Probleme im letzten Drittel – Analyse zu #FCNAUE #FCN

Analyse zu 1. FC Nürnberg – Erzgebirge Aue 0:0 – Obwohl der Club das Spiel bestimmt,kommt er über ein 0:0 nicht hinaus.

1. Personal und Grundordnung
2. Daten und Fakten
3. Die kurze Einzelkritik
4. Fazit und Stimmen
5. Statistik
6. Der Notenvergleich

1. Personal und Grundordnung

Der Club begann im 4-4-2 mit Mittelfeldraute. Von den sechs Neuzugängen schaffte es nur Florian Hübner auf den Platz. Die anderen fünf (Carl Klaus, Christopher Schindler, Lino Tempelmann, Taylan Duman und Kilian Fischer) saßen zunächst nur auf der Bank. Am Ende sollte es nur für Duman zu einem – sehr kurzen – Pflichtspieldebüt für den FCN reichen. Die anderen zehn auf dem Platz waren 2020/21 auch Teil des Kaders des FCN. In vielen Abläufen bis zum Strafraum merkte man das auch. Immer wieder lief das Kurzpassspiel flüssig und sorgte auch dafür, dass sich daraus Räume ergaben.

Schon früh wurde deutlich, wie sich das Spiel entwickeln würde. Aue stand tief, auch tiefer als erwartet, wie Johannes Geis nach dem Spiel zugab, so konnte der Club sich den Gegner eigentlich zurechtlegen, aber genau daran scheiterte der FCN dann oft. Alle Beteiligten waren sich nach dem Spiel daher auch einig, dass es an jenem Spiel im letzten Drittel lag, dass der Club nicht zu mehreren Hochkarätern kam. Nach expected Goals war nur Manuel Schäfflers schwacher Abschluss in Männels Arme nach einem Geis Freistoß eine hochkarätige Chance, da sie unbedrängt und recht tornah war. Gefühlt waren die Abschlüsse von Shuranov (33.) und Borkowski (61.), die gefährlichsten.

Aue dagegen stand tief, machte das Zentrum teilweise mit drei Dreierketten hintereinander dicht und versuchte auf Konter zu setzen. Da es aber diese Konter schlecht ausspielte, war das Tor von Christian Mathenia über weite Strecken des Spiels nicht in Gefahr. Hier lag manchmal der Verdacht nahe, dass eine zielstrebigere Offensive die Schwächen des FCN in der Rückwärtsbewegung ausgenutzt hätte.

Clubtrainer Klauß blieb über 90 Minuten bei der Grundordnung vom Beginn, wechselte aber im Laufe der zweiten Halbzeit frisches Personal ein. Nach einer Stunde ersetzten Hack und Schäffler Shuranov und Nürnberger. Hack rückte dabei auf die Zehn, so dass Möller Daehli auf die von Nürnberger verlassene halblinke Position rückte. Schäffler ersetzte Shuranov positionsgetreu. Auf diese Wechsel folgte die stärkste Drangphase des FCN. Hier hatte er eine Reihe von Abschlüssen, wirklich gefährlich war aber nur eine Aktion von Dennis Borkowski, bei der frei vor Männel auftauchte, den Ball aber nicht aufs Tor brachte.

In der Schlussviertelstunde riss der Faden dann ein wenig ab. Nur noch zwei Abschlüsse brachte der Club aufs Tor, der letzte Punch fehlte dem FCN dann noch mehr als zuvor. Ob müde gespielt von 70 Minuten Dominanz oder noch platt von der Vorbereitung blieb offen. Am fehlenden Punch änderte auch der positionsgetreue Wechsel von Borkowski zu Dovedan ebensowenig wie der gleichermaßen positionsgetreue Tausch von Krauß auf Duman. Es blieb beim 0:0.

2. Daten und Fakten

Die Ballbesitzphasen sprechen eine deutliche Sprache. 33:13 Minuten hatte der Club den Ball, kommt damit auf 61 Prozent Ballbesitz, 125 Ballbesitzphasen, davon 82, also knapp zwei Drittel kamen bis in die gegnerische Hälfte, 26 sogar in den gegnerischen Strafraum. Die Feldüberlegenheit spiegelt sich in solchen Zahlen sehr deutlich wider.

