Analyse: Positionsfremd in den Untergang #FCN #BOCFCN

Analyse zu VfL Bochum – 1. FC Nürnberg 3:1 (3:0) – Der ersatzgeschwächte Club verliert verdient in Bochum nach desolater erster Halbzeit.
1. Die Grundordnung
2. Der Schlüssel zum Spiel
3. Das Spiel war entschieden, als
4. Das Fazit
5. Die Stimmen
6. Die Statistik
7. Noten

1. Die Grundordnung…

Abb. 1: Startformation

… war im Vergleich zu den letzten Wochen unverändert und dennoch musste Damir Canadi in dem Spiel, das sich als sein letztes herausstellen sollte, weitere Male improvisieren. (Abb. 1) Mit Sorg (Gehirnerschütterung) und Valentini (Infekt) fielen beide Rechtsverteidiger aus. Canadi entschied sich nicht dafür einen der beiden Linksverteidiger als inversen Außenverteidiger aufzubieten. Stattdessen lief Lukas Jäger hinten rechts auf. Eine fragwürdige Entscheidung, da auf der linken Außenbahn Bochums Schlüsselspieler Danny Blum seit Wochen durch Tempo auffällt, während Lukas Jäger einst bei Michael Köllner mit der Begründung, er sei zu langsam für die Zweite Bundesliga, nicht zum Einsatz kam.

Nicht nur auf rechts änderte Canadi das Personal. Auch auf links kam in der Verteidigung mit Fabian Nürnberger im Vergleich zu weiten Strecken des Spiels in Kaiserslautern ein anderer Akteur zum Einsatz. Durch Jägers Rutschen auf die Rechtsverteidigerposition musste zudem Johannes Geis ins zentrale defensive Mittelfeld auf die Sechs rücken, also dorthin, wo der gebürtige Schweinfurter sich weniger wohlfühlt und auch auf Grund seiner eher zurückhaltenden Zweikampfführung nicht zu einhundert Prozent geeignet ist. Geis‘ Platz im zentralen offensiven Mittelfeld nahm Robin Hack ein, Sebastian Kerk spielte auf dem linken Flügel. Allerdings rochierten die beiden Spieler immer wieder, so dass Kerk auch im Zentrum und Hack auch auf der Außenbahn auftauchte.

Allein diese Wechsel destabilisierten den Club, weil sie mehrere Spieler auf Positionen wiederfanden, die nicht als ihre idealen zu gelten haben. Hinzu kam, dass nach Torwart Nummer eins Christian Mathenia (Kniescheibenbruch), Nummer drei Patric Klandt (Achillessehenriss) und Nummer vier Jonas Wendlinger (Schambeinentzündung) sich am Vormittag auch noch Torwart Nummer zwei Andreas Lukse mit einem fiebrigen Infekt krankmeldete. Der 30-Jährige saß in Bochum zwar auf der Bank, dennoch hatte man zur Sicherheit Torwart Nummer Sechs Felix Kielkopf per Zug nach Bochum beordert. Ins Tor musste damit die nominelle Nummer fünf Benedikt Willert. Der 18-Jährige kam völlig überraschend zum ersten Einsatz in der ersten Mannschaft.

Zur Pause, als Bochum mit 3:0 führte, stellte Canadi dann von 4-1-4-1 auf 4-4-2 um. Für Kerk und Dovedan kamen Medeiros und Lohkemper. Medeiros ersetzt Dovedan auf der rechten Außenbahn, Lohkemper rückte in die Sturmspitze, Behrens und Geis spielten nun im zentralen Mittelfeld mehr oder weniger auf einer Linie. (Abb. 2) In der Schlussphase kam dann Ishak für Hack, dies bedeutete, das Lohkemper aus dem Sturmzentrum auf die linke Außenbahn wechselte.

Abb. 2: Formation zu Beginn der Zweiten Halbzeit

2. Der Schlüssel zum Spiel …

… waren tatsächlich die positionsfremden Einsätze einiger Spieler. So gewann Jäger nur fünf seiner 17 Duelle mit Danny Blum (Abb. 5), wodurch der Ex-Cluberer immer wieder gefährlich auf der rechten Abwehrseite durchbrechen konnte. Nicht einberechnet in diesen Wert sind Duelle, die Jäger auf Grund seines Geschwindigkeitsdefizits nicht einmal führen konnte. Sein eher rustikaler Stil sorgte darüber hinaus auch noch für das Foul an Soares, aus dem der Freistoß vor dem 2:0 resultierte. Dieses Foul ist insofern symptomatisch, weil Jäger zwar auch zum Ball geht, diesen sogar spielt, durch sein forsches Einsteigen Soares aber gleichzeitig mit der Hüfte so wegcheckt, dass Foul gepfiffen werden muss.

