Bitte zahlen!

Ich trat an den sonntagabendlichen Tresen und hörte, wie Hannes (klick) sagte: „Ist meiner Meinung nach auch ein mentales Problem, wenn in den Schlussminuten immer wieder so viel schiefläuft. Ist auch Nervensache.“

„Für Nervensachen hat der Club ja eigens einen Mentaltrainer engagiert (klick)“, bemerkte ich und hängte meinen Mantel an die Garderobe.

Der Wirt stellte ein Pilsglas unter den Zapfhahn und Alfred (klick) sagte: „Wohrschainli iss da Mendooltreena aa in aana Iebagongssässong.“

„Bleibt nur zu hoffen“, erwiderte ich, „dass er dafür sorgt, dass die Übergangssaison nicht zu einer Untergangssaison wird.“

„Untergangssaison“, winkte Hannes ab. „Die letzten Spiele waren alle eng. Die hätten bei ein bisschen mehr Glück auch positiv laufen können und dann wäre der Club vorne mit dabei. Wenn sich der Pendelschlag des Spielglücks ändert und unsere Mannschaft einen Lauf kriegt, ist in dieser Saison noch alles drin.“

„Wie willsdn ann Lauf grieng, wennsd di Schbill fir Schbill bleeda ooschdellsd, als wie die Bollidsai erlaubt? Bevoor, dass die aufschdaing, schdaing die ehra nuch obb.“

„Die Altstadt (klick) hat zur Zeit einen Lauf“, sagte der Wirt und reichte mir das Pils über den Tresen. „Die hat jetzt schon…“

Ich nahm einen Schluck aus dem Glas.

„…vier Spiele am Stück gewonnen. Wenn das so weitergeht, steigt sie vielleicht in die dritte Liga auf (klick).“

„Das mag sein“, stellte Hannes fest. „Aber der Club wird nicht absteigen. Das ist doch bloße Schwarzmalerei.“

„Dess weer amoll widda woss, wenn da Glubb geecha di Olldschdodd schbilln deed. Also midd da ärschdn Monnschoffd, nedd midd da Ammadeere. Dess hädd woss…“

„Die erste Mannschaft hat doch erst kürzlich hier gespielt“, warf der Wirt ein (klick) und ich kratzte mich am Kopf.

„…Die Olldschdodd hoddna Glubb effdas gebaddschd (klick). Da Glubb hodd offd olld ausgschaud bai da Olldschdodd (klick). Dess waaßi nuch, wiesa bleed aus da Wesch gaschaud hamm, da Nissing (klick) und da Wallidsa (klick) und wiesa…“

Ich fuhr mir mit der Hand durch die Haare.

„…olle ghaaßn hamm. Dess weer amoll widda woss. A vulls Schdaadjoon und na Glubb baddschn. Dess woorn nuch Dsaidn. Dess weer woss, wenn…“

„Zahlen!“, rief ich. „Bitte zahlen!“

„Wie bitte?“, fragte der Wirt.

„Zahlen! Ich zahle!“

„Warum willst du schon zahlen? Dein Glas ist ja noch ganz voll.“

Ich legte das Geld auf den Tresen und sagte: „Passt so.“

„Woss gehsdn scho? Blaib doch doo!“

„Ich habe gezahlt“, blaffte ich und holte meinen Mantel.

„Obba a Kibbm kossdma doolassn, lossma wengsdns a Kibbm doo!“, rief mir Alfred hinterher.

[Zum Spiel: klick, klick, klick, klick, klick.]

5 Gedanken zu „Bitte zahlen!

  • Vollstes Verständnis, Belschanov!

    Der Club hatte gestern Glück! Ja Matchglück, richtig Dusel! Sollte der Ausgleich 5 Minuten früher fallen, geht das Ding noch verloren.

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  • Die Bayreuther Fans mussten in den letzten 20 Jahren auch sehr viel ertragen. Gurkten in der letzten Zeit in der 4. Liga irgendwo im Mittelfeld rum. Waren auch noch gute Zeiten, als man in der 2. Liga immer an der Spitze mitspielte. Vielleicht klappt ja der Aufstieg in die 3. Liga. Wär schon was. Aber dafür müssten sie die türkische Mannschaft überrunden und die sind im Moment auch sehr gut im Rennen.

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  • „Für Nervensachen hat der Club ja eigens einen Mentaltrainer engagiert (klick)“, bemerkte ich und hängte meinen Mantel an die Garderobe.

    Im Skifahren gibts ja keine Verlängerung. Wie soll er da Problemlösungen haben 🙂

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    • Naja, am Lauberhorn und auf der Streif z.B. werden die letzten 500 Meter bestimmt als eine Art Verlängerung wahrgenommen, bei der man die Nerven behalten muss..

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  • Aaaaaahhhh – und dann ist Sabiri auch noch in der kicker-„Elf des Tages“!

    Humpf.

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