Mit Wagenburgmentalität und Aber-Gelaber wider die Aufarbeitung

Eine weitere Wortmeldung zu Außendarstellung und Kommunikation in einer missratenen Pressekonferenz

Die Gesamtperformance der Pressekonferenz vom Dienstag war nicht nur ob technischer Probleme inkl. unzulänglicher Moderationsversuche (man soll auch schon Konferenzen mit Stummschaltung aller Beteiligter gestartet haben…) von Beginn weg unter einem schlechten Stern, eine unzureichende Rhetorik nebst deplatzierter Enthüllungen und unglücklicher bildlicher Vergleiche gaben dem Gesamteindruck den Rest. Rein inhaltlich wurde hier im CU-Magazin ja bereits die Kritik artikuliert, was noch zu kurz kam ist die Kritik an der Außenwirkung in ihrer Gänze, die dem Verein sicher nicht gedient haben dürfte.

Die Mischung aus zur Schau gertragener Larmoyanz verschmähter Zuneigung und Hingabe verbunden mit einer trotzigen Wagenburgmentalität, die Robert Palikuca, mehr noch aber Dr. Grethlein, in der Pk an den Tag gelegt haben, wäre fast allein Grund einen Schlussstrich zu ziehen. Wenn Statements mit der Betonung der “eigenen Fehler” beginnen, dann aber schnell und mehr oder minder verklausuliert mit einem “…, aber” fortgeführt werden, ist das schon immer ein untrügliches Zeichen dafür gewesen, dass es mit der tiefen Selbsteinsicht wohl nicht weit her ist.

Zur Erinnerung: Weder war dieser Abstieg ein Betriebsunfall aufgrund höherer Mächte noch war die Relegation eine Ehrenrunde. Die Rettung in letzter Sekunde war nicht verdient, sondern zumindest im Zustandekommen am Ende schlichtweg Dusel. Verdient hätte die Leistung über die ganze Saison hinweg nur eines: den Abstieg. Wohlgemerkt: Die Leistung des gesamten Vereins rund um die Lizenzspielermannschaft über eine ganze Saison, inkl. Personalentscheidungen, Kommunikation, Krisenmanagement und – last but not least – sportliche Leistung. Natürlich sind dabei keine “monokausalen Zusammenhänge” zu identifizieren, wie Dr. Grethlein als Rechtfertigung der handelnden Personen referiert. Vice versa muss aber genau deshalb die Aufarbeitung umso schonungsloser sein, gerade weil man als Beobachter schon gar nicht mehr weiß wo man mit der Kritik anfangen und wo aufhören soll.

 “Diese Entscheidung hat nichts mit der geleisteten Arbeit von Robert Palikuca zu tun. Mit der sind wir sehr nämlich sehr zufrieden. Es geht um die Zukunft – und wir wollten nicht mit einem großen Rucksack in die neue Saison gehen.” Dr. Grethlein

Mit schonungsloser Einsicht in eigene Unzulänglichkeiten zu starten wäre notwendiger gewesen als die Trennung von Palikuca zu einem kaum verständlichen Zeitpunkt untermalt von pathetischer Kommunikation, die den scheidenden Top-Manager eher zu verteidigen schien, seine Leistung lobt und in der Argumentation damit zum Bauernopfer stilisiert, das nur die Medien und das Umfeld eben jetzt fordern. Niemand spricht Herrn Palikuca jegliche Erfolge ab, mit einem “Top-Kader” und mit weitgehend freier Hand in seinen Entscheidungen ist er eben an seinen Kernaufgaben gescheitert. Da hilft auch kein Wunder in der Nachspielzeit in der Bewertung. Oder wie es Dr. Grethlein vielleicht beschreiben würde: Den verdorbenen Brei macht auch der überraschend erträgliche letzte Bissen nicht rückwirkend zum Gourmet-Gericht vom Sterne-Koch.

Wäre das nicht schon genug gewesen, hatte die Pk noch andere Überraschungen zu bieten. So die erstmalige Bekanntgabe davon, dass es neben des einen bekannten Vorfalls noch weitere massive und handfeste Drohungen rund um den Verein im Laufe der Saison gegeben haben soll. Ist dies in der Sache vollkommen inakzeptabel und zu verurteilen, ist die Art und Weise der Bekanntgabe auch mehr als kritikwürdig. Während die Journalisten sachliche Fragen formulierten, versuchte das Duo Palikuca/Grethlein dieselben quasi mit in die Haftung für diese Vorfälle zu nehmen. Die Kritiker in den Medien haben wohl unterschätzt, was für Auswirkungen man habe. Diese – wenn auch erneut verklausuliert formulierte – Medienschelte ist inakzeptabel. Natürlich hat auch die Presse Grenzen einzuhalten, die beginnen aber nicht damit auf berechtigte Kritik an der Leistung rund um Profisport zu verzichten. Hier wird ein Kausalzusammenhang hergestellt, der nicht nur deplatziert, sondern auch gefährlich ist.

Ja, Respekt für handelnde Personen ist wichtig – aber eben auch vorhanden. Tatsächlich ist gerade die Nürnberger Medienlandschaft im landesweiten Vergleich eher fast handzahm bis wohlgesonnen. Und sachliche Kritik zu äußern ist keine Respektlosigkeit, sondern notwendige journalistische Aufgabe. Auch Herrn Dr. Grethlein ist seine Leidenschaft und sein Engagement für den Verein unbenommen und wurde – nicht nur hier – immer wieder gewürdigt. Selbst als der Kanon der Kritiker am Auftreten seiner Person in den Relegationsspielen mit Zigarre und Bierflasche landesweit Häme in den sozialen Medien erzeugte, wurde dies eher im Tenor als “charmant” und “menschlich” rund um den Club verteidigt. Wenn man sich dann aber auf die Bühne setzt, um die notwendige Trennung vom selbst ausgewählten Sportvorstand zu verkündigen, ihn quasi im gleichen Atemzug aber von Schuld weitgehend freispricht – und damit sich selbst gleich mit – , ist das ein Dolchstoß für all jene, die ihm und dem aktuellen Gremium immer die Treue hielten und das Vertrauen schenkten, aus den gemachten Fehlern ernsthaft lernen zu können.

Herr Dr. Grethlein setzt wieder mal auf Ruhe, Besonnenheit und Zeit – aber genau die hat man in der Branche nicht, vor allem dann nicht, wenn man Defizite aufzuarbeiten hat. Gerade das hätte man nach den langwierigen Entscheidungsprozessen der Vergangenheit resümieren können. Gerade wenn man auch lang abgewogene Entscheidungen regelmäßig nachträglich wieder mal korrigieren muss. Wie bspw. Herrn Palikuca als Sportvorstand einzusetzen. Denn ganz objektiv betrachtet: Die Saison war nicht nur eine verlorene, sie war ein Rückschritt. Und verantwortlich der Vorstand Sport.

Zeit kriegt man selten geschenkt, man muss sie sich erarbeiten – bspw. durch gute Vorbereitung auf mögliche Eventualitäten, das ist trotz der schon vor Ausgang der Relegation absehbaren Trennung von Palikuca offenbar wieder nicht geschehen. Auf die verlorene Zeit angesprochen in der PK reagierte man überaus dünnhäutig. Der Aufsichtsrat (AR) als Gremium und Dr. Grethlein als sein Vorsitzender hat sich aber keine Zeit mehr “verdient”, sondern muss jetzt liefern. Der AR ist das aktuell verantwortliche Gremium und in der Bringschuld, um jetzt schnell, führungsstark und vor allem fachkompetent zu agieren – oder sich hierfür die notwendige Kompetenz hinzuziehen. Nun wieder Wochen vergehen zu lassen, um dann nach epischen Auswahlprozessen die Verantwortung doch nur wieder an einen Sportvorstand zu übertragen, für den man auch wieder erstmal Zeit als Vorschuss einfordert, wäre ein fatales Zeichen und nur die Wiederholung eines ständig wiederkehrenden Musters. Sich in Auswahlprozessen und großen Abstimmungsrunden zu verlieren ist kein Zeichen von besonderem Verantwortungsbewusstsein, sondern zeigt doch viel mehr, dass man eine verantwortliche Entscheidung scheut und sich lieber vorweg ein Alibi für das nächste Scheitern sichert. Spätestens dann wäre es vielleicht das nun wirklich entscheidende Signal an die Vereinsmitglieder, dass für den Aufsichtsrat als Gremium in dieser Form und mit den Aufgaben, mindestens aber in seiner Zusammensetzung, die Zeit abgelaufen ist.

89 Gedanken zu „Mit Wagenburgmentalität und Aber-Gelaber wider die Aufarbeitung

  • Oberflächlich betrachtet hat sich der FCN mit der PK einigermaßen stilvoll aus dem Niedergang gerettet, ohne Nachtreten, ohne öffentliches Gezeter. Auch wenn Ton und Bildqualität etwas provisorisch wirkten. Doch zumindest dürfte dem neutralen Fußball-Interessierten das “Depp” dieses mal nicht sofort in den Sinn gekommen sein, wenn er an den Club denkt. Immerhin.

