Analyse: Druck überstanden, dominant geworden #FCN #SVWWFCN

Analyse zu SV Wehen Wiesbaden – 1. FC Nürnberg 0:6 (0:3) – Der Club verschafft sich mit einem Rekordsieg Luft im Abstiegskampf, auch weil er eine entscheidende Drangphase übersteht.
1. Die Grundordnung
2. Der Schlüssel zum Spiel
3. Das Spiel war entschieden, als
4. Das Fazit
5. Die Stimmen
6. Die Statistik
7. Noten

1. Die Grundordnung…

Abb. 1: Startformation

… veränderte sich im Vergleich zu anderen Spielen nicht hinsichtlich der Formation. Jens Keller wählte erneut sein 4-2-3-1 mit dem Ball, das gegen den Ball im Anlaufen zu einem 4-4-2 wird. (Abb 1) Personell tauschte Jens Keller aber im Vergleich zum Spiel gegen Fürth die Hälfte der Feldspieler: Sörensen ersetzte den angeschlagenen Mavropanos, Sorg kehrte für Valentini zurück, Frey ersetzte Ishak. Geis und Dovedan durften auch zurückkehren, an ihrer Stelle saßen Schleusener und Heise wieder auf der Bank. Dort fand sich Sebastian Kerk nicht wieder. Der Außenbahnspieler fiel der Tatsache zum Opfer, dass Dovedan von der Tribüne in die Startelf zurückgekehrt war. Lukas Mühl kehrte nach überstandener Verletzung zusätzlich in den Kader zurück, ersetzte Mavropanos im Aufgebot.

Auf der Gegenseite musste Rüdiger Rehm mit Paterson Chato seinen zentralen defensiven Mittelfeldspieler wegen einer Gelb-Rot-Sperre ersetzen. Er entschied sich dafür Jeremias Lorch, der beim Sieg in Kiel noch Rechtsverteidiger gespielt hatte, ins Zentrum vor die Dreierkette zu ziehen. Dass Wehen im ganzen Spiel im defensiven Zentrum Probleme hatte, hatte auch mit dieser Personalie zu tun. Im Laufe der Partie versuchte Rehm dies zunächst durch einen Personalwechsel (Tietz für Röcker) und eine Umstellung auf 4-2-3-1 zu lösen. Auch das verhinderte weitere Gegentore aber nicht.

Abb. 2: Realtaktische Aufstellung

Während des Spiels wechselte Jens Keller fünf Mal. Das erste Mal nach 52 Minuten als Oliver Sorg sich das Knie verdrehte und durch Enrico Valentini ersetzt wurde. Es folgte ein Dreifachwechsel in der 71. Minute: Cerin kam für Erras, Schleusener ersetzte Behrens und Lohkemper Dovedan. Acht Minuten später durfte noch Zrelak ins Spiel, er kam für Hack. Alle Wechsel waren letztlich positionsgetreu, auch wenn ein Blick auf die realtaktische Aufstellung (Abb. 2) zeigt, dass das Spiel in der zweiten Halbzeit für die Offensivspieler weiter vorne stattfand.

2. Der Schlüssel zum Spiel …

… war, dass der FCN die Druckphase der Gastgeber nach dem 1:0 überstand. Gleich sechs Mal schoss Wehen zwischen Minute 16 und 33 aufs Tor, auch wenn nur der am wenigsten erfolgversprechende der Schüsse – ein Fernschuss von Jeremias Lorch – tatsächlich aufs Tor kam. In dieser Phase sorgte Wehen für neun direkte Nürnberger Ballverluste, fing fünf Pässe ab. Im gesamten restlichen Spiel waren es 29 direkte Ballverluste und 15 abgefangene Bälle. Das heißt in einem Sechstel der Spielzeit sorgte Wehen für ein Drittel der Ballverluste und abgefangenen Bälle.

