei Spieltag war der FCSP noch sieglos, es wirkt als habe es ein wenig gedauert bis man in die Spielzeit reingefunden hat.

„Vor allem das Spiel in Bielefeld wirkte doch etwas nach, weil man so kurz vor Schluss noch den Ausgleich kassierte. Dann kam die Niederlage gegen Fürth zu Hause, bei der die böse Verletzung von Christopher Avevor bei der Entstehung des 0:1 das Team doch so geschockt hatte, dass sie gar nicht mehr ins Spiel fand. – Aber das alles hat uns dann zum Derby vielleicht gerade geholfen, denn da waren wir wirklich der klassische Außenseiter, auch tabellarisch, und Underdog ist eine Rolle, die zu uns passt.“

Du hast die Rede von Jos Luhukay angesprochen. Es ging unter anderem um Fitness und Verletzungen aber auch noch um einiges mehr. Wie kam es bei den Fans des FC St. Pauli an, das Luhukay so richtig auf den Tisch gehauen hat?

„Da muss man in der Wirkung im Umfeld doch stark unterscheiden, woher die entsprechenden Fans ihre Informationen beziehen. Auf der einen Seite die, die sich ihre Meinung über die Boulevard-Medien bilden, und dann die, die sich die Mühe machten auch die ganze PK anzusehen. Letztere haben dann doch eher den Eindruck gewonnen, dass da ein Trainer ist, der richtig Bock auf diesen Verein hat. Ich möchte sogar sagen: Vielleicht ist Luhukay genau der richtige Mann zur richtigen Zeit bei St. Pauli. – Denn Luhukay hat intern unangenehme Dinge angesprochen und Prozesse angestoßen. Dass es zu so einer Entladung in der PK kam, hat auch mit den Fragen zu tun, die gestellt wurden. Bei der Wortwahl ist dann dazugekommen, dass der Niederländer Luhukay kein deutscher ’native speaker‘ ist – er hätte vielleicht dann manches anders formuliert.“

Mein Eindruck im Sommer war der, dass eine gewisse Unzufriedenheit mit der Transferpolitik herrschte, da man zunächst vor allem Stürmer abgab aber lediglich Verteidiger holte. Am Ende glich sich das ein wenig aus. Wie zufrieden bist du mit den Sommertransfers?

„Dazu muss man ausholen. Bei St. Pauli gibt es so einen Personenkult, der andere Vereine prägt, in der Form eigentlich gar nicht. Der Verein steht über allem. Aber natürlich lieben die Fans dann ihre Spieler doch und als es in der letzten Saison eine Welle von Vertragsverlängerungen gab, wurde das sehr gefeiert. Nun kamen aber im Sommer zwei neue Verantwortlichen mit eigenen Ideen und stießen auf einen großen Kader, der nur schwer zu verändern bzw. zu verschlanken war. Entsprechend musste man am Transfermarkt agieren. Das Umfeld reagierte dann vor allem deswegen unzufrieden, weil sich in der Situation dann oft nur Leihgeschäfte realisieren ließen. So entstand übrigens auch der Spitzname Andreas ‚Borgemann‘.“

Verletzungen waren ein Punkt in Luhukays PK im Sommer und sie sind nun wieder ein Bestandteil der Saison. Es gibt einige Langzeitverletzte und auch einige kurzfristige Blessuren. Ist das tatsächlich ein Problem, dass den FC St. Pauli nun schon länger begleitet und wenn ja, woran liegt das?

„Verletzungen verfolgen uns seit Jahren. Man versucht das u.a. durch Training auf Kunstrasenplätzen in den Griff zu bekommen. Aber wenn die Verletzungen sich aus dem Spiel selbst heraus ergeben, ist das kaum zu vermeiden und eben Teil des Sports.“

Was erwartet den 1. FC Nürnberg am Sonntag? Wie spielt der FC St. Pauli Fußball?

„Eine spannende Frage. Normal wäre: Hinten gut stehen gegen den favorisierten Gegner und dann kontern. Mit Luhukay ist das aber nicht so sicher. Und mit Daehli haben wir einen wichtigen Spieler im zentralen Mittelfeld, der etwas mit dem Ball anzufangen weiß, und auch über die Außen können wir immer gefährlich werden.“

Wohin führt die Reise für den FC St. Pauli in dieser Saison?

„Unser Anspruch ist es wieder allein in Hamburg in einer Liga zu sein. Wer in welcher Liga, muss man sehen… Im Idealfall steigt St. Pauli auf und der HSV nicht. Wie auch immer, Hauptsache allein in der Liga, denn den Stress von Derbys braucht man einfach nicht jedes Jahr. – Aber in der 2. Liga kann man generell kaum Saisonziele ausgeben, außer man heisst Köln oder Stuttgart. Vom HSV hatte man das letztes Jahr auch erwartet, aber hat ja nicht funktioniert. Abwarten – und wenn man vor den letzten Spieltagen noch unter den letzten 5 ist, kann man ja schauen, was noch so passiert.“


Der Podcast in voller Länge

Audiolänge: 22:31 Minuten | Moderator: Felix Amrhein


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Das Interview führte Felix Amrhein mit Maik für Total beGlubbt in Zusammenarbeit mit Clubfans United am 4.10.2019. Redaktionell zusammengefasst von Alexander Endl.

