Sieg mit Intensität – Analyse zu Paderborn #FCN #FCNSCP

Analyse zu 1. FC Nürnberg – SC Paderborn 2:1 (1:1) – Der FCN gewinnt gegen Paderborn dank hoher Intensität und guter Verteidigung
1. Aufstellung und Formation
2. Das Spiel in drei Grafiken
3. Einordnung
4. Kennzahlen
5. Stimmen
6. Noten

1. Aufstellung und Formation

Robert Klauß setzte auf genau die Formation und Aufstellung, die er schon gegen Fürth gewählt hatte. Vor Mathenia agierte die Viererkette Valentini, Sørensen, Mühl, Handwerker, im Mittelfeld agierte die Raute Geis – Krauß, Nürnberger – Møller Dæhli und davor spielten Shuranov und Schäffler als Spitzen. Im Kader veränderte sich auch fast nichts, nur Linus Rosenlöcher musste weichen, an seiner Stelle saß der wieder genesene Hanno Behrens auf der Bank. Diese war neben dem ehemaligen Kapitän mit Früchtl, Krätschmer, Sorg, Margreitter, Dovedan, Latteier, Schleusener und Borkowski besetzt. Es fehlten also Lohkemper, Köpke und Knothe, die allesamt in dieser Saison nicht mehr zum Einsatz kommen werden. Dazu auch Hack und Besong, der erstmals wieder im Mannschaftstraining stand.

Das Spiel begann relativ chancenarm, aber mit einer klaren Nürnberger Marschroute, immer wieder störte der Club Paderborn sofort beim Aufbau. Dabei liefen Schäffler, Møller Dæhli und Shuranov sofort an und versuchten so lange Bälle der Gäste zu erzwingen. Die hatten auch merklich damit Probleme, dass der FCN so forsch agierte, sie kamen selten selbst ins Angriffsdrittel und kamen kaum dazu, selbst Tempo aufzunehmen und dadurch gefährlich zu werden. Ab und zu versuchen sie Führich zu finden, doch der fand kaum ins Dribbling und auch Antwi-Adjei auf der anderen Seite wurde fast nicht in Szene gesetzt.

Was dem Club in dieser Phase fehlte, war der eigene Zug zum Tor. Krauß hatte nach Zusammenspiel von Handwerker und Nürnberger auf links eine Abschlusschance, doch zog er den Ball am langen Pfosten vorbei. Später fand ein scharfer Querpass von Valentini keinen Abnehmer, obwohl Shuranov in Schussposition war, doch insgesamt fehlte die Präzision. Das galt in dieser Phase auch für die Standards, die der Club sich in hoher Zahl erarbeitete, aber nicht zu Chancen umwandeln konnte. Da es Paderborn aber auch nicht schaffte, obwohl sie den Ball bis zum Strafraum gut laufen ließen, entwickelte sich ein relativ niveauarmes Spiel.

Gegen Ende der ersten Halbzeit änderte sich das zumindest dahingehend, dass beide Mannschaften trafen: Zunächst Schäffler nach Flanke von Valentini und Stellungsfehler von Correia, danach Antwi-Adjei auf Zuspiel von Srbeny, weil Mathenia zunächst zu forsch und dann zu zögerlich herauslief – und auch wenig weil Mühl nicht schnell und eng genug bei Antwi-Adjei stand und Geis und Nürnberger nicht genug Druck auf Srbeny beim Pass machten. So ging es dann doch mit einem Remis in die Pause, obwohl der Club zur Pause in allen Bereichen ein bisschen besser gewesen war und somit die Führung zumindest nicht unverdient gewesen wäre.

Nach der Pause blieb der FCN die gefährlichere Mannschaft. Krauß setzte einen Schuss an den Pfosten, ein Fallen von Møller Dæhli im Strafraum wurde überprüft, aber wegen Abseits zurückgepfiffen. Paderborn hatte dem – außer einer Hereingabe nach einem Freistoß, die von allen verpasst wurde – wenig entgegen zu setzen. Steffen Baumgart versuchte das auch zu ändern, indem er Ingelsson für Thalhammer ins Zentrum stellte und mit Dörfler einen frischen Rechtsverteidiger brachte. Dennoch erhielt der Club wenig später nach einer Volleyabnahme von Schäffler, die er an die Hand von Correia schoss, einen Strafstoß. Diesen vergab Schäffler jedoch.