Abb. 3: Angriffe pro Minute

Kurz nach der Drangphase schlug der Club doppelt zu und die Luft entwich aus den Bemühungen der Wiesbadener. (Abb. 3) Die statistischen Werte lesen sich dann in der Gesamtschau natürlich sehr positiv: Konstant hoher Druck auf den Gegner (Abb. 4), 36 Prozent der eigenen Balleroberungen in der gegnerischen Hälfte, 18 Torschüsse, neun davon aufs Tor, fast 80% der Pässe für Raumgewinn zum Mann, 70% Passquote ins letzte Drittel und 75% Passquote in den Strafraum. 14 Pässe, die zu Abschlüssen führten, sechs davon durch Johannes Geis, der damit genauso viele Schlüsselzuspiele hatte, wie die gesamte Mannschaft der Wehener.

Überhaupt war Geis der zentrale Akteur der Partie. Keiner auf dem Feld spielte mehr Pässe, nach zwei Ballverlusten in den ersten zehn Minuten blieb er auch ohne weitere leicht abgegebene Bälle. Darüber hinaus verzichtete er auf Fernschüsse, sondern spielte auf den besser postierten Mann und kam so auf drei Vorlagen zu Toren und eine weitere Ecke, die fast direkt zum Tor führte. Diese Faktoren plus die Tatsache, dass Robin Hack seine vier Abschlüsse alle aufs Tor brachte, erscheinen – neben dem Zeitpunkt der Tore – zentral dafür, dass das Ergebnis so ausfiel, wie es ausfiel.

3. Das Spiel war entschieden, als …

… Asger Sörensen das zweite Mal nach einer Ecke von Johannes Geis den Ball im Tor unterbrachte. Bis dahin war theoretisch ein Comeback der Gastgeber vorstellbar gewesen. Gerade weil man gesehen hatte, dass sie durch forsches und hartes Anlaufen den Club vor Probleme stellen konnten. Mit dem vierten Tor des FCN war der Wille aber gebrochen, es folgten entspannte Restminuten.

4. Das Fazit …

Abb. 4: Pressingintensität

… fällt natürlich bezogen auf das Spiel äußerst positiv aus. Der Club war all das, was er in der gesamten Saison bislang nicht war: Effizient, torhungrig, kombinationssicher und mutig. Natürlich hatte man auch in der entscheidenden Phase als Wiesbaden auf den Ausgleich drängte und gute Chancen hatten Glück. Aber im Gegensatz zu so vielen anderen Beispielen in dieser Spielzeit schaffte man es nachzulegen. Besonders hinsichtlich der Tordifferenz könnte der Abend in Hessen von entscheidender Bedeutung sein.

Es erscheint auf den ersten Blick rätselhaft, warum eine Mannschaft, die drei Tage zuvor noch kaum einen Ball ins Angriffsdrittel brachte, plötzlich neun Schüsse aufs Tor zu Stande bringt und damit einen Saisonhöchstwert erreicht. Warum eine Mannschaft, die seit dem Neustart gerade einmal vier Tore erzielt hatte, plötzlich in einem Spiel sechs Tore erzielt und damit für den höchsten Sieg des FCN in einem Ligaspiel seit Einführung der Bundesliga sorgte. Einiges lässt sich über die Psychologie erklären. Auf einen frühen Treffer folgten die übliche Nervosität und der Druck des Gegners. Statt ein Gegentor zu kassieren, erzielte der FCN deren zwei und gewann an Selbstvertrauen, welches dem Gegner dann natürlich fehlte.

Abb. 5: Chancenspielfilm

Dass so ein Kantersieg keinen Ketchupflascheneffekt für die nächsten Spiele auslösen muss, weiß der FCN aus lediger Erfahrung. Auf das 0:4 in Hannover folgten zehn Pflichtspiele in Folge ohne Sieg. Natürlich könnte der FCN wie dereinst der HSV, der trotz sieben sieglosen Spielen in Folge in Liga und Relegation in der Bundesliga blieb, die Klasse ohne weitere Siege halten. Darauf vertrauen kann man beim Club ebenso wenig wie auf den Glauben, dass man nun gegen nervöse Stuttgarter und trainerlose Kieler schon irgendwie die nötigen Punkte sammeln wird.

