Nach der Pause viel investiert – Analyse zu #SCPFCN #FCN

Analyse zu SC Paderborn 07 – 1. FC Nürnberg  2:2 (1:0) – Der Club spielt nach der Pause ein gutes Spiel, holt aber dennoch nur einen Punkt.

1. Personal und Grundordnung
2. Daten und Fakten
3. Die kurze Einzelkritik
4. Fazit und Stimmen
5. Statistik
6. Der Notenvergleich

1. Personal und Grundordnung

Der Club begann wie gewohnt im 4-4-2 mit Mittelfeldraute. Im Vergleich zum ersten Saisonspiel gegen Aue änderte Robert Klauß eine Position. Lino Tempelmann kam für Fabian Nürnberger. Im Kader ersetzte Mario Suver den erkrankten Robin Hack. Der Club begann dominant und hatte in der Anfangsphase viel Ballbesitz. Das lag auch daran, dass er sich um frühes Stören und Angriffspressing bemühte. Einige Male geriet Paderborn durch das Stören von Borkowski, Shuranov und Møller Dæhli unter Druck, wurde unsauber im Passspiel. Gleichzeitig tat sich der FCN schwer, die Ballgewinne auszunutzen. Das Spiel in die letzte Linie blieb weiter wenig stringent. Gerade Shuranov und Borkowski hingen weitgehend in der Luft.

Nachdem Paderborn mit dem ersten Torschuss in Führung gegangen war, schlich sich in die fehlende Präzision im Angriffsspiel auch noch Verunsicherung ein. Der Club wurde fahrig, auch wenn Paderborn es nicht schaffte, die Fahrigkeit auszunutzen. Paderborn war nun im Spiel Richtung Clubtor gefährlicher und gefälliger, aber richtige Abschlüsse brachte das Team von Lukas Kwasniok auch nicht zustande. Was es jedoch gut machte, war auf die Nürnberger Raute zu reagieren. Im Vergleich zum Spiel in Heidenheim setzte Paderborn nicht auf ein 4-2-3-1, sondern auf ein 4-3-3, um das Spiel breiter zu machen. Dies schafften die Ostwestfalen vor allem in dieser Phase zwischen Führungstor und Halbzeitpause.

Jene Pause nutzte Robert Klauß zu personellen Wechseln. Für Borkowski und Shuranov kamen Schäffler und Lohkemper. Das Spiel war nun ein völlig anderes. Der Club entwickelte plötzlich mehr Zug zum Tor, auch weil Møller Dæhli nun immer wieder auf den Flügel auswich. Durch diese Bewegung entstanden auch beide Clubtore. Direkt nachdem der Club das Spiel gedreht hatte, wechselte Robert Klauß Lino Tempelmann, der verwarnt worden war, aus und brachte Fabian Nürnberger. Der Club blieb am Drücker und Paderborn reagierte, indem es auf ein 4-2-3-1 umstellte. Justvan ersetzte Thalhammer und ging hinter den ebenfalls eingewechselten Platte. Der personelle Wechsel von Robert Klauß war dagegen nicht taktisch bedingt, sondern eine Vorsichtsmaßnahme. Nach leichten muskulären Problemen musste der spielbestimmende Møller Dæhli vom Platz. Taylan Duman ersetzte ihn positionsgetreu, agierte aber insgesamt etwas defensiver.

Hätte Felix Lohkemper seine Chance zum 3:1 genutzt, die angesprochenen Wechsel wären zur Randnotiz geworden, doch da er es nicht tat, Paderborn dagegen nach einem Traumpass von Justvan noch zum Ausgleich kam, kann man von den Umstellungen durchaus von einem erneuten Wendepunkt sprechen, auch wenn es eben eher eine Einzelaktion war, die den Punkt für Paderborn klar machte. Allerdings war das Nürnberger 1:1 ja auch aus einer Einzelaktion entstanden. Strukturierter im Spiel war nach der Pause der FCN gewesen, vor der Pause der SCP.

2. Daten und Fakten

Drei Ballbesitzphasen im gegnerischen Strafraum, drei Torschüsse, zwei Torschüsse aufs Tor, zwei Tore. Mangelnde Effizienz kann man dem SC Paderborn nicht vorwerfen. Der Club war in nahezu allen Kategorien besser, gewann beeindruckende 72% seiner Duelle gegen den Ball (47 von 65), gestaltete seine Dribblings in hohem Maße erfolgreich (23 von 33) und kam oft in den Strafraum und oft zum Abschluss. Allerdings fehlte dem Club im Abschluss immer noch ein wenig die Geduld, nur vier der dreizehn Torschüsse waren von innerhalb des Strafraums. Dennoch war vieles in der zweiten Halbzeit nicht nur optisch, sondern auch datentechnisch beachtlich und sehenswert.

Grafik 1 ist in zweierlei Hinsicht relevant, zum einen zeigt sie eindrucksvoll, wie zerfahren und wenig zielstrebig das Spiel auf beiden Seiten vor der Pause war. Ein einziger Pass, der zu einem Abschluss führte, wurde vor dem Seitenwechsel gespielt: Valentinis Zuspiel auf Krauß nach 37 Minuten, bevor dieser den Ball in die Wolken jagte. Nach der Pause ist dann der Aufwand, den der FCN betrieb sehr deutlich abgebildet. Acht „Key Passes“ stehen da zu Buche, bei Paderborn nur einer. Allerdings war jener eine von Justvan eben auch die Torvorlage. Dennoch sieht man deutlich, dass der Club nach der Pause deutlich besser im letzten Drittel agierte als in den drei Halbzeiten der Saison, die davor stattfanden.

Grafik 2 visualisiert einerseits den Schock, den das Gegentor nach etwas mehr als einer Viertelstunde ausgelöst hat. Der Club hatte in den folgenden Minuten weniger Ballbesitz, spielte weniger Angriffe und stand deutlich tiefer als im restlichen Spiel. All das ist eine analytische Darstellung dessen, was man beim Zusehen auch gespürt hatte. Das Gegentor – möglicherweise auch wegen seiner umstrittenen Entstehung – war ein Wirkungstreffer. Dass Paderborn daraus keinen Torschuss generierte muss man den Ostwestfalen ankreiden. Andererseits kann man auf Grund der Daten aus der letzten Viertelstunde erahnen, was Robert Klauß in der Pressekonferenz dann ansprach: In den letzten zehn Minuten fehlte die Kraft. Die Schlussviertelstunde, die auf Grund der Nachspielzeit 19 Minuten umfasste, war die einzige Phase im Spiel, in welcher der Club weniger Zweikämpfe gewann. Den Ausgleich nur deshalb als folgerichtig zu bezeichnen, wäre wahrscheinlich übertrieben, dennoch war die Schlussphase eben weniger intensiv geführt.

