Wenn nach vorne die Ideen fehlen… – Analyse zu Karlsruhe #FCNKSC #FCN

Analyse zu 1. FC Nürnberg – Karlsruher SC 1:1 (1:0) – Der FCN bringt einmal mehr eine Führung nicht nach Hause. Es fehlt vor allem offensiv an Ideen.
1. Aufstellung und Formation
2. Das Spiel in drei Grafiken
3. Einordnung
4. Kennzahlen
5. Stimmen
6. Noten

1. Aufstellung und Formation

Robert Klauß veränderte die Startaufstellung nominell auf einer Position im Vergleich zum Montagsspiel in Hamburg: Lukas Mühl – von Krankheit wieder genesen – rückte in die Startelf, Fabian Nürnberger musste dafür auf die Bank weichen. Auf der saß auch Sarpreet Singh wieder, der am Montag ebenfalls krank gefehlt hatte, Adam Zrelak fehlte dagegen im Aufgebot wegen einer Knieverletzung. Im Kader fehlten darüber hinaus Goden, Knothe, Celebi, der erkrankte Behrens, der verletzte Misidjan sowie die Ersatztorhüter Lukse, Klandt und Willert.

In Sachen Formation stellte Klauß dagegen um, statt im 4-2-3-1 agierte der Club in einer Art asymmetrischen 3-4-1-2, in der Krauß und Geis zentral vor der DreierketteSörensen, Margreitter, Mühl agierten und die Flügelverteidiger Valentini und Handwerker je nach Situation entweder in die Fünferkette fallen oder offensiv anschieben sollten. Offensiv agierten Lohkemper und Schäffler in vorderster Linie, dahinter spielte Hack meist links, rotierte aber auch immer wieder auf rechts und spielte etwas tiefer als die beiden anderen Angreifer, weshalb das von Sky gesehene 3-4-3 ebenso als Notation durchgeht, wie das von Wyscout notierte 5-3-2. 

Für Schäffler war nach einer Halbzeit bereits Schluss, dem Stürmer war deutlich anzumerken, dass ein zweites Spiel binnen vier Tagen nach längerer Verletzungspause noch zu viel zugemutet war. Für ihn kam Pascal Köpke, dem aber auch die Bindung zum Spiel fehlte. Nach dem Gegentor wechselte Trainer Klauß drei weitere Spieler auf einmal ein. Dovedan, Nürnberger und Schleusener kamen für Hack, Krauß und Lohkemper. Dabei nahm Dovedan die freigeistige Rolle von Hack ein, Nürnberger rutschte neben Geis ins zentrale Mittelfeld und Schleusener bildete mit Köpke den von Dovedan unterstützten Angriff. Die Wechsel sorgten für etwas mehr Dynamik im Clubspiel.

Wirklich verändert wurde die Statik des Spiels aber erst durch den Platzverweis für Kother. Nun überließ der KSC dem Club fast vollständig den Ball, kam nur noch auf 24% Ballbesitz in der Schlussviertelstunde und der Club war zumindest bemüht mehr Druck zu machen. Unterstützt wurde das von einem letzten Wechsel: Singh kam für Valentini, gab in der Formation den zweiten Flügelverteidiger, spielte aber eigentlich so offensiv, dass er eher als äußerer Mittelfeldspieler angesehen werden muss. Dem Club gelang in der Schlussphase trotz hohen Ballbesitz und erhöhter Angriffszahl kein Treffer mehr und musste sich mit dem 1:1 begnügen.

2. Das Spiel in drei Grafiken

Grafik 1 zeigt die Abschlüsse des FCN. Dabei ist klar ersichtlich, dass der Club sehr viele Schüsse von außerhalb des Strafraums abgab. Die zugeordneten expected Goals Werte zeigen, dass die Wahrscheinlichkeit mit einem der Abschlüsse ein Tor zu erzielen, bei ungefähr 25 Prozent lag, wäre der Schuss von Felix Lohkemper nicht abgefälscht worden, es wäre wahrscheinlich bei null Toren aus den neun Abschlüssen außerhalb geblieben. Die durchschnittliche Torentfernung beim Schuss war gegen den KSC über 21 Meter. Das spricht zum einen für schlechte Schussauswahl, es spricht aber auch dafür, dass der Club es spielerisch nicht schaffte, in den Strafraum des KSC einzudringen.