Ähnliches gilt auch für Johannes Geis. Der kam im zentralen Mittelfeld zum Einsatz, phasenweise sogar als Sechser, führte aber nur 15 Zweikämpfe, davon nur neun gegen den Ball. Gerade weil Geis vor der Pause als alleiniger Sechser agierte und da von seinen sechs Defensivzweikämpfen auch nur drei gewann – er verlor u.a. einen entscheidenden vor dem 1:0 – sind diese Werte durchaus bedenklich. Geis war in den Vorwochen, als er weiter vorne spielte, deutlich präsenter.

Natürlich kommt man nicht umhin, über Benedikt Willert zu sprechen. Der 18-Jährige war so etwas wie die tragische Figur des FCN. Hat er in der Regionalliga eine gute bis sehr gute Fangquote von über 70% aller Schüsse, gingen in Bochum drei der vier Schüsse aufs Tor auch hinein. Dabei hatte er gegen Soares beim 1:0 keine Chance und rettete gegen Lee hervorragend. Danach aber war er vor dem 2:0 gedanklich schon dabei schnell den Gegenstoß einzuleiten und vergaß darüber, den leicht aufzunehemenden Freistoß sicher festzuhalten.

Dass Dovedan und Hack bei dem Freistoß für eine szenische Darstellung zum 30-jährigen Jubiläum des Mauerfalls übten und eine klaffenden Lücke in der Zwei-Mann-Mauer ließen, gehört aber auch zur vollständigen Erzählung. Auch beim 3:0 machte Willert eine unglückliche Figur, da er getunnelt wurde. Allerdings kam der Schuss aus knapp sieben Metern Distanz und Wintzheimer war völlig unbedrängt, so dass man hier zumindest mildernde Umstände feststellen kann.

Dennoch entblödeten sich Teile des Bochumer Publikums nicht, den Debütanten mit „Fünfter Torwart, jeder weiß warum“ zu schmähen. Etwas, das Willerts Gegenüber Manuel Riemann mit vehementer Ansprache an seine Kurve unterband. Diese Aktion voller Menschlichkeit und Empathie sollte, ebenso wie der keineswegs selbstverständliche Tweet des VfL Bochum („Fehler passieren. Ob mit 18 oder 38. Kopf hoch und weiter machen, viel Erfolg für deine Laufbahn, Benedikt Willert!“) nach Spielende sollte das sein, woran man sich noch in mehreren Jahren erinnert, selbst wenn das Spiel aus Clubsicht eigentlich zum Vergessen war.

Was aus der Aufzählung der Torschüsse auch hervorgeht: Nach dem 3:0 hatte der VfL Bochum keinen Schuss mehr aufs Tor. Der FCN nach dem Treffer zum 3:1 allerdings auch nicht – Lohkempers Kopfball zum möglichen 3:2 fällt aus der Statistik, da der Schiedsrichter Abseits gesehen hatte. Das zeigt, dass der VfL nach der Pause tatsächlich größtenteils verwaltet hat und auf großes Drängen verzichtete. So lag der PPDA-Wert der Bochumer zwischen 46. Und 75. Minute auch nur bei 17, während er in den dreißig Minuten zuvor bei 6,93 gelegen hatte. Der Club verpasste es also auch, die Passivität der Bochumer für sich zu nutzen.

Abb. 3: Chancenspielfilm

3. Das Spiel war entschieden, als …

… Felix Lohkempers vermeintliches 3:2 wegen eines möglichen aktiven Eingreifens von Michael Frey zurückgepfiffen wurde. Ein 3:2 mit noch ungefähr 15 Minuten auf der Uhr hätte Bochum noch einmal unter Druck gesetzt, auch vor dem Hintergrund, dass die Gastgeber zu Hause bereits gegen Bielefeld und Karlsruhe sehr späte 3:3-Ausgleichstreffer hinnehmen hatten müssen. Stattdessen war die Luft aus der klitzekleinen Aufholjagd heraus. Die restliche Spielzeit plätscherte vor sich hin.

