Aufbaugegner

„Schlusspfiff im Hamburger Volksparkstadion!“, verkündet der Mann im Fernseher. „Der HSV, der in den letzten fünf Spielen keinen Sieg landen konnte, gewinnt die Montagabendpartie gegen den heute wieder ganz in Schwarz angetretenen neunmaligen deutschen Meister und vierfachen Pokalsieger 1. FC Nürnberg satt mit 5:2! Der Trainerwechsel scheint sich ausgezahlt zu haben. Horst Hrubesch hat den HSV wachgeküsst…“

 

„Aufbaugegner.“

 

„Was?“

 

„Aufbaugegner. Unsere Mannschaft war ein Aufbaugegner.“

 

„…Bleiben Sie noch ein bisschen auf diesem Sender, liebe Fußballfreunde! Gleich kommen Interviews mit den Trainern beider Mannschaften und mit Spielern dieser herrlichen Partie, die uns – Fußballherz, was willst du mehr? – sieben Tore beschert hat. Und genießen Sie an diesem lauen Maiabend dieses Bild: Die beiden Mannschaftskapitäne im lockeren, schulterklopfenden Plausch. Der Nürnberger Valentini und der Hamburger Leibold. Die beiden ehemaligen Club-Kollegen in freundschaftlicher Zweisamkeit…“

 

 „Im Trikot getrennt, im Geist und in der Seele vereint. Das ist es, was im Sport zählt, mein Sohn. Ein dreifach Hoch auf die Sportkameradschaft!“ 

 

„Aufbaugegner.“

[Zum Spiel: klick, klick, klick.]

20 Gedanken zu „Aufbaugegner

    • Immerhin macht das Ergebnis den Aufstiegskampf eines anderen fränkischen Vereins etwas spannender 😉
      Was mich mein kleiner weißer Clubbär (Modell 2020) übrigens fragt: warum haben diese Bären Trikots an und wir nicht? Wir haben nur ein rotes Ohr und eine rote FCN-Fußsohle, sind aber sehr plüschig.
      Kommen die Trikotbären vielleicht aus einer Zeit, als man über die Club-Performance nicht ganz so viel (ins weiche Plüschtier) weinen musste 🙂

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  • In der Wohlfühloase FCN ist man mit 40 Punkten zufrieden und nach Platz 16 der letzten Saison hat
    man sich ja gesteigert und es ist scheinbar egal ob nach dem 34. Spieltag Platz 11 oder 14 steht.
    Nach den letzten beiden Spielzeiten gehört der FCN leider nicht mehr zu den TOP 25 in Deutschland.
    Eigentlich unglaublich aber es ist die Wahrheit ( siehe DFL TV Ranking).

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  • Der Club ist ein klassischer, wenn nicht der klassische Traditionsverein. Und ein Teil dieser Traditionskultur ist, dass der FCN seitdem ich mich erinnern kann, der wohl freundlichste und großzügigste Aufbaugegner im deutschen Bezahlfußball ist! So gesehen blieb der (ersatzgeschwächte) Club gestern beim Krisen-HSV nur seiner traditionellen Linie treu.

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  • Jetzt kurz vor dem Saisonende darf man sich schon mal die Frage stellen was unter Klauß und Hecking eigentlich besser geworden ist? Ok, wir haben recht knapp den Abstieg vermieden. Ein paar gute Anzeichen gibt es auch (Shuranov, Rosenlöchner, Borkowski) trotzdem am Ende zählt die Tabelle und die Performance und da ist die Bechmark wirklich sehr sehr tief, nach wie vor. Es zeichnet sich auch deutlich ab einfacher wird die 2. Liga kommende Saison nicht. Für mich war gestern bis auf die jungen Shuranov und Rosenlöcher und Mathenia, die komplette Mannschaft austauschbar, brauchen wir nicht.

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    • Ich will damit weder Hecking und Klauß in Frage stellen, solange es nicht total unstimmig ist bin ich gegen Trainerwechsel, aber auch ihnen sollte klar sein, erreicht haben wir dieses Jahr eigentlich nichts, so knapp vor den Abstiegsplätzen ist für mich zumindest kein Fortschritt und dieses Level haben wir gestern auch deutlich bestätigt.