Grafik 3 vergleicht die vier eingesetzten Stürmer des FCN. Die Karte ist so zu lesen, dass ein blauer Punkt eine erfolgreiche Aktion darstellt, also einen angekommenen Pass, ein gewonnenes Zweikampfduell oder einen abgefangener Ball. Ein schwarzes Kreuz markiert einen Misserfolg in der Situation. In der ersten Halbzeit kamen die beiden Stürmer Shuranov und Borkowski auf 19 erfolgreiche Aktionen in 50 Versuchen, nach der Pause waren es bei Lohkemper und Schäffler 26 gelungene Aktionen in 67 Versuchen. Rein prozentual ist der Unterschied zwischen den beiden Stürmerduos also bei unter einem Prozentpunkt (38% zu 38,8%), aber die versuchten Aktionen waren deutlich höher. Die Schuld dafür muss man nicht zwingend bei den beiden Angreifern suchen, die Anbindung von Schäffler und Lohkemper ans Spiel war einfach besser.

3. Die kurze Einzelkritik

Der Spieler des Spiels war eindeutig Mats Møller Dæhli (CU-Urteil: noch sehr gut). Der Norweger war vor der Pause schon einer der wenigen Aktivposten, riss dann nach der Pause das Spiel endgültig an sich, erzielte das 1:1 selbst – auch wenn es offiziell als Eigentor gewertet wurde – und bereitete das 2:1 vor. Seine verletzungsbedingte Auswechslung war dann auch ein wenig der Bruch im Offensivspiel des Clubs. Danach fehlte bald wieder das kreative Element. Ebenfalls positiv hervorzuheben ist Manuel Schäffler (CU-Urteil: gut). Zur Pause eingewechselt beschäftigte der Angreifer mit seiner Körperlichkeit die Paderborner Innenverteidiger und erzielte ein akrobatisches Tor.

Auch der andere eingewechselte Stürmer, Felix Lohkemper (CU-Urteil: voll befriedigend) wusste zu überzeugen, auch wenn er eine gute Chance aus spitzem Winkel an den Pfosten setzte. Lohkemper schaffte es auch die Paderborner Defensive mehr zu beschäftigen als die Stürmer in der ersten Halbzeit und brachte Dynamik ins Spiel. Andere Spieler, die ein Spiel im Bereich „befriedigend“ abschlossen, waren Innenverteidiger Florian Hübner (CU-Urteil: befriedigend), der mit viel Umsicht und Ruhe verteidigte, allerdings eine sehr rüde Grätsche an der Mittellinie ansetzte und dafür eine unnötige Gelbe Karte kassierte, Mittelfeldspieler Tom Krauß (CU-Urteil: noch befriedigend), der den Ball immer wieder antrieb, defensiv ein ums andere Mal den Ball eroberte oder zumindest die Gegner unter Stress setzte und auch den Abschluss suchte und Johannes Geis (CU-Urteil: noch befriedigend), der zwar nicht so präzise und präsent wie gegen Aue war, aber dennoch immer wieder einen umsichtigen Ball spielte. Ähnliches gilt auch für Fabian Nürnberger (CU-Urteil: noch befriedigend), der nach einer Stunde Lino Tempelmann ersetzte und seine gewohnte Dynamik ins Spiel brachte, ohne jedoch zu brillieren.

Knapp nicht gereicht für die Kategorisierung „befriedigend“ hat es bei Enrico Valentini und Asger Sørensen (beide CU-Urteil: voll ausreichend). Beide wären ohne das späte Gegentor wahrscheinlich besser bewertet worden, doch Sørensen sah beim Rausrücken aus der Kette schlecht aus, Valentini wurde beim Zuspiel getunnelt. Sørensen war vorher relativ umsichtig im Verteidigen gewesen, war aber nicht so resolut und mit guter Antizipation gesegnet wie seine Nebenmann. Valentini hatte im Laufe des Spiels mehrere bessere und schlechtere Phasen gehabt, sich dann aber durch einige gute Offensivbewegungen hervorgetan. 

Für den Rest der Spieler bleibt – mit leichten Abstufungen – das Urteil mangelhaft übrig. Die Leistungen von Erik Shuranov (CU-Urteil: mangelhaft) und Dennis Borkowski (CU-Urteil: voll mangelhaft) sind unter 2. ausführlicher dargelegt. Die Tatsache, dass sie nicht ins Spiel eingebunden waren, ist nur zum Teil in der Verantwortung der beiden jungen Stürmer. Borkowski war auch um Bälle bemüht und versuchte sich dann, diese im Mittelfeld zu holen. Beide blieben aber eben vollständig wirkungslos in der Offensive. Für Lino Tempelmann (CU-Urteil: voll mangelhaft) gilt, dass er im Aufbau einige massive Fehler in der ersten Halbzeit gemacht hat, so auch den Ballverlust verursachte, der zum Einwurf führte, der die Ecke zum 0:1 zur Folge hatte. Nach der Pause war er verbessert, erhält von DFL für sein Zuspiel auf Møller Dæhli vor dessen 1:1 einen Assist gut geschrieben, wurde nach einer Stunde aber gegen Fabian Nürnberger ausgewechselt. Tim Handwerker (CU-Urteil: mangehaft) hatte viele unglückliche Szenen und vor der Puase auch einige schlechte Laufwege. Nach der Pause war er, als Møller Dæhli ihn auf dem Flügel unterstützte dann verbessert, machte aber vieles im Gesamteindruck dadurch zunichte, dass er beim 2:2 viel zu tief stand und so das Abseits aufhob. Taylan Duman kam zu spät für eine Bewertung.

