Analyse: Effizienz und Organisation #FCN #FCNSVS

Analyse zu 1. FC Nürnberg – SV Sandhausen 2:0 (1:0) – Der Club ist effizient, Sandhausen nicht
1. Die Grundordnung
2. Der Schlüssel zum Spiel
3. Das Spiel war entschieden, als
4. Das Fazit
5. Die Stimmen
6. Die Statistik
7. Noten

1. Die Grundordnung…

Abb. 1: Startformation

… war hinsichtlich der Formation eine leichte Veränderung. Nominell agierte der FCN nämlich in einem 4-1-4-1 mit Geis auf der Sechs und Fabian Nürnberger, der für Adam Cerin in die Startelf gekommen war, und Hanno Behrens auf der Acht. (Abb. 1) Allerdings spielte Nürnberger insgesamt etwas tiefer als Behrens, so dass man realtaktisch wohl eher von einem 4-3-3 oder einem asymmetrischen 4-3-2-1 sprechen könnte. Wobei die Nomenklatur letztlich eben nur eins ist: Zahlenspielerei.

Wichtiger waren die personellen Veränderungen, die Jens Keller im Vergleich zum 1:4 in Hamburg vorgenommen hatte. Aus der Viererkette vom Donnerstag blieb nur Dinos Mavropanos übrig. Für Lukas Mühl spielte Oliver Sorg, für Tim Handwerker, der leichte Wadenprobleme hatte, Philip Heise und für Georg Margreiter, der mit Rückenproblemen ausfiel, Asger Sörensen. Der Stabilität der Abwehrreihe tat dies gut, auch weil Sorg einen ordentlichen Tag erwischte, an dem er jedes Defensivduell für sich entscheiden konnte.

Die Formation änderte sich bis zur 77. Minute nicht, dann flog Michael Frey nach übereifrigem Einsatz im Sandhäuser Strafraum vom Platz. Danach löste Keller die Sechs auf, Geis rückte neben Behrens ins zentrale Mittelfeld, Nürnberger auf die linke Außenbahn und Hack ins Sturmzentrum. Im Laufe der letzten Spielminuten folgten dann drei Wechsel. Erst kam Zrelak für Schleusener, was hieß, dass Hack auf die rechte Außenbahn wechselte und Zrelak in die Spitze. Danach kamen positionsgetreu Kerk für Hack und Geis auf Erras. Ab dem Platzverweis stand der FCN deutlich tiefer als im Rest der zweiten Halbzeit. Die Formationslinie rutschte von 53 Meter vor dem eigenen Tor auf 37.

2. Der Schlüssel zum Spiel …

Abb. 2: Realtaktische Aufstellung

… war die Effizienz des FCN vor dem Tor. Der Club hatte zwei Abschlüsse innerhalb des Gästestrafraums, die aufs Tor kamen. Beide waren im Tor. Robin Hacks 2:0, das mit einem xG-Wert von 0,31 zu Buche schlägt, zeigt übrigens sehr schön die Schwächen des Ansatzes: Der Wert entsteht erst nach Abschluss der technisch extrem anspruchsvollen Aktion, in dem Moment, in dem Hack aufs Tor schießt. Die Wahrscheinlichkeit, dass es nach Geis’ Zuspiel überhaupt zu diesem Abschluss kommt, wird in die 31% nicht eingepreist.

Gleichzeitig steht die Effizienz des FCN auch in starkem Kontrast zu der des SV Sandhausen. Die Gäste hatten nämlich 16 Schüsse, von denen aber nur zwei Schüsse, die aufs Tor kamen (Behrens‘ Kopfball nach einer Ecke und Paqaradas Elfmeter). Alle anderen Versuche wurden abgeblockt oder gingen daneben. Das heißt in 95 Minuten schafften die Gäste aus dem Spiel heraus keinen einzigen Abschluss aufs Tor des Clubs.

