Saisonziel formuliert – Start steht an #FCN

Zum ersten Mal seit vielen Jahren gibt es vom Club ein klar formuliertes Ziel.

„Ich erwarte, dass wir weiter nach vorne gehen, dass es raus aus der zweiten Tabellenhälfte geht, rein in die obere Tabellenhälfte geht. Wenn wir da zwischen Tabellenplatz fünf und acht einlaufen würden, hätten wir den nächsten Schritt gemacht.“ So deutlich und konkret wie Dieter Hecking im Gespräch mit dem vereinseigenen YouTube-Kanal, war vor der Saison schon lang kein Verantwortlicher des FCN mehr gewesen. Robert Klauß bestätigte das Ziel in der Spieltagspressekonferenz dann auch als „realistisch“, schränkte aber ein, dass es sich auf den 34. Spieltag beziehe und nicht auf Momentaufnahmen während der Saison. Die Verantwortlichen trauen dem Kader so viel zu, dass sie ein klares Ziel ausgeben, auf das sie sich auch festnageln lassen.

Platz 5 bis 8 soll es also bitte sein, sagt der Sportvorstand. Er liefert gleich die implizite Begründung für das Saisonziel ab: „Man merkt, dass die Mannschaft schon länger zusammen ist, die Neuen wurden schnell integriert. Das empfinde ich alles als positiv.“ Die relativ geringe Fluktuation im Kader wird tatsächlich auch von vielen neutralen Beobachtern als positiv hervorgehoben. Lediglich sechs Neuzugänge (Klaus, Duman, Fischer, Tempelmann, Schindler, Hübner) und sieben Abgänge (Früchtl, Lukse, Behrens, Mühl, Margreitter, Sorg, Schleusener) stehen zu Buche, auch wenn Transfers in beide Richtungen laut Hecking nicht ausgeschlossen sind: „Es kann noch in beide Richtungen etwas passieren. Vielleicht ergibt sich durch einen Abgang auch die Möglichkeit zum Nachjustieren“. Aber an sich muss eben beim FCN nichts mehr passieren.

Beim Auftakt gegen Aue könnte am Ende gar nur ein Neuzugang auf dem Platz stehen, schließlich fehlten Schindler (Infekt) und Hübner (Schulter) beide unter der Woche phasenweise. Beide haben nicht voll mittrainiert, aber Robert Klauß hatte in der Pressekonferenz vor dem Spiel keine Bedenken hinsichtlich der Einsatzfähigkeit der beiden Routiniers. Die Kontinuität und Eingespieltheit als Trumpf gegen einen Gegner, der mit Testroet, Krüger, Samson, Rizzuto und Breitkreutz gleich eine ganze Reihe an etablierten Kräften verloren hat und noch dazu mit einem neuen Trainer in die Saison geht. „Ein Auftaktsieg gegen Aue würde die Aufbruchsstimmung beflügeln“, gibt Hecking im Interview mit Club-TV dann auch zu Protokoll, schränkt aber gleich ein, dass die Aufbruchsstimmung durchaus noch mit Skepsis und Fragezeichen verbunden ist. Der ein oder andere warte eben lieber noch ab, obwohl die Testspielergebnisse gut waren und, so Hecking „viele Dinge in der Vorbereitung richtig gemacht“ wurden.

Eine durchaus verständliche Haltung, das gibt Hecking dann indirekt auch zu, wenn er zu bedenken gibt: „Wir kommen aus drei schwierigen Jahren. Zwei Jahre gegen den Abstieg, eines pandemiedurchtränkt.“ In diesen drei Jahren hat der FCN von 102 Spielen nur 22 gewonnen, dass diese Siegquote von lediglich 21,5 Prozent an den Nerven zehrt und auch skeptisch und abwartend macht, ist nachvollziehbar. Und Kontinuität ist ja auch nicht unbedingt gleichbedeutend mit Verbesserung. Gerade in die Defensive zeigte sich in den Testspielen immer noch vereinzelt wacklig, gerade wenn sie mit Tempo angedribbelt wurde. Andererseits wirkte die Offensive über weite Strecken noch einmal verbessert zur Vorsaison.