Grafik 1 zeigt dann auch, dass der Club über 90 Minuten jede Menge „Key Passes“, also Pässe zu Abschlüssen spielte. Man schaffte es aber eben nicht, aus diesen Pässen dann gute Chancen zu kreieren, was man sehr deutlich daran erkennen kann, dass eben nur eine Chance nach xG-Wert als Hochkaräter gelten kann.

Grafik 2 fängt ein wenig den großen offensiven Mut ein, den der Club an den Tag legte. 39-mal ging der FCN ins Dribbling, 25-mal war er damit auch erfolgreich. Aue dagegen hatte nur vier erfolgreiche Dribblings in 13 Versuchen. Interessant auch, dass Aues Gaetan Bussmann gleich achtmal angedribbelt wurde und nur drei Mal das Dribbling verteidigen konnte, möglicherweise hatte man sich den Franzosen gezielt als Spieler ausgesucht, den man andribbeln wollte.

Grafik 3 zeigt die unterschiedlichen Passnetzwerke der beiden Mannschaften. Bei Aue war Männel der Spieler mit den meisten Pässen (36) war und der lange Schlag von Männel auf Zolinski die vierthäufigste Passkombination der Gäste. Man wählte also, auch durch den Druck des FCN oft den langen Schlag im Aufbau. Der Club dagegen baute sehr viel flacher auf. Wie üblich bei einem Team mit viel Ballbesitz spielten die Innenverteidiger die meisten Pässe zum Mann (Hübner 66, Sörensen 80), dass Geis mit 63 Pässen folgt, zeigt einerseits. Dass er teilweise Teil der Aufbaukette war, andererseits aber auch, dass er das Spiel lenkte.

3. Die kurze Einzelkritik

Die Auffälligsten waren mit Sicherheit Johannes Geis und Mats Møller Dæhli. Geis (CU-Urteil: noch gut) fand immer wieder die Bälle in die Tiefe, leitete eigentlich alle gefährlichen und halbgefährlichen Gelegenheiten des FCN ein. Møller Dæhli (CU-Urteil: voll befriedigend) war über eine Stunde lang Dreh- und Angelpunkt des Spiels um den Strafraum, baute aber gegen Ende des Spiels ab, so dass es nicht ganz für das Prädikat „gut“ reichte.

Eine ganze Reihe weitere Spieler konnte sich im Bereich eines Dreiers auszeichnen: Tom Krauß (CU-Urteil: befriedigend), der mit seiner Robustheit den Auern entgegentrat und auch immer wieder den Ball vorwärtsbrachte. Florian Hübner (CU-Urteil: befriedigend), der mit seiner Kopfballstärke und Antizipation viel für die Absicherung tat. Christian Mathenia (CU-Urteil: befriedigend), der über weite Strecken des Spiels eigentlich nichts zu tun hatte, aber auf dem Posten war, wenn ein Ball aufs Tor kam. Tim Handwerker (CU-Urteil: noch befriedigend), der vor der Pause noch Probleme mit der Flankengenauigkeit hatte, nach der Pause aber zulegte, auch weil er seine Flanken nun teilweise flach spielte und defensiv viel antizipierte. Asger Sørensen (CU-Urteil: noch befriedigend), der auch einiges abfing, im Aufbau mit den langen Bällen aber immer wieder nicht das richtige Mittel fand, weil er sie nicht präzise genug spielte.

Enrico Valentini und Dennis Borkowski (beide CU-Urteil: voll ausreichend) schafften es nicht mehr ganz in den Dreierbereich. Valentini, weil seine Hereingaben über 90 Minuten schwächer waren als die auf der Gegenseite und er auch weniger agile Aktionen hatte als Handwerker. Borkowski hätte eigentlich eine bessere Note verdient, da er sehr aktiv war und viel ins Spiel eingebunden, doch in den entscheidenden Momenten traf der Youngster dann doch die falschen Entscheidungen.

Die beiden schwächsten im Spiel waren Erik Shuranov (CU-Urteil: ausreichend) und Fabian Nürnberger (CU-Urteil: noch ausreichend). Shuranov war kaum ins Spiel eingebunden, was allerdings auch immer Teil seiner Spielanlage ist, allerdings vergab er auch seine Großchance und hatte er überhastete Abschlüsse. Nürnberger dagegen schrammt knapp am „mangelhaft“ vorbei. Hätte sein unnötiger Ballverlust, als er gegen drei Gegner ins Dribbling ging, zum Gegentor geführt, es wäre die Fünf geworden. So war er einfach oft fahrig und brachte wenig Schwung nach vorne mit.

