Der Treffer scheint zu zählen

 
„Die schießen keins mehr. Es ist vorbei, mein Sohn.“
„Tja.“
„Und wenn sie noch eins schießen, wird’s in Köln geprüft und dann zurückgenommen.“
„Noch immer pfeift der Schiedsrichter nicht ab“, sagt die Frau im Fernseher, „na gut, es gab in der Verlängerung eine längere Unterbrechung, weil ein Ingolstädter Spieler am Boden lag, und eine Unterbrechung, weil Ingolstadt nochmal auswechselte…“
„Jetzt rächt es sich, dass unsere Mannschaft im Hinspiel nicht alles klar gemacht hat, da hätte sie mindestens 4:0 gewinnen müssen. Und es rächt sich das Quergeschiebe in der ersten Halbzeit. Da hätte man vielleicht doch ein bisschen Fußball spielen sollen. Jetzt ist es zu spät. Tja, seis drum, dann hat sich die Sache mit dem 1. FC Nürnberg eben erledigt. Aus, Schluss, erlederitzt! Magenta-TV wird es in meinem Haushalt nicht geben.“
„Wieder ein Totalzusammenbruch nach einem Gegentor. Sobald es Widerstand gibt, bricht die Mannschaft zusammen. Da hat sich auch mit Wiesinger als Trainer nichts geändert.“
„Erras noch einmal mit einer Rückzieher-Bogenlampe in den Strafraum und da ist, da ist – Tor! TOR! TOOR! Tor durch Schleusener! Schleusener mit langem Bein! Mit langem Bein spitzelt er den Ball am Ingolstädter Torwart vorbei und der Ball trudelt über die Linie! Der eingewechselte Schleusener mit langem Bein! Wie weiland Max Morlock in Bern…“
„Tja. Jetzt schau’n wir mal.“
„Tja.“
„Grenzenloser Jubel bei den Nürnbergern! Ein Knäuel von Club-Spielern auf dem Rasen,  und mittendrin Schleusener! Mit langem Bein rettet er den neunmaligen deutschen Meister und vierfachen Pokalsieger vor dem Abstieg in die…“
„Zählt das Tor?“
„…dritte Liga. Schleusener und die Auswärtstor-Regel rettet den – doch wird der Treffer überhaupt gegeben? Der Schiedsrichter scheint mit Köln zu sprechen. Abseits war es nicht, das ist im Replay klar zu erkennen, doch ein Ingolstädter Spieler ist zu Boden gegangen. War da eine Rempelei mit Frey oder ist der Ingolstädter ausgerutscht? Das wird geprüft – und der Schiedsrichter zeigt zum Anstoßpunkt! Der Treffer zählt…“
„Offenbar Tor.“
„Scheint so zu sein.“
„Tja.“
„Der Treffer scheint zu zählen.“
„Sieht so aus.“
„Der Treffer scheint offiziell anerkannt worden zu sein.“
„Offensichtlich.“
„Tja.“
„Ja nun.“
„Ja. Also. Tja.“

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59 Gedanken zu „Der Treffer scheint zu zählen

  • Selbst beim Lesen dieses Artikels geht mein Puls nochmal hoch.

    Oh, mein Club! Was machst du nur mit uns?

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    Antwort
  • Da treffen die beiden Bären 1:1 meine Gedanken während des Spiels. Genau so hat sich das abgespielt. Nicht auszudenken was passiert wäre wenn der Treffer vom VAR zurück genommen worden wäre. Ich bin gespannt wie es weiter geht beim Club. Eine Mannschaft kann an solch einem Erlebnis ja auch wachsen und Kraft daraus ziehen. Kann unsere „Mannschaft“ das auch? Reicht es eventuell punktuell einzelne „Quertreiber“ zu entfernen? Und haben die Verantwortlichen erkannt bzw. haben sie die Kompetenz zu erkennen wo die Probleme liegen?

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    Antwort
  • Haben die Verantwortlichen erkannt bzw. haben sie die Kompentenz zu erkennen wo die Probleme liegen und vorallem gehen sie die Probleme auch an? Also man kann da so seine Zweifel haben, wenn man an die Problemlösungen der letzten Jahre und vorallem in diesem Jahr denkt, denn das war alles andere als profihaft.