Grafik 2 dokumentiert gleichermaßen Erfolg und Misserfolg der Abwehrarbeit des FCN. Denn der KSC hatte eben deutlich weniger Abschlüsse als FCN, brachte auch nur zwei davon aufs Tor. Gleichzeitig hatten die Gäste eben nur einen Abschluss außerhalb des Strafraums, was auch insgesamt zur Folge hatte, dass Karlsruhe die höherwertigen Einzelchancen hatte. Gleichzeitig zeigen die gerade mal zwei Kopfballabschlüsse aus dem Spiel heraus auch, dass der Club es schaffte, die Flankenstärke des KSC weitgehend zu unterbinden. Umso ärgerlicher ist es, dass das Gegentor dann genau aus so einer Aktion fiel. 

Grafik 3 vergleicht die Fouls des KSC in den ersten vier Spielen mit der Partie am Freitagabend. Während der KSC in den ersten Partien im Bereich vor dem Tor im Schnitt fast dreimal pro Spiel den Gegner regelwidrig stoppen musste, musste er das gegen den FCN nur ein einziges Mal tun. Zum einen hatte der Club damit weniger Standardsituationen, zum anderen zeigt es aber auch, dass der Club kaum gefährlich ins letzte Drittel kam, da der KSC überhaupt nicht zum Foul greifen musste, um gefährliche Angriffe zu unterbinden. 

3. Einordnung

„Wir sind genau so, wie wir punkten. Wir sind nie komplett überlegen,“ Robert Klauß ordnete die Entwicklung des FCN in der Frühphase der Saison 2020/21 nach dem Spiel richtig ein, wobei der Nachsatz „… aber auch nie komplett unterlegen“ durchaus erlaubt gewesen wäre. Dabei dient das Spiel gegen den KSC nur bedingt zur Einordnung. Die Partie war spielerisch wahrscheinlich die schwächste Ligapartie des FCN in der noch jungen Saison, zumindest was das Aufbauspiel betrifft. Das führte auch dazu, dass der Club eben kaum in gute Abschlusssituationen kam und auch viel zu oft zu früh abschloss. 

Andererseits war das, was am Montag noch problematisch war, nämlich die Verteidigung, über weite Strecken positiv. Die 0,77 expected Goals des KSC sind der niedrigste Wert für die Badener in dieser Saison. Philip Hofmann, der gefährlichste Karlsruher Angreifer hatte keinen einzigen Schuss aufs Tor. Etwas, das ihm zuletzt im November 2019 widerfahren ist. Den positiven Gesamteindruck trüben natürlich der Gegentreffer und Gondorfs Chance kurz vor Schluss, allerdings lässt sich durchaus festhalten, dass die Defensivleistung des FCN dank der Umstellung auf Dreier-/Fünferkette, wie schon am Montag nach dieser Umstellung, besser geworden ist.

Gleichzeitig wird man allerdings den Eindruck nicht los, dass unter der Defensivleistung dann die Offensivleistung leiden muss. Genau diese Balance muss in den nächsten Wochen verbessert werden. Ein Faktor ist zum einen das Einbinden und der Fitnesszustand von Manuel Schäffler, das sicherlich einige Aspekte verbessern dürfte. Andererseits ließ sich am Freitagabend wieder feststellen, dass die restlichen Offensivkräfte – mit Ausnahme von Felix Lohkemper – eine deutliche Stufe tiefer stehen, was Durchsetzungsfähigkeit und Abschlussstärke angeht.

Die Gesamtbewertung fällt dementsprechend schwer: Nur eine Niederlage aus den ersten fünf Saisonspielen ist positiv, nur ein Sieg aus dem gleichen Zeitraum negativ. Die sechs Punkte aus fünf Spielen entsprechen ungefähr dem Leistungsniveau. Auf die Saison hochgerechnet wären das 40 Punkte. Ob man damit dann zufrieden wäre, obliegt wohl vor allem der eigenen Erwartungshaltung.

4. Die Kennzahlen

Nürnberg   Karlsruhe
1 Tore 1
0,79 expected Goals 0,77
14 Schüsse 8
3 Schüsse aufs Tor 2
5 Ecken 5
3 Freistöße 1
11 Fouls 14
15,5 PPDA 11,1
5,6 Challenge Intensity 5,7
16,3 Spieltempo 17,1
14 Ballbesitzphasen (geg. Strafraum) 11
00:16 Ballbesitzdauer (Ø) 00:15

*Alle Daten stammen von Wyscout. Benutzung der Daten von Wyscout unter der Journalistenlizenz des Anbieters.Die Terminologie von Wyscout wird in diesem Glossar erläutert.

