Nicht verloren ist noch das Beste – Analyse zu Würzburg #FCN #FWKFCN

Analyse zu Würzburger Kickers – 1. FC Nürnberg 1:1 (0:1) – Der FCN holt einen Punkt in Würzburg, spielt dabei aber über weite Strecken erschreckend schwach.
1. Aufstellung und Formation
2. Das Spiel in drei Grafiken
3. Einordnung
4. Kennzahlen
5. Stimmen
6. Noten

1. Aufstellung und Formation

Robert Klauß entschied sich die Grundformation der letzten beiden Partien beizubehalten. Der Club agierte also wieder in einem 4-4-2 mit Raute/Drachenviereck. Allerdings musste der Trainer notgedrungen personell etwas ändern, da Fabian Nürnberger nach seiner im Spiel gegen Paderborn erlittenen Adduktorenverletzung noch nicht wieder einsatzfähig war. Für die ebenfalls angeschlagenen Møller Dæhli und Geis dagegen reichte es. Klauß brachte für Nürnberger etwas überraschend Fabian Schleusener. Der agierte etwas vorgezogen auf der Zehnerposition, so dass im Anlaufen das 4-4-2 zu dem bekannten 4-3-3 wurde. Dahinter agierten Møller Dæhli und Krauß auf den Halbpositionen und Geis auf der Sechs. Der Kader blieb unverändert, allerdings ließ Klauß einen Kaderplatz frei, Oliver Sorg fehlte mit Rückenproblemen, es wurde kein anderer Spieler nachnominiert.

Der Club began wie in den vorangegangenen Spielen sehr bissig und aggressiv, setzte Würzburg unter Druck und erzwang damit früh Fehler der Gastgeber. Gleich den ersten Fehler der Kickers bestrafte der Club. Eine schwache Flanke von Handwerker wollte Kopacz klären, schlug dabei über den Ball und flankte direkt auf den Kopf von Shuranov, der Strohdiek übersprang und zur Führung einköpfte. Als kurz danach Bonmann einen tiefen Pass von Geis auf Schäffler falsch einschätzte und fast mit Strohdiek kollidierte. Der Ball sprang aber zu weit nach außen, so dass Schäffler den Ball zwar nach innen legen konnte, dort aber Tobias Kraulich keine Probleme hatte zu klären. Es sollte die letzte gefährliche des FCN für lange Zeit bleiben. 

Würzburg befreite sich und hätte nach 19 Minuten eine gute Gelgenheit haben können. Mühl verschätzte sich bei einer Kopfballrückgabe Richtung Mathenia, so dass Munsy den Ball erlief. Im folgenden Duell kam Munsy zu Fall. Der Schiedsrichter zeigte Mühl die Gelbe Karte, wertete den Einsatz als Foul, das Foul aber – so die Auskunft nach Spielende – nicht als Notbremse, da Mathenia den Ball abgelaufen hätte. Beide Einschätzungen sind als diskutabel einzustufen. Jedenfalls ging es im Elf gegen Elf und mit Freistoß durch Ronstadt weiter, diesen Versuch des Würzburger Ausgleichstorschützen vom Donnerstag in Hannover wehrte Mathenia zur Ecke. Es war der Anfang einer Phase, in der Würzburg deutlich aktiver und zielstrebiger war. Allein die ganz großen Chancen erspielten sie nicht.

Das änderte sich erst kurz vor der Pause als Lotric eher zufällig durch einen abgerutschten Schuss von Sontheimer frei gespielt wurde. Der Slowene war aber selbst überrascht frei zum Abschluss zu kommen und sein Schuss geriet eher zur Rückgabe. In Summe war die Partie aber relativ ereignisarm und auf erschreckend schwachem Niveau. Beide Teams taten sich schwer im letzten Drittel den Ball in gefährliche Räume zu bringen. Der Club sogar noch mehr als die Gastgeber aus Unterfranken. Die tauschten in der Pause, mit Pieringer für Lotric wurde es sogar noch ein Stück offensiver. Der FCN musste wenig später auch tauschen. Für Mühl, der angeschlagen war, kam Margreitter. Knapp zehn Minuten später ersetzte Klauß den Torschützen durch Borkowski, gleichzeitig wechselte Santelli den Vorlagengeber aus, für ihn kam der Siegtorschütze vom Donnerstag, Rajiv van la Parra.

