Sieg zum Abschluss – Analyse zu Hannover #FCN #H96FCN

Analyse zu Hannover 96 – 1. FC Nürnberg 1:2 (1:1) – Der FCN gewinnt das letzte Saisonspiel, auch wenn die Augen anderswo sind.
1. Aufstellung und Formation
2. Das Spiel in drei Grafiken
3. Einordnung
4. Kennzahlen
5. Stimmen
6. Noten

1. Aufstellung und Formation

Robert Klauß setzte auf die Startelf aus dem Bochum-Spiel, verzichtete damit auch auf etwaige Startelfdebüts für Spieler mit bisher wenig Einsatzzeiten. Vor Mathenia, der am Ende des Tages auf die vollen 3060 Minuten in der Saison 2020/21 kommen sollte, spielten Valentini, Margreitter, Sørensen und Handwerker. Auch der Linksverteidiger spielte wieder voll durch und kam so auf die vollen 3060 Minuten – auch wenn er in Karlsruhe in der Nachspielzeit ausgewechselt worden war. Damit stellt der FCN zwei von drei Spielern, die keine Sekunde verpasst haben. Der dritte im Bunde ist Kiels Hauke Wahl. Auf die Bank kehrten Besong und Sorg nach Blessuren in den Kader zurück. Sorg bekam am Ende sogar eine Einsatzminute. Besong blieb ebenso wie der angeschlagene Borkowski auf der Bank. Besong und Früchtl waren am Ende des Spiels damit die einzigen Spieler des FCN, die zwar mindestens einmal im Kader standen, aber ohne Einsatzzeit blieben.

Der Club begann wie so oft in der Schlussphase der Saison mit aktivem Pressing und Druck auf Hannover im Aufbau. Bereits nach sechs Minuten ging der FCN in Führung. Shuranov schlenzte, nachdem er von Dovedan eingesetzt wurde, den Ball an den langen Pfosten, von wo aus der Ball ins Tor prallte. Das frühe Tor spielte dem FCN in die Karten, man konnte nun abwarten und auf Konter lauern. Gleichzeitig verteidigte man – nach einer kurzen Schlingerphase direkt nach dem eigenen Tor – gut und aktiv, hielt Hannover vom eigenen Strafraum weg. Das gelang lange Zeit relativ gut. Beide Seiten taten sich über weite Strecken der ersten Halbzeit allerdings schwer mit Genauigkeit nach vorne zu kommen. Als es dann mal gelang, stand Dovedan vor Ratajczak, schloss aber zu zentral ab. Im direkten Gegenzug konterte Hannover über Haraguchi, Maina und Ducksch. Die Clubabwehr kam nicht hinterher und es stand 1:1.

Nach dem Ausgleich ging es bald in die Pause. Hannover begann mit den Wechseln, tauschte in der Pause den Torwart und einen Innenverteidiger. Das Spiel blieb relativ ausgeglichen, zunächst hatte Hannover einige Abschlüsse, die der Club durch fahrige Ballverluste begünstigte, dann war der Club die Mannschaft mit den Chancen. Es war über weite Strecken ein Kick, der eben widerspiegelte, was es war: Das Duell um Platz 11. Das Tempo war übersichtlich, die Passgenauigkeit ebenfalls. Dass es am Ende der Club war, der einen Treffer erzielte, war vor allem dem Einsatz von Nikola Dovedan, der in einen Querschläger hechtete, und dem Torjägerinstinkt von Erik Shuranov zu verdanken, der dafür sorgte, dass der Clubyoungster vor Falette am Ball war.

Wirklich viel passierte danach nicht mehr. Hannover hatte einige Schusschancen aus der Distanz, aber wirklich zwingend war es nicht, erst in der Nachspielzeit war es Muslija mit einer guten Chance. Doch er setzte den Ball neben den Pfosten. Kurz vor Schluss wechselte Klauß dann tatsächlich noch fünf Mal, doch die Einwechslungen von Schleusener, Krätschmer, Mühl, Sorg und Rosenlöcher für Shuranov, Latteier, Hack, Krauß und Dovedan waren wirklich nur von statistischer Bedeutung. 

2. Das Spiel in drei Grafiken

Grafik 1 stellt noch mal die Passnetzwerke der beiden Mannschaft gegenüber. Da sieht man einerseits, dass das Spiel bei beiden Mannschaften sehr viel im Mittelfeld stattfand und beide Teams mehr Bälle über ihre linke Seite spielten. Ein linkslastiger Sommerkick also. Gleichzeitig sieht man auch, dass die Einbindung der Offensivkräfte bei beiden Teams nur so leidlich gut funktionierte. 