Sollte allerdings ein weiterer Sieg gelingen, so würde dieser sehr wahrscheinlich den direkten Klassenerhalt bedeuten. Dieser sollte dann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass sehr viel Arbeit im ganzen Verein nötig ist, um aufzuarbeiten, warum die Saison beinahe in völligem Desaster geendet wäre.

5. Die Stimmen…

Jens Keller: „Man hat am Anfang schon eine gewisse Nervosität gemerkt. Wir haben zwar zügig das 1:0 gemacht, aber hatten noch nicht so die Sicherheit. Wiesbaden hatte da ein paar Möglichkeiten. Danach hat sich die Mannschaft gefangen. Dann haben wir es sehr souverän gespielt und haben auch in der Höhe verdient gewonnen. Nach den letzten Wochen tut das unheimlich gut. Ich bin erleichtert, dass wir diesmal einen Großteil unserer Chancen genutzt haben. Nichtsdestotrotz haben wir noch zwei schwere Spiele vor der Brust, darauf werden wir jetzt den Fokus legen.“

Abb. 6: Ergebniswahrscheinlichkeiten

Rüdiger Rehm: „Das ist eine wahnsinnige Enttäuschung für uns. Wir haben heute versagt und nicht das auf den Platz gebracht, was wir uns vorgenommen haben. Ich kann mich für dieses Ergebnis bei allen, die uns die Treue halten und die Daumen drücken nur entschuldigen. Das war nicht das, was uns auszeichnet. Nürnberg hat mehr gekämpft und war uns viel zu überlegen. Das müssen wir knallhart intern ansprechen, das darf uns nicht passieren. Wir haben das 0:1 ganz gut weggesteckt und dann ein bisschen damit gehadert, dass wir nicht gleich den Ausgleich gemacht haben. Das 0:2 und 0:3 schnell hintereinander und kurz vor der Pause war der Knockout und haben uns davon nicht mehr erholt.“

Asger Sörensen: „Wir haben sehr gut dagegengehalten, alles reingehauen und uns heute mal dafür belohnt. Wir sind gut reingekommen und haben das frühe 1:0 gemacht. Danach hatte Wiesbaden eine Phase, in der sie Druck gemacht haben. Da haben wir Stand gehalten. Und dann haben wir unsere Tore super rausgespielt. Dass wir ohne Gegentor geblieben sind, war auch sehr wichtig. Das waren heute drei sehr wichtige Punkte, wir freuen uns darüber. Wir wissen aber auch, dass es noch weitergeht und noch nicht vorbei ist.“

Manuel Schäffler: „In der ersten Hälfte waren wir richtig gut drin, Nürnberg schießt aber früh das 0:1. Das hätten wir besser verteidigen müssen. Wir haben aber direkt weitergespielt, haben zwei große Chance, wo zweimal Christian Mathenia hält. Danach machen wir einfache Fehler. Wir haben die Befreiungsschläge nicht weit genug nach vorne gebracht oder es geschafft, die Bälle über die Kette zu schlagen. Dann wird es natürlich schwer, wenn Nürnberg mit seiner Qualität den Angriff aus der zweiten Reihe starten kann. Der FCN hat das gut gespielt, wir waren heute aber auch nicht auf Augenhöhe, um was zu holen.“

Robin Hack: „Wir haben gut angefangen und gleich das 1:0 gemacht. Dann haben wir leider nachgelassen und Wiesbaden hatte Chancen. Da müssen wir konsequenter verteidigen. Wir haben dann aber vor der Pause nachgelegt und es verdient nach Hause gespielt. Man hat heute gesehen, dass wir Spaß hatten. Dass es dann so gut läuft und wir 6:0 gewinnen, ist natürlich umso besser. Wir mussten uns nach der Niederlage gegen Fürth, die extrem geschmerzt hat, zusammenraffen. Das haben wir sehr gut hinbekommen und das Ruder heute rumgerissen. Wir müssen jetzt genauso weitermachen und dürfen kein bisschen nachlassen.“

