FCN: In der Mitte angekommen

Der Club liefert gegen das Spitzenteam des Hamburger SV ein beherztes Duell auf Augenhöhe und verdient sich ein Remis. Ein Spitzenteam ist man deswegen selbst nicht, oder „vielleicht nur am Anfang“, was aber nicht schlimm ist. Immerhin war auch bei den Buchmachern wie NEO.bet ein Remis nicht gänzlich aus dem Rennen, ähnlich der Wahrscheinlichkeit eines Heimsiegs, wenngleich ein Auswärtserfolg dann doch am naheliegendsten erschien und die niedrigsten Quoten brachte. Was auch nicht schlimm ist. Aber weil es eben ein Remis wurde, zeigt das alles umso mehr, dass der Club angekommen ist – und zwar genau in der Mitte von allem. Und das ist irgendwie beruhigend.

Felix Amrhein spricht mit Alexander Endl (Clubfans United) und Jakob Lexa im Total beglubbt-Podcast über „Friede, Freude, Misidjan“ – oder eben darüber wie ein Unentschieden gegen einen Liga-Konkurrenten in einem Heimspiel, das die Position im Mittelfeld der Tabelle in der Mitte der Saison fast schon zementiert, für Zufriedenheit und Wohlbefinden beim Anhang auslösen kann.

Sogar Nebengeräusche wie der Umstand, dass der ehemalige Top-Transfer Misidjan, der mit kolportierten 3 Mio. sogar den bisherigen Rekordhalter Angelos Charisteas verdrängen konnte, ablösefrei vom Hof gen Niederlande marschiert, lösen keine größere Aufregung aus. Oder auch nicht, dass ein weiterer Top-Transfer der jüngeren Vergangenheit, Nikola Dovedan (mit kolportierten 2,5 Mio. Platz 4 der Liste) auf der Bank versauert, weil man immer noch nicht so genau weiß, wie dieser Frank Schmidt ihn eingesetzt hat und der die Bedienungsanleitung aus Heidenheim partout nicht schicken will. Ja nicht einmal der mögliche Abgang des ehemaligen Sonnyboy und Ex-Capitano Hanno Behrens, für den man auch keine echte Verwendung mehr hat.

Alles in Ordnung, rund um den Valznerweiher, denn man ist endlich nahe daran, was man sich von Dieter Hecking eigentlich auch versprochen hatte: In der inneren Mitte. Mal gewinnt man, mal verliert man, ein bisschen besser wird man und manchmal kann man auch richtig gut aussehen. Am Ende wenig Aufregung nach oben und unten. Und ist man doch ganz ehrlich: Nach den letzten 2 1/2 Jahren ist ein 12. Platz mit Puffer nach unten und ein Remis gegen den großen HSV doch wie im Wellness-Spa der Club-Emotionen. Oder etwa nicht?

Podcast: Friede, Freude, Misidjan

15. Spieltag 2020/2021
1 : 1

Flotte erste Halbzeit mit Matchglück, Lattenpech und Sekundenschlaf. Die zweite Halbzeit dann ausgeglichen mit weniger Höhepunkten und gar keinen Toren mehr. Am Ende eben Remis. Der HSV spielte so wie es im Gegnergespräch versprochen wurde, eben so wie ein Spitzenteam, das gerade erst „in der Liga angekommen“ ist, sprich: Endlich weiß, wie man seine PS auf die Straße bekommt – Subtext: Und eben auch, dass man manchmal einfach einen Punkt mitnehmen muss. Und weil auch der FCN offenbar in der Liga wieder angekommen ist (eher so gefühlt von unten), weiß man auch, wann man und wie man einen Punkt mitnimmt. Am Ende eben ausgeglichen. Auch wenn die Wege der beiden Clubs sich tabellarisch höchstwahrscheinlich trotzdem bis Ende der Saison sehr unterscheiden werden. Denn die einen haben vielleicht ihre Mitte gefunden, die anderen ihr Potenzial entdeckt. Und der Blick geht gen Bochum, tief im Westen wo die Sonne verstaubt.

Kapitel:

00:00 – Spielanalyse Teil 1
21:16 – Spielanalyse Teil 2
41:48 – Spielerabgänge

Total beglubbt Podcast

Audiolänge: 01:07:09 | Moderator: Felix Amrhein



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27 Gedanken zu „FCN: In der Mitte angekommen

  • Kiel – Bayern München. Das war gestern endlich mal wieder ein Spiel, das sich gelohnt hat anzuschaun. Vorallem der Ausgleich in der letzten Sekunde des Spiels erinnerte an die Clubrettung gegen Ingolstadt. Die Kieler Leistung war schon beeindruckend. Und wenn man dann an das Interview mit Müller denkt, wie angefressen der war, das ist schon beeindruckend. Wenn ich da an verlorene Spiele des Clubs denke, wie einige Spieler locker nach einer Niederlage ihre Interviews heruntergeträllert haben mit einem Eindruck „völlig wurst“, dann sieht man doch, wie stark die Anspannung und der Leistungswille bei den Bayern doch ist. Aber ich hoffe, beim Club ist das auch Vergangenheit und es geht jetzt aufwärts. Der Flaschenkick unseres Trainers war ein gutes Anfangszeichen.