Grafik 2 stellt die Schusskarte des FCN dar. Drei gute Gelegenheiten (Dovedan direkt vor dem 1:1, Shuranov nach einer Flanke und Shuranovs 2:1) sind da zu sehen, plus eine Reihe Abschlüsse aus der Ferne. Die zeigen auch ein wenig eine Krux im Nürnberger Spiel. Der Club beendete die Saison mit einer durchschnittlichen Torentfernung von 19,67 Metern beim Abschluss. Die einzigen Teams, die noch weiter entfernt abschlossen, waren Braunschweig und Osnabrück. Die Spitzenteams aus Bochum, Fürth, Kiel, Hamburg und Düsseldorf schlossen alle im Schnitt mindestens zwei Meter näher am Tor ab. Etwas, das die Torwahrscheinlichkeit deutlich erhöht.

Grafik 3 visualisiert die Paraden von Christian Mathenia und wo die Schüsse von Hannover aufs Tor kamen, nur gegen Ducksch‘ Schuss aus nächster Nähe hatte der Clubtorwart keine Chance. Die anderen Bälle parierte er, darunter Falettes Kopfball, der einen hohen PSxG-Wert hatte. Mathenia verabschiedete sich, nach viel zum Teil berechtigter, zum Teil überharter Kritik mit einer guten Leistung in die Sommerpause. 

3. Einordnung

Der Sieg in Hannover war an diesem Nachmittag sowohl im Gesamtkontext als auch im Kontext der Saison weitgehend eine Randnotiz. Die wirklich wichtigen Ereignisse spielten sich an diesem Nachmittag in Fürth, Kiel, Bochum, Aue und Hamburg ab. Die Ereignisse dort dürften langfristig auch mehr Auswirkungen auf den 1. FC Nürnberg haben als das 2:1 in Hannover, auch wenn es Platz 11 sichert. Inwiefern dies Auswirkungen auf die TV-Geld-Tabelle hat, ließ sich nicht sofort eruieren, doch selbst wenn es so wäre, sind die Entscheidungen auf den anderen Plätzen gerade hinsichtlich der Ligazusammensetzung von größerer Bedeutung. 

Dennoch kann man den Abschluss in Hannover auch als Abschluss der positiven Entwicklung der letzten Wochen betrachtet werden. Aus den letzten zehn Spielen holte der Club 17 Punkte – nur die Aufsteiger aus Bochum und Fürth sowie Durchstarter Darmstadt holten in dieser Phase mehr Punkte. Nur ein einziges der letzten zehn Spiele (das 2:5 in Hamburg) verlor der Club. Inwiefern das nun einen Fingerzeig für die Zukunft darstellt, sei dahingestellt, das Ausmaß der personellen Veränderungen ist bislang nur abzuschätzen, die Viererkette wird mindestens im Zentrum in der kommenden Saison ein anderes Gesicht haben. Andere Ab- und Zugänge sind zu erwarten.

Robert Klauß hat in den letzten Wochen einen Spielstil und eine Grundordnung gefunden, die zur Mannschaft passt und welche diese auch umsetzen kann. Das macht die Saison nicht zum Erfolg, es macht sie aber auch nicht zum Misserfolg. Ob man die Saison jetzt als sorgenfrei deklariert und damit das Saisonziel als erreicht betrachtet, ist wohl eher eine Frage des Betrachtenden und ab wann dieser sich Sorgen macht. Ab dem 10. Spieltag war der Abstand auf Platz 16 immer mindestens zwei Punkte, ab dem 20. Spieltag nie geringer als fünf Punkte. Das gereicht sicher beim geneigten Clubfan zu Sorgen. Inwiefern diese dann rational sind, steht auf einem anderen Blatt. 

Das Wichtigste für den Club dürfte sein, dass er nach vielen Jahren einmal wieder früh Planungssicherheit hinsichtlich der Ligazugehörigkeit hatte und auch Kontinuität bei allen sportlichen Verantwortlichen zu erwarten ist. Die letzten beiden Trainer, die eine Saison mit dem FCN beendet und die nächste begonnen haben, spielten um den Aufstieg mit oder schafften ihn. Dies zu erwarten, ist angesichts der sich abzeichnenden Ligazusammensetzung allerdings vermessen. Eine Saison, die etwas besser als die abgelaufene verläuft, wäre angesichts von Konkurrenz und eigenen finanziellen Möglichkeiten ein Erfolg.