Die beiden Einwechselspieler, die bewertet werden, waren Manuel Schäffler und Robin Hack (beide CU-Urteil: voll ausreichend), die zwar für zehn Minuten nach der Einwechslung viel Schwung mit sich brachten, danach aber nicht mehr viel vom Schwung übrig ließen und gerade Hack war dann oft etwas eigensinnig.

Expected Goals Verlauf (Nürnberg in rot, Aue in blau)

 

4. Fazit und Stimmen

Der Club stellt die Fans gleich im ersten Saisonspiel vor die leidige Frage, wie das Spiel denn nun einzuordnen sein. Dabei schaffte es Robert Klauß in seinem Fazit auf der Pressekonferenz eigentlich schon vieles anzusprechen: „Wir waren schon dominant, überlegen und haben viel investiert. Im letzten Drittel waren wir nicht klar genug. Um die Box herum haben wir zu oft die falschen Entscheidungen getroffen.“ Jene falschen Entscheidungen, sei es ein Zuspiel auf den falschen Mitspieler, ein überhasteter Schuss oder ein zu langes Ballhalten, waren es eben auch, die den Sieg am Ende verhinderten.

Gleichzeitig betonte Klauß eben, „dass noch nicht alles rund läuft am ersten Spieltag, ist nicht ungewöhnlich.“ Auch das ist richtig, auch das war an vielen Stellen durchaus erkennbar, dass die falschen Entscheidungen auch mit Abstimmungsproblemen bei Laufwegen zu tun hatten, wofür sinnbildlich die Chance von Robin Hack stand, bei der er dem besser postierten Manuel Schäffler den Kopfball „wegnahm“. Andererseits wurde die Eingespieltheit auf Grund der geringen Fluktuation immer wieder als Pluspunkt ins Feld geführt. Hätten dann die Holperer nicht weniger groß sein dürfen?

So gesehen ist es dann die Frage, wie viel man Johannes Geis, der nach dem Spiel meinte, dass es „insgesamt (…) ein viel besseres Gefühl als letzte Saison“ sei, Glauben schenkt und wie man diese Einschätzung interpretiert. Das bessere Gefühl kann man angesichts der Dominanz in Sachen Ballkontrolle, Torschüsse und Aufbau bis zum Strafraum auch nachvollziehen, man kann aber auch das Ergebnis in den Vordergrund stellen und sagen, dass gegen einen Gegner, der – Stand Jetzt – eher zu den schwächeren Teams gezählt werden muss, ein Remis vor eigenem Publikum zu wenig ist. Besseres Gefühl hin oder her.

Ein besseres Gefühl kann natürlich auch die Defensive geben. Hinter der stand nach der Vorbereitung ein Fragezeichen, da sie sich doch anfällig gezeigt hatte. Doch wie meinte Johannes Geis? „Zu Null ist immer gut, unsere Defensive hat gestanden.“ Der Trainer fand die Tatsache, dass man wenig zugelassen hat, dagegen vor allem „okay“. Das lag womöglich auch an der eingeschränkten Offensivkraft der Gäste, denen im Sturm noch die Alternativen, ja eigentlich sogar der Stürmer Nummer Eins fehlt.

Die Grundstimmung und die Einschätzung bleiben also wohl irgendwie auf halben Weg zwischen „Passt schon“ und „war schon zu wenig stehen“. Ob das am Ende der Saison für den FCN zu dem reicht, was Aues Trainer Shpileuski prognostizierte, Tabellenplatz Eins bis Drei, das ist allerdings ebenso offen. Robert Klauß wollte da auch gar nicht so mitgehen. Erwartungsmanagement nennt man das wohl. Einigen konnten sich alle darauf, dass es mit Zuschauern viel besser war als ohne, auch wenn es Trainer Klauß, wie er selbst zugab, nun nicht mehr möglich war, auf der ballfernen Seite zu coachen. Johannes Geis attestierte sich selbst Gänsehaut und Tim Handwerker fasst es perfekt zusammen: „Das gehört einfach zum Fußball dazu und wir sind alle froh, dass wieder Zuschauer dabei sind.“

