Diagnose: Akute Abstiegsgefahr. Therapie: unbekannt.

Nach der Niederlage des 1. FC Nürnberg bei Fortuna Düsseldorf ist die Abstiegsgefahr am Valznerweiher mehr als nur eine Drohkulisse. Allein Therapieansätze fehlen.

Ein Kommentar von Alexander Endl

24. Spieltag 2020/2021 3 : 1

Nach den ersten Minuten im ehemaligen Düsseldorfer Rheinstadion dürfte manch hartgesottenem Clubfan schon wieder mal Angst und Bange geworden sein. Die Düsseldorfer Fortuna, selbst zuletzt nicht gerade in Gala-Form, setzte den FCN über die Flügel schwer unter Druck und kam mitunter fast mühelos in die gefährlichen Zonen, ohne allerdings daraus Kapital zu schlagen. Dass die gefährlichste Szene dann dem FCN gehörte war fast sinnbildlich für die ganze Lage rund um den Club. Margreitter setzte einen von Geiß auf seinen Kopf getretenen Freistoß eigentlich viel zu tief an, den Aufsetzer konnte Kastenmeier nur mit Mühe an die Latte lenken. Warum das sinnbildlich ist? Trotz offensichtlicher Probleme im eigenen Spiel bekommt der Club immer wieder Chancen, einfach weil die 2. Liga eben die 2. Liga ist und alle auch nur mit Wasser kochen. Man muss sie dann nur nutzen, oder das nötige Glück haben. Tat man aber nicht und hatte man dann auch nicht. Dass man darauf angewiesen ist, ist eben die ganze Misere.

Die Aufarbeitung des ganzen Spiels folgt an anderer Stelle aus profunderem Munde und kann hier auch außen vor bleiben, würde sie an der Gesamtsituation auch nichts ändern. Nur der Vollständigkeit halber: Nach den stürmischen Anfangsminuten folgten ausgeglichene Minuten auf mäßigem Niveau, bevor Düsseldorf nochmal auf das Gaspedal drückte und eigentlich mehrfach hätte in Führung gehen müssen – mindestens beim Kopfballversuch von Karaman (40.), bei dem es schwerer war den Pfosten zu treffen als ins weit offene Tor. Nach dem Wechsel begann Düsseldorf wie zu Spielbeginn erneut stark – kam diesmal aber auch zum Erfolg. Pledl spielte Dovedan fast schon peinlich berührend einfach aus, um in der Mitte Hoffmann zu finden, der ebenso nahezu unbedrängt den Ball verwerten kann (48.).

Ebenso unerklärlich wie so vieles dann das veränderte Gesicht des Club nach dem Rückstand. Plötzlich schien man gewillt und in der Lage zu sein, sein Heil in den eigenen Stärken statt dem Bekämpfen der Stärken des Gegners zu suchen. Der verdiente Lohn für diese Phase der Ausgleich durch Borkowski nach starker Balleroberung von Sörensen, der zur Pause Mühl ersetzte (61.). Danach ein kurzer Moment in dem alles möglich schien, um danach sich dem schier Unvermeidlichen doch noch zu beugen. Wieder eine absolut unzulänglich gelöste Defensivsituation, bei der sich Borrello viel zu einfach durchsetzen kann und Sobottka bedient, der – was fast noch unerklärlicher ist – unbedrängt zentral vor dem Nürnberger Tor aus 17 Metern einschießen darf (77.).

Ja, danach bäumte man sich nochmal auf, stemmte sich gegen die Niederlage. Ja, es hätte auch der Ausgleich fallen können. Ja, das 3:1 am Ende war wieder mal Slapstick, nachdem Hennings eigentlich den Pfosten traf, von dort der Ball zu Sorg prallte und von dem ins Tor (90.+5). Und ja, der Schiedsrichter hätte auch manche Szene zu Gunsten des Club pfeifen dürfen. Unterm Strich aber ist es nicht mehr als die Suche nach Strohhalmen, um sich die Gesamtsituation erträglicher zu malen. Die einzige Währung im Fußball, da dürften sich die Nostalgiker, Romantiker, Analytiker, Optimisten und Pessimisten einig sein, ist am Ende die Punktausbeute – und da spricht die Tabelle seit 2 Jahren eine eindeutige Sprache: Der Club ist den Anforderungen der 2. Liga – wenn überhaupt – nur mit Müh und Not gewachsen.

