Torloses Remis zum Auftakt. Was fehlte…

Der 1. FC Nürnberg trennt sich am 1. Spieltag vom FC Erzgebirge Aue vor über 11.000 Fans torlos. Trotz engagierter Leistung gelang kein Treffer.

Robert Klaus setzte auf die Jugend und brachte im Sturm Shuranov und Borkowski. Schäffler, den mancher vielleicht von Anfang an erwartet hätte, musste wie Hack und Dovedan zunächst auf der Bank Platz nehmen. Sonst wenig Überraschendes: Das zum Ende der Saison etablierte Drachenviereck im Mittelfeld, hinten der Neuzugang Hübner neben Sörensen.

Aue, den man wenig zutraute nach dem großen Umbruch im Sommer und offensiv mit wenig Alternativen, zeigte sich von Beginn weg konzentriert und bemüht um schnelles Umschaltspiel, der Club hielt ebenso engagiert dagegen und versuchte Druck über Ballbesitz und Dominanz aufzubauen. In einer intensiven ersten Halbzeit hielten sich die Gelegenheiten hüben wie drüben am Ende in etwa gleich, richtig gefährlich wurde es aber auf beiden Seiten nicht.

Shpilevski reagierte auf Seiten von Aue mit einem Wechsel zur Pause, um die immer größer werdende Gefahr über Nürnbergs Außen in Griff zu bekommen. Das gelang aber nur bedingt, denn der Club nun mit zunehmender Spielzeit immer dominanter und auf die Führung drängend. Doch auch wenn Klaus immer wieder klug reagierte und nach und nach Hack, Schäffler, Dovedan und Sogar Neuzugang Duman ins Spiel brachte, es reichte bis auf viel Druck nicht zu richtig zwingende Toraktionen.

17:6 Torschüsse und 66% Ballbesitz spiegeln das Spiel gut wieder, die Wahrheit ist aber auch, dass trotz allem Engagement am Ende der letzte Pass, die Präzision in der Box und die zündende Idee oder eben individuelle Klasse heute fehlte.

Ein Punkt zum Auftakt vielleicht nicht die Erfüllung von Nürnbergs Hoffnung für den Saisonauftakt, aufgrund des Engagements und der Gesamtperformance aber am Ende ohne Vorwurf ans Team. “Nur” 11.000 Zuschauer (17.500 wären erlaubt gewesen) zollten jedenfalls Applaus und unterstützten von außen nach Kräften. Aue auf der anderen Seite hat alles reingeworfen, konnte immer wieder Nadelstiche setzen und nimmt so nicht unverdient einen Punkt mit ins Erzgebirge. Der Club kann auf die Leistung aufbauen, muss aber in der Box entschlossener und damit auch gefährlicher werden.

Hier weiterlesen: Der Spielbericht aus dem Stadion von Florian

Ein Gedanke zu „Torloses Remis zum Auftakt. Was fehlte…

  • Mir hat das heute richtig gut gefallen. Die Truppe tritt viel zuversichtlicher und weniger verkrampft auf. Das war ein kämpferisch überzeugender Auftritt, bei dem “lediglich” die Durchschlagskraft in und um die Box gefehlt hat. Aber ich habe bis auf einen m.E. abfallenden Shurnanov (was man ihm verzeihen kann und muss) nur ordentliche Leistungen gesehen. Insbes. MMD, Geis und Handwerker haben mich total überzeugt. Heute möchte ich aber auch Klauss positiv hervorheben: er hat m.E. nicht nur mit Borowski und Shurnaov auf die richtigen Angreifer gesetzt – nach den Einwechslungen von Schäffler (wirkt immer noch nicht fit), Hack (fahrig) und Dovedan hat an erahnen können, warum die von Klauss nicht von Anfang an berücksichtigt wurden – daneben hat Klauss gut in der Halbzeit reagiert, Geis ein wenig nach hinten geschoben, so dass er Raum für mehrere großartige öffnende Pässen auf die Außenpositionen zu spielen. Dieses im Spiel auf seinen Verlauf mit Wechseln (System/Spieler) frühzeitig zu reagieren, habe ich letzte Saison von Klauss vermisst. Natürlich waren das letztendlich 2 verlorene Punkte, aber ich bin dennoch gut unterhalten und zufrieden nach Hause gegangen. Wenn die Lohkempers, Hacks und Schäfers in Form kommen, und wir noch mehr Zuversicht entwickeln, war das nicht das letzte gute Spiel – dann hoffentlich zumindest vor 17.500 Zuschauern.

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