Individuelle Fehler als kollektives Problem – Analyse zu Fürth #FCNSGF #FCN

Analyse zu 1. FC Nürnberg – SpVgg Greuther Fürth 2:3 (1:2) – Der FCN verliert das Derby, weil die Defensive individuelle Fehler macht, welche die Offensive trotz Druckphase zum Ende nicht wettmachen kann.
1. Aufstellung und Formation
2. Das Spiel in drei Grafiken
3. Einordnung
4. Kennzahlen
5. Stimmen
6. Noten

1. Aufstellung und Formation

Robert Klauß reagierte auf die Tendenz der Fürther den Zehnerraum im Aufbau zu überladen, damit, dass er einen zusätzlichen Verteidiger einzog. Der Club spielte also in der ersten Halbzeit mit Sörensen, Krauß und Mühl als Dreierabwehr im Zentrum, die von Handwerker und Valentini auf den Flügeln unterstützt wurden. Hatte Fürth den Ball im eigenen Drittel oder im Übergang vom eigenen Drittel ins Mitteldrittel dann bildeten die Außenverteidiger zusammen mit Hack, Geis und Nürnberger eine Fünferkette im Mittelfeld, die den Fürthern das Kombinieren erschweren sollte. Davor agierten Schäffler und Lohkemper als Spitzen.

Nachdem beide Teams mit ihrem jeweils ersten Torschuss getroffen hatten, entwickelte sich das zu erwartende Spiel. Fürth hatte den Ball und wusste mit ihm umzugehen, der Club verteidigte relativ gut, zeigte aber immer wieder Schwächen, wenn die rechte Seite von Hack und Valentini angegriffen wurde. Besonders mit David Raum hatten die Nürnberger in der Defensive große Probleme. Am Ende der ersten Halbzeit hatte Raum fünf seiner sieben Duelle mit Ball am Fuß gewonnen und das 2:1 dadurch vorbereitet, dass er erst an Hack vorbeigelaufen war und dann den Ball in die Mitte auf Nielsen legen konnte.

Nach der Pause stellte der Club um. Für Fabian Nürnberger, den Trainer Klauß schon während der ersten Halbzeit ermahnte („Sichere Bälle, Fabi“), kam Dovedan. Aus dem 5-3-2 wurde ein 4-2-2-2. Krauß rückte neben Geis ins zentrale Mittelfeld, Dovedan und Hack bildeten die Flügelzehner. Nach erneut schwachem Start in die Halbzeit inklusive Gegentor und einer weiteren Chance durch Green (Latte per Fernschuss) sowie einer Dreifachchance durch Ernst (Kopfball), Green (Latte) und Seguin (Fernschuss) kam der FCN dann wesentlich besser ins Spiel.

Taten sich Hack und Dovedan anfangs noch schwer das richtige Tempo zu finden, entwickelte der Club mit laufender Spieldauer in der zweiten Halbzeit immer mehr Druck in Richtung Tor der Gäste. Fürth hatte nach jener Dreifachchance in der 51. Minute dagegen tatsächlich keinen Torschuss mehr. Der Druck des FCN kulminierte zwölf Minuten vor Schluss im Anschlusstreffer durch Dovedan, der durch einen kapitalen Fehler von Sarpei begünstigt war. Danach brachte Klauß Behrens für Krauß und Schleusener für Lohkemper.

Beide Wechsel waren an sich positionsgetreu, die realtaktische Aufstellung zeigt allerdings, dass Schleusener wie Behrens deutlich weiter vorne spielten als diejenigen, für die sie eingewechselt wurden, da das Spiel nun viel näher an Fürths Strafraum stattfand. Vier weitere Male schoss der Club nach dem 2:3 Anschluss noch aufs Tor, dreimal war es Fabian Schleusener, der zu guten Gelgenheiten kam. Allein ins Tor wollte kein weiterer Ball. Es blieb beim 2:3.

2. Das Spiel in drei Grafiken

Grafik 1 stellt dar, wie sehr die Phasen des Spiels sich unterschieden. Nachdem der Club in der Anfangsphase kaum Duelle gewann, tief stand und wenig vom Ball hatte, kehrte sich all das im Laufe des Spiels um. Der Club kam besser in die Zweikämpfe, fuhr plötzlich deutlich mehr Angriffe und hatte in der Schlussviertelstunde sogar zwei Drittel Ballbesitz. Die Frage nach dem Warum ist dagegen schwerer zu beantworten. Ein wenig wirkte es so, als habe Fürth gerade nach dem Anschlusstreffer aus Angst vor dem Ausgleich das Spielen eingestellt. Andererseits entwickelte der Club aus dem 4-2-2-2 heraus und der Hereinnahme von Nikola Dovedan wesentlich mehr Wucht als im eher reaktiven 5-3-2.

Grafik 2 zeigt die Duellkarte beider Mannschaften. Hier sieht man gut, wo der Club das Spiel letztlich verloren hat. In den neun Zonen im Zentrum des Spielfelds hat der FCN nur in drei Zonen mehr Duelle gewonnen als das Kleeblatt. Die Gäste hatten dagegen in fünf Zonen die Oberhand. Hier hat Fürth aus Nürnberger Sicht zu oft den Ball in Richtung Nürnberger Tor tragen können oder einen Clubangriff unterbrochen.

Grafik 3 vergleicht die Flanken der beiden Mannschaften. Der Club kam im gesamten Spiel auf 22 Zuspiele von Außen, von denen zehn ankamen. Der FCN erzielte so das 1:1 und hatte weitere gute Chancen nach Flanken. Fürth dagegen verzichtete fast völlig auf dieses Mittel, kam nur auf acht Flanken, von denen nur eine einen Abnehmer fand (Ernsts Kopfballchance). Hier sieht man gut den Unterschied in den gewählten Ansätzen – Fürth spielte wesentlich öfter den Ball zentral durch die Mitte. Man sieht aber auch, dass der Club oft aus dem Halbfeld flankte, was gerade in der Schlussphase ein Anzeichen der „Brechstange“ war.

3. Einordnung

Die Niederlage war angesichts der drückenden spielerischen Überlegenheit der Spielvereinigung in den ersten 50 Minuten nicht unverdient und angesichts der erheblichen Leistungssteigerung ab der Stundenmarke wiederum unglücklich. Es ist an sich keine Schande nun der fünfte Gegner in Folge zu sein, der gegen Fürth verliert, dennoch ist es ärgerlich, da die letzte halbe Stunde eigentlich zeigte, dass das Kleeblatt mit genug Druck verwundbar ist. Andererseits hätte das Spiel bis zu jener bereits mehrfach erwähnten Dreifachchance in der 51. Minute auch eine völlig andere Wendung nehmen können, die in einer echten Klatsche enden hätte können.

Ohne in die „Post hoc, ergo propter hoc“ Falle zu tappen, muss die Frage daher erlaubt sein, ob die Entscheidung mit 5-3-2 ins Spiel zu gehen, die richtige war. Die Überlegung dahinter, den Zehnerraum mit einem zusätzlichen Abwehrspieler und zwei Achtern, die sich neben den Sechser fallen lassen, zu verdichten, ist nachvollziehbar. Allerdings raubte sich der FCN damit einigem offensiven Impetus, den sie dann nach der Pause entwickelten. Natürlich weiß niemand, wie das Spiel sich dann entwickelt hätte. Möglicherweise hätte Fürth bei einem 4-2-2-2 von Beginn an, dann das Mittelfeld mehr durchspielt und wäre so zu mehr Chancen gekommen – viele gute Chancen hatte Fürth trotz Überlegenheit vor der Pause nämlich nicht – und es stünde an dieser Stelle nun die Frage, ob das Verlassen auf eine derartige Formation trotz Wissen um die Fürther Stärken nicht fahrlässig war.

So liegt der Fokus auf den kurzen Momenten, die den Toren vorausgingen. Der Abstimmung zwischen dem herausgerückten Sörensen und dem tiefer stehenden Krauß beim 1:0, der wenig energischen Verteidigung von zunächst Raum (durch Hack und Valentini) und dann Nielsen (durch Krauß) vor dem 2:1 und den zahlreichen verlorenen Duellen (von Mühl, Geis und Sörensen) vor dem 3:1. Man könnte das allesamt als individuelle Fehler abtun und nicht aufs Kollektiv schauen, doch eine stete Ansammlung von individuellen Fehlern spricht eben dann doch für Probleme im Kollektiv. Hier muss Robert Klauß‘ weitere Arbeit ansetzen.

Gleichzeitig macht die Offensive durchaus Mut. Neben dem HSV ist der FCN das einzige Team, das bisher in allen Partien getroffen hat. Manuel Schäffler findet immer mehr ins Gefüge der Mannschaft und trifft auch das Tor. Hinzu kamen gegen Fürth eine Reihe guter Gelegenheiten, so dass der expected Goals Wert am Ende bei 2,93 lag, dem höchsten Wert seit dem 6:0 in Wiesbaden und vierthöchsten seit Beginn der Aufzeichnungen 2015 beim 2:5 auf Schalke (2018/19) und 6:2 gegen Union (2015/16) wurde der Wert jeweils übertroffen.