Sonst änderte sich dadurch am Spiel aber wenig. Es blieb zerfahren. Keine Mannschaft erspielte sich wirklich Gelegenheiten. Schleusener setzte einen Schuss als Rückgabe in Richtung Bonmann, Würzburg blieb aus dem Spiel heraus weitgehend ungefährlich, hatte durch Ronstadts Freistoß aus zentraler Position aber eine weitere gefährliche Standardsituation. Auf der Gegenseite lag nach einem Standard der Ball im Tor, doch Borkowski hatte vor seinem Abschluss nach einer per Kopf von Margreitter verlängerten Ecke deutlich im Abseits gestanden. Im direkten Gegenzug fiel dann der Ausgleich. Einer Aktion zwischen Munsy und Sörensen, bei welcher der Würzburger den Arm erst im Gesicht des Nürnbergers hatte, dann aber gefoult wurde, folgte ein Freistoß. Rolf Feltscher, inzwischen für Arne Feick auf dem Platz, flankte gezielt in die Mitte, wo Dietz das Kopfballduell gegen Schäffler gewann und zum 1:1 traf. 

Angesichts der Spielanteile und der Tatsache, dass der Club wirklich überhaupt nichts auf die Reihe bekam, war der Ausgleich in jeder Hinsicht verdient, selbst wenn die Gastgeber auch spielerisch wenig anbieten konnten. Dennoch blieben die Kickers am Drücker, hatten nach einem weiteren Feltscher-Freistoß noch eine Kopfballchance durch Munsy. Klauß wechselte Schleusener aus, brachte Dovedan und stellte auf 4-2-2-2 um. Der Club kam aber nur durch Margreitter nach Freistoß Geis und Borkowski nach einem Konter noch zu Halbchancen. Gefährlich war das alles aber nicht. So blieb am Ende ein 1:1, das gleichermaßen leistungsgerecht wie enttäuschend war, da das Spiel auf einem sehr niedrigen Niveau anzusiedeln war.

2. Das Spiel in drei Grafiken

Grafik 1 zeigt die Duelle, die der Club verloren hat. Man sieht deutlich die Überlegenheit der Gastgeber in den Zweikämpfen und zwar in nahezu allen Zonen des Spielfelds. Die Zweikampfquote ist selten ein gelungener Maßstab und Erklärungsansatz, in Würzburg aber war der Unterschied zu deutlich. Dabei ist letztlich auch recht unerheblich, ob nun der unten angegebene Wert von 41%, der von der DFL berechnete Wert von 45% oder der von Opta gelieferte Wert von 34% stimmt. (Wer mehr über die verschiedenen Zweikampfdefinitionen wissen will, klickt hier.) Man sieht anhand der Karte sehr gut, dass Würzburg gerade in Nähe deseigenen Tores, aber auch im Mittelfeld mehr Duelle gewann und sogar in der Nähe des Nürnberger Strafraums präsenter war.

Grafik 2 vergleicht die Anteile der langen Bälle im Spiel und zeigt einen der Faktoren, warum das Spiel so zerfahren wirkte. Mit Ausnahme des FCN zwischen Minute 61. und 75. Minute bemühten beide Teams in jedem Abschnitt überdurchschnittlich oft den langen Pass. Das ist zum Teil sicherlich gewolltes Stilmittel. Zu Spielkultur und ansehnlichem Passspiel trug es aber nicht bei. Wenn man dann noch bedenkt, dass bei Würzburg nur 43% der langen Pässe ankamen – beim Club waren es 67% und damit überdurchschnittlich viele – sieht man auch ein weiteren Grund, warum die Partie so wenig ästhetisch ansprechend war.

