Zwischen Glück und Pech – Analyse zu Kiel #FCN #FCNKSV

Analyse zu 1. FC Nürnberg – Holstein Kiel 1:1 (1:0) – Der FCN bleibt auch im siebten Spiel ungeschlagen. Die Führung brachte er gegen geduldige Störche aber nicht ins Ziel.
1. Aufstellung und Formation
2. Das Spiel in drei Grafiken
3. Einordnung
4. Kennzahlen
5. Stimmen
6. Noten

1. Aufstellung und Formation

Robert Klauß hatte leichte Veränderungen im Vergleich zum Samstag angekündigt. Die gab es im Sturm. Robin Hack und Dennis Borkowski durften anstelle von Erik Shuranov und Nikola Dovedan ran. Der Rest der Mannschaft blieb gleich. Auch im Kader gab es darüber keine Veränderungen: Lukas Mühl (muskuläre Probleme) fehlte wie auch Manuel Schäffler (Innenbandanriss), Fabian Schleusener (Muskelfaserriss), Pius Krätschmer (Muskelfaserriss ), Noel Knothe (Sprunggelenksverletzung), Felix Lohkemper (Knochenödem) und Pascal Köpke (Reha nach Kreuzbandriss).

Der Club begann so wie inzwischen eigentlich fast immer in den letzten Wochen: Er lief forsch an, versuchte so die Gäste zu entnerven. Die bemühten sich zwar weitgehend ruhig zu bleiben, ab und zu waren sie von den Versuchen des FCN doch beeindruckt. Wirkliche Chancen blieben allerdings auf beiden Seiten Mangelware. Ein Schuss von Lee auf Kieler Seite, eine zu hohe Flanke von Møller Dæhli in Richtung Fabian Nürnberger, recht viel mehr passierte in der ersten halben Stunde vor den Toren nicht. Das Spiel war aber dennoch nicht langweilig, sondern ein spannendes Duell zweier unterschiedlicher Ansätze: Auf er einen Seite das geduldige, fast schon aufreizend geduldige Spiel der Störche, auf der anderen Seite die hektische, aggressive Betriebsamkeit des FCN.

Jene Betriebsamkeit war es dann, die zuerst zum Torerfolg führte. Margreitter eroberte tief einen Ball, legte auf Valentini, der fast postwendend tief spielte, wo Borkowski den Ball nahm, sich im Dribbling durchsetzte und mit etwas Glück den Ball im Tor der Kieler unterbrachte. Der Treffer verschob die Balance des Spiels, Kiels Aktionen bekam nun eine etwas höhere Dringlichkeit, die Geduld wurde etwas weniger, das Spiel etwas gradliniger. Dennoch bedurfte es eines Fehlers im Aufbau, um zu einer Großchance zu gelangen. Doch Porath konnte nach Serras Flanke den Ball nicht an Mathenia vorbeibringen. Auch im Rest der ersten Halbzeit bliebt Kiel zielstrebiger, wirklich gute Chancen spielten sie sich aber nicht heraus.

Nach der Pause kam der Club dann besser ins Spiel, kombinierte sich sogar ab und zu Richtung Kieler Tor. Die großen Chancen entstanden dann aber nach Standards: Sörensen köpfte nach einer Ecke an die Latte. Borkowski wurde nach einer anderen Ecke von Margreitter schön freigespielt, traf aber nur den Außenpfosten. Darüber hinaus hatte der Club auch einige schöne Kombinationen, es fehlte ihm aber da oft das durchschlagende Ende, auch wenn man bis zum Strafraum gefällt kombinierte. Nach etwas mehr als einer Stunde wechselte Robert Klauß mit Borkowski und Hack beide Stürmer aus, brachte für sie Shuranov und Dovedan positionsgetreu, so dass die letzte halbe Stunde die Startelf vom Samstag wieder auf dem Feld stand.

Kurz nach dem Wechsel glich Kiel dann gegenläufig zum Spielverlauf in der zweiten Halbzeit aus. Eine Flanke von van den Bergh an den langen Pfosten sorgte dafür, dass Handwerker ins Kopfballduell mit Serra musste und dort klar unterlegen war. Der Kieler Angreifer konnte ohne Probleme den Ball ins Nürnberger Tor köpfen. Die Gäste gewannen mit dem Treffer Selbstvertrauen und wieder Oberwasser und zogen dann wieder ihr ballbesitzorientiertes, geduldiges Spiel auf. Wirkliche Torgefahr entwickelten sie allerdings nicht. Das lag auch wiederum daran, dass der Club weiter konzentriert verteidigte. Gegen Ende der Partie war es dann sogar wieder der Club der einige Angriffe setzte, allerdings ohne gänzlich durchschlagend dabei zu sein. 

