Analyse: Fortschritte und Rückschritte

Analyse zu 1. FC Heidenheim – 1. FC Nürnberg 2:2 (1:1) – Duplizität der Ereignisse: Der Club spielt wie im Hinspiel gut, kassiert wie im Hinspiel einen späten Ausgleich. Anders als im Hinspiel ist das Ergebnis aber leistungsgerecht.
1. Die Grundordnung
2. Der Schlüssel zum Spiel
3. Das Spiel war entschieden, als
4. Das Fazit
5. Die Stimmen
6. Die Statistik
7. Noten

1. Die Grundordnung…

Abb 1: Startformation

… war in Sachen Formation eine Art 4-2-3-1/4-4-2-Hybrid, bei der Behrens immer wieder als zweite Spitze agierte. In Sachen Ausrichtung war es darüber hinaus völlig anders als in den Vorwochen. Während man nämlich bislang das Pressing meist erst im Mittelfeld beginnen ließ, hatte Jens Keller seine Mannschaft mit der klaren Marschroute Angriffspressing ins Rennen geschickt. Besonders Heidenheims Rechtsverteidiger Marnon Busch wurde immer wieder früh attackiert. Fast alle guten Chancen und mindestens ein Tor entstanden aus dem Angriffspressing des FCN.

Durchgeführt wurde das Angriffspressing durch Michael Frey, der nach abgesessener Sperre wieder ins Team rückte. Adam Zrelak, der ihn in Osnabrück ersetzt hatte, fehlte verletzungsbedingt. Die weiteren drei Veränderungen im Vergleich zum Sieg in Niedersachsen: Dovedan ersetzte den gesperrten Hack, Heise den formschwachen Schleusener und Erras den angeschlagenen Nürnberger. Gerade letztere Veränderung tat dem Spiel gut, da das Spiel des FCN immer wieder beruhigende Elemente bedurfte, die Erras mit sich brachte.

Abb. 2: Realtaktische Formation

Die Wechsel während des Spiels erhielten die personelle Statik der Grundformation. Nürnberger ersetzte Heise im linken Mittelfeld, Kerk Dovedan auf der rechten offensiven Außenbahn, Mühl in der Nachspielzeit Sorg als Rechtsverteidiger. Letzterer Wechsel wirkte angesichts dessen, dass Valentini erstmals wieder auf der Bank saß, allerdings leicht bizarr.

2. Der Schlüssel zum Spiel …

… war zum einen tatsächlich das Nürnberger Pressing, das sich vor allem in den Balleroberungen zeigt. Dreißigmal eroberte der Club den Ball von den Heidenheimern in deren Hälfte. Das waren knapp 35 Prozent aller eroberten Bälle, ein hoher Anteil: In der Vorwoche lag dieser Wert noch bei 27 Prozent gegen Sandhausen bei 19 Prozent. Erkennbar wird das auch in den Karten, die Ballverluste anzeigen, die eine Vielzahl an Heidenheimer Ballverlusten tief in der eigenen Hälfte ausmachen. (Abb. 3)

Abb.3: Ballverluste Heidenheim

Gleichzeitig zeigen Schussauflistung und Chancenqualität auch, wo die Mängel des FCN lagen. Nach Behrens‘ Tor zum 2:1 gab der Club keinen einzigen Torschuss mehr ab – mit der kleinen Einschränkung, dass Margreitter einen vom Linienrichter aberkannten Treffer erzielte, dessen Schuss nicht in die Statistik eingeht. Heidenheim dagegen wurde lange Zeit vom Nürnberger Tor weggehalten, hatte aber plötzlich ab der 80. Minute einige gute Abschlüsse, von denen einer zum Tor führte.

Ein Grund für die größere Anzahl an Chancen könnte darin liegen, dass der Club in der Schlussviertelstunde plötzlich deutlich weniger Duelle um den Ball für sich entscheiden konnte, nur sieben von dreizehn Duellen gegen einen ballführenden Spieler gewannen die Clubspieler ab der 75. Minute. Zum Vergleich: In der Viertelstunde nach der Pause lag der Wert bei zwölf von 14.

3. Das Spiel war entschieden, als …

Abb. 4: Chancenspielfilm

… Michael Frey in der Nachspielzeit eine Flanke von Fabian Nürnberger nicht mehr drücken konnte. Bis dahin spielten beide Mannschaften auf Sieg, auch wenn Heidenheim insgesamt in der Endphase deutlich näher am 3:2 war, da der Club nach dem Ausgleich angeschlagen und müde wirkte.

