Lufthoheit und Luft nach oben – Analyse zu Würzburg

Analyse zu 1. FC Nürnberg – Würzburger Kickers 2:1 (1:0) – Der FCN gewinnt durch einen späten Treffer das Duell mit dem Aufsteiger. Hauptgrund war dabei die eigene Lufthoheit.
1. Aufstellung und Formation
2. Das Spiel in drei Grafiken
3. Einordnung
4. Kennzahlen
5. Stimmen
6. Noten

1. Aufstellung und Formation

Robert Klauß musste im Vergleich zur Vorwoche etwas umstellen, da Robin Hack angeschlagen aus dem Spiel in Paderborn gegangen war und deshalb nicht für 90 Minuten einsatzfähig. An seiner Stelle durfte Hanno Behrens sein Startelfdebüt unter dem neuen Trainer geben, nachdem er in der Vorwoche noch verletzungsbedingt gefehlt hatte. An der Formation änderte Klauß dagegen nichts, so dass Behrens tatsächlich die Rolle des rechten Flügelzehners einnahm. Genau wie sein Gegenüber Nikola Dovedan zog aber auch Behrens immer wieder in die Mitte. Die Idee hinter der Nominierung des ehemaligen Kapitäns dürfte der Tatsache geschuldet gewesen sein, dass die meisten Alternativen (Hack, Misidjan, Schleusener, Nürnberger) eher über Dynamik und Tempo ins Spiel kommen. Der tiefstehende Block der Würzburger bot aber wenig Gelegenheit, diese Dynamik auszuspielen, so dass in Theorie Behrens‘ Ballsicherheit und Passschärfe von größerer Bedeutung hätte sein können.

Auf der Bank musste der Trainer auch etwas umdisponieren. Für den verletzten Oliver Sorg (Adduktorenprobleme) rückte Pius Krätschmer ins Aufgebot. Durch die Rückkehr von Behrens ins Aufgebot musste Tim Latteier aus dem Spieltagskader weichen. Er fehlte damit ebenso wie Adam Zrelak, Simon Rhein, sowie die verletzten Köpke und Margreitter. Während des Spiels musste Klauß auch relativ früh wechseln. Kurz nachdem er mit präziser Flanke auf Lohkemper das 1:0 von Schäffler eingeleitet hatte, musste Enrico Valentini den Dienst quittieren. Für den Kapitän wurde Noel Knothe eingewechselt, der die Position als Rechtsverteidiger einnahm und im Laufe des Spiels sogar einige Offensivakzente setzte. Insgesamt war aber die Phase nach der Auswechslung Valentinis bis ungefähr zur 60. Minute die schwächste des FCN, in der man einmal mehr nach einer Führung zu passiv agierte und dem Gegner den Ball zu sehr überließ.

In der 63. Minute – wenige Minuten nach dem Ausgleich – entschied sich Klauß dann die Flügelzehner zu tauschen und doch mehr auf Dynamik und Tempo zu setzen. Hack und Nürnberger durften für Behrens und Dovedan aufs Feld. Beide versuchten sich immer wieder durchzudribbeln, scheiterten aber oft am Würzburger Bollwerk. Nürnberger musste nach etwas mehr als einer Viertelstunde, dann auch ins zentrale Mittelfeld weichen, weil Misidjan seine Position auf der linken Außenbahn einnahm. Der Niederländer war für Tom Krauß gekommen. Darüber hinaus feierte eine Woche nach Knothe ein weiterer Spieler aus dem NLZ sein Profidebüt. Erik Shuranov nahm für Felix Lohkemper den Platz neben Manuel Schäffler ein. So stand der 18-Jährige dann auch bei Sörensens Siegtreffer in der Nachspielzeit auf dem Platz.