4. Die Kennzahlen

Hannover   Nürnberg
1 Tore 2
1,57 expected Goals 1,09
1,53 Post Shot xG 1,47
1,57 xG ohne Doppelchancen 1,09
17 Schüsse 13
6 Schüsse aufs Tor 7
10 Ecken 2
3 Freistöße 2
6 Fouls 13
10,7 PPDA 16,3
7,1 Challenge Intensity 4,8
15,8 Spieltempo 16,8
20 Ballbesitzphasen (geg. Strafraum) 12
00:14 Ballbesitzdauer (Ø) 00:11

*Alle Daten stammen von Wyscout. Benutzung der Daten von Wyscout unter der Journalistenlizenz des Anbieters.Die Terminologie von Wyscout wird in diesem Glossar erläutert.

5. Die Stimmen

Robert Klauß: „Aufgrund der zweiten Halbzeit ist der Sieg schon verdient. Im ersten Durchgang war Hannover besser, da hatten sie mehr Ballbesitz und mehr Aktionen in der Nähe unserer Box. Wir haben in der ersten Hälfte viel Umschaltmomente liegen lassen. In der zweiten Halbzeit haben wir es deutlich besser gemacht, mehr und mehr die Kontrolle übernommen und am Ende auch noch verdient gewonnen. Es war nochmal eine Willensleistung. Das hat mir gefallen.“

Kenan Kocak: „Natürlich hätten wir uns heute auch gerne mit einem Sieg aus der Runde verabschiedet. In der ersten Halbzeit waren wir sehr dominant in der Partie. Beide Tore müssen wir besser verteidigen, das zieht sich ja leider wie ein roter Faden durch die Runde. In der zweiten Halbzeit haben wir weniger Lösungen gefunden. Die Jungs haben es zwar noch probiert, aber man hat leider gesehen, dass es heute nicht zu mehr gereicht hat.“

Enrico Valentini: „In der ersten Halbzeit haben wir zu viel zugelassen. Wir haben zwar früh getroffen, haben dadurch aber nicht die Kontrolle übers Spiel bekommen. In der Halbzeit haben wir ein paar Dinge angesprochen, wodurch es dann besser wurde und wir das Spiel noch gewinnen konnten. Wir haben viel gelernt in diesem Jahr und gehen jetzt mit Schwung in die neue Saison. Trotzdem gilt: Bescheiden bleiben und arbeiten.“

Mike Frantz: „Das war heute insbesondere in der ersten Halbzeit ein richtig gutes Spiel von uns. Wir waren sehr dominant. Beim letzten Pass hat vielleicht ein bisschen was gefehlt. Wir bekommen dann in den ersten 45 Minuten zwei Schüsse auf das Tor und einer war drin. Nichtsdestotrotz haben wir dann eine gute Reaktion gezeigt. In der zweiten Halbzeit hat man dann gemerkt, dass uns ein bisschen die Puste ausging. Wir haben trotzdem alles probiert. Ein Unentschieden heute wäre aus meiner Sicht gerecht gewesen.“

 

