In allen Belangen unterlegen – Analyse zu #FCNRBL

Analyse zu 1. FC Nürnberg – RB Leipzig 0:3 (0:1) – Der FCN scheidet aus dem Pokal aus und hat gegen den Champions League Halbfinalisten keine Chance.
1. Aufstellung und Formation
2. Das Spiel in drei Grafiken
3. Einordnung
4. Kennzahlen
5. Stimmen
6. Noten

1. Aufstellung und Formation

Wie erwartet spielte der FCN im für Trainer aus der RB-Schule typischen 4-2-2-2 mit den klassischen „Flügelzehnern“, also Außenspielern, die nach innen ziehen und die Zone vor dem gegnerischen Strafraum besetzen sollen. Im ersten Pflichtspiel unter Leitung von Robert Klauß übernahmen Sarpreet Singh (links) und Nikola Dovedan (rechts) diese Rolle, Tom Krauß und Fabian Nürnberger spielten im zentralen Mittelfeld, dabei übernahm Krauß den defensiveren Part, Nürnberger den nominell offensiveren. Somit blieb – nach den Eindrücken der Vorbereitung etwas überraschend – für Johannes Geis nur der Platz auf der Bank.

Das gleiche Schicksal ereilte auch – weniger überraschend – Ex-Kapitän Hanno Behrens und Robin Hack, der weite Teile der letzten Vorbereitungswochen bei der Nationalmannschaft oder angeschlagen verpasst hatte. Angeschlagen war auch Manuel Schäffler, der Neuzugang aus Wiesbaden fehlte mit Knieproblemen im Kader: Schleusener und Köpke agierten im Sturm, wobei Köpke etwas zurückgezogener agieren sollte. Als Offensivoptionen saßen Felix Lohkemper und Adam Zrelak auf der Bank. Die Viererkette vor Christian Mathenia bestand aus Mühl und Sörensen im Zentrum, Handwerker und Kapitän Valentini auf den Außenbahnen. Die defensiven Wechseloptionen waren damit Oliver Sorg und Georg Margreitter.

Nicht im Kader standen neben Schäffler und Ersatzkeeper Klandt, also Benedikt Willert, Ekin Celebi, Noel Knothe, Lukas Schleimer, Kevin Goden und Virgil Misidjan, die alle sechs beim Testspiel der U21 gegen Seligenporten (4:2, Tore: Goden (2), Ardestani (2)) zum Einsatz kamen. Das galt nicht für Simon Rhein, der sowohl im Spieltagskader der Profis als auch in der U21 fehlte.

In der Pause tauschte Robert Klauß, brachte Geis für Köpke, so dass Dovedan nun in die Spitze rückte, Singh auf rechts wechselte und Nürnberger den linken „Flügelzehner“ gab. Etwa zwanzig Minuten später kamen Lohkemper für Dovedan und Hack für Singh und der FCN stellte auf eine Formation mit Dreierkette um, Krauß rutschte zwischen die beiden Innenverteidiger, Geis und Nürnberger gaben die zentralen Mittelfeldspieler, Hack und Lohkemper spielten offensiv außen, zogen aber immer wieder in die Mitte, Schleusener spielte alleinige Spitze. In den letzten zehn Minuten übernahm Behrens nicht nur Schleuseners Platz auf dem Feld, sondern auch dessen Rolle im Sturmzentrum.

 

2. Das Spiel in drei Grafiken

Grafik 1 zeigt, wie tief der Club über weite Strecken des Spiels stand und wie wenig er ins Spiel kam. Die erste Formationslinie war vor der Pause nur knapp 33 Meter vor dem Tor, also schon im eigenen Verteidigungsdrittel. Das war natürlich dem hervorragenden Positionsspiel des Champions League Halbfinalisten geschuldet, aber auch der Tatsache, dass der FCN vor der Pause eigentlich gar nicht aus der eigenen Hälfte herauskam.