Heinz Lindner: „Wir haben uns das alle natürlich anders vorgestellt und sind mit großen Hoffnungen in das Spiel gegangen. Gerade nach dem Auswärtssieg in Kiel hatten wir uns heute etwas anderes vorgestellt. Nürnberg geht mit der ersten Chance in Führung, wir verpassen es, den Ausgleich zu machen. Der FCN hat gefühlt jede Möglichkeit eiskalt genutzt, das war das Ausschlaggebende. Nach heute ist es sicherlich nicht einfacher geworden, aber so lange es rechnerisch noch möglich ist, werden wir alles daransetzen, den Klassenerhalt zu schaffen.“

6. Die Statistik …

Wehen Nürnberg
Grundlagen
0 Tore 6
9 (4) Schüsse (aufs Tor) 18 (9)
363 (75,5%) Pässe (angekommen) 463 (82,7%)
43,0% Ballbesitz 57,0%
116 Ballverluste 124
4 Ecken 7
108,44 Laufleistung (in km) 111,19
9 Fouls 12
Advanced Metrics
0,6 xG 4,03
0,05 xP 2,92
16,33 PPDA 7,21
3,3 APPP 4,17
Auffälligkeiten
19,4 Schussdistanz (Ø, m) 14,3
18,2% Anteil lange Bälle 11,4%
60 Ballbesitzphasen (geg. Hälfte) 63
11 Ballbesitzphasen (geg. Strafraum) 20
61% Passquote ins letzte Drittel 70%
42% Passquote in Strafraum 75%
5,1 Challenge Intensity 8,2
82 (14) Balleroberungen (geg. Hälfte) 77 (28)

*Alle Daten stammen von Wyscout. Ausnahme bildet die Laufleistung. Diese stammt von Opta. Benutzung der Daten von Wyscout unter der Journalistenlizenz des Anbieters. Bei den Zweikampfquoten von Wyscout ergibt sich nicht zwangsläufig 100%, da der Anbieter manche Duelle als „unentschieden“ wertet, bspw. wenn ein Duell gewonnen wird, der Ball aber im Zuge des gewonnenen Duells ins Aus oder zurück zum Gegner geht. Unter „expected goals“ sind die Tore, die statistisch auf Grund der abgegebenen Schüsse zu erwarten gewesen wären, zu verstehen. Die expected Points für das jeweilige Spiel ergeben sich folgerichtig aus den expected Goals. PPDA bezeichnet die zugelassenen Pässe pro Defensivaktion. Es ist eine Metrik, die anzeigt, wie hoch der Pressingdruck einer Mannschaft ist, je niedriger der Wert, desto weniger Zeit hat der Gegner am Ball. APPP (Average Passes per Possession) gibt an, wieviele Pässe die Mannschaft im Schnitt pro eigener Ballbesitzphase spielte. Challenge Intensity ist ein Wert, der Defensivaktionen ins Verhältnis zum gegnerischen Ballbesitz setzt, also quasi PPDA nur nicht nach Passanzahl des Gegners, sondern nach Zeit. Je höher der Wert, desto mehr Defensivaktionen pro Minute Ballbesitz des Gegners. Pauschal gilt: Je höher der Wert, desto kombinationssicherer ist das Team. Mit „tiefen Pässen“ meint Wyscout Pässe, die innerhalb eines Radius von 20 Metern um das gegnerische Tor ankommen. Als „kluger Pass“ definiert Wyscout einen „Ball, der den Angriff der eigenen Mannschaft auf eine kreative Art und Weise entwickelt.“