Expected Goals Verlauf (Nürnberg in rot, Paderborn in blau)

 

4. Fazit und Stimmen

Robert Klauß‘ Hang zu treffenden Analysen setzte sich nach dem Spiel fort: „Wir müssen am Ende mit dem Punkt leben, auch wenn wir damit nicht zufrieden sind“ fasste er die Gemütslage der meisten Clubfans gut zusammen. Er betonte die Tatsache, dass der Club nach der Pause viel investiert hatte, es aber nicht schaffte, den Sieg über die Zeit zu bringen. Dass er dabei explizit die Schlussphase hervorhob, in welcher der Club kraftlos wirkte, ist durchaus bemerkenswert. „Am Ende haben die letzten 5 oder 10 Minuten die Kraft gefehlt,“ betonte Klauß. Insgesamt ist es ein wenig wie nach dem ersten Saisonspiel: Ist man jetzt mit dem Punkt und der Spielanlage zufrieden? Oder ärgert man sich, weil mehr drin war? Gerade die zweite Halbzeit gibt Anlass zu einer positiven Einschätzung. Dennoch war der Clubtrainer in seinem Urteil deutlich: „Wir hatten selber vorne viele Situationen (…) da müssen wir zwingend das 3:1 machen.“

Gleichzeitig darf die erste Halbzeit nicht außer Augen bleiben. Etwas das auch Mats Møller Dæhli betonte: „Unsere Leistung in der ersten Halbzeit war zu wenig. Da hatten wir zu wenig körperliche Präsenz.“ Der Club hatte zwar gut begonnen, sich dann aber vom Gegentor völlig aus dem Konzept bringen lassen. Die gängige These hier könnte sein, dass eine offensivstärkere Mannschaft als der SC Paderborn 07 diese Schwächephase auszunutzen gewusst hätte. Andererseits hatte der Club nun zwei Gegner, die er unter einem xG hielt – allerdings gegen Paderborn vor allem, weil Platte den Ball allein vor Mathenia verstolperte und nicht abschloss – so dass man schon auch der Ansicht sein kann, dass die Defensive in der Lage ist, viele Angriffe wegzuverteidigen. Manuel Schäffler betonte jedoch auch, dass beim Gegentor zum 2:2 viel schief lief: „Wir dürfen ihn [Justvan, FZ] da vorher nicht durch zwei, drei Mann durchlaufen lassen.“  Mit etwas Zynismus könnte man auch anmerken, dass „gut verteidigt, aber einmal geschlafen“ nichts anderes als eine Einstufung der Defensive aus der Vorsaison ist.

In der Offensive hing nach der Pause vieles von Møller Dæhli ab. Vor der Pause hatte Paderborn den Norweger noch gut im Griff, der Club mit dem 4-3-3 der Ostwestfalen auch Probleme (Kwasniok: „Wir hatten die Idee, das Spiel sehr breit anzulegen, um gegen die Rautenformation viele Spielverlagerungen zu spielen. Da sind wir in die Aktionen gekommen.“). Nach dem Seitenwechsel zog er dann immer weiter auf den linken Flügel. Der Club überlud diesen über Møller Dæhli in Kooperation mit Tempelmann/Nürnberger und Handwerker, die Paderborner hatten damit große Probleme und so fielen beide Tore über „MMD“. Paderborns Torschütze fasste es deshalb auch gut zusammen: „Nach der Pause ist es dann nicht mehr so gut gelaufen.“ Nach Møller Dæhlis Auswechslung ging aber auch schnell nichts mehr zusammen in der Nürnberger Offensive. Auf Lohkempers Pfostenschuss kurz nachdem Møller Dæhli den Pflatz verlassen hatte, gab es noch zwei wenig aussichtsreiche Abschlüsse von Duman, mehr Torschüsse kamen nicht zustande. Diese Abhängigkeit von Møller Dæhli kann in den kommenden Spielen zum Problem werden, auch weil der Norweger durchaus als verletzungsanfällig gelten kann, wie seine Auswechslung nach 75 Minuten auch nahelegt (Klauß: „Der Muskel ist zugegangen. Er hat angezeigt, dass es bei der nächsten Aktion gefährlich werden könnte, da wollten wir dann kein Risiko eingehen. Das war zu dem Zeitpunkt natürlich sehr schade“).

So ist der Saisonstart von den Ergebnissen her auch irgendwie als nicht Fisch, nicht Fleisch zu bewerten: Nicht gewonnen, nicht verloren, phasenweise gut gespielt, phasenweise Kreativität vermissen lassen. Von allem war ein bisschen was vorhanden. Rein von den Ergebnissen her dürfte es in der Bewertung zu wenig sein. Stellen sich die Ergebnisse nun ein, wird der Start rückblickend als vielversprechend eingestuft werden, tun sie es nicht, dann werden die fehlenden Punkte aus dem Auftaktprogramm vor allem als „liegen gelassen“ eingeordnet werden. 

5. Die Kennzahlen

Paderborn   Nürnberg
2 Tore 2
0,51 expected Goals 1,21
0,92 Post Shot xG 1,07
0,51 xG ohne Doppelchancen 1,21
3 Schüsse 13
2 Schüsse aufs Tor 4
3 Ecken 6
3 Freistöße 3
46 Ballbesitz (in %) 54
82 Passquote (in %) 81
17 Fouls 10
9,9 PPDA 9,0
7,5 Challenge Intensity 7,4
16,7 Spieltempo 16,8
3 Ballbesitzphasen (geg. Strafraum) 13
00:11 Ballbesitzdauer (Ø) 00:12

*Alle Daten stammen von Wyscout. Benutzung der Daten von Wyscout unter der Journalistenlizenz des Anbieters.Die Terminologie von Wyscout wird in diesem Glossar erläutert.

6. Die Notenübersicht

Spieler CU-Note Kicker nordbayern.de BILD SofaScore WhoScored
Christian Mathenia 3 3 3 3 6,1/10 5,7/10
Enrico Valentini +4 3 3 3 6,9/10 6,7/10
Asger Sørensen +4 4 3 4 6,5/10 6,5/10
Florian Hübner 3 3 2 3 6,6/10 6,5/10
Tim Handwerker 5 4 5 4 6,6/10 7,0/10
Johannes Geis 3 4 4 3 7,1/10 6,7/10
Lino Tempelmann +5 5 5 5 6,7/10 6,4/10
Tom Krauß 3- 3,5 4 4 6,9/10 6,7/10
Mats Møller Dæhli 1- 2 1 2 8,2/10 8,4/10
Dennis Borkowski +5 4,5 4 5 6,3/10 5,9/10
Erik Shuranov 5 5 5 5 6,6/10 6,1/10
Manuel Schäffler 2 2 2 2 7,3/10 7,4/10
Felix Lohkemper +3 3 3 3 6,8/10 6,6/10
Fabian Nürnberger 3- 4 3 6,1/10 5,8/10
Taylan Duman 6,5/10 6,0/10
-/10 -/10
Durchschnitt 3,50 3,53 3,42 3,50 6,74/10 6,56/10

48 Gedanken zu „Nach der Pause viel investiert – Analyse zu #SCPFCN #FCN

  • Vielen Dank für die gute Analyse!

    Dass in den letzten 10-15 Minuten die Kraft fehlt…hmmm… muss einem das Sorgen bereiten?

    Definitiv habe ich diese Sorgen:

    – Nach 2 Jahren keine Alternativen bzw. kein echter Ersatz für LV Handwerker und auch nicht für RV Valentini.
    – Abhängigkeit von MMD, ohne den der Club eine Klasse schlechter gespielt hätte.
    – Zu hoch gestecktes Saisonziel von Hecking, denn die
    – individuelle Klasse der Spieler reicht nicht für die Top 5 oder Top 6, Platz 8 wäre schon fast überraschend gut.