Der FCN musste sich danach kurz schütteln, auch weil weiter gewechselt wurde: Baumgart tauschte Führich aus, brachte Akolo, Klauß Dovedan für den angeschlagenen Nürnberger und Borkowski für Shuranov. Die Einwechslung Dovedans hatte zur Folge, dass der Österreicher hinter die Spitzen rückte und Møller Dæhli stattdessen auf die halblinke Position in der Raute rückte. Diese Umstellung führte indirekt dann sogar zur Führung. Denn Møller Dæhli schnappte sich nach einem schwach ausgeführten Angriff der Gäste den Ball noch in der eigenen Hälfte auf links und dribbelte bis zum gegnerischen Strafraum. Dort legte der Norweger quer und fand Tom Krauß. Dieser zog sofort ab und traf zum 2:1 aus gut und gerne 25 Metern.

Paderborn versuchte nochmals mehr Druck zu entwickeln, brachte Terrazino für Michel und Justvan für Vasiliadis. Die besseren Chancen hatte aber weiterhin der Club. Dovedan spielte Schäffler mit schönem Steckpass frei, doch der traf das Tor nicht, obwohl er Zingerle umkurvt hatte. In der 85. Minute stellte Klauß dann nach einem Dreifachwechsel die Formation um. Margreitter, Sorg und Behrens kamen für den verletzten Geis, Møller Dæhli und Schäffler und die Formation wurde zu einem 5-3-2, das so notiert würde: Mathenia – Handwerker, Sörensen, Margreitter, Mühl, Valentini – Sorg, Krauß, Behrens – Borkowski, Dovedan.

Klauß erklärte die Umstellung damit, dass er einen weiteren kopfballstarken Innenverteidiger auf dem Platz haben wollte, auch auf Grund der zu erwartenden Flanken. Die zunehmende Passivität, die sich in dieser Phase breit machte, wäre auch bei einer anderen Grundordnung eingetreten, nur dass man dann nur zwei statt drei Innenverteidiger auf dem Platz gehabt hätte. In der Tat war der Club dann immer passiver, ließ eine Reihe an Flanken zu, Paderborn bekam aber außer einem Seitfallzieher von Srbeny nichts auf die Reihe. Stattdessen hatte der Club nach einer schwachen Ecke der Gäste, bei der Zingerle mit vorgeeilt war, die Großchance aufs 3:1. Dovedan lief – begleitet von zwei Verteidigern – aufs leere Tor zu, doch sein Abschluss aus 40 Metern verfehlte das Tor. Doch Paderborn bestrafte die Nachlässigkeit nicht.

2. Das Spiel in drei Grafiken

Grafik 1 zeigt, wie der Ballbesitz der Gäste – je nach Anbieter zwischen 57 und 63 Prozent – zustande kam. Die häufigsten Passkombinationen sind in der Abwehr, 78 Prozent aller Pässe der Paderborner wurden nicht im Angriffsdrittel gespielt, der häufigste Passgeber war Sebastian Schonlau, der damit aber meist Torwart Zingerle, Nebenmann Coreia oder Linksverteidiger Okoroji suchte. Zum Vergleich, beim FCN sehen die Anteile fast genau umgekehrt aus: 22% der Pässe im eigenen Verteidigungsdrittel, 42% in der Mitte und 36% im Angriffsdrittel. Also deutlich mehr Spielanteile in der nähe des gegnerischen Tores. 

Grafik 2 stellt die Ballverluste der beiden Mannschaften dar. Auch da fällt auf, dass der Club in der Nähe des eigenen Tores anteilig relativ wenig Bälle verlor. Paderborn gab gerade vor der Pause (27%) viele Bälle noch im eigenen Verteidigungsdrittel ab, verlor auch insgesamt öfter den Ball und auch öfter so, dass daraus ein Torabschluss entstand (gelbe Linien in der Grafik). Auch auffällig, dass beim FCN viele der Ballverluste aus längeren Pässen resultierten, während bei Paderborn der verlorene Zweikampf oder ein eher kurzer Ball ausschlaggebend war für den Ballbesitzwechsel.