Dabei noch nicht mal eingerechnet, dass die beiden Dreier, die einem die 7 Punkte in der Rückrunde brachten, mehr oder minder eher vom Glück beschert wurden – darunter ein last minute Treffer in Karlsruhe und als Höhepunkt das spektakuläre Eigentor in Darmstadt in Unterzahl. Ohne diese Treffer sähe es noch viel dunkler aus im Keller. So bleiben immer noch genug Chancen – aber kann der Club sie auch nutzen?

Wer die Diagnose „akute Abstiegsgefahr“ verweigert, begibt sich bei zwischenzeitlich nur noch 5 Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz – bei einem noch offenen Spiel von Osnabrück – in die Gefahr der Verharmlosung. Sollten die nächsten Spiele gegen Gegner wie Osnabrück, Fürth und die Würzburger Kickers (und folgende) keinen ausreichenden Puffer ergeben, ist das Restprogramm mit Bochum, Hamburg und Hannover knackig.

Und wer auf die knappen Ergebnisse, fehlendes Matchglück und all das Verletzungspech beruft, hat vielleicht aus den Augen verloren, dass Fußball nicht das Resultat kosmischer Kräfte, der Fußball-Mafia und einem Deppen-Gen ist, sondern schlicht die Folge von Ursache und Wirkung. Der Club hat viel zu viele falsche Entscheidungen getroffen und die richtigen, die man traf, konnten das vorherige nicht kompensieren. Da gehört dann im Fußball sicher auch „Glück“ dazu, wie Verletzungsfreiheit von Leistungsträgern oder eine Schiedsrichterentscheidung zum richtigen Zeitpunkt, in der Summe aber nimmt das seinen Lauf, was man vorher gesät hat.

Lösungsansätze? Sicher haben die aktuellen Protagonisten nicht alles richtig gemacht. Warum man bspw. auf den wirklich neuralgischen Positionen wie auf der so augenscheinlich zu schwach besetzten „Sechser“-Position oder defensiv außen nicht nachgelegt hat, erschließt sich nicht wirklich. Auch ist manche Entscheidung des jungen und eben noch unerfahrenen Trainer Robert Klauß nebst seiner mitunter etwas zu unbekümmerten Kommunikation im Duktus eines NLZ-Trainers zu hinterfragen. Unter dem Strich aber sind die „Altlasten“ dieser Situation, entstanden im Grunde im Moment des größten jüngsten Erfolgs „Aufstieg“, eben weit größer als die Vorwürfe, die man den Handelnden wegen verpasster Chancen gerade machen könnte. Das mag die Situation nicht besser machen, muss aber in die Bewertung einfließen. So wie heute im Spiel eben: Wenn man im Grunde schon genug Fehler gemacht hat, um den Gegner über 90 Minuten in Front zu bringen, kann man Schleusener kaum noch einen Vorwurf machen, warum er kurz vor Schluss nicht noch entschlossener in den Kopfball geht um den Ausgleich zu machen.

Wie Freiburg, ohne Freiburg

11Freunde

Im Zuge der Entlassung von Neuhaus in Bielefeld, die in so manchem Dingen zumindest an die Situation in Nürnberg bei der Köllner-Entlassung erinnerte (nein, bitte nicht wieder diskutieren), fiel bei 11Freunde die Aussage, die auch in Nürnberg so tiefe Geltung hat: Man „wäre gerne wie der SC Frei­burg, nur halt ohne den Teil, wo man in schwie­riger Lage zum Trainer steht.“ Der gängige Therapieansatz wäre nämlich in Nürnberg als nächstes die Trainerentlassung, gern auch gleich mit der Entlassung des Sportvorstand kombiniert, wenn der nicht mitmachen will. Doch vielleicht sollte man nach dem xten Versuch nach gleichem Muster es mal mit einer neuen Idee versuchen: Die Sache durchziehen. Es mag nämlich nicht von ungefähr kommen, dass die Mannschaften, die jenseits der Geldtöpfe in jüngster Zeit einmal kleine Erfolge feiern konnten, wie eben bspw. Bielefeld, aus der Kontinuität kamen. Aus einer Phase, in der man auch in sportlichen Tälern nicht von seiner Linie abweicht, und so zumindest die Grundlage liefert, auf der Wachstum überhaupt gedeihen kann.

