Zwei blaue Augen müssen den Blick schärfen – Kommentar zur Saison #FCN

Die Saison ist vorbei, der FCN ist mit zwei blauen Augen davongekommen. Dennoch liegt Vieles im Argen – Ein Kommentar

350 Tage lagen zwischen dem ersten und dem letzten Pflichtspiel des FCN in der Saison 2019/20. Doch das ist nicht der einzige Grund, warum diese Saison so lang und kraftraubend war, wie wahrscheinlich keine zuvor. Das lag natürlich zum einen an den Ergebnissen: Noch nie holte der FCN in der Zweiten Liga sportlich weniger Punkte als in dieser Saison, noch nie gewann er weniger Spiele als 2019/20, noch nie kassierte er mehr Tore, noch nie hatte er eine schlechtere Tordifferenz. Es war also in allen relevanten Kategorien außer bei den geschossenen Toren die schlechteste Zweitligasaison der Vereinsgeschichte. Der Klassenerhalt ist also eher ein Geschenk des Modus – und ein wenig des Fußballgottes, der in der 96. Minute ein Tor schenkte

Der letzte ambitionierte Zweitligist, der sich in der zweiten Liga durch die Relegation rettete, war der TSV 1860 München gegen Holstein Kiel. Zwei Jahre später standen die Löwen erneut in der Relegation und mussten absteigen, wurden sogar wegen fehlender finanzieller Ausstattung in die Regionalliga durchgereicht, dazwischen lag auch nur ein 15. Platz. Die abgelaufene Saison also als Ausrutscher anzusehen und schnell zum Tagesgeschäft überzugehen, wäre ein fatales Signal.

Strukturelle und personelle Diskussion nötig

Die Diskussion muss allerdings auf zwei Ebenen geführt werden: Strukturell und personell. Dabei muss die strukturelle Diskussion aber Priorität haben. Dabei geht es zum einen um Wahl und Zusammensetzung des Aufsichtsrats. Hier seien die Worte aus der Analyse des Stuttgart-Spiels wiederholt: „[D]ie Tatsache, dass eine Versammlung von 1000 (überwiegenden) Laien, neun (überwiegende) Laien auswählt, die dann darüber entscheiden, wer Führungskraft eines Vereins wird, der gleichzeitig mittelständisches Unternehmen ist, ist bestenfalls anachronistisch und schlimmstenfalls fahrlässig. Als Nicht-Fachmann gehört nämlich eigentlich – ohne das explizit auf einzelne derzeit Handelnde zu beziehen – eine gehörige Portion Selbstüberschätzung dazu, sich diese Fähigkeiten zuzutrauen.“

Ein Schritt hin zu einem Kooptationsmodell, in dem Teile des Aufsichtsrats benannt werden, um elementare sportliche und wirtschaftliche Kompetenz in ein Kontrollgremium zu bekommen, das sportliches und wirtschaftliches Handeln überwacht, darf kein Tabu sein. Genauso wenig darf es aber in einem mitgliedergeführten Verein dazu kommen, dass die Mitglieder keinerlei Mitspracherecht haben. Um diese Strukturreform zu beschließen, bedarf es aber der Kooperation jener, die derzeit Macht im Verein innehaben. Diese müssen bereit sein, zum Wohle des Vereins Macht abzugeben oder zumindest den Einfluss zu restrukturieren. Das dürfte sich angesichts dessen, dass das Mandat beim FCN für manch einen identitätsstiftend ist, schwierig gestalten.

Struktur darf nicht von Personen abhängen

Die zweite strukturelle Überlegung muss im operativen Bereich geschehen. Statt bei jedem Wechsel auf dem Trainerstuhl oder in der Vorstandsebene die Strukturen und Posten an das Gusto der im Moment verantwortlichen Personen anzupassen, muss eine nachhaltige und dauerhafte Struktur im Verein angelegt werden. So verhindert man einerseits Reibungsverluste durch Kompetenzverschiebungen, zum anderen aber auch, dass Strukturen zu sehr auf die derzeitigen leitenden Angestellten ausgerichtet sind. Leitlinie bei Verhandlungen muss sein, dass der Kandidat die Strukturen anerkennt und innerhalb dieser arbeiten will und nicht komplett restrukturieren und mit neuem Personal besetzen.