Grafik 3 visualisiert noch einmal wie der Club sich in der Schlussviertelstunde in Bedrängnis hat bringen lassen. Während er über weite Strecken der ersten Halbzeit sehr hoch stand, Paderborn früh anlief und es zum Teil sogar schaffte, Paderborn selbst hinten reinzudrängen, verließ den FCN in der Schlussviertelstunde die eigene Aktivität. Das ist zu einem gewissen Maße fußballtypisch, dass eine Mannschaft in Rückstand es schafft, den Gegner tief reinzudrängen und auch dass jener Gegner passiv wird. Robert Klauß antizipierte das und brachte einen weiteren Innenverteidiger, der die Flanken verteidigen sollte. Dennoch ist es schon erstaunlich, wie oft der FCN in solchen Phasen extrem passiv wird.

3. Einordnung

Man darf tatsächlich von einem Aufwärtstrend sprechen. Das 4-4-2 mit Raute und frühem Anlaufen im 4-3-3 funktionierte wie schon vor zwei Wochen in Fürth sehr gut dabei, eine spielerisch stärkere Mannschaft auf das Niveau des FCN herabzuholen und ihrer Stärken zu berauben. Auch das Absichern des Zentrums durch mehr Personal in der Mitte klappte – mit Ausnahme des Gegentors –  ausgezeichnet. Der Gegner wurde, wie schon in Fürth, dazu gezwungen über Außen aufzubauen. Im Gegensatz zu Fürth sorgte Paderborn aber von Außen für weniger Gefahr.

Das bedeutet nicht, dass der Club spielerisch eine Wandlung vollzogen hat, nach vorne ist weiterhin vieles Stückwerk, auch wenn der Ball durch die gewonnen Strukturen im Zentrum nun etwas flüssiger durch die Reihen läuft. Was aber deutlich anders geworden ist, ist die Intensität des Clubs. Robert Klauß führte nach dem Spiel die Sprintwerte ins Feld und traf damit einen interessanten Punkt: 247 Sprints absolvierte der FCN, 207 Paderborn. Schon in Fürth hatte der Club diese Wertung mit 246 zu 200 klar für sich entschieden – zum Vergleich gegen Osnabrück (186:182), Braunschweig (197:188), Karlsruhe (186:192) war der Club nicht mal über die 200 gekommen, was nicht allein durch die Spielanlage zu erklären ist.

Setzt der Club also diese Intensität fort, dann dürfte er am Ende sicher über die Ziellinie kommen. Dahingehend darf man nach den letzten beiden Partien durchaus positiv gestimmt sein, dass sich die Veränderungen festsetzen. Das ist kein Automatismus, gerade die Verletzungen von Møller Dæhli, Nürnberger und Geis in der Schlussphase – alle wurden wegen muskulärer Probleme ausgewechselt – zeigen, dass noch viele Unwägbarkeiten auf dem Weg liegen. Am Sonntag gegen Paderborn hat der FCN aber etwaige Unwägbarkeiten aus dem Weg geräumt und sich auch von Rückschlägen nicht aus dem Konzept bringen lassen. 

Am kommenden Sonntag könnte er mit einem Sieg bei den inzwischen deutlich abgeschlagenen Würzburger Kickers einen Schritt zum Klassenerhalt machen, dann kann der FCN den Aufwärtstrend endgültig bestätigen.

4. Die Kennzahlen

Nürnberg   Paderborn
2 Tore 1
1,78 (+0,76 xG Elfmeter) expected Goals 0,70
1,10 (+0,81 PSxG Elfmeter) Post-shot expected Goals 0,20
15 Schüsse 9
5 Schüsse aufs Tor 5
18,5 Schussentfernung (Ø, m) 18,5
6 Ecken 4
5 Freistöße 6
11 Fouls 14
11,3 PPDA 8,4
6,3 Challenge Intensity 9,9
15,6 Spieltempo 14,7
14 Ballbesitzphasen (geg. Strafraum) 11
00:09 Ballbesitzdauer (Ø) 00:14

*Alle Daten stammen von Wyscout. Benutzung der Daten von Wyscout unter der Journalistenlizenz des Anbieters.Die Terminologie von Wyscout wird in diesem Glossar erläutert.