6. Die Noten 

Spieler CU-Note Kicker NZ BILD SofaScore
Christian Mathenia 2   2   7,5/10
CU-Urteil: Gute Paraden. Beim Gegentor machtlos.
Enrico Valentini 3-   3,5   7,0/10
CU-Urteil: Defensiv ordentlich, wenn auch beim Gegentor zu weit aufgerückt, um noch zurücksprinten zu können
Asger Sørensen +3   3   6,7/10
CU-Urteil: Gewann jeden Defensivzweikampf und fast jedes Kopfballduell. Die langen Pässe waren aber ausbaufähig
Georg Margreitter 3   3   6,7/10
CU-Urteil: Etwas schwächer als Sørensen in den Zweikämpfen, aber insgesamt auch solide.
Tim Handwerker 4   4,5   6,6/10
CU-Urteil Verlor die meisten Duelle gegen den Ball.  Brachte nur die Hälfte seiner Vorwärtspässe an.
Johannes Geis +4   4,5   6,6/10
CU-Urteil: Das Ballverteilen war ordentlich, aber eher uninspiriert, ließ sich in den Duellen leicht bezwingen.
Tim Latteier +4   4   6,4/10
CU-Urteil: Mit wenig Bindung zum Spiel, aber ohne große Fehler.
Tom Krauß 3-   3   7,1/10
CU-Urteil: Zwang Hannover in viele Zweikämpfe, gewann davon allerdings nicht allzu viele, schaffte aber viel Verbindung durch kurze Pässe.
Nikola Dovedan 3   3,5   7,1/10
CU-Urteil: Abzüge für die verpasste Großchance, Pluspunkte für die zwei Vorlagen. Ordentliches Spiel
Robin Hack 4-   4,5   6,2/10
CU-Urteil: Wirkte weitgehend wie ein Fremdkörper ohne Ziel. Wirkt seit seiner Verletzung deutlich schwächer.
Erik Shuranov 1   1,5   8,2/10
CU-Urteil: Zwei Tore, vor dem Gehäuse der Gastgeber immer gefährlich und präsent.
Lukas Mühl -/10
CU-Urteil: Bekam noch ein paar letzte Minuten im Clubtrikot.
Pius Krätschmer -/10
CU-Urteil: Bekam noch ein paar Minuten auf dem Platz.
Fabian Schleusener -/10
CU-Urteil: Bekam noch ein paar Minuten auf dem Platz. 
Oliver Sorg -/10
CU-Urteil: Bekam noch ein paar Minuten auf dem Platz.
Linus Rosenlöcher -/10
CU-Urteil: Bekam noch ein paar Sekunden auf dem Platz.

40 Gedanken zu „Sieg zum Abschluss – Analyse zu Hannover #FCN #H96FCN

  • Das Spiel der beiden Mannschaften, die eigentlich viel mehr wollten als zum Schluss hinten in der Tabelle zu stehen. Ich wünsche den Fürthern auf jeden Fall alles Gute in der 1. Liga. Und für die Unsrigen hoffe ich, dass wir nächstes Jahr zu keinem Zeitpunkt in der zweiten Tabellenhälfte verweilen müssen. Spannende Spiele um den Aufstieg. Und sollten wir es nicht schaffen, dann wenigstens oben mitgespielt und schöne Spiele.

  • Danke für die Analyse. Bei der Leistungsbeurteilung von Shuranov ist ein vertipper.

  • „Ab dem 10. Spieltag war der Abstand auf Platz 16 immer mindestens zehn Punkte“

    Immer mindestens zwei Punkte, oder?

  • „Ab dem 10. Spieltag war der Abstand auf Platz 16 immer mindestens zehn Punkte, ab dem 20. Spieltag nie geringer als fünf Punkte. Das gereicht sicher beim geneigten Clubfan zu Sorgen. Inwiefern diese dann rational sind, steht auf einem anderen Blatt.“

    Dass ein Club-Fan, der Abstiegssorgen verspürt, wenn seine Mannschaft am 20. Spieltag fünf Punkte Vorsprung auf die Abstiegsränge hat, sich fragen sollte, ob diese Sorgen „rational“ sind, ist eine merkwürdige, ja sogar befremdliche Auffassung.

    • Wie schnell aus einem beruhigenden Vorsprung auf die Abstiegsplätze lähmendes Entsetzen werden kann, hat diese Saison der SV Werder recht anschaulich gezeigt.

    • Nachdem Fantum per se nicht rational ist, verstehe ich den Einwand. Dennoch hat die Saison ja dann gezeigt, dass die Sorgen – ob jetzt aus eigener Stärke oder anderer Schwäche sei mal dahingestellt – weitgehend unbegründet waren, weil man nie in akute Gefahr geriet. Das mag man subjektiv anders empfunden haben, wirklich gefährlich ist es aber nie geworden.

  • Mir kommt Dovedan zu schlecht weg. Vor allem die 3,5 der NZ für mich unverständlich.
    Ich hätte ihm mindestens eine 2,5 gegeben.

    • Ja, sehe ich genauso!
      Bei Dovedan sollten wir alle aufpassen nicht in die „Sallimanie“ zu verfallen.
      Er hatte insgesamt betrachtet keine gute Saison, wenn er aber gute Spiele macht, sollte man das auch fairerweise anerkennen. Gestern war er auf jeden Fall einer der Matchwinner.

      • Das hat mich jetzt danke deines Posts interessiert: Edgar salli diese Saison in Zypern, 23 spiele, 4 Tore, 3 vorlagen.