4. Das Fazit …

… hat Sportvorstand Robert Palikuca am Dienstagmittag der Öffentlichkeit mitgeteilt: Damir Canadi ist nicht mehr Cheftrainer des 1. FC Nürnberg. Es hat am Ende einfach nicht gepasst. Das lag, wie an den Personalentscheidungen in Bochum ersichtlich, auch Canadis Fehlern. Es lag aber nicht einzig und allein daran, sondern – und auch dafür ist Bochum exemplarisch – auch an Verletzungen und knappen Schiedsrichterentscheidungen.
So gesehen war das Spiel in Bochum auch nur zum Teil typisch für die kurze Amtszeit Canadis. Denn offensiv gelang dem Club deutlich weniger als in den Vorwochen. Auch das mag damit zusammenhängen, dass Johannes Geis eine tieferstehende Rolle einnehmen musste. In der Defensive aber war es bezeichnend, dass von den vier Bochumer Schüssen aufs Tor drei ins Tor gingen und dass man den Bochumern zu wenig Gegenwehr lieferte, sich zu schnell ausspielen ließ und die eigenen Geschwindigkeitsdefizite nicht in den Griff bekam.

Abb. 4: Ergebniswahrscheinlichkeiten

All das in den Griff zu bekommen, ohne die offensive Klasse der Mannschaft zu beschneiden, ihr aber gleichzeitig offensiv mehr Struktur zu geben, das ist nun das Aufgabenpaket des neuen Cheftrainers, der in den kommenden Tagen beim FCN gefunden werden soll. Erste Priorität muss dabei tatsächlich die Defensive haben, gelingt hier eine Verbesserung, ein Anfang wäre gemacht.

5. Die Stimmen…

Damir Canadi: „Wir sind natürlich sehr enttäuscht. Speziell in der ersten Halbzeit haben wir uns große individuelle Fehler geleistet, die uns mit 0:3 in Rückstand bringen. Wir hatten die erste Chance durch Frey. Danach verlieren wir vor dem ersten Gegentor den Zweikampf. Beim 0:2 war es desolat, wie sich zwei Mann in der Mauer wegducken. Da nehme ich unseren jungen Torhüter ausdrücklich in Schutz. Dann kam auch noch das 0:3 obendrauf. Die zweite Halbzeit war etwas besser, dennoch war es nicht zufriedenstellend, wie wir heute agiert haben.“

Thomas Reis: „„Man hat nach dem Spiel gemerkt, wieviel Druck von uns abgefallen ist. Es war wichtig, dass wir nach dem Bayern-Spiel eine weitere Reaktion zeigen. Wir kamen in den ersten Minuten nicht so gut rein, haben dann aber immer besser reingefunden und waren stark in den Zweikämpfen. Nach der Pause konnten wir nicht mehr so viele Nadelstiche setzen. Nach dem Abschlusstreffer war es ein bisschen schwammig, am Ende hatten wir es aber wieder im Griff.“

 

Abb. 5: Zweikampfmatrix

Hanno Behrens: „Wir kommen gut in die erste Hälfte, haben gute Chancen. Danach kriegen wir ein Gegentor. Dann haben wir eine Phase, wie wir sie oft in dieser Saison haben, da sind wir einfach nicht im Spiel. Ich weiß nicht, woran das liegt und warum wir diese Phasen haben. In der zweiten Hälfte sind wir drin, sind aktiv – da sieht man, dass wir es ja eigentlich können. Ich kann die Fans verstehen, die fahren lange hierher, da habe ich volles Verständnis, dass wir nach dem Spiel auf die ‚Fresse‘ kriegen. Sowas haben sie nicht verdient. Jetzt alles auf den Trainer zu schieben, kann man nicht. Wir sind ein Team, arbeiten alle zusammen. Die Erfolge sind nicht da, aber das am Trainer festzumachen, ist zu einfach. Da müssen wir uns als Mannschaft an die eigene Nase fassen.“

Danilo Soares: „Von der ganzen Mannschaft war es heute ein gutes Spiel, wir haben auch richtig stark Fußball gespielt. Fußball ist nicht so kompliziert. Wir haben gekämpft und die drei Punkte geholt, das war sehr wichtig für uns. Die Mentalität aus dem Bayernspiel haben wir genauso gebracht, daraus haben wir gelernt und heute hat es auch mit dem Sieg geklappt. Mein Tor ist schön, aber wichtiger sind die Punkte. Wir sind in einer schwierigen Situation und wollen nicht, dass das so bleibt. Jetzt gehen wir mit Vollgas in das Spiel gegen St. Pauli und versuchen, auch da drei Punkte zu holen.“