Grafik 2: Die Abschlüsse des FCN im Spiel. Die Grafik zeigt in roten Kreisen Schüsse, die der Torwart halten musste ((3) Geis 60., (4) Valentini 71.), in gestrichelten Kreisen die Schüsse die vorbei gingen ((1)Schleusener 38., (5) Schleusener 77., (6) Schleusener 82.) und in den Quadraten geblockte Schüsse ((2) Sörensen 59., (7) Nürnberger 87.) Aufs Tor kamen also in 90 Minuten nur zwei Schüsse aus extrem weiter Entfernung. Gefährlich war von den Abschlüssen aufs Tor keiner, der höchstwerige Abschluss war der Kopfball von Fabian Schleusener kurz vor seiner Auswechslung mit einem xG-Wert von 0,12.

Grafik 3 zeigt die Ballverluste der beiden Mannschaften. Dabei sieht man vor allem, dass der FCN den Ball oft in der eigenen Hälfte verlor. Gerade die gelben Linien, die einen Ballverlust, der zum Abschluss führte, darstellen, sind bezeichnend. Alle drei Gegentore fielen nach Fehlpässen im Aufbau (Mathenia, Handwerker, Krauß). Die Ballverlustkarte der Leipziger zeigt darüber hinaus auch, wie tief in der Hälfte des FCN sie standen, ehe sie dann doch vom Ball getrennt wurden.

3. Einordnung

RB Leipzig ist kein Maßstab für den FCN. Die Sachsen standen vor knapp vier Wochen im Halbfinale der Champions League, der FCN vor knapp neun Wochen mit mehr als einem Bein in der Dritten Liga. Ein Vergleich ist daher immer unter diesen Vorzeichen zu sehen und weder Ergebnis noch Unterlegenheit an sich sind deshalb zu viel Gewicht beizumessen. Die Analyse muss daher wahrscheinlich eher beim Dritten Bild unserer Analyse ansetzen. Man hat es RB nämlich mit den leichten Ballverlusten im Aufbau zu leicht gemacht. Das war selbstverständlich auch dem geschuldet, dass RB es wie kaum eine Mannschaft versteht, Räume zuzustellen und Bälle zu erobern, aber gerade die Ballverluste vor den Toren waren vermeidbar. Daran muss gearbeitet werden.

Zum anderen deutet das zweite Bild ein anderes Problem an, dass natürlich auch der Stärke des Gegners geschuldet war, aber auch der fehlenden eigenen Präzision im Aufbau. Man kam nicht zu gefährlichen Abschlüssen, es fehlte an konzentriert vorgetragenen Angriffen. Dabei litt der FCN sicher darunter, dass mit Manuel Schäffler der eingeplante Angreifer, der auch einmal Bälle im Sturm festmachen kann, fehlte. Es fehlte aber auch insgesamt an Ballkontakten in der gegnerischen Hälfte. Nicht einmal 40% aller Ballkontaktphasen endeten in der gegnerischen Hälfte. Bei Leipzig waren es dagegen fast drei Viertel. Immerhin ist das Bewusstsein über die Problematik vorhanden. Robert Klauß sprach von vielen falschen Lösungen vor der Pause. Gerade im Aufbau waren die zu erkennen.

Und so bleibt dann auch die Hoffnung, dass die erwartete Niederlage eher lehrreich als niederschmetternd ist. Gerade der Blick auf die Leistungen vieler anderer Zweitligisten im Pokal zeigt, dass viele gegen deutlich schwächere Gegner als RB Leipzig erhebliche Probleme hatten, der freitägliche Gegner aus Regensburg eingeschlossen.

4. Die Kennzahlen

Nürnberg   Leipzig
0 Tore 3
0,33 expected Goals 2,82
7 Schüsse 23
2 Schüsse aufs Tor 11
0 Ecken 7
2 Freistöße 4
15 Fouls 10
17,8 PPDA 9,1
4,8 Challenge Intensity 6,1
15,9 Spieltempo 19,5
5 Ballbesitzphasen (geg. Strafraum) 24
00:12 Ballbesitzdauer (Ø) 00:21

*Alle Daten stammen von Wyscout. Benutzung der Daten von Wyscout unter der Journalistenlizenz des Anbieters.Die Terminologie von Wyscout wird in diesem Glossar erläutert.