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    • Für mich ist nichts besser geworden, wenn man mal davon absieht, dass wir immerhin nicht in den Relegation müssen. Es war eine verlorene Saison. Finanziell wie sportlich. Ich sehe weder einen klar gefälligeren Stil noch Konstanz, noch klare Entscheidungen. Noch immer steht Mathenia als schwacher Torwart im Kasten, noch immer wurden die Dovedan-, Schleusener-, etc. -PS nicht auf die Straße gebracht. der Königstransfer Schäffler hat nur bedingt überzeugt, Hack hat sich zurückentwickelt. Medizinisch will man jetzt auf ein Klinikum mit lokalen Experten setzen, anstatt die 200Km auch Augsburg und Straubing zu überweisen. Man holt eine Rebbe, der sich noch nirgens profiliert hat. Dasalles klingt für mich als Aussenstehenden wenig logisch.

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  • Wir sollten mit Blick auf gestern Abend ,aber auch nicht zu kritisch sein!
    Die Mannschaft hat sich durch die zahlreichen Ausfälle alleine aufgestellt.
    Da haben mindesten zwei Spieler gespielt, die im Normalfall nicht durchgespielt hätten, weil sie aus Verletzungen kommen. Beim Blick auf die Reservebänke war mir schnell klar, dass wir heute auch beim wechseln keinen Stich machen werden.
    Offensichtlich hatte dann MMM in der Halbzeit auch noch Probleme.
    Das Klauß im Interview danach mit keiner Silbe darüber sprach finde ich absolut bemerkenswert und spricht für Ihn!

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    • Wir haben mit einer Abwehr gespielt die bereits in der Bundesligasaison unter Köllner Stammspieler waren und was die seit nun 2 o. 3 Jahren abliefert ist teilweise einfach nur erschreckend. Man hatte nie Vertrauen darin. Seit Jahren nun wartet man in so gut wie jedem Spiel auf diese Totalaussetzer und Schlafphasen wo Tore einfach zu leicht hergeschenkt werden.

      Antwort
      • Das ist falsch.

        Sörensen und Handwerker kamen erst im Sommer 2019. Also nach dem Abstieg aus der Bundesliga. Beide haben somit nicht schon unter Köllner gespielt. Im Gegensatz zu Valentini und Mühl.

        Richtig ist aus meiner Sicht, dass Mühl und Sörensen selten Sicherheit ausstrahlten, wenn sie zusammen auf dem Platz standen. Was sich aber in der neuen Saison ändern wird – und das ist auch gut so. Schindler dürfte dann gesetzt sein als Abwehrchef.

        Dass Mühl (kicker-Note 6) und Valentini (kicker-Note 5,5) gestern furchtbar verteidigten, steht ebenfalls außer Frage. Das lässt sich auch nicht mit der ohne Zweifel sehr hohen Qualität der HSV-Offensive entschuldigen.

        Unter dem Strich natürlich eine vollauf verdiente Niederlage gegen einen bestens aufgelegten HrubeschSV. Wie zu erwarten war. Unser Club hat nach einer Serie von sieben Spielen ohne Niederlage gestern verloren. Kein Grund jetzt, wieder in Krisengebell zu verfallen.

        Was unter Hecking und Klauß sportlich besser geworden ist?
        Einiges. Insbesondere aber das Über-den-Tag-Hinausdenken.

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        • Stimmt Handwerker und Sörensen kamen nach dem Erstligaabstieg. Dennoch über den Tag hinaus denken gut und schön, aber am Ende sprechen wir nicht über einen Tag sondern eine komplette Saison, wir sind ja fast am Ende, ein Ergebnis ein Resumee ziehen und wenn ich so ein Spiel wie gestern sehe am 32. Spieltag und weite Teile der Saison Revue passieren lasse, ist das nur eine sehr kleine Verbesserung zu letzter Saison höchstens. MMD gehört uns noch nicht, die Frage ist ja auch offen, der etwas mehr Qualität gebracht hat. Borkowski ebenso nicht. Dieser Kader muß noch erheblich entrümpelt und umgebaut werden.
          Ich hätte mir diese Saison schon mehr erwartet zumindest sich immer im Mittelfeld mit aufzuhalten. Bei einem Spiel wie gestern kommen mir zumindest die ganzen 2 Jahre wieder hoch wo ein Desaster das andere förmlich jagte.