2. Das Spiel in drei Grafiken

Grafik 1 zeigt das zentrale Problem der Würzburger, das letztlich spielentscheidend war. Die Kickers verloren zwei Drittel ihrer Kopfballduelle, gewannen nur 19 von 58 Zweikämpfen in der Luft. Besonders bezeichnend dabei die Quote von Hansen, Douglas und Feick – also drei Spielern, die über weite Strecken als Innenverteidiger agierten – gegen Manuel Schäffler. Der Clubangreifer gewann sieben von zehn Kopfballduellen gegen die drei Verteidiger. Darunter das Duell gegen Douglas vor dem 1:0. Darüber hinaus hatte Feick beim 2:1 von Sörensen auch ein völlig falsches Timing, sprang viel zu früh ab und segelte so weit am Ball vorbei. Der Club dagegen hat nun schon sieben Kopfballtore erzielt (Mühl gegen Sandhausen, Hack gegen Darmstadt und Paderborn, Schäffler gegen Fürth und Würzburg, Lohkemper gegen Paderborn, Sörensen gegen Würzburg), ist damit Ligaspitze (und trifft am Mittwoch auf das kopfballschwächste Team der Liga).

Grafik 2 legt eine der Schwächen des Clubspiels nach der Pause dar. Die Grafik zeigt die Pässe, die zu Abschlüssen führten. Während sie vor der Pause im Strafraum oder seiner Nähe passierten, waren es nach der Pause vor allem Flanken von außerhalb oder lange Zuspiele. Der Club schaffte es nicht mehr in den Würzburger Strafraum zu kommen. Die einzigen beiden Abschlüsse innerhalb des Sechzehnmeterraums waren der Kopfball von Schäffler an den Außenpfosten nach Flanke von Nürnberger und der Siegtreffer von Sörensen nach Eckballflanke von Geis. Herausgespielte Chancen gab es nahezu überhaupt nicht. Sie kamen wie bei der Chance von Behrens nach einem Konter über Lohkemper und dem Führungstor aber zumindest vereinzelt vor. Immerhin viermal schloss der Club vor der Pause im gegnerischen Strafraum ab, alle vier dieser Abschlüsse gingen auch aufs Tor.

Grafik 3 vergleicht die Anzahl und Gestaltung der Angriffsphasen des FCN. Hier sieht man das in Grafik 2 angedeutete Problem noch einmal numerisch hinterlegt. Obwohl der Club zwanzig Angriffsphasen mehr hatte als Würzburg, kamen beide Mannschaften auf nahezu viele Abschlüsse. In Sachen Positionsangriffe ist es sogar so, dass beide Teams fünf mit einem Schuss aufs Tor abschlossen, Würzburg aber weniger als halb so oft einen Positionsangriff durchführte. Es fehlte dem Club also maßgeblich an Ideen, wie man die Abwehr der Gäste durchspielen konnte. Das sieht man auch an der Zahl der Ballbesitzphasen im gegnerischen Strafraum (siehe 4.), wo beide Mannschaft fast identische Werte haben, obwohl der FCN fast elf Minuten länger am Ball war.

3. Einordnung

Der Sieg des FCN kann mit Sicherheit unter glücklich verbucht werden. Robert Klauß hatte nach dem Spiel auf jeden Fall recht, als er darauf hinwies, dass der Club nicht immer die richtigen Entscheidungen getroffen hat und besser Fußball spielen möchte. Gerade nach der Pause hatte der Club über weite Strecken überhaupt kein Mittel, um gegen die kompakt verteidigenden, aber an sich nicht immer sicher stehenden Würzburger zu klaren Chancen zu kommen. Die Krux zeigt sich dann auch in Kennzahlen wie dem Ankommen von nur einem von sieben Steckpässen oder keinem der drei kreativen Pässe. Spielerisch war gegen den Aufsteiger vieles ausbaufähig.

Umso wichtiger ist allerdings zu werten, dass der Club mit seiner offensiven Kopfballstärke und den präzisen Flanken – man ist inzwischen die fünfbeste Mannschaft der Liga in Sachen Flankenpräzision – eine Art Plan B hat, die greift, wenn spielerisch wenig zusammengeht oder das Umschaltspiel, wie gegen Würzburg, als gestalterisches Mittel wegfällt. Das kann man durchaus als Weiterentwicklung sehen, gerade verglichen mit dem Vorjahr, wo es dem FCN oft schon an Plan A mangelte. Vor allem aber fehlte dem Club da ein torgefährlicher Zielspieler, den er jetzt in Form von Manuel Schäffler gefunden hat. 