So blieb es am Ende beim 1:1, bei dem Robert Klauß trotz der englischen Woche darauf verzichtete, mehr als zwei Wechsel durchzuführen. 

2. Das Spiel in drei Grafiken

Grafik 1 stellt an einigen Punkten sehr deutlich sichtbar dar, dass der Club gegen Ende des Spiels nicht in Passivität verfiel, sondern seinerseits in der Schlussviertelstunde sogar mehr vom Spiel hatte: Der Ballbesitz wurde deutlich höher – auch wenn Kiel den Ball insgesamt immer noch häufiger hatte. Der Club fuhr mehr Angriffe als Kiel, gewann – wie in der gesamten zweiten Halbzeit – mehr Duelle und stand deutlich höher als vor der Pause. Das ist insofern eine bemerkenswerte Entwicklung als all das vor wenigen Wochen noch anders ausgesehen hatte und der Club gerade nach Gegentoren und in der Schlussphase oft das Wackeln angefangen hatte.

Grafik 2 vergleicht wie am Samstag die Passnetzwerke und einerseits stellt man eine deutlich gleichmäßigere Verteilung beim FCN fest. Das Spiel war weder links- noch rechtslastig. Das gilt auch bei Kiel. Bei den Gästen fällt jedoch auf, wie viele Pässe zwischen den Spielern der Viererkette gespielt wurden. Das ist quasi eine Visualisierung der Geduld im Aufbau. Andererseits sieht man hier auch gut, dass die Offensivspieler relativ schlecht angebunden waren. Des Weiteren sieht man, dass sich beide Teams schwer taten ins gegnerische Verteidigungsdrittel zu kommen, der Club spielte 19% seiner Pässe in seinem Angriffsdrittel, Holstein 18%. 

Grafik 3 macht die unterschiedlichen Ansätze in Tornähe deutlich. Während der Club fast gänzlich auf Flanken verzichtete – und man sich trefflich darüber streiten kann, ob Møller Dæhlis Flanke auf Nürnberger in der ersten Halbzeit als angekommen zählen darf, weil dieser den Kopf dran hatte und ob Margreitters Rückpass auf Borkowski vor dessen Großchance wirklich als flache Flanke zählen darf – jagte Kiel jede Menge Flanken in die Mitte und vor allem in Richtung Janni Serra, was dann auch zum Torerfolg führte. 

3. Einordnung

Am 7. März zuletzt verloren, seit dem grausamen Januar insgesamt nur zwei Niederlagen, dazu elf Punkte aus den letzten fünf Spielen. Wer jetzt hier eine Parallele zur Analyse des Heidenheimspiels erkennt, ist aufmerksam. Es ist aber nicht nur Faulheit des Autors, sich eine neue Einleitung für die Einordnung zu suchen, die hinter dieser Wiederholung steckt. Es ist auch eine Metapher für eine gewisse Konstanz in den Leistungen des FCN, die sich inzwischen festgesetzt hat. Der Club hat sich gefunden und ruft, auch gegen Spitzenmannschaften seine Leistung ab. 

Das Spiel war insofern ein Symbol der Weiterentwicklung, dass der Club gegen einen fußballerisch sehr starken, geduldig spielenden Gegner mithielt, ja sogar bestehen konnte. Freilich klappte nicht alles, das Spiel nach vorne blieb bisweilen nur bis zum Strafraum gefällig, die Abwehr verteidigt zwar meist aufmerksam, ließ aber eben zwei Großchancen zu. Doch insgesamt bewegte man sich über 90 Minuten auf Augenhöhe mit einer Mannschaft, die – allen Widrigkeiten zum Trotz – um den Aufstieg bis zum Ende der Saison mitspielen wird. Das spricht für den Prozess, den der FCN in den letzten Wochen durchlaufen hat. Und so lag man am Ende irgendwo zwischen Pech bei den Alutreffern und Glück (und auch Können), dass Kiel die vorhandene fußballerische Überlegenheit nicht ummünzte.