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    Antwort
  • Die zwei Bären sind ja ruhig geblieben. Hatten die vorsorglich schon Valium genommen?

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    Antwort
    • Zitat Simon:

      „Die zwei Bären sind ja ruhig geblieben. Hatten die vorsorglich schon Valium genommen?“

      Offenbar hatten sie mit dem Club abgeschlossen.

      So wie ich.

      P.S.: Ich weiß auch nicht, ob ich überhaupt noch da bin. Wenn das Gemurkse so weitergeht – und wie soll das mit dieser Mannschaft, die mit den voraussichtlichen Abgängen von Hack und Erras noch schwächer sein wird, anders werden ? -, tu ich mir das nicht weiter an.

      Ich bin doch nicht der Blasarsch von Fürth.

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      Antwort
  • Reicht es Palikuca zu ersetzen? Er machte von Anfang an klar, dass er alle Personalentscheidungen mit seinem Team abgeklärt hat, es sich nicht um seine Alleingänge handelte. Eigentlich müsste das komplette RP-Team ausgetauscht werden. Doch kann sich der Club das leisten, finanziell und zeitlich?

    Oder gibt man RP eine zweite Chance, aus seinen Fehlern zu lernen, es besser zu machen und lässt Konstanz entstehen? Sein Wirken war ja von Beginn an auf 2 Jahre ausgelegt. Woran es dem Kader mangelt, dürfte ihm frühzeitig deutlich geworden sein. Entsprechend sollte er die notwendigen Korrekturen bereits in Angriff genommen haben. Wobei die Trainerwahl elementar sein wird!

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    Antwort
    • Für mich ist er weder von der fachlichen, noch von der Sozialkompetenz her auch nur annähernd für diesen Posten geeignet. Wie man einem Novizen auf dieser Position einen Vertrag bis 2023 (offenbar unabhängig von Leistungen/Ergebnissen) geben kann ist mir wirklich schleierhaft. Für mich ist er ein Blender vor dem Herren und unsere Herren im AR haben sich sauber blenden lassen. Sicheres, selbstbewusstes Auftreten trotz völliger Ahnungslosigkeit muss auch gelernt sein.

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      Antwort
      • Kann mich allerdings erinnern, dass Michael Wiesinger kürzlich öffentlich kundtat, dass er gerne mit ihm zusammenarbeitet, bemerkenswert war meiner Ansicht nach der Nachsatz, dass da etwas zusammengewachsen sei, in der Zusammenarbeit.

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        Antwort
        • Persönliche Wünsche und Seilschaften dürfen da aus meiner Sicht keine Rolle spielen. Genau so etwas können solche Typen wie RP ja ausgezeichnet. Intern ein Netzwerk von Befürwortern aufbauen. Das Ergebnis der Arbeit Palikucas ist desaströs und sein Anteil an der Katastrophe deutlich größer als der der Übungsleiter. Sportlich wie finanziell ein Desaster und das muss meiner Meinung nach zur Trennung führen. Wie gesagt, meine Meinung.

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          Antwort
          • Selbstverständlich bleibt dir deine Meinung ungenommen. Sie ist begründet. Ich bin auch mit seiner Leistung nicht zufrieden. Die Saison war schlecht. Robert Palikuca zu beurlauben ist ganz sicher eine Option. Doch Michael Wiesinger hat sich in den letzten Tagen als offen und integer gezeigt. Denke auch nicht, dass er ein reiner Jasager, ein Wackeldackel ist. Er war in einer starken Position und hätte das so nicht sagen müssen. Deshalb nehme ich seine Aussage, als jemand, der tagtäglich mit ihm arbeitet, bei der Beurteilung Palikucas doch ernst.

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            Antwort
      • Ich finde was man Palikuca sicher nicht ankreiden kann ist es sozial inkompetent zu sein, es gab nun wirklich unzählige kritische Momente, in denen er immer ruhig und sachlich geblieben ist. Was man ihm allerdings ankreiden muß ist natürlich das ruinöse sportliche Ergebnis in dieser Saison mit einem Erstligaetat. Daran muß ein Sportvorstand sich messen lassen und die Verantwortung übernehmen.