4. Das Fazit …

… kommt mit einem lachenden und einem weinenden Auge daher. Zum vierten Mal in fünf Rückrundenspielen nicht verloren, gegen die beste Defensive der Liga doppelt getroffen, das eigene Spiel um eine effektive Variante in Form des Angriffspressings erweitert. Es gibt wirklich viel Positives, das man aus diesem Spiel mitnehmen kann. Der Club hielt bei einem Team der unteren Spitzenklasse der Liga mit und hätte mit etwas Glück sogar gewinnen können.

Abb. 5. Schusskarte Heidenheim

Andererseits hat der Club einmal mehr Punkte aus einer Führungsposition hergegeben, kassierte wieder spät ein Gegentor und hatte insgesamt mehr Probleme gute Chancen des Gegners zu verhindern als in den Vorwochen. Das war sicherlich zum Teil der Preis dafür, dass man höher stand und aggressiver presste, wodurch sich eher Lücken auftaten. Zum Teil waren es aber auch kleinere Konzentrationsfehler, die auch nicht alle geahndet wurden: Man denke an Mavropanos‘ Foul an Griesbeck, das ohne Abseitsstellung wahrscheinlich zu einem Strafstoß geführt hätte.

Dennoch lässt sich wohl in Summe aus den vergangenen Wochen ein Aufwärtstrend erkennen: Der Club agiert zielstrebig in Richtung Tor, auch wenn die Summe der Angriffe immer noch ausbaufähig ist. In der Defensive spricht der Trend auch für den Club, selbst wenn die beiden Gegentore an sich einen Rückschlag darstellen. Das heißt nicht, dass der Patient über den Berg ist, es stehen noch mehrere kritische Wochen an inklusive der Schlüsselspiele in Karlsruhe und gegen Hannover.

5. Die Stimmen…

Jens Keller: „Wir hätten den Sieg von den Chancen her verdient gehabt. Sie haben außer nach Standards keine richtige Chance in der zweiten Halbzeit. Aber wir sind auf einem sehr guten Weg, haben das Spiel gut kontrolliert. Ich kann der Mannschaft nichts vorwerfen. Klar ist es ärgerlich, vor allem, weil wir so gute Chancen hatten. Wir haben das taktisch richtig gut umgesetzt, ein gutes Auswärtsspiel gemacht. Ärgerlich ist natürlich, dass wir durch eine Standard-Situation nicht den Dreier mitnehmen. Nichtsdestotrotz haben wir hier einen hochverdienten Punkt geholt.“

Abb. 6: Schusskarte Nürnberg

Frank Schmidt: „Ich habe meiner Mannschaft zu der Leistung gratuliert. Für die Zuschauer war es ein gutes Spiel. Wir sind nicht gut reingekommen. Das war denkbar ungünstig für uns. Danach hat’s gedauert, bis wir ins Spiel kamen. Was mich heute stört ist, dass wir nach der Halbzeit solche Chancen zulassen. Beim 1:2 hat der Club unseren Fehler im Spielaufbau ausgenutzt. Gegen einen starken Gegner wie der Club heute einer war, kommt man normalerweise nicht mehr zurück – wir aber schon. Ich glaube, dass es ein absolut verdientes Ergebnis ist. Am Ende hätte jedes Team gewinnen können.“

Hanno Behrens: „Ich glaube am Ende ist das Unentschieden schon in Ordnung. Vielleicht waren wir einen Tick dichter dran. Den Punkt nehmen wir aber mit, Heidenheim ist nicht umsonst auf Platz vier. Wir sind jetzt dreimal in Folge ungeschlagen, nächste Woche geht’s dann weiter. Ich freue mich natürlich auch, dass ich wieder treffen konnte. Die Tabelle lügt nicht, wir kommen aus einer schweren Situation. In der Rückserie machen wir das bisher sehr gut. Jetzt haben wir wieder ein Heimspiel vor der Brust. Wenn wir da wieder so auftreten, haben wir wieder gute Chancen auf drei Punkte.“

Tim Kleindienst: „Es war heute ein sehr körperliches Spiel. Ab und zu kam auch mal ein langer Ball, der dann nicht so leicht zu verarbeiten ist, weil die Innenverteidiger von Nürnberg ziemlich robust sind. Da musst du dann dagegenhalten und das haben wir heute gemacht. Wir haben uns alle reingeworfen, wollten keinen Ball verloren geben und auf gar keinen Fall das Spiel verlieren. Was am Ende dann für einen Stürmer zählt, ist da zu sein, wenn du da sein musst. Heute können oder müssen wir sogar mit dem 2:2 leben, weil wir die gravierenden Fehler gemacht und die Nürnberger mehr oder weniger zu den Toren eingeladen haben. Wichtig war, dass wir nach diesen Fehlern zurückgekommen sind, nicht den Kopf haben hängen lassen und voll dagegen angekämpft haben. Das wurde heute belohnt.“