Mit dem geholten Punkt ist jetzt auch endgültig und rechnerisch klar: Der FCN spielt auch 2021/22 in der Zweiten Bundesliga. Er hat nun fast zwei Wochen Pause, ehe es in die letzten drei Saisonspiele geht. In denen kann der Club einerseits noch aktiv ins Aufstiegsrennen eingreifen, andererseits aber auch noch selbst Plätze gut machen, die am Ende bares Geld bedeuten, schließlich beruht die TV-Gelder-Verteilung auch auf den jeweiligen Tabellenständen. So gesehen sind die letzten drei Spiele zwar nicht mehr für die Ligenzugehörigkeit wichtig, wohl aber für die Zukunft. 

4. Die Kennzahlen

Nürnberg   Kiel
1 Tore 1
0,75 expected Goals 1,02
0,75 expected Goals ohne Doppelchancen 0,68
0,57 Post-shot expected Goals 0,81
8 Schüsse 9
2 Schüsse aufs Tor 3
17,0 Schussentfernung (Ø, m) 18,4
4 Ecken 2
5 Freistöße 2
10 Fouls 12
11,1 PPDA 11,0
5 Challenge Intensity 6,9
18,2 Spieltempo 16,5
10 Ballbesitzphasen (geg. Strafraum) 9
00:10 Ballbesitzdauer (Ø) 00:17

*Alle Daten stammen von Wyscout. Benutzung der Daten von Wyscout unter der Journalistenlizenz des Anbieters.Die Terminologie von Wyscout wird in diesem Glossar erläutert.

5. Die Stimmen

Robert Klauß: „Wir waren uns schon vor dem Spiel relativ sicher, dass wir den Klassenerhalt holen. Es ist aber schön, dass es jetzt in trockenen Tüchern ist. Wir müssen am Ende mit dem Punkt leben, auch wenn wir natürlich noch einen weiteren Heimsieg raushauen wollten. Am Anfang haben wir etwas gebraucht, um reinzukommen. Das ist aber normal in einer Englischen Woche. Da war mir zu wenig Zug nach vorne drin. Dann wurde es aber auch besser. Was mich etwas ärgert, dass wir in unserer besten Phase den Ausgleich kriegen. Da mussten wir uns kurz schütteln. Trotzdem war das eine gute Englische Woche, sieben Punkte sind gut. Das ist eine Steigerung im Vergleich zur Hinrunde. Wir haben eine Phase, in der wir ganz stabil sind. Das haben wir uns in dieser Saison hart erarbeitet und das wollen wir jetzt auch nutzen. Wir wollen weiter ranklotzen und in den letzten drei Spielen so viel holen, wie es geht.“

Ole Werner: „Ich glaube, dass das ein sehr intensives Spiel war. In der ersten Halbzeit hat es uns etwas an Genauigkeit gefehlt. Das hat auch dazu geführt, dass wir nicht allzu viele Torchancen hatten. Umgekehrt haben wir aber auch nicht zu viel zugelassen. In einer Situation waren wir dann unachtsam und geraden ins Hintertreffen. In der Schlussphase hat man auch gemerkt, dass wir nicht mehr so viel zuzusetzen hatten. Es ist ein guter Punkt für uns, aber wir müssen auch die Umstände im Blick behalten und müssen das realistisch betrachten.“

Dennis Borkowski: „Ich freue mich extrem über dieses Tor. Es war ein guter Pass von Valentini, ich habe mich gut freigelaufen, hatte dann beim Abschluss etwas Glück, weil ich weggerutscht bin. Insgesamt aber ein gutes Tor. Wir sind jetzt seit sieben Spielen ungeschlagen und haben gezeigt, was wir draufhaben. Ich bin froh, dass wir zuletzt so gepunktet und jetzt Ruhe nach hinten haben. Das war unser Ziel und ist uns gelungen.“

Uwe Stöver (Geschäftsführer Kiel): „Unterm Strich ist das Ergebnis gerecht, auch wenn wir nach der Pause bei den Latten- und Pfostentreffern ein bisschen Glück hatten. Wir haben das Spiel über weite Strecken bestimmt, aber nicht so viele zwingende Chancen wie gewohnt erarbeiten können. Aber es war ausreichend, um ein gerechtes Unentschieden mit nach Hause zu nehmen.“

Johannes Geis: „Es ist ein verdienter Punkt. Beide Mannschaften haben aufopferungsvoll gekämpft, der Punkt geht für beide in Ordnung. Wir können damit zufrieden sein. Wir haben jetzt eine gute Formation gefunden, die von den Trainern gut einstudiert wurde. Jeder bringt seine Stärken ein, ein Rädchen greift ins andere. Die letzten Spiele geben uns Selbstvertrauen. Wir wollen jetzt nichts herschenken. Jetzt kommen die geilen Spiele, aus denen wir das Maximum rausholen wollen, um die Saison positiv zu beenden.“