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        Antwort
        • Für mich ist sein öffentliches Auftreten mehr als zweifelhaft und wirkt wenig seriös.

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          Antwort
          • Scheint dein persönlicher Eindruck zu sein, das äußere Auftreten war aus meiner Sicht einwandfrei immer.

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            Antwort
    • Ich weiß nicht, ob RP aus diesen Fehlern wirklich lernen kann. Entweder habe ich Ahnung und Gefühl eine Mannschaft mit den richtigen Störken und Typen zusammenzustellen oder nicht. Und nachdem er so danebengelegen ist – bei Kader und 2 Trainern, ist das Risiko nicht gab nochmal ranzulassen, schlichtweg zu groß.

      Das Problem ist allerdings, dass dann Grethlein, der in allen Bereichen ahnungslos und hoffnungslos überfordert ist, einen Nachfolger suchen müsste.

      Es ist also die Wahl zwischen Pest und Colera.

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      Antwort
  • Erstaunlich, wie das Bärengespräch bei aller Freude meine gestrige Gefühlslage wiedergibt.
    So wichtig es für den Verein ist, in der zweiten (!!) Liga zu bleiben – das ist einfach nicht vergleichbar mit anderen grossen Siegen.
    Tja.
    Danke, belschanov.

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    Antwort
  • Bären lügen nicht!
    Bei aller Erleichterung, wer in der Nachspielzeit der Saison, die Nachspielzeit des Spiels braucht um die Klasse zu halten, der hat sich ein Nachspiel verdient

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    Antwort
  • Das zeigen schon die beiden Bären:
    Die Freude liegt im Ungefähren.
    Und es vertreibt kein Doppelbock
    das Fangefühl im Dauerschock.
    Natürlich herrscht Erleichterung
    trotz FCN-Verseichterung.
    Jetzt brauchen wir in vollen Düsen
    schonungslose Analysen
    und statt schwurbelnder Sentenzen
    personelle Konsequenzen.
    Wir brauchen keine Schönheitskur,
    schafft im Verein jetzt Remedur!

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    Antwort
  • And now for something completely different: Jack Charlton gestorben😢 Er hat den irischen Fußball wachgeküsst.

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    Antwort
  • Ich kann immer noch nicht glauben, dass wir dieses mal die glücklicheren waren.

    Und dass ausgerechnet diese Scheißmannschaft am Ende zeigen würde, dass der Club doch nicht immer der Depp ist, ist auch eine seltsame Fügung.

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    Antwort
  • Also ich habe mir gerade die PKnach dem Spiel angesehen und muß sagen, wie Wiese sich da präsentiert ist schon ganz große Klasse, Respekt!!!!

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    Antwort
    • Außendarstellung Wiesingers war Top reicht bei mir für Note 1 in Glaubwürdigkeit, Symphatie, Analyse. Sportlich aber eine 3 Minus dafür war das Rückspiel einfach zu desaströs und unverständlich und endete ja um Haaresbreite in einem sportlichen Desaster. Knapper gehts nicht, das war auf der berühmten Uhr 6 Minuten nach Zwölf.

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      Antwort
  • Weil die Ingolstädter sich so über die lange Nachspielzeit aufgeregt haben:
    3 Tore nebst Torjubel, dazu 4x Spielerwechsel: jeweils 30“ = 3’30“
    Verletzungsunterbrechung Mathenia: 1’00“ (mindestens)
    3x Gelbe Karten verteilt und dies notiert: insg. 0’30“
    Macht zusammen genau 5′ vorgeschlagene Mindestnachspielzeit (verkürzen darf der Schiri nicht).
    Innerhalb der Nachspielzeit: 1x Spielerwechsel und eine weitere Verletzungsunterbrechung = 1 Extra-Minute.
    Also mir is da – ganz sachlich betrachtet – definitiv nix zu großzügig bemessen gewesen.

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    Antwort
    • Zunächst hatte ich mich gewundert, aber das passt schon. Ohne das Tor hätte sich sowieso niemand beschwert, und die Reaktionen von Oral und Kutschke lassen meine Sympathien für die Schanzer nicht gerade wachsen.