7. Die Noten …

Spieler CU-Note Kicker NZ BILD WhoScored
Christian Mathenia 2- 2,5 2 2 7,7/10
CU-Urteil: In Wehens Druckphase mit guten Paraden, danach beschäftigungslos.
Oliver Sorg 3 3,5 4 3 6,9/10
CU-Urteil: Solide wie fast immer seit der Coronapause, aber auch mit wenig Glanzlichtern.
Asger Sörensen 1 1,5 1 1 9,0/10
CU-Urteil: Zwei Tore als Innenverteidiger, kein Gegentor, gutes Stellungsspiel. Tadellos.
Georg Margreitter 3 2,5 2 2 7,8/10
CU-Urteil: Einige Unsicherheiten im Aufbau. Hatte Probleme mit dem Pressing der Gastgeber. Mit laufender Zeit immer sicherer.
Tim Handwerker +3 2,5 3 3 7,6/10
CU-Urteil Ordentlich nach vorne wie nach hinten. War das ohne Glanzlichter.
Johannes Geis 1 2 2 1 9,3/10
CU-Urteil: Zeigte mit dreieinhalb Assists und vielen öffnenden Pässen eine Reaktion auf die Nichtberücksichtigung in den letzten beiden Partien.
Patrick Erras 2- 3,5 3 3 7,5/10
CU-Urteil: Ordnete das Spiel und konnte immer wieder den Takt gut vorgeben.
Hanno Behrens +3 3 3 2 7,5/10
CU-Urteil: Lief viel, stellte sicher, dass Hacks zweiter Treffer ins Tor fiel.
Nikola Dovedan 2- 4 4 3 8,3/10
CU-Urteil: Eine Vorlage, auch mit viel Arbeit in der Defensive. Gute Leistung.
Robin Hack +1 1 1 1 10/10
CU-Urteil: Drei Tore, hohe Agilität. Wir verbuchen die kleinen Ballverluste unter “Schönheitsfehler“.
Michael Frey 3- 4 5 4 7,6/10
CU-Urteil: Ging viele Wege, war an vielen Angriffen beteiligt, war aber der einzige Offensive beim FCN, der fastgänzlich ohne Fortune blieb. Legte allerdings das 1:0 auf.
Enrico Valentini +3 3 3 3 6,9/10
CU-Urteil: Ersetzte Sorg kurz nach der Pause. Tat das ordentlich und mit etwas mehr Impulsen nach vorne.
Adam Gnezda Cerin 3 6,2/10
CU-Urteil: Verteilte einige Bälle nach seiner Einwechslung gut, beim Zusammenprall mit Margreitter unglücklich.
Adam Zrelak 6,9/10
CU-Urteil: Erzielte nach seiner Einwechslung ein Tor. War physisch sehr präsent.
Felix Lohkemper 3 6,1/10
CU-Urteil: Hatte eine gute Schusschance und deutete ein paar gute Laufwege an.
Fabian Schleusener 3 6,5/10
CU-Urteil: Auch noch mit hochwertiger Schusschance.

49 Gedanken zu „Analyse: Druck überstanden, dominant geworden #FCN #SVWWFCN

  • Ich habe vor der Partie ja gesagt, dass ich an einen dreckigen Sieg glaube (u.a. weil ich Wiesbadens Unzulänglickeiten in der Partie gegen Dresden gesehen habe – auch da hätten sie die Partie in Halbzeit 1 ganz anderes gestalten können), und bin natürlich positiv überrascht. Dennoch wäre ich ebenfalls sehr vorsichtig das als Zeichen für die kommenden Spiele zu sehen, da uns der Spielverlauf und ab dem 3:0 auch der Gegner sehr in die Karten gespielt haben.

    Den Relegationsplatz erachte ich weiterhin als relativ sicher, sollte uns ein weiterer Dreier gelingen, rechne ich zumindest mit Platz 15.

    Frey kommt mir insgesamt zu gut weg in deiner Analyse, den fand ich durchgehend schwach und auch die „Vorlage“ zum 1:0 war so schlampig gespielt, dass ein schlechterer Techniker als Hack den Ball nicht vernünftig annehmen kann.

    Cerin hatte beim Stand vom 5:0 auch einen Rückpass im Mittelfeld dabei aus der Kategorie „Meine Fresse“ – den er sich zwar selber zurück kämpfen konnte, der gegen einen besseren Gegner aber definitiv zu einer Mörder-Torchance führt. Dem fehlt bei seinen bisherigen Auftritten leider jegliches Selbstvertrauen.

    Meinen Gefühlszustand würde ich als „Wahnsinnig erleichtert, und zugleich besorgt, dass man sich nun zu sicher ist“ beschreiben.

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  • Ja, kann ich mitgehen.

