O du fröhliche

Der 1. FC Nürnberg gewinnt sein letztes Heimspiel des Jahres mit 1:0 gegen Erzgebirge Aue. Kein überzeugender, aber auch kein wirklich glücklicher Sieg. Am Ende sorgen drei Punkte und Platz 7 unterm Baum bei allen Beteiligten in Rot-Schwarz für fröhliche Gesichter zum Fest.

Der Club begann mit Singh für Krauß, der wieder genesene Hack rückte für den verletzten Lohkemper ins Team. Knothe ersetzte wieder Valentini. Der Gast aus Aue präsentierte sich von Anpfiff weg Schuster-untypisch mit dem Drang nach Spielkontrolle und Ballbesitz und kam nach 30 Sekunden schon zur ersten richtig guten Gelegenheit, die von Mathenia in höchster Not mit dem Fuß geklärt werden muss. Danach pendelte sich das Spiel auf niedrigem spielerischen Niveau ein. Hacks Pfostenschuss aus spitzem und Geis direkter Versuch per Freistoß aus nahezu unmöglichem Winkel sind da schon als Highlights einzustufen. Dann die 36. Minute: Schäffler bricht auf der linken Außenbahn durch, zieht nach innen und wartet lange, bis der sich anbietende Hack in Position ist und sein Querpass den Führungstreffer von Hack einleitet. Hack vollendet per Außenrist. So ging es auch in die Pause. Wenn es das Konzept von Robert Klauß gewesen sein sollte, Schusters Pläne zu durchkreuzen indem man Aue zum Ballbesitz zwang, war das zumindest ergebnistechnisch gelungen.

In den ersten 15 Minuten der zweiten Halbzeit beide Teams dann mit noch mehr Einsatz, aber auch weiter ohne Struktur im Spiel. Besonders auffällig in dieser Phase – aber eigentlich schon im ganzen Spiel – der trotz fehlender Zuschauer enorm hohe Lärmpegel im Stadion, der insbesondere von der Auer Bank ausging. Vor allem Aue wurde ab Minute noch energischer, kamen auch zu zwei gefährlichen Aktionen, denen aber der gefährliche Abschluss fehlte. Klauß reagierte, brachte Krauß für Singh. Die besseren Chancen aber weiter bei Aue, doch zur Not hatte dann noch Mathenia etwas dagegen.

Hack in der 75ten dann mit der Chance zum Knock-Out, aber statt den Torwart noch zu umspielen setzt der Ex-Hoffenheimer den Abschluss des feinen Konters knapp neben den Pfosten. Schuster setzte nun auf den eigentlich von Beginn an erwarteten Mittelfeldstrategen Nazarov, Klauß brachte Dovedan für Schleusener. Die gefährlicheren Szenen, ausgenommen des Hack-Konters, blieben weiter bei Aue. Doch diese wurden in der Regel allesamt viel zu überhastet abgeschlossen. Routinier Behrens kam für den Gelb vorbelasteten Hack und sortierte sich auf der Außenposition offensiv ein. Mühl setzt nach Geis-Freistoss einen aussichtsreichen Kopfball freistehend über das Tor, der Angriff war wohl schon vorher abgepfiffen (85.). Geis selbst setzt einen aussichtsreichen Freistoss direkt danach neben das Tor (87.). So ging es mit 1:0 in die Nachspielzeit und Aue bekam nochmal die Top-Freistoß Chance zentral aus 17 Metern, doch Nazarov zielte weit drüber. Aue drückte jetzt mit Mann und Tormann, doch auch zwei weitere Ecken brachten Aue nicht wirklich dem Ausgleich nahe und so rettete der Club den Dreier nicht hübsch verpackt, aber auch nicht unverdient über die Ziellinie.

Platz 7 und nur 4 Punkte Rückstand auf Platz 3 bei gleichzeitig 8 Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz nach unten lassen die erhoffte ruhige Saison in der oberen Tabellenhälfte nach dem doch mühsamen Start in die Spielzeit jetzt als reale Option erscheinen. Das Spiel in Osnabrück war vielleicht der Schlüssel und stellte auch für die Stimmung im Umfeld eine Art Weggabelung dar.

5 Gedanken zu „O du fröhliche

  • Zwischen Platz 6 (Aue) und Platz 14 (KSC) liegen gerade 3 Punkte (wenn KSC morgen punktet nur 2).

    Das ist eng.
    Und da liegt auch der Club.
    Viel Luft nach oben.
    Deutlich Vorsprung nach unten.
    Und genau das ist das schönste Geschenk, das der Club einem dieses Jahr machen kann: Ruhe, Zuversicht und Perspektive.

    Darauf lässt sich aufbauen.

    Euch allen schöne Weihnachten in besonderen Zeiten!

    Antwort
  • Und der umfunktionierte Knothe gefällt mir, wenn auch einige Stimmen Kritik geäußert haben, als Rechtsverteidiger immer besser.
    Heute hatte er auch noch die Topspeed – läuft.

    Antwort
  • Ich gratuliere unserem rechten Verteidiger zu einer ordentlichen Leistung im heutigen Spiel.

    Weiter so, Noel, und…

    …frohe Weihnachten!

    Antwort
    • Ich denke, dass er als IV mehr Potenzial hat. da dort seine technischen Schwächen weniger zum tragen kommen. Aber auch als RV ist er nicht schwächer als das Establishment und kann sich bestimmt noch steigern.

      Antwort

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