    Gut aber, Alexander, dass du den Inhalt der Statements kritisch hinterfragst! Insbesondere die unsägliche Behauptung, der Club habe genug Zeit…

    RP muss gehen, weil man in Zukunftsfragen unterschiedlicher Ansicht war. Diese Differenzen müssen aber sehr schwerwiegender Natur sein, wenn man dafür seinen Sportvorstand entlässt, mit dessen in der Vergangenheit geleistetem man scheinbar zufrieden ist! Gleichzeitig aber bleibt es bei den von RP für die Zukunft vorbereiteten Transfers bzw. Personalentscheidungen. Und der wegen massiver Unstimmigkeiten Entlassene darf noch 2 Wochen sein Amt ausüben? Hier passt doch nichts zusammen!

    Sehr schade, dass die Medienvertreter nicht näher nachbohrten!

  • Danke Alexander für deinen Kommentar. An den Verantwortlichen wird er abprallen wie immer. Herr Dr. Grethlein hat darauf hingewiesen, daß die ehrenamtlichen Aufsichtsräte sich zwei Tage Zeit genommen haben um in 6- und 7-stündigen Sitzungen alles mit Palikuca durchzudiskutieren. Und gemeint, von einem ehrenamtlichen Aufsichtsrat können man doch nun wirklich nicht mehr Einsatz erwarten.
    Die Einsatzzeiten sind vielleicht okay. Der Zeitpunkt dafür zeugt von einem Dilettantismus, der in nichts zu überbieten ist. Man könnte wirklich glauben, daß die Aufsichtsräte, die bis auf einen ja nun schon Jahre in dem Metier unterwegs sind, irgendwann kapiert haben, daß Zeit das Wenigste ist, daß man sich nehmen darf. Weil im Fußball mit Sicherheit gilt “wer zuletzt kommt, den beißen die Hunde”
    Ein neuer Sportvorstand, der sich erst im August überhaupt erst einmal den Kader ansehen muß und rausfinden muß welche Spieler bleiben sollen, wie der Kader sinnvoll ergänzt werden muß, um einen von ihm gewählten Trainer dann auch eine Chance zu geben, gut in die Liga zu starten … wie soll das gehen bei einem Bundesligastart im September? Soll der Trainer durch Handauflegen alle Spieler zu einer Mannschaft formen und ihnen den Geist einhauchen, damit sie sein Spielkonzept umsetzen können?
    Ich bleibe bei meiner Idee: sie scheint mir angesichts des Versagens unseres Aufsichtsrates die einzig sinnvolle Lösung, die uns noch irgendwie in der kommenden Saison wettbewerbsfähig halten könnte: die vorhandenen ehemaligen Spieler (Mintal. Galasek, Wiesinger), die sportliche Kompetenzen haben und zurecht im Verein angestellt sind, in welcher Aufteilung auch immer auf die vorhandenen Posten verteilen und ihnen die Handlungsfreiheit geben SOFORT mit der Kaderplanung zu beginnen, nachdem sie sich auf ein Spielkonzept geeinigt haben. Cotrainer haben wir genug, die dann Mintal zur Seite stehen können, um die Spieler auf die Saison vorzubereiten. Scouts haben wir ja anscheinend auch genug, damit die dann gezielt nach dem von den Dreien vorgegebenen Profilen suchen können. Und Mintal und Wiesinger haben die Kompetenz, um einen Kader zu einer Mannschaft zu formen in einer Vorbereitungszeit.
    Grethlein sollte sich die erneute Suche nach einem Sportvorstand sparen. Er und sein Gremium werden mit Sicherheit sowieso nur wieder in die Scheiße greifen.Und Geld für so einen Fehlgriff sollten wir auch nicht mehr verpulvern.

  • 100 % Zustimmung!

    Ohne Änderungen in Struktur, Aufbau und Wirken von AR und Vereinsstruktur sehen wir sich hier wiederholende Muster.
    Diese Spirale kann nur nach unten führen.
    Wieder einmal fragt man.sich: Quo vadis FCN?
    Nachvollziehen kann ich dieses Setup mit RP und MW in keinster Weise.
    Ein absolut gescheiterter und bereits entlassener Manager führt den Betrieb noch weiter..?

    • Da hast du Recht und statt daß sich der Aufsichtsrat jetzt wieder auf eine Suche nach Mister X begibt, den er eh nie findet, sollten sich die 9 bis zur JHV zusammen setzen und eine neue Satzung entwickeln, die diesem Dilettantismus ein Ende bereitet. Corona könnte da die große Chance sein, daß solch eine Satzung auch wirklich beschlossen werden kann, ist es doch angesichts der Pandemie offenbar möglich die JHV auch via Internet stattfinden zu lassen. D.h. die Gefahr, daß unter den normalerweise bis etwa 1000 anwesenden Mitgliedern eine Sperrminorität jede Veränderung Richtung Professionalität bewußt verhindert, ist übers Internet nicht gegeben. Da kann man drauf hoffen, daß bei entsprechender KOmmunizierung der Satzungsänderung im Vorfeld auch genügend Mitglieder gefunden werden können, die dem zustimmen.
      Voraussetzung natürlich: so eine Satzungsänderung ist besser gemacht.

  • Was kann man tatsächlich aus der Pressekonferenz ziehen oder kann man überhaupt etwas daraus ziehen?

    Für mich war das ganze mehr symbolisch oder politisch. Ziel war es zu Zeigen
    – wir reagieren auf die Katastrophensaison
    – wir haben analysiert und nicht hektisch agiert
    – es ist eine gemeinsame Entscheidung des Führungskreis
    – Palikuca ist eigentlich ein guter Mann

    Wie kommt es bei uns an
    – es wird nicht hektisch gehandelt, aber der Club wirkt träge und ob ein Konzept vorliegt ist unsicher
    – unklar wer jetzt für die wichtigen Planungen kurzfristig und langfristig strategische Planung zuständig ist und ob jemand dafür kompetent ist. Es wirkt so als würde Grethlein darauf vertrauen, dass es im Notfall schon alles Wiesinger richten wird. (Hoffentlich wird jetzt Wiesinger nicht zum Zweiten Mal verheizt)
    – bei Palikucas Ausführungen geht es darum, das er sein Gesicht einigermaßen waren kann und nach seinem ersten Job in voller Verantwortung nicht komplett verbrannt ist. (Hoffentlich hat der FCN dadurch auch finanziell etwas, was die Abfindung für ihn angeht)

    • Vermutlich wird uns bei Palikuca eine Neuanstellung nicht viel Geld retten. Ich vermute, daß er wie Bader wohl auch eher eine Abfindung bekommt und danach in Ruhe seinen nächsten Posten antreten kann.

      • Aber der sanfte “Abschied” sollte sich in einer geringeren Abfindung wiederspiegeln.

  • Reden wir doch mal über den wirtschaftlichen Schaden, den Herr P. angerichtet hat.
    Was mich wirklich entsetzt, ist die Tatsache, dass gute Spieler wie Erras jetzt ablösefrei zu anderen Vereinen gehen können. Warum wurde in der neuen Saison kein Vertrag ausgehandelt. (Gut Erras soll sich sehr gebunden fühlen …). Andere Spieler haben ewig lange Verträge …
    Letztlich ist das doch wohl auch als ein Versagen des AR zu betachten.

    • Erras war ja doch ein Wackelkandidat in mehrfacher Hinsicht: Ist er fit und kommt zu alter Leistungsfähigkeit, ist er nicht zu halten, ist er weiter verletzungsanfällig und wie aktuell bei maximal 60-80 %, ist er auch dem Club keine Hilfe. Da würde ich den Verantwortlichen keinen Strick draus drehen, ihm prophylaktisch keinen Rentenvertrag angeboten zu haben – und Erras wird, was er ja auch nicht getan hat, keinen Vertrag unterzeichnen, der ihm keine Sicherheiten bietet und zugleich seinem möglichen Potenzial nicht entspricht. Wenn er zu Bremen geht, was im Raum steht, wird er wahrscheinlich ad hoc weit mehr verdienen als absehbar bei uns.

  • Der Verein muss die sportliche Ausrichtung vorgeben, nicht ein neu bestellter Sportvorstand. Der Sportvorstand hat sich an die sportlichen Richtlinien des Club zu halten. Unser NLZ muss liefern und würde dies auch gerne tun. Wenn wir beim FCN immer darauf warten, was ein Sportvorstand will, kommt das raus, was wir haben: ein Schlingerkurs ohne klares Ziel im sportlichen Bereich. Das muss Michael W. dem AR möglichst bald verklickern.

  • Lieber Alex, das ist wunderbar zusammengefasst. Wirklich großes Lob an euch alle von CU für eine hervorragende Saisonleistung!