Ein Abstieg in Liga 3 wäre für den 1. FC Nürnberg eine Katastrophe mit vollkommen unabsehbaren Folgen. Ein Handeln nach den üblichen Reflexen um es zu vermeiden wäre es aber auch. Es wäre die Kapitulation postulierter eigener Ansprüche, die Anerkenntnis, dass man im Grunde nicht wirklich weiß, was man tut, und im Trial&Error-Verfahren hofft, irgendwann mal einen Treffer zu landen.

Die vergangenen Jahre waren hart. Die Spiele des FCN anzusehen ist hart, für den Nostalgiker ebenso wie für den Fußballästheten wie sicher auch den Analytiker und nicht weniger für jeden, der ein Herz für den Club hat. Das Spiel in Düsseldorf war dabei nicht mal das Schlimmste der jüngeren Vergangenheit, aber wer sich an eine 3:1-Niederlage und ein auch im zweiten Jahr hintereinander dauernden Abstiegskampf in Liga 2 gewöhnen kann, hat vielleicht einen besonderen Blick auf die Dinge, um den ihn manche beneiden. Es ist schon schwer genug einen Fußball zu ertragen, in dem der Geldadel die Spitze dominiert, während die Traditionsvereine mit bunter Fanszene sich in Liga 2 die Klinke in die Hand gibt. Aber den eigenen Lieblingsverein so kicken zu sehen, ihn auf der Rolltreppe abwärts zu wissen und dabei ständig in alte Muster des weiteren Scheiterns zu verfallen, ist nur schwer zu ertragen.

Möge der Kelch nochmal am einst Ruhmreichen vorüber gehen, möge man genug Rückhalt haben, um seinen Idealen treu zu bleiben, und man dabei auch noch kluge, nachhaltige Entscheidungen treffen. Dann hat der Patient wenigstens noch eines: Hoffnung.

32 Gedanken zu „Diagnose: Akute Abstiegsgefahr. Therapie: unbekannt.

  • …. “Dann hat der Patient wenigstens noch eines: Hoffnung.“
    Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.
    Aber mich beschleicht das ungute Gefühl, dass wir mit dieser aktuellen Truppe des FCN sogar direkt in Liga 3 absteigen.
    Diese Mannschaft zeigt für mich zu keinem Zeitpunkt den Willen, den Punch und die Überzeugung diese Abwärtsspirale stoppen zu können oder gar zu wollen. Keine Struktur, keine Leader, dazu ein Trainer, der oft genug den Anschein erweckt, dass er genauso planlos, orientierungslos und antriebslos ist wie ein Großteil der 11 Akteure, die da Woche für Woche in den Farben des Club herumdilletieren.
    Man kann sich irgendwie auch gar nicht vorstellen, dass da intern mal die Fetzen fliegen.
    Der FCN anno 2021 bräsig und behäbig, ohne Esprit, ohne Vision. Traurig.
    “Sag beim Abschied leise Servus….“ säuselt es aus dem Radio.
    Still und leise verabschiedet sich der Club vielleicht aus Liga 2 und keinen regt es mehr wirklich auf….
    https://m.youtube.com/watch?v=fDIfYGLNKX8

    Antwort
  • Die Analyse ist perfekt auf den Punkt gebracht. Man spürt und sieht, dass die Entschlossenheit fehlt ! Was man echt Abwägen muss ist, ob das Experiment noch 10 Spiele gehen soll und im Endeffekt mehr kostet 😉 man kann alles schönreden oder auch ehrlich analysieren. Im Endeffekt geht es um den Verein!!!! Und nicht um einzelne

    Antwort
    • Danke Jonny Vergas. Mit deinem Kommentar sprichst du 95 % der Clubfans aus der Seele. Ich schaue mir die letzten Spiele auch völlig emotionslos an.

      Antwort
      • Das bekomm ich nicht hin. Ich kann die Emotionen nicht zurückhalten. Jedes Wochenende versaut mir diese Kindergeburtstagstruppe. Aber ich krieg das nicht gebacken mich zu distanzieren. Das ist mein Verein, das ist meine Heimat, mein Glubb. Seit 47 Jahren stehe ich dazu, auch jetzt. Es tut sehr weh, aber ich kann nicht anders. Wut und Enttäuschung wechseln sich ab. Wenn ich sehe, dass sich da keiner zerreißt, nach dem Spiel lächelnd und feixend mit seinen Buddies vom Feld geht und unter der Woche Social Media postet mit schicker Frau, Auto und tollem Essen, dann krieg ich die Krise. Unsere Bankdrücker verdienen mehr Geld als ein Unternehmer der Verantwortung für mehr als 250 Mitarbeiter trägt. Wohin geht der Weg? Irgendwie back to the roots hoffe ich insgeheim. Realistisch ist das nicht.