      • Ich denke, dass Dovedan der Spieler ist, bei dem ein Mentalcoach den größten Hebel hat. Ihm fehlt einfach das Selbstvertrauen. Seine Körpersprache spricht Bände. Zwar ist er nach seinen ersten guten 10 Spielen bei uns im absoluten Dauertief, aber ich kann einfach nicht glauben, dass es so ein guter Zweitligaspieler mit einer sehr guten Schusstechnik komplett verlernt haben soll. Wenn wir ihn schon nicht verkauft bekommen, sollte die sportliche Leitung v.a. bei ihm den Hebel ansetzen, denn er könnte dann der beste „Neuzugang“ sein.

        • Sorry, ich habe keine zehn erste gute Spiele gesehen. Nicht mal eine handvoll gute Spiele habe ich über die zwei Jahre gesehen von ihm. Für mich die Enttäuschung der letzten zwei Jahre und leider symbolisch für die verfehlte Einkaufspolitik. Vielleicht platzt ja in seinem letzten Jahr der Knoten, immerhin muss er sich ja für einen neuen Vertrag/Verein empfehlen. Wäre wünschenswert. Schaumer mal, vielleicht gelingt ja auch eine Trennung im Sommer. Denke er selbst wäre auch offen für was Neues, er wirkt nicht wirklich glücklich bei uns.

    • Analytischer Ansatz: Fallen diese beiden Tore weil die Vorlagen so großartig waren, oder fallen Sie weil Shuranov eine super Schusstechnik und einen grandiosen Torriecher hat? In meinen Augen ist Shuranov in beiden Situationen in keiner Position aus der man erwarten würde, dass er ein Tor macht.

      Wer hingegen in einer Position war ein Tor zu machen, war Dovedan, der mit seinem Abschluss direkt auf den Keeper den Konter zum 1:1 einleitet.

      Und genau das ist die Krux: In die Benotung fließen halt nicht nur seine guten Szenen ein. Und dann kommt am Ende nicht mehr als ein durchschnittliches Spiel heraus – was für ihn aber eh schon überdurchschnittlich ist.

      • Bei keinem anderen Spieler würde die eine Torchance so gewichtet werden. Lass die den geliebten Shuranov genauso vergeben, würde sie nicht mal erwähnt werden.

        • Ist „alleine vor dem Torhüter“ in deinen Augen keine erwähnenswerte Chance? Kann man auch vergeben, aber so draufzuknallen, dass der Abpraller direkt den Konter zum 1:1 anleitet ist halt schon wirklich die schlechtmöglichste Art die Situation zu lösen.

          • Versuche mir gerade einen Spieler vorzustellen, der eine solche Chance bewusst so angeht, dass keinesfalls ein unmittelbares Konter-Gegentor entstehen kann..
            Nein, für das Gegentor darf man Dovedan keine Schuld geben. Die Vermeidung gefährlicher Konter kann nicht in die Zuständigkeit dessen fallen, der kurz frei vor dem Keeper ist und einfach nur die Kugel scharf im Netz unterbringen will.

            • Dovedan bleibt nach dem Abschluss stehen, sein „Bewacher“ läuft durch, schnappt sich den Ball und leitet ungestört den Konter ein…

              Natürlich ist das Gegentor nicht seine Schuld, aber alles an dieser Szene ist symptomatisch für Dovedans Spielweise.

              • Den Stürmer will ich sehen, der nach einer solchen Chance nicht kurz verzweifelt abschaltet.
                Wie gesagt, ich denke einem anderen Spieler hätte man das exakt selbe Verhalten nicht so ausgelegt.
                Glaube Shuranov hat gegen Aue zwei Dinger alleine vor dem Tor ziemlich versemmelt,einen noch mit einem missglückten Lupfer.
                In der Analyse steht ua sehr agil, GUTE Torchance. Er hat eine 3 bekommen ohne zwei Vorlagen und mit zwei großen Chancen die er verballert hat.

                Will damit nicht Shuranov schlecht machen, und es ist auch schwer die zwei Leistungen so zu vergleichen.