„Aber alle Eindrücke zählen nicht, am Sonntag müssen wir es auf den Platz bringen“, weiß Dieter Hecking die Vorbereitung jedoch einzuordnen. Der Sportvorstand sieht darüber hinaus die Zweite Liga sehr ausgeglichen. Eine Einschätzung, die man so sicherlich teilen kann. Einen klaren Favoriten gibt es eigentlich nicht. Viele Teams (Düsseldorf, Hamburg, Darmstadt), die am Ende der Saison gut dabei waren, starten mit neuen Trainern in die Saison. Die Absteiger Schalke und Bremen haben mit ihrer Kaderzusammenstellung noch zu kämpfen. Gerade Bremen dürfte noch bis zum Schließen des Transferfensters am 31.8. am Aufgebot arbeiten. Eine Einschätzung vor der Saison ist tatsächlich schwierig, gibt Hecking daher zu. Die Tabelle wird sich erst zurechtrütteln, meint er und äußert dann das, was sein Saisonziel auch noch ein wenig einschränkt: „Hoffentlich sind wir nicht bei denen dabei, die gerüttelt werden.“ Hoffentlich.

11 Gedanken zu „Saisonziel formuliert – Start steht an #FCN

  • Die nach oben offene untere obere Tabellenhälfte ist doch ein schönes Saisonziel 😉

    Sehe ich auch so.

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  • Hecking ruft Platz 5-8 als Ziel aus.
    Realistisch bis ambitioniert.
    Sehr schön.
    So ganz ohne Titel wäre irgendwie auch doof.

    @Alexander: Wetten, dass Shuranov mehr Einsätze haben wird als Schäffler?

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  • Für Schalke gilt: Willkommen in der 2. Liga. Wenn man eindeutig und klar einem jetzt sicher originalen 2. Liga-HSV unterlegen ist, dann dauert es noch, bis man dort auch ankommt.

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    • Der HSV ist seit seinem Zweitligagastspiel immer gut gestartet, nach hinten war das Problem. Insofern würde ich den gestrigen Sieg noch nicht als Zeichen deuten, dass der HSV in Liga 2 jetzt richtig angekommen ist und auch nicht, dass Schalke nicht sofort aufsteigen könnte. Allerdings zeigt sich bei Schalke, dass die Probleme der letzten beiden Erstligaspielzeiten auch in Liga 2 nicht automatisch weg sind, man schießt zu wenig Tore wenn man gut ist, in Halbzeit 1 und am Ende fehlt es an Cleverness, an resilienz, wie man heute so schön sagt. Klar wenn Schalke jetzt auch noch in den nächsten Spielen in Kiel, daheim gegen Aue und in Regensburg patat, dann ist sofort Druck unter dem Deckel, dann dürfte Grammozis sehr schnell in Frage stehen und das dürfte die Performance der Mannschaft weiter verschlechtern. Dann kann es auch nach ganz unten gehen und eine Saison gegen den Abstieg drohen.

      Bei uns bin ich diesmal sehr zuversichtlich, endlich haben wir mal so etwas wie Konstanz im Kader und bei den Machern. Die Spieler kennen den Trainer, Enttäuschungen wird es da kaum welche geben und Klauss kann seinen Stil bei uns weiterentwickeln. Platz 6-10 halte ich für realistisch und wenn wir einen Lauf bekommen, dann ist auch die ganz große Überraschung nach oben drin.

      Überraschungsei und entscheidend dürfte die Performance der Abwehr sein sollten wir da mit Schindler und Hübner endlich Sicherheit bekommen, dann geht was. Aber die Testspiele haben leider gezeigt, auch mit den beiden Neuen wird das kein Selbstläufer. Den Auftakt kann ich leider nicht live verfolgen, da bin ich beim Fürst Castell eingeladen, bisschen Silvaner kosten.

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      • Genau so ist es ..hinten kackt die Ente! 🙂 .. ich glaube aber trotzdem, daß Schalke vor einer gefährlichen Saison steht. Bei soviel Umbruch braucht eigentlich fast jede Mannschaft eine ganze Saison bisweilen wie wir mehrere Saisons um neue Automatismen und ein neues Mannschaftsgefüge zu schaffen, das belastbar und konstant ist. Dem HSV traue ich den Aufstieg diesmal zu weil „irgendwann“ wird es schon klappen und sie haben eine eingespielte Mannschaft, die ihre Erfahrungen in der 2. Liga gemacht hat. Mit gefährlich meine ich jeder kann dir zwar die Aufstiegsaspiranten nennen wie am Schnürchen, Schalke, HSV, Werder usw. aber keiner kann dir die Absteiger nennen oder tippen, da wird es aber auch drei(inkl. Reli) geben.