Ohne Grafik 3 kommt man in diesen Wochen kaum mehr aus. Sie zeigt die Pässe zu Abschlüssen. Da sieht man zum einen wie oft Würzburg nach der Pause von der linken Nürnberger Abwehrseite aus zu Abschlüssen kam. Zum anderen auch, dass beide Mannschaften große Probleme hatten, mit kurzen Zuspielen Abschlüsse vorzubereiten, es war einfach sehr viel Stückwerk, Zufall oder Standardsituationen geschuldet.

3. Einordnung

Auch wenn Robert Klauß das Spiel nach der Partie nicht als Rückschritt werten wollte und es das auch rein tabellarisch und ergebnistechnisch nicht war: Es war spielerisch ein Rückfall nach zwei sehr soliden bis guten Leistungen gegen Fürth und Paderborn. Dabei war es nicht nur die Tatsache, dass man einmal einen Vorsprung nicht über die Zeit brachte, die als Rückschritt zu werten ist, sondern auch, die Tatsache, dass andere Dinge immer noch nicht abgestellt sind. Dazu gehört die erneut sehr hohe Passivität, die sich ins Spiel des FCN einschlich. Man schaffte es nicht die Intensität hochzuhalten. Gerade in den Duellen fehlte es dem Club an Durchsetzungsfähigkeit. Die hohe Anzahl an eigenen Fouls spricht auch sehr dafür, dass man sich nicht immer sonderlich geschickt anstellte.

Nun war nicht alles furchtbar, die Anzahl der Sprints war immer noch deutlich höher als vor der Umstellung auf Raute und  auch wenn das Tabellenbild auf Grund der ständigen pandemiebedingten Spielausfälle einem Fleckenteppich gleicht, ist ein Punkt ein Punkt und der Abstand nach unten auch erst einmal gewachsen. Ein Ruhekissen ist das angesichts des Restprogramms nicht. Auf Grund des zu erwartenden Ausfalls der Partie gegen Kiel bleibt dem Club jetzt aber etwas mehr Zeit sich zu regenerieren und auch zu hoffen, dass Fabian Nürnberger wieder ins Team zurückfindet. Das Fehlen des Mittelfeldmotors auf der linken Halbposition in der Raute war deutlich zu spüren.

Das Fehlen Nürnbergers ist sicher nicht die einzige Erklärung für die schwache Leistung. Auch die Entscheidung Fabian Schleusener auf der Zehn aufzubieten und so faktisch jedes spielerische Element im Zehnerraum aufzugeben, darf hinterfragt werden, selbst wenn Schleusener – wie Robert Klauß meinte – im Training und im Test gegen Mainz gut agiert hatte. Doch auch jenseits der Personalien darf man hinterfragen, warum es dem FCN eben nicht gelingt, eine Konstanz an den Tag zu legen, die es ermöglicht auch gegen den – sicherlich durch den Trainerwechsel und den Sieg am Donnerstag beflügelten, aber dennoch biederen – Tabellenletzten zu gewinnen. 

Wahrscheinlich werden diese Unzulänglichkeiten am Ende nicht dazu führen, dass der FCN absteigt, dennoch scheint die Frage nach möglicher Besserung durchaus angebracht. Selbst wenn sich der Kader weiter verändern wird, erscheinen gewisse Probleme in der Intensität und Kreativität inzwischen endemisch am Valznerweiher geworden zu sein.