Im letzten Schritt wäre es natürlich wünschenswert, wenn die Struktur dann sogar soweit geht, dass sie sich auch auf den Kader auswirkt und hier klare Leitlinien hinsichtlich Ausrichtung und Besetzung herrschen, die unabhängig vom Trainer oder Sportvorstand sind. Viele Aufgeregtheiten innerhalb des Vereins aber auch im Umfeld hätten verhindert werden können, wenn klare Strukturen vorgeherrscht hätten und man sich beim FCN nicht mehrfach in Abhängigkeit von Ideen und Vorstellungen von Einzelpersonen begeben hätte.

Denn dass Einzelpersonen beim FCN schnell ausgetauscht werden, ist ein Faktum. Auch im Zuge dieser Saison wird über die Personalie Robert Palikuca gesprochen werden. Gesteht man dem Sportvorstand zu, dass er in seiner Rookie Season einfach Fehler gemacht hat, er aber eine weitere Chance verdient hat? Oder hält man Auftreten und Ergebnisse der Arbeit des 42-Jährigen für so schwach, dass man sich zum Handeln gezwungen sieht? All das sind legitime Standpunkte und Überlegungen. Sie müssen aber mit den Überlegungen zur Struktur einhergehen, sonst war 2019/20 nicht die letzte Saison am Abgrund.

36 Gedanken zu „Zwei blaue Augen müssen den Blick schärfen – Kommentar zur Saison #FCN

  • Du glaubst doch nicht, daß sich un unserem Verein was ändert. Auf der JHV wird Grethlein zugejubelt, weil er sich als echter Fan erweist. Alles wird schön geredet. Und alles geht weiter wie immer. Und für drei ungeeignete Aufsihcträte kommen drei wieder ungeeignete Aufsichtsräte.
    Palikuca ist da vollkommen unwichtig. Das wird mit jedem Sportvorstand wieder so laufen. Weil es Gruppierungen in unserem Verein gibt, die alles blockieren können, was ihrem Fanverständnis zuwider läuft.
    Bloß nicht zu lange in der Vergangenheit kramen. War halt unheimlich Pech.
    Mich kotzt das alles an.

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      • Du hast den Finger in die bekannte Wunde gelegt. (Vielleicht den Kommentar einen Tag zu früh gesetzt, weil das heute war purer emotionaler Wahnsinn!)
        Ich habe mir sehr oft gewünscht, dass auch hier dazu Stellung bezogen wird.

        Danke für dein klares Statement.
        Ich glaube nicht, dass es umsonst ist, dass man diskutiert und um den richtigen Weg ringt.

        Und ich ahne, dass Doc Grethlein sehr wohl weiß, dass er jetzt erst recht eine immense Verantwortung trägt.

        Hoffentlich gilt:

        https://youtu.be/e7qQ6_RV4VQ

        Nicht abgedroschen, nein hochaktuell!

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          • Ich finde diesen Kommentar keine Sekunde zu früh. Ich kann mich zwar freuen, aber was gibt es zu feiern? Der 2.Liga Verbleib ? Ernsthaft ? Wir waren Aufstiegsanwärter und feiern (?) jetzt den Relegationssieg. Da können manche Fans aber ihre Ansprüche gut an die Situation anpassen.
            Mein Anspruch war, und das kann man hier nachlesen, nie der schnelle Aufstieg. Ich wäre mit einem Platz zwischen 4-8 in Liga 2 auf Jahre hinaus schon zufrieden, selbst wenn der Club dafür nur das Sprungbrett der jungen Talente wäre.

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            • Sehe ich nicht so, mit dem Umfeld, und zumindest dieses Jahr einem Etat, der in ersten Liga Platz 15 entspricht finde ich, kann die 2. Liga nicht dauerhaft der Anspruch sein. Daran ändert sich auch nichts, nach den Ereignissen gestern sowie einer grauenvollen Saison 2019/20. Wie schwer das allerdings ist sehen wir auch nicht zuletzt am HSV, der mit sattem Erstligaetat Jahr für Jahr scheitert. Auch wenn es nach dem Ereignis gestern vermessen klingt, das Ziel auf Sicht sollte schon 1. Liga bleiben, aber dafür müsste sich strukturell einiges ändern. Ansonsten schlichtweg es jedes Jahr aufs neue versuchen. Ein anpassen der Ziele ist ja auch kein Schutz davor hinten rein zu rutschen.