    Das hat nichts mit den Spielergehältern zu tun, die beim Club traditionell höher sind als bei Sandhausen, Rostock, Regensburg (wieso blüht Singh dort eigentlich auf?!) u.v.a.m.

    Und noch eine Frage an die Macher und an Florian Zenger himself:

    Wäre es möglich, die BILD wegzulassen?

    Mag sein, dass dieses Anzeigenblatt den Bereich Sport noch einigermaßen redaktionell betreut, aber ich würde auf CU auch keine Spielernoten aus anderen misogynen, menschenfeindlichen und wissenschaftsleugnenden Hetzblättern zitiert sehen wollen. Meiner Auffassung nach wird diesem Drecksblatt viel zu viel Gewicht verliehen, indem man es andauernd zitiert – und sei es auch nur bei den Spielernoten.
    Für mich reichen Kicker und NN/NZ, sofascore und whoscored als aussagekräftiger Vergleichswert absolut aus.

    Wäre wirklich schön, wenn Ihr mal drüber nachdenken könntet.
    Merci!

    Antwort
  • Handwerker:
    Finde nicht, dass es keine Alternativen für ihn gibt. Fischer und auch Rosenlöcher haben das, aus meiner Sicht, gut gemacht zeitweise in der Vorbereitung. Wenngleich ich natürlich die Leistungen im Training nicht sehe. Dass Handwerker in Paderborn auflief, war auch folgerichtig nach dessen ordentlicher Leistung gegen Erzgebirge. Mit so einer Minus-Leistung musste man nicht rechnen. An Handwerkers Einsatzwillen gibt es eh keinen Zweifel.

    Saisonziel:
    Finde nicht, dass Heckings Vorgabe zu hoch gesteckt wäre. Gegen Aue haben wir uns an einer sehr tief stehenden Mannschaft die Zähne ausgebissen. „Alles in allem agierte 96 im letzten Drittel nicht klar genug“, schreibt der kicker zur 0:3-Heimniederlage von Hannover gegen Hansa. Kommt einem sehr bekannt vor. Dass wir allerdings in Paderborn nach einem Kraftakt in Halbzeit zwei dieses scheiss Ding in Minute 85 nicht wegverdeitigt haben, ist super ärgerlich. Denn wenn man trotz einer unfassbaren Fehlentscheidung so fulminant das Spiel noch dreht, macht das was mit einer Mannschaft – vorausgesetzt, man bringt es auch über die Zeit.

    Singh:
    Ähnlich wie Kerk in Osnabrück profitiert Singh in Regensburg von festen Strukturen. Und vor allem von einer Reihe an Mitspielern, die dessen Zweikampfschwäche kaschieren. Zudem sind erst zwei Spieltage absolviert – ob Singh somit auf Dauer in Regensburg aufblüht, bleibt demzufolge abzuwarten.

    Antwort
    • Sehe es wie Fränki, mit Fischer ist durchaus eine ernstzunehmende Alternative zu Handwerker vorhanden bzw. perspektivisch vorhanden, natürlich fehlt ihm die Erfahrung/Spielzeit in Pflichtspielen, da Klauß ungerne einmal etablierte Positionen anders besetzt, was Früchtl letzte Saison auch zu spüren bekam, nichtmal 1 Spiel wurde ihm vergönnt sich zu zeigen, ich befürchte das könnte auch Fischers Problem werden, sich gar nicht beweisen zu können.

      Was ich nicht wirklich verstehe, warum Klauß jetzt schon das zweite mal mit Shuranov und Borkowski startet, ich finde ihre Spielweise zu ähnlich und in den zwei Spielen erfolglos. So wird immer die erste Halbzeit verschenkt offensiv. Ich fände ein junger Stürmer und ein erfahrener gemeinsam also Schäffe und Shuranov beispielsweise wäre die bessere Mischung zumal Schäffler ein besserer Zielspieler vorne ist durch seine Kopfballstärke. Durch die Räume die Schäffler reißt könnte sich auch Instinktspieler wie Shuranov besser in Szene setzen.

      Noch in anderer Sache, man muß Bild nicht mögen, ich lese deren Sportteil dennoch gerne zumindest geb ichs zu 🙂 aber solche politischen Phrasen und und Unterstellungen wie Zuckerpass hier präsentiert finde ich absurd und erinnert eher an blindes Haten – insofern völlig deplatziert.

      Antwort
      • Für mich ist Fischer in erster Linie eine Alternative für Valentini, der auch in beiden Spielen der deutlich schwächere Außenverteidiger war. Wer Handwerker das 2:2 anlastet, muss auch dazu sagen, dass das 2:1 ohne ihn ebenfalls nicht fällt. Erst seine Ballbehauptung und das Dribbling zur Mitte ziehen den Verteidiger mit rein und sorgen dafür, dass MMD in diese Raum starten und das Tor vorbereiten kann.

        Wenn wir offensiver spielen schaut Handwerker wesentlich besser, interessant ist auch, dass seine Flanken gefühlt 300% besser sind wenn Schäffler am Platz ist.

        Was mich eher aufregt ist unsere Standard-Schwäche, das gefährlichste was bisher daraus resultiert sind die Konter des Gegners…

        Antwort
        • Ganz kurz zur Linksverteidigerposition: Das beobachtet man meinen Informationen nach im Verein auch durchaus kritisch und da könnte auch, sofern das Angebot für Hack, das jetzt da ist, in einen akzeptablen Bereich kommt, noch mal tätig werden. Da wird geschaut, ob man da was realisieren kann. Die Tatsache, dass Rosenlöcher bisher immer in der U21 gespielt hat (und da am Freitag auch noch vom Platz geflogen ist), ist schon auch n deutliches Zeichen, dass man ihn recht weit weg sieht. Fischer ist zwar beidseitig einsetzbar, aber ist schon eher auf rechts eingeplant, v.a. wenn man bedenkt, dass Valentini ja doch regelmäßig verletzt oder angeschlagen ist..

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          • Zitat Florian Zenger:

            „…sofern das Angebot für Hack, das jetzt da ist, in einen akzeptablen Bereich kommt…“

            Angebot für Hack?

            Durch Googln habe ich nichts darüber gefunden. Offenbar ist CU besser informiert als andere Medien. Und ganz schnell im Vermelden der Information. Da kann man nur sagen:

            Respekt!