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      • Absolut richtig: es ist erschreckend. Beide Innenverteidiger und auch Handwerker wirken dauerhaft im Tiefschlaf. Bei Mühl war es schon immer so, dass er eine halbe Sekunde gebraucht hat, um Situationen zu realisieren und zu reagieren. Genau so ist das Tor von Terrodde gefallen und auch bei Kittels Tor hat er nicht einmal eine Rettungsgrätsche versucht…Sörensen ist insgesamt halt brutal langsam. Alleine sein Kopfballspiel hält ihn wohl in der zweiten Liga. Schlimm ist, dass auch Handwerker seine Schlafmützig- bzw. Unkonzentriertheit nicht ablegt. Er hat sich diese Saison nicht nur nicht weiterentwickelt, sonder im Vergleich zur Rückrunde der letzten Saison deutlich zurückentwickelt. Vale ist halt Vale. Er ist nicht der schnellste, mangelnden Einsatz kann man ihm aber nicht nachsagen und er hat sich wieder etwas stabilisiert. Wie schlecht müssen also alle Verteidiger sein, die dahinter stehen? Wieso probiert ein Klauss nicht mal Spieler aus der Zweiten, bevor man eine formlosen Mühl, der uns verlässt, zum hundertsten Mal das Spiel mitentscheiden lässt? Wer sich in der aktuellen Tabelle- und Kadersituation nicht für einen Einsatz aufdrängt, den kann der Club sofort abgeben – das gilt auch für die zweite Mannschaft. Dort müssen Spieler entwickelt werden, die den nächsten Schritt in die Profimannschaft schaffen können. Wer das jetzt nicht schafft, ist dafür viel zu weit weg. Ich bin wirklich gespannt, was Hecking/Rebbe im Defensivbereich bewegen. Bei Schindler bin ich aufgrund seiner Verletzungshistorie skeptisch. Warum finden wir keine gestandenen Verteidiger aus der 2. und 3.Liga?

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        • Gebe Dir in Vielem was Du schreibst recht! Aber übermäßig skeptisch zu sein wegen einer Verletzungshistorie die seit 2015 eine Erkältung, einen Knieverletzung (Ausfall 5 Tage) einen Nasenbeinbruch (12 Tage), krank (nicht näher definiert 18 Tage) und die letzte einzig schwere Verletzung aufweist halte ich schon für übertrieben.

          Antwort
  • @Juwe

    Ohne Zweifel, Du hast Recht: Der Kader muss noch erheblich umgebaut werden. Was aber im ersten Jahr nur unter Einschränkungen möglich war. Stichwort Transfermarkt. Stichwort Pandemie. Dass Palikuca einen schlecht zusammengestellten Kader hinterlassen hat, der diese Umbauten erst nötig macht, dürfte mittlerweile völlig unstrittig sein. Und das sollte man fairerweise berücksichtigen.

    Das Ganze ist kein Sprint, sondern mindestens ein Mittelstreckenlauf. Frag mal nach bei den Nachbarn, wie sie das erste (durchaus komplizierte) Jahr unter Azzouzi/Leitl sehen. Wahrscheinlich würde Dir Azzouzi antworten, dass es vollkommen richtig war, den Arsch in der Hose zu haben und an Leitl trotz Gegenwinds aus dem Umfeld festzuhalten. Wahrscheinlich würde Dir Azzouzi erzählen, dass diese Saison zwar kompliziert war, aber sehr wichtig, um die Spielidee von Leitl zu verankern, um Mechanismen entstehen zu lassen. Und er würde Dir wahrscheinlich auch verklickern, dass man ohne diese komplizierte Saison nicht dastehen würde, wo man jetzt steht. Weil Weichen gestellt wurden.

    Alles also ein Prozess. Mit Rückschlägen. Mit zwischenzeitlichen Zweifeln. Wie im richtigen Leben. Dazu kommen noch branchenspezifische G’schichten. Wie zum Beispiel, dass Nürnberger womöglich bald kein Nürnberger mehr sein wird, weil er Begehrlichkeiten bei besser bezahlenden Vereinen weckt. Trotzdem: Wer die Fortschritte einzig und allein nur am Tabellenplatz misst, macht einen großen Fehler. Und zwar den Fehler, den unser Club in der Vergangenheit allzu gerne machte. Wer die Fortschritte nur an nackten Zahlen festmacht, ist auf dem Holzweg. Und hat nicht verstanden, warum der VfL Bochum, der KSV Holstein Kiel und – ob es einem gefällt oder nicht – auch das Kleeblatt diese Liga dominieren! Der hat es einfach, sorry, nicht verstanden.

    Wenn Du mich fragst, wo aber sind denn dann die Fortschritte, die man nicht am Tabellenplatz festmachen kann, dann fallen mir ganz spontan folgende Dinge ein:

    – Pressingverhalten (nicht immer, aber immer öfter)
    – taktische Variabilität (Klauß hat mit der Raute eine Lösung gefunden auf spielerische Probleme infolge des Verletzungspechs)
    – Stehvermögen (Hecking hat zu keiner Zeit Zweifel an Klauß aufkommen lassen, zumindest in der Öffentlichkeit nicht)
    – Ruhe im Karton (wie oft musste Dr. Grethlein bzw. der Aufsichtsrat intervenieren? Eben. Und das ist sehr gut so, wenn der Aufsichtsrat mal schön im Hintergrund bleibt.)
    – Mechanismen (wir gehen mit dem gleichen Trainer und Mechanismen, die unter ihm erarbeitet wurden, in die nächste Saison. Das ist durchaus für uns ein Fortschritt!)
    – Durchlässigkeit (Shuranov, Knothe, Latteier, Rosenlöcher)