Thomas Dähne: „Wir nehmen den Punkt gerne mit. Das Spiel war etwas zerfahren. Wir hatten unsere Situationen, waren aber oft zu ungenau. Nürnberg hat es gut gemacht, wobei wir uns auch gut aus den Pressingsituationen lösen konnten. Mit dem Punkt können wir zufrieden sein.“

6. Die Noten 

Spieler CU-Note Kicker NZ BILD SofaScore
Christian Mathenia +3 2,5 3 3 6,6/10
CU-Urteil: Großtat gegen Porath, beim Gegentor machtlos.
Enrico Valentini 2- 2,5 2,5 2 7,3/10
CU-Urteil: Schöne Vorlage, sehr viele gute Aktionen gegen den Ball und in der Antizipation, bei der Flanken von van den Bergh eventuell zu weit weg.
Asger Sørensen +3 3,5 3 4 7,1/10
CU-Urteil: Kopfball gegen die Latte, mit viel Umsicht im Zweikampf.
Georg Margreitter +3 3 2,5 2 6,8/10
CU-Urteil: Umsichtig in der Verteidigung, viele gewonnene Duelle.
Tim Handwerker 5 5 5 5 7,0/10
CU-Urteil Ganz schwaches Spiel, nicht nur wegen des verlorenen Kopfballduells vor dem 1:1. Auch so mit vielen Fehlern.
Fabian Nürnberger 3- 4 3,5 4 6,5/10
CU-Urteil Dynamisch und energisch wie immer, wenn auch nicht immer zielführend.
Johannes Geis 4 4,5 4 4 6,4/10
CU-Urteil: Ballverluste, Unsicherheiten im Passpiel. Nur ab und zu schöne Seitenwechsel.
Tom Krauß 3 4 3 3 6,8/10
CU-Urteil: Bissig und unnachgiebig, nicht immer ganz präzise.
Mats Møller Dæhli +3 4 3 4 6,5/10
CU-Urteil: Dynamisch und stark im Pressing, mit vielen guten Ideen, auch wenn die Durchführung nicht immer klappte.
Dennis Borkowski 2- 2,5 2,5 2 7,0/10
CU-Urteil: Tor, Pfostenschuss, viel Energie nach vorne. Nicht immer mit dem letzten Biss, aber gute Leistung.
Robin Hack +4 4,5 4 4 6,5/10
CU-Urteil: Hatte immer wieder Dynamik und Geschwindigkeit, kam aber nicht so recht in die letzte Linie.
Erik Shuranov 3- 4 7,0/10
CU-Urteil: Sehr engagiert und bemüht, mit einigen guten Laufwegen. Allerdings nicht immer zielführend.
Nikola Dovedan 4 4 6,4/10
CU-Urteil: Wie immer bei Dovedan: Ansätze gut, Durchführung weniger. Bleibt träge.
  -/10
CU-Urteil:  
  -/10
CU-Urteil:  
  -/10
CU-Urteil:  

31 Gedanken zu „Zwischen Glück und Pech – Analyse zu Kiel #FCN #FCNKSV

  • Ich will mir gar nicht ausmalen, wo der Club stehen würde bzw. könnte, wenn man es ab Saisonanfang geschafft hätte, nach Führungen weiter aktiv zu bleiben und nicht in Passivität zu verfallen.
    Was uns dann unglaublich viele Punkte gekostet hat.

    Das ist auch etwas, was ich nach wie vor einfach nicht verstehe. Klar, es wird/wurde immer viel von der Entwicklung gesprochen, der dafür nötigen Zeit usw., mag ja auch alles sein, aber das ist ja keine spielerische Entwicklung, da gehts ja nicht um das Einüben und Verinnerlichen von Automatismen, sondern in erster Linie ist es eine Kopfsache.
    Klar ist auch das in gewissem Maße eine Entwicklungssache, aber warum man da so lange gebraucht hat, um den Schalter umzulegen, verstehe ich nach wie vor nicht so ganz.

    Vor allem wenn man sich anschaut, wie reif sich die Mannschaft spielerisch schon in der Sommervorbereitung präsentiert hat.

    Aber gut, besser spät als gar nicht.
    Und dabei ist das gestrige Spiel besonders exemplarisch für die Entwicklung, könnte man es ganz oberflächlich betrachtet doch als Rückfall sehen (Führung in der ersten Hälfte, nicht das 2:0 nachgelegt und Ausgleich kassiert), aber von der Art und Weise des Auftretens nicht vergleichbar. Unterm Strich wohl schon ein leistungsgerechtes Remis, aber doch eins, bei dem das Glück angesichts unserer Alutreffer etwas mehr auf Seiten der Kieler war.