Asger Sörensen: „“Unsere Leistung war nicht gut, das wissen wir. Wir waren in der ersten Halbzeit zu passiv. Wir wollten tief stehen und kontern, doch dann ging Bochum in Führung. Ich kann nicht erklären, wie wir dann zusammenfallen. In der zweiten Halbzeit haben wir immerhin ein wenig Moral bewiesen. Da haben wir den Ball besser verlagert, machen auch fast noch das zweite Tor. Jetzt haben wir zwei richtig wichtige Spiele vor uns.“

Simon Lorenz: „Wir haben eine gute erste Halbzeit gespielt und drei Tore gemacht. Dann bekommen wir zwanzig Minuten vor dem Ende den Anschlusstreffer. Es ist klar, dass dann aufgrund unserer Vorgeschichte bei dem ein oder anderen die Gedanken in den Kopf kommen, dass es noch eng werden könnte. Doch ich finde, dass wir im Großen und Ganzen dann doch gut verteidigt haben und nicht so viele gute Chancen zugelassen haben. Wir hatten dann noch zwei Tore Vorsprung, sodass wir in den letzten Minuten nicht mehr zittern mussten.“

6. Die Statistik …

Bochum Nürnberg
Grundlagen
3 Tore (Elferschießen) 1
10 (4) Schüsse (aufs Tor) 9 (6)
411 (80,8%) Pässe (angekommen) 375 (79,4%)
52,2% Ballbesitz 47,8%
121 Ballverluste 100
3 Ecken 7
117,02 Laufleistung (in km) 114,63
11 Fouls 17
Advanced Metrics
1,69 xG 1,11
1,82 xP 0,92
8,91 PPDA 9,21
3,77 APPP 3,50
Auffälligkeiten
34 Angriffsphasen 33
83 Ballbesitzphasen 85
62 Ballbesitzphasen in geg. Hälfte 51
4 angek. tiefe Pässe 2
4 Pässe zu einem Abschluss 6
0 Kluge Pässe 0

*Alle Daten stammen von Wyscout. Ausnahme bildet die Laufleistung. Diese stammt von Opta. Benutzung der Daten von Wyscout unter der Journalistenlizenz des Anbieters. Bei den Zweikampfquoten von Wyscout ergibt sich nicht zwangsläufig 100%, da der Anbieter manche Duelle als „unentschieden“ wertet, bspw. wenn ein Duell gewonnen wird, der Ball aber im Zuge des gewonnenen Duells ins Aus oder zurück zum Gegner geht. Unter „expected goals“ sind die Tore, die statistisch auf Grund der abgegebenen Schüsse zu erwarten gewesen wären, zu verstehen. Die expected Points für das jeweilige Spiel ergeben sich folgerichtig aus den expected Goals. PPDA bezeichnet die zugelassenen Pässe pro Defensivaktion. Es ist eine Metrik, die anzeigt, wie hoch der Pressingdruck einer Mannschaft ist, je niedriger der Wert, desto weniger Zeit hat der Gegner am Ball. APPP (Average Passes per Possession) gibt an, wieviele Pässe die Mannschaft im Schnitt pro eigener Ballbesitzphase spielte. Pauschal gilt: Je höher der Wert, desto kombinationssicherer ist das Team. Mit „tiefen Pässen“ meint Wyscout Pässe, die innerhalb eines Radius von 20 Metern um das gegnerische Tor ankommen. Als „kluger Pass“ definiert Wyscout einen „Ball, der den Angriff der eigenen Mannschaft auf eine kreative Art und Weise entwickelt.“