4. Die Kennzahlen

Würzburg   Nürnberg
1 Tore 1
1,21 expected Goals 1,43
1,53 Post Shot xG 1,47
1,12 xG ohne Doppelchancen 1,43
14 Schüsse 15
4 Schüsse aufs Tor 6
3 Ecken 6
5 Freistöße 5
8 Fouls 21
10,33 PPDA 6,43
7,4 Challenge Intensity 8,5
17,38 Spieltempo 15,18
7 Ballbesitzphasen (geg. Strafraum) 16
00:11 Ballbesitzdauer (Ø) 00:11

*Alle Daten stammen von Wyscout. Benutzung der Daten von Wyscout unter der Journalistenlizenz des Anbieters.Die Terminologie von Wyscout wird in diesem Glossar erläutert.

5. Die Stimmen

Robert Klauß: „Grundsätzlich war das heute kein schönes Fußballspiel. Gerade im Bereich Zweikämpfe waren wir heute nicht gut. Ich hätte mir auch gewünscht, dass wir uns noch mehr Torchancen und Abschlussmöglichkeiten herausspielen. Wir hatten zu wenige Situationen vorne. Würzburg macht verdient den Ausgleich. Es hat mich sehr geärgert, wie wir uns da präsentiert haben. Hinten raus hatten wir noch zwei, drei gute Situationen, die wir aber nicht gut zu Ende gespielt haben. Wir sind nicht zufrieden mit unserer Leistung. Es ist ein leistungsgerechtes Unentschieden. Die Szene mit Mühl war im Spiel schwer zu sehen. Uns wurde vom vierten Offiziellen erklärt, dass es keine Verhinderung einer klaren Torchance war, weil Mathenia noch an den Ball gekommen wäre.“

Ralf Santelli: „Das Gegentor, das wir kassieren, war ein Geschenk, vollkommen ohne Not. Insgesamt hatte ich in der ersten Halbzeit nicht das Gefühl, dass wir groß in Probleme gekommen sind. Wir haben gut gestanden und es geschafft, den Gegner vom Tor wegzuhalten. Das war gut, großes Kompliment an meine Truppe. Was mich insgesamt besonders freut, ist, dass wir ein Standard-Tor gemacht haben, das wollten wir und haben das trainiert. Dadurch haben wir auch noch einen Push gekriegt. Am Schluss war es ein offener Schlagabtausch, der auch für Nürnberg positiv ausgehen kann. Unterm Strich ein leistungsgerechtes Ergebnis“

Eric Shuranov: „Wir haben es zu Beginn gut gemacht, haben dann aber etwas nachgelassen. Uns haben heute insgesamt die Chancen gefehlt, die wir uns in den letzten Spielen erarbeitet haben. Es ist bitter, dass wir das Tor nach einer Standardsituation kassieren. Mit der Leistung heute können wir nicht zufrieden sein. Wir hätten hier heute gerne drei Punkte mitgenommen.“

Sebastian Schuppan (Sportvorstand Würzburg): „Wir bekommen immer wieder Schläge auf den Kopf. Das kann nur Rot sein, nicht Gelb. Morgen kommt wieder ein Anruf vom DFB: ‚Herr Schuppan, tut mir Leid, das war eine Fehlentscheidung.‘ Dann sage ich super, dann geht’s immer so weiter. Das kann man nicht mehr akzeptieren. Dann kommt im Nachhinein eine Entschuldigung. Es wäre schön, wenn man das mal im Spiel machen würde. Da hätte ich keinen Monitor gebraucht. Wenn man das pfeift, kann es nur Rot sein. Ich habe mit dem Linienrichter gesprochen, der hat gesagt, der Torwart kann da noch rankommen. Woher soll er das wissen? Das ist hypothetisch. Wenn ich sehe, wie die Mannschaft gegen Widerstände ankämpft, wie sie sich wehrt, wie sie das emotional wegsteckt. Diese Schläge auf den Kopf sind irgendwann nicht mehr auszuhalten.