    Wenn man es schafft, so konstant über eine gesamte Saison hinweg aufzutreten, dann würde man wohl nicht nur eine sorgenfreie Saison spielen, sondern dürfte durchaus im oberen Tabellendrittel ordentlich mitmischen.

    Antwort
  • Gutes Spiel von uns: griffig und mit Plan. Ich bin überrascht, dass wir nur 0,75 „expected goals“ auf dem Zettel stehen haben, denn zumindest die beiden Borkowski-Aktionen waren schon dicke Dinger, die dann ja auch 1 Tor gebracht haben. MMD hätte ich etwas besser benotet.

    Antwort
  • Schade das Margreitter nächste Saison weg ist .
    Wieso Robert Klauß auch wenn er fit und gut trainiert hat auf den Österreicher verzichtete bleibt spätestens seit Januar für mich ein Rätsel.

    Antwort
  • Ich verstehe auch nicht so ganz warum man mit Georg Margreitter nicht das Gespräch sucht oder liegts am zu hohen Gehalt? Niemand ist fehlerfrei aber mit ihm auf dem Platz haben wir immer die besseren Phasen. Mit seinem Charakter und seiner Erfahrung kann ich mir gut vorstellen mit ihm um ihn herum die neue Abwehr aufzubauen auch wenn er als Backup noch 1 Jahr dran hängt.

    Antwort
    • Wahrscheinlich wollte er eben nicht nur „ein Jahr dranhängen“, schon gar nicht bei sicherlich arg reduzierten Bezügen.
      Zudem ist eben die Hecking-(Rebbe?)-Linie des Vereins ganz klar erkennbar das Setzen auf jüngere Spieler – nur so lässt es das wirtschaftliche Überleben des Club wahrscheinlich werden. In der Hoffnung, dass man eine Truppe finden wird, die kommende Saison auch gerne mal etwas früher den Klassenerhalt (in Liga 2!) festmachen kann.

      Tim Handwerker tut mir fast schon leid, weil er mir hoffnungslos überspielt scheint. Auf den heißbegehrten AV-Positionen muss ganz dringend nachgelegt bzw. entwickelt werden.

      Antwort
    • Margreitter hat aktuell ein leichtes Hoch, aber auf Dauer kann man schon allein aufgrund seiner verletzungsanfälligkeit nicht auf ihn bauen, hat ja diese Saison auch fast drei Monate bzw. 10 Spiele gefehlt.
      Die Rolle als verlässlichen Backup kann man ihm da einfach nicht anvertrauen, und als Stammspieler noch weniger.
      Vor allem weil er zwar aktuell vielleicht recht stabil sind, aber wir wissen auch alle, dass er auch für ordentliche Böcke gut ist und sein Aufbauspiel ist jetzt auch nicht gerade zukunftsträchtig…

      Mag sein, dass er momentan gute Leistungen bringt, aber halt auch im Rahmen einer insgesamt sehr viel besser funktionierenden und stabileren Mannschaft, wobei ich die Unterschieder weniger in der Defensive, als dem besser funktionierendem Pressing durch die Offensive und das Mittelfeld sehe.

      Am Ende bleibt Margreitter einfach ein Auslaufmodell, mit Sörensen haben wir einen etablierten Spieler, mit Knöthe und Krätschmar zwei Perspektivspieler mit Potenzial, und ein neuer Abwehrchef soll bzw. muss kommen. Da sehe ich wenig Raum bzw. Sinn in einer Weiterverpflichtung von Margreitter, noch dazu, wo wir jeden Euro zweimal umdrehen müssen.

      Antwort
      • Perfekt analysiert.

        Der „kicker“ hat damals geschrieben: „Georg Margreitter wird keinen neuen Vertrag erhalten, selbst wenn ein finales Gespräch zwischen den Parteien noch aussteht. Alter, Gehalt, Verletzungs-Anfälligkeit – zu viel spricht gegen den 32-jährigen Österreicher.“

        Es gab also durchaus mehrere Gespräche mit Schorsch Margreitter. Und ich denke auch, dass es an unterschiedlichen Gehalts-Vorstellungen scheiterte. Schorsch verdient wohl recht gut in der Relation – historisch bedingt. Und da konnte man keinen Kompromiss finden.