5. Die Stimmen

Robert Klauß: „Erste Halbzeit hatten wir das Spiel im Griff. Mit den 20 Minuten nach der Halbzeit war ich nicht zufrieden, da haben wir die Zweikämpfe nicht gewonnen, Flanken nicht verhindert – so fällt dann auch das Tor. Dann wurde es ein wildes Spiel, dann waren wir wieder drin. Durch die gelb-rote Karte hatten wir nochmal eine Überlegenheit und uns Chancen herausgespielt. Grundsätzlich kann man aber nicht zufrieden sein, wenn man zuhause 1:1 spielt, das ist klar. Wir haben die Dinge, die wir uns vorgenommen hatten, nicht gut umgesetzt.“

Christian Eichner „Ich bin glücklich, dass wir in einem schwierigen Auswärtsspiel einen Punkt mitnehmen können. Wir hatten in der ersten Halbzeit für unsere Verhältnisse viel den Ball. In der ersten Halbzeit konnten wir den gegnerischen Sechzehner kaum bedrohen. In der Pause haben wir das ein oder andere angesprochen, dass wir mehr 2. Liga brauchen. Wir wollten mehr Gefahr beim Gegner provozieren, dass ist uns mit dem Ausgleich gut gelungen. Die Mannschaft hatte dann das Spiel gut unter Kontrolle. Leider haben wir uns dann selber geschwächt. Die Jungs haben das eigene Tor leidenschaftlich mit allem, was sie hatten geschützt. Ich empfinde das Ergebnis über 90 Minuten leistungsgerecht.“

Enrico Valentini: „Wir haben es leider nicht geschafft, nach der Führung das 2:0 zu machen. Wir waren bis etwa 25 Meter vor dem Tor gut, aber in der letzten Zone dann zu hektisch und wollten zu schnell vorne rein. Wir haben uns immer wieder gut in Situationen gespielt, aber der letzte Wille, auf das 2:0 zu gehen, hat heute gefehlt. Wir werden weiter an uns arbeiten und unseren Weg gehen, dann werden die Ergebnisse auch kommen.“

Philipp Hofmann: „In der ersten Halbzeit haben wir viel den Ball gehabt, aber wenig Kapital daraus schlagen können. In der zweiten Halbzeit haben wir dann ein anderes Gesicht gezeigt, aber das mussten wir ja auch, um das noch drehen zu können. Wir haben wenige Flanken in die Box geschlagen, was uns normalerweise auszeichnet, dadurch war es für mich auch schwer. Aber in der zweiten Halbzeit waren wir viel griffiger und standen kompakt. Das mit der Gelb-Roten Karte ist natürlich ärgerlich, ich glaube zu elft wäre es noch einmal eine spannende Sache geworden, weil wir gut im Spiel waren. Aber wir haben zu zehnt super gearbeitet und deswegen nehmen wir den Punkt auch gerne mit.“