7. Die Noten …

Spieler CU-Note Kicker NZ BILD WhoScored
Benedikt Willert 5 5 5 4,6/10
CU-Urteil: Auch wenn es weh tut. Die Leistung war natürlich an sich mangelhaft, da er bei zwei Toren mitverantwortlich ist. Dennoch sollte man die Parade gegen Lee herausheben und dass er nach den Fehlern in der Zweiten Halbzeit, wenn er mal am Ball war nicht fahrig wirkte.
Lukas Jäger 5 5 5 6,8/10
CU-Urteil: Bis zur Pause völlig überfordert mit Danny Blum, danach überraschenderweise sogar mit einigen Akzenten nach vorne. Dennoch insgesamt mangelhaft.
Lukas Mühl 5 5 5 6,4/10
CU-Urteil: Schläfrig vor dem 1:0, unglückliche Kopfballvorlage zu Lees Großchance, wirkt extrem verunsichert.
Asger Sörensen +4 3 4 7,5/10
CU-Urteil: Erzielte ein Tor, wirkte in der Luft präsent, allerdings muss er beim 3:0 näher an Wintzheimer stehen.
Fabian Nürnberger 4- 4 4 -/10
CU-Urteil War bemüht nach vorne Impulse zu setzen, scheiterte aber meist. Defensiv gegen Lee beschäftigt, aber nicht chancenlos.
Nikola Dovedan 5- 6 5 5,9/10
CU-Urteil: Drei von sieben Pässen zum Mann, sieben Ballverluste. Trat fast nie in Erscheinung. Zur Pause zurecht ausgewechselt.
Johannes Geis +5 4 4 7,6/10
CU-Urteil: In der ersten Halbzeit weitgehend ein Totalausfall auf der Sechs. Vor dem 1:0 einfach ausgespielt, dazu kaum präsent, kam vor dem 3:0 nicht hinterher. Nach der Pause mit Assist und deutlich verbessert, weil weiter vorn. Dennoch „mangelhaft, da die erste Halbzeit spielentscheidend war.
Hanno Behrens 5 5 5 6,1/10
CU-Urteil: Wirkte nicht sonderlich agil und seltsam gehemmt. Sorgte so kaum für Struktur.
Robin Hack 5 4 5 6,5/10
CU-Urteil: Nach quirligem Beginn kaum mehr in Erscheinung getreten.
Sebastian Kerk 5- 6 5 6,1/10
CU-Urteil: Ein gewonnener Zweikampf in fünf Versuchen, fünf Ballverluste. Der Arbeitsnachweis in 45 Minuten liest sich rundum negativ. Auch der Augentest sieht das so.
Michael Frey 4 5 4 6,9/10
CU-Urteil: Mit einer Großchance zu Beginn des Spiels, danach sehr bemüht und überall zu finden, aber ohne rechtes Durchsetzungsvermögen.
Iuri Medeiros 4- 4 5 6,6/10
CU-Urteil: Schöne Flanke zum Abseitstor von Lohkemper, Second Assist vor dem 3:1. Tat sich generell aber schwer sich auf dem Flügel durchzusetzen.
Felix Lohkemper 3 3 3 6,3/10
CU-Urteil: Belebendes Element im Sturm. Hatte zwei gute Chancen, von denen eine durch Freys Abseitsstellung zunichte gemacht wurde.
Mikael Ishak 6,0/10
CU-Urteil: Agierte in den letzten zehn Minuten als zweite Spitze, war völlig wirkungslos.

14 Gedanken zu „Analyse: Positionsfremd in den Untergang #FCN #BOCFCN

  • Ich habe nie verstanden, warum man aus einer Baustelle vier machen will…

    Und das zieht sich durch die gesamte kurze Amtszeit von Canadi. Ja, er musste immer wieder auf Spieler verzichten, aber erst durch sein ständiges Herumdoktern wird daraus ein Problem. Bis auf den Torhüter und den Rechtsverteidiger hätte man 1:1 die Mannschaft bringen können, die noch unsere besseren Spiele abgeliefert hat. Die Personalsituation kann für Canadi keine Ausrede sein.

    Für mich eine Niederlage mit Ansage – gerade weil uns schon das Kaiserslautern-Spiel gezeigt hatte, dass mit kleinen Änderungen schon das bisschen Stabilität, das wir haben, flöten geht.

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    Antwort
  • Die „szenische Darstellung zum 30-jährigen Jubiläum des Mauerfalls“ hat meinen Tag gerettet. Danke Florian 😉

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    Antwort
    • genau dashab ich mir gerade auch gedacht, diese Formulierungen machen die unerfreulichsten Analysen immer wieder zum Lesegenuss.