Das lag auch an der guten defensiven Organisation des FCN, der sich phasenweise sehr weit zurückzog und dem SVS Ballbesitz in den ungefährlichen Zonen anbot. Das zeigt sich dann auch daran, dass Sandhausen von seinen 31 Positionsangriffen nur fünf mit einem Schuss abschließen konnte und von den 126 Ballbesitzphasen nur 20 im gegnerischen Strafraum endeten. Eingedenk dessen, dass fünf davon nach Ecken entstanden, zeigt sich wie konzentriert der Club über das Spiel hindurch verteidigte.

Abb. 3: Chancenspielfilm

Selbst spät im Spiel, als man sich hinten reindrücken ließ, da man ein Mann weniger war, konnte Sandhausen – zugegebenermaßen teils aus eigenem Unvermögen – nicht zum Abschluss aufs Tor kommen. Dazu trug auch bei, dass die Nürnberger Viererkette im gesamten Spiel nur zwei Defensivzweikämpfe am Boden verlor.

3. Das Spiel war entschieden, als …

… Türpitz nach einem quergespielten Freistoß von Engels über den Ball schlug. Dass man diese gefühlte Entscheidung trotz eines 2:0 erst in der dritten Minute der Nachspielzeit ansetzt, lässt letztlich tief blicken. Zu oft verspielte der Club in dieser Saison auch spät noch sichere Vorsprünge.

Gleichzeitig dürfte man realistisch gesprochen die Entscheidung wahrscheinlich so um die 87. Minute terminieren, als die unzähligen Flanken der Sandhäuser keine oder nur harmlose Abnehmer fangen. Vorentscheidend war aber sicher, dass Christian Mathenia den Elfmeter von Leart Paqarada in der 65. Minute hielt.

4. Das Fazit …

… ist derzeit bei jedem Sieg gleich: Hauptsache gewonnen. In der derzeitigen Situation zählen nur Punkte, daher lässt sich auch über Spielweisen und Ansätze in der Entwicklung erst nachrangig sprechen. Dennoch kann man durchaus die Defensivleistung des FCN hervorheben. Freilich war auch diese nicht perfekt, da Sandhausen immer noch oft in Richtung Tor schießen konnte. Dass sie aber aus dem Spiel gar keinen Ball aufs Tor von Christian Mathenia brachten, ist durchaus nicht nur Sandhäuser Unvermögen geschuldet.

Abb. 4: Ergebniswahrscheinlichkeiten

Gleichzeitig fiel im Offensivspiel auf, dass die langen Zuspiele im Vergleich zu allen anderen Spielen deutlich häufiger und besser ankamen. 69% Passquote bei langen Pässen hatte der Club in der gesamten Saison noch nicht. 71% Passquote bei Bällen ins Angriffsdrittel seit dem 2:2 gegen den 1. FC Heidenheim im vergangenen August nicht mehr. Geschuldet ist dies auch der Tatsache, dass die beiden Innenverteidiger von 15 langen Bällen 14 an den Mann brachten und jedes Zuspiel ins Angriffsdrittel von Sörensen und Mavropanos zu einem Mitspieler kam.

Das bedeutet nicht, dass in der Offensive alles großartig war. Zweikämpfe mit dem Ball gewann der Club sieben von 37. Heise war der einzige Clubspieler, der mehr Duelle mit dem Ball am Fuß gewann als verlor. Etwas, das aus einer globalen Zweikampfquote übrigens nicht herauszulesen wäre. Auch, dass der Club nur drei Schüsse aufs Tor zustande brachte – neben den beiden Toren noch Geis‘ frecher Freistoß aufs kurze Eck aus 30 Metern – zeigt, dass man durchaus noch offensiv etwas verbessern kann – trotz Effizienz.

An erster Stelle stehen aber natürlich die drei Punkte, diese sorgen zum einen für einen gewaltige Sprung in der Tabelle. Sie stellen aber auch eine schnelle Korrektur des negativen Eindrucks vom Donnerstag dar. So gesehen war der Sieg sowohl tabellarisch als auch psychologisch wichtig. Sollte nun sogar noch eine spielerische Entwicklung folgen, man könnte eventuell sogar leichten Optimismus fassen.