5. Die Kennzahlen

Nürnberg Aue
0Tore0
1,40expected Goals0,38
0,68Post Shot xG0,12
1,40xG ohne Doppelchancen0,38
18Schüsse5
3Schüsse aufs Tor2
7Ecken1
5Freistöße0
61Ballbesitz (in %)39
83Passquote (in %)75
8Fouls17
8,2PPDA15,5
5,9Challenge Intensity5,7
15,9Spieltempo15,4
26Ballbesitzphasen (geg. Strafraum)6
00:15Ballbesitzdauer (Ø)00:12

*Alle Daten stammen von Wyscout. Benutzung der Daten von Wyscout unter der Journalistenlizenz des Anbieters.Die Terminologie von Wyscout wird in diesem Glossar erläutert.

6. Die Notenübersicht

SpielerCU-NoteKickernordbayern.deBILDSofaScoreWhoScored
Christian Mathenia33338,0/107,4/10
Enrico Valentini+43,53,537,6/107,1/10
Asger Sørensen3-33,537,2/107,0/10
Florian Hübner33,53,537,3/107,3/10
Tim Handwerker3-3,5427,7/107,7/10
Johannes Geis2-22,527,9/107,4/10
Fabian Nürnberger4-44,546,4/106,1/10
Tom Krauß33346,9/106,8/10
Mats Møller Dæhli+32,52,527,6/107,1/10
Dennis Borkowski+44446,3/105,9/10
Erik Shuranov444,546,9/106,6/10
Robin Hack+43346,3/105,9/10
Manuel Schäffler+44436,9/106,5/10
Nikola Dovedan6,5/106,1/10
Taylan Duman-/106,0/10
-/10-/10
Durchschnitt3,383,303,53,157,10/106,72/10

25 Gedanken zu „Probleme im letzten Drittel – Analyse zu #FCNAUE #FCN

  • Schöne Analyse, wobei ich anmerken möchte, dass ich es sehr schade finde, dass mein Lieblingsteil mit den kurzen Sprüchen zu jedem Spieler bei der Note weggefallen ist.

      • Ob der besseren Lesbarkeit würde ich im Fließtext auf das Ausschreiben der Noten verzichten, da es auch keinen Mehrwert liefert.

        • Ach was. Behindert doch das Lesen nicht, es sorgt im Gegenteil für eine kurze sinnvolle Denkpause beim Darüberlesen.

  • Die realtaktische Formation von Hannover gleicht jener von Aue fast aufs Haar… 😉

    Ich haue jetzt gleich noch einen unpopular take raus: Für mich war Tim Handwerker gestern der beste Club-Spieler auf dem Rasen und seine höhere Positionierung in der zweiten Halbzeit war mit ausschlaggebend dafür, dass wir zu wesentlich mehr und besseren Szenen am/im Strafraum der Auer gekommen sind. Dazu viele gewonnene Bälle, zum Teil in wirklich entscheidenden Situationen. (Was gleichzeitig nicht bedeutet, dass nicht noch Luft nach oben wäre, aber die ist bei allen gegeben.)

    • Ist OK, kann ich nachvollziehen. Habe ja auch im Spiel schon kommentiert: “Handwerker wirkt verbessert. Vielleicht hat er den Warnschuss gehört”

      Ja, ich fand ihn auch sehr auffällig. Vielleicht hat er den kleinen Tritt in den Hintern durch die erhöhte Konkurrenz gebraucht. Insofern ist die 3- vielleicht etwas zu schlecht bewertet.

      Hoffnungsträger Nürnberger dagegen ist nur durch den leichtsinnigen Ballverlust aufgefallen. In dieser Form wird er sich aus der Startformation spielen, bei der Klauss wohl zunächst auf Bewährtes setzen wollte.

      • Ich glaube er hat mehrere Warnschüsse gehört zumindest einen davon. Als U21 Spieler wurmt es ihn bestimmt bei der Europameisterschaft nichtmal zum Kader gehört zu haben. Welcher Profifußballer hätte einen Europameistertitel nicht gerne in seiner Vita? Offensichtlich auch nicht bei Olympia trotz Spielermangels und sein Platz als linker AV beim Club begann auch zu wackeln nach den Testspielen. Er ist ein Spieler mit den meisten Einsatzzeiten und dafür ist es mehr als an der Zeit endlich mal eine Weiterentwicklung zu sehen und auch Kontinuität

  • Mein “Erwartungsmanagement” war weniger gut. Denn ich habe schon erwartet, dass gewisse Abläufe im letzten Drittel besser klappen. Insofern war ich nach einem 0:0 schon etwas geknickt und das Glas halbleer.