5. Die Stimmen

Robert Klauß: „Wir kriegen gleich ein frühes Gegentor. Das nimmt dir natürlich ein bisschen den Mut, den du in so einem Spiel brauchst. Mit der Führung hat Leipzig sehr selbstbewusst agiert, während wir falsche Lösungen gewählt haben. Da müssen wir mutiger sein. Zweite Halbzeit haben wir dann ein ordentliches Spiel gemacht. Gegen so einen Gegner muss einfach alles passen. Wir nehmen aber mit, dass wir dem Gegner in der zweiten Halbzeit Paroli geboten haben.“

Julian Nagelsmann: „Ich war von Beginn an sehr zufrieden. Nach 25 Minuten sind wir ein bisschen ungeduldig geworden, da hatte Nürnberg eine Konterchance, wo sie nicht zum Abschluss kommen. Es stand dann lange 1:0, trotzdem war es ein verdienter Sieg. Dennoch hat man gesehen, dass sich hier in Nürnberg etwas entwickelt. Es war kein Spaziergang. Wir sind glücklich, dass wir in der nächsten Runde sind.“

Enrico Valentini: „Nach vorne haben wir in der ersten Halbzeit gar nicht stattgefunden. Es war natürlich bitter, so früh ein Tor zu kassieren, da war dann auch etwas Verunsicherung da. Unterm Strich kam zu wenig über unsere Aktionen heraus. Wir haben die Bälle zu schnell verloren, haben es selten geschafft, den Ball über zwei oder drei Stationen nach vorne zu bekommen.“

Tyler Adams: „Der Sieg heute fühlt sich fantastisch an. Wir sind gut vorbereitet in dieses erste Spiel der neuen Saison gegangen, hatten einen klaren Matchplan, den wir als Team bestens umgesetzt haben. Die Partien in der Champions League gaben uns trotz der Niederlage gegen Paris noch mehr Selbstvertrauen und das haben wir heute auf dem Platz gezeigt! Das Team hat hervorragend zusammengearbeitet, auch wenn wir noch einige neue Spieler da draußen hatten. Alle haben ihren Beitrag geleistet.“

6. Die Noten 

Spieler CU-Note Kicker NZ BILD SofaScore
Christian Mathenia 6     6,9/10
CU-Urteil: Zwei schwere Fehler vor dem 0:1 und 0:3, ließ immer wieder den Ball nach vorne klatschen. Da halfen auch einige sehenswerte Paraden wie gegen Olmo nicht.
Enrico Valentini 5     6,6/10
CU-Urteil: Tat sich schwer in die Zeikämpfe zu kommen, kam auch kaum mal nach vorne.  
Asger Sörensen 3     7,1/10
CU-Urteil: Verteidigte mit Mühl zusammen relativ viel weg, die Fehler machten andere.
Lukas Mühl 3     6,9/10
CU-Urteil: Nur zwei Fehlpässe im ganzen Spiel, zehn von zwölf Zweikämpfen gegen den Ball gewonnen. Mühl war im Defensivverbund der Beste.
Tim Handwerker 5     6,1/10
CU-Urteil Fehlpass vor dem 0:2. Konnte sich wie Valentini nach vorne kaum in Szene setzen.
Tom Krauß 5     6,7/10
CU-Urteil: Fand ganz schwer ins Spiel, verlor die Hälfte seiner Defensivzweikämpfe, Fehlpass vor dem 0:3. 
Fabian Nürnberger 4     6,6/10
CU-Urteil: Bemüht Struktur zu geben. War aber zu oft mit Löcher stopfen beschäftigt und dann auch fahrig.
Nikola Dovedan 4     6,1/10
CU-Urteil: Bindung ans Spiel wurde besser als er ins Zentrum durfte, insgesamt aber mit Problemen, spielte nur ganze sieben Pässe.
Sarpreet Singh 4     6,3/10
CU-Urteil: Fehlte ähnlich wie Dovedan die Bindung ans Spiel, wurde auch wie er nach 63 Minuten ausgewechselt.
Pascal Köpke 5     6,5/10
CU-Urteil: Fast gänzlich abgemeldet über weite Strecken der ersten Halbzeit. Blieb zur Pause in der Kabine.
Fabian Schleusener 4     7,0/10
CU-Urteil: War vorne weitgehend auf sich allein gestellt, hatte als einziger Clubspieler zumindest eine Halbchance.
Johannes Geis 4     6,0/10
CU-Urteil: Kam zur Pause und hatte im Passspiel ein paar Ideen, nach hinten trotzdem immer noch zu wenig griffig.
Robin Hack 4     6,0/10
CU-Urteil: Trotz lediglich 29 Minuten auf dem Feld der FCN-Spieler mit den meisten Offensivduellen. Blieb in dieser Zeit auch ohne Fehlpass. Bemüht, aber weitgehend wirkungslos.
Felix Lohkemper 5     6,5/10
CU-Urteil: Fiel im Gegensatz zu Hack über weite Strecken seiner halben Stunde auf dem Platz nicht auf.
Hanno Behrens 6,0/10
CU-Urteil: Durfte am Ende noch ein wenig Sturmspitze spielen. Aber ohne Wirkung.
           