Dennoch sei warnend erwähnt, dass der Club auch 2019/20 nach elf Spieltagen auf Rang 8 stand – allerdings mit zwei Punkten weniger (14, 19:19 Tore) auf dem Konto. Die ergebnistechnische Stabilisierung hat das Umfeld zwar beruhigt und ein Last-Minute-Sieg kann auch für das Selbstbewusstsein wichtig sein. Dennoch ist die spielerische Entwicklung der letzten Wochen nicht so, dass man automatisch davon ausgehen muss, dass der FCN nun weiter auf einer Erfolgswelle schwimmt. Die mahnenden Worte des Trainers, dass er mit der Art und Weise, wie gewonnen wurde, nicht glücklich sei, müssen daher auch bei den Spielern ankommen. 

Gleichzeitig stimmen neben der Anwesenheit Schäfflers auch andere Dinge positiv. Mit Noel Knothe und Erik Shuranov kamen gleich zwei Spieler aus dem NLZ in den letzten Wochen zur ihren Profidebüts. Auch Tim Latteier – und Pius Krätschmer, der aber nur mit Abstrichen in diese Liste gehört – standen weitere Nachwuchskräfte im Aufgebot. Auch hier ist im Vergleich zum Vorjahr eine Entwicklung zu sehen, als außer dem verletzungsbedingten Einsatz von Benedikt Willert – und mit Abstrichen Fabian Nürnberger, der aber schon für den Profikader geplant war – überhaupt kein Spieler aus dem Nachwuchsleistungszentrum an das Team herangeführt wurde. 

4. Die Kennzahlen

Nürnberg   Würzburg
2 Tore 1
1,06 expected Goals 1,61
2,04 Post-shot expected Goals 1,03
13 Schüsse 10
7 Schüsse aufs Tor 3
20,8 Schussentfernung (Ø, m) 17,9
5 Ecken 3
3 Freistöße 1
7 Fouls 10
8,5 PPDA 14,9
6,8 Challenge Intensity 5,9
17,2 Spieltempo 18
10 Ballbesitzphasen (geg. Strafraum) 9
00:16 Ballbesitzdauer (Ø) 00:11

*Alle Daten stammen von Wyscout. Benutzung der Daten von Wyscout unter der Journalistenlizenz des Anbieters.Die Terminologie von Wyscout wird in diesem Glossar erläutert.

5. Die Stimmen

Robert Klauß: „Wir sind natürlich sehr glücklich über den Sieg. Mit der Art und Weise sind wir aber nicht komplett glücklich. Nichtsdestotrotz: was wir von der Mentalität reingeworfen hatten, wie wir gegen den Ball gearbeitet haben und auf den Siegtreffer gespielt haben mit dem Risiko – da bin ich mit der Art und Weise zufrieden. Wir haben nicht immer die richtigen Entscheidungen getroffen. Dass das Spiel nicht einfach wird, war mir vorher klar, auch, dass es nicht so einfach werden würde, mit der Favoritenrolle umzugehen. Ganz klar aber, dass wir besser Fußball spielen wollen.“

Bernhard Trares: „Wir haben versucht, die erste Viertelstunde zu überstehen. Dann hatten wir gute Kontermöglichkeiten, wo wir aber im Passspiel nicht sauber waren. Dann geraten wir unnötigerweise in Rückstand. Vor der Pause hätten wir schon den Ausgleich machen können. Zweite Halbzeit haben wir es dann sehr gut gemacht, machen auch den Ausgleich. Wir mussten leider schon früh dreimal wechseln, konnten dann hinten raus nicht mehr wechseln. Dann kriegst du in der Nachspielzeit das Gegentor, das ist natürlich bitter in so einem Spiel, wo du einen Punkt mitnehmen musst.“

Manuel Schäffler: „Würzburg stand mit der Fünferkette sehr tief. Wir sind nicht hinter die Kette gekommen und haben nicht so gut gespielt, wie wir es uns gewünscht hatten. Würzburg hat uns das sehr schwer gemacht. Zwischenzeitlich hätte das Spiel in beide Richtungen kippen können. Man hat aber gespürt, dass wir es unbedingt wollten. Es ist schön, dass wir uns nach einem Standard mal belohnt haben. Im Training machen wir so viele Tore daraus. Dieses Gefühl ist unglaublich, so spät den Siegtreffer zu machen.“