    • Hecking als neuer Sportvorstand? Was soll man den davon halten🤔
      Habe vor ein paar Tagen mit einem befreundeten Gladbachfan gesprochen und gesagt, dass Hecking bestimmt wieder bei uns auftaucht….war aber mehr ironisch gemeint

      • Lustig, ich habe das gleiche gestern mit einem Kumpel durchdekliniert: Hecking als Sportvorstand, enge Abstimmung mit Wiesinger und NLZ. Auch das war eine Mischung aus Wunschdenken und Fantasie…
        Ich fände Hecking aus mehreren Gründen gut. Der Wichtigste vorneweg: Ich denke, dass kein neuer Sportchef die nötige Zeit zur Einarbeitung hätte, um dann noch Trainer und Kaderumbau rechtzeitig und sinnvoll hinzubekommen. Es kann also m.E. nur heißen: Nächste Saison keine Zielsetzung außer Drinbleiben und das Jahr nutzen, um Weichen zu stellen. Mit einem nachhaltigen Spielkonzept, am besten zusammen mit dem NLZ entwickelt. Mit sinnvollen Vertragsverlängerungen und entsprechenden Transfers. Und diesen Sommer an Stellschrauben drehen. Für das alles braucht man einen Vorstand, der Erfahrung und sportliche Expertise mitbringt, der mit dem Druck in einem chaotischen Traditionsverein und in dessen Umfeld klarkommt und sich nicht aus der Ruhe bringen lässt. Und vor allem: Den man nicht gleich in Frage stellt. Er muss also ein Standing haben in der Fußballwelt, noch besser eines beim Glubb. Und das alles hätte Hecking. Und es hätte wohl bei vielen zur Folge, dass sie die Zukunft nicht mehr ganz so pessimistisch sehen. Und wenn es nur deshalb wäre, weil da ein Mann wäre, mit dem es vielleicht besser werden KÖNNTE.
        Natürlich war er noch nie Vorstand, natürlich hat er noch vor zwei Wochen gesagt, er sieht sich als Erstligatrainer. Ich kann mir aber durchaus vorstellen, dass das Jahr beim HSV ihn dazu gebracht hat, sich auch mal weg vom Trainerstuhl zu orientieren. Und, man darf ja noch ein wenig romantisch sein: Hecking hat mit Sicherheit noch eine hohe Identifikation mit dem Glubb. Immerhin war das sein Durchbruch als gestandener Erstligacoach. Und ich bin mir sogar sicher, dass er sehr genau weiß, dass sein überstürzter Abgang damals eine der Wurzeln des folgenden und bis heute anhaltenden sportlichen Übels war. Vielleicht würde sich ja ein Kreis schließen.

        • Es kann also m.E. nur heißen: Nächste Saison keine Zielsetzung außer Drinbleiben und das Jahr nutzen, um Weichen zu stellen. Mit einem nachhaltigen Spielkonzept

          Nur blöd, dass Hecking für reinen Pragmatismus steht und gerade nicht für ein Spielsystem, für attraktiven Fußball oder gar für eine moderne Trainingssteuerung und innovative Konzepte. Mit Hecking mag man den Status Quo halten, aber es ist so gut wie ausgeschlossen, dass man mit Hecking etwas verbessern kann.

          Und ob Hecking mit dem Druck in einem Traditionsverein umgehen kann? Mag sein, dass er sich da nicht mehr aus der Ruhe bringen lässt, beim HSV hat er auch mehr oder weniger sich selbst dabei zugeschaut wie er das Saisonziel verfehlt. Und bei uns hat Bader immer wieder über die finanzielle Grenze gehen müssen, um Hecking eine konkurrenzfähige Mannschaft hinzustellen. Keine Ahnung ob es einen anderen Trainer gegeben hätte, der das besser gemacht hätte. Im Nachhinein muss mana ber sagen, Hecking war für uns zu teuer, hat nichts aufgebaut und am Ende hat diese finanzielle Überforderung dann zum Niedergang mit beigetragen.

          Natürlich war er noch nie Vorstand, natürlich hat er noch vor zwei Wochen gesagt, er sieht sich als Erstligatrainer.

          Und bei uns hat er eine Woche vor dem Abgang erzählt, dass er sich gar nicht vorstellen könnte wegzugehen. Wenn man einen Mann sucht, den sein Geschwätz von gestern nicht interessiert, dann scheint Hecking perfekt zu sein.

          Und er wäre auch wieder eine Personalie Marke Experiment. Mal wieder ein mensch, der das Amt noch nie ausgefüllt hat und bei dem man nur hoffen kann, dass er es kann. Es gibt jetzt auch nicht so viele Trainer, die danach als Sportvorstand reüssiert wären. Aber warum nicht wieder ein Experiment, hat ja bei uns immer super geklappt, gerade der letzte Sportvorstand hat ja exzellente Leistung gebracht, wie unser Aufsichtsratsvorsitzender gerade wieder bestätigt hat. Also machen wir es wieder mit einem Neuling.

          Und, man darf ja noch ein wenig romantisch sein: Hecking hat mit Sicherheit noch eine hohe Identifikation mit dem Glubb. Immerhin war das sein Durchbruch als gestandener Erstligacoach. Und ich bin mir sogar sicher, dass er sehr genau weiß, dass sein überstürzter Abgang damals eine der Wurzeln des folgenden und bis heute anhaltenden sportlichen Übels war. Vielleicht würde sich ja ein Kreis schließen.

          An welcher Stelle hat den Club Fußballromantik mal voran gebracht?

          Wie kommst Du darauf, dass Hecking am Club besonders viel läge? Ich meine sein damaliger Abgang zeigt doch eher, dass Hecking der Club komplett am Arsch vorbei geht, wenn er seine eigene Position verbessern kann.

          Hecking wäre für mich genau wieder diese Mischung aus Unprofessionalität und Selbstüberschätzung, wir sind der ruhmreiche Club, wir brauchen einen Namen aus der ersten Liga. Aber klar Hecking braucht sicher noch ein paar Euro für den Lebensabend, holen wir ihn. Es mag keine rationalen Gründe geben, dafür Romatik, passt zu uns. Machen wir.

          • Also aus meiner Sicht wird zumindest für die nächsten zwei Jahre genau dieser Pragmatismus benötigt um überhaupt wieder eine Basis zu bekommen auf der man existieren und arbeiten kann. Klare Ansagen, klare Strukturen, einfacher Zweitligafussball, mannschaftliche Geschlossenheit. Das traue ich Dieter Hecking durchaus zu. Und wenn man sein Wirken als Trainer betrachtet so denke ich, das wir heute gerne das hätten wofür er damals mit verantwortlich war, nämlich eine solide Bundesliga-Mannschaft. Sein Abgang ist natürlichh defintiv ein Makel, das war nicht sauber. Einen positiven Aspekt sähe ich in der Personalie noch: Sollte man sich entscheiden Marek Mintal zum Cheftrainer zu befördern wäre Hecking sicherlich in der Lage ihm bei Bedarf mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Also für mich wäre das Trio Hecking (SV), Wiesinger (NLZ-Leiter) und Mintal (Cheftrainer) durchaus denkbar.

      • Wenn es stimmt, das man mit Hecking bereits in intensiven Gesprächen ist, und man ihn zeitnah verpflichten kann, wäre das meiner Meinung nach ein hervorragender Schachzug, und die Kritik an diesem ganzen Vorgang mit der scheinbar planlosen Entlassung von Palikuca könnte sich ein wenig relativieren.

        • Sehe ich auch so.

          Der Kicker meldet es eben auch unter Berufung auf eigene Informationen. Irgendwas scheint also dran zu sein.

          Aber was mir sauer aufstößt: Das klingt alles schon wieder sehr danach, dass die Infos aus dem Vereinsumfeld kommen. Wie kann das immer sein?!

          • Der stellvertetende Aufsichtsratsvorsitzende hat doch ausgiebigste Geschäftsverbindungen zum Springer-Verlag. Vielleicht sollte der sich mal in seinem Umfeld umschauen.

            Beim Club gab es ja auch schon mal einen Sportreporter, der sich gleichzeitig von der AZ (seinem Arbeitgeber) und vom Club bezahlen ließ. Das war damals zu Schmelzer-Zeiten. Vielleicht läuft es jetzt gerade andersrum.

            Es gilt die Unschuldsvermutung. Wahrscheinlich ist es nur mein Gschmarri.

        • Pro Hecking

          Habe nur leichte Zweifel bei seinen gewohnten Gehälter aus Wolfsburg, Gladbach und Hamburg ob wir uns da nicht finanziell verheben.

          • Und ein weiteres Problem besteht auch, Nürnberg ist weiter von seiner Heimat entfernt. Somit wäre Nürnberg wohl der Einstieg in Position im Management, die ab auch schnell verlassen werden könnte, wenn Angebote aus nördlichsten Regionen kommen.
            Klar unter dem Zeitdruck unter dem der Club steht ist mein Argument unbedeutend.

  • Kontinuitääähh?

    Der Club. Immer für überraschende Wendungen gut, steter Drang zu Saltos – auch mortale, aber doch hoffentlich nicht. Jetzt kann man sich wieder viele Phantasien machen zu dem Geschehen im Verein und noch mehr Sorgen. Grethlein pokert hoch.