                Ich habe einfach nur das Gefühl, dass Dovedan DIESMAL zu schlecht weggekommen ist, weil er eben Dovedan ist. Nur ein Gefühl 😉

                • Sehe ich auch so, wie @Roller oben zu Dovedan bereits schrieb wir sollten in kein Salli Muster abrutschen. Daß Klauß so an ihm festhält dürfte auch irgendwelche Gründe haben, der ihn die ganze Woche über sieht. Er hat ja unbestritten Fähigkeiten, jetzt muss Klauß nur noch ein Mentalitätsmonster aus ihm machen 🙂

      • @xxandl, analytischer Ansatz schön und gut, aber sagen wir, das Abspiel zum 0:1 war allgemeiner Standard und keine besondere Leistung, das Tor dann aber kunstvoll gemacht, so ist der Einsatz Dovedans vor dem 1:2 schon etwas besonderes, sich diesen Ball zu erkämpfen und damit das Tor einzuleiten ist schon nicht mehr Standard, das war eine starke Leistung, die Vollendung dann keine Kunst mehr, sondern Riecher. So würde ich den Anteil Dovedans zum 1:2 höher als 50% beziffern.

        Seine Großchance hingegen muss er tatsächlich besser machen, anstatt überhastet auf den Torwart zu zimmern sollte er ihm wenigstens eine Glanzparade abnötigen.

  • @florian
    Vor der Saison hast Du ja alle Mannschaften der 2.Liga gecheckt.
    Wie lagst du, im Nachhinein betrachtet, mit deiner damaligen Einschätzung?
    Wen hast du als Favorit für den Aufstieg und wen für den Abstieg gesehen.
    Ich habe alle 18 Beiträge von dir gelesen. Habe mir das aber nicht abgespeichert.
    Ich bin gespannt, ob du mit deinen Analysen richtig lagst.

    • Ich glaub so wirkliche Prognosen waren da gar nicht drin, hab jetzt grad mal bei Bochum („(…)dass diese Saison womöglich die letzte Chance für den Kader in seiner jetzigen Form darstellt, um den Aufstieg mitzuspielen. Das scheint aber mit dem jetzigen Kader durchaus möglich zu sein, da er sowohl in der Offensive als auch in der Defensive gehobenes Zweitliganiveau darstellt.“) was gefunden, bei anderen war es maximal ein „wenn x, dann y“, wenn überhaupt. Daher keine wirklichen Prognosen, die drin waren. Ich kann daher sagen, dass Bochum mich nicht überrascht hat, Fürth dagegen schon, ich hatte persönlich auch Darmstadt auf dem Zettel, die kamen aber erst nachdem sie den typischen Stil des Trainers abgelegt haben, zum Erfolg.

    • Magath macht die Fliege – wohl eher gezwungenermaßen.

      „Der Versuch die globale Fußball-Welt zu besuchen, endete in einer Sackgasse. Das Konstrukt Flyeralarm Global Soccer ist, das muss man so deutlich formulieren, krachend gescheitert – und mit ihm der installierte Chef Felix Magath. Der einstige Meistertrainer stiftete als Berater bei den betroffenen Klubs in Würzburg und Mödling mit so mancher Aussage und von ihm zumindest angestoßenen Personalentscheidung Chaos und Unruhe…“, kommentierte unlängst die „Main-Post“.

      • „Globale Fußballwelt“ ist der Plan aus Würzburg einen CL Teilnehmer zu machen doch schon frühzeitig gescheitert? Aber Magaths Sprüche … „Warum? der Trainer kann doch in Ruhe weiterarbeiten nur halt woanders!“. hatte zumindest eine unterhaltsame Note.
        Würzburg ist ein weiterer Beleg dafür ich stecke mal viel Geld eines Unternehmens rein, hole einen honorigen Namen als Mastermind und dann läuft das Ding, ist doch krachend gescheitert. Außer Spesen nix gewesen. Jeder kann das offensichtlich doch nicht.

        • Aber soooo viel Geld wurde doch bis auf die Personalie Magath gar nicht investiert. Wenn man sich den Kader inkl. der verschiedenen Trainer ansieht, war das ein Himmelfahrtskommando, was folgerichtig im letzten Platz resultiert ist. Dennoch hat sich Magath mit seiner Bilanz und verschiedenen Aussagen nicht gerade für weitere Aufgaben aufgedrängt.

          • Ein „Himmelfahrtskommando“, wie Du es nennst, war es vor allem deswegen, weil Magath von Anfang an einen anderen Trainer wollte als Schiele. Dumm nur, dass Schiele dann überraschend aufstieg mit dem Verein von Flyeralarm.

            Schiele stieg also auf, war beliebt bei Mannschaft und Anhang, Magath musste daher abwarten auf den erstbesten Moment, um Schiele loszuwerden. Was dabei aber vollends auf der Strecke blieb, war eine vernünftige und vor allem gemeinsame Kaderplanung.