Arne Feick: „Wir haben viel von dem gesehen, was wir uns im Vorfeld vorgenommen hatten. Wir standen kompakt und haben fast alles wegverteidigt. Standardsituationen sind elementar in der 2. Bundesliga, da kassieren wir aktuell zu viele Gegentore. So lassen wir wieder einen Punkt liegen, das ist natürlich sehr ärgerlich. Wir haben ordentlich nach vorne gespielt, gute Konter gesetzt und sind im Endeffekt zu ineffizient, um am Ende den Punkt mitzunehmen. Wenn man ein bisschen außerhalb des Stadions schaut, sieht man, dass es aktuell viel schwierigere Themen gibt, als alle drei Tage seinem Job nachzugehen. Wir werden alles dafür tun, die Freude weiterhin auf den Platz zu kriegen und uns dann hoffentlich so schnell wie möglich belohnen.“

Asger Sörensen: „Es war sehr wichtig für uns, dass wir nach dem Sieg in Paderborn heute nachgelegt haben. Dafür nehmen wir auch mal so einen dreckigen Sieg mit. Das tut gut. Bei meinem Tor hatte ich ein gutes Timing. Es war schön, dass er reingeht, weil wir das schon 10.000 Mal im Training geübt haben.“

Dominic Baumann: „Wir stehen wieder mit leeren Händen da, was nach dem Spielverlauf sehr bitter ist, da wir gute Möglichkeiten hatten, sogar selbst in Führung zu gehen. In der Nachspielzeit dann so ein Gegentor zu kassieren, tut extrem weh. Wir hätten heute einen Punkt verdient gehabt. Wir müssen jetzt den Kopf freibekommen und erneut das Positive aus dem heutigen Match in das Heimspiel gegen St. Pauli mitnehmen.“

6. Die Noten 

Spieler CU-Note Kicker NZ BILD SofaScore
Christian Mathenia 3 3 3 3 6,7/10
CU-Urteil: Beim Gegentor letztlich machtlos, kurz danach gegen Bauman mit ordentlicher Parade, sonst weitgehend beschäftigungslos.
Enrico Valentini 3 3,5 3 3 6,5/10
CU-Urteil: Leitete das 1:0 mit präziser Flanke auf Lohkemper ein, war auch sonst ordentlich, musste aber früh raus.
Asger Sörensen +3 3 3 3 7,4/10
CU-Urteil: Markierte das Siegtor, ließ aber beim Ausgleich Kopacz aus den Augen. In der Luft eine Bank, am Boden leichte Wackler.
Lukas Mühl 3 3,5 3 4 7,4/10
CU-Urteil: War defensiv wenig gefordert, möglicherweise beim 1:1 etwas zu wenig auf Baumann bedacht, sonst ordentlich.
Tim Handwerker +4 4 4 4 7,1/10
CU-Urteil Ließ Baumann beim 1:1 frei laufen, obwohl er wahrscheinlich in der besten Position war ihn einzuholen. Fing aber viele Bälle ab und gewann sehr viele Zweikämpfe mit Ball am Fuß (12/16)
Tom Krauß 3- 3,5 4 4 6,7/10
CU-Urteil: Seine Fähigkeit mit kleinen, kurzen Pässen für Beruhigung zu sorgen, tut dem Spiel des FCN gut. Manchmal fehlt es in den Zweikämpfen aber noch an Timing.
Hanno Behrens 4- 4,5 4 4 6,8/10
CU-Urteil: Ohne den Pass auf Valentini vor dem 1:0, der mit Übersicht geschah, wäre es auf Grund vieler versprungener Bälle un verlorener Duelle wohl eine „mangelhafte“ Leistung gewesen.
Johannes Geis 4 4 4 4 7,9/10
CU-Urteil: Gute Ecke, die dem 2:1 vorausging. Defensiv auch in Ordnung. Allerdings oft mit unnötigen Ballverlusten und schwachen Passentscheidungen.
Nikola Dovedan +5 4,5 4 5 6,8/10
CU-Urteil: Kaum gute Entscheidungen, gewann nur fünf von 16 Zweikämpfen, nur einer von drei Vorwärtspässen kam an.
Felix Lohkemper 3- 3 3 3 7,4/10
CU-Urteil: Präzise Vorlage vor dem 1:0, arbeitete viel gegen den Ball, spielte nur einen Fehlpass im ganzen Spiel. Allerdings nicht sehr durchsetzungsfähig mit Ball.
Manuel Schäffler 2- 2,5 2 2 7,3/10
CU-Urteil: Ein Tor, eine Großchance per Kopf. Präsenz und Wuchtigkeit in den Duellen ist von großer Wichtigkeit fürs Team, weil er sich in unzählige Zweikämpfe wirft.
Noel Knothe 3- 3,5 3 3 6,5/10
CU-Urteil: Kam nach knapp 35 Minuten für Valentini und spielte auf der ungewohnten Rechtsverteidigerposition. Tat sich dabei durch einige Offensivaktionen hervor, war defensiv nicht immer sattelfest.
Fabian Nürnberger +4 4 7,2/10
CU-Urteil: Schöne Flanke auf Schäffler vor dessen Kopfball an den Außenpfosten. Kam mit Ball am Fuß aber selten durch.
Robin Hack 3- 3 6,6/10
CU-Urteil: Auch er verlor einige Offensivduelle, band aber durch sein Ziehen ins Zentrum immer wieder Würzburger Verteidiger.
Virgil Misidjan 6,7/10
CU-Urteil: Blieb in der Viertelstunde auf dem Platz ohne Fehlpass bei sechs Versuchen, war präsent auf der Außenbahn, wenn auch noch ohne Wirkung.
Erik Shuranov 6,4/10
CU-Urteil: Profidebüt für den 18-Jährigen. Ein Dribbling bis an die Grundlinie, ein gewonnener Defensivzweikampf.