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      Antwort
      • Und auch dem FCI war es in der Nachspielzeit übrigens nicht verboten, ein Tor zu schießen.

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        Antwort
  • So eine Relegation ist ja auch ein Duell zweier Trainer. Wiesi hat das wirklich sehr gut und souverän gemacht. Hat sich nicht provozieren lassen und hat den Club sympathisch nach außen repräsentiert.

    Sein Gegenüber eher der Bösewicht. Vielleicht ist Oral privat ein netter Mensch, als Trainer ist er es nach meinem Empfinden nicht. Aber er hat seine Strategie vor dem Rückspiel geändert und hat den Demütigen gemimt. So war Wiesinger nach Orals Worten plötzlich ein sehr angenehmer Zeitgenosse. Und ohnehin könne Ingolstadt nur ein Wunder helfen, schließlich habe Nürnberg die Tür im Hinspiel noch einen Spalt weit offen gelassen. Natürlich wusste Oral insgeheim, dass die Tür durchaus noch ein gutes Stück offen war.

    Dass es die Mannschaft in Minute 96 noch hingebogen hat gestern, war Glück, ohne Zweifel. Es war aber auch Willensstärke, welche man zuvor immer wieder vermissen musste. Wiesinger und Mintal haben der Mannschaft in wenigen Tagen eine Mentalität verklickert, mit der man es schaffen kann und letzten Endes auch geschafft hat. Klasse Leistung von den Beiden.

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    Antwort
    • Na ja wir standen nicht mit einem Bein sondern mit zweien schon in der 3. Liga. Das bitte nicht vergessen bis der Schiedsrichter die Nachspielzeit der Nachspielzeit erfunden hat 90 + 5 + 1 mit satten 6 Minuten. Also ich will nichts schmälern, aber mit dem Rückspiel und der Leistung kann ich mich überhaupt nicht anfreunden auch nicht mit dem Argument nach den 3 Toren war doch toll, daß wir nicht noch 2 weitere aus dem Spiel heraus bekommen haben und nicht völlig auseinandergefallen sind. (Ingolstadt ist nicht der VFB Stuttgart) Wie xxandl schreibt wir waren immer on top unter Wiesinger, sorry ..nur weil wir gegen den 4. der 3. Liga keine 5 Tore bekommen haben?? Nein also das Rückspiel war schon das Gesicht daß wir auch während der Saison unter Canadi und Jens Keller gezeigt haben. Nur diesmal mit einem Happy End, weil es die Auswärtstorregel gibt und Gaus beim Rettungsversuch, der absolut möglich war auch noch ausrutschte, in der Punkterunde wäre das nichts gewesen 0 Punkte. Nach dem emotionalen Rausch sollte man in der Analyse schon sachlich bleiben, damit man die richtigen Schlüsse zieht.

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      Antwort
      • Richtig ist:
        Wie auch schon unter Keller sind wir nach einem Gegentor eingebrochen.

        Der Unterschied ist:
        Während die Mannschaft nach einem Gegentor im Finale 1 in Kiel oder auch zuvor nichts mehr auf die Reihe kriegte, keinerlei Chancen mehr herausarbeiten konnte, war das am Samstag im Finale 2 in Ingolstadt anders. Frey, Dovedan und schlussendlich Schleusener hatten nach dem 0:3 noch nennenswerte Einschuss-Möglichkeiten. Wiesinger hat gut gewechselt und Wiesinger hat der Mannschaft in den Tagen etwas mitgegeben, was man wohl dann Willensstärke nennt.

        Unter dem Strich war unser Erfolg in der Relegation verdient. Das Hinspiel war meines Erachtens die beste Heimleistung der Saison. Dies lag hauptsächlich an deutlichen Veränderungen in Sachen Aufstellung. Im Rückspiel sind wir, ohne Zweifel, da hast Du Recht, wieder in Keller-Zeiten zurückgefallen. Weil wir auch zu passiv waren. Dass es am Ende aber doch noch irgendwie gereicht hat, war Glück, aber auch Willensstärke.