            Im Winter-Transferfenster dann wollte man Versäumtes nachholen und holte neue, auch etablierte Spieler, als gäbe es kein Morgen mehr. Die Hoffnung, dass man so doch noch den Klassenerhalt schaffen könnte, war durchaus groß und hatte mit einem „Himmelfahrtskommando“, wie Du es nennst, nichts zu tun.

            Klar aber war: Man musste aus diesen neuen Einzelteilen im Handumdrehen eine Mannschaft basteln. Was natürlich nicht gelingen konnte. Doch König Magath und seine Untertanen dachten, es könnte funktioneren. Am Geld ist es garantiert nicht gescheitert.

            Dass Magath im August letzten Jahres tatsächlich von der „Vision Europapokal“ schwadronierte und man in der Presse von Stadionplänen mit einem Fassungsvermögen von 30.000 lesen konnte, sagt eigentlich alles. Realismus geht anders.

            Ein „Himmelfahrtskommando“, wie Du es nennst, war es, weil man trotz vorhandener Geldmittel so ziemlich alles falsch gemacht hat, was man falsch machen konnte. Angefangen bei einer völlig unzureichenden Kaderplanung vor der Saison.

  • 3060 Minuten für Handwerker?
    Da wird es aber Zeit für einen Linksverteidiger ab Jahrgang 1991 für unsere Ü30 Kette. Oder wir stellen Valle auf Links, dann passt es wieder mit Sorg.😉

    • Das zeigt unser Dilemma auf den AV. Trotz mäßiger Leistung haben wir keine echte Alternative.

      • die beiden AV-Positionen müssen jetzt unser Hauptaugenmerk sein. Und das dürfen angesichts der Leistungsentwicklung der Stammhalter, keine Perspektivlösungen sein.

      • Nach Systemumstellung auf Raute kann man nicht mehr von einer „mäßigen Leistung“ in der Außenverteidigung sprechen – insgesamt betrachtet.

        Dies gilt vor allem für Valentini, für den seit dem Spiel in Fürth eine sehr passable, durchschnittliche kicker-Note von 3,2 zu Buche steht. Alternativen für Vale gibt es durchaus. Knothe – der Junge hat das richtig gut gemacht auf der für ihn nicht angestammten Position. Tempelmann laut transfermarkt.de ist auch auf dieser Position einsetzbar. Und auch Duman ist auf der rechten Seite zuhause. Inwieweit jetzt aber eine „echte Alternative“ vorhanden ist, falls Valentini eine längere Zeit ersetzt werden müsste – da fehlt mir der Einblick. Wenngleich Knothe das aus meiner Sicht schon zuzutrauen wäre laut TV-Bilder.

        Die durchschnittliche kicker-Note von Handwerker seit dem Spiel in Fürth, sprich seit der Systemumstellung auf Raute, liegt indes bei 4,0. Nicht besonders gut, aber auch nicht katastrophal, wie der eine oder andere vermuten würde. Rosenlöcher ist eine Alternative. Er wurde ja in den letzten Spielen von Coach Klauß konsequent an die Mannschaft herangeführt. Trotzdem scheint das recht dünn, wenn sich Rosenlöcher nicht entwickelt wie erhofft. Ich würde Handwerker zwar keineswegs abschreiben – er ist noch jung, somit entwicklungsfähig und ihm mangelt es nie an Einsatz. Aber eine Konkurrenzsituation wäre schon sehr wünschenswert auf LV.

        Ein „Dilemma“ auf AV sehe ich nicht. Verbesserungsbedarf aber schon. Inwieweit die AV aber an Stabilität gewinnt und ins Spiel nach vorne eingebunden wird, ist auch eine Frage des Spielsystems.

        • Also Tempelmann, Knothe und Duman kann man vielleicht als Notnagel für RV einplanen, aber nicht als echt Alternativen. Dazu dürfte der Vorwärtsdrang bei Knothe und Tempelmann zu gering sein und bei Duman muss man vielmehr anzweifeln, ob er defensiv stabil genug wäre. Bei ihm steht ja insgesamt noch die Frage, inwieweit er schon zweitligatauglich ist.

          Bei Handwerker sehe ich grundsätzlich schon das Potenzial zu einer Steigerung, bzw. dass er überdurchschnittlicher Zweitliga-LV sein kann. Aber ob Rosenlöcher als ernsthafte Konkurrenz ausreicht, ist auch fraglich.