        Antwort
        • „Carsten67“ Im Großen und Ganzen sieht es genau so aus. Die Generation, die da auf dem Rasen steht, spielt nicht für den Club, für den Traditionsverein, sondern ist nur da, weil es Kohle gibt. Nach dem Abstieg sind sie alle weg. Und wie ich schon des öfteren angemerkt habe, hilft da nur eine strengere Disziplin von Seiten des Trainers. Extratraining und Straftraining, wenn die Leistung nicht stimmt, anders geht es nicht. Ob der Trainer den Mumm hat, das durchzuziehen ist eine andere Frage.

          Antwort
          • Tut mir leid, aber das geht komplett an der Realität vorbei.
            Wenn ich meine Jugendmannschaft anschaue spielt da keiner mehr für einen Verein. Die wüssten ja nicht mal für welchen bei den vielen SGs und JFGs.
            Von dem Idealbild das Stuhlfauth prägte können wir genauso Abschied nehmen wie von den Meisterschaften aus dem letzten Jahrtausend.
            Die Jungs spielen für Geld,Spaß und vielleicht noch für die Fans, wenn man Glück hat.
            Obwohl, Kirschbaum war einer, der für den Verein und die Stadt gespielt hat. Wie man es ihm gedankt hat brauche ich nicht weiter zu erwähnen.

            Antwort
          • Die Generation, die da auf dem Rasen steht, spielt nicht für den Club, für den Traditionsverein, sondern ist nur da, weil es Kohle gibt. Nach dem Abstieg sind sie alle weg.

            Der Clubfan stellt entsetzt fest, dass die Spieler nicht für den Verein spielen, dass sie den Verein auch nicht nötig haben, wenn der FCN weg ist, dann gibt es an seiner Stelle eine andere Mannschaft bei der die Spieler anheuern können.

            Seine Reaktion, jetzt bestrafen wir die Leute mal dafür. Klar mit Bestrafung und Strenge werden die Spieler viel lieber beim Club spielen.

            Antwort
  • Das es niemanden interessiert (oder sich niemand aufregt) würde ich nicht sagen. Also ich verfolge das alles nach wie vor und fiebere im Sinne des Vereines auch mit. Ich bin es aber leid jede Woche zu erwähnen das ich mich bestätigt sehe das wir aktuell charakterlich und sportlich die schlechteste Club“mannschaft“ aller Zeiten haben. Man weiß ja mittlerweile was man zu erwarten hat und bekommt genau das auch jede Woche geboten. Wir können nur hoffen das es noch mehr dappige Gegner wie Darmstadt und den KSC gibt und wir so irgendwie drin bleiben können. Wir sind ja nicht abgeschlagen Letzter sondern stehen mit 5 Punkten über dem Strich, von daher ist es ja nicht aussichtslos.

    Antwort
  • Sehr gute Analyse Alexander.
    Energie und Intensität sind bei diesem Team für Abstiegskampf ungenügend.

    Antwort
  • Herzlichen Dank für den inhaltlich absolut treffenden Kommentar, Alexander! Du hast aus meiner Sicht die wesentliche Dinge für den drohenden Abstieg angesprochen. Es tut einfach nur weh, dass man auf dem Spielfeld weder eine defensive Stabilität hinbekommt oder man wenigstens positive Entwicklungen oder Ansätze zu sehen vermag. Bis auf Möller Daehli und Borkowski keinerlei Lichtblicke. Dabei wäre die Fortuna heute nicht unschlagbar gewesen. Aber wenn man aus Fehlern nicht(s) lernt, darf man sich hinterher auch nicht beschweren. Die Stimmen unseres Verantwortlichen sowie der Spieler nach der Niederlage gleichen sich mittlerweile auch von Woche zu Woche, abhängig vom jeweiligen Spielverlauf. Im Kern aber immer dieselben Durchhalteparolen ohne substantiellen Beitrag. Alles wirkt irgendwie bleiern und nur schwer verdaulich. Meine Hoffnung auf Besserung sowie auf den Klassenerhalt schwindet in Betracht der Umstände zusehends. Es liegen bei der aktuellen Verfassung des Glubbs nur noch schwere Spiele vor uns.