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              • Das heißt ja auch nicht, dass ich einen Aufstieg nicht mitnehmen würde, aber wieviele Jahre scheitern wir schon an unseren eigenen Ansprüchen.
                Aber es ist müßig, sich ständig zu wiederholen, dazu hat Armin bereits schon 1000 mal geschrieben.
                Ein klein wenig Demut gegenüber der 2. deutschen Liga stünde auch unserem Verein auf jeden Fall ganz gut.
                Das Grundproblem bleibt, wie schon Florian schreibt, die Struktur im Verein und da sind wir uns wahrscheinlich alle einig.
                Nur kann ich als selbständiger Handwerker mit der Resignation von Beate und Florian in den ersten beiden Antworten nicht umgehen, dass wir ja doch nichts verändern können.
                Es muß doch irgendeine Möglichkeit geben auf den Verein einzuwirken, wenn so viele Mitglieder (alleine hier bei CU) eine Veränderung herbei sehnen.

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                • Es ist leider Fakt, daß es eine sehr große Gruppe Mitglieder gibt, die den Verein im Herzen tragen, aber überhaupt keine Bereitschaft zeigen, sich rational mit der Problematik auseinander zu setzen.
                  Ich erwarte auf der JHV – wann immer sie stattfindet – daß Grethlein bejubelt wird, weil er den Verein so rückhaltlos supportet hat.
                  Ich erwarte auf der JHV, daß spätestens der 3., der es wagt, nochmal kritisch auf die letzte Saison einzugehen mit Buhrufen zu rechnen hat, weil wir vermutlich wie leider oft die zwei Spiele vor der JHV gewinnen und dann alle schon wieder vom nächsten Aufstieg träumen.
                  Das wird auch Palikuca retten, denn eines versteht er anscheinend glänzend: sich mit der Clubfamilie zu identifizieren und deren Sehnsüchte zu bedienen.

                  Das gestrige Interview von Grethlein im BR zeigt es doch überdeutlich: man wolle JETZT anfangen, alles zu analysieren, es sein noch zu FRÜH, jetzt schon Entscheidungen zu treffen.

                  Wir sind der Katastrophe in dieser Saison knapp entronnen. Noch haben wir die Zweitligalizenz. Aber wenn in der kommenden Saison genauso gewirtschaftet wird wie in dieser, keine wirklich finanzstarken Sponsoren verpflichtet werden, wird am Ende nur durch den Verkauf des Tafelsilbers (Valznerweiher) der Club vor der Insolvenz bewahrt werden. Wobei wurde der von Meeske nicht auch schon beliehen?

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        • Hoffentlich, @Teo, hoffentlich.

          Hoffentlich fühlt sich Herr Grethlein verantwortlich. Und stößt Veränderungen von innen heraus an.

          Bin erleichtert, dass heute nicht viele, viele Millionen (15 Mio. TV-Gelder, ca. 25 Mio. Marktwerte von Spielern laut Transfermarkt.de, da dann ablösefrei) versenkt wurden. Gleichzeitg sind wir weiterhin auf dem Weg zum Zombie – falls diese Chance, die uns heute in quasi letzter Sekunde gegeben wurde, nicht genutzt wird.

          Die Schleusen zum absoluten Abgrund sind dank Schleusener nicht mehr ganz so weit offen.

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      • Der Verlauf der Saison war doch für jeden ersichtlich, dass es ein „Weiter- so“ nicht geben kann. Ich kann mir – aus der Entfernung von 100km – nicht vorstellen, dass es angesichts des sportlichen (und finanziellen) Debakels noch ernsthaft jemanden geben kann, der sich umfassenden strukurellen Veränderungen verweigert.
        Als Erstes gelte es mal zu klären, was aus den „damals“ von Meeske initierten diesbezüglichen Planungen noch zu retten ist bzw. inwieweit man darauf aufbauen könnte.
        Unabhängig von diesen strukturellen Dingen braucht es in meinen Augen trotzdem sofort und unbedingt einen neuen Sportvorstand.

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    • An alle Verantwortlichen die hier mitlesen: bitte springen Sie über Ihren Schatten und nutzen Sie das heutige Glücksgeschenk 2. Liga für grundlegende Reformen, neue Strukturen und die Einbindung ehemaliger Profis zum Wohle unseres Glubbs. Danke!