   

12 Gedanken zu „In allen Belangen unterlegen – Analyse zu #FCNRBL

    • Kompakter, kommt mir als schnell lesender Nicht-Detailtaktiker entgegen ;). Und für mich nicht weniger informativ als bisher. Zwischennoten sind letztlich wohl auch eher Geschmackssache als Notwendigkeit.

      Deren Entfall ist verschmerzbar. Führt aber auch zu Härtefällen, wie für mich die Note 6 für Mathenia einer ist. Note 6 ist so durchgehend miserabel, dass der Spieler, da zitiere ich gerne die BamS der 80er, das Geld nicht verdient hat. So bodenlos war die Leitung von Mathenia nicht.

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      Antwort
    • Vielen Dank für das Update bzgl. Formatänderung.

      Auf den ersten Blick fehlen die Schautafeln. Ich habe sie gerne angesehen, allerdings immer nur dann, wenn ich aus verschiedenen Gründen ein besonderes Interesse an Details hatte. Das war bei höchstens 20% der Analysten der Fall.

      Die „kompakte“ Form genügt stets allen Ansprüchen in herausragender Weise in der Medienlandschaft.
      Und das nette ironische Frötzeln der Kollegen aus dem Podcast fußt sicher ein wenig auf positivem Neid, den hast du dir redlich erarbeitet. 🙂

      Zudem:
      Ich weiß nicht, wie oft ich mir vorgenommen habe, deine Gegneranalysen zu lesen. Bis zum Start wollte ich das nachholen…
      … Deine Fleißarbeit ist wirklich beachtlich. Ich komme nicht mal zum Lesen. Vielleicht auch, weil ich noch Club Rekonvaleszenz bin, nach diesem Herzschlagfinale…
      Und du hast da Gegneranalysen am Start (eine habe ich geschafft), die nahe legen, dass du die Gegner besser einordnen kannst als sie selbst (oder zumindest viele der Fans dieser Vereine).
      Ein dickes Dankeschön für dieses breite Angebot.

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      Antwort
  • Für das Selbstvertrauen unserer Jungs mag das Spiel nicht hilfreich gewesen sein. Aber es ist nicht unpraktisch, da es die überraschend große Euphorie im Umfeld auf ein vernünftiges Maß dämpfen sollte. Nicht wenige hoffen schon wieder auf den Aufstieg, der Kicker hält Platz 7 für machbar. Nun, der Aufstieg war auch schon letzte Saison das heimliche Ziel und die Trefferquote des Kicker bei seinen Club-Prognosen vor Saisonbeginn ist schon beinahe traditionell gering.

    Trainer und Kader haben Potential. Deswegen aber die Mannschaft mit übertriebenen Erwartungen belasten, wäre grundfalsch! nicht vergessen: Die Mehrheit der Spieler hat 1-2 Desaster-Jahre hinter sich, das Selbstvertrauen dürfte entsprechend fragil sein. Und die jungen Hoffnungsmachenden bleiben eben junge Zweitliga-Neulinge, die sich an die erhöhten Anforderungen in Sachen Taktik, Technik, Handlungsschnelligkeit, Geschwindigkeit, Härte, Cleverness und mediale Aufregung erst gewöhnen müssen. Leistungsschwankungen sind da vorprogrammiert.

    Die Saison wäre für mich eine zufriedenstellende, wenn in deren Verlauf eine positive Spielentwicklung erkennbar wäre und wir den Klassenerhalt 4-5 Spiele früher fest machen.