    Antwort
    • Fehlende Stabilität hat auch ihren Grund in mangelnder Zweikampfstärke. Viel zu einfach kommen die Gegner vors Tor. Wenn man den Ball schon mal hat, ist er mühelos zurückzuholen.
      Trotzdem war mit mehr Mut etwas zu holen. Ob der Mut kommt, wenn der Druck noch größer wird, sollte man auch gegen Osnabrück nicht gewinnen?

      Antwort
  • Es tut weh und ja es wird brandgefährlich. Aber ich finde nicht daß man sich in Düsseldorf kampflos ergeben hat. Allerdings muß ich zugeben gehen einem langsam die Argumente aus warum das alles am Ende gut gehen sollte.

    Antwort
    • Meine Argumente lauten Braunschweig, Osnabrück, Sandhausen und Würzburg.

      Ich habe auch nicht gesehen, dass die Mannschaft sich aufgegeben hätte – auch wenn man den Doppeltausch am Ende fast so werten könnte.

      Antwort
      • Schleusener und Schuranov für Borkowski und Schäffler bei 1:2 Rückstand in der 85ten Minute. Das erklärt dir keiner wirklich. Der eine war noch der gefährlichste Mann, der andere eben eine Naturgewalt, wenn auch derzeit ohne Wirkung. Wenn man schon die wertvolle Zeit durch Wechsel selbst von der Uhr nimmt, dann doch nicht für einen Blindschuss in der Situation. Dann stell ich Schorsch ins Zentrum oder stell hinten auf Dreierkette um und werf Sorg raus und bring einen der beiden. Aber so? Fragen über Fragen.

        Antwort
        • Sehe ich genauso.

          Sorg raus, Latteier nach hinten und noch einen Offensiven vorne rein. Dann habe ich nicht nur einen Abnehmer mehr, sondern auch noch jemanden im Halbfeld, der tatsächlich flanken kann…

          Aber ich hätte auch schon Mühl nicht rausgenommen und Dovedan spätestens in der Halbzeit in der Kabine gelassen. Habe heute einiges nicht nachvollziehen können.

          Antwort
          • So wie ich es verstanden habe war es bei Mühl, der ja pemanent Duelle führen müssen, die rote Karten Gefahr und halbherzig hingehen ist in der Innenverteidigung kaum möglich. Und die anderen Wechsel klar das ist immer ein Versuch gehts auf war alles richtig, klappts nicht war alles falsch.

            Antwort
            • Dieser Schiedsrichter hätte schon irgendwas gefunden, das stimmt schon, auch die gelbe Karte war ja lächerlich. Aber dieses Risiko wäre ich eingegangen.

              Das ist nicht „immer ein Versuch“, das ist die Herausnahme des bin dahin besten Spielers und des Spielers, den du auf jeden Fall im Strafraum haben willst, wenn du hoch und lang spielst. Wer kommt als Alternative rein? Ein Stürmer der in zwei Jahren zwei Tore gemacht hat und ein 18 Jähriger mit 18 Zweitligaminuten auf dem Konto.

              Jetzt bin ich zwar dafür Shuranov Minuten zu geben – der hatte auch noch eine Halbchance – aber den bringe ich doch als dritten Angreifer und nicht im 1:1…

              Rein taktisch und auch vom Spielverlauf her waren beide Wechsel völlig daneben, dabei bleibe ich.

              Antwort
  • Anscheinend kennen wir die neuen Trainertricks noch nicht. Seht vielleicht so im Lehrbuch 😉 unser Trainer hat ja eine 1,0 leider hat Hecking noch Update erhalten .
    Spaß bei Seite !
    Für mich ein Offenbarungseid 👍

    Antwort
  • Die Analyse der drohenden Abstiegsgefahr ist so richtig wie trivial, doch der Kommentar spart (leider) einmal mehr die zentrale Frage nach den tieferliegenden Ursachen der jüngeren Entwicklung des FCN aus.
    Wenn man sich dieser Ursachenforschung verweigert (warum eigentlich?), kann am Ende auch nicht mehr stehen als das „Prinzip Hoffnung“, auf das man jetzt seit Jahren erfolglos setzt.

    Es ist jetzt 10 Spieltage vor Rundenschluss an Hecking in die Bütt zu gehen und seinen „Masterplan FCN“ (oder zumindest seinen Plan zur Sicherung des Klassenerhalts) darzulegen! Da kommt mir zu wenig. Ein nichtssagendes Interview hinter der Bezahlschranke der Bild genügt da nicht. Auch und insbesondere den knapp 25.000 Mitgliedern ist man das schuldig. Da kursieren Gerüchte zur Installation eines Sportdirektors, der dann für Kaderplanung verantwortlich ist. Was genau macht Hecking dann (noch)?