          Ich sehe bei den AVs schon großen Bedarf, deutlich dringlicher als einen weiteren Mittelfeldspieler.
          Idealerweise würde man Sorg abgeben und einen starken AV verpflichten, der auf beiden Seiten spielen kann.

        • Ich gehe bei Handwerker wie auch sonst weniger nach Kicker-Noten. sondern nach den Eindrücken in den Spielen und seiner gesamten Entwicklung. Ich kann mich diese Saison an ganz viele schwache Leistungen und kaum ordentliche Spiel erinnern. Er hat sich gerade im Vergleich zur letzten guten Rückrunde klar zurückentwickelt. Das ist kein gutes Zeichen für einen jungen Spieler. Das war ja nicht nur eine Formkrise, die sich nach 10 Spielen wieder aufgelöst hat. Insofern muss hier ein echter Ersatz her.

          • In der Bewertung von Handwerkers Saison sind wir nicht weit auseinander. Überhaupt nicht Deiner Meinung bin ich, was die Konsequenz anbelangt.

            Wir brauchen keinen Ersatz für den Jungen, der vor nicht allzu langer Zeit noch bei Stefan Kuntz in der U21 hoch im Kurs stand. Nein, wir brauchen eine echte Alternative und auf diesem Posten eine echte Konkurrenz-Situation.

            Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass wir, auch aufgrund einer knappen Kasse, entwickeln müssen. Und Entwickeln heißt nicht nur Einkaufen oder das Personal austauschen. Sondern Entwickeln heißt vor allem auch Lernprozesse-Zulassen. Dies gilt für die Spieler wie auch für den Trainer.

            Apropos. Robert Klauß hat einige Spieler besser gemacht, daran dürfte kein Zweifel bestehen. Warum sollte er das nicht auch noch beim jungen Tim Handwerker schaffen?

            • Ja, das klingt gut. Nur wenn wir uns als Verein mit der Mannschaft wieder nach oben orientieren wollen, muss sich jeder einzelne Spieler, Trainer etc, schnell weiterentwickeln. Das wird trotz aller guten Vorsätze aber nicht jeder schaffen. Und wenn sich ein junger Spieler über 34 Spiele deutlich zurückentwickelt, gibt es klare Indizien dafür. Da muss man dann einen besseren Ersatz nicht zwingend kaufen, leihen reicht aus. Wenn wir weiterkommen wollen, benötigen wir kommende Saison einen besseren LV – wenn Handwerker dann wie Phönix aus der Asche kommt, umso besser. Aber nachdem Mathenia gesetzt scheint, können wir keinen weitere Position drittklassig besetzen.

              • Ja, wird Zeit, dass Mathenia und Handwerker wieder zu früherer Leistungsstärke zurückfinden.

                Mathenia war beim einjährigen Bundesliga-intermezzo einer der wenigen, der überzeugen konnte. Stichwort Maschinia. Handwerker war nicht grundlos U21-Nationalspieler. Beide haben bereits bewiesen, was sie zu leisten imstande sind.

                Beiden könnte die neue, erfahrene IV zupass kommen.

                Die Personalie Handwerker dürfte ohnehin in absehbarer Zeit auf der Agenda unserer sportlichen Leitung stehen. Denn sein Vertrag läuft nur noch bis Juni 2022.

  • Auch eine sehr gute Nachricht über eine Vertragsverlängerung: Dieter Nüssing bleibt uns zwei weitere Jahre erhalten!
    https://www.fcn.de/news/artikel/nuessing-bleibt-scout-im-nlz-spuernase-verlaengert/

    Wäre mal interessant zu wissen, wieviel der Verein mit seinen Entdeckungen schon verdient hat, nicht nur direkt an Transfereinnahmen, sondern eben auch in Form sportlicher Leistung.
    Wenn es dann noch geklappt hätte, einen Sühle oder Hector zu verpflichten… Sehr interessanter Artikel!

  • Und auch ein HSV muss sich wohl dran gewöhnen, von „kleinen“ Vereinen ausgestochen zu werden – sieht wohl so aus, dass man das Rennen um den Zweitligatorschützenkönig an Union verliert…

    • Die wissen halt alle noch nicht, daß der nächste Torschützenkönig kommende Saison Shuranov heißt.

      • Wer weiß, er hat ja in den paar Spielen (9) bereits 5 Tore gemacht. Auf die Saison hochgerechnet ergäbe das aufgerundet 19 Tore!

      • Sein 2:1 war tatsächlich ganz schön „mülleresk“ (also Gerd), fand ich.

Kommentare sind geschlossen.