            Antwort
      • Juwe, ich hatte versucht, nicht darauf einzugehen, habe dann aber feststellen müssen, wie unendlich mich deine ignorante Arroganz ärgert. Du unterstellst anderen Menschen ziemlich schnell irgendwelche Dinge, ohne vielleicht mal vorher darüber nachgedacht zu haben.

        Ich empfehle Dir hinsichtlich der besagten Zeitung mal einen Blick in Veröffentlichungen des Deutschen Presserats. Dass die BILD lediglich in den seltensten Fällen Journalismus betreibt, müsste auch Dir dann klar werden.

        In meinen Augen wäre es wichtig, ein pseudojournalistisches Hetzmedium so oft es geht mit Nicht-Erwähnung zu belegen. Denn die Aufnahme in die hiesige allwöchentliche Notengebung trägt unterschwellig weiter dazu bei, dass ein nachgewiesen spalterisches Massenmedium (in Print, online und neuerdings auch noch mit einem TV-Kanal), das sich einen Dreck darum schert, ob und in welcher Tragweite es Menschen, Karrieren, Beziehungen oder sogar Leben zerstört werden und das dazu beiträgt – analog zu einer bestimmten Partei – die Grenzen des Sagbaren (und dabei geht es immer um die Menschlichkeit) immer weiter auszudehnen, gleichzeitig aber zu reklamieren, man dürfe nichts mehr sagen.

        Wenn du, Juwe, wenn Ihr alle hier der Meinung seid, ich wäre ein “Hater“, der „politische Phrasen“ drischt und der BILD gegenüber mit Unterstellungen arbeitet,, dann würde ich das wirklich sehr bedauern.

        Nach wie vor würde ich mich über eine Reaktion der CU-Macher freuen.

        Antwort
        • Gäbe es die Daumenfunktion noch, bekämst Du von mir für diesen Post einen dicken `’Daumen hoch‘, Zuckerpass.

          Antwort
        • Ich glaube du verwechselt hier Ursache Wirkung, du sprachst O Ton von „menschenfeindlichen Journalismus“ eines mainstream Boulevard Blattes, dabei geht es nicht darum ob man das Blatt mag oder nicht, sondern dasgeht weit darüber hinaus, das war der Auslöser! unsachlicher geht es kaum, niemand ausser dir führt hier politische Diskussion bis hin zu Hetze ins Feld, dabei spielt keine Rolle aus welcher Richtung, es ist am Ende das gleiche, das nenne ich mal faktisch Ignoranz. Bleiben wir beim Sport woran sich hier alle halten. Das ist nämlich für mich wahre Ignoranz für sich Sonderrechte in Anspruch zu nehmen, so wie du es getan hast in deinem Post.

          Antwort
          • Zuckerpass hat recht. Das Hetzblatt muss man hier nicht noch weiter unterstützen. Da geht es niemals „nur“ um Sport.
            Frag nach bei Meyer, Wiesinger, Weiler, Verbeek, Köllner, Canadi, Klaus…

            Antwort
          • @ „Juwe“: Die Frage, ob bzw. die Meinung dass die BILD „menschenfeindlichen“ J,. praktziert, ist als schon „unsachlich“? Und was genau war „Ursache Wirkung“? Und welche „Sonderrechte“ hat Z. beansprucht? Und: „Bleiben wir beim Sport“? — Man kann schon ungeordnet und einfach in die Welt blicken. Als ob der Sport nicht ständig auch politisch ist und hier nicht auch immer wieder politische Aspeke zurecht diskutiert werden – auch von dir, bester Juwe, man denke an deine zahlreich memorablen Dietmar-Hopp-Posts.

            Ich finde auch, dass CU ein Machwerk wie die BILD nicht durch Zitation von Spielernoten aufwerten müsste. Aber wieder einmal gelingt es dir nicht, werter Juwe, tonfüßige Argumente nicht auch noch durch einen ad-personam Angriff zu garnieren. Ich verfolge dieses Forum seit einigen Jahren, fast nur als „Zuschauer“. Dabei, nun auch einmal persönlich gesprochen, fielst und fällst mir *in der Summe* du als derjenige auf, der sich hier am unsachlichsten und – sagen wir es mal milde – am kindlichsten verhält. (Immer wieder wird das ja auch gespiegelt, aber du bist ja eher stolz auf deine Dislike-Rekorde – was auch irgenwie pubertär im Gemüt ist). Wenn ausgerechnet du anderen, so wie hier, Unsachlichkeit, Ignoranz, Sonderansprüche und Hetze (!) unterstellst, ist es des (Un-)Guten doch zu viel. Vielleicht magst du die allzeit in dir aufwallenden Affekte ab und an einfach mal stecken und die Finger von den Tasten lassen? (Nur ab und an!)

            Antwort
            • Ich bin völlig entspannt keine Sorge und ob man Bild mag oder nicht ich finde auch das ein oder andere auch daneben, das ist eben bei Boulevard Medienen so, aber das gilt für das ein oder andere Printmedium auch, aber den Sportteil des zitierten Blatt finde ich sehr gut. Top Usability immer sehr aktuell. Dennoch finde ich Zitat „menschenfeindliche Zeitung“ usw. um sich hier zu produzieren für affektiv für die Diskussion ursächlich und viel mehr noch daneben. Aber seis drum mit dir war ja zu rechnen sich mit ins Getümmel zu werfen und die Stimmungsmache anzuheizen.

              Antwort
              • Aber Juwe, jetzt tust du es ja schon wieder: Hastig und sprachlich-gedanklich nur bedingt kohärent Worte produzieren und Menschen, die dir widersprechen, persönlich angreifen und so den Widerspruch diskreditieren. Wer dir widerspricht, will „sich produzieren“ und „heizt die Stimmungsmache“ an? — Ach, was machen wir nur mit dir? 🙂

                Antwort
                • „Ach, was machen wir nur mit dir? “ – meinst Du wirklich, das so viel mehr hinter Deiner Meinung stehen? Außerdem – kein guter Stil – unsachlich!