        Dass Margreitter den Verein verlässt, finde ich auch sehr schade. Richtig guter Typ. Führungsspieler. Einwandfreie Einstellung. Aber leider sehr verletzungsanfällig.

        Antwort
        • Wir wissen auch nur mit jungen geht es gerade in der rustikalen 2. Liga nicht. Es macht immer die Mischung aus jung und alt und Erfahrung, sieht man an jeder Mannschaft, die oben steht oder wer hat Bielefeld letztes Jahr rauf geschossen? … Dennoch ich vermute man will am Ende die teuren Spieler von Payroll herunterbekommen auch wegen den schwierigen Zeiten, was nachvollziehbar ist.

          Antwort
          • Ich bin mir relativ sicher ein Team bestehend aus elf Tom Krauß würde relativ problemlos aufsteigen. Alter ist völlig belanglos, wenn das Talent, der Körper und die Einstellung da sind.

            Und das war nicht anders, als wir mit Ekici, Gündogan, Schieber, Hegeler und co. die Bundesliga aufgemischt haben.

            Was bei uns war es oft das Problem, dass die talentierten Jungen (Mendler, Wießmeier, Pagenburg,…auch Teuchert) oftmals halbe Hemden waren, und mit denen tut man sich natürlich schwer. Sabiri, Löwen oder eben auch Krauß und Nürnberger bringen da körperlich ganz andere Voraussetzungen mit.

            Antwort
            • Nein und sogar klar, du verschweigst einen wichtigen Faktor, nämlich Erfahrung. Und das ist wie bei kleinen Kindern, du kannst es 100 mal erzählen und warnen, sie müssen ihre Erfahrungen trotzdem meistens selber machen. Erst dann ist es da und gespeichert. Gerade ältere Spieler wissen wie man sich in schwierigen Situation verhält, wann man ruhig bleibt und wann man die Streitaxt rausholt (Bild wie bei den Männern mit den Bärten) und pushen muss, Verlängerungen, Sekunden wenn ein Spiel kippt oder nicht, das hat wenig mit Talent zu tun sondern mit Erfahrung. Junge Talente funktionieren nur in einem Gerüst das stabil ist, in einer ausbalancierten Manschaftshierarchie ich glaube erst dann können sie sich voll entwickeln.

              Antwort
            • Also Profisportler mit kleinen Kindern gleich zu setzen ist schon etwas schräg. Erfahrung kann hilfreich sein, wenn man so weitermachen will, wie bisher, wenn man etwas neues wagen will, dann ist Erfahrung fast immer nachteilig, weil man in schwierigen Situationen immer wieder in alte Verhaltensmuster zurück fällt.

              Ich kann auch nicht sehen, dass unsere Abwehr im nächsten Jahr einen Mangel an Erfahrung hätte, auch ohne Margreiter nicht. Da sind immer noch Valentini, Sörensen und Mathenia, dazu Handwerker den man ja auch nicht als Jungspund sehen kann. Unser Defensivproblem in diesem Jahr lag auch nicht an fehlender Erfahrung sondern eher an der Verzahnung mit dem Mittelfeld, sprich der Abstand zwischen den Mannschaftsteilen war oft schlecht, erst mit dem Wechsel zur Raute wurde das deutlich stabiler. Insofern sehe ich die gute Abwehrarbeit zuletzt weniger in der Rückkehr von Margreiter begründet als in der besseren Abstimmung der Mannschaft insgesamt.

              Dazu kommt uns fehlt ganz deutlich Aufbauqualität in der Abwehr, da haben sich weder Margreiter noch Sörensen mit Ruhm bekleckert und uns fehlt auch ganz deutlich Geschwindigkeit, eine Vertragsverlängerung mit Margreiter hilft uns bei beidem nicht weiter.

              Würde Margreiter mit deutlich veringerten Bezügen für ein weiteres Jahr unterschreiben wäre das sicher kein Fehler, aber es wäre komplett sinnlos sich für ihn finanziell aus dem Fenster zu lehnen.

              Und ich kann mir auch vorstellen, dass Margreiter mit 32 gerne einen 2-3Jahresvertrag will, der ihm etwas Sicherheit gibt, vielleicht sogar in der österreichischen Heimat?

              Antwort
              • Also Profisportler mit kleinen Kindern gleich zu setzen ist schon etwas schräg. Erfahrung kann hilfreich sein, wenn man so weitermachen will, wie bisher, wenn man etwas neues wagen will, dann ist Erfahrung fast immer nachteilig.