21 Gedanken zu „Lufthoheit und Luft nach oben – Analyse zu Würzburg

  • Danke für die tolle Analyse Florian.

    Manuel Schäffler hat in der ca. 80. Minute nach einer Eckballentscheidung für den FCN und vielen Protesten der Würzburger Schiedsrichter Schlager darauf hingewiesen dass er zuletzt am Ball war .
    Dieses Fair Play in so einem engen Spiel in den letzten 15 Minuten .
    Respekt Manuel Schäffler.

    Antwort
    • Das fand ich auch sehr fair! Schade, dass mir das im Podcast durchgerutscht ist, denn das hätte auf jeden Fall Erwähnung finden sollen. Denn sowas ist ganz sicher nicht an der Tagesordnung.

      Antwort
  • Dovedan mal wieder schlechtester Spieler. Letzte Saison Kicker-Schnitt 4,36, dieses Jahr bisher 4,17. Von den 34 benoteten Ligaspielen die er bestritten hat ein einziges was besser als 3,0 bewertet wurde (das erste Spiel in Dresden mit 2,5 seinerzeit). Das ist jämmerlich für einen Spieler seiner Preisklasse. Ich kritisiere ungern einzelne Spieler, aber diese dauerhafte Nichtleistung ist schon sehr auffällig.

    Antwort
    • Das ist krass!

      Dovedan hat in den beiden Saisons für Heidenheim zumeist gespielt und in jeder Saison die Kicker – Durchschnittsnote 3,07 bekommen. Für einen Stürmer ist das eine stark überdurchschnittliche Kicker – Note.

      Ich kann mich noch an das erste Spiel von Dovedan für den Club erinnern. Da war er so ziemlich der einzige Clubberer, der was gebracht hat.

      Seither spielt er fast durchgehend mies.

      Bei Kerk ist mir klar, warum der die letzten Jahre so schlecht performt hat. Ich hatte bei ihm in den letzten zwei Saisons das Gefühl, dass ihm das Selbstvertrauen fehlte. Gerade in der letzten Saison hatte ich sogar den Eindruck, das er richtiggehend Angst hatte. Da musste man nur die Körpersprache lesen, dazu seine in Falten gelegte Stirn und der zweifelnde Blick.

      Dovedan habe ich im Gegensatz zu Kerk fast nie gut spielen sehen. Als er noch in Heidenheim kickte, habe ich nicht auf ihn geachtet. Das Kerk ein Guter sein kann, konnte man bei seinem ersten Club – Aufenthalt sehen.

      Dovedan ist immer noch jung. Seine miesen Leistungen können also nicht daran liegen, dass er zu alt geworden wäre. Mittlerweile hat Dovedan unter drei verschiedenen Club-Trainern zumeist schwache Leistungen gebracht. Ein Zrelak hat nicht so oft schlecht gespielt und ist zurecht nicht mehr im Kader.