    Vor allem habe ich meine Erwartungs-Rechnung ohne Wismut Aue gemacht. “Die einzige Taktik war, etwas mitzunehmen”, wurde Trainer-Talent Aliaksei Shpileuski zitiert. Genauso sah es auch aus. Und genauso diszipliniert, leidenschaftlich und fehlerfrei hat Aues Abwehr agiert. Aue könnte auch in dieser Saison positiv überraschen, sprich die Klasse souverän halten.

    Geis gefiel. Nürnberger nicht. Hab ich auch so gesehen gestern.

    • Für mich war Handwerker auch gut. Gehe da auch in Richtung xxandl. Wäre Borkowski gestern treffsicherer gewesen und Hack nicht dazwischen gegangen hätte Tim wohl zusätzlich 2 Torvorlagen zu verbuchen.
      Die 3- ist mir zu schlecht, die 4 empfinde ich als grotesk. Vor allem auch da dies laut Podcast Aussage gnädig gewesen sein soll.
      Also quasi eigentlich eine 4,5 oder 5?

      TimIch würde ihm eine 2,5 geben.

  • Die Kommentare von Flos Artikeln teile ich.
    Ich habe nur folgende Anmerkungen:
    – Warum wurden soviele lange Bälle, vor allem von Geis, in der 1. HZ gespielt? Weder Borkowski noch Shuranov konnten sich hier gegen die gute Innenverteidigung der Auer durchsetzen. Außerdem nimmt diese Spielweise unseren besten Fußballer MMD komplett aus dem Spiel.
    – In der Defensive hatten wir mehrmals wieder die sehr bekannten Lücken der letzten Saison und auch des öfteren eine Unterzahl an Spielern insgesamt oder positionell. Eine Mannschaft mit nur durchschnittlicher Offensive hätte uns wenigstens zwei Tore eingeschenkt.
    Beide Beobachtungen haben mehr oder weniger direkt mit Geis zu tun. Ich kann dessen gute Benotungen deshalb nicht verstehen.

    • Also ich fand Geis gestern erheblich besser wie letzte Saison in großen Teilen
      Schnelle, direkte Pässe nach vorne(die oft auch ankamen) und für seine Verhältnisse sehr zweikampfstark. .

      • Ich fand sogar, dass das sein bestes Spiel bei uns war, dass ich gesehen habe, da er v.a. im Spiel gegen den Ball und im Zweikampf deutlich engagierter und einige Angriffe sogar gestoppt hat. Über seinen fußballerischen Fähigkeiten und seinen vielen raumgreifenden Spieleröffnungen und Pässe brauchen wir bei ihm sowieso nicht sprechen. Einzig bei seinen Standards müsste nich mehr gehen. Er kann ja auch sehr hart schlenzen – warum setzt er das bei den Ecken nicht ein?

      • Ja, Geis war wirklich gut im Vergleich zu den Auftritten der vergangenen Jahre. Ob das etwas mit seiner vertraglichen Situation zu tun haben könnte? Immerhin muss er sich für einen neuen Vertrag respektive einen neuen Verein empfehlen. Da muss man dann schonmal zwei bis drei Schippen drauf legen wenn man ansatzweise das Gehalts-Level halten möchte. Wie auch immer, bleibt zu hoffen das er das Engagement und das Niveau von Sonntag hält, dann ist sicherlich allen geholfen.

  • Geis lieferte eines seiner bisher besten Spiele ab, Handwerker deutlich verbessert, ja sogar Dovedan wirkte spritziger und hat gekämpft. Generell finde ich nach diesem unglaublich engagierten Spiel, das Lust auf mehr machte und bei dem letztlich nur ein Tor fehlte, alle Noten um mindestens einen halben Punkt zu tief angesetzt. Da wäre doch eher Lob als Motivation für die gesamte Mannschaft angebracht gewesen, als schon wieder Tadel und Frust in Form schlechter Noten.

    Wären denn nach einem Sieg auch so schlechte Noten vergeben worden oder die Spieler plötzlich besser gewesen?