Das heißt, die Einordnung muss irgendwo zwischen diesen beiden Polen schwanken, sie muss klar machen, dass in der Defensive Verbesserungsbedarf besteht, das wahrscheinlich eine reaktive Ausrichtung angesichts der defensiven Defizite nicht vorteilhaft ist. Gleichzeitig ist das angesichts der Leistungen der Fürther in den Vorwochen auch zu befürchtende Desaster ausgeblieben. Wäre es nicht das Derby gewesen, man hätte etwas augenzwinkernd sagen können, dass man die beste Mannschaft der Liga am Rande des Punktverlustes hatte. Es war aber eben ein Derby und deshalb ist die Betrachtung nicht ganz so nonchalant.

4. Die Kennzahlen

Nürnberg   Fürth
2 Tore 3
2,93 expected Goals 1,21
2,13 Post-shot expected Goals 2,75
16 Schüsse 6
6 Schüsse aufs Tor 6
15,2 Schussentfernung (Ø, m) 15,8
5 Ecken 0
2 Freistöße 4
13 Fouls 11
10,6 PPDA 11,9
6,3 Challenge Intensity 6,9
17,6 Spieltempo 16,2
14 Ballbesitzphasen (geg. Strafraum) 9
00:11 Ballbesitzdauer (Ø) 00:14

*Alle Daten stammen von Wyscout. Benutzung der Daten von Wyscout unter der Journalistenlizenz des Anbieters.Die Terminologie von Wyscout wird in diesem Glossar erläutert.

5. Die Stimmen

Robert Klauß: „Insgesamt war es ein verdienter Fürther Sieg. Trotzdem hatten wir am Ende die Chance, es noch unentschieden zu gestalten. Wir sind nach dem schnellen Rückstand schnell zurückgekommen. Dann kassieren wir das 1:2, wo wir wie oft in den ersten 60 Minuten nicht gut in den direkten Duellen waren. Da müssen wir mehr Druck auf den Ball geben. In der Halbzeit haben wir dann auf Viererkette umgestellt, kassieren dann aber direkt das 1:3. Das war ein Wirkungstreffer, danach sind wir getaumelt und hatten Glück, nicht noch ein Gegentor zu bekommen. Über Robustheit und Kampf haben wir uns dann nochmal reingearbeitet und auch das Tor erzwungen. Wir hatten dann noch ein, zwei Situationen, aber der Ball wollte nicht mehr rein.“

Stefan Leitl: „Das Spiel hat alles hergegeben. Es war ein sehr intensives und gutes Derby. Wir waren in den ersten 60, 65 Minuten sehr dominant, hatten ein gutes Positionsspiel und viele Ballstafetten. Nach der frühen Führung schlägt Nürnberg schnell zurück, danach haben wir ein bisschen gebraucht, machen dann aber das 2:1. In den ersten Minuten nach der Halbzeit müssen wir eigentlich ein viertes und fünftes Tor machen. Dann rutscht Sarpei aus und wir fangen uns ein zweites Gegentor. Nürnberg hat dann Druck gemacht, das haben wir hinten raus wegverteidigt. Es war ein verdienter Sieg.“

Manuel Schäffler: „Ich glaube, dass wir die ersten 60 Minuten in den direkten Duellen zu oft zweiter Sieger waren. Die Tore müssen wir besser verteidigen. Am Ende konnten wir sie einschnüren. Nichtsdestotrotz sind wir nochmal zurückgekommen, haben uns rangekämpft. Wenn man ein bisschen mehr Glück hat, machen wir noch das 3:3. Das ist uns heute leider nicht gelungen. Nichtsdestotrotz müssen wir den Kopf oben behalten, Gas geben und die direkten Duelle besser bestreiten.“

Havard Nielsen: „Es war ein sehr wichtiger Sieg für uns, das ist klar. Wir kommen super ins Spiel mit einem frühen Tor. Dann gabs sofort das 1:1. Aber insgesamt war es von uns ein richtig gutes Spiel und dann auch zum Schluss verdient gewonnen, finde ich. Das früher Tor in der zweiten Halbzeit war auf jeden Fall sehr wichtig. Wir kommen raus, es steht 2:1, dann kann es auch in die andere Richtung gehen. Dann machen wir sehr früh das 3:1 und dann läuft es für uns auch besser. Klar freuen wir uns, weil es für uns gut läuft, und wir wollen versuchen, jedes Spiel zu punkten. Aber wir schauen nicht auf den Tabellenplatz, das ist viel zu früh. „

Tom Krauß: „So früh in Rückstand zu geraten, ist natürlich alles anderes als gut. Wir sind dann zurückgekommen, kriegen aber noch vor der Pause das 1:2 und direkt danach das 1:3. Bis zur 60. Minute war es kein gutes Spiel von uns, da hat Fürth die meisten direkten Duelle gewonnen. Wir müssen daraus lernen und es in Paderborn besser machen.“

Branimir Hrgota: „Es war ein sehr hartes Spiel, so wie ein Derby eben ist. Es ist sehr schön den Sieg am Ende zu haben und fünf Spiele in Folge zu gewinnen, aber wir wollen auch das sechste holen. Wir wissen, dass wir wirklich an die Grenze kommen müssen, um die Spiele zu gewinnen, so wie heute. Howie und ich haben viel geredet und heute sind wir an allen drei Toren beteiligt und das ist super, weil es bringt uns als Stürmer Selbstvertrauen.“

6. Die Noten 

Spieler CU-Note Kicker NZ BILD SofaScore
Christian Mathenia 3 3 3 3 5,9/10
CU-Urteil: Ohne Chance bei den Gegentreffern, bei Ernsts Kopfball und Greens Nachschuss auf dem Posten.
Enrico Valentini +5 4,5 5 5 6,3/10
CU-Urteil: Hatte erhebliche Probleme mit David Raum, oft zu spät im Zweikampf. Vorm 1:2 zu passiv. Spät dann mit offensivem Drive.
Asger Sörensen 5 4,5 4 4 6,6/10
CU-Urteil: Vor 0:1 und 1:3 mit Fehlern. Sonst eigentlich ganz ordentlich, aber eben mit entscheidenden Problemen, wirkte gedanklich langsam.
Lukas Mühl +4 3 3 3 6,5/10
CU-Urteil: Gute Aufbaubälle, aber vorm 1:3 düpiert. Sonst noch der stabilste in der Abwehr.
Tim Handwerker 4- 4,5 5 5 6,9/10
CU-Urteil Hatte Meyerhöfer besser im Griff als Valentini Raum, tat dafür nach vorne kaum was und schlug nicht verwertbare Flanken.
Tom Krauß 4- 4 4 4 6,8/10
CU-Urteil: Vorm 0:1 mit Abstimmungsproblemen mit Sörensen, beim 1:2 zu passiv. Im zentralen Mittelfeld dann besser im Spiel und mit vielen kleinen Bällen, die entlasteten.
Fabian Nürnberger 5 5 5 5 6,0/10
CU-Urteil: Ging zu oft ins Risiko, wurde dafür auch von Klauß ermahnt und zur Pause vom Platz genommen.
Johannes Geis +4 4,5 4 4 8,1/10
CU-Urteil: Zu wenig zweikampfstark (wie vorm 1:3), dafür immer wieder mit guten Verlagerungen und Pässen für Raumgewinn.
Robin Hack +4 3 4 4 6,7/10
CU-Urteil: Schöne Vorlage zum 1:1, dafür vorm 1:2 viel zu passiv. Insgesamt bemüht, aber nicht mit dem richtigen Gefühl fürs Tempo.
Felix Lohkemper 4- 4,5 4 4 6,8/10
CU-Urteil: Kam nicht so recht zur Geltung, auch weil er kaum Duelle gewann.
Manuel Schäffler 3- 3,5 3 3 8,0/10
CU-Urteil: Erzielte das 1:1, hatte weitere Chancen, sehr bemüht und in vielen Duellen präsent.
Nikola Dovedan 3- 4 3 3 7,2/10
CU-Urteil: Erzielte das 2:3. Bereitete Schleuseners Chance mit tollem Auge vor. War aber nicht immer mit dem richtigen Gespür fürs Tempo unterwegs. Dennoch ordentliche Leistung.
Fabian Schleusener 6,9/10
CU-Urteil: Kam in der 79. Minute für Lohkemper. Damit zu spät für eine Wertung. Aber nicht zu spät um drei Torschüsse abzugeben.
Hanno Behrens 6,5/10
CU-Urteil: Kam in der 79. Minute für Krauß und zu spät für eine Einschätzung. Fiel auch sonst kaum auf.
  -/10
CU-Urteil:  
  -/10
CU-Urteil:  

64 Gedanken zu „Individuelle Fehler als kollektives Problem – Analyse zu Fürth #FCNSGF #FCN

  • Der Gesamt-Notenschnitt wie auch die Einordnung fällt mir etwas zu positiv aus. Das erwähnte befürchtete Desaster fiel doch vor allem deswegen aus, weil das Kleeblatt seine Chancen während der drückenden Überlegenheit nicht nutzte.