    Antwort
    • In der Welt am Sonntag war vor paar Monaten ein Interview mit Hansi Flick. Am Kabinenausgang der Münchner soll ein Spruch stehen (sinngemäß):

      Erfolg ist nicht Dein Eigentum. Er ist nur gepachtet und die Pacht muss man jeden Tag zahlen.

      Antwort
  • Spieler die so richtig angefressen sind nach einer Niederlage sind mir beim FCN in den letzten 3 Jahren
    auch nicht im Gedächtnis.
    Müllers Gesprächspartnerin von der ARD wünschte dem Weltmeister um 23.22 Uhr im Kieler Schneegestöber noch
    einen schönen Abend.
    Ohne Worte.

    Antwort
  • Und wieder Fin Bartels. Respekt.
    Er war doch schon am 12. Spieltag der Matchwinner mit seinem Traumtor.

    Antwort
  • Na, wenn sogar der Club schon in Kiel verliert, warum sollte es den Nordtirolern dort anders gehen.

    Antwort
  • In einem leeren Stadion im halbdunkel im Schneetreiben, da wird der Spaßfaktor für die Bayern auch nicht hoch gewesen sein. Am Ende sind auch sie keine Maschinen. Kiel hat diese triste Ausgangssituation gut ausgenutzt.

    Antwort
    • Aber man weiss doch in Aue beim Schneetreiben erst, wie sich die 2. Bundesliga anführt. Gilt das denn jetzt auch schon für Kiel? Die sind ja schliesslich nur 3. in der 2. Liga, haben die Nordtiroler festgestellt, also allerniederster Plebs für solche Halbgötter in Rot-Weiss-Blau aus dem Fußball Olymp.

      Antwort
      • Wenn ich mich nicht irre haben die Bayern schon lange nicht mehr gegen einen Zweitligisten gewonnen (wir haben sie letztes Jahr in der Winterpause ja auch zerlegt). Wenn die mal absteigen werden sie direkt in die 3. durchgereicht 🙂

        Antwort
  • Denke Würzburg gewinnt heute wieder .
    Schaut eigentlich jemand Spiele der 2. Bundesliga ohne FCN ?

    Antwort
    • Ja, ich schau mir immer mal die Färdder an, wie jetzt gerade. Der Raum ist schon stark und wird denen sehr fehlen. Ich frage jetzt nicht, weshalb der als Nürnberger in der Nachbarstadt zum Profi wurde und nicht beim FCN.
      Deren Nachwuchsscouting grast halt viel ab. Ob wir überhaupt eines haben, bezweifel ich.

      Antwort
    • Heute ist schon schwere Kost, aber prinzipiell schaue ich mir lieber 2.Liga als irgendwelche Brause, Tabletten oder Auto Millionen an.

      Antwort
      • Wieder falscher Tipp.
        Drei rote Karten für Gästespieler (2 BTSV, 1 Pauli) in den letzten beiden Würzburger Heimspielen.
        Bin jetzt schon neugierig ob es dem FCN gelingt gegen diese beiden Gegner in der Rückserie 6 Punkte
        zu holen .Für mich mit Abstand die beiden schwächsten Teams der Liga aber halt total eklig.
        Ja ich kenne das Ergebnis des FCN in Braunschweig.

        Schiedsrichter morgen gibt es von mir so früh wie möglich.
        Dr Jöllenbeck (wie letzte Saison beim VfL) wird es nicht sein der war heute bereits im Einsatz.

        Antwort
        • Ich habe bei der 1. Liga weng reingeschaut, weil Union Berlin ist schon krass, Hertha bekommt 100erte Millionen zugeschoben, aber Union schiebt sich auf Platz 4 vor und hat fast doppelt soviele Punkte wie Hertha, zwar 1 Spiel mehr bis morgen, aber heute haben sie Leverkusen geschlagen und das Tor in der 88. Minute von einem gewissen Cedric Teuchert für die Berliner.

          Antwort
          • Laufleistung von nicht weniger als 128 Kilometer (Leverkusen 119 Kilometer). Hab Teuchert noch nie so rennen und kämpfen sehen. Bei Union wird er erwachsen.

            Monstermäßige Mentalität bei Eisern Union. Immer einen Schritt schneller, immer eine Spur galliger.

            Dass der reiche Nachbar im Vergleich dazu überhaupt nichts auf die Kette bringt, dürfte Union noch einen Extra-Motivationsschub verleihen.