    Man fragt sich, (eigtl.:ich frag mich)

    welche Zukunftsprojekte haben zum Zerwüfnis geführt. Ging es darum, Palikuca jemanden vor die Nase zu setzen. Und Palikuca wollte sich keine Kompetenzen nehmen lassen?

    Man fragt sich,

    hat Grethlein jemand in der Hinterhand, von dem er meint, der könne den Club gut durch die nächsten Jahre führen.

    Ich bin gespannt.

  • Ich kann die letzten beiden Artikel in der Schärfe nicht ganz nachvollziehen.
    Wer Angst hat das eine Lücke entsteht, der darf halt niemals jemanden entlassen.
    Das Eingeständnis das etwas nicht geklappt hat kommt doch automatisch bei einer vorzeitigen Trennung.
    Ob das Gejammer über den sportlich nicht kompetenten AR, der alle wichtigen Entscheidungen im Moment, da etwas richtig schief gelaufen ist, zu treffen hat , Einem nur deshalb So einzigartig vorkommt, weil es der Club ist?
    Auch andernorts stimmt oftmals die Chemie überhaupt nicht-manchmal bis rauf zu den Bayern-wieviel gute Trainerentscheidungen hat denn deren Sportkompetenz gebracht?Wie schnell hat Hoffenheim einen neuen Trainer?Was hat Windhorst oder Kühne für sportliche Kompetenz?Wieviel Trainer hatte der VfB.
    Eigentlich ist es immer wieder überraschend wieviel Geld umgesetzt wird von sehr vielen Blendern

  • Ich fand die PK gut in der man bei der Gemengelage aus Enttäuschung und einer gerade erst vorübergegangenen grauenvollen Saison, in meinen Augen das bestmögliche gemacht hat. Jedem Recht machen konnte man es sicher nicht. Man hat das mit Attitude absolviert ohne Grabenkämpfe in der sich dann entlassene Trainer oder Sportvorstände trotzig in anderen Medien zu Wort melden, man hat das bei uns gut hinbekommen.

    An all dir Kritiker des Zeitpunktes, sind Bremen denn die selben Stümper auch da hat man so wie bei uns wenn auch mit anderem Ergebnis aber da war das auch offen, erst NACH der Relegation in die Analyse ging und wie es nun weitergeht?

    Das ist doch anders gar nicht zu machen, erst wenn man wirklich weiß welche Budgets (Fernsehgelder 2 o 3. Liga) einem neuen SV zur Gestaltung zur Verfügung stehen werden und auch die Ziele bei 2. o 3. Liga wären völlig unterschiedliche gewesen. Wie sollte man denn so mit einem Sportvorstand schon vorher im Hintergrund verhandeln, nach dem Motto “machst dus?” was genau sagen wir dir dann nach der Relegation, wenn wir es selber wissen?

    Richtig ist aber unsere Führung arbeitet engagiert aber wirklich glücklos und das schon 2 Jahre lang. Dafür muß man dann auch die Verantwortung seitens des AR übernehmen und es wird sich zeigen ob Grethlein sich im Herbst noch einmal zur Wahl stellt, ich vermute seine Lust wird nicht sehr groß sein.
    Was aber danach kommt darf man sich als Clubfan auch Sorgen machen, viele vergessen “weg” ist einfach, aber was kommt denn danach, bei uns wars selten was gutes.

  • Laut Springerpresse soll Hecking als Kandidat für den Sportvorstand gehandelt werden. Hätte ihn lieber als Trainer gesehen aber warum nicht, genügend Vernetzungen und Sachverstand sollte er haben.

  • Hi.. es gibt immer ein “vor den Kulissen” und hinter den Kulissen. Wichtig ist, was rauskommt. Sollte Dieter Hecking übernehmen, haben wir einen richtig starken Mann, der Ahnung hat und sich durchsetzen kann.

    Dann interessiert das freundliche “und Tschüss” blabla für den Palikuka keinen mehr.

    Hecking.. jo, der Gedanke ist meiner Meinung nach richtig richtig gut….

  • Man wollte dieses mal nach der Trennung vom Sportvorstand wahrscheinlich offener/transparenter sein und hat deshalb die gestrige PK so durchgeführt. Ich finde es erstmal positiv, dass sich die Protagonisten so stellen. Es ist ja auch ganz logisch, dass – wenn man sich “einvernehmlich” trennt – eine gemeinsame Aufarbeitung öffentlich in einer PK eher überschaubar ausfällt und spezifische Fehler nicht in Gänze ausgeführt werden.

    Grundsätzlich ist natürlich die Kritik am AR (und speziell) Dr. Grethlein nach dieser katastrophalen Saison berechtigt – auch wenn der AR nicht für die sportliche Führung zuständig ist, was oftmals vergessen/verwechselt wird. Der ehrenamtliche AR bestellt die hauptamtlichen Vorstände und die kümmern sich um die operative Geschäftsführung. Dies ist doch gängige Praxis in der Wirtschaft und spiegelt eine klare Aufgabenverteilung dar.

    Grundsätzlich finde ich die Auswahl/Bestellung der Vorstände in der Rigide von Dr. Grethlein nicht so schlecht, wie es aktuell dargestellt wird.

    – Vorstand kaufmännisch/ Finanz (M.Meeske, N.Rossow)
    – Sportvorstand (A.Bornemann, R.Palikuca)

    Unter Bornemann sind wir mit einer durchschnittlichen 2.Liga-Mannschaft überraschend aufgestiegen und konnten uns durch das eine Jahr in der 1. Liga konsolidieren. Michael Meeske hat hier natürlich genauso beigetragen, aber der Hauptgrund war natürlich der sportliche 1.Liga Aufstieg.
    Mit N.Rossow hat man einen dynamischen, charismatischen kaufmännischen Vorstand aus der Region installiert.
    Meine Meinung nach war der einzige richtige Flop auf der Vorstandsposition der gestern geschasste R.Palikuca, den man als Kaderplaner/Leitung Lizenzspielerabteilung aus Düsseldorf geholt hat. Hoffen wir darauf, dass man diesmal ein glücklicheres Händchen beweist.

    FCN!

  • Erst einmal danke Alexander für diesen hervorragenden (und auch mutigen) Artikel.
    Ich war gestern ob der Tatsache, dass überhaupt transparent (PK) kommuniziert wird recht angetan. Nachdem ich vor dem zu Bett gehen die PK in voller Länge ansah, war ich doch reichlich enttäuscht und auch wütend.

    Deshalb eine kurze Glosse als Reaktion:

    [Eine Bitte an die mitlesenden Foristen: Bitte macht eure Bildschirme aus, sonst kommt es bei der Übertragung meines Statements zu Bildstörungen, danke! Ja, auch du Juwe. Jetzt nochmal. Okay.]

    Lieber Herr Grethlein: Nach 2 stündiger Analyse als Fan und Mitglied (unbezahlt und ehrenamtlich, mehr geht nun wirklich nicht) bin ich zu der Auffassung gelangt, dass Sie sich vom FCN trennen und nicht zur Wiederwahl in den AR stellen sollten. Die Gründe hierfür liegen nicht in der Vergangenheit, denn ich bin mit ihrer geleisteten Arbeit vollumänglich zufrieden (ich gebe ihnen meinen Ehrenwort, ich wiederhole: mein Eh-ren-wort). Ich sehe jedoch große Differenzen bezüglich der Zukunftsplanung. Auf die 2-3 Monate bis zur AR Neubesetzung kommt es nun auch nicht an, schließlich haben wir Fans und Mitglieder des FCN die Suppe die Sie uns mit Rookie RP+Team eingebrockt haben erst einmal gänzlich auszulöffeln, bevor wir wissen ob da Salz fehlt. Bis zu Ihrem Ausscheiden aus dem AR wird ihnen das CU Redaktionsteam für den Abschluss diverser Projekte (Kasten Helles, Cohiba Maduro 5) assistieren. Herzlichen Dank!

  • Ich bin, wenig überraschend in weiten Teilen bei Alexander. Ich hatte gestern ein wenig Zeit und konnte die PK live mitverfolgen. Es war das typische Blabla. Man fängt an mit natürlich gab es Fehler, etwas anderes kann man nach so einer Saison ja nicht sagen und wechselt dann ganz schnell ins passiv, man konnte dies nicht vorhersehen, man konnte das nicht erklennen, man konnte da nicht konsequent genug reagieren. Nie ich oder wir, immer man, dann hätte man diesen “man” doch besser entlassen sollen, als den armen Sportvorstand, der ja nach Aussage des AR exzellent gearbeitet hat, bei dem man sich nur in Sachen Zukunftsgestaltung nicht einig war, bzw. dessen Rucksack zu schwer war, womöglich mit den vielen “mans”?

    Und dann der Vorwurf gegen die Presse, das war schon richtig übel. Ich möchte von Grethlein mal einen Artikel über den Club sehen, der richtig unter der Gürtellinie war, dass die Presse eine solch desaströse Leistung nicht abfeiern kann, das sollte ein Herr Grethlein vielleicht schon verstehen.