    Antwort
    • Schuld sind natürlich immer die anderen… Welche Chancen hatte Fürth denn während der drückenden Überlegenheit? Also wirkliche Chancen außer der Dreifachchance, die auch nur ein Tor ergeben hätte, und den Toren? Da war nicht mehr. Deshalb liegt der Eindruck “das hätte höher ausfallen können” wohl eher dem Derby-Frust und nicht an der objektiven Chancenübelegenheit.

      Antwort
  • Es tut gut bei dem ganzen „Endzeit-Gesabbel“, das vor allem auf Facebook zu lesen ist (da meint man wir hätten 0:6 verloren), eine vernünftige Betrachtung zu Gesicht zu bekommen.
    Macht das Ergebnis zwar auch nicht besser, aber dennoch: Vielen Dank!

    Antwort
    • Dankeschön. Ich fand das Spiel ganz schwer einzuschätzen, weil es letztlich ganz viele Phasen und Elemente hatte. Da ist einerseits das immer wiederkehrende Problem der individuellen Fehler, die aber im Kollektiv passieren in der Defensive (ich denke man muss da auch über die Rechtsverteidigerposition reden, da ist in meine Augen weder Valentini noch Sorg wirklich die Lösung), andererseits lief in der letzten halben Stunde eben doch vieles richtig und es ist schwer zu erklären, was da eigentlich war. Einfache Verweigerung der Fürther sicher nicht. Da ist Feldüberlegenheit der Fürther, aber dann auch nicht wirklich zwingend mit Ausnahme von vier Szenen (die aber fast alle eiskalt genutzt) und vor allem wirklich kein einziger Torschuss nach der 51. Minute. Beim Club bis dahin relative Fahrigkeit nach vorne bis auf in zwei, drei Szenen, dann dafür danach richtig viel Druck. Die reifere Spielanlage und der bessere Fußball war sicher bei Fürth, aber dass es so eng dann war, lag eben auch am Club. Irgendwie.

      Antwort
      • Ich habe immer darauf gewartet, dass sich Schleusener als der Mann für die besonderen Tore erweist – leider vergeblich.

        Mit der RV-Position gehe ich konform, etwas, das ich aber auch schon vor der Saison gesagt habe. Valentini und Sorg mögen für einen defensiven Ansatz der RV-Position passen, aber für den avisierten Spielansatz mit Wing-Backs sind sie nicht geeignet – hier eher noch Valentini, der mir aber auch nicht schnell und wendig genug ist.

        Antwort
        • @Flo und @Optimist: Bei der RV bin ich bei Euch. Valentini kommt mir auch etwas übermotiviert vor, jetzt wo er Kapitän ist. Gerade gegen Fü ist der manchmal reingesprungen, dass sogar ich als Glubberer ne Gelbe gegeben hätte! Zwar ist er zuletzt auch an Toren beteiligt, aber irgendwas fehlt da leider. Wie bei meinem Hanno: Ich mag sie sehr, aber sie bringen derzeit wenig Leistung.

          Antwort
      • Unsere stärkere Phase in den Schluss 30 Minuten resultiert nur daraus dass Fürth nach dem 1:3 und Chancen zum 1:4 oder 1:5 in den Verwaltungsmodus geschaltet hat, was nachvollziehbar ist. Zurück gekommen sind wir aber nicht durch eine tolle Kombination sondern weil ein Fürther Spieler vor seinem eigenen Tor ausgerutscht ist.

        Antwort
      • ich stimme Flo bzgl. der rechten Außenverteidiger nicht ganz zu. ich finde valentini hat mit seiner ganzen Erfahrung und Abgeklärtheit auch einige Situationen souverän geklärt.

        Ich finde zwei andere Positionen deutlich schwächer besetzt. Und zwar Linksverteidiger und Sechser.

        Links hinten haben wir zu Handwerker eigentlich keine Alternative im Kader bzw. hab ich mögliche Alternativen noch fast nie spielen sehen und kann mir kein Bild davon machen. Auf jeden Fall ist Handwerker in der Defensive meiner Meinung eher unter dem Zweitligadurchschnittlich von Außenverteidigern. Vor allem auch weil er oft zu spät hinten bereit steht, weil er zu gerne vorne rumturnt. Leider ist er aber auch offensiv ein zahnloser Tiger, weil er zu oft den Ball vertänzelt, seine Flanken zu früh (aus dem Halbfeld) im Nirvana laden bzw. zu leicht verteidigt werden können und er oft viel zu spät wieder zurück kommt von seinen glücklosen Offensivausflügen.

        Mit dem Ziehenlassen von Erras haben wir auf der Sechser Position ein riesen Problem in meinen Augen. Krauß bleibt weit hinter den Erwartungen zurück (weitweitweit). zumindest hinter meinen. Er ist absolut kein Abräumer. Eher zweikampfschwach. Mag sein, dass er seine Qualitäten eher im Aufbau hat. als Brecher vor der Abwehr ist er
        in meinen Augen eher wenig geeignet.

        Aber genausowenig taugen Geis oder Nürnberger meiner Ansicht nach für die secher Position. Und auch Behrens hat viel eher offensive als defensive Stärken. Daher bleibt für mich, dass der Weggang von Erras drn Club deutlich geschwächt hat, weil bislang nicht ansatzweise ein adäquater Ersatz gefunden wurde.

        Antwort
  • Vielen Dank für diese sehr fachliche , aber auch sehr sachliche Analyse.

    Fur mich war es gestern aber das beste Derby der letzten Jahre. Einerseits, weil die Westvorstadt (endlich mal) , teilweise mit feiner spielerischen Klinge, mitgespielt hat. Andererseits der Glubb , zumindest in den letzten 30 Minuten, einen so nicht gesehenen Druck ausüben konnten.

    In der 1. Halbzeit war die Westvorstadt spielerisch weiter, ohne allerdings sich hochkarätige Chancen ( außer dem 0:1) herauszuspielen. Die größte Chance der 1.HZ hatte Hack.

    Der Beginn der 2. HZ war erschreckend. was vielleicht mit der Umstellung auch zu erklären ist. Ein Tor und eine dreifach Chance, was aber auch nur EIN Tor gewesen wäre, war die Ausbeute in den ersten 10 Minuten der 2.Halbzeit. Also kein 1:5, maximal 1:4!

    Danach konnte die Mannschaft ordentlich Druck entwickeln, war in den Zweikämpfen plötzlich present und spielte auch besser. Das war nicht der Nachlässigkeit der Westvorstadt geschuldet ( die hätten uns gern mit 1:6 aus dem Stadion geschossen). Das kann die Westvorstadt auch nicht. Wer sich Trainer Leitl anschaut, der sieht, dass er ziemlich gelitten hat in dieser Zeit.

    Der Vorteil der Westvorstadt ( ebenso wie Bielefeld, Paderborn, Heidenheim, Kiel usw) ist: Man freut sich , dass man ( zumindest) in Liga 2 spielen DARF. Wir MÜSSEN…

    Dort können sich Talente entwickeln ( wer weiß schon, dass der Vater von Seguin eine Legende in Magdeburg und des DDR Fussballs war), zusammen mit erfahrenen 1.Liga Spielern und Spielern , die in der 1. Liga den Durchbruch angedeutet , aber nicht geschafft haben , sogar den Durchbruch in der Westvorstadt erst nach über einem Jahr wirklich geschafft haben. Und noch verletzungsfrei sind… Bei uns sind mit Margreiter, Köpcke und Misidjan 3 potenzielle, teilweise hochkarätige Spieler entweder verletzt oder in der Reskonvalenzens.

    Mich stimmt die Leistung im Derby zuversichtlicher als ich es vorher war. Mich wurmt diese Niedelage ungemein. Ein Unentschieden wäre das mindeste gewesen. Die expectet Goals zeigen , dass der Glubb eigentlich gewinnen hätte müssen. Trotzdessen, dass die Westvorstadt fast 60 Minuten die bessere Mannschaft war! Die Moral , sich nach dem 1:3 nicht zu ergeben, war für mich ein deutlich besseres Signal als sie in den letzten Jahren gezeigt wurde. Deswegen stimmt der Charakter und die teilweise beißenden Kommentare finde ich nicht angebracht. Sie haben es versucht, mehr als in den Jahren zuvor. Und ausgerechnet diese Blödel aus Fürth gewinnen….