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      Antwort
  • Zitat aus dem Text;

    „Damir Canadi ist nicht mehr Cheftrainer des 1. FC Nürnberg. Es hat am Ende einfach nicht gepasst. Das lag, wie an den Personalentscheidungen in Bochum ersichtlich, auch Canadis Fehlern. Es lag aber nicht einzig und allein daran, sondern – und auch dafür ist Bochum exemplarisch – auch an Verletzungen und knappen Schiedsrichterentscheidungen.“

    Fragen in die Runde:

    1) Canadi hat in Bochum – so die Lesart des Textes – die Mannschaft auf mehreren Positionen falsch aufgestellt. Welche Aufstellung wäre die richtige gewesen?

    2) Die Fehler Canadis, Verletzungen von Spielern und knappe Schiedsrichterentscheidungen zu Ungunsten des FCN sind – so die Lesart des Texts – die Ursachen für die sportliche Misere. Entbinden diese Faktoren die Spieler als handelnde – und letztlich (spiel)entscheidende – Größen von Verantwortung? Liegt die Leistung eines Spielers (genauer: eines Berufspielers) in erster Linie im Verantwortungsbereich des Trainers? Ist – um nur zwei Beispiele zu nennen – Canadi dafür verantwortlich zu machen, dass Erras Mathenia überköpft, dass Spieler die Arbeit einstellen, weil ein Linienrichter die Fahne hebt, dass Frey in Aue den Elfmeter verschießt, dass Frey in Bochum das 1:0 nicht macht…

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    • Bei 1) meinte er wohl zb. Jäger als rechter Verteidiger, der dafür zu langsam ist angeblich, und Geis der als 6er nicht so geeignet ist weil er keine aktive Zweikampfführung hat.
      Kerk auch fraglich auf der Position. usw. usw.

      2) …muss ich mir erst durchlesen 🙂

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      Antwort
    • Ich will eigentlich nur was zu 2) sagen, weil zu 1) hab ich mich ja explizit und implizit im Text geäußert.

      Ich finde, dass Deine Lesart (nicht die Lesart, wie Du es formulierst, denn die Lesart, das weiß auch ein Linguist, denn er ist ja Germanist, gibt es nicht) da ein wichtiges Wort unterschlägt, das Wort „auch“. Es lag „auch“ an Canadis Fehlern, es lag „auch“ an Verletzungen und Schiedsrichterentscheidungen. Es lag aber „auch“ an den Fehlern der Spieler auf dem Platz, die im Text (nicht aber Fazit, das ist korrekt) ja auch ad nauseam beschrieben werden.

      Dennoch finde ich die Argumentationslinie interessant: Kann man denn, wenn man diese Argumentation konsequent zu Ende denkt, den Trainer eigentlich je in die Verantwortung nehmen? Er steht ja nicht auf dem Platz und Tore passieren immer durch Fehler, ohne Fehler ginge jedes Spiel 0:0 aus, manche tun das sogar mit Fehlern. Daher die Gegenfrage: Ab wann ist denn der Trainer verantwortlich (nicht alleinverantwortlich, es ist kein Input-Output-Verfahren, wo nur einer alles allein tut) für das, was die Spieler auf dem Platz treiben?

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      Antwort
    • 1. „Mach‘s doch besser“ bzw. („Kannst du’s besser?“) ist irgendwie keine besonders erwachsene Art der Kritik. Der Text zeigt schlüssig auf, warum die von Canadi gewählten Lösungen falsch waren. Die Unfähigkeit bessere Lösungen aufzuzeigen, so sie denn vorhanden ist, entwertet nicht die Schlüsse des Texts.
      2. Man kann doch nicht von einem sportlich Verantwortlichen sprechen, aber dann ihn nicht zur Verantwortung ziehen… Natürlich bauen die Spieler auch Bockmist, behauptet hoffentlich ja auch keiner was anderes. Unter nem Text, der Spielern vorwirft, sie hätten mit ihrer Freistoßmauer eine „szenische Darstellung zum 30-jährigen Jubiläum des Mauerfalls“ vorgeführt, letztlich zu schreiben, dass die Fehler der Spieler nicht thematisiert werden, empfinde ich in guter Lesart als schlampig gelesen und in schlechter als unfair.

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      1
      Antwort
  • Zudem kommt dass in mittlerweile 14 Pflichtspielen mit Pokal, es kein einziges gab daß er mit seinen Wechseln positiv beeinflussen konnte. Bei anderen Trainern werden das häufig sogar noch Matchwinner. Auch wenn das Pech zuletzt schon extrem war, es gab 11 Spiele davor auch noch. In meinen Augen war max. 1 gutes Spiel bei den 12 Spielen in der 2. Liga dabei. Etwas wenig für das, was er im Sommer alles an Vision ankündigte.