Enrico Valentini: „Wir wussten, dass Würzburg zuhause schwer zu bespielen ist. Wir haben unsere Aktionen nicht gut ausgespielt. Wir waren in den letzten Aktionen zu behäbig und sind dadurch auch nicht in den Strafraum gekommen. Wir wollten hier schon gewinnen, deshalb bin ich enttäuscht. Du darfst nicht so ein Gegentor bekommen.“

6. Die Noten 

Spieler CU-Note Kicker NZ BILD SofaScore
Christian Mathenia 3 2,5 3 3 6,8/10
CU-Urteil: Nichts zu machen beim Gegentor, sonst mit einer guten, aber unorthodoxen Parade gegen Ronstadt und viel Routineaktionen.
Enrico Valentini 3- 3 4 3 6,1/10
CU-Urteil: Ordentliche Leistung, weder nach hinten noch nach vorne mit Aussetzern oder Auffälligkeiten.
Asger Sörensen +4 3,5 4 4 6,7/10
CU-Urteil: Pech, dass sein Einsatz vor dem 1:1 als Foul gewertet wurde. Verteidigte viel weg, aber auch nicht immer souverän.
Lukas Mühl 4- 4 5 5 6,6/10
CU-Urteil: Abzüge für seinen Bock, der ihn fast dem Platzverweis gebracht hätte, sonst solide, aber nicht souverän.
Tim Handwerker 4 4 3,5 4 7,1/10
CU-Urteil Keine einzige präzise Flanke. Viel Stückwerk, nach hinten auch manchmal mit schlechtem Stellungsspiel.
Johannes Geis 4- 4,5 4 4 7,5/10
CU-Urteil: Viele schlechte Entscheidungen im Passspiel, nur wenige lichte Momente. Defensiv nicht immer auf der Höhe.
Fabian Schleusener 5 4,5 5 5 6,4/10
CU-Urteil: Zwei Rückgaben als Schüsse, sonst eigentlich komplett abgemeldet und nur durch unglücklich Aktionen auffallend.
Tom Krauß 3- 3 4 3 6,5/10
CU-Urteil: Es gilt so wie fast immer: Viel Aggressivität, wenig Struktur. Tat sich mitunter schwer nach vorne zu kommen. Defensiv aber aufmerksam.
Mats Møller Dæhli +4 3,5 3,5 4 7,0/10
CU-Urteil: Ansatzweise gefährlich im Antritt, aber auch er schaffte es nicht, das Angriffsspiel zu strukturieren.
Manuel Schäffler +5 4,5 4 4 5,7/10
CU-Urteil: Es ging wenig zusammen beim Stoßstürmer, nachdem er die frühe Chance nicht nutzen konnte. Verlor gegen Dietz beim 1:1 das entscheidende Kopfballduell.
Erik Shuranov 3- 3 3,5 2 6,8/10
CU-Urteil: Machte sein Tor, war danach auch bemüht und präsent. Tat sich aber auch schwer, weil er wenig angespielt wurde.
Georg Margreitter 3 3 3,5 3 6,5/10
CU-Urteil: Grundsolide nach hinten, nach vorn mit Akzenten bei Standards
Dennis Borkowski +4 3 6,4/10
CU-Urteil: Wirkte recht frisch, hatte auch zwei Abschlüsse, darunter das Abseitstor. Sonst mit den selben Problemen wie Shuranov.
Nikola Dovedan 6,5/10
CU-Urteil: Kam kurz vor Schluss für Schleusener, fiel nicht auf.
  -/10
CU-Urteil:  
  -/10
CU-Urteil:  

14 Gedanken zu „Nicht verloren ist noch das Beste – Analyse zu Würzburg #FCN #FWKFCN

  • Ich mag ja Handwerker an sich sehr (insbesondere wenn es den Handwerker/Nürnberger Wirbel gibt), aber ich glaube ihn würde mal eine Pause gut tun (hat Ja bei Krauss auch gut getan) – aber Alternativen scheint es ja keine zu geben.