    Antwort
    • Ich kann Deiner Analyse nicht in jedem Punkt zustimmen:

      – „dort können sich Talente entwickeln“. Kann es nicht nur an einer vermeintlich fehlenden Ungeduld liegen, sondern daran, dass dort das Scouting einfach besser ist. Anders könnte doch die Westvorstadt mit ihren geringeren finanziellen Mitteln und einer Jahr für Jahr runderneuerten Truppe nicht weitgehend konstant spielen. Wo sind denn unsere Talente, die angesichts der Valentinis, Sorgt und Mühle es doch gerade aktuell leicht haben sollten?

      – „die freuen sich über 2.Liga, wir müssen“. Für wen gilt das? Für Spieler, wie Mathenia, die maximal 2.Ligaformat haben und selbst in Hamburg durchgefallen sind, Spieler wie Schäffler, die nie mehr als 2.Liga gespielt haben? Spieler, wie Valentini, für die es das Größte ist, für den Club in egal welcher Liga zu spielen? Oder gilt es nur für manche Kreise der Fans. Ich glaube, dass man aktuell nur durch den Halo Hecking sowas wie Erstligaanspruch ableiten kann.

      Wir haben doch selbst im Bundesligajahr mit Köllner kaum eine Trutzburgmentatlität mit großem kämpferischen Einsatz auf den Platz gebracht. Das war gerade mal in den Spielen gegen BvB und die Bauern, wo wir uns im 16er mit riesigem Kampf erfolgreich Zusammenbolzen haben lassen. Das „wir waren bereit“, was Leitl absolut richtig analysiert hat, gab es bei uns das letzt Mal im Aufstiegsjahr im Auswärtsfinale in Kiel.

      Genau hier liegt m.E. der zentrale Hund begraben: jedes noch so große Talent versinkt bei uns über kurz oder lang im Treibsand der wenigen Galligkeit. Ich würde mir auch z.B. von einem jungen Kerl wie Krauss, dem ich selbstverständlich keine „Schuld“ an der Derbypleite gebe, viel mehr Einsatz wünschen. So, wie er vor dem 1:2 verteidigt hat, nämlich zögerlich und abwartend, beobachte ich ihn immer wieder, genau wie den Rest der Truppe. Fürth hatte in den ersten 20 Minuten 82% Zweikampfquote (Quelle: Ticker Kicker.de). Dieses Verpennen, Zögern, etc. machen wir in jedem wichtigen Spiel. U.a. weil wir die Almog Cohens, Simons, etc. seit Jahren nicht mehr im Kader haben.

      Wer war der letzte echte Führungsspieler? Wer war der letzte Spieler der sich zäh gegen Niederlagen gestemmt hat? Wer war der letzte gute Torwart, den wir hatten? Um Antworten für beide Fragen zu bekommen, müssen wir wohl 8 Jahre zurückgehen. M.E. müssen wir hier ansetzen: Mentalitätsspieler, die andere aufwecken, mitreissen und Kampf- und Siegermentalität mitbringen.

      Antwort
      • Mentalitätsspieler, wie Du sie nennst, sind bei uns wirklich rar gesät – das sehe ich genauso.

        Ich sehe einen Manuel Schäffler, der sich vorbildlich reinhaut und auch so ein richtig guter Typ zu sein scheint. Und ich sehe einen Fabian Nürnberger, der aber aufgrund seines jungen Alters noch zu schwankend ist in seinen Leistungen, oftmals auch noch zu ungestüm. Aber Nürnberger, seit dieser Saison ja auch im Mannschaftsrat, gehen Niederlagen gehörig auf den S….gegen den Strich – das sieht man. Ein Georg Margreitter ist leider zu oft verletzungsbedingt außen vor.

        Wir werden uns weder in der Weihnachtsbäckerei einen Timmy Simons backen können. Noch können wir nach Herzenslust einkaufen – jeder kennt die finanzielle Situation. Insofern muss mehr Mentalität über Gruppendynamik kommen.

        Und in dieser Hinsicht sehe ich uns auf dem Weg. Das ist kein Sprint, sondern eine Mittelstrecke. Gruppendynamik ernährt sich von Erfolg. Was auch der Grund dafür ist, dass diese Mannschaft noch keine Gruppendynamik entwickeln konnte in den letzten Jahren.

        Beispiel Fürth. Im Februar 2019 kam Leitl. Mit einem Malus bei einem Teil der Anhänger, da Leitl vor nicht allzu langer Zeit auch mal in Ziemers FCN-Traditionsmannschaft kickte. Leitl gewann bis November 2019 kein einziges Heimspiel. Und stand auf der Abschussrampe nach Meinung vieler Anhänger. Doch Azzouzi hielt an ihm und seiner Spielidee fest – das Resultat dieser Maßnahme sehen wir jetzt.

        Aus einer Mannschaft, die noch vor etwas mehr als einem Jahr eher schlecht als recht durch die Liga schlich, wird ein Aufstiegskandidat. Mit einer Mentalität, die vor etwas mehr als einem Jahr so sicherlich nicht vorhanden war.

        Wie @KUZ denke ich auch, dass wir, im Vergleich zu den letzten Jahren, ein ordentliches Derby gespielt haben gegen Fürth. Gegen ein dieses Mal wirklich starkes Fürth. Insofern finde ich auch die Einordnung von @Florian wie so oft absolut treffend.

        Dass wir erneut gegen den Nachbarn verloren haben, egal wie dieser unterwegs ist, ist natürlich bitter. Das ist definitiv kein Zustand.

        Antwort
        • Ja, Du hast recht. Schäffler ist ein Beisser ohne Angst und Bange und Nürnberger ist für sein Alter auf einem guten Weg. Und ja – wir können uns keinen Simons backen. Müssen wir aber vielleicht auch nicht, wenn wir die Seguins, Hochscheidts, Knolls & Co bei anderen Zweitligavereinen sehen. Und genau dieser Treibsand scheint mir der Grund zu sein, dass regelmäßig Spieler, die bei uns enttäuschen, woanders deutlich besser aufregen (Kempe, Kerk, etc.). Egal ob im Winter oder im kommenden Sommer: wir dürfen nicht die nächsten 2-3 Transfers nur noch vor dem Hintergrund deren Mentalität verpflichten. Das mag sich populistisch anhören, weil es selbstverständlich klingt, aber hier fehlt es.

          Antwort
          • Stimme Dir zu.

            Und bin mir auch sicher, dass Hecking diese wichtige Spieler-Eigenschaft auf dem Schirm hat.

            Aus den damaligen Hecking-Mannschaften fallen mir neben den von Dir erwähnten Simons und Cohen noch Mentalitätsspieler wie Frantz, Nilsson oder auch Wolf ein.

            Und Pinola.

            Antwort
          • Egal ob im Winter oder im kommenden Sommer: wir dürfen nicht die nächsten 2-3 Transfers nur noch vor dem Hintergrund deren Mentalität verpflichten. Das mag sich populistisch anhören, weil es selbstverständlich klingt, aber hier fehlt es.

            Also ich habe im Derby keine so schlechte Mentalität gesehen, in den letzten 30 Minuten hat die Mannschaft den Gegner schließlich an dessen Strafraum eingeschnürt. Wir hatten auch mehr hochkarätige Chancen. Aber was man insbesondere bis zur 60. Minute gesehen hat, bei Fürth gibt es viel mehr einstudierte Abläufe und das kommt ganz sicher nicht durch Einkäufe, sondern dadurch, dass man einen Trainerteam und einen Sportvorstand in Ruhe arbeiten lässt. Dass man gewillt ist auch mal durch ein Tal zusammen zu gehen und nicht bei jedem Rückschlag, das ganze Konzept und die handelnden Personen austauscht.

            Antwort
            • Wenn man jedes Mal zu Beginn einer Halbzeit vom Gegner überrannt wird, dann kann man das freundlich als pure Schlafmützigkeit bezeichnen. Für mich ist es gerade in einem Derby schlichtweg eine zu lasche Einstellung – wir waren eben nicht bereit wie die Vorstädter. Gerade das 1:3 war eine Frechheit: erst von Geis und dann von Mühl. Beide hätten zumindest ihre Gegenspieler foulen müssen. Die Mannschaft hat zwar nicht aufgegeben, aber Galligkeit sieht anders aus.

              Antwort
              • Das sind eigentlich Fußball Basics, die leider immer noch gelten, wenn ich schon spielerisch limitiert und unterlegen bin dann gibt es doch nur einen einzigen Weg, dann muss ich den Gegner wenigstens daran hintern, dass er so spielen kann, damit meine ich nicht Fouls sondern wirklich jeden Extra Meter mehr machen Räume, Passwege Gegner zulaufen.
                Aber NEIN das eine können sie nicht (spielerisch) und das was sie wenigstens könnten nämlich laufen das machen sie nicht.
                Fürth war nicht nur spielerisch überlegen, sie sind auch in der Differenz fast 5km mehr gelaufen als der FCN. Also nicht nur spielerisch auch deutlich mehr Einsatz auf Seite der Fürther.
                So kann es ja gar nicht anders ausgehen wie es ausgegangen ist.