            Antwort
            • Es zeigt sich eben immer wieder daß Geld alleine keine Garantie für sportlichen Erfolg ist man kann damit sehr viel falsch machen, dafür tragen HSV, Hertha, Schalke, Stutgart (lange Zeit jetzt wieder aufsteigend) schon Sorge. Wenn wir ehrlich sind, wurden auch bei uns die größten Fehler nach dem Pokalsieg gemacht als frische Geldquellen sprudelten. Das Gegenteil ist eben Union wie man mit wenig Geld also für die erste Liga trotzdem sehr viel richtig machen kann. Und gute Arbeit bringt dann sein eigenes Geld mit sich. Zu Cedric wir haben uns damals hier einen Wolf diskutiert, daher will ich dazu lieber nichts schreiben. Ich hatte ihn damals ja verteidigt als es hieß er wollte in Nürnberg verlänger aber der fränkische Clooney ihm keine Klausel geben wollte.

              Antwort
              • Naja, weil er jetzt einmal golden getroffen hat. Seit seinem Abschied bei uns wurde er doch auch nur weiter gereicht… Glückwunsch zum Tor! Nachtrauern tue ich ihm nicht mehr…

                Antwort
                • Es war klar, dass er sich in der Bundesliga über kurz oder lang durchsetzen würde. Wenn man ihm jetzt zusieht, erkennt, dass er sich klar entwickelt hat. Gar nicht mal als Scorer, da war seine Bilanz schon immer überzeugend, aber erbost jetzt deutlich mannschaftsdienlicher mit guter Übersicht und guter Laufarbeit.

  • Schaue mir die letzten 30 Minuten Konferenz an.
    Nach 85 cm Schnee vor der Garage in den letzten 36 Stunden bis heute früh bin ich auch
    für Würzburg gegen Braunschweig bereit.

    Antwort
    • Nach soviel Schnee ist aber Kickers gegen Braunschweig auch höchstens eine allenfalls mäßig laue Frühlingsbrise – wie das torlose Remis gegen neun Braunschweiger belegt. Solche Spiele schenke ich mir, da sind ja schon die Zusammenfassungen kaum zu ertragen.

      Das Pokalspiel des Tabellendritten der 2. Liga habe ich allerdings mit größtem Vergnügen gesehen. Da konnte man spüren, wie ein Trainer eine Mannschaft so einstellt, dass sie an ihre Chance glaubt und mit ihren Mitteln den vermeintlich aussichtslosen Kampf David gegen Goliath gewinnen kann. Chapeau Ole Werner, Capeau KSV Holstein! Solche Spielvorbereitung durch den Trainer und Einstellung des Teams hätte ich mir auch in der letzten Erstligasaison des Club gewünscht.

      Danke an das Gesprächstrio für den erneut hörenswerten Podcast. Inhaltlich gibt es da nichts hinzuzufügen und Widerspruch allenfalls in minimalen Details. Einmal mehr Chapeau an Jakob, Felix und Alexander.

      Antwort
  • @ Manni der Libero.

    Schöne Antwort.

    Eigentlich richtig sich solche Spiele zu schenken aber das Ergebnis interessiert mich weil der FCN auch in dieser Liga spielt und da schaue ich mir immer wieder einen Teil solcher Begegnungen an .
    Selber schuld ist klar.

    Kiel hat diese Sensation auch ohne simulieren und Schauspieleinlagen erreicht.
    Ein eigeschworener Haufen mit Klasse und einem tollen Trainer Werner.

    Union Manager Ruhnert zeigt mit seinem Team und Trainerstab auch wie es in der 1. Bundesliga
    funktionieren kann.
    Habe gedacht Union ohne Fans geht nicht aber es geht im zweiten Jahr sogar noch besser.

    Vielleicht gibt es ja eine Frühlingsbrise vom FCN mit 7 oder mehr Punkten in den 4 Matches innerhalb 15 Tagen.

    Antwort
  • Bitte wer könnte denn der ominöse „Ex-Vizepräsident“ des Clubs sein, der im November auf einem Wendelsteiner Parkplatz verhaftet wurde, wie Nordbayern deeh meldet? Präsidenten haben wir doch schon seit über 10 Jahren nicht mehr, als der Franz Schäfer damals nach der Umstruktierung abdankte.
    Ich bin verwirrt.

    Antwort
  • Habe heute bei der PK von Robert Klauß zum ersten mal gehört dass es Spieler gibt mit deren Trainingsleistungen er über einen längeren Zeitraum nicht zufrieden ist.
    Für mich erstaunliche Aussage.

    Antwort
    • Tja, ein weiteres Wochenende, an dem die Spitzenspiele auf anderen Plätzen stattfinden werden. Der Club hat es weit gebracht. Und es sieht momentan nicht danach aus, als würde sich da etwas in den nächsten Jahren ändern. Der nächste Mannschaftsumbruch steht bevor und auch wenn die Akteure hetzt andere sind, idt so etwas immer ein Wagnis mit offenen Ausgang und ohne Garantie.

      Antwort

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