              • Max Goldt hat alles notwendige zur BLÖD gesagt:
                „Die Bild-Zeitung ist ein Organ der Niedertracht. Es ist falsch, sie zu lesen. Jemand, der zu dieser Zeitung beiträgt, ist gesellschaftlich absolut inakzeptabel. Es wäre verfehlt, zu einem ihrer Redakteure freundlich oder auch nur höflich zu sein. Man muss so unfreundlich zu ihnen sein, wie es das Gesetz gerade noch zuläßt. Es sind schlechte Menschen, die Falsches tun”

                Antwort
          • Hallo Juwe, schon mal in den sozialen Medien geschaut und wahrgenommen, wie das sportteilwichtige Superblatt gerade die Familie von Michael Ballack vollkommen rücksichtslos (die Oma, den toten Sohn unverpixelt abgebildet, Details, die maximal die Familie etwas angehen u.v.m.) in einem der entsetzlichsten Momente, die einem Menschen passieren können, nämlich dem plötzlichen Verlust des eigenen Kindes/Enkelsohns durch einen furchtbaren Unfall, unverhohlen in die Öffentlichkeit zerrt? Und wie bei allem anderen dabei vollkommen und ganz bewusst drauf geschissen, ob die betroffene Familie das vielleicht ja gar nicht will und sich dessen vollkommen bewusst, dass man in einer derart extremen psychischen Ausnahmesituation gar nicht damit klarkommt bzw. kaum in der Lage ist, sich dagegen zu wehren.Das ist deren alleiniges Geschäftsmodell. Der Sportteil dient einzig der Kaschierung, er ist die Honigfalle, sonst nichts (außer Macht natürlich!).

            Und @Florian oder @Alexander, meine Bitte um ein Statement zur Einpreisung der Spielernoten dieses widerwärtigen und faktisch menschenverachtenden Drecksblatts – ist das Zitat ausgerechnet aus der BILD in Deinem, Florian, neuen Kommentar zum möglichen Hack-Transfer etwa die Antwort darauf?
            Wollen wir alle wirklich immer die Augen zumachen und uns irgendwie rausreden?

            Ey Leute, wacht mal auf bitte. Die BILD ist ein abstoßend hetzerisches Blatt, das literally über Leichen geht.

            Mich kotzt das nur noch an. Ich will die hier nicht haben!

            Antwort
            • Ich kann im neuesten Artikel beim besten Willen kein Zitat aus der BILD erkennen. Dass ich das jeweilige Medium kennzeichne, wenn dieses Medium ein Gerücht liefert und der Trainer darauf in der Pressekonferenz reagiert, ist normaler journalistischer Standard. Die BILD hat das Gerücht aufgebracht, also gehört das auch gekennzeichnet. Alles andere wäre unsauber und unlauter. Egal wie man zur BILD an sich steht.

              Zum Generellen kommt von mir die Tage was. Ich hab jetzt, glaub ich, viermal angesetzt und immer wieder nen recht langen Text verworfen, weil es für mich relativ diffizil und nicht so klar zu beantworten ist und das aus vielerlei Aspekten.

              Antwort
              • Stimmt. Der Begriff „Zitat“ war von mir an dieser Stelle falsch – es ist spät und ich war sauer, nachdem ich auf Twitter in meiner TL des öfteren mit der unsäglichen Ausschlachtung der BILD in Sachen Ballack-Tragödie konfrontiert wurde und ich mir ausmalte, wie grauenhaft diese Vorgehensweise von – hüstel: „Journalisten“ irgendwann, wenn die Ballacks das mal realisieren, auf diese wirken muss.
                Das ist durch nichts zu rechtfertigen.

                Natürlich musst Du, Florian, Deiner journalistischen Sorgfaltspflicht entsprechend eine Quelle als solche benennen dürfen, verstehe ich.
                Aber vielleicht kann man sich darauf verständigen, dieses Zentralorgans der Widerwärtigkeit nur dann zu nennen, wenn es – wie bei dem Hack-Gerücht – eben die journalistische Sorgfaltspflicht bedingt, man ansonsten aber aus Gründen (vor-)gelebter, sich bewusst gemachter Humanität darauf verzichtet, das Geschäftsmodell, das dem Journalismus ja offen ins Gesicht lacht, durch nicht notwendige Integrierung in diese Seite weiterhin zu adeln?

                Danke fürs Aufklären und entschuldigt bitte meinen Zorn.
                Aber vielleicht sollte sich jeder mal vor Augen führen, dass es in diesem Land wegen der Berichterstattung dieses Anzeigenblattes schon zu Suiziden kam.

                Antwort
        • Ich halte nichts von der Bild und deine Einwände für gerechtfertigt, dennoch ist es nicht Aufgabe des Journalismus deren Existenz zu negieren. Im Gegenteil, ich finde durchaus, dass man nicht nur die Noten sondern auch die Themensetzung der Bild durchaus diskutieren darf und sollte, weil es nun mal das Breitenmedium schlechthin ist und man auch wissen sollte, welches Bild den anderen Fans vermittelt wird. Denn dass es unter Club-Fans keine Bild-Leser gibt, kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen.

          Das ist auch nicht als Legitimierung anzusehen, sondern bildet lediglich das bestehende Meinungsspektrum ab, das dem Rezipienten auch zuzumuten ist.

          Antwort
          • Wenn man damit anfängt, hier in diesem Forum „die Themensetzung der Bild durchaus zu diskutieren“, dann scheint mir das allerdings fast zwangsläufig eine zu starke Politisierung dieses Fußball-Blogs zur Folge zu haben.

            Wir wissen doch (fast – gell, lieber Juwe?) alle, dass das Medium BILD gerade unter dem Chefredakteur Julian Reichelt zu einem gnadenlosen Empörungsmedium mutiert ist, das in seiner Rücksichtslosigkeit jenen Menschen gegenüber, die in den Fokus der sog. BILD-„Journalisten“ geraten sind, im deutschen Sprachraum beispiellos ist.

            Und das ist eben nur möglich, weil die BILD so viele Leser/Clicks hat, denn sie ist ein hochprofitables Anzeigenblatt. Und aus diesen Profiten ist der Springer-Verlag imstande, die vielen Unterlassungs- und Richtigstellungsklagen und Schadenersatz- bzw. Schmerzensgeldforderungen bis zum BGH und sogar dem EuGH durchzuziehen und gerade „Normalbürgern“ einem enormen finanziellen und psychischen Aufwand auszusetzen, der sie in aller Regel in die Knie zwingt, bevor eine letztinstanzliche Entscheidung womöglich zu einer Befriedigung geführt hätte, weil die Justiz ein von der BILD-Redaktion begangenes Unrecht als solches bestätigt hatte.

            Deshalb, lieber xxandl, verstehe ich deinen Einwurf durchaus und habe absolut verstanden, dass du von einer Legitimierung dieses BILD-Geschäftsmodells weit entfernt bist.
            Doch bin ich weiterhin der Auffassung, dass der an der Notengebung der BILD interessierte Fan ja das Blatt dann kaufen oder online nachschauen kann.