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  • Wie kann man es vermeiden, dass dieses Murmeltierdasein im nächsten Jahr so weitergeht? Nach dem Spiel gestern konnte ich keine Fortschritte erkennen. Der Trainer meinte, die Mannschaft habe nicht gut gespielt, das wars dann schon. Erkenntnis ist da, aber was bringts, wenn man im nächsten Spiel den gleichen Sumpf wieder abspielt. Die Mannschaft war nach dem Spiel gar nicht abgekämpft, die hätten ohne Probleme nochmal eine Halbzeit spielen können. Naja, vielleicht wollte man ja Würzburg einen Punkt zukommen lassen, vielleicht wars das?

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  • Bei einem Team welches im Abstiegskampf immer wieder behäbig unterwegs ist beschäftige ich mich nur mit dem Restprogramm dieser Saison und denke an 37 Punkte.
    Was Enrico Valentini sagt ist die Wahrheit .
    So oder so ähnlich hört man es von verschieden FCN Akteuren seit fast 2 Saisonen.
    Der FCN macht ratlos.

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  • Der Kader wird sich zur neuen Saison deutlich verändern, was auch Not tut. Es wird ein immenser Kraftakt für DH/Rebbe werden, das Team trotz finanziellem Mariannengraben mental und qualitativ komplett umzukrempeln. Dass Klauß Trainer bleibt, davon gehe ich aus. Gespannt bin ich, ob er seine fußballerische Ausrichtung rein auf Tempo-Gegenstösse beibehält oder sukzessive Ballbesitz und Dominanz einbauen kann. Nach Jahren der optischen Düsternis wäre es schon Seelen erwärmend, wenn die Begriffe „FCN“ und „attraktiver Offensivfußball“ in einem Satz genannt werden könnten!

    Im grauen Jetzt geht es ausschließlich und nur um den Klassenerhalt. Egal wie unansehnlich die Spiele sein mögen, Hauptsache Klassenerhalt! Und der scheint mir als zigfach gebranntem Club-Kind keinesfalls so klar, wie z.B. dem Kicker in seiner aktuellen Ausgabe. Denn dass die Aufwärtstendenz von 1,5 ordentlichen Spielen mit dem Grottenkick gegen den Tabellenletzten nur unterbrochen und nicht jäh gestoppt wurde, ist zu hoffen, aber keinesfalls sicher.

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    • Wie deutlich verändert er sich denn? Von der Startelf am Sonntag hat nur Mühl einen auslaufenden Vertrag, Möller Dähli soll bleiben, also wären es 10 von 11 die noch unter Vertrag stehen.

      Aus dem Spieltagskader sind noch Behrens und Margreitter mit endenden Kontrakten und Früchtl mit endender Leihe, macht also 13 von 19, die noch da sind.

      Bei den Verletzten (Hack, Nürnberger, Lohkemper, Köpke, Sorg, Knothe, Besong) läuft auch nur der Vertrag von Besong aus und der soll verlängert werden. Dann sind wir bei 20 Kaderplätzen, die derzeit für nächstes Jahr belegt sind. (Duman und Schindler neu dazu sind wir bei 22)

      Da kommen dann natürlich ein paar zusätzliche Transfers dazu (aber viel mehr als Nürnberger und Hack seh ich derzeit nicht, weil die Spieler ja alle Vor-Corona-Verträge haben und die alle bei Vereinswechsel nicht mehr so viel verdienen würden wir jetzt).

      Das sieht man dann auch an der Shoppingliste, die letztens mal in der BILD war, die auch meinen Infos nach sehr zutreffend ist, man sucht noch IV, LV, RV und DM, also noch vier Spieler. Geben wir einen Transfer dazu, der passiert, weil „ein Fenster aufgeht“, sind wir bei sieben neuen bei (Behrens, Mühl, Margreitter, Lukse, Früchtl, plus sagen wir drei oder vier zusätzliche Abgänge) neun (oder mit Goden zehn) Abgängen, die noch dazu außer bei Mühl plus zwei oder drei der nicht definierten nicht im Bereich der Stammkräfte liegt. Das ist dann wahrscheinlich sogar weniger als die übliche Veränderung, die man im Sommer sonst hatte.