    Es haben ja einige vehement und wochenlang den Rausschmiss von unserem Trainer Robert Klauß gefordert. Mit Klauß würde man zu 100 Prozent absteigen undsoweiterundsofort. Abgestiegen aber ist Kickers Würzburg, die mit insgesamt 4 Trainern dabei waren. Stark abstiegsgefährdet sind der SV Sandhausen (3 Trainer) und der VfL Osnabrück (2 Trainer).

    Wer aber keinerlei Fortschritte sieht in dieser Saison, der hat in meinen Augen ein Problem mit seiner eigenen Erwartungshaltung. Du, guter @Juwe, hast zumindest ein Problem mit Deiner Erwartungshaltung gestern, das HSV-Spiel betreffend. Denn dass wir es dort im Hrubesch-Hype mit einem Rumpfkader sehr schwer haben würden, musste man erwarten. Aber 7 Spiele ohne eine einzige Niederlagen wecken halt Erwartungen – ist dann auch wiederum verständlich. 😉

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    • Ja das unterstreiche ich klar, ich will keinen! Wechsel beim Sportvorstand oder Trainer auch ich habe mich vehement gegen einen Trainerwechsel ausgesprochen (das kochte nach der St. Pauli Niederlage hoch) und immer das Beispiel Fürth angeführt, das heißt auf der anderen Seite nicht, daß man auf einem Auge blind ist oder jemand unantastbar ist, es ist ein kritischer Blick wichtig, ich meine Hecking und Klauß haben sehr viel zu tun und ich bleibe dabei in der Summe sehe ich nur einen sehr kleinen Fortschritt in dieser Saison und letztlich sieht man den ja in der Tabelle, es wurde nicht 32 Spieltage lang gewürfelt.
      Aber es scheinen ja die richtigen Schritte zu folgen, die Abwehr darf und wird es so nächste Saison nicht mehr geben und heute wurde auf der FCN Seite auch Vollzug bei Schindler von Hudderfield gemeldet. Das stimmt schon wieder etwas optimistisch, weil ich auch glaube nur jung reicht nicht man benötigt auch Erfahrung und aus der Premier League das könnte zu einer Verbesserung führen.

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      • Schindler kommt aber nicht aus der Premier League, sondern aus der Championship, also Liga 2 und hat da in dieser Saison kaum gespielt und ist bereits 31. Huddersfield ist diese Saison auch nur mit Müh und not in Liga 2 geblieben, ok da konnte Schindler nichts dafür, der hat ja fast nie gespielt.

        Ich würde mich ja total freuen wenn er bei uns sofort eine Verstärkung wäre, aber bei der Personalie habe ich kein gutes Gefühl.

        Antwort
        • Aber Premier League Erfahrung und es ist bekannt man steckt letztlich in keiner neuen Personalie drin, die könnte auch auf dem Papier perfekt aussehen und in der 2. Woche kommt ein Kreuzbandriss. Zwei Punkte finde ich sprechen für Schindler die lange Zeit zur Regeneration die er bereits hinter sich hat und ablösefrei. Hoffen wir, daß wir da mal ein wenig mehr Glück haben.

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    • Volle Zustimmung, fränki!

      Mit Christopher Schindler könnte jener Stabilisator für die Defensivreihe verpflichtet worden sein, den die dann vermutlich noch jüngere/unerfahrenere Truppe kommende Saison auch dringend braucht.

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    • fränki: „Der Kader muss noch erheblich umgebaut werden. Was aber im ersten Jahr nur unter Einschränkungen möglich war. Stichwort Transfermarkt. Stichwort Pandemie. Dass Palikuca einen schlecht zusammengestellten Kader hinterlassen hat, der diese Umbauten erst nötig macht, dürfte mittlerweile völlig unstrittig sein. Und das sollte man fairerweise berücksichtigen.“

      Und es gibt noch einen Punkt: nach dem ersten Jahr nach mäßigen Verpflichtungen kannst Du wenig ändern, weil alle Verträge ja noch frisch sind. Das wird erst nach dem zweiten Jahr möglicher, weil bei den unzufriedenen der eigene Wechselwille größer wird und kurzfristigere Verträge bereits wieder am auslaufen sind.

      Das heißt, eigentlich kann erst jetzt der Umbau richtig losgehen.

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