  • Der Aufsichtsrat müsste gar keine neue Satzung ausarbeiten, denn bei jeder Satzung wird der Verein am Ende die Arbeit des Managements überwachen. Es ist ja nicht sinnvoll über dem Vorstand noch einen hauptamtlichen Aufsichtsrat zu installieren, über dem dann wieder ein hauptamtliches Gremium mit Sachverstand sein müsste um den zu überwachen.

    Es hätte genügt, wenn der AR die Möglichkeiten unserer Satzung ausschöpfen würde. Hätten wir drei Vorstände, dann wäre der Verein auch dann noch handlungsfähig, wenn ein Vorstand gehen muss. Jetzt muss Palikuca wieder weitermachen bis ein neuer gefunden ist, bzw. wir müssen wieder mit einem Interim überbrücken.

    Hätte man aus der Aktion mit Bornemann die Lehre gezogen, dass wir einen dritten Vorstand benötigen, um ein Patt im Vorstand zu vermeiden und um die Geschäftsfähigkeit auch bei einer Entlassung zu gewährleisten, dann hätten wir jetzt nicht wieder diese unwürdige Situation erleben müssen.

    Das Statut ist gar nicht so schlecht, außer vielleicht, dass der AR zu groß ist, 5 Personen wären mehr als ausreichend.

  • Diese PK hatte kafkaeske Züge. Man kann es kaum fassen, dass es mit Grethlein immer noch peinlicher, abstruser und amateurhafter geht. Ich dachte erst, dass das eine PK vom DJK Falke im Hinterzimmer des Sportlerheims war. Wie kann das ein wirklich gestähltes und wohlgesonnenes PR- und Fanumfeld überhaupt nicht ertragen. Was an Dilletantismus kann denn überhaupt noch passieren, damit man Grethlein Hausverbot erhält? Wie soll denn da noch ein potenter Sponsor kommen, wenn er einen Imagetransfer zu Grethlein und seiner Claqueren befürchten muss? Ich fasse es wirklich nicht, wie man die ernsthaft die Stirn besitzen kann Palikucas Leistung positiv herauszustellen. Und sich dann nich über die Presse zu beschweren, die den FCN traditionell mit Samthandschuhen anfasst. Ich erinnere mich an Franz Schäfer zurück. Das war peinlich genug. Grethlein ist jedoch das personifizierte Fremdschämen – wer sagt’s dem Opa, dass er nicht mehr Auto fahren soll. Er hätte jedoch nie einen Führerschein bekommen dürfen. Und Engagement und Herzblut sind absolut keine Argumente, wenn dabei soviel Schaden entsteht.

    • Fremdschämen, Opa,…

      ist einfach völlig überzogen. Das ist respektlos, verletzend und, hej, das kannst du auch anders formulieren.

      • man nennt dieses Stilmittel “Metapher”. Man hätte auch “Schuster bleib bei Deinen Leisten” sagen können, wobei das weniger gut passt. Und wenn sich “abgrundtief peinlich” für Dich respektvoller als “Fremdschämen” anhört, werde ich das das nächste Mal, was bei Grethlein ja leider sicher zeitnah erfolgen wird, bei meinem Post berücksichtigen.

  • Für mich ist dieser Kommentar nicht weniger “missraten” als es die gestrige Pressekonferenz gewesen sein soll. Das im Ton der Empörung vorgebrachte ist z.T. schon etwas arg einseitig und konstruiert.

    • Dafür sind die Kommentare ja drunter da: Dies zu diskutieren. Das ist in Anbetracht der Reduktion der Kritik auf eine Schelte, ohne sich in Details zu verlieren, natürlich schwierig. Aber gern! Was genau war denn einseitig und konstruiert? Das allgemeine Medienecho, siehe auch kicker, ist im Übrigen auch nicht gerade positiv ausgefallen, ebenso war die spontane und nicht abgesprochene Reaktion diverser Beobachter ähnlich ausgefallen, wenngleich die Schwerpunkte naturgemäß unterschiedlich ausfallen – wie bei Flo und mir.

      • Anhand von folgenden Beispielen konkretisierte ich gerne, was ich meine:

        In Deinem Kommentar zitierst Du Herrn Dr. Grethlein mit folgenden Worten: „Diese Entscheidung hat nichts mit der geleisteten Arbeit von Robert Palikuca zu tun. Mit der sind wir nämlich sehr zufrieden. Es geht um die Zukunft … “

        Der entscheidende Teil dieser Aussage – “mit der [also seiner Arbeit] sind wir nämlich sehr zufrieden” -, ist ihm aber einfach in den Mund gelegt worden, denn das er hat schlicht und einfach in diesem Moment nicht gesagt. Hier nochmal der genaue Wortlaut: “Die Gründe für diesen Schritt lagen … nicht in der geleisteten Arbeit von Robert Palikuca. Die Gründe liegen in der Zukunft …”.

        Auch das, was Robert Palikuca selbst auf der PK geäußert hat, wird aus meiner Sicht nur unzureichend wiedergegeben. Nicht jeder Fehler, den er eingestanden hat, wurde von ihm auch gleich wieder relativiert.

        Im letzten Absatz schreibst Du wiederum über den Aufsichtsrat: “Sich in Auswahlprozessen und großen Abstimmungsrunden zu verlieren ist kein Zeichen von besonderem Verantwortungsbewusstsein, sondern zeigt doch viel mehr, dass man eine verantwortliche Entscheidung scheut und sich lieber vorweg ein Alibi für das nächste Scheitern sichert.” Ist (bzw. wäre) ein längerer Auswahlprozess tatsächlich untrügliches Zeichen fehlenden Verantwortungsbewusstseins bzw. zwingend vom Wunsch motiviert, sich ein “Alibi für das nächste Scheitern” zu sichern? Das finde ich schon weit hergeholt.

        • “fortgesetztes Vertrauen, sachfremder Druck, Rucksack prall gefüllt mit negativen Erlebnissen, mit Enttäuschungen und einer oftmals unfairen negativen Wahrnehmung, nicht allzu großes Zeitfenster, neuer Sportvorstand wird die entscheidenden Weichenstellungen, keine monokausalen Zusammenhänge, ein paar Dinge entdeckt die wir nicht gut gemacht haben aber keine monokausalen Ketten”
          klingt für mich nach grundsätzlicher Zufriedenheit sowohl mit der eigenen Arbeit als auch mit der des Sportvorstandes. Einziger Grund für die Entlassung scheinen für Grethlein SACHFREMDER Druck und unfaire negative Wahrnehmung.
          Wenn er das anders sieht, sollte er es anders sagen oder solche PKs eben ganz lassen, wenn er meint, daß das nicht gut ist, wenn man die Arbeit des Sportvorstandes öffentlich kritisiert.
          Um das mal klar zu stellen: natürlich ist niemand fehlerfrei. Aber anstatt nach so einem Saisonverlauf über monokausale Ketten zu philosophieren und sich damit von Verantwortung freizusprechen, wäre mir ein Aufsichtsrat lieber, der seine Fehlentscheidungen benennt und selbstkritisch anmerkt, daß die in der Folge zu einer negativen Entwicklung geführt haben. Da muß sich Herr Grethlein nicht selbstgeißeln. Das kann er auch so formulieren, daß diese Ergebnisse eine Selbstkritik aller Aufsichtsräte waren.
          Abschließende Analysen sind gut und schön. Weshalb man in dieser langen Saison als Aufsichtsrat nicht in der Lage war, sich früher zusammen zu setzen und Handlungsstränge zu entwerfen für mögliche Entwicklungen und festzulegen, daß ab einer Sollbruchstelle (drohender Abstieg mit 2. Trainer) einer im Aufsichtsrat beauftragt wird die Fühler auszustrecken und mit potentiellen Nachfolgern von Palikuca zu verhandeln und das so in trockene Tücher zu bringen, daß einen Tag nach der Relegation der Nachfolger feststeht, erschließt sich mir nicht.
          Zum Verweis auf “das sind alles ehrenamtlich tätige Leute” kann ich nur sagen: ja, das sind sie. Aber sie haben sich entschieden für diesen Aufsichtsrat zu kandidieren und es sollte ihnen spätestens bei der Wiederwahl klar sein, daß das eine zeitintensive Angelegenheit ist. Und wenn sie sich nicht in der Lage fühlen, die nötige Zeit rechtzeitig zu investieren, dann sollten sie halt nicht ein zweites Mal (wie Grethlein, Müller und co es taten) kandidieren.
          Es hat auch niemand den Aufsichtsrat in den vergegangenen Jahren davon abgehalten, zu der Erkenntnis zu kommen, daß die Arbeit nur von ehrenamtlichen Aufsichtsräten nur schlecht zu leisten ist und sich Alternativen zu überlegen, Satzungsänderungen zu erarbeiten und dies den Mitgliedern zu erklären.
          Und zu deiner letzten Frage: ja, ich denke schon, daß man dadurch, daß der Aufsichtsrat nach außen alles immer so darstellt als sei alles einvernehmlich und daß man sich nicht traut, auch mal den Mitgliedern zu berichten, wer denn für welchen Weg war, macht es den Mitgliedern unmöglich zu beurteilen, ob der einzelne Aufsichtsrat wirklich wiederwählbar ist. Und man scheut damit ganz eindeutig, die Verantwortung für seine eigene Entscheidung zu übernehmen. Und die Wahl auf der JHV verkommt damit zu einem Glücksspiel. Denn ich weiß ja nicht, ob ich etwa eine Niete wähle, die z.B. permanent rechtzeitige Entscheidungen blockiert hat oder ob ich meine Stimme einem entscheidungsfreudigen, durchsetzungfähigen Menschen gebe, der rechtzeitig für die richtigen Weichenstellungen plädiert hat.
          Wobei in einem Dr Grethlein offensichtlich wirklich federführend ist. Denn wenn er allein sich auf die Suche macht und mit potentiellen Kandidaten redet, dann kriegen die anderen eh nur seine Vorauswahl. Und im übrigen ist halt dann die Frage, ob man nicht wirklich lieber einen Headhunter beauftragt, der ein Anforderungsprofil bekommt und der seinen gesamten Staff einsetzen kann für die Suche als als Enzelperson x Gespräche mit x Kandidaten zu führen.