Abb.7: Ergebniswahrscheinlichkeiten

Georg Margreitter: „Das ist ganz bitter. Ich hätte schon gedacht, dass wir das über die Zeit bringen, aber nach einem Standard tut es schon weh. Wir haben über weite Phasen ein gutes Spiel gemacht. Nach dem 1:0 waren wir etwas zu passiv, Heidenheim hatte da zu viel den Ball. Wir kommen genauso überfallsartig in die zweite Halbzeit wie schon in die erste, haben gute Chancen. Heute wäre mehr drin gewesen. Ich sage trotzdem: in unserer Phase war das heute positiv.“

Oliver Hüsing: „Wir sind ganz schlecht ins Spiel hineingekommen, das hat man gesehen. Wir haben Nürnberg dadurch stark gemacht, dass wir einfache Ballverluste hatten, zu passiv waren und haben deshalb in den ersten 15 Minuten schlecht ausgesehen. Danach haben wir umgestellt, wieder mehr Aggressivität hineinbekommen, waren anschließend absolut überlegen und haben uns den Ausgleich in der ersten Halbzeit mehr als verdient. In der zweiten Hälfte war es dann ein bisschen ähnlich wie in Durchgang eins, als wir sie erneut durch eigene Fehler stark gemacht haben und sie dadurch zum 2:1 kommen. Hut ab vor unserer Moral, dass wir wieder so zurückkommen und mit etwas Glück sogar noch das 3:2 hätten erzielen können. Aber über 90 Minuten gesehen ist es letztendlich ein gerechtes 2:2-Unentschieden.“

6. Die Statistik …

Heidenheim Nürnberg
Grundlagen
2 Tore 2
16 (8) Schüsse (aufs Tor) 10 (4)
500 (82,6%) Pässe (angekommen) 355 (77,5%)
59,5% Ballbesitz 40,5%
106 Ballverluste 119
7 Ecken 0
119,16 Laufleistung (in km) 118,69
11 Fouls 12
Advanced Metrics
1,62 xG 0,90
1,92 xP 0,82
13,16 PPDA 15,5
4,13 APPP 3,20
Auffälligkeiten
32:26 Ballbesitzzeit (m) 22:04
121 (72) Ballbesitzphasen (geg. Hälfte) 111(66)
46 (2) Angriffe (davon Konter) 45 (1)
67% Passquote ins letzte Drittel 61%
93 (25) Balleroberungen (geg. Hälfte) 87 (30)
4 (2) Steckpässe (angekommen) 12 (1)

*Alle Daten stammen von Wyscout. Ausnahme bildet die Laufleistung. Diese stammt von Opta. Benutzung der Daten von Wyscout unter der Journalistenlizenz des Anbieters. Bei den Zweikampfquoten von Wyscout ergibt sich nicht zwangsläufig 100%, da der Anbieter manche Duelle als „unentschieden“ wertet, bspw. wenn ein Duell gewonnen wird, der Ball aber im Zuge des gewonnenen Duells ins Aus oder zurück zum Gegner geht. Unter „expected goals“ sind die Tore, die statistisch auf Grund der abgegebenen Schüsse zu erwarten gewesen wären, zu verstehen. Die expected Points für das jeweilige Spiel ergeben sich folgerichtig aus den expected Goals. PPDA bezeichnet die zugelassenen Pässe pro Defensivaktion. Es ist eine Metrik, die anzeigt, wie hoch der Pressingdruck einer Mannschaft ist, je niedriger der Wert, desto weniger Zeit hat der Gegner am Ball. APPP (Average Passes per Possession) gibt an, wieviele Pässe die Mannschaft im Schnitt pro eigener Ballbesitzphase spielte. Pauschal gilt: Je höher der Wert, desto kombinationssicherer ist das Team. Mit „tiefen Pässen“ meint Wyscout Pässe, die innerhalb eines Radius von 20 Metern um das gegnerische Tor ankommen. Als „kluger Pass“ definiert Wyscout einen „Ball, der den Angriff der eigenen Mannschaft auf eine kreative Art und Weise entwickelt.“  

