Schöner Ausklang

“Ist doch klar”, sagt der Mann im Fernseher, “bei solch widrigen Bodenverhältnissen hat eine technisch starke Mannschaft wie der 1. FC Nürnberg naturgemäß Nachteile, wie soll sie auf diesem rutschigen Geläuf ihr ausgefeilt-wirbelndes Kombinationsspiel auf den Rasen – besser gesagt auf die Schneepiste – bringen…”
“Tja.”
“…solche Bodenverhältnisse, die ein klarer Vorteil für Teams sind, deren Stärken eher im talentfreien Bereich liegen, hat die Mannschaft von Trainer Klauß einfach nicht verdient, deshalb sollte man mit ihr wegen dieser Heimniederlage nicht zu hart ins Gericht gehen. Jetzt nochmal Freistoß für die Hausherren. Geis läuft an – und, und – Tor! TOOR für den neunmaligen deutschen Meister und vierfachen Pokalsieger! Nur noch 2:5! In der Mauer abgefälscht dieser Schuss des Nürnberger Freistoßspezialisten. Na, das ist doch ein gelungener Schlussakkord in dieser für die Club-Mannschaft von vornherein so komplizierten Partie! Sie wird bei besserem Wetter wieder zeigen, welches Potential in ihr steckt, und die tolle Entwicklung, die diese Mannschaft gerade durchläuft, wird weiter ihren Lauf nehmen. Ja, da wird auch schon die Torhymne eingespielt, ein schöner, ein angemesssener Ausklang dieser Partie und auch dieser Hinrunde…”
“Jawoll.”
“…Nicht auszudenken, was hier los wäre, wenn Zuschauer, wenn die Fans mit den rot-schwarzen Fahnen in der Arena wären. Da würde im Max-Morlock-Stadion so richtig der Bär tanzen…”

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13 Gedanken zu „Schöner Ausklang

  • Da ist schon was dran. Es dauert beim Club lange, bis der Baum brennt. Da muss schon viel passieren. Es wird immer noch zuviel schöngeredet. Die Schonzeit unseres Trainers ist langsam vorbei. Jetzt heisst es langsam liefern und auch mal ausrasten, wenn Spiele verlorengehen. Der Flaschenkick vor ein paar Wochen ist wohl nur ein Aufflackern gewesen.

  • Der “Mann im Fernseher” liefert zuverlässig dankbare Assists, welche belschanov ebenso zuverlässig in Mintal-Manier verwandelt.

    Gestern beispielsweise soll es Behrens gewesen sein, der Haraguchi hätte hindern sollen am Sonntagsschuss. Schließlich kam Behrens für Krauß. Dass aber Behrens im offensiven Mittelfeld spielte und Nürnberger nach hinten rückte, entging dem Mann im Fernseher. Dass sollte man aber schon sehen können als Fachmann im Fernseher. Na ja, dafür redet er wie ein Wasserfall und liefert dem guten belschanov zuverlässig dankbare Assists. 😉

    Enervierend auch die immer gleiche Leier, dass unsere Mannschaft eine Ansammlung von Hochbegabten sei. Und wir normalerweise oben mitspielen müssten. Diese technisch ach so starke Truppe.
    Als wäre es entscheidend in Liga zwei, das Bällchen bestmöglich zu streicheln. Das aber ist es nicht – entscheidend sind andere Dinge.

    Was ist wirklich passiert in den letzten Wochen? Unsere Mannschaft ist an nachvollziehbare Grenzen gestoßen. Der traditionell heimstarke 1. FC Heidenheim war kompakter als wir, weil eingespielter. Im Spiel gegen den HSV wurde uns gezeigt, wohin die Reise mit unserer Mannschaft gehen könnte – leider wurde diese gute Leistung in der Folge nicht bestätigt. Wenngleich Schwankungen in einem Prozess der Entwicklung normal sind.

    Der VfL Bochum ist (wie auch Fürth oder Kiel) ein schönes Beispiel, was man schaffen kann, wenn man auch mal etwas durchzieht und auch mal gemeinsam durch weniger gute Phasen geht. Und ein launisches Hannover 96 hat uns gestern gutgelaunt gezeigt, dass dort schlicht und einfach aufgrund höherer Investitionen mehr individuelle Klasse vorhanden ist.

    Und jetzt? Jetzt, in den kommenden Wochen, müssen Mannschaft und Trainer zeigen, dass sie etwas geschaffen haben in den letzten Monaten. Dass etwas gewachsen ist. Die Reifeprüfung für diese Spielzeit beginnt übermorgen gegen den SSV Jahn Regensburg.