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      • Ein Aufruf zur Sachlichkeit hört sich aus deinem Mund zwar etwas selten an, aber ja, ich bitte darum sachlich zu bleiben und meine Aussage nicht zu verzerren.

        Wir waren am Samstag das bessere Team, haben drei Standards schlecht bzw. nicht verteidigt, haben aber ansonsten nichts zugelassen und hatten die klar besseren Chancen, sowohl in der Anfangsphase, als auch in der Schlussphase der Partie. Gerade, dass wir uns in der Schlussphase mehrere hochkarätige Chancen herausgespielt haben ist definitiv nicht das Gesicht, dass wir unter Keller gezeigt haben, da haben wir diese eher dem Gegner im Konter ermöglicht.

        Ingolstadt ist nicht der VfB Stuttgart, aber Ingolstadt ist nicht weit weg von Wiesbaden und Wiesbaden hatte in Halbzeit eins alle Chancen der Welt um uns richtig abzuschießen – wie sie das Spiel 0:6 verlieren konnten, verstehen sie wohl heute noch nicht.

        Wer zwischen den Relegationsspielen und den Spielen davor keinen Unterschied sieht, will diesen nicht sehen. Oder lässt sich von – für die Saison durchaus sympthomatischen – Einzelfehlern blenden, die für die mannschaftliche Leistung aber nur bedingt Aussagekraft haben.

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        Antwort
        • Ein Aufruf zur Sachlichkeit hört sich aus deinem Mund zwar etwas selten an, aber ja, ich bitte darum sachlich zu bleiben und meine Aussage nicht zu verzerren.

          Sehr sachlich 🙂

          Wir waren am Samstag das bessere Team, haben drei Standards schlecht bzw. nicht verteidigt, haben aber ansonsten nichts zugelassen

          Das ist im übrigen Ingolstadts bekannter Spielstil, daß sie kompakt stehen und auf 2. Bälle und Standards hoffen, das war bekannt, darauf hat selbst Wiesinger in der PK vorher hingewiesen. Ingolstadt war die ganze Saison keine Mannschaft die sich spielstark nach vorne kombiniert. Von Ingolstadt kam im Rückspiel das, was zu erwarten war.

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          Antwort
      • Und von gegen emotionaler Rausch, @Juwe.
        Nach dem 0:3 war ich ganz ruhig, aber völlig apathisch.
        Das war’s dann. Der Club gibt gerade den Löffel ab.
        Finanzielles Fiasko. Womöglich Planinsolvenz.
        An ein glückliches Ende habe ich keinen Gedanken mehr verschwendet.
        Ehrlich gesagt, hab ich das Spiel nach dem 0:3 auch gar nicht mehr wirklich wahrgenommen.

        Somit konnte ich auch erst in der Nachbetrachtung wahrnehmen, dass sich die Mannschaft dieses Mal eben nicht in ihr Schicksal ergeben hat, nicht hilflos wirkte, noch einmal alles reinwarf und sich tatsächtlich im Unterschied zur Keller-Zeit noch einige Chancen erkämpfte. Was natürlich auch Ingolstadt Respekt einflößte und dessen Ambitionen auf ein viertes, entscheidendes Tor dämpfte.

        Von wegen emotionaler Rausch.

        Ich konnte nicht jubeln, als Schleusener traf.
        Weil ich es nicht glauben konnte.
        Nach dem Spiel habe ich meinen Vater angerufen, ob alles okay sei mit ihm nach diesem Spiel.
        Er sagte: Ich brauche jetzt einen Schnaps.
        Ich sagte: Nur zu, wenn nicht jetzt, wann dann.

        Und ehrlich gesagt, bin ich mir jetzt noch nicht hundertprozentig sicher,
        ob Ingolstadts Robin Krauße den Ball nicht doch noch vor der Linie abgrätscht.

        Klar, es war natürlich auch großes Glück.
        Welches man dieses mal erzwungen hat.

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        Antwort
        • Das war das größte Glück überhaupt, dass Krauße da einfach nicht mehr rangekommen ist. Zuerst dachte ich, er hätte ihn noch weggekratzt und hab nur inständig gehofft, dass das erst hinter der Linie passiert ist („bitte bitte lass Schiris Uhr piepen bitte bitte bitte..“) – hab‘ schlicht nicht gesehen gehabt, dass das Ding hinten reingekullert ist..