                Du weißt schon was gemeint ist, nicht das Alter gleichzusetzen sondern ein Prinzip zu lernen und das gilt von Kindheit an lebenslang am meisten lernt man aus Erfahrung, auch wenn du es gewohnt gerne versuchst Teile herauszulösen und Sinn zu entfremden richtig toll. Und es ist ein sehr gewagtes, in meinen Augen sogar komplett falsches Theorem, Erfahrung würde blockieren, genau das Gegenteil ist der Fall, wenn man Erfahrung hat kann man Neues besser einordnen und erschließen. Margreitter und das ist kein Must Have aber ich hätte ihn gerne noch 1 Jahre gesehen egal ob in der Startelf oder als Backup, und besonders auch mit dem blitzsauberen Charakter eine Truppe mit zu formen, aber wie schon mehrfach geschrieben, das Gehalt wird der Kasus Knaxus sein und das verstehe ich auch.

                Und für die Verfechter eines Traumes der mit der Realität wenig zu tun hat, zeigt mir doch mal eine Mannschaft in der 2. Liga aus dem oben Drittel die nur mit 18-21 jährigen oben steht? Daran ist sogar Dortmund schon gescheitert als Hummels gefordert hat wir müssen wieder mehr Männerfußball spielen, Erfahrung ist auch heute noch im Profifußball ein hohes Gut. Die Mischung machts am Ende aus

                Antwort
                • zeigt mir doch mal eine Mannschaft in der 2. Liga aus dem oben Drittel die nur mit 18-21 jährigen oben steht?

                  Du bist de Meinung unsere Mannschaft würde ohne Margreiter nur nch aus Spielern zwischen 18-21 Jahren bestehen? Oder die Abwehr würde nur noch aus Spielern zwischen 18 und 21 Jahren bestehen?

          • Es ist ja jetzt nicht so, dass wir sonst keine Erfahrung in der Mannschaft hätten, bzw. nach Margreitter nur noch Jungspunde da wären in der Defensive. Sörensen und Handwerker gehen dann in ihre jeweils 5. Profisaison, Valentini ist eh ein alter Hase und man sucht ja nicht einfach nur einen weiteren IV, sondern einen Abwehrchef, Schindler wurde da ja schon konkret gehandelt.

            Und am Ende zählt halt einfach die Qualität bzw. was die Leute drauß machen, wie gut das Mannschaftsgefüge passt oder eben nicht… du kannst mit jeder Altersstruktur groß Auftrumpfen oder Abkacken…

            Antwort
            • du kannst mit jeder Altersstruktur groß Auftrumpfen oder Abkacken…

              Nur wenn du die falschen Spieler hast, schlechte junge Spieler und schlechte ältere Spieler ergeben natürlich in jedem Fall eine schlechte Mannschaft. Wenn man aber Qualität hat ist die Mischung aus Jung und Erfahrung essentiell. Es gibt weltweit keine einzige Mannschaft ,die ohne Erfahrung nach hohen Zielen greift. 😮
              Ich habe es selber einmal erlebt als eine A Jugend, die deutscher Vizemeister geworden ist, man hat alle alten nicht so talentierten Spieler aus dem Männerkader weggeschickt und diese A -Jugend komplett hochgezogen hochtalentiert und die ist sogar in der Landesliga! im 1. Jahr komplett abgekackt. Ohne Erfahrung fehlt immer Stabilität.

              Antwort
  • Ich finde, Tim Handwerker ist zu schlecht benotet. Sicherlich verliert er das Kopfballduell, aber die Flanke war einfach erste Sahne. Natürlich ist auch seine Passquote schlecht, aber andereseits hat er eben auch immer den Mut und das Auge, riskante, vertikale Pässe zu spielen. Und ein bisschen Risiko tut unserem Spiel gut. (4-??)

    Antwort
  • Beim Gegentor trifft Handwerker meiner Meinung nach keine Schuld.

    So schnell sich noch näher an Serra zu orientieren war nicht möglich. Noch dazu kommt der Ball ziemlich als Bogenlampe und Serra ist auch größer als Handwerker.

    Die Mannschaft hat diese Saison mit ganz wenigen Ausnahmen immer vorbildlich gekämpft. Insgesamt ist der Kader nicht mit Selbstvertrauen gesegnet. Zuletzt war dieses Selbstvertrauen aber spürbar. Die Folge sind weniger versprungene Bälle und ein Spielaufbau, der den Namen auch verdient.

    Leider merkte man gerade Mühl mangelndes Selbstvertrauen an. Schäfflers Körpersprache wurde zuletzt immer negativer. Kann gut sein, dass die bessere Spielanlage auch mit dem Fehlen von Schäffler und Mühl zusammenhängt.