6. Die Noten 

Spieler CU-Note Kicker NZ BILD SofaScore
Christian Mathenia +3   3 3 6,5/10
CU-Urteil: Beim Gegentreffer machtlos. Einige Male mit guter Verteilung bei langen Bällen. 
Enrico Valentini +5   4 5 6,6/10
CU-Urteil: Gewann nur zwei von sechs Duellen gegen den Ball und nur eines von vier mit dem Ball. Im hinteren Drittel recht passicher, nach vorne dann aber nicht mehr präzise genug.
Asger Sörensen 3   3 3 7,1/10
CU-Urteil: Defensiv stark mit vielen gewonnenen Duellen. War auch immer mehr in den Aufbau eingebunden, wo er teilweise auch gute Ideen hatte.
Lukas Mühl 4   4 4 6,9/10
CU-Urteil: Die Abstimmungsprobleme mit Valentini vor dem Gegentreffer, die Wanitzek frei zum Kopfball kommen lassen, verhindern trotz guter Zweikampfwerte das „befriedigend“.
Georg Margreitter 3-   3 3 7,0/10
CU-Urteil Sehr stark in der Luft, wo er alle Duelle gewann, kaum mit Fehlpässen, aber auch, weil er im Gegensatz zu den anderen beiden Innenverteidigern kaum in den Aufbau musste.
Tim Handwerker 4   4 3 7,1/10
CU-Urteil: Brachte nach vorne zu wenig Präzision mit. Defensiv manchmal zu spät. 
Johannes Geis +4   4 4 7,3/10
CU-Urteil: Schöner Pass auf Lohkemper vor dessen Tor, mit guter Defensivzweikampfquote (7 von 9), aber mit zu hoher Streuung bei den Vorwärtspässen
Tom Krauß 4   4 4 6,7/10
CU-Urteil: Mit nur zwei Fehlpässen in der Stunde auf dem Platz. Oft aber zu wenig eingebunden. Manchmal fehlt noch Tempo und Robustheit.
Robin Hack +5   5 5 6,4/10
CU-Urteil: Die Zuspiele kamen an, der Rest war sehr schwach. Gewann nur einen von acht Offensivzweikämpfen und eines von sechs Duellen um den freien Ball. Kein erfolgreich abgeschlossenes Dribbling. 
Felix Lohkemper +4   3 4 7,2/10
CU-Urteil: Das Tor wird ihm, obwohl viel Zufall im Spiel war, natürlich zugeschrieben. Ansonsten aber auch mit einigem Schatten (zwei von acht gewonnene Zweikämpfe), aber auch guten Momenten (recht präzises Passspiel) trotz insgesamt fehlender Bindung.
Manuel Schäffler 4-   4 5 6,7/10
CU-Urteil: Mit wenig Bindung ans Spiel, wirkte sehr müde. Mangelte es deshalb oft an Durchsetzungskraft.
Pascal Köpke 5 5 5 6,5/10
CU-Urteil: Gänzlich abgemeldet über weite Strecken der zweiten Halbzeit, ein gewonnener Zweikampf in acht Versuchen. Immerhin so oft im Strafraum am Ball wie kein anderer Nürnberger.
Nikola Dovedan 4 5 4 6,7/10
CU-Urteil: Hatte eine typische Dovedan-Partie. Stand immer kurz vor einer großartigen Aktion und machte sie dann irgendwie doch zunichte. Insgesamt aber mit ordentlichen Pass- und Zweikampfwerten.
Fabian Nürnberger 3 4 3 7,0/10
CU-Urteil: Seine Passsicherheit und Dynamik tat dem Spiel des FCN gerade in der Phase nach dem Platzverweis gut. Hatte einen von drei Schüssen aufs Tor des KSC.
Fabian Schleusener 4 4 4 6,7/10
CU-Urteil: Rackerte unermüdlich, spielte keinen Fehlpass, verdaddelte aber mindestens eine gute Gelegenheit.
Sarpreet Singh 6,6/10
CU-Urteil: Kam zu spät für eine Einschätzung.

20 Gedanken zu „Wenn nach vorne die Ideen fehlen… – Analyse zu Karlsruhe #FCNKSC #FCN

  • Diese Gegentore immer, die wertvolle Punkte kosten sind schon ärgerlich. Die Mannschaft könnte ganz vorne dabei sein. Ob das jetzt nur Pech ist oder Unvermögen kann sich jeder selbst ausmalen. Uns bleibt nichts anderes übrig als geduldig zu warten und zu hoffen, dass dies abgeschaltet werden kann.

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  • Die Spielerinterviews nach den Spielen von Valentini sind jetzt schon Copy& Paste dieselben, wie die von Behrens aus der letzten Saison.
    Der Grundton ist genau der gleiche, mit dem Versprechen, im nächsten Spiel wird alles besser gemacht.
    Der Clubfan dann so:
    *Schnarch*

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    Antwort
    • Stimmt!
      Nur was will Vale auch neues erzählen, wenn seit 1 1/4 Jahren die Fehler die gleichen sind?

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  • Die Dreierkette in dieser Form halte ich für spielerisch zu schwach. Da muss dann schon ein Krauss mit rein oder vielleicht auch Krätschmer, der ja im Testspiel zeigte, dass er Spielaufbau kann.