    Bei Frey bin ich nicht sicher, ob sein (kläglicher) Hackentrick einfach nur arrogant und dumm war oder einer schlechten Stellung zum Zuspiel geschuldet war. Ich hätte hier eher auf 4 tendiert, aber vielleicht habe ich die mannschaftsdienliche Decksarbeit, die er vielleicht geleistet hat auch nicht richtig mitbekommen?

    Ziemlich clever von Keller war, Adam Cerin noch einige Spielzeit zu geben. Ich gehe davon aus, dass er nächste Woche ran muss, wenn Erras gesperrt ist. Ich finde, er hat durchaus Potential, einen etwas kreativeren DM zu geben. Ein Mann mit Zukunft!

    Geis hat die Denkpause sichtlich gut getan. In dieser Form ist er eine echte Verstärkung.

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    • Ich rechne mit Heise oder einem fitten Mavropanos auf der 6, Cerin wäre mir gerade für so eine Partie viel zu „leicht“.

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      • Ich glaube nicht, dass Mavropanos, wenn er fit ist, nicht IV spielt, auch wenn ich ihm die 6 aufgrund seines Spielverständnisses zutrauen würde. Andererseits hat Sörensen jetzt ein Ausrufezeichen gesetzt. Schwierig.

        Ich glaube, Mühl hat in der Jugend auch öfter 6er gespielt. Wäre auch denkbar. Aber wünschenswert?

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        • Du meinst, weil Keller nie positionsfremd aufstellt? 😉

          Die Frage ist: Wer steht zur Verfügung? Und defensiv sind das Heise, Mavropanos und Mühl. Und ein fitter Mavropanos hatte bis jetzt immer den Vorzug vor Mühl.

          Es ginge natürlich auch Geis und Behrens als Doppel-Sechs aufzustellen und mit zwei echten Spitzen zu spielen, ideal ist aber auch das nicht.

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      • Also so wie ich Keller jetzt erlebt habe, läuft es auf: Behrens/Geis im DM – Hack zentral, Dovedan rechts, Zrelak links raus und damit ganz wenig Defensive Stabilität im Zentrum. Mavropanos wäre bei mir auch erste Wahl als DM, aber damit rechne ich eher nicht.

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        • Eine Variante dazu wäre, anstatt Zrelak wieder Schleusener zu bringen, dafür Hack nach links und Dovedan in die Mitte. Aber Zrelak wäre vermutlich die robustere Variante, auch wenn Schleuse zuletzt gute Zweikampfwerte hatte.

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            • …oder Cerin

              Aber der braucht dringend mehr Matchpraxis. Zuweilen gute Ansätze und gute Technik, aber noch etwas wacklig.

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              Antwort
              • Cerin ist halt auch eigentlich kein DM. Ähnlich wie Geis oder Behrens hat der seine Stärken weiter vorne. Man ist mit vier „echten“ DM (Rhein, Jäger, Petrak, Erras) in die Saison gegangen , seit dem Winter ist nur noch Erras da.

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                • Macht ja nix, ist im modernen Fußball ja auch eine ganz unwichtige Position…! :mrgreen:

                  Wahnsinn, das offenbart mal wieder die grandiose Kaderplanung. Und den nach meiner Meinung talentiertesten 6er hat man verliehen…

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                • Geis wurde als Sechser verpflichtet und angepriesen, das war aber mMn einer der größten Planungsfehler, denn er ist halt eigentlich von seinen Stärken her keiner. Das ist wie Cerin oder Behrens, die sind alle eigentlich defensiv nicht stark genug, um als Sechser gelten zu können. Behrens und Geis hätten durchaus gemeinsam als Achter funktionieren können mMn, wenn man einen ordentlichen Sechser dahinter gehabt hätte und dann nicht aus Verlegenheit einen Linksverteidiger umgeschult hätte.

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    • Frey: letztlich war er da insgesamt einfach zu ungeschickt. Er bräuchte halt für solche Szenen grundsätzlich mal 1-2 Zehntelsekunden schnelleres Antizipieren, anschließend noch eine Prise Matrix-Zeitverdichtung und: Knipser..