    In der BILD war vor einiger Zeit zu lesen, Margreitter würde 25 T€ monatlich verdienen. Die Spitzenverdiener Mathenia, Dovedan und Mühl 50T€. Mittlerweile haben wir Corona und Margreitter ist nicht jünger geworden. Ein Gehalt unter dem letzten Vertrag dürfte Margreitter akzeptieren. Einer. Verlängerung des Vertrags würde ich positiv gegenüberstehen, da Margreitter u. a. immer Selbstvertrauen ausstrahlt. Eine Eigenschaft, die einigen anderen Spielern abgeht.

    Antwort
    • Hab die Szene sehr oft angeschaut und die Vororientierung von Handwerker ist – Größenunterschiede hin oder her – schon echt schlecht. Er schaut nur Richtung Ball, so dass Serra den entscheidenden Abstand gewinnen kann und dann ist das Timing beim Kopfball auch noch falsch, weil er zu früh abspringt. Das ist schon sein Ding.

      Antwort
  • Das „Doch Porath konnte nach Serras Flanke den Ball nicht an Mathenia vorbeibringen.“ im Text ist mir zu negativ. Das war mal ein wirklich starker Reflex von Mathenia – bei den Noten steht es dann richtig.

    Antwort
    • Das siehst Du völlig richtig: man sollte stets die Helden besingen, nicht das Scheitern 😉

      Antwort
  • Gestern gab es wieder einen Leckerbissen für Freunde des VAR:

    Dass das Gegentor von Sandhausen gegen Fürth trotz Foul am Torwart im 5-Meterraum und Handspiel beim Assistgeber gezählt hat, ist eigentlich ein Skandal. Das Geschrei ist nur deshalb nicht allzu groß, weil es letztlich nichts kaputt gemacht hat…

    Antwort
  • Wenn man dann noch bedenkt dass VAR Kempkes sich auf VAR konzentriert und nicht mehr auf dem Feld
    aktiv ist wird es noch krasser .
    Markus Schmidt am Wochenende mit unglaublichen Handelfmeter für Ingolstadt und gestern in Fürth wieder sehr schlecht.
    Am Saisonende ist es für den Stuttgarter vorbei (Altersgrenze).

    Antwort
  • Mal was lustiges zur Abwechslung, Medeiros hat jetzt einen festen Vertrag bei Braga (800.000 Tsd bekommt der Club) mit einer 30 Mio Ausstiegsklausel 🙂 Also spätestens wenn wir CL spielen könnten wir ihn zurückholen..

    Antwort
  • Also Marktwert fast wie Gerard Moreno (35 Mio) der Tormaschine von Villarreal der heute
    im EL Halbfinale gegen Arsenal spielt und inzwischen Nationalspieler des Weltmeisters von 2010 ist.
    Verrückte Fußballwelt.
    Warum hat es mit Medeiros beim FCN eigentlich so gar nicht funktioniert ?

    HSV – KSC mit SR Waschitzki und VAR Rohde kann auch interessant werden.
    Denke aber nicht dass der KSC so dagegen halten kann wie gestern der SVS beim Tabellenzweiten.

    Antwort
    • Eine festgeschriebene Ablösesumme ist nicht der Marktwert, der kann deutlich drunter liegen oder auch deutlich drüber.

      Antwort
      • Ja ist eine Ausstiegsklausel der Marktwert wird dennoch mit stolzen 4 Mio aktuell geführt. Da habe ich auch Bauchschmerzen, wenn man bedenkt bei uns ist er nicht mal zu einer Torbeteiligung gekommen in den Pflichtspielen.

        Antwort
    • Denke aber nicht dass der KSC so dagegen halten kann wie gestern der SVS beim Tabellenzweiten.

      Der KSC spielt heute ohne 7 Stammspieler, wäre ein Wunder wenn der HSV, auch in der aktuellen Form, nicht deutlich gewinnt.

      Antwort
  • Es sieht danach aus dass @ Juwe der HSV Experte ist.
    Habe blutleeren KSC gegen Osnabrück (0.1) gesehen und heute das Gegenteil.

    Antwort
    • Der HSV muß irgendwo einen Magnetkompass haben, der ihn jedes Jahr pünktlich zum Endspurt auf Platz 4 runter zieht, außer den Abstiegsrängen der blödeste Platz in der Tabelle. Das wird eine 2. Liga nächste Saison, wenn der HSV auch hier bleibt.

      Antwort

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.