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    0
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  • Der eine Punkt war natürlich enttäuschend. Was ich nicht ganz verstehe, ist, dass man sagt, man übe in der kommenden Woche „Spieleröffnung“, und dann kommt das nächste Spiel nach dieser Woche, in der man ja „Spieleröffnung“ geübt hat, und – dann habe ich immer das Gefühl, naja, „Spieleröffnung“ haben sie nicht trainiert…. Die Spieleröffnung wirkt dann immer sehr unbeholfen… Nun denn, vielleicht wird’s noch! ;-))

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  • Wieder eine überragende Analyse! Deine „Einordnung“ (‚man kann es positiv oder negativ sehen‘) möchte ich jedem Schwarzmaler auf Facebook ins Gesicht schmeissen! 🙂
    PS: Kommentar zu Dovedan is göttlich! 🙂

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    • Wir spielen leider ohne schlagkräftige rechte Verteidigungsseite. Nach vorne geht praktisch garnichts, nach hinten passieren zu viele Fehler oder es fehlt schlichtweg die Geschwindigkeit um gefährliche Durchbrüche zu verhindern. Rumgeritten wird dann gerne auf unseren leidtragenden Innenverteidigern, die halt auch nicht alles ausbügeln können. Rechts ist unser Schwachpunkt und seit Jahren ändert sich da nichts. Deshalb sind wir leicht berechenbar. Jede halbwegs gute Mannschaft stellt einfach unsere stärkere linke Angriffsseite zu und greift über unsere rechte Verteidigungsseite an. Der Erfolg ist praktisch garantiert. Bitte ändert da endlich was!
      Was ist eigentlich mit unserem Nachwuchs Goden, der vor zwei Jahren, als beide Stammkräfte ausfielen, Geschwindigkeit und für sein Alter gute Ansätze sowohl nach vorn als auch nach hinten zeigte?

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      • Goden kickt jetzt etwas tiefer, dafür weiter vorne. Und er trifft.

        Wenn er wieder etwas höher, dafür erfolgloser weiter hinten kickt: Wen erklärst du mit deinem Votum dann zum Sündenbock?

        Deiner Gegnerstrategie ist tief beeindruckend. Wenn wir, deiner Erklärung folgend, rechts schlechter verteidigen können und der Gegner uns links zustellt, dann sollten wir wiederum rechts angreifen, um erfolgreicher zu sein.
        Wenn aber nun auf der linken Seite des Gegners, also auf der Seite, die uns zustellt, eine Riesenpfeife agiert, sind dann auch die gegnerischen Innenverteidiger schuld? Oder immer noch Valentini?

        Falls du ihn überhaupt meinst. Mit Namen hast du es scheinbar nicht so sehr wie mit absoluten, schnellen Voten…

        .

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        Antwort
        • Richtig, wir sollten dann ab und zu rechts angreifen, wenn wir links gut zugestellt werden. Aber mit wem? Mit Valentini? Mit Sorg? Beides sympathische Jungs, hoffe Valentini kandidiert nächstes mal für den Aufsichtsrat. Ich würde ihn wählen. Aber Impulse auf der rechten Seite bringt er und Sorg inzwischen seltenst. Sowohl nach vorne als auch nach hinten sind beide Bremsen und Unsicherheitsfaktoren. Goden taugt anscheinend auch keinem Trainer hier und das wars dann.
          So gut waren aber die Leistungen rechts hinten jetzt die letzten zwei Jahre nicht, dass man die Einkaufspolitik mit dem xten Mittelfeldspieler nicht mal in Frage stellen dürfte.

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      • Goden wurde mittlerweile vom, Moment ich zähle nach, vierten Trainer, wenn ich mich nicht verzählt habe und nur die der ersten Mannschaft zähle, aussortiert. Da vermute ich als Fan dann vorsichtig, daß dieser Spieler wohl kaum besondere Qualitäten bereit hält, die auch unsere anderen Spieler nicht vermögen. Diese Personalie würde ich dann mal vorsichtig aus den Spekulationen streichen wollen. Auch wenn wir über das Vermögen der Mannschaft natürlich insgesamt trefflich streiten können, wenn wir zum Beispiel den ominösen „Marktwert“ der Springer-Webseite transfermarkt ansehen wollen. Da müssten wir eher zum oberen und ersten Tabellendrittel gehören, obschon wir seit Jahren große Probleme haben, Mannschaften aus den hintersten Marktwert, wie das Karlsruhe offensichtlich war, zu schlagen oder gar zu dominieren. Den letzteren Begriff „dominieren“ habe ich in einem Fürther Lexikon nachschlagen müssen, die dominierten die Kieler Störche neulich, eine Mannschaft, bei denen uns gesagt wird, die praktisch jedes Jahr klar zu den Aufstiegskandidaten gehört, seitdem sie aus der 3. Liga aufgestiegen sind und gegen die wir „schon verlieren dürfen“. Wir als Neuaufsteiger aus der 3. Liga sowieso und müssen uns eh dagegen in Geduld üben bis….. ja, das wird auch nie erklärt, bis wann und wie lange diese ominöse Geduld andauern muss.
        Eine menschliche Generation von 30 Jahren? Ein Jahrhundert? Runde 50 Jahre? Erleben wir das noch?