7. Die Noten …

Spieler CU-Note Kicker NZ BILD WhoScored
Christian Mathenia +3 3,5 3 3 6,6/10
CU-Urteil: Gute Parade direkt vor dem 1:1 und einmal gegen Kleindienst, sonst souverän ohne aufzufallen.
Oliver Sorg 3- 4 4 4 6,6/10
CU-Urteil: Größtenteils ordentlich ohne positiv oder negativ aufzufallen.
Georg Margreitter 3 3 3 3 7,0/10
CU-Urteil: Stand oft gut, manchmal im Aufbau etwas arg nonchalant.
Dinos Mavropanos 2- 2 2 2 8,0/10
CU-Urteil: Vor dem 2:2 entkam dem Griechen Kleindienst. Sonst wäre es eine Leistung im sehr guten Bereich gewesen. Extrapunkte für das Einleiten des 1:0 durch extreme Pressingresistenz und das Grätschen eines Balls von der Linie nach Vollsprint.
Tim Handwerker 3 3 3 3 7,2/10
CU-Urteil Tat das Zusammenspiel mit Heise gut. Gelang zwar nicht alles, aber immer wieder mit Tempo
Patrick Erras +3 2,5 3 3 7,0/10
CU-Urteil: Tat dem Spiel des FCN in vielen Belangen sehr gut, weil er strukturierte und Hektik rausnahm.
Johannes Geis 3 3,5 3 3 7,6/10
CU-Urteil: Viele gute Bälle, nach hinten nicht immer ganz robust.
Hanno Behrens 2 2,5 2 2 8,5/10
CU-Urteil: Tor und Vorlage, dazu immer wieder mit Dynamik im Pressing. Gute Leistung, selbst wenn nicht alles gelang.
Nikola Dovedan +3 3 3 2 6,9/10
CU-Urteil: Gelang an alter Wirkungsstätte vieles, hätte aber nach der Pause noch das 2:1 machen müssen.
Philip Heise +3 3,5 3 4 7,1/10
CU-Urteil: Aktivposten auf der Außenbahn, mit Vorlage vor dem 2:1. Hätte dieses Tor selbst aber vorher erzielen müssen.
Michael Frey 3 3,5 3 3 6,7/10
CU-Urteil: Schlüsselspieler im Pressing. Leitete gerade nach der Pause durch sein gutes Anlaufen drei Chancen ein, darunter auch das 2:1. Manchmal unglücklich in der Ballverarbeitung.
Sebastian Kerk 5 4 5,9/10
CU-Urteil: Kam nach 68 Minuten für Dovedan.War überhaupt nicht ins Spiel eingebunden, verschuldete die Ecke vor dem Ausgleich auf unnötige Art und Weise.
Fabian Nürnberger 6,0/10
CU-Urteil: Ersetzte in der 77. Minute Heise. Tat sich auch auf Außen schwer in die Duelle zu kommen.
Lukas Mühl 6,0/10
CU-Urteil: Kam in der Schlussminute für Sorg. Ein Dribbling ins Aus, sonst unauffällig.

29 Gedanken zu „Analyse: Fortschritte und Rückschritte

  • Im Gesamt-Notenschnitt ein ‚Befriedigend‘ für die Mannschaft, wie auch für die meisten Spieler. Sicherlich objektiv zutreffend. Zeigt für mich jedoch auch, dass es wirklich schwierig ist, die Spieler sachlich zu benoten, Nuancen einfließen zu lassen.

    Denn rein optisch war der Auftritt unserer Jungs wesentlich ansehnlicher als bei den erfolgreichen Spielen der Vorwochen. Das hatte etwas mit Fußball zu tun! Mag an der veränderten, offensiver ausgerichteten Ausrichtung gelegen haben. Aber auch am technisch besseren Zusammenspiel unserer Mannschaft.

    Rein theoretisch: müsste eine Spielernote für einen offensiven, anspruchsvolleren und schöneren Spielstil nicht grundsätzlich besser ausfallen als für ein Bus-vor-der-Tür-System? Oder zählt rein sachlich, wie der Spieler die vom Trainer vorgegebene Taktik erfüllt?

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  • War’s denn über die gesamte Spielzeit wirklich sooo schön? Oder überstrahlen die jeweiligen Anfangsviertelstunden nicht den Rest ein wenig? Zur objektiven Betrachtung gehört nämlich schon auch, dass der Club nach dem Behrens-Tor gar nicht mehr aufs Tor geschossen hat und auch in der ersten Halbzeit außerhalb der Anfangsviertelstunde nur drei Schüsse. Also so viel ist in den Phasen nicht rausgekommen. Ich seh die 1.-15. und 46.-62. auch als (siehe Überschrift) Fortschritt an, aber rein subjektiv hatte das bei mir auch ein bisschen einen Halo-Effekt auf die Gesamtleistung, wo man schon durchaus Kritikwürdiges finden kann, das man zum Teil auch in den letzten beiden Spielen (natürlich gegen schwächere Gegner, Heidenheim steht nicht umsonst so weit vorne) schon besser gemacht hatte.