    • Du sagst Heidenheim war eingespielter als wir. Stimmt leider. Zeigt aber auch wie armselig wir in diesem Bereich unterwegs sind. Denn es ist keinesfalls eine neu zusammengestellte Clubmannschaft die da auf dem Feld steht. Die spielen jetzt schon eineinhalb, teilweise mehr Jahre zusammen. Spielverständnis und Spielwitz oder vernünftige Abstimmung in der Defensive sind Fehlanzeige. Fragt sich dann doch ob sie nicht zusammen können oder nicht zusammen wollen!?

      • Du hast Recht – die Mannschaft ist nicht erst seit gestern beisammen.

        Der entscheidende Unterschied aber ist:
        Heidenheim hat seit Jahr und Tag 1 Trainer sowie einen Spielplan.
        Wir hatten in den vergangenen zweieinhalb Spielzeiten nicht weniger als, wenn ich richtig gezählt habe, 5 Trainer (unter 3 Sportvorständen). Jeder mit anderen Vorstellungen, was Spielsystem und Personal betrifft.

        Wie soll da Deiner Meinung nach was in kurzer Zeit zusammenwachsen zu einer eingespielten Elf? Im Übrigen finde ich, dass Spielverständnis und Spielwitz in den vergangenen Monaten zugenommen haben.

  • @ fränki.
    die weniger guten Phasen bei Bochum, Fürth und Kiel waren aber nie so dramatisch wie die des FCN in der letzten Saison.

    Lese Deine Artikel sehr gerne und habe schon einiges gelernt in den letzten 12 Monaten.

    • @michel
      Dankeschön!

      Ich treibe mich auch hier herum, weil ich die Berichte, Analysen, Kolumnen und Podcasts bereichernd finde. Wie auch einige Beiträge von Kommentatoren. Unter anderem auch Deine Schiri-Beiträge.

      Du hast natürlich Recht.
      Unsere miese Phase war schon äußerst dramatisch – das haben Bochum, Fürth oder Kiel nicht mitgemacht. Lag aber wohl auch daran, dass unser Kader äußerst dramatisch zusammengestellt wurde letzte Saison. Und dass wir eine Spielzeit zuvor aus der Bundesliga äußerst undramatisch, um nicht zu sagen sang- und klanglos, abgestiegen sind. Was nicht spurlos an Verein und Mannschaft vorbeigegangen ist.

      Andererseits kann ich jeden verstehen, der jetzt, nach einem 2:5, ein Deja Vu schiebt. Das Spiel gegen H96 errinnert durchaus an die letzte Saison. Aber aus meiner Sicht gibt es einiges, was diese von der letzten Saison unterscheidet. Zu sehen insbesondere im Spiel gegen den HSV – sowohl im Abwehrverhalten als auch im Spiel mit Ball. Auch Spiele wie gegen Aue oder Kickers Würzburg hätten wir letztes Jahr, behaupte ich mal, nicht zu unseren Gunsten entschieden. Stichwort Willenskraft.

      Dass Rückschläge kommen, war zu erwarten.
      Allerdings wird es jetzt Zeit, wieder erfolgreicher Fußball zu spielen.
      Denn ohne Punkte kann auf Dauer keine weitere Entwicklung stattfinden.

  • Also für manche nicht wichtig aber
    mich ärgert es beim Nachbericht auf der Homepage beim FCN zu lesen der FCN gastiert am Mittwoch in Regensburg.
    Die PK vor dem Auswärtsspiel übertragen………..
    Unglaublich.

    • Ja, seltsam. Irgendjemand hat sich auch mit dem Hannoverspiel vertan und das als Auswärtsspiel tituliert.

      • Dass man das Hannoverspiel zum Auswärtsspiel deklariert, ist plausibel, denn ein 2:5 auswärts klingt nicht ganz so peinlich wie ein 2:5 daheim. Dass man nun das Spiel gegen Regensburg vorab zum Auswärtsspiel erklärt, gibt zu denken…

        • Richtig bedenklich wirds erst, wenn sie tatsächlich da hinfahren und dann keiner da ist, die Regensburger dagegen hier vor einem verrammelten Stadion stehen… 😀

          Immerhin kann man nicht zum falschen Regensburg fahren, da ist die Gefahr bei drei ähnlichen Aalen deutlich größer…

  • Auf Twitter wurde beim FCN am Nachmittag auch nochmal auf das Auswärtsspiel hingewiesenDas gibt echt zu denken.

    • Tja, seit dem unfreiwilligen Abgang von Daniell Westgate ist die Presseabteilung (und der ist auch die Homepage untergeordnet) auch nicht mehr das, was sie mal war.
      Im übrigen sind dort wohl auch etliche Fachkräfte in Kurzarbeit, das wird wohl alles von unbezahlten Schnupper-Praktikanten gepflegt – und in diesen Zeiten ist es ja sowieso egal ob man zuhause oder auswärts spielt, die Atmosphäre ist allerorten glleich trist.

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