        Ich weiß es nicht.

        Schauen wir auf die aktuelle Tabelle haben uns erneut wieder viele Mannschaften überholt, die vom Springer Mannschaftswert eigentlich weit oder wenigstens hinter uns stehen müssten.
        Für mich übersetzt heißt das immer noch: Andere wirtschaften wohl deutlich besser als wir, holen für wenig Geld und kleines Gehalt eine Mannschaft zusammen, die kämpft, rennt, beisst und nie aufgibt. Wir schaffen es also mit einem teueren 2. Ligakader nicht, Spiele über günstigere Mannschaften zu – obacht jetzt kommt er wieder – dominieren oder gar zu gewinnen, wie jetzt gegen Karlsruhe. Ich möchte den Badenern nicht zu Nahe treten, aber deren Auftritt sah schon sehr nach 3. Liga Plus auf. Statt in einem Heimspiel aber selbstbewusst ins Angriffshorn zu blasen, haben wir mit einer 5er Abwehrkette gespielt. Da könnte man jetzt auch feststellen, daß die Risikobereitschaft und das Selbstbewusstsein der Mannschaft des 1. FC Nürnberg völlig konträr zum Marktwert eher ganz weit unten in der 2. Ligatabelle angekommen ist.

        Schelmen kämen jetzt auf die Idee, daß der Kern der Mannschaft doch eigentlich seit der 2. Liga Aufstiegssaison zum Großteil gleich geblieben ist und man durch diesen Fakt den einen oder anderen Fortschritt sehen können sollte, der sich, auch unabhängig vom jeweiligen Übungsleiter, von alleine einstellen könnte. Dazu sagt man dann, ich habe wieder nachgeschlagen, die Mannschaft ist „eingespielt“. Auch das kann kein Mensch im Clubspiel sehen oder wenigstens in Ansätzen feststellen.
        Vielleicht dauert auch das 30 , 50 oder 100 Jahre lang? Üben wir uns also weiter in Geduld.

        Wer jetzt hier Sarkasmus feststellt, der hat recht.

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        Antwort
        • Sarkasmus und Ironie…
          Geduld…

          Hm.

          Wir zwei beide sollten hier die Rubrik „Flasche der Woche“ einführen.

          Selbstverständlich ginge es dabei fast ausschließlich um tröstende fränkische Bierkultur. Unseren Aufsichtsratsvorsitzenden gewinnen wir als Hauptsponsor.

          Bist du dabei, Mr. Oliver Woschdsubbn HerbertGerbert?

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          Antwort
          • Perspektivwechsel sind nie verkehrt-ich kenne St.Pauli-fans , die höchst zufrieden sind mit ihrer Mannschaft-der bisherige Ertrag ist der Gleiche wie bei uns.Der Unterschied-Pauli hat jetzt mehrfach einen rückstand aufgeholt und gefühlt einen Punkt gewonnen.der Club hat zeitgleich, gefühlt, 2 Punkte verspielt.

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          • Tolle Idee!
            Bitte auch mit „tasting notes“.

            Hier fehl am Platz?

            Mitnichten! Fußball und Bier gehören untrennbar zusammen!

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            Antwort
            • Aktuell: Das gute Mönchsambacher Export, der Brauerei Zehendner, noch solange der Vorrat reicht. Dazu ein paar Restseidler Krug Bräu Urstoff, ein sehr „lebendiges“ Bier vom Konny und als Geheimwaffe noch fast ein ganzer Kasten der Brauerei Herrmann, Ampferbach mit leichtem Röstaroma.
              Momentan war ich halt eher im Steigerwald unterwegs, liegt fast vor meiner Haustüre vom Rangau aus und der Dauerbaustellenzustand des Frankenschnellwegs behindert beim Bierkauf in die von mir aus gesehenen, nordöstlichen Landstriche rund um die Fränkische Schweiz doch sehr.
              Nachdem das Roggenbier der Kulmbacher Kommunbräu des Monats September sehr lecker war, wird aber dennoch demnächst ein Ausflug in die ehemalige Weltbierstadt gemacht werden müssen, auch wenn es das Roggenbier erst wieder 2021 geben wird und aktuell die Monatsbiere ein Weizenbock und Dunkler Bock sind (November Kommoonbier – Weizenbock und Dezember Delirium).
              Inzwischen tupfe ich immer mal zwischenrein Biere aus der Oberpfalz, wie das Gansbräu aus Neumarkt oder was vom Winkler aus Velburg. Leider habe ich gerade auch mal eines erwischt, das so gar nicht meinen Geschmack trifft: Bayerisches Hell „Einfach’s“ der Brauerei Püttner, Schlammersdorf (OPf), das wird in die Verwandtschaft dann verschenkt.