        • Nun, “Die Gründe für diesen Schritt lagen … nicht in der geleisteten Arbeit von Robert Palikuca” bedeutet jedoch in jedem Fall, dass sie nicht unzufrieden mit seiner Leistung waren und offensichtlich noch an die eigene Messlatte mit dem Aufstieg im kommenden Jahr glauben. Anders kann das gar nicht interpretiert werden.

    • Wenn es stimmt, dass die Verpflichtung noch daran hakt, dass es im AR und Umfeld Bedenken gibt, weil Hecking damals gegangen ist, dann wäre das der ultimative Beleg für die Unprofessionalität und Stümperhaftigkeit des AR.

    • Bei Hecking bleibt als Hypothek für zukünftige Trainer dass Hecking selber stets den Feuerwehrmann geben könnte.Es ist ein wenig so wie Rangnick bei RB, der dann auch konsequenterweise soweit entfernt wurde das diese Konstellation nicht mehr gegeben ist.Sportdirektor und Trainer sind schon zwei Paar Schuhe Und sollten dies auch bleiben.

  • Es stimmt schon in puncto Kritik, und wie die Statements wenn man sie denn wörtlich nimmt zu bewerten sind. Dennoch gilt bei dieser PK eher ein anderer Grundsatz: über die toten nur Gutes.

    Wäre man mit der Arbeit wirklich so zufrieden gewesen, hätte man sich nicht von den Medien “treiben lassen”. Die Medien sind hier die wahren Bauernopfer, wobei die BILD hier auszunehmen ist, was die zT ablassen is wirklich unter aller Sau, die dürfen sich ruhig angesprochen fühlen.

    Es war mMn nur der Versuch (wenn auch rhetorisch zT auf überschaubarem niveau) sich stilvoll zu trennen ohne überhaupt iwelche Sticheleien zulassen zu können. Palikuca hätte man sonst den Löwen zum Fraß vorgeworfen wurde wohl befürchtet und so hat man sich ein letztes mal nach aussen geschlossen gegeben und einen relativ würdigen Abschied ermöglicht.

    Seien wir also froh das gehandelt wurde und mit Hecking scheinbar schon jemand in den Startlöchern steht.

    • Zitiere “wenn auch rhetorisch auf überschaubarem Niveau” also diese PK war keine Universitätsveranstaltung und jeder einzelne, der hier so extreme bis hin zu unsachliche Kritik äußert (reden läßt sichs leicht) möchte ich gerne mal sehen, wenn er live Fragen in der PK beantwortet, schnell Antworten finden, die keinen Interpretationsspielraum lassen und gleichermaßen jedem Recht sein soll. Eine Mission Impossible. Kritisieren ist eben leicht, zumal wenn man auf seinen Schultern nicht mal 1 Gramm Last trägt. Sofa PKler die aus gutem Grund nie eine echte geben müssen.

      Für mich war die PK in Anbetracht der Umstände, die nicht einfach sind, in Ordnung. Vermutlich liegen auch schon bereits vermisste Pläne einige Zeit vor oder sind in Verhandlungen, die kann man ja nicht torpedieren indem man vor Einigung alles herausplaudert. Ich fand die PK in Anbetracht einer schwierigen Situation in Ordnung.

      • War so eine PK, in Anbetracht der schwierigen Situation, überhaupt notwendig ?
        Wie oft wurde zu wichtigeren Themen geschwiegen und nur eine Pressemitteilung heraus gegeben. Mir persönlich hätte so eine Pressemitteilung gereicht.
        Aber gut, natürlich hätte dann niemand erfahren, welch sensationelle Arbeit Herr Palikuca geleistet hat. 😉

        • Aber gut, natürlich hätte dann niemand erfahren, welch sensationelle Arbeit Herr Palikuca geleistet hat.

          Wie wir wissen glücklos alles bekannt aber vor der Arbeitsleistung Palikucas habe ich Respekt, vielmehr kann sich einem Sportvorstand im ersten Jahr in der vollen Verantwortung gar nicht in den Weg stellen.

          • Welche Arbeitsleistung war denn das genau ? Ich höre ständig wie toll unser NLZ unter Palikuca ist, hat er das etwa aufgebaut ? Wäre komisch, denn ich habe auch schon vorher gehört wie toll das NLZ unter Köllner war.
            Keine Ahnung wieviele Jungs Düsseldorf die letzten Jahre aus ihrem Nachwuchs in die 1. und 2. Liga gebracht hat, aber bei uns waren das einige und hier liegt für mich auch der größte Fehler von Palikuca.
            Er hat unsere Jungs, die zum Teil sogar Bundesliga gespielt haben, verliehen und hat dafür irgendwelche Spieler gekauft. Einige wenige qualitativ hochwertige Spieler, anstatt des Kaufrauschs, dazu noch ein junger Trainer, der was aus jungen Wilden machen kann, wäre mir lieber als Canadi und Keller zusammen gewesen.

              • Das hat zuerst Bild gestern abend schon gebracht und onefootball heute vormittag, ist offensichtlich gut im abschreiben. Es wird ja angedeutet jetzt hängt es auch noch vom neuen Trainer ab, den wir noch gar nicht haben, ob Erras bleibt, ich halte es immer für schwierig wenn Spieler quasi Personalpolitik betreiben indirekt.

                • Ich halte es für schwierig mit jemandem zu verhandeln, der nicht verhandeln möchte.
                  Palikuca ist ja kein Trainer und ER wollte ja anscheinend nicht verhandeln.
                  Aber gut, gehen wir mal davon aus, dass die Bild und alle Nachplapperer alles frei erfunden haben.
                  Somit hätten ja schon Verhandlungen stattgefunden. Wären dabei überzogenen Forderungen von Seiten Erras gekommen, hätte das der Herr Sportvorstand bestimmt nicht verheimlicht.
                  Also ich glaube immer noch, dass Palikuca die Eigenheiten, das Herz und die Verbundenheit der Franken unterschätzt. Jammern liegt in unserem Genom, aber auch die Verbundenheit zu unserem Club und den Spielern aus der Region.

                • Ich vermute dass es schon stimmt was Bild schreibt, die ja auf eine eigene Quelle verweisen. Erras und Palkuca haben wohl nicht so gut miteinander gekonnt, aber er ist ja weg. Jetzt spielt für Erras als nächstes die eine Rolle welcher Trainer kommt. Wir werden es ihm hoffentlich schon irgendwie Recht machen… trotzdem glaube ich am Ende sehen wir ihn in Bremen.

      • Rhetorik hat nichts damit zu tun ob die Antworten wie aus der Pistole geschossen kommen, sondern wie diese formuliert wurden und wenn ich allein an den Spruch mit dem Essen denk…*facepalm*…außerdem darf und muss ich von jemanden erwarten der sich als AR-Vorsitzender wählen lassen möchte, quasi das höchste Sprachorgan des Vereins ist, sich nach aussen auch entsprechend verhalten und artikulieren kann. Da braucht auch keiner mit dem Ehrenamt-quatsch kommen, hier geht’s um den obersten Posten eines multimillionen-Euro Unternehmens. Ehrenamt hin oder her, hier gehts um die Verantwortung gegenüber vielen Mitarbeitern und Mitgliedern, um die Reputation des gesamten Vereins, nur um das Argument mal vorwegzunehmen.

  • Laut Nordbayern.de ist Hecking nicht der Wunschkandidat, sondern der Sportchef von Osnabrück Schmedes:
    https://www.nordbayern.de/sport/aus-osnabruck-zum-fcn-schmedes-soll-sportvorstand-werden-1.10269937?isAmp=true&__twitter_impression=true&fbclid=IwAR0Zwyb6yVlgI1OJcRk7ItnkGWulBAGWsY7YSEG-cgdIDuvIaL1A2xb1hbQ

    Immerhin hat Osnabrück mit einem Drittel des Etats des Clubs die Klasse gehalten und Schmedes hat seit 2017 eine Mannschaft zusammengestellt, die vom Drittliga-Abstiegskandidat zum Zweitligisten aufstieg. Interessant dabei, Schmedes hat das ganze geschafft ohne Ablöse für neue Spieler zu zahlen.