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    • Schließe an. Die Mannschaft fing beeindruckend an. Das Pressing war beeindruckend dominant. Die Heidenheimer waren angeknocked. Nach etwas 20 Minuten liess aber die Konzentration nach. Die Mannschaft war danach einige male sehr nachlässig, leistete sich Abspielfehler, zeigte sich situativ überraschend ungeordnet. Damit brachten wir diese hartnäckige Heidenheimer zwangsläufig in’s Spiel. Nachlässigkeit ist aber, ich will es mal so ausdrücken, eine kollektive Entscheidung der Mannschaft.

      Mich erinnert das an die Vorrunde, als es der Mannschaft nicht gelang sich über neunzig Minuten zu konzentrieren. Und die Intensität hochzuhalten. Das erwarte ich aber. Abgesehen davon ist das in dieser Liga ein Muss. Sonst verlierst du Punkte und letztendlich Spiele. Wie etwa in der Vorrunde. Wie gegen Heidenheim. Als die Mannschaft dominierte. 2:0 führte und dann lässig wurde, dachte sie kann jetzt in den Schongang umschalten. Und zum Schluß hieß es dann 2:2. Unsere Mannschaft besitzt nicht das Potential Spiele locker und lässig zu gewinnen. Keine Mannschaft der Liga besitzt dieses Potential.

      Das 2:2 ist an sich ein respektables Ergebnis. Mit dem Punkt bin ich zufrieden. Das Spiel war phasenweise und teilweise richtig gut. Doch eigentlich hatte sich die Mannschaft den FCH in den ersten zwanzig Minuten zurechtgelegt. Sie hat sich so die Gelegenheit geschaffen das Spiel zu gewinnen. Sehr positiv. Doch sie hat die Gelegenheit verpasst. Nicht weil der Gegner zu stark war. Nicht weil sie das Selbstvertrauen nicht hatte, sondern weil sie, als es darauf ankam, nicht konsequent war. Ärgerlich.

      Eine andere Frage wäre, ob es denn zu viel verlangt ist die Kontergelegenheit zumindest etwas vernünftiger oder solider oder einfacher zu Ende zu spielen.

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      • Und am Ende fehlten doch wieder die Körner! Ich verstehe nicht, wie die Mannschaft immer noch konditionelle Defizite haben kann. Mit dem verantwortlichen Athletiktrainer sollte Keller dringend ein ernstes Wörtchen reden. Eine körperliche Überlegenheit würde eindeutig zu Punktgewinnen führen.
        Wenn ich da an Kerk denke, der kam doch schon müde aufs Feld und verlor dann tatsächlich auch jedes Laufduell, meist auch ohne Ball.

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          • Da muss ich dir wiedersprechen.
            The Game Changers, ein neuer Film über vegane Ernährung in Verbindung mit Hochleistungssport, beweist das Gegenteil. Die Tiere sind nur die Űbermittler der Proteine, die wahre Power findet man in den Pflanzen. Sogar Arnold Schwarzenegger, der früher Protein und Fleisch Junkie war, ist inzwischen ein Befürworter pflanzlicher Ernährung. Wenn du Zeit, einfach mal anschauen. So daneben können die Sportler nicht liegen.

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            • Schwarzenegger, aber seine sportlichen Erfolge hatte er als Protein und Fleisch Junkie 🙂 und nicht im hohen Alter. Ich glaube man findet für beide Standpunkte wissenschaftliche Erklärungen. Ich glaube Ausgewogenheit ist wichtiger als nur das eine oder das andere. Es kann jeder für sich entscheiden, solange keine Apostel kommen, die uns vorschreiben wie es gehen soll.

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            • Du bist doch der Metzgerssohn. Da hast Du bestimmt immer frisches Fleisch gegessen. Und da geht es bei mir schon los: Ich stamme vom Bauernhof und da gab es eigentlich nur 3 x im Jahr frisches Fleisch. Das war wenn geschlachtet wurde. Ansonsten nur gelagertes (Räuchern, Dosen, Frost, trocken) Fleisch.
              Wenn gut abgehangenes Rindfleisch besser schmeckt, dann wird es wohl auch gesünder sein.
              Es wird auch verschiedene Gene geben. Menschen, die Laktose vertragen, stammen wohl aus einer „tierischeren“ Kultur und werden wohl mehr Fleisch brauchen, als solche mit Laktose-Unverträglichkeit.
              Es ist kompliziert.