      Ich kann mir eigentlich nur vorstellen, dass Dovedan so eine Art Trainingsweltmeister ist. Ansonsten wären mir seine ständigen Spieleinsätze trotz oft mieser Leistungen nicht nachvollziehbar.

      Antwort
      • Ich finde, dass es zwar kein Pauschalalibi sein kann, dass man nur auf seiner Stammposition Leistung bringen kann, aber Dovedan wurde für eine Position geholt, die es weder bei Canadi, noch Keller, Wiesinger und jetzt Klauss gab: den 10er. Und dort hat er in Heidenheim über längere Zeit auch überzeugt. Ich war von seiner Verpflichtung deshalb auch begeistert. Was ich ihm jedoch in jedem Fall ankreide, ist sein zu geringer Einsatz, gepaart mit einer negativen Körpersprache. Das ist einfach zu wenig. Gerade aus einer langen Krise muss er sich einfach selber auskämpfen – und zwar kämpfen. Chancen bekommt er ja genug dazu. Wenn Klauss das mit ihm nicht zur Winterpause hinbringt, sollte man ihn bei entsprechenden Angeboten abgeben, dann kann ich mir eine Wende kaum mehr vorstellen, wobei es ja Wunder immer gibt.

        Das Kerk in Osnabrück wieder der Alte wird, hätte ich nicht gedacht und ordne ich in die Kategorie Wunder ein, weil er bei uns einfach jeden Zweikampf verweigert hat. Und der beste Fußballer kommt nicht weit, wenn er ohne Körper und Zweikampf spielt.

        Antwort
        • Ein Wunder wäre es, wenn wir im Pandemie-Winter adäquate Angebote für Dovedan bekommen würden. Jeder kennt die Situation, die daraus resultierende Unsicherheit und vielerorts knappe Kassen.

          Dovedan war auch ein Thema auf der Pk vor Kiel. Sehr vernünftig, was Klauß dazu sagte. Das waren zwar auch, aber beileibe nicht nur Streicheleinheiten, sondern durchaus ein Appell an Dovedan. Denn bislang war das viel zu wenig – ohne Frage.

          Kerk ist auch in Osnabrück nicht zu einem Uli „die Axt“ Borowka mutiert. Aber es scheint ausreichend „Eisenfüße“ dort zu geben in der Mannschaft, um Kerks Zweikampfschwäche zu kaschieren. Somit kann Kerk seine Stärken in eine zudem eingespielte und gewachsene Mannschaft einbringen.

          Antwort
  • Ich finde zwar grundsätzlich gut, dass man Knothe wohlwollend bewertet, eine 3 war es für mich dennoch nicht. M.E. war der Junge sowas von nervös, dass bis auf den Pfostenschuss eigentlich nichts gelang. Entweder man bewertet ihn aus Welpenschutz gar nicht, oder es müsste bestenfalls die Notenkategorie Dovedan sein.

    Antwort
    • Gibt von allen Benotenden Dreier, aber Du willst ne Fünf hergeben. Möglicherweise liegt der Fehler dann bei Dir und in Deiner Wahrnehmung und nicht im Welpenschutz.

      Antwort
      • Wie gesagt, eben der Welpenschutz – von allen. Lass einen Sorg die gleiche Leistung abliefern, dann geht er mit drei 5ern nach Hause. Wenn du aber nochmal nachliest, wirst du sehen, dass ich die Bewertungen nicht als „Fehler“ bezeichnet habe. Nur ist meine Eigene eben anders.

        Antwort
        • So schlecht sah ich ihn nicht. Er hatte 2 – 3 Stockfehler ohne Auswirkung, die natürlich sehr plakativ zu sehen sind aber für mich der Nervosität zuzuschreiben waren. Ich würde die Bewertung aber nicht auf die Stockfehler reduzieren wollen, denn sonst war es recht ordentlich und sogar mit Zug zum Tor, wie der Aluminiumtreffer beweist.

          Antwort
        • Ja, sie ist anders. Aber Du unterstellst den anderen Beurteilenden, dass sie es nicht objektiv machen, sondern aus „Welpenschutz“. Das ist bei Lichte betrachtet ziemlich arrogant, dreist und unverschämt. Das stellt die eigene Wahrnehmung nämlich als objektiver und richtiger dar als die der anderen. Und wenn Du das jetzt auf Hinweis nicht mal siehst, sondern sogar nochmal bestärkst, dann zeigt das die ganze Selbsteingenommenheit.