    Bleibt die Frage, kann er auch mit deutlich mehr Geld umgehen, manchen tut die Beschränkung ja auch gut!?

    Aber ich bin sicher er wird noch lange nicht der letzte Name sein, der durch den Blätterwald und das Internet rauscht. Es bleibt spannend.

    Ich selbst habe Osnabrück nicht beobachtet und kann mir mangels Info keine Meinung erlauben, trotzdem ist mir eine solche Personalie sympathisches als der Versuch mittels großem Namen mehr zu scheinen als man am Ende ist.

    • Na da ist der Verein wohl diesmal professionell aufgestellt, wird es Hecking kann man auf darauf verweisen, dass er von Anfang an der Topfavorit war, wird es Schmedes kann man auf den Nordbayern-Artikel verweisen. So sind beide schon mal als Favorit in der Presse gewesen 😉

      • Da haste Recht.

        Eine wirkliche Strategie ist aber irgendwie nicht aus diesen beiden Personalien herauszulesen. Hier Hecking, führungsstark, bestens vernetzt, mit Club-Bezug. Dort Schmedes, mit ersten Erfolgen in Osnabrück, ein Aufsteiger in der Szene, der Kai aus der Kiste.

        Ich befürchte, dass unser Aufsichtsrat immer gewissen Trends hinterherläuft. Bornemann — > Freiburger Schule. Palikuca — > Scouting like Düsseldorf. Schmedes — > hat eine Mannschaft verstärkt ohne Ablöse.

        Schmedes hat mit seinen nur 35 Jahren schon viel erreicht. Hut ab. Respekt. Aber er würde seinem Soziotop Osnabrück den Rücken kehren und wäre urplötzlich Sportchef bei einem nicht einfach zu führenden Traditionsverein. Wäre ein erneutes Experiment. In einer Zeit, in der man nicht so viel experimentieren sollte.

          • Nein / Ja

            Kostet aber vermutlich auch deutlich weniger und könnte bei einem 3-Jahres-Vertrag teuer an RB Hoffenburg verkauft werden…

  • Ich befürchte, dass unser Aufsichtsrat immer gewissen Trends hinterherläuft. Bornemann — > Freiburger Schule. Palikuca — > Scouting like Düsseldorf. Schmedes — > hat eine Mannschaft verstärkt ohne Ablöse.

    Nenn es einfach Referenzen, irgendwas muss ein Bewerber auch vorzuweisen haben sonst bestünde ja kein Grund sich darum zu bemühen. Das eine wie das andere kann man aber nicht einfach kopieren. Die Gemengelage ist überall ein wenig anders.

    • So ist es. Richtig: Man kann es keinesfalls kopieren.

      Der HSV hat bereits Thioune geholt. Sollte der Club tatsächlich Schmedes holen, dann hätten die beiden Möchtegern-bald-wieder-Bundesligisten mal so eben die sportliche Führung von Osnabrück aufgekauft. Mit dem schwammigen Plan, dass man deren Erfolge in Osnabrück kopieren kann. Kann man aber nicht. Der HSV macht das ja schon seit Jahren so – ohne jeglichen Erfolg. Und der Club macht es auch nicht wirklich besser.

      Was wir brauchen, ist Führungsstärke, gepaart mit Kompetenz. Schon alleine, um die Schwächen des Aufsichtsrates zu kaschieren. Einen Boss. Klare Kante. Eine kongeniale Zusammenarbeit. Jemand, der sagt: “Lass uns heute Abend mal ein Bier trinken gehen, Jens, vielleicht fällt uns ja gemeinsam was ein, um die Mannschaft so zu verändern, dass wir nicht in Abstiegsnöte kommen. Ich hätte da schon eine Idee, wie man Dovedan besser einsetzen kann.”

      Palikuca hat sich Kellers Ideenlosigkeit scheinbar einfach mit angeguckt. Unfassbar. Da muss ein Sportvorstand intervenieren, den Trainer anstoßen, ihn unterstützen. Für die gemeinsame Sache. Aber dazu braucht es nunmal eine Portion Führungsstärke.

  • Respekt vor Schmedes Erfolgen.

    Nur fühlte es sich an, als müsse es wieder was experimentelles werden. Schmedes mag in Osnabrück funktionieren, aber in Nürnberg?

    Copy & Paste, das hat doch nun zur Genüge nicht geklappt, Zeitreise rückwärts:

    Palikuca (Düsseldorf)
    Canadi (Rapid Athen)
    Schwartz (Sandhausen)

    Wenn er denn doch wirklich ja sagen würde, Dieter Hecking, dann nehmt ihn. Heute! Nicht nächste Woche, wenn er nach Genuss von ein paar Gläsern Rotwein entspannt auf seine verrückte Idee blickt und Reißaus nimmt…

    Hecking ist ein kluger Stratege. Er weiß genau, wo er seine neu angestrebte Karriere beginnen muss/kann. Das ist eine klassische winwin-Situation. Für uns Kompetenz, für Hecking ein Sprungbrett.
    Und wenn es gut läuft, dann vielleicht auch für länger.

    Sehr geehrte Aufsichtsräte, toll, dass der Kontakt zu DH an den Gardasee steht. Aber sehen sie bitte zu, dass diese Geschichte zu einer schnellen Einigung führt. Am Ende brauchen wir noch einen Trainer, einen Sportdirektor und vielleicht auch noch den dritten Vorstand.
    Dann können sie vom AR sich endlich wieder aufs kontrollieren beschränken.

    (Ich könnte mir vorstellen, dass man sich prinzipiell einig ist, jedoch in der Besetzung der beiden Positionen Sportdirektor und Trainer unterschiedlicher Meinung ist…)

    • Einen dritten Vorstand brauchen wir nicht, das ist am Ende auch eine finanzielle Frage. Und Tore schießt er auch keine 😮

        • Phrase hin oder her, ich sehe das Aufgabengebiet und den Sinn eines 3. Vorstands nicht. Wenn es um auflösen von Pattsituationen geht, wir können doch nicht zur Grundlage nehmen, daß wir jedes Jahr den Sportvorstand entlassen, das ist eben schlecht gelaufen, das kann aber die Basis für den Posten nicht sein, welches Aufgabengebiet denn, wie sollten die 3 Vorstände inhaltlich, operativ abgegrenzt sein? Ich halte nichts von viel hilft viel, man sollte eben die vorhandenen Posten mal gut besetzten, damit wäre dem Verein geholfen.

      • Hauptamtliche Kompetenz gibt es nicht zum Nulltarif. Und wenn sich damit nebenbei eine mögliche Patt-Situation verhindern ließe, wäre das doch eine sehr charmante Brückenlösung zu einer neuen Organisationsstruktur des Clubs.

        Ein eingezogener Sportdirektor/ Teammanager puffert zusätzlich und unterstützt im Idealfall den Trainer.

        Gäbe es den Sportdirektor, der Vorstand würde in Krisenzeiten (also häufig) nicht so schnell in die Kritik geraten, da sich die Verantwortlichkeiten auch deutlich verschieben würden.

        Das könnte funktionieren.
        Und zu teuer?
        Kommt uns doch eher das weiter so…

      • Aber natürlich brauchen wir einen dritten Vorstand, allein um der Parität willen, um handlungsfähig zu bleiben, bzw zu werden.
        Darum geht es doch gerade die ganze Zeit.

      • Das sind anders als der AR hochbezahlte teure Posten. Wer in der 2. Liga hat denn 3 Vorstände ?

  • Mich würde mal vielmehr interessieren warum die Öffentlichkeit schon genau informiert wird wer Wunschkanditat eins ist mit Dieter Hecking und wer Wunschkanditat zwei mit Benjamin Schmedes ist, bevor auch nur irgendwas in trockenen Tüchern ist, wer sind denn diese Plaudertaschen im Aufsichtsrat woanders kann es ja schwer durchdringen? Das kann ja nur wieder schief gehen.

  • Vielleicht sind das alles Nebelkerzen und es wird wieder ein ganz Anderer.
    War ja in der Vergangenheit schon häufiger so.

  • Ich bring mich nicht ins Spiel, bin kein Gemüsebauer aus dem Knoblauchsland. Bei der Mannschaft braucht es Experten für die Aufzucht und Pflege von Kümmerlingen, wie die Mainfranken sagen würden.

    • kleine Korrektur aus Mainfranken:
      Kümmerli – so werden bei uns die kleinen Gurken genannt, die hier angebaut und eingemacht werde.

  • Ich bin für ein Experiment-die Schwarm Intelligenz-seinen wir doch mal ehrlich, die grundsätzlichen Probleme der Kaderaufstellung wurden hier doch bereits zu Beginn der Saison messerscharf erkannt und problematisiert.Lässt man mal die Tendenz außen vor, Spieler nach einem guten Spiel vorschnell zum neuen großen Ding zu erklären, so ist das Urteilsvermögen doch sehr nahe an dem der vergangenen Sportvorstände-und wichtig beim Club-diese Expertise ist kostenlos zu bekommen.Also nur Mut.