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              • „Herbertgerbert“. Da gibts glaub ich zwei Winkler Brauereien. Eine stellt den Winkler-Doppelbock her, der haut ganz schön rein. Sollte jeder mal probiert haben.

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                Antwort
    • Wie kann man nur diesen Dovedan beibringen, im richtigen Moment das Richtige zu tun? Dann wäre er eine echte Granate!

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      Antwort
      • Wenn es das gäbe wäre vielen geholfen, aber im konkreten Fall Selbstvertrauen, es müßte halt endlich mal klappen, dann geht vieles wie von alleine siehe Lohkemper.

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        Antwort
  • Was mir immer wieder bei uns Clubfans auffällt, ist die Hoffnung auf den Erlöser, der kommt und alles wird gut. Vielleicht liegt das auch daran, dass uns die Vereinsführung das mit der ständigen Entlassung der Trainer und gelegentlichen Entlassung der Sportvorstände vorgelebt hat? Wir müssen nur eindlich den richtigen finden, dann wird alles wieder gut. Wir Fans dehnen das dann auf die Spieler aus, früher war es ein Charismas, letzte Saison Behrens, jetzt scheint es auf Valentini hinauszulaufen.

    Wir brauchen einfach nur einen guten Ersatz für den Rechtsverteidiger und dann wird alles gut. Wird es das? Und dann wundern wir uns wieder, warum viele Exspieler von uns bei ihren neuen Vereinen Leistungsträger werden, warum wir gute Spieler holen und die dann bei uns nicht einschlagen?

    Dabei vergessen wir wohl immer wieder zu schnell, Fußball ist ein Mannschaftssport, der einzelne Spieler muss natürlich Voraussetzungen mitbringen, viel wichtiger ist es aber, wie passt er in die Mannschaft, kann die Mannschaft dem einzelnen Spieler helfen, dass er besser spielt. Es mag ja sein, dass Valentini Defizite hat, ja Behrens ist nicht der überragende Mittelfeldspieler, aber dann ist die Lösung selten, dass man eine Alternative für den Spieler sucht, sinnvoller wäre es dessen Stärken möglichst gut zur Geltung kommen zu lassen und die Schwächen muss dann die Mannschaft auffangen. Köllner hat das in der Aufstiegssaison gut erkannt und umgesetzt, wir haben Behrens als Torschütze und für das Teambuilding gebraucht, entsprechend mussten andere seine Schwächen ausgleichen.

    Und ich denke, wenn ein neuer Spieler in eine Mannschaft kommt, die Ausstrahlt, dass jeder seine Stärken maximal der Mannschaft zur Verfügung stellen kann, aber das umgekehrt auch die Manschaft versucht die Schwächen des einzelnen maximal auszugleichen, dann wird jeder neue Spieler schnell Teil der Gruppe und wird sich natürlich besonders anstrengen die eigenen Stärken in den Dienst der Mannschaft zu stellen und nicht versuchen maximal selbst zu glänzen.

    Wir sind nicht die Bayern oder andere zahlungskräftige Vereine, die für jede Position den idealen Spieler holen können, wir müssen lernen, dass die performance des Einzelnen bei uns komplett egal ist, es geht allein darum, dass die Gruppe harmoniert. Wir werden nie besser in dem wir einzelne Spieler dazu holen oder einen neuen Trainer holen, wir werden nur besser, wenn die Gruppe, Mannschaft und Trainer gut zusammenarbeiten. Wenn jeder seine Stärken maximal einbringen kann, ohne die Mannschaft zu schwächen, aber auch die Mannschaft maximal versucht die Schwächen der einzelnen Spieler auszugleichen.

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