5. Die Stimmen

Robert Klauß: „Wir sind sehr froh. Auf der einen Seite über das Ergebnis, aber auch über die Art und Weise. Wir haben uns auch nicht von Rückschlägen aus der Bahn werfen lassen. Wir haben wieder eine hohe Intensität auf den Platz gebracht. Das war schon im Derby der Schlüssel, heute auch wieder. Wir haben uns viele Torchancen herausgespielt. Wir haben es geschafft, Paderborn weitestgehend von unserem Tor wegzuhalten. Es freut mich, dass wir mit der Art und Weise das Spiel gewonnen haben, auch wenn wir es gerne schon früher entschieden hätten.“

Steffen Baumgart: „Glückwunsch an Nürnberg, ein mehr als verdienter Sieg. Sie haben bissiger und klarer agiert. Wir haben viele einfache Fehler gemacht. In der ersten Halbzeit hatten wir gute Ballgewinne, die dann aber nicht an den Mann gebracht, das ist untypisch für uns. Ich habe sonst wenig zu dem Spiel zu sagen, weil es nicht das war, was ich von meiner Mannschaft sehen möchte.“

Manuel Schäffler: „Wir haben es wie schon im Derby geschafft, die Intensität enorm hochzuhalten. Wir hatten in deren Drittel viele Ballgewinne, wodurch wir die Bälle schnell in die Box bekommen haben und da auch gefährlich wurden. Wir haben heute sehr verdient gewonnen. Das tut uns natürlich gut, dass wir die Leistung aus dem Derby bestätigt haben. Das muss für uns auch künftig die Basis sein. Wir wachsen als Mannschaft noch immer mehr zusammen. Das ist extrem wichtig.“

Sebastian Schonlau: „Wir sind heute nicht so in unser Spiel gekommen. Selbst der gehaltene Elfmeter hat uns nicht in die Partie gebracht“

6. Die Noten 

Spieler CU-Note Kicker NZ BILD SofaScore
Christian Mathenia 4   4   7,1/10
CU-Urteil: Fehler vorm 1:1, Streuung im Passspiel. Sonst wenig geprüft.
Enrico Valentini +3   2,5   7,8/10
CU-Urteil: Schöne Vorlage zum 1:0. Machte seine Seite weitgehend dicht, wenn auch mit kleinen Wacklern.
Asger Sörensen 3   3   6,9/10
CU-Urteil: Flanke zum Handelfmeter, stand meist ordentlich, hatte aber auch wenig zu tun.
Lukas Mühl 3-   3,5   6,9/10
CU-Urteil: Beim Gegentor langsam, aber nicht hauptverantwortlich. Klärte viele Situationen kompromisslos, dabei nicht immer filigran.
Tim Handwerker 3-   4   7,2/10
CU-Urteil Immer wieder mit ungenauen Flanken. Defensiv aber weitgehend ordentlich.
Fabian Nürnberger +3   3   6,8/10
CU-Urteil Sehr strukturierende Wirkung auf das Spiel, mit viel Dynamik, allerdings auch manchmal etwas zu forsch
Johannes Geis 4   4   6,7/10
CU-Urteil: Schwache Standards, nach hinten mit großen Problemen (nur einer von fünf Defensivzweikämpfen wurde gewonnen), im Passspiel weitgehend ordentlich.
Tom Krauß +2   2   7,8/10
CU-Urteil: Nicht nur wegen des Siegtores der beste Clubspieler. Störte viel und unterbrach immer wieder das Paderborner Spiel.
Mats Møller Dæhli 3-   3   7,2/10
CU-Urteil: Fulminantes Solo zur Vorlage des 2:1. Davor oft mit wenig durchschlagendem Erfolg, aber auch mit wenig Fehlpässen.
Erik Shuranov 4   4   6,4/10
CU-Urteil: Durchaus bemüht. Hing aber über weite Strecken in der Luft. War nicht so dynamisch wie in Fürth.
Manuel Schäffler 4   4   6,7/10
CU-Urteil: Tor, verschossener Elfmeter, verpasste Großchance. Wie man das alles aufwiegt ist schwierig, auch, weil er insgesamt wenig im Spiel war.
Nikola Dovedan 4   6,7/10
CU-Urteil: Toller Pass auf Schäffler, unglückliche Aktion beim Versuch aus 40 Metern das leere Tor zu treffen. Sonst okay aber ohne Durchschlagskraft.
Dennis Borkowski    6,2/10
CU-Urteil: Wirkte seltsam lethargisch und wenig eingebunden.
Hanno Behrens 6,6/10
CU-Urteil: Kam zu spät für eine Einschätzung.
Georg Margreitter 6,6/10
CU-Urteil: Kam zu spät für eine Einschätzung.
Oliver Sorg 6,6/10
CU-Urteil: Kam zu spät für eine Einschätzung.