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  • Geis auf die 6 und Erras (und lt Kicker Petrak??!??) auf der Bank sitzen zu lassen, das ist aber schon echt krass falsch. Handwerker oder Nürnberger auf die rechte Aussenposition, dann hätte er tatsächlich nur den rechten Verteidiger und den Torwart tauschen müssen. Der Trainerwechsel kommt wirklich fast zu spät.
    Eine Überlegung wäre auch statt Mühl, der sichtliche Probleme hat, Erras (oder Petrak) in die Innenverteidigung zu ziehen.
    Was hat der nur gemacht? Da kann man nur den Kopf schütteln.
    Hoffentlich kommen wir aus dem Schlamassel wieder heraus. Das erinnert alles sehr an den Absturz von Ingolstadt neulich. Die gingen auch mit einem für 2. Ligaverhältnisse guten Kader völlig unter und in die 3. Liga.
    Schönspielend in den Abgrund.

    Ich bin ja gespannt, welche Rolle Jäger beim neuen Trainer bekommt.

    6

    1
    Antwort
    • Canadi hat Mühl nie Selbstvertrauen gegeben, ich glaube er kann es auch viel besser, hat er ja schon bewiesen. Spieler sind keine Maschinen und brauchen schon den Rückhalt, ihn hat Canadi ja gleich zu Saisonbeginn rasiert, klar kam er nie richtig in die Spur. Du hast dann so ein Gefühl der Trainer wartet nur auf jeden Fehler von dir.

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      Antwort
    • „Ich bin ja gespannt, welche Rolle Jäger beim neuen Trainer bekommt.“

      Ja, generell bin ich gespannt, wie Mintal das Team aufstellt. Canadi neu motivieren? (…ein letzter Kalauer…) Wird Jäger auch bei Mintal spielen oder war das wirklich nur ein Spleen von Canadi? Generell muss man immerhin zugeben, dass Jäger nie der schlechteste war und seine Aggressivität das Team unter Canadi gebraucht hat. Natürlich gibt es fußballerisch bessere…

      Gibt es eine Rückkehr von Erras oder Petrak?

      btw. hat Mintal eigentlich noch mit Petrak zusammengespielt oder haben die sich knapp „verpasst“?

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      1
      Antwort
      • Die haben sich um etliche Jahre verpasst. Mintal hat im Mai 2011 zuletzt für den Club in der Bundesliga gespielt, Petrak kam erst im Januar 2014. Selbst als Mintal nach seiner Zeit in Rostock in der Saison 2012/13 nochmal für den „kleinen Club“ in der Regionalliga gespielt hat, war Petrak noch nicht da.

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        Antwort
      • Ich finde auch Jäger hat ein Element eingebracht, dass uns manches mal gefehlt hat, dieses den Gegner richtig stressen, nicht locker lassen. Eifer kann man ihm nicht absprechen. Es ist wohl ganz schwer zu sagen, welche Vorstellungen ein zukünftiger Trainer hat. Also gegen Bielefeld erwarte ich einfach mal ein Spiel ohne Pleiten, Pech und Pannen sondern auf Augenhöhe über 90 Minuten. Bielefeld kommt natürlich mit viel Selbstbewußtsein und wir haben derzeit wohl nicht so viel davon. Aber da muss sich die Mannschaft jetzt herauskämpfen und wieder mehr Selbstbewußtsein bekommen. Damit könnten sie im nächsten Spiel anfangen. ( mit oder ohne Anfang 🙂

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        Antwort
  • ER ist weg. Gott sei Dank. Der Mann mag ein guter Trainer sein – zum Club passte er wie eine Faust aufs Auge.
    Der Club braucht einen Trainer der mit den Verhältnissen der 1. Und 2. Bundesliga vertraut ist.
    Aber darauf kommt ja ein Sportvorstand wie unserer ja nicht. Hier wird wieder viel Geld verbraten das wir eigentlich nicht haben. Der Mann muß auch weg! Überhaupt braucht der Club eine völlig andere Führungsstruktur. Was in den letzten Jahrzehnten in und um den Verein abgegangen ist spottet jeder Beschreibung

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