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    • Wer soll denn sonst aufsteigen, außer unserem Club ? Da führt ja wohl kein Weg an uns vorbei !

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  • Tut auch vielleicht ganz gut, als Euphoriebremse jetzt nochmal eins auf den Deckel bekommen zu haben.
    Die glorreichen Testspiele gegen PSG und die Bayern letzte Saison haben uns ja alles andere als gut getan.

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    • Zu Mathenia.
      Wenn ich unseren Trainer richtig „lese“, dann kann es durchaus sein, dass er Früchtl am Freitag völlig unspektakulär den Vorzug gibt. Tenor: Aktuell der stärkste.

      Ich glaube, er wird einem Kader von bis zu 18 Spielern das Gefühl geben können, dazuzugehören, Einsatzzeiten zu geben.
      Und Leistung positiv zu berücksichtigen.

      Im Falle Früchtl also möglich, dass er ihn am Freitag vorne sieht.

      Vielleicht liege ich falsch, aber Klauß wirkt nicht so als würde er größeren Wert auf eine feste Nummer 1 legen. Auch wäre dieses neue Denken hilfreich, weil er damit niemand „verbrennt“. Sondern positiv anspornt. Das muss er“nur“ gut kommunizieren. Das traue ich ihm zu.

      Zur sinngemäßen Aussage(ich glaube u.a. vom fränki), Klauß dürfe die Leistungen von Mathenia letzte Saison nicht berücksichtigen:

      Bin ich anderer Ansicht. Er muss sogar bewerten, welche.Performance er gezeigt hat, Schwächen, Stärken, usw.
      Das erwarte ich sogar, dass das mit einfließt.

      Früchtl wird man auch bewertet haben. Sonst wäre er nicht hier. 🙂

      Für die Startelf wird er dagegen aktuelle Leistungen berücksichtigen.

      Ich rechne mit einer Chance für Früchtl.

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      Antwort
      • Vielleicht liege ich falsch, aber Klauß wirkt nicht so als würde er größeren Wert auf eine feste Nummer 1 legen. Auch wäre dieses neue Denken hilfreich, weil er damit niemand „verbrennt“. Sondern positiv anspornt. Das muss er“nur“ gut kommunizieren. Das traue ich ihm zu.

        Ich weiß nicht wie Klauß das sieht, ich denke aber nach wie vor, das die Torwartposition eine spezielle Position ist und dass es dort schwieriger ist nach Form aufzustellen. Dafür ist die Position zu hervorgehoben und jeder Torwart kann halt auch nur diese eine Position spielen. Auf anderen Positionen kann sich ein Spieler auch für eine andere Position qualifizieren und er hat auch die Chance eingewechselt zu werden.

        Würde Klauß Mathenia tatsächlich zum Saisonauftakt schon rausnehmen, dann wäre er sicher nicht verbrannt,, aber es wäre schon ein Problem für Mathenia und natürlich auch ein wenig für den Club, Mathenia hat einen langfristigen, gut dotierten Vertrag.

        Ich glaube nach wie vor, ein Torwart muss das Gefühl ahben, dass er sich auch mal einen Bock leisten kann, ohne gleich in Gefahr zu sein seinen Platz zu verlieren und ich denke auch, dass der Torwart ein Eckpfeiler für Konstanz in der Abwehr ist, sowohl personell als auch für die Leistung des Defensivverbands insgesamt.

        Insofern machen mir die Fehler von Mathenia in dem Spiel schon Bauchschmerzen, ich denke ein Schlüssel zu einer sorgenfreien Saison wäre ein Torwart der konstant spielt und eine klare Nummer 1 ist. Er muss gar nicht sensationell halten, wenn er im Notenmittel zwischen 2,5 und 3 liegt und der Hintermannschaft ein wenig Sicherheit geben kann, dann wäre das Gold wert.

        Nicht nur nach dem Pokalspiel, auch in den anderen Vorbereitungsspielen habe ich leider noch nicht den Eindruck bekommen, dass Mathenia oder Früchte das in diesem Jahr schaffen, aber die Saison ist noch jung, ein paar Erfolge in der Liga können da schnell eine Wende bringen. Aber die Torwartposition bleibt eine wichtige Baustelle für unser Trainerteam und den Sportvorstand, da muss Konstanz und Sicherheit rein. Ob das klappt, wenn man nach dem ersten Spiel gleich einen Wechsel vornimmt? Ich bin da eher skeptisch.