                Antwort
                • Und hier liegt der Grund, warum die Heidenheims, Sandhausener, Auer und und und sich trotz schwierigster Rahmenbedingungen meist locker in der Liga halten. Egal wer dort Trainer ist, egal, welches System dort gespielt wird, egal ob dort ein Diekmeier oder ein U20-Talent aus der Landesliga ran darf: es wirkt geschlossen, motiviert und konzertiert. Die verlieren, weil sie schwächer sind. Aber sie verlieren nicht, weil der Gegner entschlossener war. Und warum das bei uns nachhaltig nicht funktioniert, hat sicher nichts mit dem vielbeschworenen ach so kritischen Umfeld und überhöhten Ziele zu tun. Wenn wir gegen vermeintlich große Namen, wie den HSV spielen, kacken wir vor Angst schon vor dem Spiel ab und lassen uns 2x abschießen, während Heidenheim 2x bockstark zurückkommt und ein schon verlorenes Spiel dreht. Wenn wir gegen Wehen zu Hause spielen, kommen wir wiederum mit der Favoritenrolle nicht zurecht und verlieren trotz eines neues Besens (Keller) sang- und klanglos.

                  Entweder verpflichten wir einfach grundsätzlich zu lasche Trainer oder wir achten schon beim Scouting und den Transfers auf die falschen Spielertypen und Persönlichkeiten. Die dritte verbliebene Alternative ist eine Wasserader in den Stadtteilen Zabo/Langwasser. Ich habe darauf keine schlüssigen Antwort.

                • @Andre, @Juwe

                  Dass Fürth abermals mehr Einsatz zeigte, mehr investierte, mehr gelaufen ist, mehr Tatkraft an den Derby-Tag legte, das ist…das kotzt einen an. Ja, das tut es.

                  Im Vergleich zum Aufeinandertreffen im Juni, als wir zuhause 0:1 gegen ein deutlich schwächeres Kleeblatt verloren, war das am Sonntag zwar deutlich besser, inklusive ein Aufbäumen gegen Ende des Spiels. Doch unter dem Strich war es erneut zu wenig. Keine Frage. Das darf man nicht schönreden. Unser Trainer hat dies auch nicht getan. Im Gegenteil. In der Pk nach dem Derby zeigte er sich enttäuscht, insbesondere auch über ein unzureichendes Zweikampfverhalten.

                  Unser letzter Sieg gegen Fürth datiert vom September 2017. Damals ein 3:1 im Ronhof. Sicherlich auch aufgrund der motivatorischen Fähigkeiten von Köllner. Aber auch weil es damals in der Mannschaft eine feste Hierarchie gab, weil damals über ein paar Jahre etwas zusammengewachsen ist – mit Leibold, Möhwald, Behrens, etc.

                  Heidenheim, sagst Du, @Andre. Auch in Heidenheim ist der Trumpf über viele Jahre gewachsene Strukturen. Trainer Frank Schmidt ist nun schon seit 13 Jahren im Amt. Dreizehn Jahre! Heidenheim holt beispielsweise Jahr für Jahr Offensivspieler aus unteren Klassen. Und verkauft sie für teures Geld weiter. Voglsammer, Glatzel, Kleindienst – alle günstig geholt und für viel Geld verkauft. Nicht zu vergessen natürlich Dovedan. Aktuell sorgt der aus Lautern gekommene Kühlwetter für Schlagzeilen. Wird womöglich der nächste „Exportschlager“ von der Brenz.

                  Heidenheim startete mies in die Saison. Wurde Frank Schmidt angezählt? Stand er zur Diskussion? Hat das Umfeld die Nerven verloren? Nein. In Heidenheim lässt sich in Ruhe arbeiten, die Strukturen sind gewachsen, auf und neben dem Platz ist man bestens eingespielt. Auch im Scouting.

                  Natürlich kann man die Erwartungshaltung des Umfeldes in Heidenheim nicht mit jener in Nürnberg vergleichen. Wir sind Vize-Rekordmeister. Haben 2007 noch einmal ein großes Fass aufgemacht. Und wurden noch im Jahr 2019 mal kurz in Liga eins gelistet. Die Ansprüche sind natürlich anders und das Enttäuschungspotenzial somit größer als in Heidenheim. Wenngleich wir lernen müssen, unsere Ansprüche runterzudimmen und den Realitäten anzupassen.

                  Warum Heidenheim „geschlossener, motiviert und konzentriert“ wirkt, während bei uns noch zu oft die Griffigkeit fehlt, ist meiner Meinung nach eine Frage der Kontinuität. Wir haben erst vor ein paar Monaten zum gefühlt 578 Mal Sportvorstand und Trainer ausgetauscht – in Heidenheim sind die Strukturen und die Verantwortlichkeiten über viele, viele Jahre gewachsen.

                  Wir müssen neuen Strukturen mehr Zeit geben – falls die Strukturen dies hergeben. So ungeduldig unser Umfeld auch sein mag. So mies es auch ist, wenn uns Fürth erneut den Schneid abgekauft hat. Bin davon überzeugt, dass sich die Griffig- oder Galligkeit mitentwickelt. Vieles ist auch Kopfsache. Was beispielsweise in Osnabrück noch funktionierte, ging im Derby mal wieder schief.

                  Eine andere schlüssige Antwort gibt es meiner Meinung nach nicht. Aufgrund andauernder Trainer- und Systemwechsel sind Spieler zum Teil noch mit sich selbst zu sehr beschäftigt – Automatismen werden sich entwickeln, aber brauchen Zeit.

                  Wächst wieder etwas zusammen bei uns, werden wir Fürth mit mehr Selbstbewusstsein gegenübertreten als letzten Sonntag.

                • Heidenheim, sagst Du, @Andre. Auch in Heidenheim ist der Trumpf über viele Jahre gewachsene Strukturen. Trainer Frank Schmidt ist nun schon seit 13 Jahren im Amt. Dreizehn Jahre! Heidenheim holt beispielsweise Jahr für Jahr Offensivspieler aus unteren Klassen. Und verkauft sie für teures Geld weiter.

                  Jeder Verein hat eine andere Geschichte eine andere Zusammensetzung der Komponenten, die man für den Erfolg braucht, daher ist Heidenheim auch nur bedingt geeignet als Vergleich. Klar ich denke jeder findet Kontinuität gut, wir hatten sowas zuletzt mit Hecking auf der Trainerposition in der 1. Bundesliga, weil mit kleinen Ausschlägen nach oben und nach unten auch der sportliche Erfolg geklappt hat. Will sagen Kontinuität ist auch nur möglich wenn man sportliche Ziele im Fokus hat und mehr oder weniger erreicht.

                  Mich nervt zwar das Derby sehr, aber es ist kein Grund den Trainer Klauß jetzt schon in Frage zu stellen. Als RB Absolvent wird er vielleicht auch noch lernen müssen, was ein Derby ist am besten mit der Mannschaft zusammen. Mir hat bei Leitl in der PK vor dem Spiel gefallen, dass er sich klar bekannt hat, daß es für Mannschaft und Region ein besonderes Spiel ist mit eigenen Gesetzen während Klauß in seiner PK abwiegelte, Spiel wie jedes andere und er müsse sich jetzt nicht jede Anekdote dieser Derbygeschichte erzählen lassen. So sah es auch auf dem Platz aus als Fürth nach 3 Minuten schon 0:1 führte. Da waren wir gedanklich noch gar nicht richtig auf dem Platz. Da haben wir gleich a Schelln gekriegt und wussten noch gar nicht warum.. 😮

                • Das 0:1 in der 3. Minute war wohl eher „a Rennschnelln“, denn in Minute 8 haben wir dann dem Kleeblatt ebenfalls eins eingeschenkt. 😉

                  Ich denke nicht, dass die Einstellung zu diesem Derby so übel oder so viel laxer war als jene des Nachbarn. Mag sein, dass Leitl die besseren Worte fand – er ist der erfahrenere.

                  Eher glaube ich, dass es noch an Überzeugung in die eigene Leistungsfähigkeit mangelt. Was halt auch daran liegt, dass beim Club – im Gegensatz zu Fürth – gewisse Automatismen noch nicht greifen. Stichwort Eingespieltheit. Dann kriegst Du sogleich in Minute 3 den ersten Kinnhaken. Was nicht wirklich zu mehr Überzeugung und zu mehr Selbstvertrauen beiträgt.

                  Dieses Derby gegen ein derzeit wirklich starkes Fürth lässt einen aber keineswegs so sprachlos zurück wie jenes im Juni, als Fürth weitaus weniger überzeugend auftrat. Und sich der Club präsentierte wie eine Mannschaft, die eigentlich nicht mehr zu retten ist.