5. Die Stimmen…

Abb. 5: Passquote nach Abschnitten

Jens Keller: „Die letzten Tage waren nicht ganz so einfach. Was die Mannschaft heute geleistet hat, wie sie marschiert ist und alles reingeworfen hat, war klasse und macht mich stolz. Wir haben vor allem gegen den Ball gut verteidigt. Mathenia holt in Halbzeit eins auch einen Kopfball sensationell raus. Und für Philip Heise freut es mich, dass er bei seinem Debüt gleich ein Tor vorbereitet. Wenn wir das 3:0 noch machen, dann wäre es endgültig entschieden gewesen. Für uns war es nur ein erster Schritt, wir werden den Schwung hoffentlich nach Osnabrück mitnehmen.“

Uwe Koschinat: „Kompliment und Glückwunsch an den FCN. Ich habe heute eine sehr überzeugende Nürnberger Mannschaft gesehen, die die Situation zu 100 Prozent angenommen hat. Wir hatten eigentlich in der ersten Halbzeit in vielen Phasen eine gute Spielkontrolle, haben unsere eigenen Situationen nicht gut abgesichert und nicht die absolute Durchschlagskraft nicht in den Strafraum gebracht. Ein Konter hat es dann nach der Pause entschieden. Leider muss ich heute von einer verdienten Niederlage sprechen.“

Asger Sörensen: „Die Erleichterung ist sehr groß. Wir sind sehr glücklich. Jeder hat sich heute reingeschmissen und gekämpft. Es geht nur über den Willen. Es ist schön, drei Punkte einzufahren. Wir haben nach Hamburg nicht viel darüber gesprochen, sondern den Fokus auf Sandhausen gelegt. Ganz wichtig war auch der gehaltene Elfmeter. Das sind Momente, die die Spiele entscheiden. Heute lief alles optimal.“

Mikayil Kabaca (sportlicher Leiter SV Sandhausen): „In der ersten Halbzeit haben wir es eigentlich sehr ordentlich gespielt, leider ist Nürnberg dann aus dem Nichts mit 1:0 in Führung gegangen. Danach haben wir die Partie wieder beherrscht und viele Torchancen herausgespielt. Nach dem 2:0 kam für mich die Schlüsselszene mit dem verschossenen Elfmeter, wir konnten in der Folge nichts zwingendes mehr nachlegen.“

Christian Mathenia: „Der Elfmeter war wichtig, aber auch die Grätsche von Dinos danach. Das sind Anzeichen, dass heute ein guter Tag ist. Wir haben leidenschaftlich und kämpferisch alles reingebracht, was es braucht, um die Punkte hierzubehalten. Die Mannschaft hat gut gefightet und was die Physis anging auch ein anderes Gesicht als noch in Hamburg gezeigt. Nichtsdestotrotz müssen wir gucken, wie wir uns noch spielerisch verbessern können.“

Jürgen Machmeier (Präsident SV Sandhausen): „Ich bin der Überzeugung, dass wenn uns beim Elfmeter der Anschlusstreffer gelungen wäre, wir mindestens einen Punkt hätten mitnehmen können. Wir haben manchmal vielleicht auch etwas zu oft versucht die Situationen spielerisch zu lösen, anstatt den direkten Abschluss zu suchen. Wir hatten zwar heute mehr Torchancen als der Gegner, haben aber dennoch verdient verloren.“

6. Die Statistik …

Nürnberg Sandhausen
Grundlagen
2 Tore 0
12 (3) Schüsse (aufs Tor) 16 (2)
280 (78,9%) Pässe (angekommen) 454 (81,1%)
41,1% Ballbesitz 58,9%
106 Ballverluste 104
3 Ecken 9
108,1 Laufleistung (in km) 107,0
11 Fouls 10
Advanced Metrics
0,81 xG 2,03
0.5 xP 2.3
10,45 PPDA 5,86
2,52 APPP 3,60
Auffälligkeiten
44,9 (38/49/38/52/53/37) Formationslinie (m) (1-15/16-30/31-45+/46-60/61-75/76-90+.) 60,2 (58/57/67/52/62/64)
111 Ballbesitzphasen 126
27 Angriffsphasen 46
8 Angriffsphasen mit Abschluss 12
19 (14) Pässe in den Strafraum (angekommen) 25 (16)
10 (9) “tiefe Pässe“ (angekommen) 9 (8)
59% Zweikampfquote gegen den Ball 81%
19% Zweikampfquote mit dem Ball 41%
45% Zweikampfquote in der Luft 55%