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      Antwort
  • Also bei Frey noch von Fortune und nicht von Unvermögen zu reden, ist schon äußerst schmeichelhaft. Bei mir hätte er eine glatte 5 bekommen, auch angesichts der Gesamtentwicklung bei der Chancenverwertung. Da kann man einfach nicht mehr von nem unglücklichen Tag reden.
    Und dass er sich so viel aufreibt mit vollem Einsatz ist ja schön und gut, aber mir kommt da insgesamt auch zu wenig dabei rum.

    Erras wird uns gegen Stuttgart natürlich sehr fehlen, da rächt sich einmal mehr, dass Palikuca es nicht gebacken bekommen hat, einen 6er zu holen. Und dennoch deren zwei abgegeben hat.

    Wie ist die Lage bei Nürnberger, weiß da einer was, ob er evtl. wieder einsatzbereit wäre?

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    Antwort
  • Ich sehe schon den Saison-Rückblick vor mir, das wäre doch wieder überaus „dübbisch“ und so könnte es sich auch ausgehen, um in xxandls Idiom zu bleiben:

    „Trotz eines sehr überraschenden Kantersiegs auswärts bei einem direkten Konkurrenten am drittletzten Spieltag gelang es dem 1. FC Nürnberg nicht, die Klasse zu halten. Da die beiden folgenden Partien hoch und leider auch verdient verloren gingen und der KSC und Wehen-Wiesbaden gleichzeitig ihre restlichen Partien gewannen, muss der Altmeister das zweite Mal den bitteren Weg in die 3. Klasse gehen.“

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    Antwort
    • Das ist jetzt sogar mir zu negativ. Der VFB hat neulich erst gegen Wehen zuhause verloren also sattelfest ist der VFB derzeit nicht Ein guter Freund VFB Intensiv Fan jammerte mir vor genau gegen die Mannschaften von unten verlieren sie derzeit ihre Spiele.Die zittern derzeit auch gewaltig um den Aufstieg könnte zur Verkrampfung führen

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      Antwort
  • Bei mir ist irgendwie der Respekt vor dem VfB sehr stark.
    Bei Darmstadt gegen Wehen ist alles möglich.
    Blöd das es jetzt für Bielefeld in Karlsruhe um wirklich gar nichts mehr geht.
    Bei mir ist die Sorge der FCN geht mit nur 2 Punkten vor Wehen in Spieltag 34 in den letzten Stunden wieder gestiegen. Mein Schädel funktioniert in FCN Fragen oft so wie ich nicht will.
    @ Optimist – Ja es ist auch Unken.

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    Antwort
  • @ Florian,
    Sind 2 Partyspiele also nicht möglich ?
    Wenn ich so rechne kann es passieren das 42 Punkte nicht für Platz 15 reichen.
    Irre 2. Liga.

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    Antwort
  • Ich hatte vor ein paar Wochen mal prognostiziert, dass 37 Punkte reichen. Glaube das auch immer noch. Aber einen Punkt brauchen wir demnach noch.

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    Antwort
  • Jetzt muss erst mal der Jahn gewinnen. Dann sollte man im nächsten Spiel wenigstens Unentschieden spielen, um nicht auf ein Endspiel im letzten Spiel zu rutschen. Wenn es im letzten Spiel erst entschieden wird, das ist zu riskant und kann in die Hose gehen.

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    Antwort
  • Ich denke auch ein Unentschieden in Bielefeld als es für sie noch um den Aufstieg ging, der hohe Sieg in Wehen, das sollte doch gegen den VFB auch zu einem Punkt reichen, die einzigen Bedenken sind, es ist ein „Heimspiel“ selbst ohne Fans jagt unserer Mannschaft das scheinbar mehr Schrecken ein als dem Gegner

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    Antwort
    • Bei Bielefeld hat der wichtigste Mittelfeldspieler gefehlt, gegen Fürth waren wir völlig farblos und Wehen steht zu Recht dort wo sie stehen – Stuttgart, als Tabellenzweiten, als „gmahte Wiesn“ hinzustellen halte ich für recht bedenklich…

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      Antwort
      • „Wehen steht zu Recht dort wo sie stehen“… und war auch ohne ihren Stammsechser. Ich versteh auch, dass Stuttgart angesichts dessen, dass die jetzt gegen den Wehen, KSC und Osnabrück nur einen Punkt geholt haben, „schlagbar“ erscheint. Aber deren Stärken im Schnittstellenspiel sind schon nah am Kryptonit für unsere Defensive.