          (Aber auch nicht überraschend bei wem der bei nem Trikotdesign Empathie von Designer fordert, aber unfähig ist sich in Menschen einzufühlen, die das Design gut finden und auch da so tut, als wäre die eigene Wahrnehmung die einzig objektiv richtige.)

          Die Unfähigkeit den Fehler in der eigenen Wahrnehmung zu sehen und stattdessen einer Vielzahl an Menschen Wahrnehmungsfehler oder andere Intentionen zu unterstellen, lässt einfach sehr tief blicken. Es ist die Unfähigkeit die eigene Ansicht als fehlbar anzusehen und die myopische Weltsicht, nur die eigene Wahrnehmung als korrekt zu erachten und allen anderen Motive zu unterstellen, weil ansonsten müssten die ja auch die Wahrheit sehen, die man selbst erkennt. Hier geht’s nur um Fußball, da sind solche Denkprozesse nicht schlimm oder schädlich. Bei anderen Themen sind sie – das sieht man ja jeden Tag – im wahrsten Sinne des Wortes tödlich.

          Antwort
          • Schalt einfach mal 2-3 Gänge runter, wir sprechen hier über ein Fußballspiel auch André hat ein Anrecht auf seine Sichtweise dazu.

            Antwort
            • Dass Du jemanden, der nur seine eigene Sichtweise zulässt und als wahr erachtet, verteidigst, ist nun wirklich keine Überraschung.

              Dass Du nicht erkennst, dass André genau dieses „lass anderen ihre Meinung“ nicht zulässt, wenn er sagt, es läge nur am Welpenschutz, aber auch.

              Antwort
              • Du bist doch scheinbar der einzige der hier ein Problem mit einer anderen Sichtweise hat, du hast es genau hier bewiesen. Selbstreflexion? Man muss ja nicht Andrés Meinung sein kann eine andere haben aber du schweifst ja völlig unsachlich ab ins persönliche.

                Antwort
                • Wer nicht kapiert, dass André ein hochgradiges Problem mit anderen Sichtweisen hat, wenn er es sich nur durch „Welpenschutz“ erklären kann, dem ist nicht zu helfen, weil er es nicht sehen will. Sonst ist das nämlich offensichtlich.

  • Wieder überragende Analyse, Florian – danke.

    Sehr spannend finde ich den Absatz, in dem du schreibst, dass der Club durch die zielgenauen Flanken und den/die starken Abnehmer in der Mitte ein erstes Mittel gefunden hat, Chancen zu kreieren, wenn das Umschaltspiel aufgrund zu passiver Gegner nicht funktioniert. Diese Entwicklung finde ich sehr positiv.
    Habe insgesamt das Gefühl, dass man mehr und mehr die Handschrift des Trainers sieht.

    Behrens und Dovedan müssen morgen vermutlich/hoffentlich weichen.

    Ich tippe auf ein 4-3-3 mit Knothe rechts hinten, Nürnberger links im Mittelfeld und Lohkemper, Schäffler und Hack vorn drin.

    Antwort
  • Zitat Ritter Lanzelot:

    „Sehr spannend finde ich den Absatz, in dem du schreibst, dass der Club durch die zielgenauen Flanken und den/die starken Abnehmer in der Mitte ein erstes Mittel gefunden hat, Chancen zu kreieren, wenn das Umschaltspiel aufgrund zu passiver Gegner nicht funktioniert.“

    Seltsam war, dass in der Phase nach der Halbzeit, in der Würzberg nicht „passiv“, sondern – ganz wie es dem Club entgegenkommt – „aktiv“ war, von Umschaltspiel beim Club gar nichts zu sehen war.

    Antwort
    • Ich sehe das anders. Würzburg ist meiner Ansicht nach nicht aktiver geworden, sondern der Club (mal wieder) passiver. Wir haben die Kickers stark gespielt.

      Antwort
  • Würde eigentlich jemand dem Club 3 Siege hintereinander zutrauen? Also ich nicht, aber wünschen würde ich es mir. Ich finde allerdings, daß schon 1 Punkt heute ein Erfolg wäre beim Tabellenreiter 🙂

    Antwort

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