                  Dass es aber schon wieder eine Niederlage setzte gegen Fürth, ist an sich widerlich. Und da fällt es wirklich schwer, Positives zu finden, verständlich. An einem Derby-Tag sollten die Dinge tunlichst klappen – das haben sie aber nicht. Wieder nicht.

        • Ja, da bin ich im Boot. Und im Gegensatz zu Klauß bin ich sehr wohl der Meinung, dass wir uns etwas von Fürth abschauen können: am Trainer festhalten, auch wenn es mal nicht so gut läuft. Auf lange Sicht lohnt sich das.

          Und ich empfehle den mal wieder sehr gut geratenen Beitrag von Sara Denndorf auf Nordbayern.de, der die Schwachstellen sehr gut herausarbeitet:

          https://www.nordbayern.de/sport/kein-zugriff-das-zentrale-problem-der-fcn-defensive-1.10645870

          In diesem Sinne frage ich mich, ob nicht auch Rhein mal eine Chance verdient, die 6 besser auszufüllen. Immerhin schafft er es inzwischen regelmäßig auf die Bank, er scheint also nah dran zu sein. Vielleicht bringt er genau die Qualitäten ein, die Geis fehlen und die bei Krauß noch entwickelt und gefestigt werden müssen, wenn er es erst einmal versuchen darf.

          Antwort
          • „…stand der Club dennoch offen wie ein Scheunentor. Warum? Weil mit Geis als alleinigen Sechser seine defensiven und dynamischen Defizite abermals zum Tragen kamen – und auch nicht von einem zweiten, einem klassischen Sechser kompensiert wurden.“ (Sara Denndorf)

            Danke für die Verlinkung, @Optimist.

            Toll. Bin begeistert. Der Text ist so dermaßen nicht-08/15. Und leidenschaftlich. Mit Sara und @Florian hat der Sport im Nürnberger Verlagshaus aber mal richtig an (Analyse-)Qualität gewonnen.

            Eine anregende Lektüre – nicht nur für Fans.

            Antwort
            • Vermute Sara Denndorf ist ein Pseudonym von Flo!? 🙂

              Ich sehe hier einen Zusammenhang zwischen der Spielermentalität und den Marktwerten. Während Aue, Sandhausen oder Heidenheim doch zum Großteil eher Noname und aus der Regionalliga bis 3. Liga ihre Spieler rekrutieren, holt der Club, als selbsterklärter Erstligist den Großteil seiner Spieler als „Spitzenpersonal“ aus der 2. Liga mit Erstligaanspruch oder aus anderen, internationalen Ligen.
              Diese Spieler meinen dann, sie sind fußballerisch so überlegen, daß die typischen 2. Ligagrundtugenden inkl. der körperlichen Spielweise auf der Strecke bleiben können.
              Anders ausgedrückt: Der Spielerkader aus Aue, Sandhausen oder Heidenheim weiß, was er an der 2. Liga hat und tut deshalb alles, um drin bleiben zu können.

              Der Clubkader meint, er tut alles, um aus der 2. Liga herauskommen zu können.

              Ich hoffe, ihr versteht, was ich meine?

              Antwort
  • Die Zahlen geben die sanfte Analyse her.
    Der Club hat das am Ende gut gespielt und gut gemacht und bekam ein Fleißkärtchen in Form des Anschlusstreffers serviert und Dovedan (!) hat das Ergebnis aufgehübscht.

    Zur Storyline des Spiels gehört aber auch, dass Fürth zwar nach der 51. nicht mehr aufs Tor schoss (schießen musste), direkt davor nach dem 3:1 in der 47. Minute innerhalb von 4 Minuten zwei Riesenchancen hatte, die zweimal das Aluminium und zweimal Mathenia zunichte machte. Stark vom Keeper und vom Gestänge, fahrlässig vom Club. Macht hier das Kleeblatt auch nur eines, wird es teuer…
    … Und aus dieser Nachlässigkeit konnte der Club nur das Geschenk mitnehmen.

    Wie man es dreht und wendet: Fürth war in keiner Phase gefährdet. Die haben einen Auftritt hingelegt wie der FC Bayern: was nötig war zu siegen, wurde geliefert.
    Fürth ließ den Club sich austoben…

    Antwort
  • Mit seiner Vorlage zum 1:1 zeigte Hack, dass er was kann. Hack zeigt immer wieder mal, dass er was kann. Leider nur „immer wieder mal“. Hacks narzisstische Ballverliebtheit nervt – und zwar nicht „immer wieder mal“, sondern immer wieder. So verspielt sich seine über den stoppelkurzen Seitenhaaren entfaltenden Schnörkellocken ausnehmen (ist das Natur oder spätes Rokoko?), so schnörkelhaft verspielt verpasst er das schnörkellose Abspiel zum freien Mann (immer wieder…).

    Klar ist das, was ich sage „unsachlich“. Wäre ich ein sachlich-neutraler Spielanalytiker, würde ich sagen: „Hack: nicht mit dem richtigen Gefühl fürs Tempo.“

    Einmal – in der ersten Halbzeit beim Stande von 1:1 – ließ Hack in einer aussichtsreichen Umschaltsituation (und darauf wird ja in der an der RB-Schule ausgerichteten „Spielphilosophie“ hingearbeitet) den Ball in einer eines U-21- Nationalspielers unwürdigen (und mich aus dem Sofa reißenden) Weise zum Gegner prallen.

    Na gut, das war zumindest nicht selbstverliebt…

    Antwort
  • Was die Mannschaft mittlerweile seit einigen Jahren den Fans in Heimspielen bietet ist ja schon mittlerweile einfach unbeschreiblich schlecht geworden. Die Derbys setzen dem ganzen nur die Krone auf und das seit Jahren! Man kann sich da nicht ein einzelnes Spiel rausnehmen und versuchen schön zu reden, wir waren von einem verdienten Unentschieden so weit weg, wie vom Mars. Und jährlich grüßt das Murmeltier. Bis auf Schäffler hatte kein Spieler Derby Niveau. Er war der einzige, der den Worten davor auch Taten folgen ließ.

    Antwort
    • Nicht umsonst ist es verboten Heimspiele des FCN zu besuchen. Der Fan muss schließlich irgendwie geschützt werden.

      Antwort
    • Wenn wir das Unentschieden machen, wird auch Leitl in der PL sagen, dass das Unentschieden wegen der letzten 30 Minuten verdient war. Fußball ist halt ein Ergebnisspiel und es gibt immer verschiedene Wertungen nach einem Spiel und vor allem die Beurteilung ist am Ende eben auch vom tatsächlichen Ergebnis geprägt.

      Für mich war der größte Unterschied zwischen Fürth und Nürnberg, dass man bei Fürth eher den Eindruck hatte, die Spieler wissen was sie tun, bei uns gibt es leider immer noch zu viel Einzelaktionen, die offensiv wie bei 1:1 die Aktion von Hack positiv sind, die aber gerade defensiv immer wieder zu Problemen führen.

      Gerade defensiv ist der Handlungsverbund heute aber extrem wichtig, dafür benötigen wir tatsächlich die von Hecking geforderte Geduld, das lernt sich halt nicht so einfach. Und kleiner Seitenhieb auf unseren Spielgestalter Geis, bei manchem Spieler bin ich unsicher ob der es je lernt, dass er nur etwas gewinnen kann, wenn er erst mal für die Mannschaft arbeitet und dann für sich und die Galerie.

      Antwort
    • @Juwe:
      Ich denke, diese Pauschalisierung ist ziemlicher Quatsch. Das schöne ist doch, wie Bomber Manolo schon geschrieben hat, dass das hier alles etwas differenzierter gesehen wird als „alles scheiße“ oder „super, wir holen die Champions League“.
      Auch am Wochenende gab es Phasen, in denen mir der Club ganz gut gefallen hat. Aber eben auch Phasen, in denen mir der Club nicht gut gefallen hat. Das war ein Spiel gegen eine der drei spielstärksten Mannschaften der Liga und der Club hat das Spiel bis zum Schlusspfiff offenhalten können – das ist doch immerhin etwas.

      Antwort
      • Ja super nur die Tabelle erfasst keine Phasen. (das finde ich wie du schreibst ziemlichen Quatsch)

        Was ist daran eine Pauschalisierung, wenn wir uns jedes Jahr erneut im Derby blamieren? (hätte auch locker 1:4 oder 1:5 stehen können, wenn Fürth nicht 2 Gänge zurückgeschalten hätte, Gegentor nach 3 Minuten zum 0:1, Fürth die knapp 5 km mehr gelaufen sind als der FCN – warum?)
        Was ist daran eine Pauschalisierung, dass wir eine der heimschwächsten Mannschaften im deutschen Profifußball sind, wenn man die letzte beiden Saisons noch dazu nimmt? Das ist nicht pauschal, das ist leider ein sehr spezifischer Fakt. Wenn dir das hilft kannst du dir aber gerne die letzten 3 Saisons in Phasen einteilen ändert leider nur trotzdem nichts.