        Bei unserer PK gestern, herrschte mir gefühlt zu viel Harmonie und selbstbeweihräucherung so alles sei sehr gut, alle Neuzugänge erfüllen die Erwartungen, die nächsten Schritte nach vorne gehen usw. ..ich glaube wir sollten uns nach wie vor auf ein knallhartes Zweitligajahr einstellen und inwieweit unsere Abwehr das ewige Sorgenkind schon standhaft und belastbar ist, wir werden es sehen.

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  • Singh trifft.
    Oral-Heimkehr rückt näher.
    Schöne Stimmung im Grünwalder.
    Deutsche Athleten mit durchaus durchgeknalltem Outfit.
    Ein guter Start wäre schon wichtig morgen – keine Frage.

    Eine Selbstbeweihräucherung sehe ich nicht im Vorfeld der Aue-Auftaktpartie. Aber eine Portion Selbstvertrauen.

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    • Ich finde es merkwürdig vor der Saison zu sagen mit den Neuzugängen sei man sehr zufrieden sie hätten alle die Erwartungen erfüllt. Ich will das nicht grundsätzlich bestreiten aber sinnvoller ist so eine offizielle Beurteilung nach den ersten Pflichtspielen wenn auch der Druck da ist. Ja mir war alles ein wenig zu nett und harmonisch hätte nur noch Weihrauch gefehlt oder ein Gruppenspiel wo jeder seinen Namen tanzt. Schaun wir mal die Realität an am Sonntag. Ich bin ganz offen 🙂 Jeder ist da anders ich finde aus Spannung auch aus Reibung entsteht Energie.. auf die Frage Schindler fehlende Praxis, ja sieht auch keiner ein Problem, na dann…

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      • Das stimmt.

        Dass die Neuzugänge die Erwartungen erfüllt hätten, ist eine Aussage, die etwas seltsam rüberkommt. War wohl auch nicht so gemeint. Denn dass sie sich sportlich erst noch beweisen müssen, ist doch klar.

        Dass die Neuzugänge allerdings gut zur Gruppe passen, was ja auch eine Erwartung an Neuzugänge sein sollte, klingt wiederum plausibel. Nicht umsonst sind Schindler und Hübner sogleich in den Mannschaftsrat gewählt worden.

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        • Ich finde Schindler auch eine sehr gute Verpflichtung, vor ich wollte ja immer Erfahrung im Spiel von hinten heraus nach vorne. Aber man muß ja erstmal abwarten wie sich seine Wettkampfhärte nach der langen Pause gestaltet, wünsche ihm natürlich das allerbeste, ja dann könnte er eine Bank werden für uns in der Defensive. Mit Verletzungen hatten wir die Vorjahre allerdings wenig Glück. Ich empfand es auch letzte Saison überdurchschnttlich hart. Aber gut Aue ja auch im riesen Umbruch einige Leistungsträger abgegeben, eigentlich müßte man mit dem immer noch 5. teuersten Kader der zweiten Liga einen klaren Heimsieg erwarten. Ich hoffe nur wir verschlafen das nicht 😮

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          • Wenn Dir mit Köpke, Lohkemper und Hack durch Verletzungen eine ganze Spielidee und Tiefenläufe verloren gehen, dann ist das wohl ein hartes Verletzungspech, wie Du sagst, @Juwe.

            Für mich die beste Geschichte der vergangenen Saison, wie Robert Klauß die Mannschaft aus dieser Situation, die ohne Zweifel verfahren schien, herausgerautet hat. Und wie ihm Sportvorstand Dieter Hecking den Rücken stärkte. Was man so bei unserem chronisch unruhigen Club nicht wirklich kannte.

            In dieser Saison dürften wir flexibler sein, was Spielideen und somit auch Ausfälle anbelangt. Von einem Verletzungspech wie im vergangenen Spieljahr bleiben wir aber hoffentlich trotzdem verschont.

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            • Ok guter Plan 🙂 … jetzt schaun wir morgen mal natürlich in bester Hoffnung ein Start mit einem 3er wäre guter Rückenwind.

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