    Last but not least ein wenig Polemik: Wie kann es sein, dass mittlerweile Vereine wie Fürth und Regensburg den Club sportlich abhängen? Wie lange möchte man sich noch auf die Altlasten berufen? Was haben nicht auch die Spieler nach dem last-minute Klassenerhalt davon gefaselt welche Energien das freisetzen könne? Warum trat das nicht ein?

    Antwort
    • Was meinen Teil angeht ist die Analyse im Moment der Demission von Bornemann erfolgt und die Folgen bis heute nicht kompensiert worden. Da viele es leid sind, das zu lesen, was verständlich ist, lässt man es. Ich kann aber gern bei Interesse die Artikel und Podcasts raussuchen.

      Antwort
    • Wenn man das so will kann, man zurückgehen bis Hecking als Trainer. Danach haben wir uns nie mehr Saisonübergreifend stabil gefangen. Nur bringt es aktuell nichts. Man könnte sogar noch einen Schritt weitergehen und feststellen die letzte Stabilität auf Erstliganiveau hatten wir unter Bader mit Hecking. Nur das hilft uns alles jetzt herzlich wenig.

      Antwort
  • Tut weh heute.

    Weil die ersten beiden Gegentreffer so keineswegs fallen dürfen. Weil die Griffigkeit vom Spiel beim KSC fehlte, die zu einem verdienten (wenn auch glücklichen) Sieg im Wildpark führte. Weil Düsseldorf zwar normalerweise stark ist zuhause, aber heute sichtlich zu packen gewesen wäre, da selbst verunsichert.

    Die beiden Großchancen für die Fortuna in Halbzeit eins waren insbesondere das Werk eines irrlichternden Sorg. Er ist weniger als ein Ersatz für Valentini. Er ist ein großes Risiko – schon immer gewesen eigentlich.

    Handwerker heute auch neben der Kappe, kommt nicht zurück bei Gegentor zwei, Margreitter muss rausrücken, Geis rückt nicht raus, Nürnberger wie einst beim Tesche-Tor in Bochum nicht da, wo man ihn gebraucht hätte. Ich halte viel von Nürnberger, sehe ihn aber nicht auf der Sechs.

    Dovedan? Hat seinen zarten Aufwärtstrend heute selbst in die Tonne getreten. Mit Anlauf. Trotz Verletzungspechs ist Dovedan keineswegs alternativlos – Tim Latteier hat dies eindrucksvoll gezeigt. Latteier kam viel zu spät heute.

    Steht Dovedan erneut in der Startelf in diesem sehr wichtigen Spiel gegen den VfL Osnabrück, könnte ich dies überhaupt nicht verstehen.

    Antwort
  • Schön geschrieben! Mir scheint es auch so als müssten wir um Kontinuität beim FCN kämpfen. Wir Schreiber tun das glücklicherweise unisono und vielleicht ist das ein Anfang.
    Ein Wort zum Trainer ala NLZ: Heute sagte er wohl dass jetzt nur noch Punkte zählen.
    Ein Sieg gegen Osnabrück ist ein absolutes MUSS!!

    Antwort
  • Egal wie, es müssen noch mindestens 4 Siege her, dann dürfte der Klassenerhalt geschafft sein. Auf was anderes kann man nicht hoffen. Ab und zu hat der Club gezeigt, dass er auch bei besser platzierten Mannschaften was reißen kann (wie gegen Karlsruhe), es muss halt eigentlich nur(?) noch 4 mal sein, so einfach und so schwer…. Andererseits gabs schon viele andere Traditionsvereine die in die 3. Liga abgekackt sind, zumindest wären wir nicht die ersten…

    Antwort
  • Seine erstklassige Abschlussnote in der Trainerausbildung ist keine Garantie für herausragende Trainerleistungen. Doch zumindest ein Beleg, dass Klauß bestmögliches Theoriewissen besitzt. Was ihm noch komplett fehlt, ist Praxiserfahrung im Profibereich. Die holt er sich gerade, sozusagen im Zeitraffer. Intensiver als Abstiegskampf geht wohl kaum. Dass er dabei auch Fehler begeht, liegt in der Natur der Sache. Selbst Trainer-Göttern wie Guardiola wird regelmäßig vercoachen vorgeworfen, Weltmeister-Machern wie Löw Schwächen bei Auswechslungen oder Taktik-Umstellungen während des laufenden Spiels. Wer könnte da ernsthaft fordern, dass Klauß fehlerfrei agieren müsse?