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          Antwort
          • Das macht die ganze Dramatik schon fast wieder lustig: Ein kurioser Kullerball nach einem recht planlos in den Sechzehner gebolzten Ball entscheidet die Relegation. Mein Gedanke war zunächst nur „hä, ist der echt drin?!?“.

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            Antwort
            • Ja, das beschreibt es ganz gut. Während rings um mich Siegesgebrüll zu hören war, war es für mich erstmal irgendwie unwirklich. Und der zweite Gedanke war: „zählt der? Da ist doch jemand umgefallen, oh weh, das wird bestimmt zurückgenommen. Los jetzt! Hör auf zu prüfen, zeig endlich auf den Anstoß! Echt jetzt? Jaaaaa!!!! das gibt’s doch nicht!“

              Ob wir den Fußballgott strapaziert haben, den „Papst in der Tasche“ (Wiesinger)?

              NEIN!

              Er hat nur seine Schulden beglichen!

              Ein paar davon zumindest.

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              Antwort
        • Klar, es war natürlich auch großes Glück.
          Welches man dieses mal erzwungen hat.

          Gezwungen hängt mir etwas zu hoch dafür kam das schon reichlich spät, aber richtig ist schon, sie haben am Ende alles reingeworfen.

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          Antwort
  • Das war eigentlich unverdientes Glück in einer total vergeigten Saison!
    Eine Sekunde hat darüber entschieden, dass der Club mit dieser Mannschaft wieder mal der größte Depp der Nation gewesen wäre. Gefühlt hat der Club nur Niederlagen und Untentschieden geschafft, auch gegen Gegner, bei denen 3 Punkte nötig und möglich gewesen wären. Mir hat der ganzen Saison über der unbedingte Wille zu siegen gefehlt! Die Mannschaft muss in der nächsten Saison mental besser auf jedes Spiel eingestellt werden.

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    Antwort
    • Schreibt den Schleuse noch nicht ab. Wäre nicht der erste Stürmer, der erst im 2. Jahr zündet. So ein Erlebnis kann eine Initialzündung sein. Schleuse wird unsere Nummer 9 im nächsten Jahr und fester Bestandteil einer Mannschaft mit neuem Gesicht.

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      Antwort
      • Auf jeden Fall, das wollte ich gar nicht in abrede stellen. Ich glaube, dass Schleuse diese Saison einfach noch gebraucht hat, um seine schwere Verletzung zu überwinden. Das ist völlig normal. Jetzt geht er mit richtig emotionaler Power in die nächste Vorbereitung und wird zeigen, was er kann. Er ist für 10 Tore gut, das hat er mehrfach bewiesen und er wird jetzt vielleicht keine 10, aber mindestens einige mehr als diese Saison schaffen.

        Ich bin mir sicher, er wird nächstes Jahr ein Faktor.

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        Antwort
      • Wenn Schleiuse und Dovedan n einem 4-4-2 vorne drin spielten und Geis auf der 10, würden zumindest die 3 erstmals auf ihren üblichen Positionen spielen…

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        Antwort
        • Geis hat als Profi noch nie auf der 10 gespielt. Er hat selbst als 8er nur 12 Einsätze – gleich viele wie als Innenverteidiger…

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          Antwort
          • Wyscout-Datenbank zu den Positionsdaten, Geis seit 2015/16:
            – Innenverteidiger 874 Pflichtspielminuten (u.a. Champions League gegen Liverpool 2017)
            – Rechtsverteidiger 21 Pflichtspielminuten (mit Sevilla gegen Vigo)
            – Defensives Mittelfeld 4242 Pflichtspielminuten
            – Zentrales Mittelfeld 3413 Pflichtspielminuten

            Ist natürlich ne Frage der Nomenklatur, in nem flachen 4-4-2 gibt’s nominell nur zentrale Mittelfeldspieler, aber keine defensiven. Aber ja, klassischer Zehner hat er nie gespielt. Das Problem ist halt, dass er egal wo er im Zentrum ist, immer die Geschwindigkeit vermissen lässt.

