Projekt Nürnberg

Nach dem 1:1 in Regensburg wird klar: Der 1. FC Nürnberg ist auf dem Weg, aber auch erst am Anfang.
Marcus Schultz spricht mit Alexander Endl (Clubfans United) und Simon Strauß im Total beglubbt-Podcast über den Saison-Ligaauftakt des FCN.

Beton, laues Lüftchen und handfeste Tatsachen

1. Spieltag 2020/2021
 1 : 1

Das erste Pflichtspiel war es nicht, denn der Pokal hatte bereits vorher begonnen (und geendet), und dennoch war mit Spannung erwartet worden, wie sich der Club nach der desaströsen vergangenen Saison präsentieren würde. Nach der Last-Minute-Rettung vor dem 3. Liga-Abstieg war der Umbruch im Sommer vor allem im Personal rund um die Mannschaft groß ausgefallen. Am Platz fand man nur zwei neue Namen (Krauß, Singh). Mit Hecking im Vorstand und Klauß auf der Trainerbank sollte ein ganz neuer Wind am Valznerweiher wehen – doch der präsentierte sich zumindest im Sturm bisher noch eher als laues Lüftchen.

Was sich gegen Leipzig im Pokal schon andeutete, bestätigte sich auch in Regensburg – nur eben mit dem Unterschied, dass hier ein Gegner eines anderen Kalibers am Platz stand. Schon gegen Leipzig zeigte sich die Arbeit ‚gegen den Ball‘ trotz des finalen 0:3 zumindest stabiler als noch im Vorjahr, während im Spiel ‚mit dem Ball‘ quasi ein Komplettausfall zu verzeichnen war. „RB Leipzig ist kein Maßstab für den FCN“, aber war offenbar ein Indikator für Stärken und Schwächen.

Gegen einen Zweitligisten wie Regensburg wirkte die Defensive noch ein wenig sattelfester und der Angriff zumindest mit Ansätzen, am Ende sollte aber beides nicht reichen – der Treffer nicht zum Sieg und die Abwehrleistung nicht zum „zu Null“. Das Zustandekommen des am Ende von allen Seiten als leistungsgerecht titulierten Ergebnisses war – um der Chronistenpflicht Genüge zu leisten – dennoch weder an dem einen noch dem anderen festzumachen. Weder entstammte der Führungstreffer einer einstudierten Offensivaktion, noch der Gegentreffer einer der wenigen, und dennoch vorhandenen, Fehler in der Defensive. Handwerkers Schuss in der 43. Minute zum 1:0 eine Einzelaktion unter gütiger Mithilfe des Torwarts, der Ausgleich ein am Ende wohl regeltechnisch in allen Belangen der aktuellen Rechtslage konformer, dem fußballkulturellem Code allerdings gänzlich zuwider laufender Elfmeterpfiff.

Oder kurz zusammengefasst: Ein 0:0 hätte die Partie am Ende wahrscheinlich noch besser beschrieben.

Total beglubbt Podcast

Im Podcast mit Moderator Marcus Schultz und seinen Gästen Simon Strauß und Alexander Endl wird das Spiel nochmal aufgearbeitet und das Handspiel ausführlich und kontrovers diskutiert, vor allem aber auch ein Blick auf den Saisonstart und die Erwartungen an Führung und Mannschaft geworfen.

Ist der RB-Mann Klauß angetreten, um Hecking dabei zu unterstützen aus dem altehrwürdigen FCN ein Fußball-Projekt im Rangnick-Stil zu machen? Und täte das dem für gewöhnlich schnell zu emotional werdenden Nürnberger Umfeld vielleicht gerade einmal gut?

Audiolänge: 00:55:46 | Moderator: Marcus Schultz



Steckbrief Clubfans United

Clubfans United, das Fußballmagazin für Fans des 1. FC Nürnberg. Spielberichte, Analysen, Medien-Monitoring – Aktuelle News, Kolumnen und Kommentare. Weitere Informationen….
Podcast in Zusammenarbeit mit Total beGlubbt von meinsportpodcast.de.

Clubfans United unterstützen

Clubfans United unterstützen? Das kann man mit einer Spende (freiwillige, unentgeltliche Geld-Leistung – eine Spendenbescheinigung kann nicht ausgestellt werden).