*Alle Daten stammen von Wyscout. Ausnahme bildet die Laufleistung. Diese stammt von Opta. Benutzung der Daten von Wyscout unter der Journalistenlizenz des Anbieters. Bei den Zweikampfquoten von Wyscout ergibt sich nicht zwangsläufig 100%, da der Anbieter manche Duelle als „unentschieden“ wertet, bspw. wenn ein Duell gewonnen wird, der Ball aber im Zuge des gewonnenen Duells ins Aus oder zurück zum Gegner geht. Unter „expected goals“ sind die Tore, die statistisch auf Grund der abgegebenen Schüsse zu erwarten gewesen wären, zu verstehen. Die expected Points für das jeweilige Spiel ergeben sich folgerichtig aus den expected Goals. PPDA bezeichnet die zugelassenen Pässe pro Defensivaktion. Es ist eine Metrik, die anzeigt, wie hoch der Pressingdruck einer Mannschaft ist, je niedriger der Wert, desto weniger Zeit hat der Gegner am Ball. APPP (Average Passes per Possession) gibt an, wieviele Pässe die Mannschaft im Schnitt pro eigener Ballbesitzphase spielte. Pauschal gilt: Je höher der Wert, desto kombinationssicherer ist das Team. Mit „tiefen Pässen“ meint Wyscout Pässe, die innerhalb eines Radius von 20 Metern um das gegnerische Tor ankommen. Als „kluger Pass“ definiert Wyscout einen „Ball, der den Angriff der eigenen Mannschaft auf eine kreative Art und Weise entwickelt.“

7. Die Noten …

Spieler CU-Note Kicker NZ BILD WhoScored
Christian Mathenia 2 2 2 2 7,5/10
CU-Urteil: Guter Rückhalt. Eine gute Parade gegen Behrens, ein gehaltener Elfmeter, den er allerdings auch selbst verschuldete.
Oliver Sorg 3 3 3 4 7,0/10
CU-Urteil: Machte die Sache weitgehend ordentlich ohne zu glänzen. Manchmal im Abspiel noch etwas fahrig.
Dinos Mavropanos +2 2 2 2 8,2/10
CU-Urteil: Starke Präsenz im Zweikampf und im Aufbau. Gedankenschnelle Blocks und Grätschen. In dieser Form ein Gewinn.
Asger Sörensen 3- 4 3 4 7,0/10
CU-Urteil: Kleinere Wackler im Stellungsspiel und in den Duellen. Dafür im Aufbau ordentlich
Philip Heise +3 3 3 3 7,2/10
CU-Urteil Schöne Vorlage zum 1:0. Defensiv manchmal nicht ganz richtig sortiert, insgesamt aber ordentliches Debüt
Johannes Geis +3 3 3 3 7,9/10
CU-Urteil: Defensiv immer noch keine Offenbarung, dafür mit einigen schönen tiefen Bällen wie vorm 2:0.
Robin Hack +3 2,5 2 2 7,2/10
CU-Urteil: Großartiges Tor zum 2:0. Vergab eine gute Chance zum 3:0. Um Tempo und Dribblings bemüht, aber nicht immer effektiv
Hanno Behrens +4 4 4 4 6,5/10
CU-Urteil: Etwas unpräzise im Abspiel und in den Duellen, dafür aber mit viel Engagement.
Fabian Nürnberger 3- 3 3 3 7,1/10
CU-Urteil: In Aufbau und Abspiel sehr sicher, dafür in der Rückwärtsbewegung oft mit unorthodoxer Zweikampfführung.
Fabian Schleusener 4 4 4 4 7,0/10
CU-Urteil: Gedanklich oft langsam. Gerade in der Ballverarbeitung. Dafür in der Rückwärtsbewegung mit vielen gewonnenen Duellen, sofern er in sie kam.
Michael Frey 3- 3,5 3 3 7,3/10
CU-Urteil: Abzug für den übermotivierten Einsatz der zum Platzverweis führte. Pluspunkt fürs Tor. Sonst unermüdlicher Arbeiter, aber ohne letzte Präision.
Adam Zrelak 5,9/10
CU-Urteil: Kam nach 84 Minuten für Schleusener. Mehr ist nicht zu sagen.
Sebastian Kerk 6,0/10
CU-Urteil: Kam nach 87 Minuten für Hack. Mehr ist nicht zu sagen.
Patrick Erras 5,9/10
CU-Urteil: Kam nach 90 Minuten für Geis. Mehr ist nicht zu sagen.