        Antwort
        • Na ja, @Juwe, ob Fürth tatsächlich, wie Du behauptest, zwei Gänge zurückgeschaltet hat, sei einmal dahingestellt. Warum sollte Fürth dies tun? Es ist Derby. Wenn die uns hätten abschießen können, hätten sie es gemacht. Ist doch klar. Alleine unser Auftreten war in den letzten 30 Minuten eben deutlich couragierter als in den 60 Minuten davor. Wir hatten nichts mehr zu verlieren – das merkte man der Mannschaft an. Kopfsache eben.

          So fair sollte man schon sein. 😉
          Bei allem Ärger, den wir wohl alle mit Dir teilen.

          Antwort
          • Ich habe keinen Ärger es ist ja normal daß man in den Verwaltungsmodus geht wenn es ausreicht, es gibt ja noch andere Spiele nicht nur den FCN, ins Spiel gekommen ist der FCN ja erst wieder durch einen Stolperer eines Fürther Spielers.

            Antwort
            • Falsch.

              Richtig ist:
              Der FCN hat sich selbst wieder ins Spiel gebracht, indem er etwa nach einer Stunde eine klare Leistungssteigerung an den Tag legte (siehe auch Analyse von @Florian).

              Ich will keineswegs krampfhaft nach Positivem suchen. Aber man sollte ein Spiel schon auch so bewerten, wie es tatsächlich war.

              Du hast doch das Spiel gesehen, oder?

              Antwort
          • Ich sehe es aber derzeit als alternativlos mit Hecking und Klauß den Weg weiter zu gehen und wenn man von dem oft zitierten Zwischfazit nach 10 Spielen sprechen mag, dann haben wir jetzt so eines und man darf sagen wir stehen keinen Deut besser da als letzte Saison zum selben Zeitpunkt. Veränderung funktioniert nach meiner Meinung nur, wenn man die Realität nicht schön redet sondern annimmt.

            Antwort
                • Ach komm, guter @Juwe.

                  Nur weil ich nicht mit Inbrunst und aus voller Kehle in diesen Alles-scheisse-nach-dem-Derby-Chor mit einstimme, rede ich schön. Jetzt mach mal nen Punkt. 😉

                  Hinzu kommt, dass meine Einschätzung nicht wirklich wichtig ist. Sollten aber Klauß und/oder Hecking Dinge schönreden, die man nicht schönreden kann, dann gehen auch bei mir die Warnlichter an.

                  Aber ich fand sowohl die Pressekonferenz nach dem Derby als auch vor Paderborn in keinster Weise beschönigend, sondern sehr sachlich. Und somit der Sache dienlich.

                • A propos Pressekonferenz. Ich fand es ausgesprochen souverän, wie Klauss die schon etwas angepisste Nachfrage von Martin Funk („bei allem Respekt, wir sind Journalisten und dürfen uns doch wohl erkundigen, warum ein Spieler nicht spielt“ – sinngemäß wiedergegeben) beantwortet hat. Absolut sachlich, trotz des leichten Angriffs von Herrn Funk (🤢 also bitte!)

                  Großartig gemeistert!

                • …und Herr Linkesch vom Kicker übt journalistische Solidarität und schlägt sich auf die Seite des Boulevard-Reporters, indem er in seinem Vorbericht auch etwas humorlos auf die stets souveräne Gesprächsführung unseres Cheftrainers reagiert (Murmeltier-Pressekonferenz – der liest hier wohl mit, schließlich ist das hier ein geschützter Begriff… 😉 )

                • In der Tat spannend zu sehen, dass Gegenwind Seitens der Presse gegen Klauß aufzukommen scheint. Ich hatte selbst das Video nach Funks Aussage/Angriff pausiert und kurz überlegt, wie ich darauf reagieren würde. Klauß hat das besser gemacht 🙂
                  Ganz unbegründet ist die aufkommende Kritik indes nicht, deshalb am Sonntag bitte 3 Punkte, damit Ruhe einkehrt. Bei Niederlage wäre nach knapp 1/3 der Saison ein 1,0 Punktschnitt doch recht schwach, damit stiege man ab.

            • Wir stehen zwar numerisch keinen Deut besser da, aber sehr wohl hinsichtlich der Perspektive. Unter Canadi war ein Abwärtstrend erkennbar, zudem hatte man das Gefühl (und auch Belege dafür), dass sich Trainer und Mannschaft zunehmend entfremden.

              Aktuell wirkt es eher, wie der Anfang einer (positiven) Entwicklung, der Trend ist (zumindest gefühlt) aufwärts, nicht abwärts. Das doofe Derby stört hier massiv, weil es die Aufmerksamkeit von den puren Fakten auf überhöhte Emotionen lenkt.

              Perspektivisch betrachtet, stehen wir nicht nur einen Deut, sondern erheblich besser da als unter Canadi.

              Antwort
                • Du glaubst also nicht, dass die Personalien Hecking und Klauß vielversprechender sind als Palikuca und Canadi?

                  OK

                  Kann man so sehen…

            • … und wenn man von dem oft zitierten Zwischfazit nach 10 Spielen sprechen mag, dann haben wir jetzt so eines und man darf sagen wir stehen keinen Deut besser da als letzte Saison zum selben Zeitpunkt.

              Bleibt die Frage ist es realistisch zu erwarten, dass wir nach 10 Spielen besser dastehen. Natürlich gibt es Mannschaften die plötzlich im neuen Jahr durchstarten, Fürth stht diese Saison auch besser da als letzte. Aber gibt es Steigerungen aus dem Nichts, bzw. nur weil an der einen oder anderen Stelle, Trainer, Sportchef etc. andere Personen handeln, oder weil man 2 bis 3 neue Spieler holt?

              Ja auch das gibt es, es gibt den Moment, den Lauf, das Glück im Fußball, aber das ist dann halt ganz selten von Dauer. Also eine plötzliche Steigerung ist eher unwahrscheinlich, die Verbesserung Schritt für Schritt führt fast immer zuerst zu einer besseren Spielanlage, die zeigt sich bei uns auf alle Fälle durch bessere Offensivaktionen und mehr Tore. Aber häufig langt das nicht gleich zu besseren Ergebnissen, deshalb darf man eben nicht allein auf die Punkte schauen. Punkte sind am Ende der Saison interessant, in der Saison sind sie erst mal uninteressant, außer wir wären der FCB, der unbedint Meister werden muss.

              Auch in der Wirtschaft ist eine Fixierung auf die Quartalszahlen fast immer der erste Schritt in die Krise.

              Auch der reine Blick zurück ist vollkommen uninteressant, nur weil wir die letzten zwei oder mehr Jahre zuhause wenig erfolgreich waren sagt das überhaupt nichts darüber aus wie wir in Zukunft zuhause abschneiden. Der Blick zurück ist wichtig um aus Fehlertn zu lernen, aber aus dem Blick zurück lässt sich selten die Zukunft erkennen. Mit dem Blick in den Rückspiegel kann man nicht nach vorne steuern.

              Das hat auch nichts damit zu tun, dass man sich die Gegenwart schönreden will, um wieder zum Club zurückzukommen. Natürlich müssen Hecking und Klauß noch viel verbessern, natürlich gibt es immer noch viele Baustellen die endlich in Ordnung gebracht werden müssen. Wir kaufen immer noch zuviel durchschittliche Spieler denen wir dann zuviel Gehalt zahlen. Das Gros dieser Ergänzungsspieler muss in Zukunft aus unteren Ligen kommen, weil da die Spieler billiger sind und aus der eigenen Jugend, sonst sind die Investitionen ins NLZ sinnlos.

              Wenn wir Spieler holen müssen diese punktgenau auf die Position passen, für die diese geholt werden, es kann nicht sein, dass ein Neuzugang erst mal auf verschiedenen Positionen ausprobiert wird. Spieler für die wir Ablöse zahlen müssen auch immer eine Verbesserung darstellen.

              Wir müssen es schaffen mal mittelfristig ein taktisches Grundgerüst zu etablieren, nur so ist es möglich überhaupt ein Anforderungsprofil für einen Neuzugang zu erstellen. Bei uns läuft es zu oft so ab, „ach kuck mal der ist in seinem Verein gut, den holen wir“.

              Wenn ein Spieler zu uns kommt, egal ob aus der eigenen Jugend oder als Transfer, dann muss klar sein für welche Position wir ihn holen und es muss einfach sein dem Spieler zu erklären was er bei uns leisten soll. Klare Ansprüche helfen auch gegen Enttäuschungen, weil ein Spieler dann auch leihter versteht warum er die Anforderung nicht erfüllt hat.