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  • Oral unterbricht Wiesinger bei PK. Habe ich noch nie gesehen.
    War nicht eure Qualität sondern der Schiedsrichter.
    Unglaublich – schaut es euch an .
    Viele Grüße an alle FCN Fans aus dem Oberallgäu.
    Ich melde mich vor der 1. Pokalrunde wieder.
    Bleibt alle positiv und gesund.
    Freut wir uns zumindest eine Nacht !
    Ich freue mich länger.

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    • Wegen Oral und Kutschke freu ich mich riesig. Charakterlich gehören die Beide. Zur untersten Schublade was die 1. und 2. Liga zu bieten hat.

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        • Haben wir uns groß als schlechte Gewinner hervorgetan?

          Find ich eigentlich nicht, zumindest nicht derart, dass Kritik angebracht wäre. Man kann sich zwar sicherlich immer noch besser Verhalten, aber die Provokationen und Aggressionen ging schon sehr einseitig von Ingolstadt aus, die sich auch große Mühe geben, um uns eben als schlechte Gewinner dastehen zu lassen

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  • Feiner Artikel, aber doch bitte nicht heute nach einem solchen Spiel! Soviel gute und richtige Argumente kann doch heute keiner mehr verarbeiten. Wir sind alle noch delirant.

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  • Glückwünsch von einem
    Sechziger(TSV 1860) ist Liebe auch aus südlich von München

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  • Das Relegationsergebnis attestiert Zweitklassigkeit.Die ganze Saison war eine Zumutung.Solch einen Fußball möchte ich nicht sehen-schon gar nicht von meinem Verein.

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  • Florian hat zu frühem Zeitpunkt, weil irgendwie muss man sich emotional immer noch von dem Ereignis gestern erholen, die Probleme bereits benannt für mich mit den Sätzen…1000 Laien wählen 9 Laien, die dann über das Schicksal und den Weg des FCN entscheiden. Der Modus ist einfach nicht mehr zeitgemäß demokratische Strukturen hin oder her oder schön geredet, aber das funktioniert nicht. Ebenso diese Beispiele mit dem Abstieg in Etappen, ich glaube auch ein weiter so … hat alles nur aufgeschoben wovor wir gestern einfach nur hauchdünn man könnte sagen um Haaresbreite von der Schippe gesprungen sind.
    Hat Palikuca eine 2. Chance verdient, ich würde sagen Nein! ich habe ihn lange supported, vieles sah auf dem Papier gut und arbeitssam aus, aber noch weiter als bis zur Relegation in 95. Minute ansich abgestiegen zu sein kann man ein Ziel mit einem Etat, der sogar in der 1. Liga Platz 15 entspräche, nicht verfehlen.
    Das Resultat insgesamt war zu schlecht. Und sind wir ehrlich die meisten wissen heute noch nicht, nach dem Spielverlauf gestern, warum wir trotzdem nicht abgestiegen sind. Es gibt jetzt Zeit zwar keinen Kahlschlag, das ging bei uns auch jedesmal mal schief, aber sorgsam jeden Stein umzudrehen und zu handeln.

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  • Natürlich ist beim Club viel schief gelaufen in dieser Saison, und einiges aufzuarbeiten.

    Aber verstehen kann ich trotzdem nicht, so einen Kommentar so kurz nach diesem denkwürdigen Spiel gestern zu veröffentlichen. Alles zu seiner Zeit, heisst es zurecht…

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    • Ich freue mich ja auch über den Klassenerhalt, aber gab es denn gestern irgendetwas zu feiern ? Wir hätten doch überhaupt nicht in diese Situation kommen dürfen.
      Und wenn, dann hätten die Jungs beim allerletzten Spiel doch wenigstens eine Leistung wie im Heimspiel zeigen müssen.
      Kann sein, dass ich die Meinung exklusiv habe, aber für mich bleibt bei dem Spiel gestern ein fader Beigeschmack.

