Die 1.000.000 Dollar Frage

Stimmen vor dem Spiel des 1. FC Nürnberg gegen SpVgg Greuther Fürth..

26. Spieltag 2020/2021
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Im Rahmen der Kooperation von Clubfans United mit Total beGlubbt hat sich Felix im Gegnergespräch mit Kati unterhalten.

Wir fassen das Interview kurz zusammen, in voller Länge zu hören auf meinsportpodcast.de oder im Player am Ende des Artikels. Ebenso die offiziellen Pressekonferenzen aus Nürnberg und Fürth.

Das Interview

Lass uns nochmal ein wenig zurückblicken. Wie schätzt du den bisherigen Saisonverlauf ein?

„Spitze. Die Spielvereinigung ist ein Spitzenteam. Beim Saisonstart war nur die Chancenverwertung noch nicht gut, auch bei der Niederlage gegen Hamburg war man eigentlich besser. Danach eine durchweg solide Saison und – auch wenn man das im bescheidenen Fürth nicht so laut sagen will – das Kleeblatt ist im Aufstiegskampf dabei.“

Ich habe den Eindruck gewonnen, dass Fürth sich am ehesten selbst im Weg steht, wenn es um den Aufstieg geht. Ist Fürth aus eigener Kraft in der Lage den Aufstieg zu schaffen? Wie schätzt du die Chancen ein?

„Die 1.000.000 Dollar Frage. Das Restprogramm ist jedenfalls auf dem Papier machbar. Und dazu zählt eben auch der Club mit seinen zwei Saisonsiegen im Jahr 2021. Die Gegner sind nicht ganz aus der oberen Schublade, die hat man schon hinter sich. Es wird darauf ankommen die spielerische Überlegenheit in Tore umzumünzen, dann ist Platz 3 machbar und man muss in der Relegation leiden.“

Fürth hat in dieser Saison in der Liga Aufsehen erregt. So manche Person munkelt, dass die Spielvereinigung das einzige Team der Liga sei, dass wirklich Fußball spielen könne. Was macht das Team von Stefan Leitl so stark?

„Auch wenn es ein wenig Folkore auf Pressekonferenzen ist, den Gegner zu loben, findet sich die Aussage, Fürth sei das spielstärkste Team in der Liga, in jeder wieder. Und wenn man sich den Rumpelfussball der anderen so ansieht, muss man dem wohl auch zustimmen. Dabei ist die Mannschaft – wovon andere Clubs ja oft träumen – nahezu identisch zur Vorsaison und die Kontinuität mit Trainer und Stammformation, bei der man eine gemeinsame Spielphilosophie entwickeln konnte, zahlt sich jetzt aus. Hier war auch wichtig, dass man bis auf zwei Spieler die Leistungsträger im Sommer halten konnte. So eine gut funktionierende Achse vom Tor bis zum Angreifer sorgt dafür, dass jeder weiß, was Leitl will und was zu tun ist. Es ist ein echtes Zusammenspiel.“

Sebastian Ernst verlässt den Verein am Saisonende. Er ist nur einer von einer ganzen Reihe an Spielern deren Vertrag am Saisonende ausläuft. Muss Fürth aufsteigen damit dieses Team zusammengehalten werden kann?

„Das ist der Schatten derzeit über allem. Ernst war sogar der zweite nach David Raum, der seinen Abgang angekündigt hat. Bei sieben weiteren Spielern laufen die Verträge aus, da ist noch nichts entschieden. Dass dies überhaupt ein Thema in den Fankreisen ist, statt sich einfach über die Situation jetzt zu freuen, ist dann vielleicht wieder dieser gern zitierte fränkische Pessimismus. Und den bedienen wir ja auch. Fürth ist aber auch, wenn auch traditionsreich, ein kleiner Zweitligist, der Spielern nicht die Konditionen anderer bieten kann. Dass Daniel Keita-Ruel aus finanziellen Gründen nach Sandhausen wechselte im Sommer, sagt vielleicht auch schon alles. Die Aussicht auf Bundesliga wäre da für manchen Spieler sicher ein Argument, aber nicht das einzige – wenn andere, auch potente Zweitligisten, locken. Die Hoffnung bleibt, dass die sportliche Leitung so versiert ist, dass man weiter aus wenig viel macht. Aber die zu erwartenden Abgänge sind natürlich traurig.“

Sollten die Leistungsträger den Verein wirklich verlassen, würde das die sportliche Entwicklung der Mannschaft natürlich zurückwerfen. Wie groß ist, vor diesem Hintergrund, die Hoffnung im Umfeld, dass es diese Saison mit dem Aufstieg klappt?