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              • Ich glaube sogar in Milka Schokolade ist Ochsenblut drin als Färbemittel. Wäre mir zu stressig immmer das Kleingedruckte zu lesen, da braucht ein Einkauf ja ewig. Was schmeckt kommt in Warenkorb und feddich is die Laube 🙂

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                • Es gibt Menschen, mit denen kann man nicht diskutieren. Die Menschheit wird sich zwangsläufig umstellen müssen. Ob es schmeckt oder nicht. Zu viele hungrige Mäuler, irgendwann zu wenig fruchtbare Böden. Zu viel Anbaufläche fällt jetzt schon dem benötigten Viehfutter zum Opfer. Man muss ja Fleisch nicht vom Ernährungsplan streichen, aber momentan gilt es ja hierzulande als selbstverständlich, dass Fleisch und Wurst immer und überall verfügbar ist. Und dann noch möglichst billig. Da wäre mal etwas mehr Demut angesagt.

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                • Ernährung die neue Religion mit allem, was dazugehört: Gläubige, Ungläubige, Propheten, Heilige, Sektierer, den einzig wahren Glauben, Kreuzzügen, Ketzern und und und
                  Da fällt mir ein, ich habe schon lange kein Life Of Brian mehr angeschaut. Wird mal wieder Zeit.

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                • Klingt schon fast nach einer Religion und dieses missionieren. Dabei kann und soll es doch jeder für sich entscheiden. So einfach. Wenn jemand vegan happy ist, ist wird niemmand gehindert nach seiner Überzeugung zu leben. Nur bitte nicht dieses lästige missionieren

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                • Da muss ich mich dann doch einmischen. Missionieren finde ich schon eine recht harte Unterstellung, Aufklärung trifft es wohl eher. Außerdem hat er ja aktuell nicht damit angefangen, sondern musste die „mehr Fleisch“-These widerlegen.

                  Solange man nicht drüber nachdenkt kann man unbeschwert genießen, das sei jedem ja unbenommen. Wenn man sich aber ernsthaft Gedanken macht, dann finden sich zahlreiche Argumente gegen Fleisch bzw. für eine vegetarisch/vegane Ernährung, angefangen bei ethisch/moralischen Gründen (gewaltfreie Ernährung) über Ressourcenschonung/Hungerbekämpfung bis hin zum Klimaschutz (auch Greta isst vegan). Ganz zu schweigen von der eigenen Gesundheit (die ich persönlich nicht in den Vordergrund stelle, weil hier viele Wege zum Glück führen). Ich persönlich finde es wichtiger, wie ich durch meine Ernährung auf die Umwelt einwirke, als wie meine Ernährung auf mich einwirkt. Dazu bin ich viel zu sehr Genussmensch.

                  Unterm Strich bleibt nur ein echtes Argument dafür, sich traditionell mit Wurst und Fleisch zu ernähren, aber ob man das über alles andere stellt muss jeder selbst wissen:

                  Geschmack….

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                • Ich meine es allgemein mit dem missionieren, ich war schon vor 20 Jahren Vegetarier als ich noch Triathlon gemacht habe, bin auch den Berlin Marathon gelaufen alles lange her und habe nach der Dr. Haas Diät gelebt, was damals „alle Spitzensportler“ gemacht haben angeblich. Jetzt natürlich schon lange nicht mehr. Für mich zählt ausgewogenheit mehr als irgendeine Ernährungsreligion. Man kann das doch für sich entscheiden aber man muß nicht anderen damit auf den Zeiger gehen. Ganz allgemein. So einfach und damit der Kreis sich schließt ich glaube auch nicht daß unsere Mannschaft noch ein Fitness Defizit hat daß sich mit Ernährung beheben ließe.

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                • Der Robin Horvath Longdrive Golfer betreut viele Athleten bzgl Ernährung mit seiner Firma YourPerfomance Leistungssportler ua. Kerk und Leibold aber auch ein paar andere Clubspieler. Im Longdrive habe ich gegen Robin verloren bei best of Five aber erst beim vierten Abschlag. Er hat aber bis dahin nicht richtig getroffen, der ballert auch 400m weit. Das ist eine Mischung aus Technik und schnellen Armen.

                  https://www.facebook.com/Yourperformance-504802876392262/

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                • Für den Kerk scheint das Horvath -Prinzip aber nicht zu passen! Es gibt halt verschiedene Gene. In der EU wird dazu geforscht, es wird aber noch gut 10 Jahre dauern, bis sie was wissen.