23 Gedanken zu „Analyse: Effizienz und Organisation #FCN #FCNSVS

  • „Sollte nun sogar noch eine spielerische Entwicklung folgen, man könnte eventuell sogar leichten Optimismus fassen.“
    Was immer Du genommen hast – ich will auch was davon 😉

    Hier hast Du Dich noch mehr in meiner Lebenswelt bewegt:
    „3. Das Spiel war entschieden, als …
    … Türpitz nach einem quergespielten Freistoß von Engels über den Ball schlug.“

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  • Super Analyse wie immer.
    Hast du auch eine Erklärung warum wir bei gegnerischen Eckbällen oft sehr unsicher wirken?
    Stehen unsere doch großgewachsenen Verteidiger falsch? liegt es am Tormann?
    Ich verstehe auch nicht warum nicht immer ein Stürmer an der Mittellinie wartet und gegnerische Spieler bindet.

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  • Danke mal wieder für die ausführliche Analyse.

    Die advanced metrics verursachen bei mir jedoch etwas stirnrunzeln, lassen diese doch auf ein komplett anderes Fazit schließen als die persönlichen Eindrücke bzw. der allgemeine Tenor – vielmehr ein höchst glücklicher als ein verdienter Sieg.
    Klar hat der vergebene Elfmeter einen großen Anteil daran, dass das Spiel so ausgegangen ist, geht aber mit einem entsprechend großen Wert in den xG-Wert ein. Aber lt. Chancenspielfilm hatte Sandhausen allein in der ersten Hälfte drei große Chancen, von denen ich mich überhaupt an eine einzige erinnern kann, nämlich Behrens Kopfball nach der Ecke fast direkt nach unserer Führung. Es müsste aber demnach auch rund um die 31. und 42. Min rum große Chancen für Sandhausen gegeben haben, an die ich mich nicht wirklich erinnern kann, und die auch in keinem Bericht oder liveticker auftauchen (der kicker liveticker erwähnt einen geblockten Schuss von Bouhaddouz in der 40. Min, evtl. bezog sich die eine Chance darauf).

    Weiß jetzt nicht, ob es einfach so ist, dass es im Prinzip gute Einschussmöglichkeiten waren, die aber einfach nicht in gefährliche Torschüsse umgesetzt oder geblockt wurden oder was auch immer. Der Schuss von Bouhaddouz war ja etwa vom Elfmeterpunkt aus, hatte aber praktisch keine Aussichten, in dem Gewusel tatsächliche aufs Tor zu kommen.
    Auch in der zweiten Hälfte muss Sandhausen demnach eine gute Gelegenheit quasi zur selben Zeit wie unsere große Doppelchance von Geis und Hack zum 3:0 gehabt haben, die mir nicht geläufig ist und auch in keinem Bericht erwähnt wird…