13 Gedanken zu „Sieg mit Intensität – Analyse zu Paderborn #FCN #FCNSCP

  • Das Dilemma des Clubs: die Marschroute, den Gegner seiner „ Schwächen zu berauben.“, hat überwiegend Erfolg. Hat der Club den Gegner beraubt, bleibt diesem nur übrig, seine Stärken auszuspielen. 😀

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  • Ich habe mir das 1:1 die Szene gestern noch 10 mal angesehen, ja es war ein sehr guter Chip Pass in vollem Lauf in den Fuß von Antwi-Adjeij, der Paß war schon Qualität. Dennoch ich sehe bei Mathenia keinen Fehler im Ablauf, ich fand sein Herauslaufen nicht zu zögerlich sondern genau richtig,
    Antwi-Adjeij hat es ebenso gut gemacht und den Ball unter dem fallenden Mathenia rechtzeitig durchgeschoben, irgendwann fällt der Torwart immer er muss ja runter das ist dann nur eine Frage des Timings vom Stürmer.
    Das grundsätzliche Verhalten Mathenias fand ich in Ordnung, es war halt eine 1:1 Situation mit 50% Chance, die mal der Stürmer, mal der Torwart gewinnt. Ich würde ihm das nicht ankreiden. Ja leidiges Thema Mühl trabt nebenher ohne überhaupt Druck auf den Schützen zu machen, wenn sehe ich da mehr Verschulden. Es wirkte auf mich bei Mühl sogar ein wenig, ja Mathenia wird das hoffentlich schon klären. Ich will nicht sagen daß Mühl alles klären und bereinigen soll, aber diese immer wieder auftretende Passivität, er macht zu wenig Druck und setzt den Stürmer zu wenig unter Stress altdeutsch „stören“. Das fällt halt sehr oft auf einfach.
    Ansonsten ich finde auch, daß Klauß eine Stammformation gefunden hat, mit der Raute im Mittelfeld ein System gefunden hat, das funktioniert und er dabei auch noch die ein oder andere Variante im Ärmel hat (Dovedan neben Daehli usw.) Ich könnte mir vorstellen daß es zu einem stabilen Saisonendspurt reicht ohne Panikattacken, man könnte noch abstürzen. Man hat auch gesehen bei Mannschaften die selber spielen wollen tun wir uns von der Spielanlage her leichter. Wir haben unsere Probleme meist gegen tiefstehende Gegner die kontern. Gegen genau so einen Gegner spielen wir als nächstes in Würzburg, die ich auch symphatisch finde aber bitte erst nach den anstehenden 90 Minuten, damit wir wirklich am rettenden Ufer ankommen.

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    • Ja, da gebe ich Dir auch Recht, in diesen Situationen ab der Strafraumgrenze bräuchte man einen reaktionsschnelleren Innenverteidiger. Ob Kretschmer das kann, hat er ja noch nicht beweisen dürfen.
      Wiederum ist Mühl eine Bank, wenn es um das (zu neudeutsch) Antizipieren geht und die gegnerischen Zielspieler hoch und lang angespielt werden.

      Aber in der Situation würde ich Mathenia auch nicht ganz frei von Fehlern sprechen.

      Antwort
    • Wenn man die Szene 10x anschaut, sollte aber auch Mühl objektiv bewertet werden, statt von „nebenher traben“ zu sprechen. Der Torschütze ist Linksaußen im Paderborner Mittelfeld, in der Szene im Raum zwischen Valentini und Mühl. Valentini und Mühl stehen in der Viererkette beim Pass 1-2 Schritte zu tief. Mühl ist mit dem Blick beim Passgeber, macht noch einen Zwischenschritt in der Hoffnung, Abseits stellen zu können. In den 1-2 Sekunden läuft der Paderborner genau in den Raum, der sich hinter Sörensen auftut, Valentini „übergibt“ per Zuruf auf Mühl und der ist wegen dem Zwischenschritt schon auf verlorenem Posten im Laufduell. Bei Erreichen der Strafraumgrenze sind‘s gute zwei Schritte Abstand. Er sieht Mathenia rauskommen und orientiert sich zum leeren Tor, um ggf auf der Linie noch was klären zu können.
      Dadurch mag es wie „traben“ und Begleitschutz ausschauen, aber Mühl hat in dem Moment ebenso Tempo drauf wie der Torschütze, der Abstand kommt durch die falsche Stellung beim Zuspiel zustande.
      Und generell ein prima Pass und prima Laufweg, der auch bei einer richtig stehenden Viererkette geklappt hätte.