                  Ich habe mal ein Juniorenspiel gesehen und da ist mir Einer aufgefallen, der angeblich Steffen Eder heißt. Wie die Leut vom Platz gehen denke ich: Der sieht kaputt aus.
                  Später habe ich erfahren, dass er eine Stoffwechselstörung haben soll.
                  Ich habe von Hovland und Kiyotake in Erinnerung, dass die Beiden die 1. Saison gut waren und nicht mehr. Wenn man solche Leute aus einem anderen Kulturkreis verpflichtet, dann muss mer die auch füttern wie zu Hause.
                  Aktuell Mavropanus: Den würde ich mit griechischer Ware wie zu Hause füttern und ihm keine Bio-Nudeln oder Reis zumuten.

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                • Für den Kerk scheint das Horvath -Prinzip aber nicht zu passen! Es gibt halt verschiedene Gene. In der EU wird dazu geforscht, es wird aber noch gut 10 Jahre dauern, bis sie was wissen.

                  Ja das habe ich mir auch gedacht 🙂 Am We ist Golfmesse in München da macht Robin Horvath auch Longdrive Show einlagen, das sind Hammer Athleten die eine unglaubliche Rotationsgeschwindigkeit mit dem Schläger erzeugen und fast einen halben Kilometer weit die Golfbälle schießen. Der Eropameister der Martin kommt aus Fürth (jetzt München) https://www.golf.de/publish/panorama/panorama-news/60115516/langer-bart-noch-laengere-drives

                  Das ist schon ein anderes Bild dass Außenstehende gewöhnlich von Golf haben. Aber zurück zum Fußball ja mit Kerk ist wohl was schief gelassen, muss mit Robin reden. Er hat mich in der ersten KO rausgeworfen bei meinem letzten Longdrive Contest.

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        • Zu der These, dass am Ende die Körner fehlen, empfehle ich den Rasenfunk (Tribünengespräch) mit dem Athletik Trainer vom FC Ingolstadt.

          Abgesehen davon schafft es keine Mannschaft höchste Intensität über 90 Minuten zu spielen. Ist ganz normal, dass das variiert, am besten planvoll.

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          • Sehe ich auch so gelaufen sind beide Mannschaften annähernd die gleiche Distanz, genauso wie es selten zwei gleiche Halbzeiten gibt, nichtmal der FC Bayern schafft das.

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  • Was schön war war wohl der – endlich! – große Wille, sich zusammenzureißen und dagegenzuhalten. Dieses Spiel hätten wir im zweiten Drittel der Vorrunde mit hoher Wahrscheinlichkeit verloren, weil es schon auch einer gewissen Willenskraft bedarf, diese wirklich unfassbar unbeugsamen Heidenheimer (Chapeau dafür, was Frank Schmidt trotz substanzieller Abgänge dort jedes Jahr wieder aufs Neue implementiert) zu bekämpfen.

    Das frühere 2:1 wäre durch Dovedan und Heise absolut drin gewesen, dann wäre die Chance auf ein eventuell vorentscheidendes 3:1 sicher da gewesen. So aber war es ein Unentschieden, mit dem man leben muss und auch kann, denn wirklich stabil ist das Clubspiel noch nicht.

    Die Mannschaft hat aber durch das teilweise beeindruckend effiziente Angriffspressing einen neuen Baustein in Richtung Variabilität und Selbstbewusstsein bekommen. Und auch wenn Jens Keller noch immer Fehler macht, so spürt man doch eine bessere Bindung zwischen Spielern und deren Trainer, was man bei Canadi immer vermisst hatte.

    Es sollte also möglich sein, den Abstiegsrängen gegen Ende der Saison so weit entkommen zu sein, dass die Vereinsführung den Spielbetrieb für 20/21 nicht erst am letzten Spieltag planen muss.

    Sollte. Muss aber nicht, falls man in der Arbeit nachließe.

    Ich denke aber, Jens Keller tut alles dafür, seinen Ingolstadt-Makel loszuwerden, um weiter im Gespräch bleiben zu können. Dann aber muss er sich Fragen nach den Einwechslungen von Mühl und besonders (leider) auch Sebastian Kerk gefallen lassen.

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    • Ich denke aber, Jens Keller tut alles dafür, seinen Ingolstadt-Makel loszuwerden.