18 Gedanken zu „St. Pauli: Mit Andreas Borgemann zur Alleinherrschaft in Hamburg

  • Danke fürs Interview. St. Pauli hat bisher noch keinen Auswärtssieg? Das könnte ein schlechtes Omen sein, genauso wie die Serie der Unbesiegtspiele des Clubs.
    Na, mit langer Unterbuchs werden wir es im Stadion sehen.
    Ich würde den Dänen in Manndeckung nehmen und dann zusehen, wie St. Pauli dann Schwierigkeiten bekommt.

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  • Die einzige Chance Verletzungen zu reduzieren, ist es mit dem Fußball spielen aufzuhören 🙂 Knöchel und Knie sind dafür einfach nicht gemacht. Hätte die Evolution gewußt wie wichtig dieser Sport einmal für die Menschheit wird, hätte sie den Menschen anders gebaut.

    Zum Spiel, möglich ist alles, aber der FCN hat zu selten zwei gute Spiele hintereinander gemacht. Das macht mir etwas Sorgen. Ich würde mich aber freuen wenn die weggewischt würden.

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  • Tja, es gibt viele Möglichkeiten, beschissen zu werden. Selbst ein reguläres Tor kann zur Farce werden. Vielen Dank für die Klarstellung, dass es immer noch an Klarheit mangelt…

    Sorry, so geht es nicht. Entweder winkt er, dann ist Abseits, oder er wartet, bis die Szene durch ist.

    Schwachsinn!

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  • Wenn ich es richtig gelesen habe, werden wir wieder mal richtig von den Schiris betrogen.
    Wie so oft!

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    • Sorry, aber das Spiel ist erst dann abgepfiffen, wenn der Schiri pfeift.
      Die Unsitte zu reklamieren und das Spiel einzustellen wird halt oft bestraft.
      Ich finde es ist wieder der “ alte“ Club der einfach kein Spiel machen kann.
      Auch die Chancen werden nicht konsequent abgeschlossen.
      Aber der Torwart von St.Pauli ist sehr gut, zugegeben.

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  • Quelle Sky:: Dies hat auch einen klaren Hintergrund, wie Collina ergänzt. „Die Schiedsrichter sind bei engen Abseits-Entscheidungen, die vielversprechende Angriffe oder Tormöglichkeiten zur Folge haben, angehalten, die Fahne nicht zu heben. Denn wenn dies der Fall ist, wäre die gesamte Situation beendet.“
    Somit könnte der VAR nicht mehr eingreifen und die Fehlentscheidung revidieren. „Läuft das Spiel aber weiter, gibt es die Möglichkeit, die Technologie einzusetzen und nochmal auf die Szene zu blicken“, betont Collina.

    https://sport.sky.de/fussball/artikel/wegen-video-beweis-kuriose-anweisung-an-linienrichter/11403408/34942

    Les ich das falsch oder beendet der Linienrichter, nach der neuen VAR Regel, bereits mit dem Heben der Fahne die Situation so, so dass ein VAR nicht eingreifen kann. Der Abseitspfiff war ja eindeutig zu hören. Wurde ja auch zunächst so entschieden. Dabei wäre egal ob der Pfiff vor oder nach Heben der Fahne ertönt, da die Entscheidung des Linienrichters vom Schiedsrichter bestätigt wurde.
    Wenn dem so ist, dann kennt Köln ja seine eigene Regeln nicht. Dann ginge das ja schon in Richtung Betrug.

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  • Relativ einfach: Wenn der Schiedsrichter nicht gepfiffen hat, war es dumm von der Mannschaft und es gibt keinen Grund sich zu beschweren. Wenn er gepfiffen hat, hat die Mannschaft allen Grund sich aufzuregen und wir befinden uns jetzt im Bereich eines Wiederholungsspiels.

    Aber die Chancen das Ding hier selbst zu gewinnen waren und sind ja da, also hoffe ich mal, dass es in Halbzeit zwei gelingt das Spiel zu drehen.

    (Sorg ist übrigens für mich die Enttäuschung der bisherigen Saison, offensiv nicht existent, defensiv auch nicht so stabil, dass er dadurch einen großen Mehrwert bringen würde. Wenn Valentini *wirklich* fit ist, dann bitte rein mit ihm.)

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  • Wieso Geis?????
    Frey wünsche ich endlich mal ein Tor- was der rackert unglaublich, oder?

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  • Unentschieden ist zu wenig, aber womöglich muss man froh sein, wenn‘s beim Unentschieden bleibt.

    Und Pfosten!

    Es ist uns nichts vergönnt…

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  • Gegen ein schlechtes St.Pauli nur 1 Punkt zuhause! Enttäuschend!
    Die Mannschaft war zwar bemüht, aber dafür gibt es keine Punkte!
    Aber hey! wieder mal ungeschlagen! Super!

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    • Super ? Bringt uns der eine Punkt irgendwie weiter ? Heimspiele gehören gewonnen ! Das war jedenfalls keine Bestätigung der Leistung von Hannover

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