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  • Ich denke, wenn Thomas Grethlein, den ich wirklich persönlich sehr schätze, etwas nachgedacht haben wird, dann wird er das Scheitern seiner Mission eingestehen und die Konsequenzen ziehen. Ob es dann besser wird, keine Ahnung, viel Kompetenz ist im Umfeld nicht auszumachen…. Palukuca hat sicher keine weitere Chance verdient, mit einem Vertrag bis 2023 ausgestattet, stehen seine Chancen auf Weiterbeschäftigung jedoch recht gut, angesichts der Flut von geschassten Trainern, die wir sowieso bezahlen müssen. Fatale Situation. Den Finanzvorstand müsste man im übrigen genauso hinterfragen. Seit Meeske wenig gutes passiert auf dem Sektor. Ein erschreckender Mangel an Kompetenz allerorten. Das ist der Club 2020. Eigentlich zum heulen, aber heut freu ich mich trotzdem noch.

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  • Der Michael Wiesinger und der Dr. Grethlein sind Herzensglubberer. Das haben beide gestern in den Interviews im BR oder im ZDF gezeigt, deutlich rüber gebracht. Ob der Robert Palikuca ein Herzensglubberer werden wird, weiß ich noch nicht so genau. Vielleicht hat er gestern in der 96 MInute in Ingolstadt den Energieblitz aus Nürnberg gespürt, als Zigtausende aufschrien, aufseufzten, ausflippten, käsbleich wurden oder einen roten Koipf bekamen, rumkugelten, niederknieten, in die Luft hüpften, Tänze aufführten oder schnell noch die letzte Portion der Beruhigungstropfen in sich hineinschütteten. Wenn er das gespürt hat, dann könnte aus ihm noch was werden beim Club. Schau’mer mal. Es war ja gut, dass er Wiesinger und Galasek zum Club zurück geholt hat. Wobei mir Letzterer ein bisschen zu versteckt eingebunden ist. Vor einiger Zeit habe ich auf Nordbayern.de einen Podcast mit Uwe Wolf (https://www.nordbayern.de/sport/ka-depp-uwe-wolf-der-fcn-und-neues-feuer-1.9697894) gehört. Dem sollte man auch ein Angebot machen und weiter Ausschau halten nach ehemaligen Clubgrößen, die ihre Kompetenzen einbringen wollten. Ich würde unbesehen den Robert Palikuca nach Düsseldorf zurücktauschen, wenn sie dafür den Uwe Rösler hergäben..
    Der Club muss zu seinem regionalen Markenkern zurückkehren, dann könnte es wieder etwas werden. Die Gedankenspiel vom Köllner waren nicht die Schlechtesten. Auch wenn es für ihn als Trainer nicht ganz gelangt hat, aber mit dem Club wieder Fußball mit dem Ball spielen zu wollen und nicht nur gegen den Ball, das habe ich schon ganz gut gefunden.

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  • Für mich ist der große Einfluss der Mitglieder ein Hauptgrund für die schlechte Situation des Clubs.

    Besonders negativ fallen dabei die Ultras auf. Sie wollen einen sportlich erfolgreichen Proficlub, der aber nicht nach Profibedingungen ausgerichtet sein soll. Sie wollen ein Paradoxon! Ein Paradoxon, was langfristig nicht existieren kann.

    Noch dazu sind die Ultras recht wenige, aber dafür sehr gut organisiert. So sind diese natürlich auf der Hauptversammlung überrepräsentiert. Es geht Ihnen im Grunde wenig um den Fußball, sondern nur um die eigene Wichtigkeit. Aus diesem Grund sind sie auch gegen die Weiterführung des Profispielbetriebs in Coronazeiten. Ganz einfach, weil sie sich zuletzt nicht selbst im Stadion inszenieren konnten. Sie reden sich gerne ein, dass ihre Choreos wichtig wären für den Erfolg des Clubs. Ist natürlich Quatsch.

    Plastikclubs wie Leipzig oder Hoffenheim sind vor allem erfolgreich aufgrund hervorragender sportlicher Leistung und dem geringen Faneinfluss. In beiden Clubs wird vom jeweiligen Sponsor wohl weniger Geld bezuschußt als von den meisten vermutet.

    Im Grunde sollten gerade die Ultras ehrlich zu sich selbst sein. Wenn sie das Profifußballsystem doch so ablehnen, warum suchen sie sich nicht einen Amateurverein oder gründen am Besten einen?

    Wäre doch besser als den Club indirekt zu einem Amateurverein zu machen.

    Klar werden die Ultras und die sog. echten Fans den Club nicht aus den Krallen lassen. Jedenfalls nicht solange der Club medial beachtet wird. Darum geht es doch im Endeffekt für die Ultras. Wichtig zu sein! Medial präsent zu sein!