      Macht den Fehler nicht kleiner, aber man muss Mühl ja nicht gleich wieder den Willen und Einsatzbereitschaft absprechen.

      Noch weitergedacht und der Pass darf so aus dem Mittelfeld nicht kommen, wenn die komplette Nürnberger Raute um den Passgeber herum postiert ist mit je 3-4 Metern Abstand.

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      • Ich geb Dir da völlig recht in Deiner Bewertung der Situation.
        Was ich mich Frage, und diese Frage ist ernst gemeint und hat Nichts damit zu tun Lukas Mühl zu bashen, warum grätsche ich dann nicht mit Allem was ich habe hinter Mathenia in den „freien“ Raum um vielleicht vom Stürmer noch angeschossen zu werden für den Fall, dass er den Ball am Keeper vorbei bekommt?

        Um es nochmal klar zu stellen, ich bin eher pro Mühl und ich halte allzu heftige Kritik auch für kontraproduktiv!
        Geht mir übrigens bei Geis genauso, ich finde er hat sich in den letzten Wochen deutlich verbessert. Besonders im Defensivverhalten. Und auch gegen Paderborn hat er gerade in der ersten Hälfte den ein oder anderen wichtigen Ball geklärt oder auch abgelaufen.

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    • Ich sehe den Fehler eindeutig nicht bei Mühl! Fehler Nummer 1 war, dass Srbeny den Pass überhaupt so spielen kann. Und Fehler 2 war, dass Mathenia wirklich zu zögerlich raus ist. Es gibt nur 2 Möglichkeiten in solch einer Situation (da der Winkel ja doch recht spitz wurde): 1. Mathenia bleibt im Kasten und Mühl am Gegenspieler. Dann wird dieser (wenn Mathenia das kurze Eck zu macht) eigentlich nicht treffen können (eindeutig die bessere Variante) oder: Mathenia läuft richtig raus (man kann einen deutlichen Zwischenschritt sehen, der am Ende einfach nur Verunsicherung zeigt und das Gegentor letztendlich verschuldete. Und wenn der Torwart eben rauskommt, MUSS Mühl vom Gegenspieler weg um den Weg für Mathenia nicht zu versperren. Da finde ich es sogar recht klug, dass Mühl noch versucht hat, sich irgendwie auf die Linie zu stellen. Mühl wird von mir zu 100% nicht in der Schuld gesehen.
      Und jetzt mal ehrlich, selbst wenn der Club nicht gewonnen hätte, hätte das zu 95% an der schlechten Chancenverwertung gelegen.

      Naja… wie auch immer: Ich bin froh über den überzeugenden Sieg!!!

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      • Mühl muss nicht wegbleiben (das gleiche wie beim Ausgleich gegen Fürth) – im Gegenteil, wenn Mühl diesen weiter bedrängt oder nach besser nach außen abdrängt hat Mathenia es viel leichter, weil auch der Winkel für den Schützen spitzer würde.

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  • Ich finde, zu Klauß zu stehen, wird sich bewähren. Jetzt noch in Würzburg gewinnen, dann sind wir auf dem Weg zu La Decima. Ob ich das noch erleben darf? 🤔🤣

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  • Mir ist zwar klar, wie die Mechanismen sind, wären die Leistungen so nicht gekommen bzw. Ergebnisse, dann setzen sie sich in Gang, für mich stand aber Klauß Hecking das Konstrukt trotz einer schwierigen Umbruch Saison nie in Frage und ich hoffe auch das lohnt sich am Ende. Es geht wenigstens schon mal in die richtige Richtung. Ohne Namen zu nennen, das wird genug diskutiert, aber die Abwehr darf es so nächste Saison nicht mehr geben.

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  • Off Topic: Ich habe gerade die letzten 20 min meines italienischen Lieblingsvereins ( L.R.Vicenza) gesehen. Dabei schoss bzw köpfte Sabiri das 2:0. Schmunzeln musste ich , als ein gewisser Valentini ihn ziemlich derb umsenste. Aufgefallen ist er in den Tiefen des 2.Liga Abstiegsk(r)ampf nur noch durch einer theatralischen Einlage, mit der er das Anschlusstor einleitete. Leider kam das dann doch zu spät….

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