            Für dieses Forum hier aber, gerade weil ich es – auch in all der Polarität der Diskussion – so sehr schätze, tut es mir regelrecht weh, dass man glaubt, auf die Meinung der BILD zu „unseren“ Club-Spielern nicht verzichten zu wollen und dieses Blatt damit – ohne das zu beabsichtigten, faktisch aber eben doch – uns quasi subkutan als gleichwertiges publizistisches Medium, das journalistische Regeln einhält, wie es auch die kleineren nordbayern.de bspw. tun müssen, weil sie sich eine Unzahl an Mahnungen oder Auflagen des Presserats gar nicht leisten können(!), andient.
            Das aber IST dann eben doch eine Legitimierung durch die Hintertür, weil das Geschäftsmodell eines menschenverachtenden (ja Juwe, das Gebaren unter Julian Reichelt ist menschenverachtend, da individuelle Rechte von Menschen – und das fängt bei Günter Jauch an und hört bei den namenlosen Geflüchteten auf – BEWUSST negiert werden, wenn sich daraus eine Schlagzeile machen lässt.

            Mag sein, dass ich dem Großteil hier ähnlich wie Juwe auf die Nerven gehe. Aber ich bin nun einmal der festen Überzeugung, das wir in diesen Zeiten, in denen die Sprache und das gesellschaftliche Miteinander immer brutaler und zügelloser wird, eben nicht mehr einfach nur zugucken und hinnehmen und die papiergewordene Menschenfeindlichkeit mit dem Argument „…aber der Sportteil!“ durchkommen lassen sollten.

            Das ist mein einziges Anliegen, das hat auch nichts mit Zensur oder Cancel Culture zu tun, mein Maß ist alleine die Humanität.
            Und damit lasse ich es dann auch gut sein.

            Wer hat denn für Hack überhaupt ein Angebot beim Club abgegeben? 😉

            Antwort
            • „Doch bin ich weiterhin der Auffassung, dass der an der Notengebung der BILD interessierte Fan ja das Blatt dann kaufen oder online nachschauen kann.“

              Das kann man auch anders sehen: ich bin an der Notengebung durchaus interessiert, freue mich aber, dass ich durch das Zitieren von CU diesem Käseblatt weder durch Klick noch durch Kauf Unterstützung zukommen lassen muss.

              Antwort
            • Die Themensetzung war klarerweise auf den Club bezogen, wo die Bild sich auch immer einzelne herausgreift und gezielt Stimmung macht oder aus Dovedan-Mücken Elefanten macht und so generell für Unruhe sorgt. Inwieweit man das als Verein zulässt und ob man solche Leute später mit Positionen beim Club belohnen sollte ist etwas, was ich ganz hart diskutieren würde.

              Mein journalitisches Verständnis wäre ja eher, dass man manche Inhalte der Bild aufgreift und kommentiert in den Raum stellt, anstatt zu sagen „wen es interessiert, der soll halt Bild lesen“. Weil so schaffst du Parallelgesellschaften – und verschaffst der Bild im schlimmsten Fall noch mehr Leser, wenn du das Gefühl vermittelst, dass gewisse Themen von dir nicht behandelt werden. Wobei diese Frage einen Fan-Blog natürlich weniger betrifft als ein kommerzielles Medium.

              Die Relevanz, die die Bild für mich persönlich hat, ist, dass ich online schon gerne weiß, woher manche Behauptungen kommen. Wenn ich dann hier oder auf Twitter lese „Laut Bild hat Dovedan…“ dann weiß ich, warum plötzlich gehatet wird und gleichzeitig wie ernst ich das Ganze nehmen darf. Nämlich nicht.

              Es ist eine dünne Linie, mit guten Argumenten für beide Vorgehensweisen…

              Antwort
              • Dazu möchte ich auf bildblog. de hinweisen. Wer sich mal mit der Seite beschäftigt, wird m. E. unweigerlich zu dem Schluss kommen, dass B. vollkommen untragbar ist.

                Antwort
            • Vielleicht als letztes zur BLÖD, zu Beginn war Clubfans United ja mal BLÖD-frei, das wurde dann irgendwann aufgegeben als man näher in Richtung Journalismus ging und „offizieller“ wurde.

              Für mich ist das die Entscheidung der „Macher“ und die sollen das so halten, wie sie es für richtig halten, aber jeder Leser kann natürlich im Kommentar schreiben, dass er das nicht gut findet und warum.

              Und ich sehe auch keine Notwendigkeit darin die Meinung, die Artikel der BLÖD zu zitieren um den Pluralismus hochzuhalten. Pluralismus heißt nicht dass jedes Medium plural sein muss und die ganze Bandbreite abdecken muss. Das beweißt ja die BLÖD schon selbst, innerhalb derer es null Pluralismus gibt.

              Antwort
              • Wie ein großer deutscher Philosoph schon richtigerweise bemerkte:

                „Im pluralen Sinne heißt plural nicht nur plural“

                Antwort
          • Das ist auch nicht als Legitimierung anzusehen, sondern bildet lediglich das bestehende Meinungsspektrum ab, das dem Rezipienten auch zuzumuten ist.

            Man muss nicht jede Meinung wiederholen, abbilden, schon gar nicht wenn sie in ihrer Grundhaltung menschenfeindlich ist.

            Antwort
  • Wenn Cheffe fit ist, sollte er auch spielen. Er bringt eine Komponente ein, die nur er liefern kann und stellt eine Abwehr dadurch vor zusätzliche Herausforderungen. Er sorgt auch für mehr Raum für die anderen Stürmer.

    Antwort
  • Wenn man sieht, wie schwer sich die hoch gehandelte Offensive des FC St. Pauli heute gegen Aue tut, dann ist unser 0:0 auch kein schlechtes Ergebnis.

    Antwort
  • Aue, der Geheimfavorit? Dann gehört Paderborn bestimmt auch dazu?
    Mit genau keinem Anspruch und der demütigen Hinnahme des Status Quo durch das Suchen von Entschuldigungen kamen wir doch genau dahin, wo wir jetzt sind: Ins Mittelfeld der 2. Liga mit Blick nach unten und das mit sehr viel und nicht nur monetären Aufwand. Pffft.

    Antwort
    • Oli bitte verwechsele nicht auch Du Erklärungen und Entschuldigungen. Wenn man keine Erklärung für den Status Quo sucht, dann kann man auch keine Verbesserung finden.

      Und wir sollten nicht den immer gleichen Fehlet am Beginn einer Saison machen und nach 2 Spileen Tendenzen definieren. Als ich früher noch regelmäßig den Kicker gelesen habe, gab es meist nach so 5 Spielen den ersten Leitartikel mit der Überraschungsmannschaft der Saison und Erklärungen warum die alles richtig machen. Es war fast immer so, dass es danach mit dieser Mannschaft nach unten ging.

      Es bleibt ein Fehler in Liga 2 davon auszugehen, dass man bestimmte Mannschaften einfach schlagen muss, dafür ist die Liga schlicht zu ausgeglichen.