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  • Inhaltlich gehe ich natürlich d’accord, möchte aber doch eines anmerken.

    Genau deshalb mochten viele den Weg Bornemann/Köllner, weil er genau auf so eine strukturelle Integrität hätte hinauslaufen sollen. Ein „gesamtheitlich“ gedachter Verein von der F-Jugend an, bei dem alle Trainer von Jugend bis Profis an einem Strang ziehen und die Vision einer gemeinsamen Spielphilosophie arbeiten.

    Den Weg hätte man weitergehen sollen, auch wenn man die handelnden Personen meinte austauschen zu müssen. Statt dessen hat man alles auf links gedreht. Aber auch manche Fans hatten „kalte Füße“ bekommen, meinten, um die Klasse zu halten, müsse man alles hinten an stellen. Ich erinnere mich an die Diskussionen, dass es eben immer nur um den Moment ginge und man sich Sentimentalitäten wie Philosophien nicht erlauben könne, wenn es um den Klassenerhalt ginge.

    Genau so reden wir jetzt wieder über langfristige Ziele, werden aber ab Saisonbeginn wieder nur vom Moment getrieben sein, dass man wahlweise eben im sichereren Mittelfeld oder um den Aufstieg mitspielen muss und dazu man eben pragmatisch sein müsse.

    Wir predigen Wasser und wollen doch Wein trinken. Sobald es mal nicht kontinuierlich voran geht, kommt die Panik, gerade aus dem Umfeld. Wer hat denn Köllners Kopf gefordert? Bornemann als Verantwortlicher ja nicht, ja nichtmal die Fans im Stadion waren zu hören. Es müssen Kräfte im Umfeld gewesen sein, die sich Gehör verschafft haben, die heute aber immer noch in Deckung sind, wenn man danach fragt, wer denn für die Folgen der Demission von Bornemann/Köllner inklusive der Entscheidungen danach verantwortlich ist.

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    • Die Entlassung von Köllner über den Umweg Bornemann-Entlassung fuchst mich heute noch. Alles Gerede von „Kontinuität“ und „ganzheitliches Konzept“ war Makulatur und entpuppte sich als Geschwafel.

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    • Die ersten Köllner-raus-Rufe im Stadion gab es meiner Erinnerung nach im letzten Hinrunden-Heimspiel gegen den SC Freiburg. Deutlich zu hören, aber vereinzelt. Nach einem laut Medien vollends misslungenem Winter-Trainingslager und einer Auftaktniederlage zuhause gegen Hertha kippte die Stimmung sukzessive und Köllner verlor immer mehr an Vertrauen bei den Fans. Was vor allem auch daran gelegen haben könnte, dass Köllner schlechte Leistungen schönredete.

      Ich fand damals in der Winterpause Deinen Pro-und-Contra-Köllner-Artikel richtig gut, @Alexander. Auch heute noch, weil das Thema immer wieder und immer wieder aufpoppt, sehr lesenswert:
      https://www.clubfans-united.de/2019/01/06/michael-koellner-ja-aber-teil-2/

      Ich zitiere:
      „Man muss versuchen glaubhaft zu machen, dass man dieses Wunder Klassenerhalt mit allen Mitteln wahr machen möchte und gleichzeitig den eingeschlagenen Weg verfolgt. Dazu muss man intern die Reihen schließen, viel Überzeugungsarbeit auch bei Kritikern leisten und den ganzen Verein im wahrsten Sinne des Wortes „mitnehmen“. Dann sind die Aussichten vielleicht auch nicht besser, aber man macht sich als FCN gemeinsam auf die Reise.“

      Die Fans dafür verantwortlich zu machen, dass sie diesen Weg nicht mehr mitgegangen sind, ist paradox. Denn die Bringschuld, die Sinnhaftigkeit dieses Weges zu kommunizieren und dafür zu werben, liegt definitiv bei den Protagonisten. Man hat sich als FCN nicht gemeinsam auf die Reise gemacht. Und man hat meiner Meinung nach nicht glaubhaft gemacht, dass man den Klassenerhalt mit allen Mittel erreichen wollte. Taktik ging vor Galligkeit. Es wurde experiment und es wurde rotiert. Klappt so nicht.