      Was haben wir mit Ingolstadt zu tun. War immer meine Meinung zu dem Thema wichtiger ist es, daß es hier bei uns klappt.
      Vielleicht wäre Ingolstadt mit Keller am Ende nicht abgestiegen, alles hypothetisch. Dort wurde ebenso ein Stefan Leitl entlassen, der jetzt in Fürth einen ziemlich guten Job macht. Also das sagt für mich nichts aus, wenn mich der Trainer überzeugt.

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      • Es geht mir um den Versuch, Kellers Innenleben beleuchten zu wollen und zu analysieren, dass er nicht nur Erfolg für seinen derzeitigen Arbeitgeber will – so wie jeder Trainer, der irgendwo neu anfängt. Keller dürfte nach der Ingolstadt-Pleite (psycho-)logischerweise ein intrinsisch motiviertes Urinteresse daran haben, es mit dem Club diesmal zu schaffen, sonst würde ihm in diesem Geschäft ein nur noch schwer zu tilgender Makel des Versagers anhaften.
        Und da er das nicht will, wird er nach meinem Dafürhalten alles tun, um den Club auf einen Weg zu bringen, der den leider noch immer möglichen Abstieg in Liga 3 verhindert.

        Das, und nur das, habe ich sagen wollen.
        Denn Canadi beispielsweise trat komplett anders an, er kam als Wunschtrainer, dem es bei seiner vorherigen Station gelungen war, aus einem kleinen und weitgehend unbedeutenden Athener Verein einen über jede Erwartung erfolgreichen zu machen. Das heißt, er kam nicht unbedingt mit der Haltung zum Club, sich selbst (etwas) beweisen zu müssen. Er hatte einen Plan, den er von seiner vorherigen Erfolgsstation mitnahm, stülpte diesen – denn er hatte sich ja schon mindestens ein Mal bewährt – über den Club und war dann ratlos, dass dieser Plan offenbar plötzlich nicht mehr funktioniert.
        In so einem Fall ist ein Trainer eher geneigt, den Misserfolg anderen zuzuschreiben, die offensichtlich nicht in der Lage sind, seinen tollen und bewährten Plan umzusetzen, während es im Gegensatz dazu für Jens Keller auch (!) darum gehen muss, sich selbst zu beweisen, diesmal einer am Boden liegenden Truppe wieder Erfolg einzuimpfen.

        Und das ist für den Club zwar ein Wagnis (so wie es jeder Trainerwechsel bei jedem Verein der Welt ist), aber eben auch eine größere Chance, da ein Trainer, der sicherlich auch um seine ganz persönliche Reputation zu kämpfen hat, eher in der Lage sein dürfte, zu kämpfen und zu arbeiten. Eben wirklich alles zu versuchen, um in die Erfolgsspur zu finden.

        Dass Keller Mannschaften trainieren kann, hat er auf Schalke und bei Union hinlänglich bewiesen. Von daher war die Wahl, die Palikuca hier traf, angesichts der begrenzten Möglichkeiten, die der Club qua Gehalt und Attraktivität, die in der Situation auch nur noch sehr bedingt vorhanden war, die Richtige, denn er wird gewusst haben, dass Keller diese Chance unbedingt wird nutzen wollen.

        Insofern haben wir mit Ingolstadt – nicht unmittelbar, aber als logische Folge eines verunglückten Engagements von Jens Keller dort – doch etwas zu tun, lieber Juwe.

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  • Also wenn man die Darmstadt PK wieder sieht, werde ich von zu Woche froher, daß wir Jens Keller mittlerweile als Tainer haben. Keine Monologe, kein Geschwafel, kein Belehren aber ehrliche klare Antworten auf die Fragen mit hoher Nachvollziehbarkeit. Er hat natürlich in einer brutal schwierigen Phase der kompletten Versunsicherung übernommen. Man merkt er und die Mannschaft bekommen und mehr und mehr Grip auf die Strasse. Interessant auch nach dem Lob in der Presse die Woche über Medeiros (nach Testspiel gegen die U21 Mannschaft) wie er da einhakt und klarstellt, er kann das gar nicht teilen, zwar ein paar nette Aktionen von ihm aber ihm gefällt die Arbeit nach hinten nicht und er sei noch weit weg von dem, was er erwartet. Muss nicht jeder teilen 🙂 , aber für mich der beste Trainer, den wir seit Dieter Hecking haben. Ich glaube unter ihm wird sich die Mannschaft stetig weiterentwickeln und dann schaun wir nächstes Jahr einfach mal

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  • Lukse verletzt, 18-jähriger als Ersatztorhüter am Sonntag auf der Bank?
    Fußballgott, erbarme Dich unser!

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