      Nach 10 Spieltagen können wir gern diskutieren ob das Vereinsziel Platz 5-8 falsch war oder nicht, aber nach 2 Spielen? Come on.

      Antwort
      • Daumen hoch!

        „Es bleibt ein Fehler in Liga 2 davon auszugehen, dass man bestimmte Mannschaften einfach schlagen muss, dafür ist die Liga schlicht zu ausgeglichen.“

        Und zur Erinnerung -Saison 20/21, 1. – 4. Spieltag:

        Bochum – Pauli 2:2
        KSC – Bochum 0:1
        Braunschweig – Bochum 2:1

        Fürth – Osnabrück 1:1
        Aue – Fürth 1:1
        Würzburg – Fürth 2:2
        Fürth – HSV 0:1

        Osnabrück – Hannover 2:1
        Bochum – Osnabrück 0:0
        Osnabrück – Darmstadt 1:1

        Fürth sieglos, Osnabrück ungeschlagen, Bochum durchschnittlich mit Niederlage und Unentschieden gegen „leichte“ Gegner und spätere Absteiger. Das Ergebnis ist bekannt…

        Lasst uns mal etwas geduldiger sein. Das hilft unserem Verein (und unseren Nerven) am meisten.

        Antwort
        • Super Kommentar! Danke für den Reality Check.
          Selbst wenn wir gegen Dödeldorf verlieren sollten, geht die Welt noch lange nicht unter.

          Antwort
  • Geheimfavorit keineswegs, aber halt schwer zu knacken. Das sind keine Entschuldigungen, sondern Erklärungen.

    Antwort
    • Also in einem Video von CEF erzählte Biechele vom Kicker, daß er auf der Tribüne neben Presseleuten aus Aue saß und sie in Nürnberg mit 4-5 Stück rechneten, die sie kriegen, sie waren selbst am meisten überrascht, zumal die Vorbereitung in Aue sehr unruhig war und relativ schlechte Ergebnisse erzielten. Also schwer zu sagen ob Aue bei uns nur einen guten Tag hatte oder unser Sturm zu ideenlos war.

      Antwort
  • So einen Start wie Regensburg mit 6 Punkten hätte man sich hier gewünscht. Da reibt man sich die Augen Regensburg als Tabellenzweiter :-0, Vielleicht die nächste regionale Großmacht die uns nach Fürth und Augsburg enteilt sportlich 🙂

    Antwort
      • So isses! Ich bin kein naiver Träumer, jedenfalls kein übermäßiger, aber einem Platz in der ersten Tabellenhälfte halte ich absolut für möglich!

        Antwort
      • Aussagekraft hat der 2. Tabellenplatz der Regensburger keine aber das ist doch ein erfreulicher Auftakt. Offensichtlich hat Singh dort auch einen besseren Plan, was er zu tun hat. 😮 Ja ich hatte mir auch gewünscht mit den beiden Auftaktspielen einfach mal besser in so eine Saison reinzurutschen beim Club. Aber für einen Clubfan steht das nicht auf dem Speiseplan.

        Antwort
  • Bin gerade im Familienurlaub in Lignano, Italien. Wie es sich gehört, trage ich meine Sammlung an Clubtrikots spazieren. Mit dem Erfolg, dass mich die Kumpels der Gelsenszene im Eiscafe beglückwünschten oder Sturm Graz Ultras neugierig ausfragten. Lautstarker Höhepunkt im Supermarkt: Oida, geiles Trikot, es gibt nur Rapid und den FCN, host mi! Eine Gruppe von Rapid Ultras waren offensichtlich bester Laune. Dazu haben selbst ein paar Urlauber aus Mailand das Wappen von Norimberga erkannt und eine Unterhaltung begonnen.

    Schön, dass der Club im Ausland noch nicht in der Beliebigkeit versunken ist. In der Heimat, insbesondere im independent Fanblatt 11 Freunde, wird der Club ja zunehmend ignoriert…

    Antwort
    • Ich mach das selbe im Urlaub mit meinen Trikots egal ob innerhalb Deutschlands oder im Ausland.
      2019 hat mich auf Teneriffa mal ein sehr freundlicher Engländer angesprochen, der das Wappen und die Stadt Nürnberg erkannt hat.
      Auf meine Frage woher er den Verein kennt, stellte sich heraus dass er Anhänger vom FC Ewerton ist und bei dem 2:0 Sieg bei uns im Stadion war.

      Antwort
  • Ich fand die Analysen letzte Saison etwas leichter zu lesen. Gerade bei dem Abschnitt mit der Einzelbewertung und den Noten in den Klammern ist das etwas holprig. „(CU-Urteil: voll mangelhaft)“ ist ja schon aufgrund der Länge sehr sperrig.

    Auch die kursiven Zitate beim Fazit sind mir diesbezüglich etwas störend aufgefallen. Vielleicht generell lieber die direkten Zitate weglassen und sie eher als indirekte Rede einfließen lassen?

    Trotzdem natürlich Danke für Deine Arbeit, ich freu mich immer auf die Anaysen. 🙂

    Und versteh ich das richtig, dass Plattes große Chance gar nicht in die xG-Daten reinfließt, weil er es vorher verstolpert hat? Weil auf dem Niveau führt eine solche Situation normalerweise ja schon sehr wahrscheinlich zu einem Tor, würde ich als Laie behaupten. Da finde ich es schon komisch dass das dann nicht einfließt…

    Antwort
    • Ich experimentiere noch, daher danke fürs Feedback. Generell ist es so, dass die reine Zitatfläche so wie letzte Saison in Sachen Urheberrecht ein bisschen schwierig ist, weil da keine journalistische Eigenleistung vorhanden ist, daher die Einbettung in den Kontext und die Kommentierung innerhalb des Fazits. Das wird sich mit der Zeit einspielen, denk ich, je nachdem wie viele direkte Zitate sinnvoll sind. Was die Noten im Fließtext angeht, bin ich auch noch am Überlegen, evtl. wirklich wie xxandl meinte nur die Ziffernoten. Ist auf jeden Fall sehr gut, konstruktives Feedback zu kriegen.

      Plattes Chance fließt tatsächlich nicht ein, weil kein Schuss abgegeben wurde. Um sowas in nem mathematischen Modell zu erfassen, gibt es Werte wie „expected Threat“ (xT) oder die Angabe eines „possession value“ (PoV) in solchen Situationen. Das xG-Modell beruht halt ausschließlich auf Schüssen, kein Schuss, kein Wert. Ist auch eines der Schwächen, wenn man sich nur auf xG verlässt, um „verdient/unverdient“ einzuordnen.

      Antwort

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