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  • Die vier Chancen in der ersten Halbzeit sind die beiden Kopfbälle von Behrens und Paurevic nach Ecken (16., 17.), das Ding von Bouhaddouz, das Mavropanos zur Ecke abwehrt und ein sehr zentraler, freier Kopfball von Behrens, der aber recht klar vorbei geht. Ich hatte das auch alles nicht als so gefährlich im Kopf, aber wenn man sich’s anschaut, sind das schon relativ freie und zentrale Gelegenheiten, die aber Sandhausen sehr kläglich vergab, so dass sie nicht auffielen. Ähnliches gilt für das in der zweiten Halbzeit, da kommt Bouhaddouz recht frei (aber mit leichter Rücklage, deshalb nicht ganz so hoher Wert) zum Kopfball und setzt ihn neben die Kiste. Das ist eh auffällig, außer dem Schuss von Bouhaddouz sind alle gefährlichen Chancen Kopfbälle gewesen. Das ist auch letztlich eine Frage des Systems der xG, n anderer Anbieter hat das Spiel mit 1,8 zu 1,5 für den FCN gesehen, weil das Tor und die Chance von Hack hochwertiger bewertet hat, dafür aber Kopfbälle grundsätzlich mit einem größeren Malus versieht als Wyscout. Das ist alles nicht so ganz eindeutig, das System ist ja letztlich auch noch frisch, manchmal kommt da je nachdem ob man einen Spotter (also eine trainierte Person) oder eine Schussdatenbank verwendet, sehr unterschiedliches heraus.

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    • Fazit des Kicker-Livetickers zur Halbzeit:
      Der Club führt glücklich.

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      • Der Kicker sieht aber auch oft ganz andere Spiele als ich und ist alles andere als unfehlbar. Vom Stadionsitz im 16er Block auf Höhe der Mittellinie sah das Spiel weder nach einem glücklichen Clubsieg aus (vgl. Aussagen des Sandhäuser Trainers und Chefs) noch danach, als ob wir den Clubbus vors Tor gestellt hätten.

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    • Das Hauptproblem dabei ist sicherlich, dass beim Zuschauer v.a. hängen bleibt, wie gefährlich es am Ende dann geworden ist und viel weniger, wie aussichtsreich die Schussposition war.

      Bei Wyscout zählt an allererster Stelle (oder alleinig?) der Ort des Abschlusses sowie die Art (Fuß oder Kopf), und es wird nur anhand von Statistiken herausgegeben, wie oft ein Abschluss von dort erfolgreich ist, ist das so richtig? Wird dabei auch beachtet, ob man freie Schussbahn hat? Inwiefern wird dabei beachtet, wie gut der Spieler zum Abschluss kommt, also wird er bedrängt, wie kommt er zum Ball, hat er nen guten Stand oder Rücklage oder irgendwas, wie gut ist der Ball zu nehmen, gerade bei Flanken spielt es ja auch eine große Rolle, von wo sie getreten wird, ob zum Tor hin oder weg, eher niedrig oder sehr hoch… Bei deinem statistisch mittels Datenbank funktionierenden Systems stelle ich mir das eher schwierig vor, bei einem Spotter-System kann es dann eher schwierig sein, auszublenden, was der Spieler im Endeffekt draus macht, damit man sich dann insbesondere nicht zu sehr vom Ergebnis beeinflussen lässt. Insgesamt ist hier das Problem, dass sich die Bewertung stärker aufgrund dieser Art von Vorurteilshaftigkeit grundsätzlich in Richtung des tatsächlichen Ergebnisses orientiert und näher dran liegt als ein statistisches System. Wie war das hier, war das andere System mit 1,8:1,5 dann so ein Spotter-System?

      Unabhängig von einer „verdient oder unverdient“-Diskussion suggerieren die Wyscout-Daten ja, dass man defensiv längst nicht so stabil war, wie es den Anschein hatte und man gleichzeitig selber kaum zu guten Einschussmöglichkeiten gekommen ist. Und folglich sich auch lang nicht so viel verbessert hätte.

      Da muss man dann eher hoffen, dass hier die Wyscout-Daten nicht so gut passen und auf eher unpassenden Erfahrungswerten basieren. Aber es stimmt schon, sowas wie der Kopfball von Behrens sind schon dicke Gelegenheiten aus denen man eigentlich mehr machen muss.