  • Tatsächlich hat Aue ganz gut demonstriert, wie eine Erfolgstaktik gegen unsere Spielanlage aussehen kann – wenn man bessere Stürmer hätte:

    Mit langem Schlag unser Pressing überspielen, dann ist unsere Umschaltwaffe entschärft und dann gute Zielpieler ins OM postieren – weil unsere DM leider überhaupt nicht kopfballstark sind (alle relativ klein). Wenn man dann gut ablegt, ist die Abwehr relativ dünn besetzt, weil wir ja eher aufgerückt agieren.

    Ansonsten hinten dicht machen und auf Fehler warten, weil wir uns schwer tun gegen tiefstehende Mannschaften – mangels Umschaltmöglichkeiten.

  • Tatsächlich hat Aue ganz gut demonstriert, wie eine Erfolgstaktik gegen unsere Spielanlage aussehen kann – wenn man bessere Stürmer hätte:

    Fürth hat genau das letzte Saison taktisch immer gut demonstriert gegen tief stehende Mannschaften und zwar sehr viel über die Flügel spielen, versuchen zur Grundlienie durchzukommen und in den Rücken der Abwehr zu flanken und viele Zweikämpfe um die gegnerische Box herum führen, um Standards zu provozieren, mit denen wir nur leider ziemlich wenig anfangen können. Gegen tief stehende Mannschafte sind Standards eine Waffe, das muß auch beim Club besser werden.

    Mit Schäffler oder wenn Sörensen mal aufrückt hätten wir bei Standards doch kopfballstarke Zielspieler.

    • Ich habe ja eher von einer Taktik GEGEN uns gesprochen als von der eigenen Spielanlage.

      Ja, das Fürther Flügelspiel durch die AV bzw. eher Wingbacks ist sehr stark gewesen und sollte zur Nachahmung animieren. Allerdings hatten die Fürther auch mit die besten AV der Liga (beide in der Kicker-Rangliste weit oben, unsere nicht mal drin). Der Unterschied zu Fürth ist auch, dass sie in gleicher Grundordnung eher Ballbesitzfußball gespielt haben und wir ja mehr über’s Umschalten kommen wollten.

      Allerdings sah das gegen Aue ja auch schon nach Ballbesitzfußball aus. Nachdem auch die U21 eher den Ballbesitz pflegt, könnte ich mir gut vorstellen, dass wir das als taktische Variante stärker einbringen werden in dieser Saison.

      Ich finde ohnehin den Hybrid-Stil am besten: Ballbesitz, wenn nötig und wenn der Gegner das erfordert, aber auch schnell und gut umschalten, wenn sich die Chance ergibt.

      Ich bin gespannt, wie sich das entwickelt…

      • Da liegen wir schon auf einer Linie 🙂 ich finde auch Ballbesitz um jeden Preis, dazu zähle ich auch das hinten rumgeschiebe, bringt es nicht, sondern “relevanter Ballbesitz” ohne viel Qergeschiebe mit vertikalen Aktionen. Weil du die U21 ansprichst sie haben gestern den Drittliga Absteiger Unterhaching mit ihrem Promi Trainer Sandro Wagner mit einem beeindruckenden 5:1 nach Hause geschickt. Chapeau!

  • Daher finde ich die Kombi Schäffler und daneben einer der beiden jungen Stürmer immer besser als Borkowski und Shuranov auf dem Platz uns fehlt sonst gegen die in der Regel aufgeschossenen langen Innenverteiger der 2. Liga einfach eine Option in Lufthoheit ua. bei den wichtigen Standards vorne.

    • Ist denn Schäffler aktuell fit? So, wie er sich bewegt, hat man nicht den Eindruck. Ich kann mir nicht vorstellen, dass er über die Rolle des Ersatzstürmers hinauskommen wird.

  • Genau, Stichwort Zentrum mit 3-4 großen Spielern “überladen”.

    • Nette Idee, aber wer sollte das machen? Unser Mittelfeld ist ja eher klein gewachsen. Rein personell kämen da nur Cheffe und die IV in Frage, aber die braucht man ja an ihrem eigentlichen Platz… 😉

      Deswegen ja auch meine “in-game-Kritik”, dass wir im DM keine Kopfballduelle gewinnen. Das ist natürlich personell bedingt, aber das könnte sich schon zu unserer Achillesferse entwickeln.

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