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      • 7 Neue sehe ich schon als große Chance, dem Kader Willen und Qualität zuzuführen. Insbesondere dann, wenn es sich um Neuzugänge mit Stammspielerformat handeln würde. Natürlich wird es, wieder einmal, ein längerer Prozess, bis diese Spieler integriert sind. Doch das Ziel Aufstieg dürfte ohnehin kein kurzfristiges sein.

        Antwort
        • Ich denke auch, dass Mentalität und Führungsgen, unabhängig von der jeweiligen Position, die zentralen Suchkriterien sein sollten. Gerade in Liga 2 ist doch nicht der spielstärkste erfolgreich, sondern der griffigste.

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      • Die BILD geht davon aus, dass auch Dovedan – im Gegensatz zu Sorg – gerne wechseln würden. Er ist noch jünger und hat höhere Ansprüche als ein Sorg, der mit seinem üppigen Vertrag bei uns ausfaded. Auch Geis (lt. BILD mit neuem Berater) soll sich gerade orientieren. Das wäre sehr wünschenswert, da wir mit Sorg und Mathenia bereits hohe Gehälter „tot“ im Kader haben.

        Antwort
        • Dovedan halte ich für einigermaßen realistisch als Abgang. Geis ist heimatnah, verdient viel, kann nur bei Wechsel in die Bundesliga mehr verdienen (das scheint nicht sonderlich realistisch), da wird es sehr schwer, ihn zu nem Wechsel zu bewegen (meiner Kenntnis nach wäre der Verein nicht böse, wenn er ginge).

          Antwort
  • @Flo: wie immer sehr treffend analysiert.

    Mit fällt schon fast die ganze Saison auf, dass Geisi sehr gute SofaScore-Niten bekommt (unabhängig von den „subjektiven“ Benotungen). Weißt du, welche Gewichtung von Parametern bei der statistischen Ermittlung der Note ihm besonders entgegen kommt? Oder ist SofaScore da eher eine Blackbox?

    Antwort
    • Ist zwar weitgehend eine Black Box, aber Geis ist auch bei den anderen statistischen Aggregatoren sehr weit vorne. Teilweise liegt das an dem „Templates“, also dem Bewertungsmaßstab – viel zu simpel, aber anschaulich gesprochen, ein Tor oder Assist eines IV zählt mehr als die gleiche Aktion eines OM – , er wird als Sechser geführt, spielt aber viele tiefe Pässe und Pässe ins letzte Drittel, das hilft der Bewertung. Durch seine Standards hat er dazu auch viele „Key Passes“, bzw. Pässe zu Abschlüssen/Torschussvorlagen. So erklärt sich das zumindest zum Teil. Da ist oft eine Aufteilung in Offensiv- und Defensivaktionen oder -Wertungen aufschlussreich. Und da ist Geis offensiv sehr stark, weil er eben viel spieleröffnend arbeitet, defensiv aber maximal durchschnittlich.

      Antwort
  • @Florian
    Wäre es möglich, in der Analyse auch die Sprintwerte wiederzugeben? Das scheint ja eine Messgröße zu sein, die besonders unserem Trainer sehr wichtig ist. Ich halte es daher für sehr aufschlussreich und es ist in den üblichen Statistiken nicht zu finden.

    Antwort
      • Danke, super!

        Ja, hohe Sprintwerte machen besonders viel Sinn, wenn man sie mit einer positiven Zweikampfbilanz kombiniert 😀

        Was mir persönlich immer wieder auffällt: Cheffe hat in km eine eher mäßige Laufleistung, gilt aber trotzdem als fleißig. Hat er dann besonders viele Sprints? Oder wie erklärt sich das? Zum Vergleich läuft Terrodde glaube ich über einen km mehr pro Spiel.

        Antwort

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