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            Antwort
            • Reicht doch wenn er den Ball schnell macht 🙂 ..und wenn der dann auch noch ankommt. Aber das mit dem Geschwindigkeitsproblem hat man auch aus Köln gehört. Dennoch meine ich die Fähigkeiten mit dem Ball sind einen Tick höher zu bewerten als nur rennen.

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              Antwort
              • Das war aber in den 1970ern und 1980ern, da war das Spiel insgesamt langsamer. Das was Geis richtig gut kann gibt es heute nicht mehr, den klassischen Stehgeiger kann sich heute keine Mannschaft mehr leisten 😉

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                Antwort
        • Zwei dieser drei Herren können meinetwegen spielen wo sie wollen, aber bitte nicht mehr beim Club.

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          Antwort
  • Ich seh’s so: Am Samstag in Ingolstadt war für den Club endlich einmal – selten genug – Zahltag des Glücks. Oft genug hat das Glück die andere Seite ausgezahlt.

    Und wir sollten’s nehmen, wie’s gekommen ist. Danke, Schleusener, danke, Clubmannschaft, danke Wiesinger & Mintal.

    Und jetzt, Ihr Club-Verantwortlichen: Ärmel hochkrempeln, analysieren, Schlüsse ziehen, Entscheidungen treffen.

    Und einen Fünf-Jahresplan für den Club 2025 aufstellen: Solide aufbauen mit einer ausgewogenen Mischung aus jungen und erfahrenen Spielern, zukunftsorientierte Profi-Strukturen im Verein schaffen, geeignete und willige Großzügigkeitssponsoren gewinnen, ein modernes Stadion bauen!

    Und endlich, endlich mit uns Mitgliedern, Fans und der Öffentlichkeit regelmäßig, offen und konsequent kommunizieren. Das und nichts anderes nennt sich Fan-Bindung.

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    Antwort
    • Hmm… „Fünfjahresplan“.. das klingt gefährlich… „vorwärts immer, rückwärts nimmer“… „einholen und überholen“…

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      Antwort
      • Nun es gibt keine Firma die keine solchen mittel- und langfristige Planungen betreibt, das Problem sind ja nicht die Fünfjahrespläne als solche, zum Problem können sie werden, wenn man den Status Quo falsch einschätzt und wenn man am Publikum vorbeiplant. Man sollte seine Kunden nicht unterschätzen, aber eben auch nicht denken, dass man sie erziehen kann.

        Ein mittelfristiger Rahmen bedeutet auch nicht, dass man nicht spontan und flexibel innerhalb dieses Rahmens auf neue Herausforderungen reagiert und man muss auch immer wieder überprüfen ob die Annahmen und Ziele weiterhin sinnvoll sind. Wenn sich die Rahmendaten verändern, müssen auch die Pläne angepasst werden.

        Auf eine Zukunftsplanung zu verzichten halte ich aber für gefährlich, denn man sollte sich immer Ziele setzen, nur wenn man diese klar formuliert, dann hat man auch die Möglichkeit die Qualität des Tagesgeschäfts einzuschätzen.

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        Antwort
    • Dein Wort in (Fussball-)gottes Gehörgang, allein mir fehlt der Glaube!
      Wenn Grethlein im BR Interview direkt nach dem Spiel sagt man werde sich jetzt (wie bitte?!?) zusammensetzen und anaylsieren und anfügt er möchte sich diesbezüglich nicht auf einen Zeitrahmen festnageln lassen, dann hoffe ich nicht auf Besserung.

      Meeskes e.V.olution Reformversuch ist (selbst unter großer Transparenz und Einbindung der organisierten Fans/Mitglieder) krachend gescheitert
      https://www.fcn.de/news/artikel/1-fc-nuernberg-evolution-startschuss-zur-diskussion/
      Mittlerweile wurde das Projekt wohl eingestellt, ich finde zumindest die online Präsenz die es dazu einmal gab nicht mehr.