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  • Mir ist folgendes aufgefallen:
    – Schleusener war sehr neben sich und stand oft völlig falsch und hatte falsche Laufwege. Den hätte ich als Trainer ermahnt und auch schon früher runtergenommen.
    – Sorg hatte einen guten Tag erwischt, Heise deutet an, daß er eine Verstärkung sein kann und Mavropanos könnte ein Transfer-Volltreffer werden
    – Nach wie vor haben wir Probleme mit dem defensiven Mittelfeld. Wir hatten halt Glück, daß die Sandhäuser das nicht nutzen konnten. Ich kann mich an einige Verlagerungen der Kurpfälzer auf die Sorg+Schleusener-Seite erinnern, wo dann, bei normaler Spielweise, ein bis zwei Gegner samt Ball frei durchgewesen wären. Schleusener stand falsch, hatte dann zwei Gegner gegen sich, Sorg hätte überspielt werden können und aus unseren defensiven Mittelfeld rückte niemand entsprechend auf außen zur Verstärkung+Absicherung raus. Ich vermute, die Entstehung des Elfmeters fand aus genau so einer Situation heraus statt.
    – Das Duell Nauber gegen Frey ging klar an Frey. Das war für mich ein Schlüssel für die zum Großteil herrschende Harmlosigkeit der Sandhäuser, damit wurde einer deren defensiven Spieler immer noch zusätzlich gebunden, was unsere Probleme im Mittelfeld (Behrens nahe am Totalausfall, Geis bekannte Schwächen in der Defensive, Nürnberger ist ein Notnagel) kaschierte. Nicht vergessen: Nauber war DER Schwachpunkt bei beiden Gegentreffern der Kurpfälzer: Beim 1:0 war er zuweit von Frey weg, beim 2:0 ließ er sich von Hack verladen.
    – Der Club hätte in zwei Situationen auf 3:0 erhöhen müssen: Behrens und Hack frei vor dem Tor, keiner brachte einen ansprechenden Abschluss zustande. Nicht zu vergessen die Situation vor dem Abseitstor, da hätte es auch gute Abspiele gegeben, da war nicht nur Hack sehr frei und leider im Abseits gestanden. Das wäre dann kurz vor der Pause schon das 2:0 gewesen.
    – In Unterzahl mit dann geparkten Clubbus vor dem Tor war die Defensive sehr stabil und Sandhausen fiel gar nichts mehr ein. Als Kritik kann man die Häufigkeit der hier oft doof verursachten Standards nennen: Ein dummes Foul kurz vor Schluß von Nürnberger am Strafraumeck und viele Ecken, die verhindert werden hätten können.

    Was bleibt: Hffen wir weiter auf Erras, damit endlich ein wenigstens ehemals grundsolider 6er wieder fit und in Form kommt. Die krasse Kaderlücke konnte leider nicht geschlossen werden und Ersatzpersonal wurde sogar noch abgegeben. Das verstehe ich gar nicht, weder en gros noch en detail.

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    • Das mit Erras sehe ich genauso, vom Grundpotenzial her eigentlich genau die Art von 6er, die wir bräuchten. Warum er dieses einfach nicht mehr abrufen kann, ist ein Rätsel, in der Rückrunde in der ersten Liga sah das eigentlich nicht so schlecht aus. Aber so langsam schwindet auch die Hoffnung, dass es nochmal was wird bei uns.
      Erras als 6er und Geis und Nürnberger davor, das dürfte sowohl höhere defensive Stabilität als auch gleichzeitig eine bessere Bindung von Defensive und Offensive bedeuten, wenn Geis sich offensiver einbringen könnte.
      Auch wenn es wahrlich nicht leicht zu sagen, dass man auf Behrens verzichten solle.

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      • Ja wirklich schade dass der Hanno nicht mehr in Form ist. Aber die Last der letzten Saison und sein fortschreitendes Alter, nagen an ihm. Ich glaube nicht, dass er noch eine weitere Spielzeit in Nürnberg bleibt.
        Und ich glaube, dass Keller ihn schon längst auf die Bank gesetzt hätte, wäre er nicht Kapitän.