      Der Weg war richtig, die Umsetzung mangelhaft.
      Dass der Aufsichtsrat danach alles auf links drehte und diesen Weg verlassen hat, fand ich ebenso mangelhaft.

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  • Es wäre einfach wichtig zu erkennen, dass nur mit Kontinuität Erfolg kommen kann.
    Kontinuität in Ausrichtung/Spielidee und auch Personal.

    Wobei ich finde, dass der Sportvorstand als wohl wichtigste Person beim Club ausgetauscht werden sollte. Ich habe schon die Verpflichtung eines Sportvorstandlehrlings nicht verstanden. Aber ein Großteil war ja von Palikuca am Anfang begeistert. Meiner Meinung nach aus genau drei Gründen:
    1. schnelle Kaderzsammenstellung (stellt sich im Nachhinein allerdings als schlechte Kaderzusammenstellung heraus)
    2. kam vom Überraschungszehnten Düsseldorf (das er für diesen Erfolg wenig bis nichts beigetragen hat, war allerdings offensichtlich)
    3. tiefe Stimme, knorrige Art und wird lt. Fanüberzeugung den verwöhnten Spielern in den Arsch treten

    Vor gut zwei Jahren haben sich nicht wenige Clubfans keinen Aufstieg gewünscht. Ich habe oft die Meinung vernommen, „in der ersten Liga werden wir doch nur verlieren.“ Dieses „Nicht-verlieren-können/wollen“ vieler Fans ist ein Grundübel für unseren Mißerfolg!

    Köllner hatte nach dem Aufstieg sowas von Recht mit seiner Befürchtung, „dass er die Erstligasaison nicht überstehen wird.“ Wäre der Club vor zwei Jahren Vierter geworden, dann wäre Köllner / Bornemann noch da! Was ein Segen für den Club wäre!

    Meines Wissens war Bornemann in der Erstliga – Winterpause durchaus an interessanten Spielern dran. Es hat dann knapp nicht geklappt und er hat keinen Spieler geholt. Ilicevic zähle ich nicht als Neuzugang – auch weil er beinahe kostenlos war. Bornemann hat aber die sehr wichtige Entscheidung getroffen:

    „Wir werfen keine Millionen raus, für eine kleine Wahrscheinlichkeitserhöhung auf Erstligaverbleib.“

    Sollten wir tatsächlich nächstes Jahr aufsteigen, dann wohl auch dank einer sehr guten Trainerleistung.

    Wie wahrscheinlich wäre es dann, dass dieser (sehr gute) Trainer bei einem dann wahrscheinlich folgenden Abstieg aus der ersten Liga bleiben dürfte?

    Sehr gering!

    Wir kommen wieder zu meiner Ursprungsthese zurück:

    „Fans sollten nur wenig Einfluss auf Clubangelegenheiten haben!“

    Denn gerade die lautstark auftretenden Fans würden im Schnitt pro Saison mehrmals den Trainer rauswerfen, wenn sie könnten.

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  • Man hat oft das Gefühl, dass viele Club-Fans den Aufsichtsrat mit einem Präsidium verwechseln. Oftmals ist dann vom „Aussitzrat“ die Rede, die doch jetzt endlich mal „aktiv“ werden sollen.

    Der Aufsichtsrat hat als Kontrollgremium operativ nicht einzugreifen. Man müsste sich mal vorstellen, dem Joe Kaeser wird vom Siemens Aufsichtsrat vorgegeben wie er operativ seine Firma/Konzern zu führen hat.

    Der ehrenamtliche Aufssichtsrat beruft die beiden hauptamtlichen Vorstände und nur diese Personen führen und leiten den Verein operativ und sportlich. Ob man wirklich sportliche Kompetenz im Aufssichtsrat braucht, um gute Vorstände zu berufen, glaube ich nicht. Ich denke eher, das würde dazu führen, dass die ehrenamtlichen Aufssichtsräte denken, sie können den Job besser als der hauptamtliche Vorstand.

    Ich würde mir wünschen, dass man Robert Palikuca einen fähigen Sportdirektor / sportlichen Leiter / technischen Direktor (oder wie auch immer man diese Position bezeichnen will) zur Seite stellt, um dann im Scounting Team und mit den Kaderplanern (Florian Meier und Kevin Cruickshank) eine anständige Mannschaft zu formen.

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