    Es mag nicht optimal sein, dass Klauß noch kein mit allen Wassern gewaschener Trainer ist, aber das Stahlbad FCN wird ihn formen und reifen lassen. Davon werden wir in der nächsten Saison profitieren!

    Antwort
    • Warum nimmt sich gerade ein so gestandener Stürmer wie Schäffler in so einer wichtigen Phase eine Formkrise. Warum gibt ein Handwerker unter der Woche noch ein Interview in dem er sich auf das Duell mit David Raum im Kampf um den Platz bei der u21 freut und liefert dann so ein Grottenkick ab ? Wann bleibt ein Dovedan endlich auf der Bank? Wann hat Geis eigentlich den letzten guten Standart abgeliefert?Fragen über Fragen

      Antwort
      • Bei Schäffler halte ich das für einen normalen Prozess.

        Im ersten Schritt versucht man zu verstehen, wie man ihn am besten einsetzt.
        In der zweiten Phase hat man sich eingespielt und bringt seine Stärken zur Geltung.
        In der dritten Phase stellen sich die Gegner darauf ein.
        In der vierten sucht man nach den Möglichkeiten, die sich daraus ergeben, dass der Gegner sich auf ihn fokussiert und so Räume für andere frei werden.
        In der fünften Phase merkt der Gegner, dass es nicht reicht, den einen aus dem Spiel zu nehmen und lockert daher die Fokussierung wieder, um die anderen Lücken zu füllen.
        In der sechsten Phase hat man idealerweise beide Stärken eingespielt, die mit und ohne des Gegners Fokussierung, und kann so variabel aktiv und proaktiv den Gegner bespielen.

        Wir sind irgendwo bei Schäffler zwischen 3 und 4 stecken geblieben, was sicher auch mit den Ausfällen zu tun hat und Möller Daehli noch nicht in seiner Phase 2 angekommen ist.

        Antwort
        • Wobei es schon auffällt, dass es beim Club schon lange kein Trainer mehr geschafft hat über Stufe 3 bei einem ansprechenden Stürmertransfer hinaus zu kommen. Ishak, Frey, jetzt Schäffler, ok Ishak hat eine Halbsaison gebraucht, dann kam er ins Rollen und dann haben sich die Gegner auf ihn eingestellt und er hat kaum noch Tore gemacht.

          Frey hatte einen guten Start und dann wurde er immer schwächer, ähnlich jetzt Schäffler, toller Start und jetzt?

          Ein großes Problem für mich ist die magelnde Torgefahr aus dem Mittelfeld, die sich bei uns seit Möhwald (Transfer) und Behrens (Mischung aus falscher Position und Formkrise) durchzieht. Die Gegner wissen schon lang, wenn Du bei uns den oder die Stürmer abmeldest besteht so gut wie keine Torgefahr mehr. Ich schätze in drei bis vier Spielen ist auch Borowski im Torflautenloch. Und Stürmer die keine Tore machen, die fangen an nachzudenken und werden damit fast immer noch ungefährlicher.

          Und die magelnde Torgefährlichkeit des Mitelfelds hat natürlich einerseits mit den Spielern uzu tun, aber noch mehr mit der Spielweise. Wir bekommen es seit 3 Jahren nicht mehr gebacken, dass die Abstände zwischen den einzelnen Positionen über 90 Minuten stimmen, das hat teilweise mit mangelnder Laufbereitschaft zu tun, wenn die Abwehr bei eigenem Ballbesitz nicht weit genug hintenrausschiebt, weil man Angst hat bei Ballverlust zu schnell überspielt zu werden, weil das Mittelfeld zu wenig Hilfe beim Gegenstoß des Gegners anbietet.

          Dadurch dass die Abwehr nicht weit aufrückt kann aber das Mittelfeld auch nicht bis an den Strafraum aufrücken, dazu kommt, man weiß ja, dass man der Abwehr zu wenig hilft und dass die Abwehr ohne Hilfe immer für ein Gegentor gut ist, also ist man als Mittelfeldspieler immer hin- und hergerissen, wie weit man den Sturm unterstützen kann und wie sehr man mit hinten absichern soll. Und dann passiert was immer passiert, wenn die Automatismen nicht stimmen. Der Sturm hängt in der Luft aber bei Ballverlust ist man trotzdem nicht schnell genug wieder hinten.