      Ein Ergebnis der Diskussion war damals, dass ohne entsprechenden Geldgeber eine Strukturreform/Ausgliederung keinerlei Erfolgsaussichten hat. Warum aber können sich „Dorfvereine“ wie Sandhausen und Heidenheim im Profifussball etablieren und stehen wirtschaftlich top da, während der FCN seit Jahren per tout keine potenten Geldgeber auftreiben kann? Mangelndes Interesse kann es nicht sein, Zuschauerquote am Samstag: 3,2 Mio (!) und Stoff für überregionale Aufmerksamkeit liefert der FCN ja auch regelmäßig.

      Vielleicht habe ich Muße und schreibe mir die nächsten Tage einiges von der Seele. Bin gespannt wie das hier aufgenommen würde.
      Bis dahin: genießt die herztropfenfreie Zeit und man liest sich spätestens am 11.09.2021, wenn der FCN Zirkus (genauso wie davor) wieder weiter geht. Immerhin in Liga 2!

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      Antwort
  • Zitat Hollmichel:

    „Ein Ergebnis der Diskussion war damals, dass ohne entsprechenden Geldgeber eine Strukturreform/Ausgliederung keinerlei Erfolgsaussichten hat.“

    Dass es keine „entsprechenden Geldgeber“ gab und dies der Grund für den Abbruch der Ausgliederungsinitiative war, wurde von Vereinsseite nicht so kommuniziert. Oder bin ich nicht richtig informiert. Der Grund für den Abbruch der Initiative wurde meines Wissens nicht genannt. Die Sache ist halt aus welchen Gründen auch immer (keine Aussicht auf Zustimmung der Mitglieder?) „eingeschlafen“.

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    Antwort
    • Soweit ich das in Erinnerung habe hat Meeske das u.a. abgeblasen weil eine steuerliche Prüfung ergeben hat, dass eine Umwandlung weg vom e.V. (ohne Investor) mit einer steuerlichen Mehrbelastung im niedrigen 7-stelligen Rahmen verbunden wäre. In einem Statement stand einmal ziemlich explizit: Ohne Geldgeber keine Option. Geldgeber war und ist nicht vorhanden, deshalb „eingeschlafen“.

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  • Den Ausgliederungsenthusiasten sollte ins Stammbuch geschrieben werden das es nix bringt nur plötzlich Geld zu haben.Es muss dann auch professionell eingesetzt werden.
    Darüberhinaus ist auch noch sehr entscheidend wieviel Geld dann zur Verfügung steht.Man kann sich gerne mal Hertha ansehen-der erste Investor kkr brachte exakt soviel Geld mit das die Jahresbilanz bei plus 5Mio stand(Hertha war faktisch pleite zu diesem Zeitpunkt).Der zweite Investor Windhorst kann nur wegen der derzeitigen Coronasituation die Abstände zu vergleichsweise finanzstärkeren Vereinen einebnen, ob das langfristig hilft die erwarteten sportlichen Sprünge zu tun, wird sich erst noch zeigen.Modelle mit Gönnern a la HSV sollte man eigentlich erst gar nicht starten.Und ein Investor beim Club-mehr als in Aufstiegsnähe zu kommen wird da kaum drin sein-die Abstände und die gewollte Zementierung des Status Quo durch die TV Geld Verteilung, ermöglicht kaum große Sprünge.Eventuell erwischt der Club mal ein passendes Zeitfenster-Änderung der TV-geldverteilung plus Investor plus vorhandene sportliche Kompetenz, aber das sind dann schon drei Faktoren, die passen müssten.
    Wichtiger wäre als allererste Maßnahme endlich aus der Tradition keinen Zwang für die Gegenwart, im Sinne einer übersteigerten Anspruchshaltung ,abzuleiten
    Im Moment sind wir letzter der zweiten Liga, von da aus muss gestartet werden, nicht von x-Meisterschaften des letzten Jahrtausends

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  • Ishak scheinbar vor Wechsel nach Polen, gute Reise! .. auch von ihm einfach zu wenig in den letzten 2 Jahren.

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    • Ishak in 3 Jahren eine gute Vorrunde und sonst nichts gekommen. Beim 2:0 für Ingolstadt seinen Gegenspieler ganz alleine einlaufen lassen einfach stehen geblieben. Viel Erfolg in Polen!

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