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        Antwort
      • Stuttgart, als Tabellenzweiten, als „gmahte Wiesn“ hinzustellen halte ich für recht bedenklich…

        Derzeit ist Stuttgart Tabellendritter punktgleich mit Heidenheim und nicht Zweiter und ich sehe hier weit und breit keinen Beitrag der Stuttgart als gmahts Wieserl darstellt, sondern da steht etwas wie nicht sattelfest gerade gegen Mannschaften aus dem unteren Drittel und das ist derzeitige Meinung der VFB Fans. Wir sprechen ja über die Chancen irgendwas müssen wir holen in meinen Augen 1 Punkt Pflicht und nicht unmöglich. Wir haben nur noch 2 Spiele dann heißt es ..rien ne va plus.

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        Antwort
      • Beim Club gibt’s nur extreme, da wird nichts gemäht. Bei uns brennen Rasen und Wiesen.
        Wenn Geiß am Sonntag nochmal so spielt, kann schon ein Punkt drin sein.
        Aber dann wäre das Zitat hier von Florian umso wichtiger:
        ——
        „Sollte allerdings ein weiterer Sieg gelingen, so würde dieser sehr wahrscheinlich den direkten Klassenerhalt bedeuten. Dieser sollte dann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass sehr viel Arbeit im ganzen Verein nötig ist, um aufzuarbeiten, warum die Saison beinahe in völligem Desaster geendet wäre.“
        ———–

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        Antwort
    • Du wiederholst dich. Ich glaube in Nürnberg wird es nicht so leicht wie gegen Sandhausener, für die es um nichts mehr geht.

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      Antwort
  • Das Bischofshofer Bier hilft sichtlich beim Kämpfen, Rennen und im schnellen Umschaltspiel: Das 2:0 für den Jahn Regensburg gegen den KSC ist soeben gefallen.

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    0
    Antwort
  • Also es sieht ja alles so schlecht nicht aus, Osnabrück und auch St. Pauli, die 0:3 in Hannover zurück liegen, sind jetzt auch noch mit im Abstiegs Lostopf. Welcome Mr. Bornemann vielleicht haben nicht wir sondern er ein Wiedersehen mit seinem Bro Mr. Köllner nach der Saison, wer weiß.

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    2
    Antwort
  • Boah, am Ende wackelte der Jahn nach dem KSC Anschluss doch etwas, das 2:1 hielt aber bis zum Schluß. Glückwunsch zum Klassenerhalt an Regensburg.

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    Antwort
  • Hätte der VFB das am letzten Spieltag geleistet, wären wir praktisch durch.

    Wird interessant: 5:1 gegen 6:0. Wer kann den Schwung mitnehmen?

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    Antwort
    • Deren Boss Tönnies hat jetzt auf jeden Fall erstmal andere Probleme, 400 Corona Fälle in der eigenen Fleischbutze. Corona legt zumindest schonungslos offen welche hygienischen Zustände in unserer Fleischindustrie herrschen.

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      Antwort
  • das ergebnis von heute
    randerscheinung
    absteigen tun se nicht.
    da geht es um ein
    wenig mehr …

    7

    0
    Antwort
  • Neben dem erfreulichen Resultat in Regensburg gibt es aus Stuttgart auch kleine gute Nachrichten.
    Castro mit 10. gelber Karte und damit in Nürnberg gesperrt und Schiedsrichter Patrick Alt wird
    den FCN am Sonntag auch nicht benachteiligen können.

    3

    0
    Antwort
  • Ich finde auch das Spielglück hat sich wieder etwas zu uns geneigt schon die zwei Eigentore für jeweils 1 Punkt können am Ende Gold wert sein. Könnte sein dass uns eines dieser beiden Eigentore am Ende den A….. rettet. Die Ergebnisse auf den anderen Plätzen helfen uns auch.

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    0
    Antwort

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