          Leider hat es auch Klauß bisher nicht geschafft die Mannschaft so auf- und einzustellen, dass das Mittelfeld die Balance aus Unterstützung des Sturms, eigener Torgefahr und Absicherung nach hinten hinbekommt. Für mich ist die fehlende Balance das große Problem.

          Antwort
  • Alexander,
    Deinem Kommentar können wahrscheinlich die meisten zustimmen, ist er doch analytisch treffend.

    Diskussionswürdig bleibt für alle Interessierten und Club-Verbundenen die „Therapie“.
    Die Lösung aus der Metaebene wäre aus den aktuellen strukturellen Vorgaben das bestmögliche zu machen.
    Wie übersteht man dieses bereits sehr lange anhaltende Tal? Kontinuität ist da sicher ein wichtiger Kerngedanke, er darf aber nicht zur Nibelungentreue wachsen.

    Konkret: Die Vorstände müssen gestärkt und stabilisert werden. Ein Dieter Hecking darf nicht in die Situation kommen, auf der Trainerbank Platz nehmen zu müssen bzw. infrage gestellt zu werden.
    (An seiner Kaderplanung und der Trainertypwahl kann man ihn aktuell messen – sein Aufgabenfeld perspektivisch sollte aber ein durchweg übergeordneteres sein.

    Wenn dieser Weg die Installation eines Sportdirektors braucht, dann: Bitte her damit!
    Ich würde mich freuen, wenn unser Trainer seine Praxis-Außendarstellungs-Lernkurve positiv gestalten kann und es eine lange gemeinsame Wegstrecke gibt. Das ist aber kein muss, sondern sollte von Vorstand & Sportdierektor bewertet und entschieden werden. Nicht vom AR.

    Ein kleiner Schritt in die richtige Richtung.
    Bin gespannt, ob die Gerüchte auch Realität werden.

    Antwort
    • Eine andere Möglichkeit wäre, den Vorstand Nachwuchsarbeit (Wiesinger) zu installieren, so dass es immer eine einfache Mehrheit gibt und sich uneinige Vorstände nicht gegenseitig blockieren. Ich verstehe nicht, warum man sich gegen den 3. Vorstandsposten streubt.

      Antwort
  • Der diagnostischen Seite des Kommentars ist nichts hinzuzufügen. Die sportliche Situation exakt auf den Punkt gebracht, sichtbar war das sportliche Debakel allerdings bereits spätestens seit der Niederlage in Sandhausen am 31. Januar – wobei die zwei schmeichelhaften Siege in Darmstadt und Karlsruhe im Februar das triste Bild noch kaschiert haben.

    In meinen Augen wäre der Klassenerhalt dieser Truppe und in dieser personellen Situation ein genauso großes Wunder, wie das Tor in der 96. Minute am 11. Juli letzten Jahres.

    Es ist also die Frage, ob der Vorstand Sport vom Konzept und den Fähigkeiten des Trainers so überzeugt ist, dass man mit ihm auch in die 3. Liga geht (und dort sofort den sportlichen Erfolg, sprich: Wiederaufstieg, erreicht) oder ob die Existenz des Vereins durch einen Abstieg nicht so stark gefährdet wäre, dass dieser Abstieg um jeden Preis verhindert werden muss, auch auf die Gefahr hin, dass damit erneut keine Kontiniutät im sportlichen Bereich erhalten bleibt?

    Von Saisonbeginn an haben mich nur manche, in den letzten Wochen immer mehr Trainerentscheidungen (und damit meine ich ausdrücklich nicht die kommunikativen Fehler) zunehmend daran zweifeln lassen, dass der Weg der Kontinuität in der aktuellen Situation der Richtige ist.

    Und klar fragt man sich angesichts des heutigen „Neuzugangs“, ob es nicht wichtiger gewesen wäre, in der vergangenen Transferperiode erstmal die wichtigsten Baustellen/Schwachpunkte im Kader (hier mehrfach ausführlich benannt und diskutiert) zu bearbeiten, als im Management-Bereich aufzurüsten. Oder will sich DH wirklich den Rücken frei halten für eine Rückkehr auf die Bank?

    Wie immer zur Zeit beim Club: Mehr Fragen als Antworten.

    Antwort

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.