        @Florian, für mich wären die Zwischennoten weiterhin sinnvoll, da eine 1 und eine 6 eigentlich nicht vergeben werden, sind mir 4 Notenstufen etwas zu grob in der Leistungsbeurteilung.

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        Antwort
        • „für mich wären die Zwischennoten weiterhin sinnvoll“

          Für mich auch. Ich finde die 6 für Mathenia zu hart, da hätte man eine 5 – gebraucht. Auch kann man Sörensen und Mühl eigentlich nicht gleich bewerten. Da hätte es entweder eine 3+ für Mühl oder eine 3 – für Sörensen geben müssen.

          Eine glatte 1 gibt es eigentlich auch fast nicht. Wer macht schon ein perfektes Spiel?

          Vielleicht ist es ja nur Gewohnheitssache. Man könnte aber auch auf Halbnoten anstatt Drittelnoten reduzieren. Anstatt 3, 3-, 4+, 4 gibt es dann nur noch 3, 3,5, 4 (wie im Kicker).

          And now for something completely different:

          Ist Krätschmer eigentlich eine Nüssing – Entdeckung? Das riecht eigentlich danach, wäre genau das Beuteschema… 😉

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          Antwort
      • @Teo

        Ja, die Aussage, dass Klauß die Leistungen von Mathenia in den letzten Spielzeiten nicht berücksichtigen sollte, stammt von mir. Und ich revidiere mich da gerne – Deine Argumentation ist schlüssig.

        Wie Du sagst: Eine etwaige Veränderung auf der Eins oder generell Veränderungen muss Klauß gegenüber der Mannschaft gut kommunizieren. Ganz wichtig. Ebenso wichtig, dass Klauß und Hecking und Wiesinger und Schweinsteiger gut untereinander kommunizieren. Dann wird das was.

        Wie @Armin sagt, ist die Position des Torwarts aber durchaus sensibel. Da sollte, ich zitiere, „Konstanz und Sicherheit“ rein. Ob man dies schafft, indem man Mathenia sogleich wieder Vertrauen entzieht, nachdem man ihm erst vor kurzem vertrauensvoll die Eins anvertraute, halte ich für fraglich. Auch was Früchtl anbelangt – der sich dann womöglich denken muss, dass man Vertrauen hier aber schnell verspielen kann.

        Sind aber nur Gedanken eines Außenstehenden. Vielleicht liege ich auch komplett falsch. Und die beiden Torhüter, die ich persönlich nicht kenne, sehen das viel pragmatischer als ich durch meine Fan-Brille. Hauptsache, es steht am Freitag jemand zwischen den Pfosten, der seine Sache souverän macht. Und damit die zurecht aufgekommene Torwartdiskussion wieder runterdimmt.

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  • Finde die Analyse bringt es wirklich gut auf den Punkt.

    Was kommende Saison angeht bin ich durchaus noch skeptisch. Die bisherigen Vorbereitungsspiele und das Spiel gegen Leipzig, erinnerten mich in vielen Teilen noch stark an letzte Saison. Neue Spiel- und Taktikausrichtung hin oder her, mir fehlt beim Club schon seit geraumer Zeit etwas ganz essentielles, was meiner Meinung nach, vor allem in Liga zwei, ein zentraler Baustein sein muss:
    Der kämpferische und geistige Einsatz aller elf Spieler über 90 Minuten.

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  • Finde die Analyse bringt es wirklich gut auf den Punkt.

    Was kommende Saison angeht bin ich durchaus noch skeptisch. Die bisherigen Vorbereitungsspiele und das Spiel gegen Leipzig, erinnerten mich in vielen Teilen noch stark an letzte Saison. Neue Spiel- und Taktikausrichtung hin oder her, mir fehlt beim Club schon seit geraumer Zeit etwas ganz essentielles, was meiner Meinung nach, vor allem in Liga zwei, ein zentraler Baustein sein muss:

    Der kämpferische und geistige Einsatz aller elf Spieler über 90 Minuten.

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