„Hoffen tut das jeder. Der Traum Bundesliga ist natürlich groß. Aber die Erfahrungen aus der ersten und letzten Bundesliga-Saison will auch keiner mehr. Nach dem überragenden Aufstieg folgten, gerade in der zweiten Saisonhälfte, doch sehr ernüchternde Leistungen. Man darf einfach nie vergessen wo man herkommt und vor wenigen Jahren waren hier noch Abstiegssorgen. Daher wäre eine weitere sorgenfreie Saison in Liga 2 sicher auch gern genommen. Man muss also nicht aufsteigen. – Nachhaltigkeit ist entscheidend. Aufsteigen, nur um sich abschießen zu lassen, bringt einem ja auch nicht weiter. Der FCN kann da ja davon berichten. Und es endet ja dann oft nicht mit dem Abstieg und es folgt ein Strudel nach unten.“

Schauen wir aufs Spielfeld. Was kann dem 1. FC Nürnberg und seinen Anhängern Hoffnung für Sonntag machen?

„Hoffnung macht dem Club vielleicht der Auftritt von Jahn Regensburg im Nachholspiel. Die kamen trotz einer Corona-bedingten sicher nicht optimalen Vorbereitung über den Kampf und Pressing ins Spiel und brachten Fürth doch in Bedrängnis. Am Ende verloren sie zwar 1:2, aber die Chancen mindestens zum 2:2 waren bis zum Ende da. Auch das Derby-Hinspiel kann dem Club Mut machen, da waren die Vorzeichen nicht viel anders als jetzt und der Club hatte da durchaus bis zum Schluss eine Chance – eben weil Fürth seine Chancen nicht konsequent nutzte.“

Alles andere als ein Fürther Sieg wäre bei dieser Ausgangslage eine Enttäuschung oder?

„Allen ist die Favoritenrolle bewusst. Und wenn man oben mitmischen will, muss man gegen Mannschaften aus dem unteren Tabellendrittel – auch wenn es der Club ist – eben gewinnen. Dazu ist es ein Heimspiel, auch wenn das aktuell nicht so viel bedeutet. Aber ein Heimspiel muss man immer gewinnen. – Dem Club wünscht man trotz aller Rivalität aber keinen Abstieg. 3. Liga ist nicht schön. Und es muss auch nicht so spannend werden wie in der Vorsaison. Nach dem Sonntag schlägt also das fränkische Herz wieder und wünscht dem Club nur das Beste.“


Der Podcast in voller Länge

Audiolänge: 19:12 Minuten | Moderator: Felix Amrhein


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Das Interview führte Felix Amrhein für Total beGlubbt in Zusammenarbeit mit Clubfans United am 19.3.2021. Redaktionell zusammengefasst von Alexander Endl.

13 Gedanken zu „Die 1.000.000 Dollar Frage

  • Schiedsrichter heute:
    Felix Zwayer (Berlin )
    VAR :
    Günther Perl (München)

    Zwayer pfiff zweimal das Derby in Fürth. Zuletzt 2017/18 (8.Spieltag) beim FCN Sieg ( 3:1).
    Machte das Spiel mit Elfmeter zum 1:2 für Fürth nochmal spannend obwohl Bredlow den Fürther nicht berührt hatte.
    2015/16 ( 6. Spieltag) mit Kicker Note 6 nach Abseitstor für Fürth , Freistoß der zum Tor führte nach Gießelmann Schwalbe und Burgstaller wurde allein vor Mielitz zurückgepfiffen (war kein Abseits).
    Das Heimteam gewann 3:2 .

    Felix Zwayer in dieser Saison mit abenteurlichem Strafstoß in Osnabrück gegen den FCN.

    Antwort
    • Zwayer und Perl sind in Kombination aber derzeit mit aus dem obersten Regal der Schiedsrichter in Deutschland. Das schützt nicht vor Fehlern, aber dass der DFB zu unerfahrene geschickt hätte ins Derby, kann man nun nicht sagen.

      Antwort
    • Zwayer ist erfahren.
      Das ist gut.

      Die Frage, ob er überhaupt noch Pfeifen dürfte, ist vor langer Zeit mit ja beantwortet worden….

      Für heute passt das schon…

      Antwort
  • Der Kicker sagt Krauss mit Møller-Dæhli in der offensiven 2er Reihe und Nürnberger auf der Doppelsechs. Klingt komisch hätte das umgekehrt erwartet

    Antwort
  • Ich habe nur eine einzige Bitte nicht wieder so ein Gegentor nach 3 Minuten. Ich erwarte eine Club Mannschaft die von der 1. Minuten an hellwach ist…hm irgendwie muss ich jetzt selber lachen.

    Antwort
  • Mit Sörensen – Mühl als IV steigern wir todsicher ab, war ja auch kaum bekannt wie kopfballstark Nielsen ist. Einfach nur saudumm.

    Antwort
  • Na immerhin 8 Minuten.

    Die Unverschämtheit ist, dass wir wirklich gut und engagiert angefangen haben. Aber dann natürlich das erste Ei das aufs Tor kommt wieder rein geht!

    Antwort

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