    • Ich bin ja ein großer Skeptiker was Schwarm-Intelligenz, bzw. besser Schwarm-Expertise betrifft. Klar finden sich im Netz immer auch Beispiele wo sinnvoll geurteilt wird, aber daneben halt deutlich mehr Urteil die eher Vorurteile sind, bzw. wo jegliche Expertise fehlt. Bei Wein uns Restaurants sind die Urteile der diversen Social Media Platformen jedenfalls Nutzlosigkeit kaum zu übertreffen.

      Und richtig ist auch, hier wird man alle Argumente für die Fehler in der Kaderzusammenstellung finden, aber halt ebenso viele Lobpreisungen auf den Kader, wie soll man via Schwarm eine Entscheidung treffen?

  • Köln muss lt. BILD den Kader ausmisten und u.a. Schindler und Sobiech abgeben. Wäre interessant, wenn sich der neue Sportdirektor, der hoffentlich zeitnah bei uns antritt, um sie bemühen würde. Schindler (27) kann die Torgefährlichkeit erhöhen und Sobiech (29) ist ein sehr guter erfahrener Zweitligainnenverteidiger, der uns bei der Lufthoheit in der Post-Erras.Mavropanos-Zeit hilft. Ob insbes. Schindler jedoch budgettechnisch abbildbar sind, müsste man sehen.

    • Ich denke nicht, dass wir im Bereich ehemaliger Bundesligaspieler suchen können. Außerdem wird es bei uns in den nächsten Jahren wichtig sein, dass wir Wertsteigerungen bei unseren Spielern erreichen können, das sehe ich bei Spielern die 27 oder 29 Jahre alt sind, als sehr schwierig an.

      Bei beiden Spielern dürfte es auch recht schwierig werden deutliche Gehaltsabstriche zu erreichen, mit 27 und 29 schließt man normalerweise seinen letzten “großen Vertrag”, ich weiß nicht ob Corona da jetzt die Preise dermaßen sinken lässt?

      Und Schindler hat ja leider nicht so viele Spiele gemacht, wie dessen Form ist, lässt sich nur schwer einschätzen. Mir wäre der ein wenig zu sehr Wundertüte und 2 Torbeteiligungen in 13 Spielen sprechen jetzt auch nicht für die ganz große Torgefahr.

      • Mehrwert , er hat Mehrwert gesagt! Klingt nach den Klinsmann Tagebüchern…Im Endeffekt geht es um eine gesunde Mischung aus „Alt“ und jung.

        • Neinnein. Ein großer weiser Mann hat vor nicht allzu langer Zeit staubtrocken auf den Punkt gebracht, worauf es einzig und allein ankommt: “Am Ende des Tages geht es um Finanzen.”

      • das haben einige ja bei Duksch auch gesagt, an den ich immer geglaubt habe. Spieler, die grundsätzlich technisch gut sind und die mehrere Saisons sich in der 2.Liga als Top-Spieler beweisen haben, bringen das über kurz oder lang wieder auf den Rasen, insbes. wenn sie eben nich nicht über 30 sind. Aber ja, Du hast recht. Ob Schindler Gehaltsabstriche machen würde, ist fraglich. Allerdings glaube ich nicht, dass wir gut beraten sind, nur auf U25 zu setzen.

        • Allerdings glaube ich nicht, dass wir gut beraten sind, nur auf U25 zu setzen.

          Wir haben ja noch einige Ü25 Spieler im Kader, ob wir da wirklich so viele neue in dem Alter benötigen? Echte Leistungsträger zwischen 25 und 30 sind auch in Liga 2 eher teuer. Ich weiß nicht ob wir noch so viel auf dem Festgeldkonto haben. Vor allem wenn die Abfindungen für Canadi, Keller und Palikuca bezahlt sind.

          In der Abwehr sind Margreiter, Sorg und Valentini Ü25, Sorg kurz davor.

          Im Mittelfeld sind Behrens, Dovedan, Geis Misidjan und Petrak Ü25, aktuell sind nur Cerin und Schleimer U25, ich würde sagen da brauchen wir eine deutliche Verjüngung.

          Und im Sturm sind Lohkemper, Schleusener und Zrelak Ü25, Hack und Medeiros werden noch gehen, Steczyk soll weiter ausgeliehen werden, bleibt Törrles Knöll als einziger U25, auch da denke ich wäre es sinnvoll eher auf junge Spieler als Neuzugänge zu setzen.

          Wenn ich mir unseren Kader aktuell so ansehe, dann bräuchten wir 4-5 junge, aufstrebende Talente, die neuen Zug und Ehrgeiz reinbringen, insbesondere im Mittelfeld und Angriff.

          • Ich bin generell völlig bei dir, ich würde es begrüßen, wenn wir künftig niemanden gegen Ablöse verpflichten würden, der über 23 Jahre alt ist, weil es für uns sicherlich darum gehen wird Werte zu schaffen.

            Zudem hatten wir unsere besten Zeiten immer, wenn wir junge Spieler hatten (Leibold/Plattenhardt, Maroh/Wollscheid/Klose, Chandler/Diekmeier, Gündogan/Ekici/Löwen/Möhwald, Hack/Mak/Esswein/Vittek/Saenko, Drmic/Schieber). Unser Blick sollte wieder in die Nachwuchsabteilungen der großen Vereine gehen und auf die Top-Spieler in Liga 3.

            Die aktuelle Saison könnte da noch eine Ausnahme darstellen, weil Corona-bedingt einige ältere Profis ablösefrei auf den Markt kommen könnten, die unter normalen Bedingungen keine Option für uns dargestellt hätten.

            • Es müssen einfach gute Spieler sein egal ob jung oder alt. Erinnere auch an Timmy Simons, Galasek oder wie Union Berlin seinen Kader sinnvoll verstärkt hat mit Master Pieces wie Gentner und Subotic. Die Mischung macht es ganz simple, das ist unabhängig vom Alter. Da kann man auch eine ohnehin nicht mehr so hohe Ablöse in Kauf nehmen.

  • Da date ich doch lieber Frauen und lasse Clubspiele sausen wie das 0:3 gegen Hannover (da habe ich das erste Mal nach 40 Jahren wegen einer Frau auf ein Spiel verzichtet , und es hat sich wirklich gelohnt 😉) als mir den Mist anzugucken. Die müssen meine Liebe wieder gewinnen. Den Verein liebe ich natürlich weiterhin.

  • Nochmal zur Erinnerung!
    Ich bin so froh, dass der Samstag vor einer Woche einfach vorbei ist.

  • Der Kicker bringt ein ganz neues Modell ins Gespräch: Hecking UND Schmedes, beide als Vorstände, also praktisch gleichberechtigt.

    Bei näherer Betrachtung hat das Modell Charme, aber ob es realistisch ist, dass beide Kandidaten bereit zu “teilen” wären?

    Tatsache ist, die Chance Hecking zu kriegen würde ich auf keinen Fall verpassen. Er kann dem Club als Persönlichkeit und mit seiner Erfahrung viel geben.

    Schmedes als aufstrebendes Manager-Talent sollte man aber auch nicht ignorieren. Ist halt ne Wundertüte. Aber warum nicht beide? Hecking könnte mit dem einen seine Kaderplaner-Skills aufbessern und Schmedes mit dem anderen seine Führungsqualitäten ausbauen. Sie könnten sich gegenseitig befruchten.

    Win-win-Situation. Und wenn einer geht – was irgendwann abzusehen ist – ist der andere noch da.

    • Schmedes und Hecking gemeinsam dürfte auch finanziell schwierig sein, zumal in Zeiten in denen man bzgl. Corona sowieso vieles noch nicht einschätzen kann. An Hecking glaube ich persönlich sowieso nicht, diese “Entscheidung am Gardasee “Schlagzeile, das wirkt schon wieder so alles so unprofessionell ja unseriös.

  • Nachdem wir Trainertalent Matarazzo und sein Talent war als Coach der 1. FCN U19 deutlich sichtbar keine Perspektive bieten konnten oder wollten (Konkurrenz mit Köllner). Verstärkt ein weiterer Coach nun den VFB Stuttgart in der 1. Bundesliga Kammermeyer wird Co-Trainer von Matarazzo beim VFB mit Schwerpunkt Taktik u. Analyse.

  • Wenn die aktuelle BLÖD-Schlagzeile auch nur halbwegs ernstzunehmen ist, wäre das an Dämlichkeit nicht zu überbieten. Was im Text dahinter steckt, kann ich nicht nicht sehen, weil ich dafür niemals bezahlen würde, aber neugierig macht es schon…

    Mag sein, dass ein guter Vorstand teuer ist, aber ein schlechter ist wesentlich teurer – das hätte uns fast die Existenz gekostet. Deshalb finde ich, da darf man nicht sparen. Jemand, der die richtigen Entscheidungen trifft, ist wertvoller als der eine oder andere Spieler. Die richtige Mischung macht den Erfolg, dafür braucht man einen, der das beurteilen kann.

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