              Und weil diese Dinge nicht in 10 Spielen implementiert werden können bringt der Blick auf die aktuelle Tabelle uns nicht weiter, sagt der nur wenig darüber aus ob wir auf einem guten Weg sind oder nicht. Deshalb darf man die Tabelle nicht aus den Augen lassen, denn natürlich dürfen wir nicht zu sehr hinten reinrutschen, weil dann mit dem Druck im Abstiegskampf Veränderungen, Verbesserungen nur noch schwer umsetzbar sind. Dann sind wieder ad hoc Entscheidungen notwendig, um kurzfristig Punkte zu sammeln.

              Also die Tabelle lügt nicht, sie sagt aber nichts über die Zukunft aus, sie zeigt immer nur wo man jetzt steht. Das ist bei uns nicht ausreichend, es müssen weiterhin Verbesserungen her, das bleibt die Aufgabe von Hecking und Klauß. Aber ob wir jetzt drei Punkte mehr hätten, das ist am Ende unerheblich.

              Antwort
              • Zitat:

                „Bleibt die Frage [: I]st es realistisch zu erwarten, dass wir nach 10 Spielen besser dastehen [?]“

                Wie ich aus der Pressekonferenz vor dem Paderborn-Spiel heraushöre, hatte der Trainer des 1. FC Nürnberg die Erwartung, dass die von ihm trainierte Mannschaft nach dem 9. Spieltag mehr Punkte auf dem Konto hat, als sie de facto erzielt hat.

                Offenbar fehlt dem Trainer des 1. FC Nürnberg der Sinn für Realismus.

                Antwort
                • Lieber belschanov, Du kennst die Bedeutung eines Fragezeichens?

                  Meine Ausführungen nach der Frage entsprechen dann ziemlich denen von Klauß, dass er sich natürlich mehr Punkte gewünscht hätte, dass er auch eine schnellere Entwicklung gewollt hätte, dass es aber eben auch Gründe dafür gibt, dass es gekommen ist wie es ist. Und dass er den aktuellen Stand nicht als bedrohlich empfindet, im Gegenteil, dass er die Mannschaft auf dem richtigen Weg sieht.

                  Insofern sehe ich weder bei Klauß, noch bei mir einen mangelnden Sinn für Realismus.

            • Wie @Optimist und @Armin bereits geschrieben haben:
              Die Tabelle bildet bereits Geschehenes ab, sie trägt zur Bewertung bei, entscheidend aber ist der Ausblick, die Perspektive.

              Wenn Fürth die Arbeit von Leitl damals ausschließlich gemäß Tabelle bewertet hätte, wäre Leitl jetzt schon lange nicht mehr in Fürth und Fürth wäre auch kein Tabellenführer.

              Denn entscheidend ist die Perspektive.

              Insofern ist der heute erschienene Text von Wolfgang Laaß doch ziemlich substanzlos.

              Antwort
              • Der Text ist nicht substanzlos er bildet einfach nur den Status Quo ab. Und bei allen Visionen bleiben wir doch einfach mal im hier und jetzt. ich gehöre leider noch zu solchen Fans denen einen Niederlage gegen Fürth doppelt wurmt mea culpa und seit Jahren gibt es da nur Tiefschläge, das wird schon langsam lächerlich. Aber klar ich realisiere nicht dass Fürth das neue Barcelona der 2. Liga ist und dann rennen sie auch noch 5km mehr im Spiel, hätte keiner ahnen können.

                Antwort
  • Heute ist ein sehr ernüchternder Artikel in der NN von W.Laaß lesbar, der inzwischen auch online veröffentlicht wurde, „Wie in der Vorsaison? Mathenia sieht Entwicklung beim FCN“. Die bisherigen Ergebnisse der aktuellen Saison gleichen fast 1:1 denen der Vorsaison und deshalb schlußfolgert der Autor dann auch korrekterweise, daß auch diese Saison wieder eine „komplizierte“ Spielzeit werden könnte. Diesem Fakt wird die Meinung unseres Torhüters gegenübergestellt, dieser will dennoch „eine Entwicklung“ der Mannschaft erkennen.

    Jetzt sind bald diese ominösen 10 Spieltage vorbei, nach denen man doch eine Zwischenbilanz ziehen können soll. Ich teile da bisher die Meinung von Hrn. Laaß, vor allem weil ich auch eine Niederlage unserer Parttime-Elf in Paderborn befürchte. Dieser seit Jahren sichtbare Trend, nur in wenigen Spielphasen eine konkurrenzfähige Leistung darzubieten, starke 20min reichen im Profifußball einfach nicht, lässt auch mich eine „komplizierte Saison“ befürchten.

    Und an der Aussendarstellung mit den jüngst gemachten Äußerungen unseres Coaches über das Derby, wird der Fanfreundeskreis des jungen Trainers schwer zu knabbern haben.

    Antwort
    • Den nachdrücklichen Gerüchten nach, ist Hecking entgegen früheren Aussagen doch auf der Suche nach sofortigen Verstärkungen für die Winterpause.

      Nachvollziehbar, schließlich läuft diese Saison kein bischen besser als die letzte. Dennoch bin ich gegen Notkäufe bzw -leihen. Noch immer hoffe ich auf den Leistungssprung in der Rückrunde, der die Klasse sichern wird.

      Antwort
      • Ich hoffe, er konzentriert sich dabei v.a. auf einen echten 6er. Auch ein echter rechter Wingback wäre nicht schlecht.

        Wenn der 6er passt, wird automatisch auch die IV besser stehen. Deshalb wäre ein IV für mich erst die drittwichtigste Position für eine Verstärkung

        Antwort
        • Auch ein echter rechter Wingback wäre nicht schlecht.

          Aber nur wenn man den Hauch des Teamgedankens die minimale Hierarchie bei uns gleich wieder einreißen will. Dem Kapitän einen Spieler vor die Nase zu setzen ist so ziemlich das letzte was wir aktuell benötigen.

          Auch für mich ist Valentini nicht die Idealbesetzung auf der defensiven rechten Seite, aber wir brauchen den Jungen als Anker in der Mannschaft.

          Antwort
          • Das ist natürlich ein Argument und sollte auch beachtet werden.

            Ich denke ohnehin, dass auch Valentini von einem besseren 6er profitieren würde, weil er dann weniger in der Mitte aushelfen müsste und sich mehr auf seine Seite konzentrieren könnte.

            Nicht umsonst gilt der 6er als Herz und Zentrum der Mannschaft. Ein guter 6er macht die gesamte Mannschaft besser.

            Antwort
    • Die bisherigen Ergebnisse der aktuellen Saison gleichen fast 1:1 denen der Vorsaison und deshalb schlußfolgert der Autor dann auch korrekterweise, daß auch diese Saison wieder eine „komplizierte“ Spielzeit werden könnte.

      Aber war denn wirklich etwas anderes erwartbar? Wir haben auch nach der letzten Saison wieder einen scharfen Bruch durchgeführt, sowohl was die handelnden Personen betrifft, als auch was das Spielsystem betrifft. Natürlich müssen die neuen Führungskräfte erst mal die Spieler kennenlernen, müssen deren Qualität richtig einschätzen können, das braucht Zeit. Aber auch die Spieler müssen sich neu auf Trainer und Sportchef einstellen.

      Klar hätten wir Glück haben können, etwas weniger Vreletzungen wären auch nett gewesen. Andererseits hätte so ein glücklicher Lauf vielleicht auch das eine oder andere übertüncht, das dann erst später aufgefallen wäre.

      Natürlich wird die aktuelle Spielzeit wieder kompliziert, etwas anderes ist doch gar nicht realistisch. Wichtig bleibt, dass Spieler, vor allem aber Trainer und Sportchef diesmal aus den Fehlern lernen können, dass es mal so etwas wie einen Plan gibt, wie es besser werden soll. Die aktuelle Tabelle müssen wir schon im Auge haben, weil wir natürlich nicht absteigen dürfen und der Abstiegskampf selten eine gute Umgebung ist um zumindest mittelfristig etwas zu verbessern, da geht es irgendwann nur noch um das Überleben.

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  • Gefühlt ist schon eine Entwicklung zu sehen. Im Gegensatz zu letzter Saison meine ich, dass mehr Treffer für den Club aus dem Spiel heraus fallen. Das kann ich jetzt zwar statistisch nicht belegen. Aber ich meine mich zu erinnern, dass es in der letzten Saison maßgeblich Standards waren, die zu Torerfolgen geführt haben.
    Gleichwohl bleibt die Schlafmützigkeit und Fehleranfälligkeit in manchen Spielphasen. Doch auch das ist weniger geworden finde ich, aber halt doch noch in entscheidenden Momenten.
    Aufgeregt hat mich ein wenig die gestrige Pressekonferenz. Die in der Wiederholung doch an eine beleidigte Leberwurst erinnernde Frage nach den Gründen für einen Nichteinsatz von Oliver Sorg fand ich unangebracht. Die Weigerung von Robert Klauß, den Spieler nicht öffentlich zu diskutieren oder zu diskreditieren finde ich korrekt.

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