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      • Hat irgendjemand noch eine Erklärung für die Erras-Kiste? Ist er wirklich so viel schwächer zurück gekommen aus der Verletzung? Immerhin muss man ja sagen: Vom überragenden Zweitliga-Sechser zu einem, der nicht mal in der Notsituation auf der Position als Alternative taugt. Hat sich das Spiel vielleicht so verändert, dass seine Qualitäten nicht mehr passen? Ich meine, er war ja nie der dynamischste, hat das aber durch Auge, Spielverständnis und (herzerwärmend präzise *hach*) Pässe wett gemacht.

        Kann da nicht endlich jemand den Hebel finden?

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        • Er hatte eine superschwere Verletzung, war endlos aus dem Trainingsbetrieb draußen. Benötigte ewig um halbwegs wieder Anschluss zu kriegen. Doch der Alte war er auch nach längerem Training nicht mehr. Nicht mehr so spritzig auf den ersten Metern, die traumwandlerische Raumfindung scheint abhanden gekommen.

          Noch immer Spätfolgen der langen Pause plus folgenden Wehwehchen. Dazu die Entwicklung des aktuellen Fußballs, der praktisch nur noch aus hektischen Sprints besteht, was nunmal nicht seine Urstärke ist. Nach der katastrophalen Erstligasaison und der niederschmetterndenden Vorrunde dürfte sich sein Selbstvertrauen ebenfalls nicht auf dem Höhepunkt befinden. Eine erfahrene Stütze Marke Simons fehlt komplett. Wie sollte er da einer nachhaltig verunsicherten Mannschaft Halt geben können?

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          • Ein Totalschaden im Knie so jung ist eben der Worst Case, das mag bei der heutigen Medizin möglich sein es vorübergehend wieder hinzubekommen, aber die Quittung kommt und zur Physik bei leichten Spielern a la Matthäus usw. funktioniert es eher, bei so einem Riesen für Fußballer verhältnisse würde es mich bei Erras so schade es ist wundern, wenn das spurenlos bliebe. Es gibt kein Gelenk, das mehr Belastungen lebenslang hat als Knie und ist auch eines der kompliziertesten Gelenke, genau genommen auch nicht für Fußball gemacht.

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  • Verlinkt doch bitte mal das Interview auf 11Freunde von Oenning. Der ist dort dank seines Exspielers, der dort inzwischen Manager ist, Trainer in Thessaloniki geworden. Des Managers Vorname ist übrigens Angelos… 🙂

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  • Wer ersetzt in Osnabrück eigentlich Frey? Keller wollte es auf der PK nicht sagen, er meinte nur er hat schon eine Lösung im Kopf 🙂 .. Schleusener,, sehen wir Ishak mal wieder auf dem Platz oder Zrelak?

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    • Die Liste kannst Du eigentlich erweitern, denn sollte Schleuse in die Mitte rücken, würde außen auch ein Platz für Dovedan oder Lohkemper frei. Eigentlich wäre das die von mir bevorzugte Variante. Mal Lohkemper ranlassen, nachdem er im letzten Test überzeugt hatte.

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      • Hm, Schleusener hatte gegen Sandhausen eher einen schachen Auftritt. Die anderen Spieler waren aber auch kaum überzeugend. Ich denke, da kann Keller ganz nach seinen Trainingseindrücken aufstellen.

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        • Da könnte Schleuse zeigen, dass er eine Alternative für das Zentrum ist.

          Er spielt bei uns ja meist RA, obwohl in seiner Vita eigentlich MS als Hauptposition und LA als Nebenposition stehen. Vielleicht platzt dann ja der Knoten…?

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        • Auch in Hamburg habe ich Schleusener zum ersten mal gesehen, als er ausgewechselt wurde, bislang noch etwas glücklos und unauffällig.

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  • Aahhja…..Petrak wird, laut Moderator, für mehr Offensivbemühungen in Dresden eingewechselt. Jetzt bin ich aber mal gespannt.

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