Zahlungsmethode auswählen
Persönliche Informationen

Spendensumme: €10.00

Lies alles zum Thema 1. FC Nürnberg gegen Jahn Regensburg hier bei Clubfans United

14 Gedanken zu „Projekt Nürnberg

  • Guter Podcast!
    Alexander Endl hat die Problematik um den gegebenen Elfer gegen Valentini gut aufgedröselt. Auch für mich war es i. O. Elfer nach Videobeweis zu geben. Sollte der Schiri das Handspiel während des Spiels nicht gesehen haben, dann ist es auch richtig, wenn er die Situation sich noch einmal am Tablet anschaut.

    Die sinngemäße Aussage, „die Qualität des Spiels wird gewöhnlich vom Ergebnis her beurteilt“ ist sooo richtig beobachtet und gleichzeitig ist es auch falsch, so zu urteilen. Im Fußball braucht man halt Glück.

    P. S.: In der Startformation waren neun Spieler, die letzte Saison schon da waren. Zusätzlich der Drittligaspieler Singh und der Viertligaspieler Krauß, die nicht positiv auffielen. Gegangen sind Erras und Mavropanos in die erste Liga. Von daher bin ich absolut zufrieden mit der gezeigten Leistung. Exzellenter Kampf des Clubs!

    3

    1
    Antwort
    • Fund[…]: „P. S.: In der Startformation waren neun Spieler, die letzte Saison schon da waren. Zusätzlich der Drittligaspieler Singh und der Viertligaspieler Krauß, die nicht positiv auffielen. Gegangen sind Erras und Mavropanos in die erste Liga. Von daher bin ich absolut zufrieden mit der gezeigten Leistung. Exzellenter Kampf des Clubs!“

      Das ist es ja gerade, wir hatten auch letztes Jahr keinen schlechten Kader, wir hatten nur eine schlechte Performance!

      6

      0
      Antwort
      • Dein Wort in Fußballgottes Ohr.
        Vielleicht hatten wir zusätzlich auch zwei Trainer, die es überhaupt nicht schafften, der Mannschaft irgendeine Struktur, Anleitung und Spielidee zu geben. Das scheint sich immerhin geändert zu haben.

        3

        0
        Antwort
    • Ja, wenn man genauer hinschaut: Sooo viel hat sich im Kader bislang gar nicht geändert. Wir dürfen gespannt sein, was sich in der noch verbleibenden kurzen Zeit überhaupt noch tut. Wenn es weder weitere Zu- noch Abgänge gibt, wundere ich mich schon ein bisschen. Das schmälert aber nicht mein Vertrauen in die Verantwortlichen.

      3

      0
      Antwort
      • Der aktuelle Stand nach Abgängen von Ishak, Frey, Medeiros klar auch wenn die alle underperformt haben, dazu Hack im Wechselfieber lustlos und nachdem auch noch Schäffler verletzt ist, sehe ich aktuell unseren Sturm sogar deutlich schwächer als letzte Saison. Vielleicht ändert sich das ja wieder, weiss man aber auch nicht.

        3

        4
        Antwort
  • Zitat Fundamentalanalyst:

    „Alexander Endl hat die Problematik um den gegebenen Elfer gegen Valentini gut aufgedröselt.“

    Die „Aufdröselung“ mag ein juristisches Glanzstück sein, jedoch eines innerhalb irrwitziger (d.h. dem Geist des Spiels sowie auch den anatomischen Bewegungsmöglichkeiten des Menschen Hohn sprechenden und von daher nicht zu tolerierenden) juristischen Rahmenbedingungen. Wer sich in der Auslegung von Regeln einer irrsinnigen Gesetzgebung als brillanter Advokat beweist, ist ein Advokat des Irrsinns.

    12

    0
    Antwort
  • Wäre in einem Quartett-Kartenspiel der deutschen 2. Liga-Funktionäre Dieter Hecking von seinen Werten besser als Klaus Allofs?

    1

    0
    Antwort
  • Ich werde heute wieder Mal für eine Frau auf ein Clubspiel verzichten. Wir Männer sind echt einfach gestrickt.

    1

    0
    Antwort
    • Da wirds Zeit, dass der Club wieder Siege einfährt. Wahrscheinlich hast Du im Hinterkopf die Befürchtung, wie es die letzten Jahre immer der Fall war, dass Dich die Mannschaft wieder bitter enttäuscht und dann der ganze Tag wieder versaut ist. Das Gefühl hat wohl mittlerweile jeder Clubfan. Aber ich denke doch, dass eine neue Zeit anbricht und das Tal der Tränen jetzt durchschritten ist. Hoffentlich!!!!!!!

      3

      0
      Antwort

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.